Jehovas Zeugen – Zu 111 Jahren wegen Kindesmissbrauch verurteilt

Der Zeuge Jehovas und Ältester Sánchez Escuder wurde in Valencia zu 111 Jahren lebenslänglich verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft macht 111 Jahre für Christian Sánchez Escuder geltend, der wegen der Vergewaltigung von sieben Kindern, dem jüngsten von acht Jahren und dem ältesten von 14 Jahren, beschuldigt wurde, dessen Missbrauch zwischen 2009 und 2016 in Sagunto (Valencia) innerhalb der Versammlung der Zeugen Jehovas stattgefunden hat. Die Kinds-Opfer litten unter Autismus-Spektrum-Störung. Der Prozess hat an diesem Montag vor dem Gericht in Valencia begonnen.

Auf den 15 Seiten des Strafverfolgungsberichts der Staatsanwaltschaft wird Sanchez als sexuelles Raubtier beschrieben, dass die Probleme, die Kinder im Studium und in der Schule hatten, ausnutzte, um ihren Familien zu helfen, ihren Status als Lehrschüler zu überprüfen und sie anzuleiten. Nachdem er sich sein Vertrauen verdient hatte, lud er die Kinder ein, ihn auf Reisen, Exkursionen und in Lagern zu begleiten, wo er arbeitete.

Der mutmaßliche Vergewaltiger griff manchmal zu Gewalt, um die Kinder zu vergewaltigen, aber er schüchterte sie häufiger mit Drohungen ein, schrie, schlug auf Gegenstände, nahm einen Stock und machte die Geste, sie zu schlagen und wie verrückt zu fahren, wenn er sie im Auto transportierte. All dies, sagt die Staatsanwaltschaft, habe die Minderjährigen gelähmt und ihnen eine tiefe Angst eingeimpft, die sich mit der Schande vermischte, die die Aussicht auf eine Aufdeckung ihres Leidens erst überhaupt eröffnete.

Die angeblichen sexuellen Übergriffe dauerten teilweise drei Jahre. Und sie hatten mehrere Szenarien: die Häuser der Opfer, das Haus des mutmaßlichen Vergewaltigers, Hotels, Bahnhofsbäder, die Umkleidekabinen eines Schwimmbades, Campingplätze, Sánchez ‚Auto und ein Aparthotel in Benidorm, wo sich Mitglieder des religiösen Bekenntnisses trafen.

Zwei Kinder verurteilten Sanchez schließlich an die Polizei und das dritte Opfer enthüllte einem Pädagogen aus seiner Schule das Leiden, dem es über die Jahre ausgesetzt war. Die Staatsanwaltschaft schrieb Sanchez sieben sexuelle Übergriffe zu, von denen drei immer wieder fortgesetzt wurden.

Quelle: elpais.com

von |November 18th, 2019|2019|0 Kommentare

Jehovas Zeugen – Ältester wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen festgenommen

Valparaíso, Chile – wegen sexuellen Missbrauchs wurde ein Ältester der Zeugen Jehovas in Valparaíso festgenommen. Das mutmaßliche Verbrechen erging gegen Kinder zwischen 2 und 7 Jahren.

Der Häftling mit den Initialen R.O.A.M war „Ältester der religiösen Gemeinde und nutzte das Vertrauen seiner Gemeindemitglieder aus, um in seinem Haus sexuelle Aktivitäten an Kindern durchzuführen“, sagte Oberkommissar Arturo Alvarado von der O.S.9 aus Valparaíso.

Der Beamte fügte hinzu, dass „es in den Ermittlungsverfahren, die zusammen mit der örtlichen Staatsanwaltschaft von Viña del Mar durchgeführt wurden, unwiderlegbar sei und dieser seine Verantwortung als Täter der Verbrechen wegen des wiederholten sexuellen Missbrauchs von Personen unter 14 Jahren nicht entgehen könne.“

In diesem Sinne sagte Alvarado, dass die Opfer – einige von ihnen sind jetzt volljährig – eine Erklärung abgegeben hätten, in der sie die Tat darlegten, die für die Untersuchung „entscheidend“ seien.

Das Verfahren wurde von der O.S.9 aus Valparaíso durchgeführt, und es wird berichtet, dass „der Intensivtäter wiederholt und über einen längeren Zeitraum Kinder missbraucht hätte, deren Alter zwischen zwei und sieben Jahren lag“, berichtete der Oberkommissar.

Die Opfer sind kürzlich volljährig geworden und konnten so ihre Version der Ereignisse, die sie erlitten haben, der Behörde erzählen.

Der Älteste wurde in seinem Haus in Cerro Larraín de Valparaiso festgenommen. Derzeit befindet dieser sich in Untersuchungshaft. 

Nach gängigen Formalitäten und Aktivität seitens der Behörde, wurde der jetzt Inhaftierte in Gewahrsam genommen, nachdem er ebenfalls als eine Gefahr für die Gesellschaft im Allgemeinen eingestuft worden ist.

Der Staatsanwalt Juan de la Fuente sagte, der Inhaftierte sei „wegen zweier Verbrechen sexuellen Missbrauchs gegen Kinder unter 14 Jahren in Gewahrsam genommen worden. Sie sind unterschiedliche Opfer, dessen Tat zu unterschiedlichen Zeiten durchgeführt wurde.“

Juan de la Fuente schloss, dass dies keine Einzelfälle gewesen sein werden und es wird jetzt nach „andere mögliche Opfer gesucht.“

Quelle: cooperativa.cl

von |September 18th, 2019|2019|1 Kommentar

Jehovas Zeugen – Ältester vergewaltigt zwei junge Mädchen über 50 Mal

Reutlingen die Schreckensnachrichten bei den Zeugen Jehovas hören nicht auf. Nachdem unlängst weltweit bekannt wurde, dass Jehovas Zeugen durch ihre interne „Zwei-Zeugen-Regelung“ pädophile Täter schützt, ist jetzt auch wieder in Deutschland ein Fall bekannt geworden und wartet auf den Urteilsspruch des Gerichts. Ein besonders schwerer Fall von Kindesmissbrauch, in der ein Ältester der Zeugen Jehovas zwei junge Mädchen über 50 Mal vergewaltigt haben soll.

Auf SWP können wir nachlesen:

Er war bei den Zeugen Jehovas im Ältestenrat und hat immer wieder Kinder und Jugendliche bei sich und seiner Frau in Reutlingen beherbergt. Von der Staatsanwaltschaft wurde dem 35-Jährigen nun vorgeworfen, dass er im Zeitraum zwischen 2013 und 2016 zwei Mädchen, zu Beginn beide 14 Jahre alt, 57 mal mit sexuellen Übergriffen belästigt hat. Dreimal soll er zudem an einem widerstandsunfähigen Mädchen schweren sexuellen Missbrauch begangen haben, wie Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Trück am gestrigen Mittwoch vor dem Landgericht Tübingen verlas.

Der Angeklagte schwieg – und ließ nur eine Aussage vorlesen

Der Angeklagte selbst wollte keine Angaben zu den Vorwürfen machen, hatte aber zusammen mit Rechtsanwalt Achim Unden ein Schreiben verfasst, das der Verteidiger gestern vortrug. Darin gestand der 35-Jährige: Wenn eine der Jugendlichen in seiner Wohnung übernachtete, habe er sich zu ihr gelegt und sie gestreichelt. An Po, Brust und an der Scheide. Er habe auch eine Hand der Mädchen genommen und damit an seinem Penis manipuliert. In die Scheide der Mädchen eingedrungen sei er aber nicht.

Und die große Anzahl an Übergriffen? „Mehr als 50 Mal kommt mir viel zu hoch vor, ich glaube eher, dass es zehn bis 15 Mal war“, lies der Angeklagte in seiner schriftlichen Stellungnahme verlauten.

Dem Mann tue sein Verhalten „sehr leid“, und ja, er habe das „Näheverhältnis ausgenutzt“, gab er zu. Nachdem sich die beiden Mädchen per Chat über ihre Erlebnisse ausgetauscht hatten, sind sie beide zur Polizei gegangen und haben dort über ihre Erlebnisse berichtet. Nach der Aussage der Kriminalhauptkommissarin hätten sie die Übergriffe beide „im Schlaf oder Halbschlaf“ erlebt und sich nach diesen Nächten jeweils gefragt, ob all das nur ein böser Traum gewesen sei.

Beide Opfer dachten, sie hätten die Übergriffe nur geträumt

„Sie hatten beide das Gefühl, dass sie die Geschehnisse nur geträumt hatten“, so die Kommissarin. „Als sie sich dann aber gegenseitig das Erlebte erzählt hatten, waren sie sich sicher, dass all das kein Traum war.“ Ob das für sie als Sachbearbeiterin plausibel geklungen hatte, wollte Richter Ulrich Polachowski wissen. „Ich hatte keinen Grund, den Mädchen nicht zu glauben“, lautete die Antwort. Einmal sei das eine Mädchen auch aufgewacht, während der Mann die sexuellen Handlungen an ihr vorgenommen hatte, sie habe sich aber weiterhin schlafend gestellt. Andere Male, so berichteten die Mädchen, seien sie „wach, aber nicht hellwach gewesen“. Als Folge seiner Taten, wurde der 35-Jährige vom Ältestenrat der Zeugen Jehovas ausgeschlossen – anscheinend ohne dass der genaue Grund erwähnt wurde. „Die anderen Zeugen Jehovas wussten, dass irgendwas vorgefallen war, aber nicht was“, so die Kriminalhauptkommissarin.

In den Jahren 2013 und 2014 sowie 2016 habe eines der Mädchen so gut wie jedes zweite Wochenende bei dem Angeklagten und seiner Frau verbracht – und zwar, um zusammen mit dem Angeklagten oder auch mit anderen Zeugen den „Haus-zu-Haus-Dienst“ für die Mitgliederwerbung zu leisten. Die Jugendliche war sich sicher, dass der Angeklagte in jeder Nacht zu ihr gekommen sei. Die Kommissarin hatte bei der Befragung des Mädchens dann hochgerechnet: „Das muss ja mindestens 50 Mal geschehen sein.“ Das Opfer habe diese Zahl bestätigt.

Für Rechtsanwalt Unden war das Anlass genug, um nachzuhaken: „Warum haben sie nicht ergebnisoffen gefragt, ohne eine Zahl vorzugeben“, fragte der Verteidiger. Die Zeugin zeigte sich überzeugt, dass sie dann keine konkrete Zahl zu hören bekommen hätte.

Geeinigt haben sich die Vertreterin der Nebenklage und der Angeklagte auf einen Schmerzensgeldbetrag von 5000 Euro an eines der Mädchen. Am gestrigen Mittwoch wurden nachmittags die beiden Opfer vernommen, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Am Freitag wird voraussichtlich plädiert und auch ein Urteil gesprochen.

–  Quelle: swp.de | Norbert Leister 

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Wenn Jehova seine eigenen Ältesten nicht stoppen kann Kinder zu vergewaltigen, was lässt dich annehmen, dass er sich um dich sorgt?

Jehovas Zeugen geben zu bekennen, dass unter ihnen „wahre Christen“ seien, die von Jehova selbst durch Christus in die Organisation berufen worden sind. Insbesondere bei Ältesten handelt es sich um einen besonders schweren Fall: Die Mitglieder vertrauen diesen Versammlungs-Anführern blind. In der offiziellen Lehre heißt es, dass Älteste durch heiligen Geist in ihrem Amt berufen worden sind. Ebenfalls sind es die Älteste der Versammlung sowie Selters, der Hauptsitz der Zeugen Jehovas in Deutschland, die ihre Zustimmung bei der Ernennung eines neuen Ältesten geben müssen.

Das Perfide – jeder Ältester genießt einen absoluten „Vertrauensanspruch“, da jeder der Mitglieder davon ausgeht, der heilige Geist, und damit Gott persönlich, führe diesen Zeugen Jehovas in seiner Tätigkeit als Versammlungshaupt. Dass die Gemeinde nicht davon in Kenntnis gesetzt wird, dass ein Ältester über 57 Mal zwei Mädchen vergewaltigt hat, bezeugt die fehlende Menschlichkeit und christliche Nächstenliebe auf absolutem Gebiet. Die Wachtturm-Organisation verhält sich eindeutig nicht wie die „wahre Organisation Jehovas“, sondern wie „Babylon, die Hure“, von denen sie selbst lehren, sich frei gemacht zu haben.

Fragen an Jehovas Zeugen: Hat der heilige Geist einen Fehler gemacht? Wird die Versammlung und ihre Ältesten, sowie Selters, nicht auch selbst – gemäß Lehre – durch heiligen Geist in ihren Entscheidungen geleitet? Wieso verhindert es der heilige Geist nicht, dass Älteste in der Versammlung Kinder und Jugendliche vergewaltigen? Wenn Christus das Haupt jeder Zeugen Jehovas Versammlung ist, wieso schaut er weg und reinigt die Gemeinde nicht, bevor es zu solch einer Tat im besonders schweren Fall kommt?

Die Bibel lehrt unmissverständlich:

Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht von einem Teil ihrer Plagen getroffen werden wollt. Denn ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel und Gott hat sich ihre Verbrechen in Erinnerung gerufen. Zahlt ihr heim, was sie anderen angetan hat, ja, zahlt ihr das, was sie getan hat, doppelt zurück.“

– Offb. 18:4 – NWÜ, herausgegeben von Jehovas Zeugen

Jehovas Zeugen – Vom Glauben abfallen: „Es war für mich tragisch, zu gehen“

Wer eine strikte religiöse Gemeinschaft, wie Jehovas Zeugen, verlässt, verliert oft nicht nur Familie und Freunde. Auch der Alltag, die Arbeit und das Weltbild ordnen sich neu. Zwei Aussteiger erzählen.

Das Recht auf den Ausstieg aus einer Religion ist mit dem Artikel 15 der Bundesverfassung garantiert. Denn Religionsfreiheit bedeutet auch die Freiheit zu haben, nicht zu glauben. Auch auszutreten, ist ein Grundrecht.

Das ist selten einfach – und noch nicht lange selbstverständlich.

Konservative Gläubige

2014 bezeichneten sich 23 Prozent der Bevölkerung der Schweiz als konfessionslos. Trotz dieser Säkularisierung sind nach wie vor viele Menschen gläubig – oder gar strenggläubig.

«Ungefähr 500’000 Personen in der Schweiz sind konservative Vertreter einer Weltreligion oder Mitglied einer Sekte», sagt der Religionswissenschaftler Georg Schmid, Leiter von «Relinfo», der evangelischen Informationsstelle «Kirchen – Sekten – Religionen» in Rüti ZH. Je autoritärer und geschlossener eine religiöse Bewegung ist, desto schwieriger sei es, diese zu verlassen.

Religionen in der Schweiz

Die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz gehören zu 37.9 Prozent der römisch-katholischen und zu 25.5 Prozent der evangelisch-reformierten Landeskirche an. 23 Prozent sind konfessionslos, zu anderen christlichen Gemeinschaften zählen 5.7 Prozent. 5.1 Prozent sind Muslime, 0.4 Prozent jüdisch.

Der Anteil der römisch-katholischen Landeskirche ist in den letzten 40 Jahren relativ stabil geblieben, jener der evangelisch-reformierten ist stark rückläufig.

Der Anteil muslimischer Glaubensgemeinschaften hat von 2000 bis 2016 leicht, um 1.6 Prozent, zugenommen, jener der Konfessionslosen deutlich, um 13.5 Prozent. Der Anteil jüdischer Glaubensgemeinschaften ist unverändert geblieben.

Quelle: Bundesamt für Statistik

Mit der Freikirche aufwachsen

Der 36-jährige David Bopp, selbstständiger Webentwickler im Raum Basel, wuchs im Umfeld einer Freikirche auf. Seine Eltern gehörten der Chrischona-Gemeinde an.

«Ich bin als Kind an jede Veranstaltung gegangen, später in die Jungschar und in den Teenager-Club.» Die Jungschar habe er schliesslich mitgeleitet. Drei bis vier Abende pro Woche verbrachte er in der Gemeinschaft, erinnert sich David Bopp. «Dann habe ich die Freikirche gewechselt. Viele Jahre war ich beim ICF. Auch dort habe ich eine Gruppe geleitet.»

«Alles oder nichts»

Mit etwa 24 Jahren habe er immer mehr an seinem Glauben gezweifelt, sagt Bopp. «Es hat sich viel verändert in meinem Kopf. Ich habe mich vom Glauben entfernt.»

Die Zweifel seien für ihn «ein Schock» gewesen, denn er habe zuvor «Gott erlebt», erzählt Bopp: «Als Teenager konnte ich beten und hatte oft das Gefühl, ich werde erhört. Dann erlebte ich ein, zwei Jahre nichts, das mich Gott spüren liess.» Das habe ihm die Augen geöffnet.

«Festzustellen, dass ich vielleicht gar nicht glaube – das empfand ich als schmerzhafte Herausforderung.» Er habe nicht begonnen, an «einer kleinen Ecke» zu zweifeln. Sondern er habe sich gleich die grosse Frage gestellt: «Gott – ja oder nein? Es ging um alles oder nichts.»

Freundschaften verlieren sich

Sich von der Glaubensgemeinschaft zu lösen, sei für ihn tragisch gewesen, sagt David Bopp. Er habe sich entwurzelt gefühlt. «Es war ein schmerzhafter Prozess, zu gehen. Viele meiner Freundschaften wurden gewissermassen aussortiert, weil sie an das gemeinsame Thema Glaube gebunden waren.»

Die Gemeinschaft ist nur solange da, wie man Teil davon ist: «Wie in einem Fussballclub, wenn man sich die Sehne kaputtmacht und nie mehr trainieren gehen kann. Das Gros der Leute, die man gern hatte, bleibt da – und man ist weg. Das tut weh, denn man verliert auch ein Stück Halt.»

Bopp bedurfte eines neuen Weltbilds, um sich zurechtzufinden. «Wenn man sich als Teenager aus einer religiösen Gemeinschaft löst, ist es einfacher, dann ist das Weltbild noch nicht so gefestigt. Ich war 24, hatte mich in meinem Weltbild eingerichtet – und plötzlich stellte ich alles in Frage. Das brauchte viel Energie.»

Diese Entwicklung sei bei ihm bis heute nicht abgeschlossen, fügt er an: «Für mich ist Spiritualität noch immer ein offenes Thema.» Heute bezeichnet Bopp sich als Agnostiker. Die Religion spielt für ihn keine Rolle mehr.

Hinterfragt wird nicht

Hat David Bopp die Freikirchen als geistig enge Räume erlebt? «Die Freiheit wäre da – aber es gibt niemanden, der einem den Weg dahin zeigt», erwidert er. Das philosophische Denken und das Hinterfragen würden fehlen, es werde einem nicht vorgelebt.

Das liege auch an der Geschichte der Freikirchen, glaubt Bopp: «Gegründet wurden sie von Menschen, die an Dinge glauben und diese nicht theologisch hinterfragen wollen. Will man etwas hinterfragen, muss man sich dafür einen anderen Ort suchen.»

Getauft als Zeuge Jehovas

Auch Rino Zumerle hat den schmerzhaften Abschied aus einer Glaubensgemeinschaft erlebt. Über 20 Jahre lang war der vor Kurzem pensionierte IT-Fachmann aus dem Raum Biel ein Zeuge Jehovas.

1983 hatten er und seine Frau erste Kontakte zu dieser Gemeinschaft, weil sie für die beiden Töchter eine Kinderbibel suchten. Dass die Bibel die Grundlage für den Glauben der Zeugen Jehovas war, beeindruckte die Zumerles. Nach drei Jahren liess sich das Ehepaar taufen.

«Über Jahre besuchten wir die Versammlungen und gingen in der Gemeinschaft auf», sagt Zumerle. 1992 erhielt er ein Amt, er wurde Dienstamtgehilfe. «Einige Jahre später wurde ich zum Ältesten berufen. Das ist eine Person, die in der Gemeinschaft stärker auf andere achtet, ihnen hilft, sie lehrt und ihnen ein Vorbild ist.»

Ein Dilemma löst Zweifel aus

Trotz Verantwortung: 2003 begann er zu zweifeln. «Ich durchlebte wohl eine Midlife-Crisis. Ich war ungefähr 50 und fragte mich, was bisher in meinem Leben passiert war und was noch kommen würde. In dieser Zeit fingen meine Töchter an, die Religion zu hinterfragen, was schliesslich zu ihrem Ausstieg führte.»

Auch er habe sich grundsätzliche Fragen gestellt. Um seine damaligen Zweifel zu verstehen, müsse man sich vergegenwärtigen, was die Lehre der Zeugen Jehovas bedeutet: «Wer weggeht, ist verloren. Die Zeugen Jehovas sprechen davon, dass Gott im Krieg von Armageddon alles Böse auf dieser Erde vernichten wird. Nur die Gott wohlgefälligen Menschen überleben und kommen ins Paradies, wo sie ewig leben können.»

Wenn man das glaube, bedeute das: Wenn die eigenen Kinder aussteigen, dann sind sie verloren. «Meine Töchter könnten demnach Armageddon nicht überleben. Das hat mich beschäftigt.»

Ebenfalls beschäftigt hat Rino Zumerle das Kontaktverbot zu Abtrünnigen, das die Gemeinschaft verlangt. Er wollte seine Töchter nicht verstossen – aber auch nicht vortäuschen, er befolge dieses Gebot.

Das Leben muss sich neu ordnen

Sieben Jahre zweifelte er, kämpfte innerlich. «Ich brauchte diese Zeit, denn da waren viele Ängste. So war ich etwa im Begriff, die langjährige Beziehung zu meiner Frau zu verlieren.» Vieles musste Zumerle neu ordnen, gedanklich, aber auch im Leben. «Es war eine schmerzhafte Zeit», sagt er.

Er habe in jenen Jahren kaum mehr an etwas anderes denken können, ihn habe nur noch ein Thema beschäftigt: seine Loslösung von der Gemeinschaft. Nach einem Burn-out suchte er professionelle Hilfe.

Denn im Alltag fand er keine Unterstützung. Seine Ehe ging in die Brüche – und einen Freund ausserhalb der Gemeinschaft, mit dem er seine Fragen hätte besprechen können, hatte er nicht.

«Ein Zeuge Jehovas lebt vor allem in der Gemeinschaft. Sie begrenzt sein soziales Umfeld. Natürlich hat jeder Arbeitskollegen und Nachbarn. Aber diese Kontakte basieren auf einer losen Beziehung. Man geht keine Freundschaften ausserhalb der Gemeinschaft ein.»

Unumkehrlicher Ausstieg

Offene Ohren fand er schliesslich bei seinen Schwestern, mit denen er zuvor nur wenig Kontakt pflegte. Und auch seiner Mutter näherte er sich wieder an, nachdem er signalisiert hatte, dass er die Zeugen Jehovas verlassen wollte.

Mehrere Zeugen hätten mit ihm etwas unternehmen und diskutieren wollen, um ihn auf den rechten Weg zurückzuführen. Als sie erkannten, dass seine Abkehr weit fortgeschritten war, liessen sie ihn ziehen. Nach sieben Jahren voller Zweifel trat Rino Zumerle offiziell aus.

Was hat er dadurch gewonnen? «Da kommt mir ein grosses Wort in den Sinn: Freiheit.», sagt Zumerle. «Freiheit bedeutet für mich, dass ich eine Wahl habe. Und in der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas hatte ich keine Wahl.» Es gebe dort nur Schwarz oder Weiss, keine Schattierungen.

«Freiheit ist unbequem. Freiheit macht Angst. Freiheit hat man nicht einfach, man muss für sie kämpfen und an ihr arbeiten.» Er denke, dass sich viele Menschen genau deshalb in engen Gemeinschaften wohlfühlen. «Sie sind dort eingeschränkt, aber fühlen sich mitgetragen. Man geht gemeinsam einen Weg – die Freiheit ist da vielen gar nicht so wichtig.»

Mitglieder haben zu folgen

Bei der Infostelle «Relinfo» berät der Religionswissenschaftler Georg Schmid ausstiegswillige Mitglieder von Religionsgemeinschaften oder deren Angehörige. Am häufigsten ist er mit Mitgliedern von Zeugen Jehovas und Scientology beschäftigt.

«Sekten haben eine gewisse Radikalität. Sie erwarten viel von den Mitgliedern und versuchen trotzdem, alle Interessierten aufzunehmen», sagt Schmid. Sekten seien autoritäre Organisationen. Die Leitung beanspruche Lehrhoheit, Zweifel seien unerwünscht, die Mitglieder hätten zu folgen.

Oft liessen sich Menschen von den Verheissungen einer Gemeinschaft blenden, erklärt Schmid. Zu Beginn sähen sie alles durch die rosarote Brille: «Später kommen ihnen auch die Ansprüche der Sekte in die Quere. Viele geraten unter Druck, weil die Gemeinschaft nicht das bietet, was sie suchen. Wenn jemand aussteigen will, beginnt ein unangenehmer Prozess.»

Der Austritt wird immer schwieriger

Je länger jemand dabei war, desto schwieriger wird es. Weil man beim Austritt seine sozialen Kontakte und seine ethischen Koordinaten verliert. Weil man vielleicht jahrelang für den Kult gearbeitet hat und taugliche Referenzen für Bewerbungen fehlen.

Weil man vielleicht der Sekte per Testament sein Vermögen überschrieben hat und das Dokument sicher verwahrt in der Zentrale der Gemeinschaft liegt. Weil man durch die autoritäre Lehre das selbstständige Denken verlernt hat.

Ausstiegswilligen die Hand reichen

Menschen, die Anschluss suchen, sind oft leichte Opfer für Sekten, weiss der Ausstiegsberater Schmid: «Alte, Einsame oder Menschen am Rand der Gesellschaft.» In Beratungen rät er Familienangehörigen, deren Tochter oder Sohn sich einer Sekte angeschlossen hat, klar zu machen, dass sie für sie oder für ihn da seien. Denn ohne einen Rückhalt von aussen sei ein Ausstieg kaum zu schaffen.

«Radikale Gemeinschaften versuchen, Zweifelnde zu halten. Etwa indem sie befreundete Leute aus der Sekte auffordern, mit ihnen zu sprechen, sie wieder zu überzeugen», so Schmid.

Aber wenn das nicht funktioniert, seien Sekten meist dafür, dass die Zweifler gehen: «Damit die kranken Äpfel nicht die gesunden anstecken.» Dass Religionsgemeinschaften Ausstiegswillige rabiat auf Kurs brächten oder zurückholten, sei eine Legende.

Eine Gemeinde, ein Weltbild

Bei Freikirchen sieht Schmid das Hauptproblem in deren gesellschaftspolitischer Ausrichtung. Da stelle sich für ihn die Frage, wie konservativ man die Gesellschaft gestalten wolle.

«Freikirchen sind – im Gegensatz zu den Landeskirchen – bewusst einheitlich, was die Weltanschauung betrifft. Wenn jemand dazukommt, erwartet man von ihm, dass er sich einfügt.» Freikirchen erwarteten zudem Engagement: Man soll die Gemeinde finanziell und zeitlich mittragen. «Wer dazu nicht bereit ist, kann Probleme kriegen und sozialen Druck spüren.»

Im Gegensatz zu Sekten sei in Freikirchen immerhin klar, dass der Gemeindeleiter ein Mensch sei, der irren könne. Manche Mitglieder würden, wenn sie mit der Lehre nicht einverstanden sind, zu einer anderen Gemeinschaft wechseln – und später vielleicht austreten.

Jehovas Zeugen – Ältester wegen Kindesmissbrauch verhaftet

Jehovas Zeugen - Ältester wegen Kindesmissbrauch verhaftet

San Antonio: Laura Avalos, Staatsanwältin aus der Stadt San Antonio, beantragte Haftbefehl gegen einen “Pastor“ der Zeugen Jehovas, Carlos Alcaráz.

Der Vorwurf von Avalos lautet auf eine angeblich sexuelle Belästigung von Kindern.

Laut Avalos soll der spirituelle Berater ein Mädchen seit dem 7. Lebensjahr unsittlich berührt haben. Heute ist es bereits 10 Jahre alt. „Dieser Mann hat das Kind am Gesäß und an den Brüsten angefasst“, sagte Avalos.

Die Staatsanwältin berichtete weiter, dass Alcaráz die Abwesenheit der Mutter ausgenutzt habe, wenn er das Kind nach Hause brachte. Sie ist ebenfalls eine Zeugin Jehova.

Der Fall kam an die Öffentlichkeit als das Opfer sich ihrer Mutter offenbarte und diese eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft aufgab.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass Alcaráz von der Religionsgemeinschaft intern vor Gericht gestellt worden sei. Er darf das Amt als Prediger nicht mehr ausüben und bei Versammlungen nur noch zuhören.

„Die gesamte Gemeinschaft der Zeugen Jehovas wusste was Alcaráz getan hatte und meldete dies nicht bei der Staatsanwaltschaft weil dieser die Tat zugab und sich entschuldigte. Es kann doch wohl keine Strafe sein nicht mehr an gesellschaftlichen Veranstaltung teilzunehmen und nur Zuhörer sein. Das Vergehen wiegt schwer und muss strafrechtlich verfolgt werden“, sagte Avalos.

Quelle: wochenblatt.cc

Siehe auch:
Kindesmissbrauch – Missbrauchsfälle vor der Royal Commission

Jehovas Zeugen - Ältester wegen Kindesmissbrauch verhaftet

An die leitende Körperschaft

Wahrheiten jetzt! ist dankbar dafür, dass die Wachtturm-Gesellschaft der Website so viel Aufmerksamkeit gibt. Die Themen auf dieser Website müssen die Wachtturm-Gesellschaft so sehr stören, dass sie alles daran setzen den Betreiber in Gerichtsprozesse zu ziehen um ihm hohe Geldstrafen (bis zu 250.000€) oder ersatzweise 6 Monate Haft anzudrohen. Liebe leitende Körperschaft, D. H. Splane, A. Morris III., D. M. Sanderson, G. W. Jackson, M. S. Lett. S. F. Herd, G. Lösch und G. H. Pierce:

Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, nur die Lüge braucht Gesetzesschutz!

Erwartet Gott und Jesus das von euch? Hätte Jesus so gehandelt? Ihr sagt von euch selbst das ihr vom "Geist geleitet" seid. Ihr sagt selbst das ihr geistgesalbte Christen seid. Ihr sagt selbst das die Bibel über allem steht. Warum macht ihr euch dann selbst, durch Gerichtsprozesse lächerlich? Warum versucht ihr erneut zu richten? Warum wollt ihr nicht in die Fußstapfen Jesu treten, der so mild gesinnt war?

"Nun hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?" (Johannes 18:10, 11)

Da ihr euch offensichtlich auf dem Weg der Finsternis befindet, wünscht euch Wahrheiten jetzt! sehr baldig, Jesus anzuerkennen und ihm nachzufolgen, um dem Willen des Vaters zu tun!