Jehovas Zeugen – Die Instrumentalisierung der Lüge

Auf der Suche nach der Wahrheit befindet sich jedes Individuum in einem Prozess aus Lernen und Glauben. In der Fülle der Informationen, die heute auf uns hereinströmen mögen, ist es schwierig den Überblick über all dessen zu bewahren und den „roten Faden“ zu sehen. Welche Orientierungspunkte bedienen wir uns, um die richtigen Fragen zu stellen, kritische Zweifel umzusetzen sowie zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden?

JW.ORG, ManipulationDas wohl größte Drama auf diesem Planten ist, dass hochgradig manipulierte Menschen ihre Manipulierer verteidigen, weil sie selber die Wahrheit für Manipulation halten.

Alles, was der Mensch lernt, hat dieser im Laufe seines Lebens meist ungeprüft von Dritten aufgenommen. Jede dieser Erkenntnisse sind damit oftmals eine Zusammenlegung von Glauben, Vorurteilen und der Überzeugung von Dritten.

Es ist schwierig alle Erkenntnisse, die uns als Mensch sowie unserer Überzeugung ausmachen, vollständig zu hinterfragen. Wahrscheinlich würden wir auch an einem Punkt angelangen, in der wir diesen Zustand des geglaubten Wissens als Faktum ansehen müssen, obwohl es dafür eigentlich keine wirklichen Belege gibt. Wir stellen fest, dass alles, was „die Welt im innersten Zusammenhält“ auf eine Überzeugung aufbaut, die von bloßer Annahme, von Glauben, geprägt ist, nicht von Wissen und Faktum.

In dem wir uns selbst eine „Wohlfühlbasis“ ausbauen, zum Schutze unserer Selbst und der eigenen Psyche, vermag es als eine Zerreißprobe bis auf das tiefste Mark zu erscheinen, alles zu Hinterfragen und mit dem nötigen, gesunden Zweifelsauge zu betrachten.

Dennoch sollte dieser Weg als lohnenswert angesehen werden, sofern wir die innere Stärke bekunden und für uns selbst behaupten zu wollen, wir haben alles geprüft und lieben die Wahrheit, deren Weg wir mit unseren Fußstapfen folgen und eine Spur für unsere Nachwelt hinterlassen. Insbesondere ist diese Lebenseinstellung wichtig, wenn es um religiös motivierte Menschen geht, die es als Hoheitsaufgabe betrachten, ihrer Überzeugung Ausdruck zu verleihen, da auch ihr persönliches Gottesbild und deren „Wahrheit“ der Gegenstand gegenwärtiger Versuchung ist und auch dieses an die erste Stelle ihres Lebens zu stellen.

Durch das interne Leben als Zeuge Jehovas, der sich in einer Organisation befindet, die selbst von sich behauptet „das Werkzeug Gottes“ zu sein, sie ja selbst in internen Publikationen sogar als „Mutter“ eines jeden „wahren Christen“ bezeichnet wurde, ist es um so wichtiger, die Lehren auf einen Prüfstand zu stellen. Doch woran kann man „wahre Lehre“ von „falscher Lehre“ unterscheiden? Welches Fundament setzen wir als Maßstab ein? Der Interpretationsspielraum mag weit gemessen sein, deshalb ist es gut, bei elementaren Dingen anzufangen, Dinge die jeder selbst, egal welchen Glaubens- oder Wissensstandes, prüfen kann.

Eine Lehre, die sich selbst – ohne ein menschliches Dazutun – entkräftet, ist in jeder Hinsicht elementar, für sich stehend und bezeugt ihre eigene Falschheit. So könnten viele Lehren sicherlich angeführt werden, die diese Eigenschaften aufweisen, insbesondere in den Publikationen von Jehovas Zeugen.

Doch wenn das Glaubens-Fundament, dass auf alles aufbaut, sich selbst als unwahr kristallisiert, gibt es keinen Interpretationsspielraum mehr für alle weiteren Lehren, die ebenfalls auf eben dieses aufbauen.

1914, falsche Lehre, GenerationAfter drawing attention to the many things that have marked the period from 1914 onward, Jesus said: „This generation will by no means pass away until all these things (including the end of this system) occur.“ (Matthew 24:34, 14) Wich generation did Jesus mean? He meant the generation of people who were living in 1914. Those persons yet remaining of that generation are now very old. However, some of them will still be alive to see the end of this wicked system. so of this we can be certain: Shortly now there will be a sudden end to all wickedness and wicked people at Armageddon.(You can live forever in Paradise on Earth, edited by Jehovah’s Witnesses)

Übersetzung aus dem Englischen:

„Nachdem Jesus auf die vielen Dinge aufmerksam gemacht hatte, die die Zeit ab 1914 geprägt haben, sagte er: „Diese Generation wird auf keinen Fall vergehen, bis all diese Dinge (einschließlich des Endes dieses Systems) geschehen.“ (Matthäus 24:34, 14) Welche Generation meinte Jesus? Er meinte die Generation von Menschen, die 1914 lebten. Diejenigen, die noch von dieser Generation übrig sind, sind jetzt sehr alt. Einige von ihnen werden jedoch noch am Leben sein, um das Ende dieses bösen Systems zu sehen. Daher können wir sicher sein: In Kürze wird es ein plötzliches Ende aller Bosheit und aller Bosheiten durch Harmagedon geben.(Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben, herausgegeben von Jehovas Zeugen)

Die Schlussfolgerung:

Eine Lüge ist eine Lüge. Wenn man über 100 Jahre eine Lüge lehrt, die zu 100% nicht eingetroffen ist, ist sie eine Irrlehre. Alle Menschen, die 1914 erlebt haben, sind seit Jahren tot. Auch wenn man versucht die Geschichte auszuradieren, indem man diese Irrlehre in der Neuzeit anders verkaufen will, ist und bleibt sie eine Lüge. Jehovas Zeugen sind eine Lüge, ihre Lehren sind eine Lüge, ihr Glaube ist eine Lüge.

Die Wachtturm-Organisation selbst schreibt:

„Wovon kann man sich auf der Suche nach der richtigen Religion leiten lassen? Die Encyclopædia Universalis hebt zu Recht die Wichtigkeit der Wahrheit hervor. Eine Religion, die Lügen lehrt, kann unmöglich wahr sein. Der größte Prophet, der sich jemals auf der Erde befand, sagte: „Gott ist ein GEIST, und die ihn anbeten, müssen ihn mit Geist und Wahrheit anbeten (Johannes 4:24).“ (Der Wachtturm, 01.12.1991, „Ist es gleich, welcher Religion man angehört?“)

So bleibt einem wahrheitssuchenden Menschen keine andere Wahl, als einem organisationstreuen Zeugen Jehovas zu Antworten: „Du hast nicht die Wahrheit. Du bist nicht der glücklichste Mensch auf Erden. Du wirst nicht ewig in einem irdischen Paradies leben. Du hilfst nicht mit diesen Lehren anderen Menschen. Du hast keine Liebe zu der Wahrheit, außer der Irrlehre, die man Dich „Wahrheit“ gelehrt hat.“

Doch wie sieht es mit den vielen Menschen aus, die bereits sich von falschen Lehren, Lügen und der Instrumentalisierung durch Dritte befreit haben?

Einem Zeugen Jehovas wird folgende Wahl gelassen: „Entweder du glaubst, was WIR glauben – oder du gehörst nicht mehr zur Familie!“. So sieht die „Religionsfreiheit“ von Jehovas Zeugen im Alltag aus. Millionen Menschen, die sich weltweit an dieser Ächtung und Isolation halten, zum Gunsten der Lüge und der Manipulation durch die Organisation, aufgrund der egozentrischen Belohnungslehre des ewigen Lebens die niemals eintreffen wird, zerstören sie das Leben von sich selbst und anderen.

Die Idiotie von Sekten und Kulten, insbesondere der von Jehovas Zeugen – dieser von Kindesalter instrumentalisierte Intelligenzdefekt schwersten Grades, der im 21. Jahrhundert immer noch praktiziert wird und traurige Realität ist-, wird zum geistigen Gefängnis für Millionen von Menschen!

Zusammenfassung:

Jehovas Zeugen sind das Produkt aus Glauben (Nicht-Wissen) und der Instrumentalisierung Dritter. Alle darin sind Opfer, jedes Kult-Mitglied behindert die wahre Erkenntnis des Anderen. Es wird sich gegenseitig in der religiösen Filterblase blind und ignorant gehalten. Selbst die jetzigen Führer, der selbsternannte „treue und verständige Sklave“, hat „klein“ als Sektenmitglied angefangen und wurde innerhalb der Organisation erzogen, so zu denken und die Herde zu führen. Die Organisation hat sich zu einer selbstagierenden, dritten Person entwickelt, die über alle Maßen erhaben sei und über Gott stehe. Die wahre Furcht für diese autarkischen Prozesse sind die Aussteiger, die den selbstzerstörerischen Weg beendet haben und nicht mehr Teil dieses Systems sind.

Jehovas Zeugen – Protestaktion gegen interne Praktiken

Am 26. März 2017 fand in der Breslauer Altstadt eine Kundgebung der ehemaligen Zeugen Jehovas statt. Ihr Ziel war es, Information der Gesellschaft über die schädlichen Praktiken innerhalb der Organisation, der sie angehört haben, aufzuzeigen. Es ging, unter anderem, um den Kontaktabbruch mit ehemaligen Mitgliedern der Gemeinde, das Verbot der Bluttransfusion und auch um das Verheimlichen von Straftaten durch pädophile Zeugen Jehovas innerhalb der Versammlungen.

Jehovas Zeugen – Opferorganisation klagt an

Zeugen Jehovas – ehemalige Mitglieder der Glaubensgemeinschaft haben Anzeige erstattet. Sie würden ihre Mitglieder unter Druck setzen. Der Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) wurde vor Gericht „erschlichen“, unter Vorbehalt der gesamten Wahrheit über die Glaubensgemeinschaft. Desweiteren wird der Umgang mit Blut kritisiert, die lebenswichtig seien. Auch die umstrittene „Zwei-Zeugen-Regelung“ und pädophile Täter nicht bei den Behörden zu melden, spräche gegen ihren Status mit allen staatlichen Vorteilen. Mit der Anzeige verfolgen die ehemaligen Zeugen Jehovas ein bestimmtes Ziel.

Jehovas Zeugen – Kontaktabbruch zu allen Familienmitgliedern und Freunden

Jehovas Zeugen zerstören Familien mit ihrer unsäglichen Bibelauslegung und skandalösen Doktrin. Auszugsweise heißt es in dem Tagestext vom 14. Januar 2019:

„Züchtigung ist betrüblich (Heb. 12:11)

Auch wenn uns das sehr schwer fällt, müssen wir unnötigen Kontakt mit einem ausgeschlossenen Familienmitglied vermeiden — sei es telefonisch, brieflich oder über Textnachrichten, E-Mails oder soziale Netzwerke. Aber bewahre Hoffnung. Liebe „hofft alles“, auch dass jemand wieder zu Jehova zurückkehrt (1. Kor. 13:7). Beobachtest du bei einem engen Familienmitglied einen Sinneswandel, kannst du darum beten, dass er oder sie aus der Bibel Kraft gewinnt und auf Jehovas Bitte reagiert: „Kehr doch um zu mir“ (Jes. 44:22). Jesus sagte, dass wir seiner nicht würdig sind, wenn uns ein Mensch wichtiger wäre als er. Doch er war sich sicher, seine Jünger würden den Mut haben, trotz Widerstand in der Familie loyal zu ihm zu stehen. Falls die Nachfolge Jesu „ein Schwert“ in deine Familie gebracht hat, dann vertraue auf Jehovas Unterstützung (Jes. 41:10, 13). Freue dich, dass du Jehova und Jesus gefällst und sie dich für deine Treue belohnen werden. w17.10 16 Abs. 19-21 “

Jehovas Zeugen betonen immer wieder, dass sie alles daran setzen die Familie und ihre Banden nicht auseinander zutreiben – stehts den christlichen Weg einzuschlagen. Dennoch lehren sie ganz öffentlich, dass eine vollständige Meidung geschehen müsse, sofern man Jehova liebt.

Dieses unmenschliche Dogma hinterlässt Spuren: Angefangen von der sozialen „Steinigung“ eines Mitgliedes und seinen Rufmord, bis hin zu starken seelischen bzw. psychischen Folgen, die in den Suizid führen kann. Wissen Jehovas Zeugen, was sie durch diese Lehren einzelnen Menschen und unmittelbar Betroffenen antun? Darf man es „christlich“ nennen, wenn Menschen bewusst psychisch krank gemacht werden? Tragen Jehovas Zeugen die Verantwortung für die unzählige Blutschuld, die sie auf sich laden?

Aufgeklärte Menschen wissen: Das Kernzeichen von Sekten ist immer der soziale Abbruch von ehemaligen Mitgliedern. Nur so kann die Zelle weiterhin erfolgreich bestehen, indem alle Kritiker durch religiösen Faschismus isoliert werden. Diese Lehren und Praktiken haben jedoch nichts mit irgend einer Form der „Liebe“ zutun – sie ist auch nicht das, was Jesus Christus predigte. Diese Lehren und Praktiken dienen einzig und allein dazu, falsche Lehren innerhalb der „schlafenden Gemeinschaft“ zu intensivieren und so weiterhin alle Mechanismen der Bewusstseinskontrolle innerhalb der abgesonderten Gruppe aufrecht zu erhalten.

„Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Fahrt fort, eure Feinde zu lieben, denen Gutes zu tun, die euch hassen, die zu segnen, die euch fluchen, für die zu beten, die euch beleidigen.“ (Lukas 6:27, 28) 

„Hört auf zu richten, damit ihr nicht gerichtet werdet; denn mit dem Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird man euch messen. “ (Matthäus 7:1, 2) 

Quelle: jw.org

von |Januar 18th, 2019|2019|2 Kommentare

Jehovas Zeugen – Bei den Zeugen Jehovas aufgewachsen

Zeugen Jehovas: Oliver Wolschke ist mit den Jehovas Zeugen aufgewachsen und war überzeugt davon, dass der Untergang der Welt bevorsteht, dass vorehelicher Sex Sünde ist oder dass es richtig ist, Bluttransfusionen zu verweigern. Er war ein kleiner Junge, als seine Mutter der Religionsgemeinschaft beitrat – erst 20 Jahre später verlässt er als inzwischen junger Familienvater die häufig auch von manchen auch als Sekte bezeichnete Organisation, will sich, seine Frau und die gemeinsamen Kinder aus deren Fängen befreien.

Mit seiner Mutter musste er brechen, sie blieb den Zeugen Jehovas treu. In seinem Buch „Jehovas Gefängnis“ schildert der heute 33-Jährige, wie der einst vorbildliche Zeuge Jehovas langsam an den Lehren zu zweifeln begann und schließlich zum Abtrünnigen wurde. Alte Freunde und Familienmitglieder wandten sich umgehend ab, der Start in ein „normales“ Leben war radikal.

von |Januar 18th, 2019|2019|0 Kommentare

Jehovas Zeugen – „Meine Eltern hätten mich sterben lassen“

Viele Jahre war unsere Gastautorin Mitglied der Zeugen Jehovas. Für NEON berichtet sie vom Alltag in der Glaubensgemeinschaft und dem Moment, in dem sie entschied, den Austritt zu wagen.

Ein ziemlich braves Mädchen, so mit langem Rock und hochgeschlossener Bluse, was da an deine Tür klopft und mit dir über das Paradies reden möchte – die Kleine war ich. Denn ich wuchs bei den Zeugen Jehovas auf.

Eigentlich war ich ein normales Kind. Aber wer genauer hinsah, merkte, dass etwas nicht ganz stimmte. Kaum Freizeit mit Klassenkameraden, keine Kinobesuche, keine Rapper oder Rockbands. Stattdessen war ich anders gekleidet, zurückgezogen und unsicher.

Bibelverse konnte ich auswendig und wenn andere Geburtstag oder Weihnachten feierten, betete ich zu Gott und der Tag verlief wie jeder andere.

„Der liebe Gott ist stolz auf dich“

Wenn man klein ist, geht das noch. Ich kannte nichts anderes, bin so aufgewachsen und deshalb dachte ich lange Zeit, die anderen seien komisch und unnormal. Bis ich dann irgendwann gemerkt habe: Ich bin der Außenseiter. Und je älter man wird, umso klarer war der Unterschied.

Mobbing von Schulkameraden? Ist doch nicht schlimm, immerhin erträgt man es für Gott! „Der liebe Gott ist stolz auf dich und sieht das alles“, wurde mir gesagt. Na, danke.

Eine Zeit lang redete ich mir das erfolgreich ein, weinte nachts ins Kopfkissen und bat Gott, das Leid zu beenden. Nichts passierte. Ich hatte zwar „Freunde“ in der Versammlung, das waren aber auch die einzigen. Meine Freizeit war gefüllt mit Predigtdienst und Bibellesen. Wenn ich Zeit mit anderen Teenagern verbringen wollte, die nur leider nicht in der „Wahrheit“ (also Ungläubige) waren, hieß es, sie wären schlechter Umgang für mich. Und gleich danach ein Bibeltext:“Schlechter Umgang verdirbt nützliche Gewohnheiten.“

Sieht Gott wirklich alles?

Da waren sie wieder: Schuldgefühle. Gott will nicht, dass du dich mit Menschen triffst, die nicht an ihn glauben, hieß es immer. Aber ich wollte Freunde haben! Auch normal sein. Einmal eingeladen werden, ins Kino oder auf eine Party und „Ja“ sagen können! Aber das hatte sich bald erledigt: Mit der Zeit wurde ich kaum noch eingeladen und musste mir auch keine Ausreden mehr überlegen.

Dennoch meldete sich die Schuld weiter. Ich sollte dazu stehen, was ich glaubte und es nicht verleugnen. „Jehova wird so enttäuscht sein. Und er sieht ALLES!“ war ein typischer Satz meiner Mutter.

Der Gedanke, dass Gott alles sieht, machte mich wahnsinnig. Als würde er nur darauf warten, dass ich sündige und angekrochen komme, um ihn um Vergebung anzubetteln. Um zu sehen, ob ich einen Ballerfilm gucke, Bier trinke, einen zu kurzen Rock trage, rumknutsche, rauche, fluche, lüge, was auch immer: Er sieht mich!

Aber auch von der anderen Seite kam Druck, der genau so schlimm war: „Warum feierst du keinen Geburtstag? Wo gehst du Donnerstagabend immer hin? Warum darfst du nicht mit uns zu der Party? Was hast du schon wieder für komische Sachen an? Waaaas, du kennst nicht diese neue krasse Band?“

Meine Mitschüler wollten es natürlich genau wissen. Und als sie sich dann über die Zeugen informiert hatten, wurden die Fragen schwieriger: „Du darfst keine Bluttransfusion bekommen, wenn du einen Unfall hattest? Du darfst keinen Sex vor der Ehe haben? Warum hast du zu deinem Vater keinen Kontakt mehr?“

Zeugen Jehovas dürfen keinen Kontakt zu Ausgeschlossenen haben

Auf diese Fragen hatte ich leider selbst keine Antwort. Ich war unglücklich. Mir war klar, dass ich diese ganzen Lehren nicht glauben konnte und nicht danach leben wollte. Ich wusste, dass im Falle eines medizinischen Notfalls meine Eltern für mich entschieden hätten: Kein Blut, auch wenn es den Tod bedeutet. Sie hätten mich im Namen Gottes sterben lassen. Und das Schlimmste: Ich wurde jahrelang so manipuliert, dass ich dem Ganzen noch mit Freuden zugestimmt hätte.

Lange hat es in mir gebrodelt. Mit 17 habe ich mich dennoch taufen lassen. Von da an war mir der Kontakt zu meinem Vater strengstens verboten, denn er war ein Ausgeschlossener. Und Zeugen Jehovas dürfen keinen Kontakt zu Ausgeschlossenen haben, auch wenn es die eigene Familie ist. Das habe ich nicht verkraftet. Ich war hin- und hergerissen, wütend und tieftraurig. Ich konnte einfach nicht glauben, dass ein „Gott der Liebe“ Familien geschaffen hat – und sie dann auseinander reißt.

Ich habe mein Leben zurück

Ungefähr ein Jahr später habe ich mich gelöst und mir ein völlig neues Leben aufgebaut. Ich habe alles hinter mir gelassen, bin umgezogen und habe einen neuen Menschen kreiert: MICH. So wie ich sein will, wie ich glücklich bin.

Jetzt bin ich 23 und lebe so frei und zufrieden wie nie zuvor. Ich muss es niemandem mehr recht machen, gehe meinen eigenen Weg und habe so viele wertvolle Menschen kennengelernt, die mich lieben, ohne Bedingungen zu stellen und immer da sind.

Es war nicht immer leicht, durchzuhalten und mich in einer Welt zurechtzufinden, die mir so oft fremd vorkam. Aber wenn man das Risiko eingeht, etwas hinter sich zu lassen, was einem nicht gut tut, kann man das Wichtigste gewinnen: sein Leben.

Ihre Erfahrungen bei den Zeugen Jehovas teilt Sophie Jones auch auf ihrem Youtube-Kanal. Außerdem hilft sie gemeinsam mit dem Verein JW Opfer Hilfe e.V. Menschen, die den Ausstieg wagen wollen.

Quelle: Stern.de

von |September 12th, 2018|2018|0 Kommentare

Jehovas Zeugen – Der Wachtturm-Opfer-Gedenktag

Weltweite Untersuchungen, wie die der Australian Royal Commission (ARC) zeigen, dass der interne Umgang mit Kindesmissbrauch mehr als schockierend ist. Die ARC kam zu dem Ergebnis, dass von über 1800 Kindern, welche von 1006 mutmaßlichen Tätern missbraucht wurden, nur bei 579 Tätern eine interne Ermittlung stattfand. Kein einziger dieser Fälle wurde seitens der Organisation der Zeugen Jehovas den Behörden übergeben.

Warum der 26. Juli?

Die religiöse Bewegung wurde durch eine Person vereinnahmt, welche alle Grundlagen und Menschlichkeit des Vorgängers beseitigte. Diese Bewegung, welche einstmals als Bibelforscher bekannt war, wurde am 26.07.1931 umbenannt, und ist nun als „Zeugen Jehovas“ bekannt.

Wem wird gedacht?

Der Wachturm-Opfer-Gedenktag soll an alle Opfer einer toxischen und gelegentlich tödlichen Praxis erinnern und auf das Leid Einzelner aufmerksam machen, deren Leid oft unbemerkt bleibt.

Über 8 Millionen Menschen weltweit denken, dass sie durch die vollkommene Isolation aller Personen, welche ihre Weltsicht nicht mehr teilen, diesen helfen zu ihrer Gemeinde zurückzukehren und dadurch eine Möglichkeit auf Erlösung erhalten. Unabhängig ob es die eigenen Eltern, Kinder, Enkel oder einfach nur Freunde betrifft, gilt diese Praxis. Lehnt man diese Regel ab, so ist man ebenso von der Ächtung bedroht. Keiner dieser Menschen hat eine Möglichkeit, die Gemeinde in Würde zu verlassen und eine Entscheidung, welche oft in jungen Jahren getroffen wurde, zu revidieren.

Gelebte Praxis bei Zeugen Jehovas: Die Mutter von Sonja verweigert das Gespräch mit ihrer ausgeschlossenen Tochter. – Kongressvideo 2016

Gelebte Praxis bei Zeugen Jehovas: Die Mutter von Sonja verweigert das Gespräch mit ihrer ausgeschlossenen Tochter.
– Kongressvideo 2016

Religiöse Neuorientierung, Homosexualität, Rauchen, Sex vor der Ehe, das Akzeptieren einer lebensrettenden Bluttransfusion und vieles mehr, führen eine Ächtung herbei. Dies führt zu zerbrochenen Familien, Suiziden, Depressionen, dem Verlust der eigenen Biografie und zu vielem mehr.

Opfer dieser Praxis bzw. deren Angehörige, legen an diesem Tag Blumen und andere Dinge in stillen Gedenken an den Gemeindegebäuden nieder, verteilen Flyer wie diesen und machen in sozialen Medien aufmerksam, um an den Schmerz zu erinnern, den diese Praxis hervorruft. Auch erinnern sie damit an Menschen, welche aus Verzweiflung Suizid begangen haben, durch ein Blutverbot ihr Leben einbüßten und erinnern sich auch an Menschen, welche einst Teil ihres Lebens waren, welche jedoch gezwungen sind, jeden Kontakt zu ihnen abzubrechen.

Éloïse Dupuis, 26, starb am 12. Oktober 2016 nach der Geburt ihres Sohnes. Sie lehnte eine Bluttranfusion aus Glaubensgründen ab. © Cassandra Zélézen/Facebook

Éloïse Dupuis, 26, starb am 12. Oktober 2016 nach der Geburt ihres Sohnes. Sie lehnte eine Bluttranfusion aus Glaubensgründen ab. © Cassandra Zélézen/Facebook

Auch wird den Opfern von Kindesmissbrauch gedacht. Diese Opfer mussten und müssen in der Regel vor einer internen Gerichtsbarkeit aussagen. Dabei sitzen diese in einer geheimen Verhandlung drei Männern gegenüber. Diese drei Männer haben keinerlei psychologische Schulung. Gibt es keine zwei Zeugen – was bei Missbrauch grundsätzlich unsinnig ist – so wird diese Tat intern nicht verfolgt.

© Kwennie Cheng

© Kwennie Cheng

Flyer Wachtturm-Opfer-Gedenktag

Am 26. Juli 2018 ist Wachtturm-Opfer-Gedenktag. Personen, die Opfer der Wachtturm-Doktrin wurden sowie deren Angehörige legen an diesem Tag Blumen und andere Dinge in stillen Gedenken an den Gemeindegebäuden nieder, verteilen Flyer wie diesen und machen in sozialen Medien auf die zerstörerischen Praktiken der Organisation aufmerksam. Jeder kann und sollte sich daran beteiligen!

 

Quelle: oliverwolschke.de | Sebastian

Jehovas Zeugen – Ich war 16 Jahre bei den Zeugen Jehovas, jetzt habe ich eine Botschaft

Margit Ricarda Rolf war Mitglied bei den Zeugen Jehovas. In den 80er Jahren trat sie zusammen mit der Familie ein, 2001 gelang ihr der Ausstieg. Seit 2004 unterstützt sie Menschen, die ebenfalls bei der Sekte aussteigen wollen.

Was viele herunterspielen, wenn es um Sekten geht: Bei Gruppen wie den Zeugen Jehovas werden Kinderseelen zerstört. Das weiß ich nicht nur, weil ich mich um junge Aussteiger gekümmert habe, sondern auch, weil ich es selbst bei meinen eigenen Kindern erlebt habe.

Mit 34 Jahren habe ich mich auf Gespräche mit der Sekte eingelassen: Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie mich überzeugt hatten und wir – also mein Mann und ich wurden als Zeugen Jehovas getauft und nahmen unsere beiden Kindern mit in die Versammlung.

Wir haben während dieser Zeit noch zwei weitere Kinder bekommen. Wir dachten, dass es etwas Gutes sei, eine große Familie zu sein. Schließlich würden wir alle ins Paradies kommen, da wir auserwählt sind.

Erst der “Text des Tages”, dann die erste Mahlzeit

Nur für unsere Kinder war es kein Paradies. Es war schrecklich. Schon die Atmosphäre bei den Zeugen ist kinderfeindlich.

Ich erinnere mich an die schönen Sommertage, die meine Kinder drinnen verbracht haben. Sie mussten den Wachtturm vorstudieren, während andere Kinder draußen gespielt haben.

Auf den langwierigen Versammlungen mussten sie still sitzen und durften sich kaum bewegen. Kinder sollen vom Mutterleib an lernen, was in der Bibel steht.

Die Zeugen Jehovas haben unseren gesamten Alltag bestimmt.

Das hat schon nach dem Aufstehen begonnen. Meine Kinder mussten morgens als Erstes mit mir den Text des Tages besprechen, bevor sie überhaupt etwas essen durften.

Wegen der Zeugen Jehovas haben auch meine drei älteren Kinder kein Gymnasium besucht, Bildung ist nämlich bei der Sekte verpönt. Meine Kinder werfen mir das noch heute vor.

Aber es war für uns kaum möglich, sie frei zu erziehen:Glaubensschwestern oder Älteste haben sie während unseres Predigtdienstes ausgehorcht.

Sie wollten wissen, ob wir auch alle Vorschriften einhalten: “Spricht eure Mutter mit euch auch den Text des Tages durch?”; “Was unternehmt ihr so zusammen?”

Keine Sekunde länger wollte ich in dieser Sekte bleiben

Der erste Bruch kam, als meine älteste Tochter mit 17 Jahren ausgestiegen ist. Wir durften dann eigentlich keinen Kontakt mehr zu ihr haben, haben uns aber nicht daran gehalten.

Einige Zeit später bekam auch mein Sohn Probleme mit den Ältesten – das war für unsere Familie sehr belastend, wir wollten uns nicht gegen unsere Kinder entscheiden. Irgendwann hat es meinem Mann jedoch gereicht: Er hat beschlossen, nicht mehr zu den Versammlungen zu gehen.

Er war auch der Meinung, dass unsere jüngsten Kinder nicht mehr mitkommen müssen, wenn sie nicht wollen. Sie wollten nicht.

Ich war dann allein bei den Versammlungen und wurde ausgegrenzt. Ich wurde ignoriert, fallen gelassen. Das war sehr hart für mich. Denn es ist wirklich schwer, aus dieser Abhängigkeit, diesen Überzeugungen, die man hat, wieder herauszukommen.

Bis ich mich eines Tages bei einer Versammlung, in der uns in grellen Farben der Weltuntergang ausgemalt wurde, gefragt habe: Was mache ich hier noch? Das ist doch pure Angstmacherei!

Währenddessen hat mein Mann im Internet eine Seite von Aussteigern gefunden. Ich war sofort neugierig und habe Kontakt aufgenommen. Danach habe ich mich sehr kritisch mit den Zeugen Jehovas auseinandergesetzt.

Mir wurde klar, dass die Übersetzungen der Bibel bei den Zeugen oft falsch dargestellt wurden, um die Mitglieder klein zu halten und beispielsweise als Hausierer zu missbrauchen.

Keine Sekunde länger wollte ich fortan in dieser Sekte bleiben.

Die Zeugen Jehovas beschneiden das Recht auf körperliche Unversehrtheit und freie Entfaltung

Später habe ich mich dabei engagiert, Aussteigern zu helfen. Viele junge Menschen wollen raus, wenn sie in die Pubertät kommen.

Oft gibt es ein Elternteil, das nicht dazugehört und zu dem der Kontakt abgebrochen wurde. Was ich besonders schlimm finde: Schon da werden Kinder traumatisiert.

Bei den Zeugen Jehovas hören sie dann, dass der Vater oder die Mutter, die nicht Teil der Sekte sind, dem Satan gehören würden.

Wenn Kinder noch klein sind, glauben sie das – sie haben dann wahnsinnige Angst um ihre Eltern. Sie bekommen Panikattacken und nässen sich ein. So werden Seelen zerstört. Insbesondere die von Kindern.

Was ich durch meine Hilfe für Aussteiger und durch meine eigene Erfahrung mitbekommen habe: Kinder werden psychisch misshandelt, gegängelt und geprügelt.

Eine Sekte wie die Zeugen Jehovas beschneidet das Recht auf körperliche Unversehrtheit und freie Entfaltung.

Aber Kinder können sich nicht wehren. Deshalb brauchen sie eure Hilfe – wir müssen unbedingt die Kinderrechte stärken.

Wer aus einer Sekte aussteigen möchte und Hilfe braucht, kann sich gerne über meinen Blog an mich wenden.

Das Gespräch wurde von Lisa Mayerhofer aufgezeichnet.

Quelle: Focus | Margit Ricarda Rolf

Jehovas Zeugen – Finnland: Kultusministerium startet eine Untersuchung wegen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs

In Finnland hat das Kultusministerium gerade eine Untersuchung der Zeugen Jehovas gestartet, nachdem Ehemalige während eines TV-Auftritts beklagt haben, dass sie als Kinder missbraucht wurden und sie sich seitens der Organisation der Zeugen genötigt fühlten, die Verbrechen nicht an die Behörden zu melden. Die finnische Presse berichtete darüber und zitierte den Generalsekretär einer Menschenrechtsorganisation, der eine Überwachung religiöser Organisationen seitens der Behörden forderte. „Die Gesetze der Religionsfreiheit […] sind kein Anspruch auf Menschenrechtsverletzungen.“ [1]

Die Independent Inquiry into Child Abuse aus Großbritannien (vergleichbar mit der Royal Commission aus Australien) hatte zunächst eine Untersuchung der Zeugen Jehovas in UK abgelehnt. Wie der Guardian berichtete, hat die Untersuchungskommission bekannt gegeben, dass es eine beträchtliche Anzahl von Vorwürfen gegen die religiöse Sondergemeinschaft gegeben hat.

Der Guardian hat ebenfalls eine Seite eingerichtet, auf der Opfer des sexuellen Missbrauchs unter Zeugen Jehovas über ein Formular ihre Erlebnisse anonym schildern können [2]. Aufgrund der Besorgnis über die Meldungen, zieht die unabhängige Kommission eine Untersuchung der Zeugen Jehovas nun doch in Betracht [3]. Der Guardian berichtete sehr intensiv über die Untersuchungen der Zeugen Jehovas in Australien und Großbritannien (Charity Commission). Auch andere große Zeitungen, wie die Washington Post [4], Newsweek [5] und CBC [6] berichteten ausführlich.

In den Niederlanden gab es eine große Fernsehreportage über eine jahrzehntelange Vertuschung von Kindesmissbrauch seitens der Religionsgemeinschaft. Die Zeitungen griffen das Thema ebenfalls auf [7]. Der Fernsehsender war im Besitz mehrerer interner Briefe von Zeugen Jehovas, in denen der Umgang mit Kindesmissbrauch dokumentiert war. Ehemalige Gemeindeführer bestätigten die Praxis, die dort beschrieben wurde.

Wie die NLTimes berichtete [8] wurde in den Niederlanden eine gemeinnützige Organisation, ähnlich der Silentlambs, eingerichtet, in der Betroffene ihre Erfahrungen schildern konnten. Nach rund einem Monat sind bereits 80 Meldungen eingegangen.

Im Januar dieses Jahres hat die Organisation FaithLeaks Dokumente im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch unter Zeugen Jehovas veröffentlicht, die aufzeigten, wie die Wachtturm-Gesellschaft einen „Fall im Laufe des Jahres intern behandelte und sich fast ein Jahrzehnt lang als Therapeuten, Staatsanwälte, Jury und Richter aufspielten – und versuchten das Ganze in die Länge zu ziehen, um die Anschuldigungen von ‚weltlichen Gerichten‘ fernzuhalten.“ [9] Zeitungen wie Newsweek [10] und Dailymail [11] berichteten darüber.

In Kalifornien hat die Wachtturm-Gesellschaft gerade zwei Prozesse, die sich über 5 Jahre hinzogen, durch Vergleiche beigelegt, wie San Diego Reader [12] und die New York Times [13] berichteten. Die Wachtturm-Gesellschaft hat jahrelang nichts unternommen ihre Anhänger vor einem Sexualstraftäter zu schützen, was weitere Missbräuche nach sich zog.

2015 hat die Aufarbeitungskommission in Deutschland ihre Arbeit aufgenommen und wird dieses Jahr religiöse Institutionen in Bezug auf den Umgang mit Kindesmissbrauch untersuchen. Drei dieser Institutionen wurden im Zwischenbericht bereits erwähnt, darunter auch Zeugen Jehovas [14].

Man frage sich bei all den Meldungen, warum man so wenig in den deutschen Medien ließt? Australien, Niederlande, USA, Großbritannien, Irland [15], Portugal [16] – kaum ein Wort. Ja, die Zeugen Jehovas sind seit letztes Jahr deutschlandweit als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt worden. Beim Prozess in Berlin wurden die Aussagen von Ehemaligen so gut wie nicht gewertet [17].

Stattdessen wurden die Aussagen der Organisation selbst und von Außenstehenden berücksichtigt. Dabei muss man die Frage zulassen, ob eine Organisation, die sich Steuervorteile durch eine Anerkennung verschaffen möchte, vor Gericht angibt, dass sie Ehemalige ins soziale Abseits schieben, Familien voneinander trennt und die Zwei Zeugen Regel bei Kindesmissbrauch anwendet.

Welcher aktive Zeuge Jehovas würde demnach tatsächlich die Wahrheit vor Gericht sagen und gegen die Wachtturm-Gesellschaft aussagen, wenn dies unmittelbar ein Rechtskomitee mit Ausschluss zur Folge hätte, und damit auch die völlige Isolation zu Freunden und zur Familie?

Hier einmal die Denkweise, die die Wachtturm-Gesellschaft vertritt:

„Soll das aber heißen, wir müssten jedem, der uns etwas fragt, alle uns bekannten Informationen preisgeben? Nicht unbedingt. Am Verhalten Jesu wurde deutlich, dass manche Leute gar kein Recht auf eine direkte Antwort oder auf bestimmte Auskünfte haben.“ [18]

Zeugen Jehovas bilden in Deutschland eine der größten christlichen fundamentalistischen Gruppen. In Europa gibt es nur ein Land (Italien) in dem es mehr Anhänger gibt. Wer steht Samstagmorgen vor deiner Tür? Wer steht in Bahnhöfen mit Trolleys und Tablets rum, um Videos vorzuführen, die mitunter extrem homophob sind [19]? Dafür haben sie von der Deutsche Bahn Personenverkehr eine Genehmigung erhalten. Als Erklärung gibt man ab, dass wir Religionsfreiheit in Deutschland genießen und die Zeugen sich passiv verhalten würden [20].

Vielleicht ist es aber auch einfach nur Unwissenheit über eine destruktive Gemeinschaft. Wie sagte der Generalsekretär für Menschenrechte aus Finnland: „Die Gesetze der Religionsfreiheit […] sind kein Anspruch auf Menschenrechtsverletzungen“. Genauso müsste doch die Gesetze der Religionsfreiheit nicht mit anderen Teilen des Grundgesetzes zuwiderlaufen. Den Anhängern wird allerdings das Wahlrecht aberkannt; man wird ausgeschlossen, wenn man einer Bluttransfusion, selbst Angesichts des Todes, zustimmte und dies nicht bereut; der Kontaktabbruch zu Freunden und Familienmitgliedern, die die Gemeinschaft verließen, wird seitens der Organisation programmatisch durchgesetzt, ansonsten kann ebenfalls der Ausschluss oder Sanktionen drohen.

Die Zeitungen möchten natürlich eher über regionale Themen berichten, doch das System funktioniert weltweit auf die identische Art und Weise – auch in Deutschland. Ist es einfach nur Unwissenheit über eine Gruppe, die genau an diesem harmlosen Bild die letzten Jahrzehnte so hart gearbeitet hat, dass sich Medien in Deutschland zurückhalten? Die Erlebnisberichte die Wahrheitenjetzt! erreichen, von Menschen, die durch das System Zeugen Jehovas gebrochen sind, erschüttern stark. Vielleicht wäre es hilfreich, wenn Zeitungen, ähnlich wie der The Guardian, eine Seite einrichten, auf der Betroffene anonym berichten können, um das Ausmaß zu begreifen.

Ja, ab und zu liest man auch in Deutschland kritisch über die Zeugen Jehovas. Das sind dann persönliche Interviews oder DPA-Meldungen, keine Recherchen über das System Zeugen Jehovas und Kindesmissbrauch. Das ist jedoch zwingend notwendig. Es bringt nichts, wenn Ehemalige nur auf ihren Blogs mit einer lächerlichen Reichweite darüber schreiben.

In Österreich hat ein Zeitungsbericht sogar dazu geführt, dass die Körperschaftsrechte aktuell von staatlicher Seite aus überprüft werden. Grund dafür sind schwere Vorwürfe gegen die Methoden der Organisation. [21]

Zur Klarstellung: All diese umfassenden Berichte, die niemand leugnen kann, sind nicht entstanden, weil Jehovas Zeugen das „wahre Volk“ Gottes auf Erden sind, und „Satan“ sie bekämpfen würde – so wie es immer die Schutzbehauptung von der Wachtturm-Gesellschaft ist. All diese Berichte sind entstanden weil extreme Misstände in dieser Organisation vorzuweisen sind, welches nichts weiter als ein religiöses, menschliches Konstrukt ist, so wie jede andere Sekte auch. In einer „wahren Organisation Gottes“, dass wirklich vom „Geist Gottes“ geleitet wird, wären derartige Zustände nicht vorhanden!

Aufklärung ist ein wichtiger Aspekt – wir sollten alle unseren Teil dazu beitragen, dass diese Wahrheit jeden Menschen zuteil wird.

Quelle: Oliver Wolschke

Nachweis:

[1] yle.fi
[2] theguardian.com
[3] theguardian.com
[4] washingtonpost.com
[5] newsweek.com
[6] cbc.ca
[7] rtlnieuws.nl
[8] nltimes.nl
[9] oliverwolschke.de
[10] newsweek.com
[11] dailymail.co.uk
[12] sandiegoreader.com
[13] nytimes.com
[14] aufarbeitungskommission.de
[15] businesspost.ie
[16] dn.pt
[17] sekten-info-essen.de
[18] wol.jw.org
[19] bento.de
[20] twitter.com
[21] facebook.com

Jehovas Zeugen – Vom Glauben abfallen: „Es war für mich tragisch, zu gehen“

Wer eine strikte religiöse Gemeinschaft, wie Jehovas Zeugen, verlässt, verliert oft nicht nur Familie und Freunde. Auch der Alltag, die Arbeit und das Weltbild ordnen sich neu. Zwei Aussteiger erzählen.

Das Recht auf den Ausstieg aus einer Religion ist mit dem Artikel 15 der Bundesverfassung garantiert. Denn Religionsfreiheit bedeutet auch die Freiheit zu haben, nicht zu glauben. Auch auszutreten, ist ein Grundrecht.

Das ist selten einfach – und noch nicht lange selbstverständlich.

Konservative Gläubige

2014 bezeichneten sich 23 Prozent der Bevölkerung der Schweiz als konfessionslos. Trotz dieser Säkularisierung sind nach wie vor viele Menschen gläubig – oder gar strenggläubig.

«Ungefähr 500’000 Personen in der Schweiz sind konservative Vertreter einer Weltreligion oder Mitglied einer Sekte», sagt der Religionswissenschaftler Georg Schmid, Leiter von «Relinfo», der evangelischen Informationsstelle «Kirchen – Sekten – Religionen» in Rüti ZH. Je autoritärer und geschlossener eine religiöse Bewegung ist, desto schwieriger sei es, diese zu verlassen.

Religionen in der Schweiz

Die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz gehören zu 37.9 Prozent der römisch-katholischen und zu 25.5 Prozent der evangelisch-reformierten Landeskirche an. 23 Prozent sind konfessionslos, zu anderen christlichen Gemeinschaften zählen 5.7 Prozent. 5.1 Prozent sind Muslime, 0.4 Prozent jüdisch.

Der Anteil der römisch-katholischen Landeskirche ist in den letzten 40 Jahren relativ stabil geblieben, jener der evangelisch-reformierten ist stark rückläufig.

Der Anteil muslimischer Glaubensgemeinschaften hat von 2000 bis 2016 leicht, um 1.6 Prozent, zugenommen, jener der Konfessionslosen deutlich, um 13.5 Prozent. Der Anteil jüdischer Glaubensgemeinschaften ist unverändert geblieben.

Quelle: Bundesamt für Statistik

Mit der Freikirche aufwachsen

Der 36-jährige David Bopp, selbstständiger Webentwickler im Raum Basel, wuchs im Umfeld einer Freikirche auf. Seine Eltern gehörten der Chrischona-Gemeinde an.

«Ich bin als Kind an jede Veranstaltung gegangen, später in die Jungschar und in den Teenager-Club.» Die Jungschar habe er schliesslich mitgeleitet. Drei bis vier Abende pro Woche verbrachte er in der Gemeinschaft, erinnert sich David Bopp. «Dann habe ich die Freikirche gewechselt. Viele Jahre war ich beim ICF. Auch dort habe ich eine Gruppe geleitet.»

«Alles oder nichts»

Mit etwa 24 Jahren habe er immer mehr an seinem Glauben gezweifelt, sagt Bopp. «Es hat sich viel verändert in meinem Kopf. Ich habe mich vom Glauben entfernt.»

Die Zweifel seien für ihn «ein Schock» gewesen, denn er habe zuvor «Gott erlebt», erzählt Bopp: «Als Teenager konnte ich beten und hatte oft das Gefühl, ich werde erhört. Dann erlebte ich ein, zwei Jahre nichts, das mich Gott spüren liess.» Das habe ihm die Augen geöffnet.

«Festzustellen, dass ich vielleicht gar nicht glaube – das empfand ich als schmerzhafte Herausforderung.» Er habe nicht begonnen, an «einer kleinen Ecke» zu zweifeln. Sondern er habe sich gleich die grosse Frage gestellt: «Gott – ja oder nein? Es ging um alles oder nichts.»

Freundschaften verlieren sich

Sich von der Glaubensgemeinschaft zu lösen, sei für ihn tragisch gewesen, sagt David Bopp. Er habe sich entwurzelt gefühlt. «Es war ein schmerzhafter Prozess, zu gehen. Viele meiner Freundschaften wurden gewissermassen aussortiert, weil sie an das gemeinsame Thema Glaube gebunden waren.»

Die Gemeinschaft ist nur solange da, wie man Teil davon ist: «Wie in einem Fussballclub, wenn man sich die Sehne kaputtmacht und nie mehr trainieren gehen kann. Das Gros der Leute, die man gern hatte, bleibt da – und man ist weg. Das tut weh, denn man verliert auch ein Stück Halt.»

Bopp bedurfte eines neuen Weltbilds, um sich zurechtzufinden. «Wenn man sich als Teenager aus einer religiösen Gemeinschaft löst, ist es einfacher, dann ist das Weltbild noch nicht so gefestigt. Ich war 24, hatte mich in meinem Weltbild eingerichtet – und plötzlich stellte ich alles in Frage. Das brauchte viel Energie.»

Diese Entwicklung sei bei ihm bis heute nicht abgeschlossen, fügt er an: «Für mich ist Spiritualität noch immer ein offenes Thema.» Heute bezeichnet Bopp sich als Agnostiker. Die Religion spielt für ihn keine Rolle mehr.

Hinterfragt wird nicht

Hat David Bopp die Freikirchen als geistig enge Räume erlebt? «Die Freiheit wäre da – aber es gibt niemanden, der einem den Weg dahin zeigt», erwidert er. Das philosophische Denken und das Hinterfragen würden fehlen, es werde einem nicht vorgelebt.

Das liege auch an der Geschichte der Freikirchen, glaubt Bopp: «Gegründet wurden sie von Menschen, die an Dinge glauben und diese nicht theologisch hinterfragen wollen. Will man etwas hinterfragen, muss man sich dafür einen anderen Ort suchen.»

Getauft als Zeuge Jehovas

Auch Rino Zumerle hat den schmerzhaften Abschied aus einer Glaubensgemeinschaft erlebt. Über 20 Jahre lang war der vor Kurzem pensionierte IT-Fachmann aus dem Raum Biel ein Zeuge Jehovas.

1983 hatten er und seine Frau erste Kontakte zu dieser Gemeinschaft, weil sie für die beiden Töchter eine Kinderbibel suchten. Dass die Bibel die Grundlage für den Glauben der Zeugen Jehovas war, beeindruckte die Zumerles. Nach drei Jahren liess sich das Ehepaar taufen.

«Über Jahre besuchten wir die Versammlungen und gingen in der Gemeinschaft auf», sagt Zumerle. 1992 erhielt er ein Amt, er wurde Dienstamtgehilfe. «Einige Jahre später wurde ich zum Ältesten berufen. Das ist eine Person, die in der Gemeinschaft stärker auf andere achtet, ihnen hilft, sie lehrt und ihnen ein Vorbild ist.»

Ein Dilemma löst Zweifel aus

Trotz Verantwortung: 2003 begann er zu zweifeln. «Ich durchlebte wohl eine Midlife-Crisis. Ich war ungefähr 50 und fragte mich, was bisher in meinem Leben passiert war und was noch kommen würde. In dieser Zeit fingen meine Töchter an, die Religion zu hinterfragen, was schliesslich zu ihrem Ausstieg führte.»

Auch er habe sich grundsätzliche Fragen gestellt. Um seine damaligen Zweifel zu verstehen, müsse man sich vergegenwärtigen, was die Lehre der Zeugen Jehovas bedeutet: «Wer weggeht, ist verloren. Die Zeugen Jehovas sprechen davon, dass Gott im Krieg von Armageddon alles Böse auf dieser Erde vernichten wird. Nur die Gott wohlgefälligen Menschen überleben und kommen ins Paradies, wo sie ewig leben können.»

Wenn man das glaube, bedeute das: Wenn die eigenen Kinder aussteigen, dann sind sie verloren. «Meine Töchter könnten demnach Armageddon nicht überleben. Das hat mich beschäftigt.»

Ebenfalls beschäftigt hat Rino Zumerle das Kontaktverbot zu Abtrünnigen, das die Gemeinschaft verlangt. Er wollte seine Töchter nicht verstossen – aber auch nicht vortäuschen, er befolge dieses Gebot.

Das Leben muss sich neu ordnen

Sieben Jahre zweifelte er, kämpfte innerlich. «Ich brauchte diese Zeit, denn da waren viele Ängste. So war ich etwa im Begriff, die langjährige Beziehung zu meiner Frau zu verlieren.» Vieles musste Zumerle neu ordnen, gedanklich, aber auch im Leben. «Es war eine schmerzhafte Zeit», sagt er.

Er habe in jenen Jahren kaum mehr an etwas anderes denken können, ihn habe nur noch ein Thema beschäftigt: seine Loslösung von der Gemeinschaft. Nach einem Burn-out suchte er professionelle Hilfe.

Denn im Alltag fand er keine Unterstützung. Seine Ehe ging in die Brüche – und einen Freund ausserhalb der Gemeinschaft, mit dem er seine Fragen hätte besprechen können, hatte er nicht.

«Ein Zeuge Jehovas lebt vor allem in der Gemeinschaft. Sie begrenzt sein soziales Umfeld. Natürlich hat jeder Arbeitskollegen und Nachbarn. Aber diese Kontakte basieren auf einer losen Beziehung. Man geht keine Freundschaften ausserhalb der Gemeinschaft ein.»

Unumkehrlicher Ausstieg

Offene Ohren fand er schliesslich bei seinen Schwestern, mit denen er zuvor nur wenig Kontakt pflegte. Und auch seiner Mutter näherte er sich wieder an, nachdem er signalisiert hatte, dass er die Zeugen Jehovas verlassen wollte.

Mehrere Zeugen hätten mit ihm etwas unternehmen und diskutieren wollen, um ihn auf den rechten Weg zurückzuführen. Als sie erkannten, dass seine Abkehr weit fortgeschritten war, liessen sie ihn ziehen. Nach sieben Jahren voller Zweifel trat Rino Zumerle offiziell aus.

Was hat er dadurch gewonnen? «Da kommt mir ein grosses Wort in den Sinn: Freiheit.», sagt Zumerle. «Freiheit bedeutet für mich, dass ich eine Wahl habe. Und in der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas hatte ich keine Wahl.» Es gebe dort nur Schwarz oder Weiss, keine Schattierungen.

«Freiheit ist unbequem. Freiheit macht Angst. Freiheit hat man nicht einfach, man muss für sie kämpfen und an ihr arbeiten.» Er denke, dass sich viele Menschen genau deshalb in engen Gemeinschaften wohlfühlen. «Sie sind dort eingeschränkt, aber fühlen sich mitgetragen. Man geht gemeinsam einen Weg – die Freiheit ist da vielen gar nicht so wichtig.»

Mitglieder haben zu folgen

Bei der Infostelle «Relinfo» berät der Religionswissenschaftler Georg Schmid ausstiegswillige Mitglieder von Religionsgemeinschaften oder deren Angehörige. Am häufigsten ist er mit Mitgliedern von Zeugen Jehovas und Scientology beschäftigt.

«Sekten haben eine gewisse Radikalität. Sie erwarten viel von den Mitgliedern und versuchen trotzdem, alle Interessierten aufzunehmen», sagt Schmid. Sekten seien autoritäre Organisationen. Die Leitung beanspruche Lehrhoheit, Zweifel seien unerwünscht, die Mitglieder hätten zu folgen.

Oft liessen sich Menschen von den Verheissungen einer Gemeinschaft blenden, erklärt Schmid. Zu Beginn sähen sie alles durch die rosarote Brille: «Später kommen ihnen auch die Ansprüche der Sekte in die Quere. Viele geraten unter Druck, weil die Gemeinschaft nicht das bietet, was sie suchen. Wenn jemand aussteigen will, beginnt ein unangenehmer Prozess.»

Der Austritt wird immer schwieriger

Je länger jemand dabei war, desto schwieriger wird es. Weil man beim Austritt seine sozialen Kontakte und seine ethischen Koordinaten verliert. Weil man vielleicht jahrelang für den Kult gearbeitet hat und taugliche Referenzen für Bewerbungen fehlen.

Weil man vielleicht der Sekte per Testament sein Vermögen überschrieben hat und das Dokument sicher verwahrt in der Zentrale der Gemeinschaft liegt. Weil man durch die autoritäre Lehre das selbstständige Denken verlernt hat.

Ausstiegswilligen die Hand reichen

Menschen, die Anschluss suchen, sind oft leichte Opfer für Sekten, weiss der Ausstiegsberater Schmid: «Alte, Einsame oder Menschen am Rand der Gesellschaft.» In Beratungen rät er Familienangehörigen, deren Tochter oder Sohn sich einer Sekte angeschlossen hat, klar zu machen, dass sie für sie oder für ihn da seien. Denn ohne einen Rückhalt von aussen sei ein Ausstieg kaum zu schaffen.

«Radikale Gemeinschaften versuchen, Zweifelnde zu halten. Etwa indem sie befreundete Leute aus der Sekte auffordern, mit ihnen zu sprechen, sie wieder zu überzeugen», so Schmid.

Aber wenn das nicht funktioniert, seien Sekten meist dafür, dass die Zweifler gehen: «Damit die kranken Äpfel nicht die gesunden anstecken.» Dass Religionsgemeinschaften Ausstiegswillige rabiat auf Kurs brächten oder zurückholten, sei eine Legende.

Eine Gemeinde, ein Weltbild

Bei Freikirchen sieht Schmid das Hauptproblem in deren gesellschaftspolitischer Ausrichtung. Da stelle sich für ihn die Frage, wie konservativ man die Gesellschaft gestalten wolle.

«Freikirchen sind – im Gegensatz zu den Landeskirchen – bewusst einheitlich, was die Weltanschauung betrifft. Wenn jemand dazukommt, erwartet man von ihm, dass er sich einfügt.» Freikirchen erwarteten zudem Engagement: Man soll die Gemeinde finanziell und zeitlich mittragen. «Wer dazu nicht bereit ist, kann Probleme kriegen und sozialen Druck spüren.»

Im Gegensatz zu Sekten sei in Freikirchen immerhin klar, dass der Gemeindeleiter ein Mensch sei, der irren könne. Manche Mitglieder würden, wenn sie mit der Lehre nicht einverstanden sind, zu einer anderen Gemeinschaft wechseln – und später vielleicht austreten.

von |Februar 11th, 2018|2018|0 Kommentare

Manipulation – Konditionierung und Instrumentalisierung

Manipulation – Konditionierung und Instrumentalisierung

Wer sich mit Jehovas Zeugen befasst, direkten Kontakt pflegt oder selbst ein Zeuge Jehovas ist, wird mit einem Wort unweigerlich in Berührung kommen: „Wahrheit“.

Sicherlich kann man davon sprechen, dass das Wort „Wahrheit“ gebraucht werden sollte, sofern es sich um ein Faktum handelt, das auch bewiesen werden kann. Insbesondere im Fundamentalismus treffen wir oft auf dieses Wort. Psychologisch betrachtet ist die „Wahrheit“ ein sogenanntes „Totschlagargument“, schließlich muss die „Wahrheit“ nicht hinterfragt werden, denn sie ist ja absolut wahr. Oder?

Sogenannte „Totschlagargumente“ dienen immer der Verhinderung von lösungsorientiertem Denken. Stattdessen soll der aktuelle Zustand aufrechterhalten werden, der Glaube, den man gelernt hat. Dieses Ziel wird aber nicht direkt benannt, sondern hinter der „Killerphrase“ versteckt. Killerphrasen werden umgangssprachlich oft als synonym für „Totschlagargumente“ benutzt. Im Gegensatz zum Totschlagargument fehlt der Killerphrase aber der argumentative Schein, der damit unmittelbar die Absicht ausdrückt, ein Gespräch, eine Diskussion oder einen kreativen Prozess beenden zu wollen.

Wer tatsächlich im Begriff der „reinen Wahrheit“ ist scheut sich natürlich nicht, dieses auch zu beweisen. Dies ist jedoch gerade im „Gebiet des Glaubens“ eine unmögliche Aufgabe. Wieso kann man dies behaupten? Ein vernunftbegabter Mensch weiß von Natur aus, dass der Glaube kein „echtes Wissen“ beinhaltet, ansonsten würden wir vom Wissen sprechen, und nicht vom Glauben!

Manipulation – der Weg der Konditionierung

Fundamentalisten sprechen gerne über ihren Glauben das Wort „Wahrheit“ aus. Doch damit ein Individuum wirklich glaubt zu wissen, dass sein Glaube „Wahrheit“ ist, bedarf es einer andauernden Konditionierung. Warum ist dies so? Kein Mensch der auf die Welt kommt, hat von Anfang an einen Glauben an Gott, oder den Glauben an eine einzig richtige „Glaubensvorstellung“. Diese muss antrainiert werden.

Was ist Konditionierung?

Man unterscheidet zwischen der klassischen und der operanten Konditionierung. Bei der klassischen Konditionierung wird ein neutraler Reiz (z.B. Namen rufen) mit einem natürlichen Reiz verbunden (z.B. Essen) und dies löst eine unkonditionierte Reaktion aus. (z.B. Speichelfluss). Bei mehrmaliger Anwendung muss das Kind nur das Essen riechen, damit sich der Speichelfluss bildet.

Bei der operanten Konditionierung wirkt nicht die Reaktion auf einen Reiz, sondern die mit der Reaktion verbundene Wirkung (z.B. Lob, Erfolg, Strafe, Misserfolg).

Ebenso findet eine Konditionierung in vielen Bereichen des Menschen statt. Es ist ein andauernder Zustand von Wahrnehmung und Reaktion. Auch Jehovas Zeugen, insbesondere die leitenden Körperschaft, weiß dies natürlich.

Damit demnach ein Mensch einen Glauben „erlernt“, und damit dieser es nach andauernder Konditionierung tatsächlich für die „Wahrheit“ hält, bedarf es einer Fremdeinwirkung auf den Geist des Menschen. Ein Glaube, der zu einer Religion wird, ist gewissen Sonderlehren und selbstgemachten Regeln unterworfen. Andernfalls wäre es nicht möglich, selbst ein Mitglied davon zu werden, oder sich von anderen Gruppierungen zu unterscheiden.

Jehovas Zeugen – fremdgesteuerte Konditionierung des Individuums

Wie findet die Konditionierung eines Individuums statt?

Es gibt eigentlich zwei Menschengruppen, die konditioniert werden. Die, die bereits Zeugen Jehovas sind, und diese Lehre auf ihre Kinder übertragen, und die Nicht-Zeugen Jehovas, die jedoch durch das Bekehren später zu welche werden.

Jehovas Zeugen verbringen sehr viel Zeit damit, die Bibel so zu „studieren“, wie es die leitende Körperschaft, der selbsternannte „treue und verständige Sklave“, vorsieht. Die Predigttätigkeit, oder das Bekehren von Nicht-Zeugen Jehovas, nimmt ebenfalls viel Zeit in Anspruch und ist die Haupttätigkeit bzgl. sozialer Kontakte, die nicht Teil der Organisation sind.

Sowohl in den Publikationen als auch in den Zusammenkünften bekommt der einzelne Zeuge Jehovas immer wieder rhetorische Mittel geliefert, die dem aktuellen Zeitgeist entsprechen. Das Ziel dabei ist, mit einem Nicht-Zeugen Jehovas möglichst in Kontakt zu kommen, um ein sogenanntes „Heimbibelstudium“ zu führen.

Auch wenn der Name vermittelt, dass es sich um ein „echtes Studium der Bibel handeln würde“, so wie man es aus einer Universität kennt, ist es letztlich nur ein Betrachten einer Veröffentlichung voller Interpretationen der leitenden Körperschaft. Ihre Denkweise und Argumentationen sind in diesen Publikationen enthalten, um die Bibel „richtig“ erklären zu wollen.

Wie wird ein „Interessierter“ bereits am Anfang seiner Laufbahn „konditioniert“? Der „Studierende“ darf zu Beginn natürlich kritische Fragen stellen, und ein Zeuge Jehovas gibt sich immer bemüht, auch auf dieses mit bestem Gewissen einzugehen – schließlich versucht man alles, um neue Mitglieder zur „Wahrheit“ zu bringen – doch führt dieser das „Studium der Wahrheit“ darin fort, die Publikationen zu lesen, und mit vorgefertigten Fragen, die „richtige“ Antwort zu erhalten.

Der Studierende merkt nicht, dass in diesem „schleichenden Prozess“ er bereits nur die Gedanken aus dem Buch wiedergibt, dass Gedankengut der leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas. Durch das Wiederholen von vorgefertigten Fragen, mit den entsprechenden Antworten, wird bereits das Denken und die Wahrnehmung des Studierenden manipuliert und konditioniert. Ob dieser schließlich eines Tages ein getaufter Zeuge Jehovas wird, liegt letztlich daran, wie emotional und psychisch er befestigt ist, und inwieweit er sein „kritisches Denken“ nicht aufgibt. Nimmt die Konditionierung zu, wird er die Gedanken, die er erlernt, eines Tages, wie getaufte Zeugen Jehovas auch, als die „Wahrheit“ betrachten.

Bei dieser Form des „Studiums der Wahrheit“ werden letztlich auch nur die Gedanken zugelassen, die für diesen Glauben sprechen – alles andere wird gemieden, durch Floskeln wie: „Dies wirst du später verstehen, wenn du weiterhin in der Wahrheit wächst“, oder auch „dies sind die Gedanken von Abtrünnigen, diese erzählen Halbwahrheiten und Lügen“.

Der Studierende merkt oftmals nicht, dass er sich bereits in einer emotionalen „Sektenfalle“ befindet, in der versucht wird, dass Denken vollständig anderen zu überlassen. In diesem Fall einzig und allein dem „treuen und verständigen Sklaven“, der die „volle Wahrheit“ hat, weil dieser der „direkte Kanal Jehovas“ ist, und durch „heiligen Geist“ die „Wahrheit“ kennt – so die Denkweise von Zeugen Jehovas.

Bevor ein „Interessierter“ jedoch ein „vollwertiger Zeuge Jehovas“ sein kann, gibt es eine „Zwischenstufe“. Jehovas Zeugen nennen dies ein „ungetaufter Verkündiger“. Interessant ist hierbei, dass bereits ein Mensch, der sich noch nicht durch Hingabe und Taufe zur Religionsgemeinschaft bekannt hat, diesen Glauben selbst erst „befestigen“ muss. Da dieser bereits voll davon überzeugt ist, in „der Wahrheit zu leben“, muss dieser auch vor anderen Nicht-Zeugen seinen Glauben bekennen, und bestenfalls sogar selbst welche zur Organisation der Zeugen Jehovas führen durch die Predigttätigkeit.

Bevor dieser ein „getaufter Verkündiger“ wird, müssen zuvor „wichtige Kriterien“ erfüllt sein. Beispielsweise muss er davon überzeugt sein, dass diese Organisation wirklich „das Volk Gottes“ ist, er muss „weltliche Praktiken“ aufgegeben haben, und ebenfalls davon überzeugt sein, dass der „treue und verständige Sklave“ der „eingesetzte Kanal Gottes“ sei, und das Volk mit „geistiger Speise“, also „Wahrheit“, versorgt. In diesem Stadium ist der Mensch bereits voll konditioniert. Er glaubt nicht nur daran, dass sein Glaube richtig sei mit völligem Absolutheitsanspruch, nein, für diesen ist der Glaube, etwas was niemals faktisch ist, zu einem reinen Faktum geworden, dass man nicht zu hinterfragen hat. Das Unterbewusstsein wird die „Wahrheit“ nicht hinterfragen, weil es – wie das Wort vermittelt – wahr ist. Alle kritischen Mechanismen des gesunden Menschenverstandes werden dabei ausgeschaltet. Wie eine „Firewall“, der man sagt, sie habe keinerlei Verwendung mehr.

Jehovas Zeugen – fremdgesteuerte Konditionierung der Massen

Natürlich findet unter Zeugen Jehovas auch eine Konditionierung der Masse statt – schließlich kann eine Organisation nur funktionieren, wenn alle das selbe Denken, das selbe Äußern, und man „in der grauen Masse“ eins wird. Dafür wurde – wie in anderen Sekten auch – eine Palette an Mechanismen ins Leben gerufen, um dieses täglich bewerkstelligen zu können.

Bei den meisten fängt die Konditionierung damit an, dass täglich – am besten gleich morgens vor dem Frühstück noch – der sogenannte „Tagestext“ gelesen und „studiert“ wird. Der Tagestext ist letztlich ein kleiner Auszug zu einer Thematik, der bereits in ähnlicher Form durch andere Publikationen, wie „Der Wachtturm“ oder „Erwachet!“, studiert worden ist. Damit „die Wahrheit“ auch tatsächlich „wahr“ bleibt, ist es erforderlich sich täglich mit dem Gedankengut der leitenden Körperschaft zu beschäftigen, sowie ihre Auslegung zur Heiligen Schrift, und die Umsetzung im täglichen Leben eines Zeugen Jehovas, so wie es von den Führern gewünscht ist. Dies ist ein interessanter Gedanke. Beispielsweise muss man nicht täglich ein Mathematik-Buch studieren, um zu wissen, dass 2+2 auch wirklich 4 ergibt – Mathematik ist faktisch, und muss nicht täglich erneuert werden durch Konditionierung. Anders jedoch bei der „Wahrheit“. Damit die Masse wirklich weiterhin fest daran glaubt, zu wissen, dass sie die „Wahrheit“ haben, soll jeder Zeuge Jehovas täglich sich mit dem Gedankengut befassen. Andernfalls laufe dieser Gefahr, nicht mehr davon überzeugt zu sein.

Doch auch die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas sind ebenso aufgebaut, wenn sie sich im „Königreichssaal“ versammeln. Wie findet so eine „Versammlung“ statt?

Bestenfalls soll man 30 Minuten bevor die Zusammenkunft beginnt, bereits Vorort sein. Dies hat den psychologischen Effekt, dass man sich mit anderen Zeugen Jehovas austauschen kann. Das Unterbewusstsein wird demnach bereits in einer gewissen „Atmosphäre“ eingeleitet, indem man es direkt anspricht und sagt: „Hier fühle ich mich wohl, ich bin von Menschen umgeben, die genau so denken wie ich“. Dies fährt die „natürliche Firewall“, dass „kritische Hinterfragen“ eines Menschen, herunter.

Begonnen wird die Zusammenkunft mit einem gemeinsamen Lied. Auch dies trägt dazu bei, sich „noch wohler zu fühlen“. Diese Gemeindepsychologie begreift den Raum als Lebenswelt und versucht durch die Stärkung von „benachteiligten Bevölkerungsgruppen“, die nicht die „Wahrheit“ haben, eine Verbesserung ihrer Situation zu erzielen. In diesem Zusammenhang will sie Wohlbefinden und Gesundheit fördern, und gegen den „kritischen Geist“ des Menschen entgegenwirken.

Darauf folgt sofort das Gebet. Der psychologische Faktor, jetzt das „Vorrecht zu haben“, gemeinsam „ganz nahe beim Schöpfer“ zu sein, zerstört den letzten Funken an Kritik der Situation. Der Mensch kann von nun an das „Programm“ bestens aufnehmen, ohne dabei „Zweifel an der Wahrheit“ zu bekunden. Interessant an dieser Stelle ist, dass Jehovas Zeugen ihren „theokratischen Ablauf der Zusammenkunft“, tatsächlich als „Programm“ bezeichnen. Was genau ist ein Programm? Ein Programm dient dazu, vorgefertigte Informationen gezielt weiter zu geben. Beispielsweise kann man auch „Roboter“ so programmieren, dass sie bestimmte Handlungen begehen – ganz eben so, wie der Programmierer es vorsieht. Der „Programmierer“ der Massen ist in diesem Fall wieder der selbsternannte „treue und verständige Sklave“, die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas.

Wie ist der weitere Verlauf dieses „Programms“? Ebenso wie bei einem „Interessierten“, einem Nicht-Zeugen Jehovas, werden Publikationen von der leitenden Körperschaft betrachtet, mit Fragen und Antworten, die vorgefertigt wurden, sowie „Vorträgen“, die ebenfalls einzig und allein das Gedankengut der leitenden Körperschaft und ihre Auslegung der Bibel beinhaltet. Ebenfalls kann das „Programm“ auch „eigene Erfahrungen“ beinhalten, oder die Schulung, wie man mit Nicht-Zeugen Jehovas sprechen muss, um diese ebenfalls zu dieser Organisation zu führen, und sie richtig zu „programmieren“.

Bei den jährlichen Kongressen der Zeugen Jehovas findet ebenso diese Form der Instrumentalisierung statt, einzig und allein mit dem Zweck dahinter, das „Gemeinschaftsgefühl“ zu stärken. Was Jehovas Zeugen gerne als „erfrischendes und aufbauendes Programm für den Glauben“ nennen, ist letztlich nur eine verstärkte Quanten-Resonanz der Gruppe, um das einzelne „Individuum“ noch stärker zu manipulieren.

Zeugen Jehovas werden so die meiste Zeit in ihrem Leben fremdgesteuert und konditioniert. Es findet eine gezielte „Programmierung“ ihres Denkens, Fühlens und Wahrnehmens statt. Auf diesem Weg kann jede Lehre, wie paradox sie auch erscheinen mag, als „Wahrheit“ verkauft werden. Ist der natürliche, kritische Geist so stark beeinflusst, dass er nicht mehr in der Lage ist, seine natürliche Aufgabe wahrzunehmen, gilt nur noch die antrainierte und programmierte Lehre als „Wahrheit“. In diesem Stadium unterscheidet sich der Mensch nicht mehr von einer Marionette oder einem Roboter. Dies ist der Augenblick, wo der Mensch zu einer „Waffe“ wird, und nach Belieben sich instrumentalisieren lässt.

Instrumentalisierung – der Mensch als willenlose Waffe

Was ist Instrumentalisierung? Man darf es als eine gesteigerte Form der Konditionierung kennzeichnen. In dem Wort „Instrumentalisierung“ steckt das Wort „Instrument“. Jedes Instrument ist dafür gemacht, dem zu „dienen“, der es beherrscht und damit spielt. Ein Instrument ist kein Individuum, es ist ein „lebloser“ Gegenstand, der das tut, was der Instrumenten-Spieler tut – ohne eigenen Willen. Ein Instrument ist nicht im Stande, etwas zu hinterfragen, oder sich gegen den zu wehren, der es benutzt.

Die Gefahr, die von Sekten ausgeht, ist im Endeffekt immer das „Instrument“ eines Gurus zu sein, jemand der vollständig führt, und der aus der Ferne manipulieren und bewegen kann für eigene Zwecke. Selbst wenn das Gewissen einem in seiner Denk- und Handlungsweise recht geben mag, so ist auch das Gewissen einzig und allein auf die Prägung fixiert, die Prägung durch Konditionierung und Instrumentalisierung durch die moralische Vorstellung der „geistigen Führer“ Dritter. Auch Jehovas Zeugen können sich von diesem Gedanken nicht freisprechen – denn wer dies wirklich tut, und den selbsternannten „treuen und verständigen Sklaven“ hinterfragt oder ihn ablehnt, wird von der Gemeinde ausgeschlossen, mit allen unmenschlichen Konsequenzen. Geistig gesehen ist dies eine „Steinigung“ des Individuums. Es ist eine emotionelle Erpressung, da es bei einem Ausschluss auch zur völligen Isolation und den vollständigen Kontaktabbruch zu Familienangehörigen und Freunden kommt.

„Die Ausübung von Zwang in seelischen Bereichen ist das schlimmste Verbrechen, dessen sich Menschen schuldig machen können.“ – Erich Limpach

Obwohl das Abbrechen des Kontaktes zur eigenen Familie, oder zu seinen Freunden, zu den unmenschlichsten und grausamsten Dingen gehört, die sich Menschen gegenseitig antun können, findet dies jedoch täglich unter Zeugen Jehovas statt. Ein Individuum, mit „gesundem Menschenverstand“, der kein „Instrument“ von fremden Führern ist, würde so etwas natürlich niemals tun. Nur Menschen, die ihre eigene Individualität vollständig aufgegeben haben, und sich so stark instrumentalisieren lassen haben, dass sie willenlos ihren „Programmierern“ folgen, entschließen sich zu so einer Tat. Ist dies jedoch menschlich? Ist dies christlich? Kann Gott so etwas wirklich wollen? Ist eine an Bedingungen geknüpfte „Liebe“ in Wirklichkeit überhaupt noch Liebe? Oder ist sie Egoismus, und eine Form des Machtmissbrauchs auf emotionelle Ebene?

Die seelischen Konsequenzen eines Kontaktabbruchs zu seiner Familie hat immer ernste Folgen – für beide Seiten! Nicht nur, dass die Seele, der Geist und die Psyche leidet, und es zu psychosomatischen Krankheiten führen kann, auch physische Krankheiten können inbegriffen sein. Es ist nicht selten, dass Betroffene später an Krebs erkranken, oder anderen Autoimmunkrankheiten, die die eigenen Zellen angreifen. Andere werden überhaupt nicht damit fertig, und begehen Suizid. Natürlich weisen Jehovas Zeugen diese Blutschuld, die sie sich schon tausendfach aufgeladen haben, immer von sich. Wieso kann man dies behaupten?

Jehovas Zeugen setzen rhetorische Mittel ganz gezielt bei den eingeschlossenen Anhängern ein, sogenannte „Trigger“ sind Auslöser die einen „emotionalen Ekel“ hervorrufen sollen. Während die Führung selbst jede Blutschuld immer von sich abweißt, werden gezielt Begriffe wie „Wahrheit“, „Erkenntnis“, „Gottes Volk“, „Kanal Gottes“, „Theokratie (Gottes Herrschaft)“, „Licht“, „geistiges Paradies“, „Liebe“, „Engel“, „Hirte“, „wahrer Christ“ usw. verwendet. Die Palette an „Trigger-Worten“ ist vielseitig und lang, und da Jehovas Zeugen im Dualismus aufwachsen, ist automatisch jeder, der nicht mehr zu der Organisation zählt, das komplette Gegenteil davon: „Lügner“, „Verblender“, „Satans Helfer“, „Abtrünniger“, „Weltmensch“, „in Finsternis gefangen“, „gegen den heiligen Geist gesündigt“, „voller Hass“, „dämonisch“, „verdammt“ „abgefallen“ und „wird sterben“, ein „Gott-Verleugner“, da er zu einem „Anti-Christ“ geworden sei. Diese rhetorischen Mittel führen unweigerlich dazu, dass sich Jehovas Zeugen von ehemaligen „Glaubensbrüdern“, auch wenn es die eigenen Familienangehörigen sind, distanzieren. Schließlich will man ja selbst nicht sein eigenes „ewiges Leben“, und das „Verhältnis zu Jehova“ auf Spiel setzen – so die Instrumentalisierung. Damit wirkt einer der heftigsten Trigger, den es im Leben gibt: Wenn ein Familienmitglied oder ein guter Freund ausgeschlossen wird, oder die Gemeinschaft verlässt, ist es für einen Zeugen Jehovas schlimmer, als sei dieser Mensch gestorben. So wird dem einzelnen Zeugen Jehovas glaubhaft gemacht, diese Gefühle und Gedanken wären seine eigenen, und sie seien völlig natürlich in diesem Zusammenhang, dabei ist sie nur die instrumentalisierte Denkweise der Führer, und das fremdgeprägte Gewissen der leitenden Körperschaft.

Wenn ein Zeuge Jehovas seine Sinne schärft und versucht, sich diesen falschen Triggern zu stellen, so gehen nicht alle sofort weg. Man hat diese Jahrzehnte lang antrainiert bekommen, es wäre illusorisch diese wie einen „Rucksack“ in die Ecke stellen zu können. Jedoch, wenn man seinen „Rucksack“ genau kennt, dann kann man ihn tragen und immer wieder etwas davon auspacken und zu verarbeiten beginnen um wieder zu dem „natürlichen Menschen“ zu werden, der man war, bevor man konditioniert wurde.

Einen Schritt weiter – der „Gottesdienst“, der nichts mit der Anbetung Gottes zutun hat

Jehovas Zeugen sind stolz darauf, zu glauben, dass „wahre Volk Gottes“ zu sein. Sie sind ebenfalls stolz, für ihren Glauben und für die „Loyalität Jehovas“, was letztlich nur die Instrumentalisierung von Menschen ist, einzustehen. So wird der „antrainierte Glaube“, die „Programmierung“ von Fremden, wichtiger als die Liebe und der natürliche Menschenverstand.

Doch beten Jehovas Zeugen wirklich Gott überhaupt an? Ist es Gottes Schuld, dass diese Dinge passieren?

Die Zusammenkunft von Jehovas Zeugen ist letztlich aufgeteilt in zwei Kategorien: Soziale Kontakte, und die Schulung des Denkens. Ja, es werden zusammen sogar Gebete gesprochen, und es werden „Loblieder“ gesungen, doch wird auch wirklich dabei Gott angebetet?

Betrachten wir dazu ein Beispiel: Wir sind krank und suchen einen Arzt auf. Dieser diagnostiziert unsere Erkrankung, und durch das Einnehmen von Medikamenten und die Durchführung von gezielten Behandlungsmethoden können wir die Krankheit bekämpfen. Ein aufrichtiger Mensch mag sogar, obwohl der Arzt nur seinen Job nachgeht, womit er Geld verdient, ihn noch einmal aufsuchen, mit ihm sprechen und ihm ein Dank aussprechen. Würde man bei diesem Geschehen aber ernsthaft in Betracht ziehen, wir hätten dabei einen „Akt der Anbetung“ getan? Natürlich nicht! Mit einer anderen Person zu sprechen, Dank zu sagen, oder diesen aufzusuchen und ihm ein Geschenk zu überbringen, ist in keinster Form eine Anbetung.

Doch nehmen wir dieses Beispiel, und setzen es bei der Zusammenkunft der Zeugen Jehovas einmal an: Man kommt zusammen, man spricht, man singt und man versucht mit Gott durch das „Gebet“ in Kontakt zu kommen. Danach folgen konditionierte Schulungen und das „Einprogrammieren“ von fremden Gedankengut. Dieses wird immer wiederholt, in Form von „Fragen und Antworten“, bis es auch der letzte Zeuge Jehovas verstanden hat. Die Zusammenkunft endet mit erneutem Loblied und einem „Gebet“ zu Gott. Wo findet in diesem Zusammenhang nun die „Anbetung Gottes“ statt? Diente diese Zusammenkunft nun Gott, oder vielmehr einzig und allein Menschen, der gesamten Masse, sowie den Puppenspielern, die diese Masse bewegen will? Wann betet ein Zeuge Jehovas ansonsten den „wahren Gott“ an? Wenn er im Predigtdienst versucht, Menschen in die Organisation zu ziehen? Wenn er den „Tagestext“ betrachtet? Wenn er anhand von Erklärungen der leitenden Körperschaft in der Bibel ließt?

Religion, auch unter Zeugen Jehovas, hat nichts mit einer Form der „Anbetung Gottes“ zutun. Es beginnt mit Menschen, es geht um Menschen, und es hört bei dem Menschen auf. Diese Art des „gemeinsamen Glaubens“ ist eine reine Konditionierung, eine Instrumentalisierung. Es ist ein „Programmieren“ des Denkens, gesteuert von anderen Menschen, die ihren persönlichen Nutzen davon ziehen, in Form von Macht und Geld. Weder wird Gott dadurch angebetet, noch wird dies Gott irgendetwas zurückgeben können, was er uns durch das Leben bereits geschenkt hat. Es ist nicht einmal eine Form der „Liebe“, schließlich geht es nicht darum die Liebe zu Gott zum Ausdruck zu bringen, sondern einzig und allein durch Schulungen eine bestimmte Denk- und Handlungsweise durchzusetzen, in der Erwartungshaltung, dafür einen Lohn von Gott eines Tages zu bekommen – das ewige Leben. Dieser ganze Verlauf, der täglich und wöchentlich stattfindet bei Jehovas Zeugen, ist nichts weiter, als ein Anknüpfen an dem eigenen Egoismus in Form der „ersehnten Belohnung“, und das instrumentalisierende „Programmieren“ von Menschenmassen! Liebst du wirklich die Wahrheit, das beweisbare Faktum, willst aber zugleich als Marionette im Puppenspiel dienen? Eine Lüge wird nicht deshalb wahr, nur weil viele Menschen daran glauben, und weil der Mensch, als „natürliches Individuum“, in einer gesteuerten Masse sich befindet. Dies mag zwar emotionalen Halt geben, und mit Nachdruck geprägt sein, ändert jedoch nicht die Realität, die ein „wahrheitsliebender Mensch“ niemals leugnen kann.

„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“ – André Gide

Wie kann ich mich vor Fremdbeeinflussung schützen?

Die Menschen kommen mit den selben Voraussetzungen zur Welt – wir haben nach unserer Geburt, als Säugling, kein Wissen. Die Eltern werden versuchen, nach ihren Ansichten und Denkweisen uns so gut es geht zu einem „selbständigen“ Menschen zu erziehen. Doch „jedes Wissen“, dass wir von ihnen erhalten, ist ebenfalls eine Form von fremder Konditionierung. Alles was sie gelernt haben, haben sie von anderen gelernt, die es ebenfalls so von anderen mitbekommen haben.

Alles ist eine Form der Manipulation! Jedes Gespräch, jeder Gedanke, jeder Artikel. Alles was die Medien, die Religionen, die Politik und die anderen spirituellen „Wegweiser“ einem eintrichtern wollen, selbst dieser Artikel, den Du gerade ließt. Wir werden erzogen, lernen Vorurteile als „Erkenntnis“ kennen, bis wir eines Tages merken, dass wir in unserer eigenen Erziehung sehr viele Fehler gespürt haben, und es von nun an auch an uns selbst liegt, „eigene Erkenntnisse“ zu manifestieren. Doch woher nehmen wir diese? Von anderen Individuen, die den selben zerstörerischen Prozess durchlaufen sind. Jeder von uns wird am Ende seiner Tage aussagen können: „Ich weiß, dass ich weiß, dass ich nichts weiß!“

Was kann der Mensch jedoch dennoch dagegen tun?

Wichtig ist es, die richtigen Fragen zu stellen. Sind die Informationen, die ich erhalten habe, wirklich faktisch? Gibt es dafür Beweise? Gibt es gute Gründe, berechtigte Zweifel dafür zu haben? Wenn ja, warum will ich diesen nicht nachgehen? Habe ich Angst dass mein Denken nicht richtig ist, und ich mich selbst dabei ertappt fühle, bereits manipuliert worden zu sein?

Diese, aber auch ganz andere Fragen, sind wichtig für eine Selbstreflexion. Jedes Individuum muss selbst erkennen, wo es steht, und warum es die Dinge tut, die andere von einem erwarten. Es ist wichtig, leere Phrasen zu erkennen, indem jemand versucht, das Thema durch „Totschlagargumente“ zu umgehen, wie beispielsweise: „Es ist aber die Wahrheit“, „das ist doch allgemein bekannt“ oder auch „wir wissen doch alle, dass…“.

Der Mensch muss selbst prüfen, nicht einfach nur glauben und dabei wieder lernen, eigenständige Gedanken nachzugehen. Nur so kann er sich von einer Fremdbeeinflussung, einer „Programmierung“ Dritter, hüten.

Menschen, die einen religiösen Wahn erlegen sind, können diesen Wahn nicht selbst erkennen. Sie sind ein Teil davon – ihr Denken, ihr Bewusstsein, ihr Blick auf die Realität ist dabei inbegriffen. Dennoch können Selbstprüfungen, ehrliche Zweifel und Fragen bewirken, mit der Zeit sich selbst von der Konditionierung und der Instrumentalisierung zu befreien.

Jedoch magst du dir selbst sagen: „Ich habe immer selbständig gedacht, ich habe die Wahrheit und habe sie ebenso demütig geprüft“. Natürlich ist es immer leicht, mit seinem eigenen Wissen dies sagen zu können; schließlich kennen wir nur das, was wir selbst glauben zu wissen. Und in diesem „Wissen“ gibt es keine Erkenntnis darüber hinaus, die uns Gegenteiliges beweisen könnte. Frage dich selbst: Hätte ich diese Erkenntnis, wenn ich allein auf der Welt wäre? Hätte ich diese Erkenntnis, wenn es keinen anderen Menschen geben würde? Ertappst du dich dabei, diese Fragen mit einem klaren „Nein!“ zu beantworten, so ist letztlich auch dein Denken von Dritter beeinflusst. Und wenn das Denken von anderen beeinflusst ist, sogar von Menschen, die gezielt andere „programmieren“ wollen, kann dieses „Wissen“ dann wirklich die „Wahrheit“ sein?

„Die Religion gesteht ein, dass die Wesenmerkmale Gottes menschlich sind. Dies sagt jedoch nichts über Gott aus. Der Mensch kann sich unter Gott nur das vorstellen, was Gott ist. Deshalb ist das Gottesbild menschenähnlich, was nicht bedeutet, dass Gott so ist. Gott ist das Größte, was man sich vorstellen kann. Würde ein Vogel sich Gott vorstellen, so hätte sein Gott Flügel, denn für einen Vogel gibt es nichts Größeres als Flügel zu haben. Die Götter der Menschen entsprechen ihnen selbst. Einen Gott, der in einem Tempel wohnt, gibt es erst, seitdem der Mensch in Häusern wohnt. Für die alten Germanen war die Tugend des Krieges ihre höchste Tugend. Daher war ihr höchster Gott der Kriegsgott.“ – Ludwig Andreas Feuerbach

Die Religionen, die Führer des „Glaubens“, nutzen die „Programmierung“ des Verstandes, die Konditionierung und Instrumentalisierung, immer für ihren eigenen Zweck. Dabei hört der Mensch auf, seinem von Gott gegebenen „freien Willen“ zu gebrauchen, und wird zu einer Marionette, zu einem „programmierten Roboter“, dessen Geist genau so konfiguriert wurde. Diese Menschen, die selbst Teil fremder Konditionierung waren und sind, können nur manipulieren, weil sie selbst manipulativ zu diesem Denken erzogen worden sind. Dies ist der Grund, warum die Religionen den Zweifel als etwas Böses und Schlechtes verurteilen. Doch kein Zweifel ist jemals unberechtigt. Der Zweifel ist die natürliche Stimme deines Herzens, deines nicht manipulativen Kerns, dass aufschreit, wenn es merkt, dass der eigene Verstand fremdbestimmt wird! Sei frei, sei du selbst. Denn dies ist tatsächlich das Natürlichste, dass die Natur dem Menschen bietet, und dass der Schöpfer Dir gegeben hat.

Religion ist nichts weiter als ein Programm um den Verstand des Menschen zu verändern. Sie wurde ins Leben gerufen, um auf psychologischer Ebene die Art, wie du auf die Realität siehst, zu manipulieren!

„Das ist deine letzte Chance. Danach gibt es kein zurück. Nimm die blaue Pille — die Geschichte endet, du wachst in deinem Bett auf und glaubst was du auch immer glauben willst. Nimm die rote Pille — du bleibst hier im Wunderland und ich werde dir zeigen wie tief das Kaninchenloch reicht.“ – Matrix, Original aus dem Englischen

von |Dezember 11th, 2017|Kommentare deaktiviert für Manipulation – Konditionierung und Instrumentalisierung

Jehovas Zeugen – Wenn Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen

Hallo Mama und Papa!

Meine Gefühle und Gedanken konnte ich bisher immer am Besten darlegen, wenn ich das schriftlich getan habe. Aus diesem Grund möchte ich euch ein paar Zeilen schreiben, die mir nicht sehr leicht fallen.

Seit einigen Tagen beschäftige ich mich mit diesen Gedanken und weiß nicht so recht, wie ich anfangen soll. Vielleicht ist es euch auch schon selbst aufgefallen, dass ich theokratische Themen meide. Und das aus gutem Grund.

Ich kann verstehen, dass euch einiges beunruhigt, aber ich denke nach wie vor, dass Jehova mit seiner Organisation handelt. Bestimmt laufen die Sachen nicht alle 100%ig. Kann es auch nicht. Jehova stehen auch nur unvollkommene Menschen zur Verfügung.

Es macht mich sehr traurig zu hören, wie ihr mittlerweile darüber denkt. Leider scheint es mir so, dass ihr euch nur noch auf Negatives konzentriert und den Blick für das Einzigartige in dieser Zeit verliert. Was mich jedoch sehr erschüttert hat, dass ich es mit eigenen Augen sehen musste, wie vor allen Dingen *Stefan sich öffentlich dazu bekennt. Das war auch der Grund, weshalb ich mich am gleichen Abend noch bei Facebook gelöscht habe. Leider können diese Zeilen auch von vielen *Münchener gelesen werden, da diese in euren Listen sind. Das macht es mir unmöglich, im August zu euch zu kommen. Vor allem, weil ich komme um für *Stefan da zu sein. Das ist auch der Grund, weshalb ich keine Bahnfahrt gebucht habe.

Bitte versteht mich nicht falsch. Ihr seid nach wie vor meine Familie. Ich liebe euch sehr, so sehr, das es mir schwer zu schaffen macht. Aber mein Gewissen würde mich plagen, wenn ich, wie versprochen, kommen würde, um *Stefan (und *Lisa) zu versorgen, mit diesem Gedankengut, den er offenbart.

Ich hoffe, ihr findet eine andere angemessene Lösung für die Zeit, die ihr im Urlaub seid.

Mir ist klar geworden, dass wir in diesen Dingen momentan unterschiedliche Meinungen haben. Mein Weg ist leider nicht euer.

Mein Herz schmerzt seit vielen Wochen. Viele Tränen laufen regelmäßig über mein Gesicht.

Ich wusste lange Zeit nicht, wie ich mich richtig verhalte. Doch vor ein paar Tagen hab ich mich unweigerlich selbst „therapiert“.

Die Umstände ließen es irgendwie zu, dass eine Aufgabe an mich herangetragen wurde. Zwei Schwestern hintereinander waren verhindert und konnten sie nicht machen. Kurzfristig erhielt ich sie und beschäftigte mich gleich mit den Gedanken. Ich war verwundert, dass gerade ich diese Aufgabe machen sollte. War es Zufall? Ich weiß es nicht. Aber ich glaube nicht.

Der Tenor war, dass es in der Zeit der Urchristen Personen gab, die „von der Lehre abwichen, die sie einmal gelernt hatten“ (NGU Rö. 16:17), mit dem Ziel den Glauben anderer in Gefahr zu bringen. (Halt stopp! Ich meine nicht euch damit. Aber eure Denkweise ähnelt diesen Personen.) Still und heimlich gelangten verkehrte Ansichten in die Versammlungen. Oft verdrehten sie die Schriften zu ihren Gunsten. Und so auch heute. Satan schläft nicht. Er nutzt jede Möglichkeit um die Versammlungen von innen heraus zu zerstören. Wie sollten sich Diener Gottes vor ihnen schützen? Solche Personen und ihre Denkweise sollten gemieden werden. Jehovas Rat ist in diesem Fall unmissverständlich. Ich habe verstanden, dass hier meine innere Haltung hinterfragt wird. Stehe ich loyal zu Jehova? Nehme ich in geistiger Hinsicht Abstand von solchen Personen, auch wenn es ein Familienangehöriger ist?

Das ist eine schwere Situation für mich. Aber ich weiß, dass ich mich nicht anstecken will. Ich möchte nicht diese Denkweise übernehmen. Deswegen meide ich geistige Gespräche. Natürlich seid ihr meine Familie. Ich liebe euch sehr. Doch hoffe ich einfach, dass ihr meinen Entschluss in dieser Hinsicht respektiert, wie ich auch euren respektiere. Doch wäre es mein Herzenswunsch, dass ihr eure Denkweise anhand des Wortes Gottes nochmal sorgfältig überprüft. Bitte seid mir nicht böse, dass ich euch diese Zeilen geschrieben habe. Es fällt mir unheimlich schwer diese überhaupt zu senden. Doch möchte ich in Moment Abstand davon nehmen euch im August zu besuchen.

Papa hat mal gesagt, er findet es besser offen und ehrlich zu sagen, wie man über eine Angelegenheit denkt. Was ich hiermit tue, auch wenn ich es schriftlich mache. Doch ich glaube, es euch mündlich mitzuteilen fiele mir unglaublich schwer. Ich möchte euch nicht verletzten. Vielleicht es nicht in die richtigen Worte zu kleiden. Aber ich möchte bestimmend für meine Entscheidung eintreten, die ich euch hiermit mitgeteilt habe.

Bitte verzeiht mir, wenn ich euch damit verletzt habe. Ich liebe euch.

Eure Tochter *Anna

Namen und Orte die mit einem Sternchen (*) versehen sind, wurden aus Datenschutzgründen geändert

 

Was lehrt die Bibel über das Verhalten von wahren Christen sowie über die Isolation und den Kontaktabbruch der eigenen Familienmitglieder?

Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe, daß auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt.“ (Johannes 13,34-35)

Ihr habt gehört, daß gesagt wurde: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.‘ Doch ich sage euch: Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen, damit ihr euch als Söhne eures Vaters erweist, der in den Himmeln ist, da er seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen läßt. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Steuereinnehmer dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr da Besonderes? Handeln nicht auch die Leute von den Nationen ebenso? Ihr sollt demnach vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“ (Matthäus 5,43-48)

Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Fahrt fort, eure Feinde zu lieben, denen Gutes zu tun, die euch hassen, die zu segnen, die euch fluchen, für die zu beten, die euch beleidigen. Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halte auch die andere hin; und dem, der dir dein äußeres Kleid wegnimmt, enthalte auch nicht das untere Kleid vor. Gib jedem, der dich bittet, und von dem, der dir das Deine wegnimmt, fordere [es] nicht zurück.“ (Lukas 6,27-30)

Da aber der Mann beweisen wollte, daß er gerecht sei, sagte er zu Jesus: „Wer ist in Wirklichkeit mein Nächster?“ In Erwiderung sagte Jesus: „Ein gewisser Mensch ging von Jerusalem nach Jẹricho hinab und fiel unter Räuber, die ihn auszogen und ihm auch Schläge versetzten und weggingen und ihn halb tot zurückließen. Nun traf es sich, daß ein gewisser Priester jenen Weg hinabging, doch als er ihn sah, ging er auf der entgegengesetzten Seite vorüber. Ebenso ging auch ein Levịt, als er an die Stelle hinabkam und ihn sah, auf der entgegengesetzten Seite vorüber. Aber ein gewisser Samarịter, der des Weges zog, kam zu ihm, und als er ihn sah, wurde er von Mitleid bewegt. Und er trat an ihn heran und verband ihm seine Wunden, wobei er Öl und Wein auf sie goß. Dann hob er ihn auf sein eigenes Tier und brachte ihn in eine Herberge und sorgte für ihn. Und am nächsten Tag zog er zwei Denạre heraus, gab sie dem Herbergswirt und sprach: ‚Sorge für ihn, und was immer du darüber ausgibst, will ich dir zurückzahlen, wenn ich hierher zurückkomme.‘ Wer von diesen dreien hat sich, wie es dir scheint, als Nächster des Mannes erwiesen, der unter die Räuber fiel?“ Er sagte: „Derjenige, der ihm gegenüber barmherzig handelte.“ Darauf sprach Jesus zu ihm: „Geh hin, und handle selbst ebenso.““ (Lukas 10,29-37)

Wenn dein Feind hungrig ist, speise ihn; wenn er durstig ist, gib ihm etwas zu trinken; denn wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt häufen. Lasse dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse stets mit dem Guten.(Römer 12,20-21)

Seid niemandem irgend etwas schuldig, außer daß ihr einander liebt; denn wer seinen Mitmenschen liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn das geschriebene Recht: „Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht morden, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren“ und was immer für ein Gebot es sonst noch gibt, ist in diesem Wort zusammengefaßt, nämlich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Die Liebe fügt dem Nächsten nichts Böses zu; daher ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes. (Römer 13,8-10)

Jesus aber ging an den Ölberg. Bei Tagesanbruch jedoch fand er sich wieder im Tempel ein, und das ganze Volk begann zu ihm zu kommen, und er setzte sich nieder und begann sie zu lehren. Nun brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau herbei, die beim Ehebruch ertappt worden war, und sie stellten sie in ihre Mitte, und sie sagten zu ihm: „Lehrer, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt worden. Im GESETZ schrieb uns Moses vor, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du nun dazu?“ Natürlich sagten sie das, um ihn auf die Probe zu stellen, damit sie einen Grund zur Anklage gegen ihn hätten. Jesus aber beugte sich nieder und begann mit seinem Finger auf die Erde zu schreiben. Als sie aber dabei beharrten, ihn zu befragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie.“ Und sich wieder vornüberbeugend, schrieb er weiter auf die Erde. Diejenigen aber, die das hörten, begannen hinauszugehen, einer nach dem anderen, angefangen bei den älteren Männern, und er wurde allein zurückgelassen mit der Frau, die in ihrer Mitte war. Sich aufrichtend, sagte Jesus zu ihr: „Frau, wo sind sie? Hat dich keiner verurteilt?“ Sie sagte: „Keiner, Herr.“ Jesus sprach: „Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin; treibe von nun an nicht mehr Sünde.““ (Johannes 8,1-11)

Und wie ihr wollt, daß euch die Menschen tun, so tut auch ihnen. (Lukas 6,31)

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe. (1. Korinther 13,13)

Bestimmt hat jemand, der für die Seinigen und besonders für seine Hausgenossen nicht sorgt, den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger. (1. Timotheus 5,8)

Ehre deinen Vater und deine Mutter, welches das erste Gebot mit einer Verheißung ist. (Epheser 6,2)

„Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn.“ (Epheser 6,4; Kolosser 3,21)

Ihr aber behauptet, dass man seinen hilfsbedürftigen Eltern die Unterstützung verweigern darf, wenn man das Geld stattdessen für ›Korban‹ erklärt, das heißt, es Gott gibt. Dann hätte man nicht gegen Gottes Gebot verstoßen. In Wirklichkeit habt ihr damit aber nur erreicht, dass derjenige seinem Vater oder seiner Mutter nicht mehr helfen kann. Ihr setzt also durch eure Vorschriften das Wort Gottes außer Kraft. Und das ist nur ein Beispiel für viele.(Markus 15,11-13)

Denn Gott hat gesagt: „Du sollst Vater und Mutter ehren“, und: „Wer Vater oder Mutter schmäht, der soll des Todes sterben.“ Ihr aber lehrt: Wer zu Vater oder Mutter sagt: „Eine Opfergabe soll sein, was dir von mir zusteht“, der braucht seinen Vater nicht zu ehren. Damit habt ihr Gottes Wort aufgehoben um eurer Überlieferung willen. Ihr Heuchler, richtig hat Jesaja von euch geweissagt und gesprochen: „Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir; vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind; Irrt euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.“ (Matthäus 15,4-9; Galater 6,7)

 

Siehe auch:
Kontaktverbot und Isolation – die Wahrheit des Gemeinschaftsentzuges und Ausschlusses
Psychische Erkrankungen: Die Folgen des familiären Kontaktverbotes

von |Dezember 9th, 2017|2017|2 Kommentare

Jehovas Zeugen – Die Folgen des Ausstiegs

Der ehemalige Zeuge Jehovas und Buchautor Konja Simon Rohde spricht über seine Erlebnisse und Erfahrungen der umstrittenen Glaubensgemeinschaft. Dabei geht es insbesondere über die Ächtung der eigenen Familienangehörigen, dem Suizid seines Bruders, die Indoktrinierung innerhalb der Gemeinschaft, die Langzeitfolgen wie psychosomatische Störungen sowie dem erfolgreichen Leben danach.

Jehovas Zeugen – Der Club der Geächteten

Er verteilte „Wachtürme“, studierte die Bibel, ging zu den Gottesdiensten – dann verließ Andreas Wendt die Zeugen Jehovas und sucht nun nach Gleichgesinnten. „Wer den Kopf zu weit rausstreckt, wird schneller platt gemacht.“ Andreas Wendt* schaut sich unruhig um. Seine Hände zittern. Es fällt ihm schwer, den Blick zu halten. Der Verfolgungswahn ist geblieben. Die Angst auch.

Das Erlebte liegt beinahe zwei Jahrzehnte in der Vergangenheit. „Einer muss ja den Anfang machen“ sagt Andreas Wendt. Er ist ein Aussteiger der religiösen Sondergemeinschaft Zeugen Jehovas. „Ich habe viele Jahre gebraucht, um wieder auf eigenen Beinen zu stehen“, sagt er. Die Erinnerungen schmerzen. „Wenn man der Gruppierung den Rücken zukehrt, heißt das nicht, dass man alles vergisst, was man jahrelang löffelweise eingeflößt bekam.“ Er war noch ein Kind, als er in den Sog der Gruppierung geriet. „Ich war naiv, hatte den Aussagen der Organisation nicht viel entgegen zu setzen.“ Er ging zwei- bis dreimal in der Woche zur sogenannten Zusammenkunft, dem Gottesdienst der Zeugen Jehovas. Er studierte die Bibel, klingelte mit der Zeitschrift „Wachturm“ in der Hand an Haustüren, versuchte Unbekannte zu bekehren. „Ich habe mich nicht wohl dabei gefühlt bei Fremden zu klingeln“, sagt er heute. „Das war nicht meins.“

Gezieltes Ansprechen von Trauernden

Laut den Zeugen Jehovas gibt es in Deutschland derzeit knapp 170 000 Verkünder, von denen mehr als 1800 in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause sind. Bestätigt werden konnte diese Zahl vom Statistischen Landesamt allerdings nicht. Daten zur Zugehörigkeit zu Glaubensrichtungen würden demnach nicht erhoben. Die Glaubensgemeinschaft hält ihre Treffen in so genannten Königreichssaalgebäuden ab. Auch in MV gibt es 20 solcher Lokalitäten, unter anderem in Rostock, Schwerin, Güstrow und Stralsund.

Pastor Jörg Pegelow warnt davor, die Zeugen Jehovas als Sekte zu bezeichnen. „Nicht alles, was religiös ist, ist eine Sekte. Früher wurde durch den Begriff eine Gemeinschaft definiert, die sich von einer Weltreligion abgespalten hat. In der öffentlichen Diskussion ist daraus ein Bewertungsbegriff geworden. In Hinblick auf die Zeugen Jehovas benutzen wir daher den Begriff der christlichen Sondergemeinschaft“, erklärt der Leiter der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen der Nordkirche in Hamburg.

Sich als Religionsgemeinschaft organisieren zu dürfen, ergibt sich unter anderem aus dem Recht der Glaubensfreiheit, definiert in Artikel vier des Grundgesetzes. 2006 erhielt die Religionsgemeinschaft Jehovas Zeugen in Deutschland zusätzlich die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts, verliehen durch das Bundesverfassungsgericht. Vorangegangen war ein insgesamt 15 Jahre andauerndes Verfahren, in dem geprüft wurde, ob sich die Gemeinschaft rechtstreu verhalte. Mit dem Körperschaftsstatus stellt der Staat den Gemeinschaften besondere Rechte zur Verfügung, zum Beispiel die Rechtssetzungsgewalt, nach der eine Organisation die Befugnis erhält, eigene Rechtsvorschriften und Satzungen zu entwickeln und anzuwenden. Darüber hinaus geht der Status mit Steuervorteilen einher.

Momentan konzentrierten sich die Zeugen Jehovas bei ihrer Akquise verstärkt auf Migranten. „Sie gehen offenbar gezielt auf Flüchtlingsunterkünfte zu, haben sogar ein Merkblatt zur Bearbeitung von Asylheimen erarbeitet. Sie dürfen zwar nicht reingehen, aber davor jemanden anzusprechen, ist ihnen nicht verboten“, beschreibt Pegelow. Im Jahresabschlussbericht der Gemeinschaft heißt es: „Viele lernten eine neue Fremdsprache, um mit ihren ausländischen Nachbarn besser kommunizieren“ – und sich über Glaubensfragen austauschen zu können. Ihre Dokumente – Audio-, Video-, Printdateien – wurden inzwischen in mehr als 870 Sprachen übersetzt. „Jehovas Zeugen sind davon überzeugt, dass die biblische Botschaft für alle Menschen zugänglich sein muss“, so die Begründung seitens der Glaubensgemeinschaft. „Die größte Zahl ihrer Mitglieder gewinnen die Zeugen Jehovas durch familiäre Zusammenhänge. Meistens gehört die gesamte Familie der Gemeinschaft an“, erläutert Jörg Pegelow. „Aller Wahrscheinlichkeit ist die Erfolgsquote der Straßen- und Haustürtätigkeit sehr gering. Geschätzt wird ein Erfolg pro 50 Mitglieder pro Jahr.“ Eine weitere Methode sei laut Pegelow Briefe an Trauernde zu schreiben. „Sie gehen Zeitungsannoncen durch, suchen nach Todesanzeigen, sagen den Angehörigen, dass sie bei den Zeugen Jehovas neuen Mut für die Zukunft schöpfen können.“ Nach Einschätzung des Pastors sei die Gemeinschaft friedfertig. „Aber was die lebensbestimmenden Dimensionen in der Psyche eines Menschen auslösen können, ist eine andere Frage. “

Jahrzehnte im Schatten der Gesellschaft

Andreas Wendt verließ die Gemeinschaft Mitte der 90er-Jahre. „Ein erstes Umdenken setzte ein, als ich als Wehrdienstverweigerer in der DDR in Haft saß.“ 20 Monate hätten an ihm gezerrt wie zehn Jahre. Die Zweifel wurden stark. „Eigentlich sollte es mir doch gut gehen, doch mir ging es nicht gut. Die Zeugen Jehovas zeigen Bilder von einer schönen heilen Welt, doch die Realität ist eine andere. Sie gehen Konflikten aus dem Weg, leben in ihrem Paralleluniversum.“

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis blieb Andreas Wendt von Versammlungen fern. Er hinterfragte die Lehren, kritisierte sie. Seine Kinder und damalige Frau hielten an den Gesetzen der Gemeinschaft fest. „Sie sagte, ich hätte die Prüfung nicht bestanden, weil ich nicht die richtige Herzenseinstellung zum Glauben hatte.“ Nach der Scheidung brach der Kontakt zu seiner Familie vollständig ab. „Sie sagte, sie müsse die Kinder vor mir schützen.“ Auch von der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas wurde er verstoßen. „Wenn Mitglieder mich sahen, haben sie die Straßenseite gewechselt oder mich ignoriert.“

Die Entscheidung auszusteigen, habe sein Leben auf den Kopf gestellt. Dennoch ist Andreas Wendt kein Ungläubiger geworden. „Aber ich sage niemandem mehr, wie er die Bibel zu verstehen hat.“ Den Erfolg der Zeugen Jehovas sieht er in der Hoffnungslosigkeit der Menschen. „Viele suchen nach einem Sinn, nach Halt im Leben.“ Die Gemeinschaft glaubt an Harmagedon, an die Endzeit, die nur diejenigen überleben, die sich an die strengen Regeln der Gruppierung halten. „Anhand der Bibel formt sich die Lebenseinstellung. Man hat keinen Geburtstag und es wird auch nicht Weihnachten gefeiert. Sich damit in die Gesellschaft zu integrieren, ist nicht immer einfach.“ Andreas Wendt spricht aus Erfahrung. „Vieles von dem, was die anderen machen, ist Sünde. Sie verhalten sich unmoralisch. Und wer sich in Sünde begibt, verliert das ewige Leben“, erklärt er. Harmagedon habe er selbst schon vier Mal erlebt. „Die Zeugen Jehovas sagen, dies seien alles voreilige Verkündungen gewesen. Das wahre Ende wird noch kommen.“ An die Lehren zu glauben, sei naiv gewesen, sagt er mit dem nötigen Abstand. „Ich habe das teuer bezahlen müssen. Jahrzehntelang stand ich alleine da.“

Neuen Lebensmut fand er erst durch Selbsthilfegruppen. Nun will er ein eigenes Treffen ins Leben rufen, weitere Aussteiger aus ihrer Deckung locken. Am 6. Februar wird er ab 18 Uhr in der KISS-Beratungsstelle, Spieltordamm 9, in Schwerin auf Gleichgesinnte warten. „Es gibt ein Leben nach den Zeugen Jehovas und das ist gar nicht mal so schlecht. Um das zu realisieren, benötigt man manchmal nur einen kleinen Anstoß. Ich hoffe, dass jemand kommt. Wir sind der Club der Geächteten.“

*Name von der Redaktion geändert

Quelle: svz.de

von |Februar 2nd, 2017|2017|0 Kommentare

An die leitende Körperschaft

Wahrheiten jetzt! ist dankbar dafür, dass die Wachtturm-Gesellschaft der Website so viel Aufmerksamkeit gibt. Die Themen auf dieser Website müssen die Wachtturm-Gesellschaft so sehr stören, dass sie alles daran setzen den Betreiber in Gerichtsprozesse zu ziehen um ihm hohe Geldstrafen (bis zu 250.000€) oder ersatzweise 6 Monate Haft anzudrohen. Liebe leitende Körperschaft, D. H. Splane, A. Morris III., D. M. Sanderson, G. W. Jackson, M. S. Lett. S. F. Herd, G. Lösch und G. H. Pierce:

Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, nur die Lüge braucht Gesetzesschutz!

Erwartet Gott und Jesus das von euch? Hätte Jesus so gehandelt? Ihr sagt von euch selbst das ihr vom "Geist geleitet" seid. Ihr sagt selbst das ihr geistgesalbte Christen seid. Ihr sagt selbst das die Bibel über allem steht. Warum macht ihr euch dann selbst, durch Gerichtsprozesse lächerlich? Warum versucht ihr erneut zu richten? Warum wollt ihr nicht in die Fußstapfen Jesu treten, der so mild gesinnt war?

"Nun hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?" (Johannes 18:10, 11)

Da ihr euch offensichtlich auf dem Weg der Finsternis befindet, wünscht euch Wahrheiten jetzt! sehr baldig, Jesus anzuerkennen und ihm nachzufolgen, um dem Willen des Vaters zu tun!

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