Jehovas Zeugen – Kindesmissbrauch in Neuseeland

Zeugen Jehovas: In dieser Dokumentation kommen mehrere betroffene Frauen zu Wort, die als Kind missbraucht wurden. Sie schildern, wie es in ihrem Fall zu den Verbrechen kam und wie Jehovas Zeugen als Institution – vertreten durch die Ältesten – damit umgegangen sind. In fast allen Fällen mussten die Kinder vor den Ältesten und dem Täter die sexuellen Handlungen beschreiben und es wurde auch geprüft, ob es ihnen Spaß gemacht hat.

Stritt der Täter den Missbrauch ab, wurde nichts weiter unternommen. Gab der Täter den Missbrauch zu, wurde er zwar vielleicht ausgeschlossen, aber nach einiger Zeit wieder aufgenommen.

In keinem der Fälle wurde die Polizei eingeschaltet und die Versammlung, in der der Täter lebte, informiert, so dass Eltern gewarnt waren.

Das Zweigbüro der Zeugen Jehovas weißt jede Verantwortung zurück und tut so, als ob sie damit nichts zu tun hätten, obwohl bei allen Missbrauchsmeldungen die Rechtsabteilung informiert werden musste.

von |Februar 6th, 2019|2019|0 Kommentare

Jehovas Zeugen – Razzia wegen Kindesmissbrauch

Zeugen Jehovas: Kindesmissbrauch in den 6 Uhr Nachrichten – Polizei und Vertreter der Justiz durchsuchten das Zweigbüro, zwei Königreichssäle und vier Wohnungen der Zeugen Jehovas in den Niederlanden. Es werden derzeit 9 Fällen von Missbrauch untersucht, in den Zeugen Jehovas verwickelt sind. Es ist kein einziger Fall bekannt, in dem die Justiz zu einem vergleichbaren Vorgehen in einer religiösen Gemeinde oder Kirche gezwungen war. Der Niederländische Justizminister unterstützt das Vorgehen ausdrücklich. Wie reagieren Jehovas Zeugen darauf? Wie immer mit den gleichen leeren Worthülsen.

von |Dezember 17th, 2018|2018|0 Kommentare

Jehovas Zeugen – Vom Glauben abfallen: „Es war für mich tragisch, zu gehen“

Wer eine strikte religiöse Gemeinschaft, wie Jehovas Zeugen, verlässt, verliert oft nicht nur Familie und Freunde. Auch der Alltag, die Arbeit und das Weltbild ordnen sich neu. Zwei Aussteiger erzählen.

Das Recht auf den Ausstieg aus einer Religion ist mit dem Artikel 15 der Bundesverfassung garantiert. Denn Religionsfreiheit bedeutet auch die Freiheit zu haben, nicht zu glauben. Auch auszutreten, ist ein Grundrecht.

Das ist selten einfach – und noch nicht lange selbstverständlich.

Konservative Gläubige

2014 bezeichneten sich 23 Prozent der Bevölkerung der Schweiz als konfessionslos. Trotz dieser Säkularisierung sind nach wie vor viele Menschen gläubig – oder gar strenggläubig.

«Ungefähr 500’000 Personen in der Schweiz sind konservative Vertreter einer Weltreligion oder Mitglied einer Sekte», sagt der Religionswissenschaftler Georg Schmid, Leiter von «Relinfo», der evangelischen Informationsstelle «Kirchen – Sekten – Religionen» in Rüti ZH. Je autoritärer und geschlossener eine religiöse Bewegung ist, desto schwieriger sei es, diese zu verlassen.

Religionen in der Schweiz

Die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz gehören zu 37.9 Prozent der römisch-katholischen und zu 25.5 Prozent der evangelisch-reformierten Landeskirche an. 23 Prozent sind konfessionslos, zu anderen christlichen Gemeinschaften zählen 5.7 Prozent. 5.1 Prozent sind Muslime, 0.4 Prozent jüdisch.

Der Anteil der römisch-katholischen Landeskirche ist in den letzten 40 Jahren relativ stabil geblieben, jener der evangelisch-reformierten ist stark rückläufig.

Der Anteil muslimischer Glaubensgemeinschaften hat von 2000 bis 2016 leicht, um 1.6 Prozent, zugenommen, jener der Konfessionslosen deutlich, um 13.5 Prozent. Der Anteil jüdischer Glaubensgemeinschaften ist unverändert geblieben.

Quelle: Bundesamt für Statistik

Mit der Freikirche aufwachsen

Der 36-jährige David Bopp, selbstständiger Webentwickler im Raum Basel, wuchs im Umfeld einer Freikirche auf. Seine Eltern gehörten der Chrischona-Gemeinde an.

«Ich bin als Kind an jede Veranstaltung gegangen, später in die Jungschar und in den Teenager-Club.» Die Jungschar habe er schliesslich mitgeleitet. Drei bis vier Abende pro Woche verbrachte er in der Gemeinschaft, erinnert sich David Bopp. «Dann habe ich die Freikirche gewechselt. Viele Jahre war ich beim ICF. Auch dort habe ich eine Gruppe geleitet.»

«Alles oder nichts»

Mit etwa 24 Jahren habe er immer mehr an seinem Glauben gezweifelt, sagt Bopp. «Es hat sich viel verändert in meinem Kopf. Ich habe mich vom Glauben entfernt.»

Die Zweifel seien für ihn «ein Schock» gewesen, denn er habe zuvor «Gott erlebt», erzählt Bopp: «Als Teenager konnte ich beten und hatte oft das Gefühl, ich werde erhört. Dann erlebte ich ein, zwei Jahre nichts, das mich Gott spüren liess.» Das habe ihm die Augen geöffnet.

«Festzustellen, dass ich vielleicht gar nicht glaube – das empfand ich als schmerzhafte Herausforderung.» Er habe nicht begonnen, an «einer kleinen Ecke» zu zweifeln. Sondern er habe sich gleich die grosse Frage gestellt: «Gott – ja oder nein? Es ging um alles oder nichts.»

Freundschaften verlieren sich

Sich von der Glaubensgemeinschaft zu lösen, sei für ihn tragisch gewesen, sagt David Bopp. Er habe sich entwurzelt gefühlt. «Es war ein schmerzhafter Prozess, zu gehen. Viele meiner Freundschaften wurden gewissermassen aussortiert, weil sie an das gemeinsame Thema Glaube gebunden waren.»

Die Gemeinschaft ist nur solange da, wie man Teil davon ist: «Wie in einem Fussballclub, wenn man sich die Sehne kaputtmacht und nie mehr trainieren gehen kann. Das Gros der Leute, die man gern hatte, bleibt da – und man ist weg. Das tut weh, denn man verliert auch ein Stück Halt.»

Bopp bedurfte eines neuen Weltbilds, um sich zurechtzufinden. «Wenn man sich als Teenager aus einer religiösen Gemeinschaft löst, ist es einfacher, dann ist das Weltbild noch nicht so gefestigt. Ich war 24, hatte mich in meinem Weltbild eingerichtet – und plötzlich stellte ich alles in Frage. Das brauchte viel Energie.»

Diese Entwicklung sei bei ihm bis heute nicht abgeschlossen, fügt er an: «Für mich ist Spiritualität noch immer ein offenes Thema.» Heute bezeichnet Bopp sich als Agnostiker. Die Religion spielt für ihn keine Rolle mehr.

Hinterfragt wird nicht

Hat David Bopp die Freikirchen als geistig enge Räume erlebt? «Die Freiheit wäre da – aber es gibt niemanden, der einem den Weg dahin zeigt», erwidert er. Das philosophische Denken und das Hinterfragen würden fehlen, es werde einem nicht vorgelebt.

Das liege auch an der Geschichte der Freikirchen, glaubt Bopp: «Gegründet wurden sie von Menschen, die an Dinge glauben und diese nicht theologisch hinterfragen wollen. Will man etwas hinterfragen, muss man sich dafür einen anderen Ort suchen.»

Getauft als Zeuge Jehovas

Auch Rino Zumerle hat den schmerzhaften Abschied aus einer Glaubensgemeinschaft erlebt. Über 20 Jahre lang war der vor Kurzem pensionierte IT-Fachmann aus dem Raum Biel ein Zeuge Jehovas.

1983 hatten er und seine Frau erste Kontakte zu dieser Gemeinschaft, weil sie für die beiden Töchter eine Kinderbibel suchten. Dass die Bibel die Grundlage für den Glauben der Zeugen Jehovas war, beeindruckte die Zumerles. Nach drei Jahren liess sich das Ehepaar taufen.

«Über Jahre besuchten wir die Versammlungen und gingen in der Gemeinschaft auf», sagt Zumerle. 1992 erhielt er ein Amt, er wurde Dienstamtgehilfe. «Einige Jahre später wurde ich zum Ältesten berufen. Das ist eine Person, die in der Gemeinschaft stärker auf andere achtet, ihnen hilft, sie lehrt und ihnen ein Vorbild ist.»

Ein Dilemma löst Zweifel aus

Trotz Verantwortung: 2003 begann er zu zweifeln. «Ich durchlebte wohl eine Midlife-Crisis. Ich war ungefähr 50 und fragte mich, was bisher in meinem Leben passiert war und was noch kommen würde. In dieser Zeit fingen meine Töchter an, die Religion zu hinterfragen, was schliesslich zu ihrem Ausstieg führte.»

Auch er habe sich grundsätzliche Fragen gestellt. Um seine damaligen Zweifel zu verstehen, müsse man sich vergegenwärtigen, was die Lehre der Zeugen Jehovas bedeutet: «Wer weggeht, ist verloren. Die Zeugen Jehovas sprechen davon, dass Gott im Krieg von Armageddon alles Böse auf dieser Erde vernichten wird. Nur die Gott wohlgefälligen Menschen überleben und kommen ins Paradies, wo sie ewig leben können.»

Wenn man das glaube, bedeute das: Wenn die eigenen Kinder aussteigen, dann sind sie verloren. «Meine Töchter könnten demnach Armageddon nicht überleben. Das hat mich beschäftigt.»

Ebenfalls beschäftigt hat Rino Zumerle das Kontaktverbot zu Abtrünnigen, das die Gemeinschaft verlangt. Er wollte seine Töchter nicht verstossen – aber auch nicht vortäuschen, er befolge dieses Gebot.

Das Leben muss sich neu ordnen

Sieben Jahre zweifelte er, kämpfte innerlich. «Ich brauchte diese Zeit, denn da waren viele Ängste. So war ich etwa im Begriff, die langjährige Beziehung zu meiner Frau zu verlieren.» Vieles musste Zumerle neu ordnen, gedanklich, aber auch im Leben. «Es war eine schmerzhafte Zeit», sagt er.

Er habe in jenen Jahren kaum mehr an etwas anderes denken können, ihn habe nur noch ein Thema beschäftigt: seine Loslösung von der Gemeinschaft. Nach einem Burn-out suchte er professionelle Hilfe.

Denn im Alltag fand er keine Unterstützung. Seine Ehe ging in die Brüche – und einen Freund ausserhalb der Gemeinschaft, mit dem er seine Fragen hätte besprechen können, hatte er nicht.

«Ein Zeuge Jehovas lebt vor allem in der Gemeinschaft. Sie begrenzt sein soziales Umfeld. Natürlich hat jeder Arbeitskollegen und Nachbarn. Aber diese Kontakte basieren auf einer losen Beziehung. Man geht keine Freundschaften ausserhalb der Gemeinschaft ein.»

Unumkehrlicher Ausstieg

Offene Ohren fand er schliesslich bei seinen Schwestern, mit denen er zuvor nur wenig Kontakt pflegte. Und auch seiner Mutter näherte er sich wieder an, nachdem er signalisiert hatte, dass er die Zeugen Jehovas verlassen wollte.

Mehrere Zeugen hätten mit ihm etwas unternehmen und diskutieren wollen, um ihn auf den rechten Weg zurückzuführen. Als sie erkannten, dass seine Abkehr weit fortgeschritten war, liessen sie ihn ziehen. Nach sieben Jahren voller Zweifel trat Rino Zumerle offiziell aus.

Was hat er dadurch gewonnen? «Da kommt mir ein grosses Wort in den Sinn: Freiheit.», sagt Zumerle. «Freiheit bedeutet für mich, dass ich eine Wahl habe. Und in der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas hatte ich keine Wahl.» Es gebe dort nur Schwarz oder Weiss, keine Schattierungen.

«Freiheit ist unbequem. Freiheit macht Angst. Freiheit hat man nicht einfach, man muss für sie kämpfen und an ihr arbeiten.» Er denke, dass sich viele Menschen genau deshalb in engen Gemeinschaften wohlfühlen. «Sie sind dort eingeschränkt, aber fühlen sich mitgetragen. Man geht gemeinsam einen Weg – die Freiheit ist da vielen gar nicht so wichtig.»

Mitglieder haben zu folgen

Bei der Infostelle «Relinfo» berät der Religionswissenschaftler Georg Schmid ausstiegswillige Mitglieder von Religionsgemeinschaften oder deren Angehörige. Am häufigsten ist er mit Mitgliedern von Zeugen Jehovas und Scientology beschäftigt.

«Sekten haben eine gewisse Radikalität. Sie erwarten viel von den Mitgliedern und versuchen trotzdem, alle Interessierten aufzunehmen», sagt Schmid. Sekten seien autoritäre Organisationen. Die Leitung beanspruche Lehrhoheit, Zweifel seien unerwünscht, die Mitglieder hätten zu folgen.

Oft liessen sich Menschen von den Verheissungen einer Gemeinschaft blenden, erklärt Schmid. Zu Beginn sähen sie alles durch die rosarote Brille: «Später kommen ihnen auch die Ansprüche der Sekte in die Quere. Viele geraten unter Druck, weil die Gemeinschaft nicht das bietet, was sie suchen. Wenn jemand aussteigen will, beginnt ein unangenehmer Prozess.»

Der Austritt wird immer schwieriger

Je länger jemand dabei war, desto schwieriger wird es. Weil man beim Austritt seine sozialen Kontakte und seine ethischen Koordinaten verliert. Weil man vielleicht jahrelang für den Kult gearbeitet hat und taugliche Referenzen für Bewerbungen fehlen.

Weil man vielleicht der Sekte per Testament sein Vermögen überschrieben hat und das Dokument sicher verwahrt in der Zentrale der Gemeinschaft liegt. Weil man durch die autoritäre Lehre das selbstständige Denken verlernt hat.

Ausstiegswilligen die Hand reichen

Menschen, die Anschluss suchen, sind oft leichte Opfer für Sekten, weiss der Ausstiegsberater Schmid: «Alte, Einsame oder Menschen am Rand der Gesellschaft.» In Beratungen rät er Familienangehörigen, deren Tochter oder Sohn sich einer Sekte angeschlossen hat, klar zu machen, dass sie für sie oder für ihn da seien. Denn ohne einen Rückhalt von aussen sei ein Ausstieg kaum zu schaffen.

«Radikale Gemeinschaften versuchen, Zweifelnde zu halten. Etwa indem sie befreundete Leute aus der Sekte auffordern, mit ihnen zu sprechen, sie wieder zu überzeugen», so Schmid.

Aber wenn das nicht funktioniert, seien Sekten meist dafür, dass die Zweifler gehen: «Damit die kranken Äpfel nicht die gesunden anstecken.» Dass Religionsgemeinschaften Ausstiegswillige rabiat auf Kurs brächten oder zurückholten, sei eine Legende.

Eine Gemeinde, ein Weltbild

Bei Freikirchen sieht Schmid das Hauptproblem in deren gesellschaftspolitischer Ausrichtung. Da stelle sich für ihn die Frage, wie konservativ man die Gesellschaft gestalten wolle.

«Freikirchen sind – im Gegensatz zu den Landeskirchen – bewusst einheitlich, was die Weltanschauung betrifft. Wenn jemand dazukommt, erwartet man von ihm, dass er sich einfügt.» Freikirchen erwarteten zudem Engagement: Man soll die Gemeinde finanziell und zeitlich mittragen. «Wer dazu nicht bereit ist, kann Probleme kriegen und sozialen Druck spüren.»

Im Gegensatz zu Sekten sei in Freikirchen immerhin klar, dass der Gemeindeleiter ein Mensch sei, der irren könne. Manche Mitglieder würden, wenn sie mit der Lehre nicht einverstanden sind, zu einer anderen Gemeinschaft wechseln – und später vielleicht austreten.

von |Februar 11th, 2018|2018|0 Kommentare

Jehovas Zeugen – #Pillowgate: Instruktionen für Bethelmitarbeiter über Porneia aufgetaucht

Am 25. Januar 2018 hat Lloyd Evans auf seinem YouTube-Kanal den Trailer für ein Video online gestellt, das Instruktionen für Bethel-Mitarbeiter enthält. Kurz darauf kursierte auf Twitter und anderen Netzwerken der Hashtag #pillowgateHintergrund ist eine Aussage von Gary Breaux, Helfer der Leitenden Körperschaft, der das Reiben an einem Kissen zwischen den Beinen, ohne dabei zum Höhepunkt zu gelangen, bereits als Masturbation beschrieb.

Zeugen Jehovas haben eine sehr spezielle Beziehung zur Sexualität. In den Versammlungen und Publikationen widmet man sich sehr oft der Sinneslust und versucht, bereits Kindern beizubringen, dass Masturbation Gott nicht gefällt und Sex nur innerhalb einer Ehegemeinschaft erlaubt ist. Es verwundert daher nicht, dass Ehen bei Zeugen Jehovas sehr früh geschlossen werden – anders ist es auch kaum auszuhalten.

1976 veröffentlichte die Wachtturm-Gesellschaft das Buch Mache deine Jugend zu einem Erfolg. Das Kapitel 5 behandelte die Themen Masturbation und Homosexualität. Dort hieß es:

„Sollte man […] der Ansicht sein, daß Masturbation zu einer natürlichen, normalen Betätigung des Körpers wird, weil sie eine allgemein verbreitete Gewohnheit ist? Lügen und Stehlen ist heute auch üblich. Würde man aber behaupten, dies werde dadurch zu etwas Natürlichem und Normalen?“ (Mache deine Jugend zu einem Erfolg, 1976, S. 36)

Selbstbefriedigung wird seitens der WTG mit Lügen und Stehlen gleichgestellt. Doch man geht noch einen Schritt weiter:

„Die meisten Ärzte sind der Ansicht, gelegentliche Masturbation schade dem Körper nicht. […] Ärzte und Psychotherapeuten sind allerdings unvollkommene Menschen, die Irrtümern unterworfen sind und deren Ansichten sich ändern. Es gibt aber einen Ratgeber, an den sich junge Leute wenden können und der beständig und frei von Irrtümern oder Fehlurteilen ist – Gottes Wort. Und wenn wir nicht nur ein längeres Leben, sondern ewiges Leben in der Gunst Gottes wünschen, sollten wir seine Weisheit und seinen Rat suchen.“ (Mache deine Jugend zu einem Erfolg, 1976, S. 36)

Aus meiner Sicht wird an dieser Stelle beim Jugendlichen Angst erzeugt: das ewige Leben steht auf dem Spiel. Ein Jugendlicher könnte meinen, dass er in Gottes Krieg – Harmagedon – vernichtet wird, wenn er seine Neigungen nicht unterdrückt. Die WTG schreibt außerdem, dass Ärzte nicht unbedingt die besten Ratgeber sind, da sie sich irren können. Fünf Absätze später outet sich die WTG selbst als Ratgeber und stellt dabei eine Behauptung auf, die meiner Meinung nach das Sexualleben von jungen Menschen enorm negativ beeinflussen kann:

„Gibt man dem Geschlechtstrieb einfach aus Schwäche nach, indem man sich selbst befriedigt, so gibt das einem bestimmt keine Kraft, wenn man vor einer Situation steht, in der man versucht wird, Hurerei – oder sogar Homosexualität – zu begehen. Im Gegenteil, es fördert verkehrtes Denken und verkehrte Wünsche. Masturbation kann sogar zur Homosexualität hinführen.“ (Mache deine Jugend zu einem Erfolg, 1976, S. 39)

Masturbation kann, nach Aussage der WTG, zur Homosexualität führen.

Der aktuelle Ratgeber für Jugendliche ist betitelt Fragen junger Leute. Das Kapitel 25 behandelt das Thema Selbstbefriedigung: Wie kann ich damit aufhören? Gleich zu Beginn ist die Rede von Luiz, der erzählt:

„Ich war 8, als ich mich zum ersten Mal selbst befriedigte. Später habe ich dann erfahren, wie Gott darüber denkt. Immer wenn ich dem Drang nachgegeben hatte, fühlte ich mich schrecklich. „Wie kann Gott jemanden wie mich lieben?“, fragte ich mich.“ (Quelle: Selbstbefriedigung: Wie kann ich damit aufhören?)

Natürlich fühlt sich der Junge schrecklich, wenn er merkt, dass er gegen etwas ankämpfen muss, dass seinem natürlichen Empfinden widerspricht. Das schlechte Gewissen hat ihn erst ergriffen, als man ihm erklärte, dass Gott dies angeblich nicht gutheißen würde. Einzig und allein der Interpretation älterer Männer ist es meiner Meinung nach geschuldet, dass Kinder und Jugendliche, während sie heranwachsen, mit Schuldgefühlen beladen werden.

Wie sehr sich die Wachtturm-Gesellschaft in die intimste Privatsphäre ihrer Anhänger einmischt, zeigen zwei Videos, die nun auftauchten und speziell für neue Mitarbeiter in den Zweigstellen von Zeugen Jehovas gedacht sind. Im ersten Moment könnte man meinen, dass es sich um Satire handelt, aber die WTG meint es mit den nachfolgenden Inhalten völlig ernst, wenn sie eine Art Verhaltenskodex aufstellt, und ihren Mitarbeitern Regeln und Hinweise in Bezug auf Kleidung, Sex und Masturbation mit an die Hand gibt.

Regelwerk zum Vermeiden von Selbstbefriedigung

Gleich vorweg möchte ich erwähnen, dass in der Bibel kein einziges Mal von Selbstbefriedigung oder Masturbation die Rede ist. Selbst in den Büchern von 3. und 5. Mose, in denen sexuelle Praktiken in unerträglichen Einzelheiten dargelegt werden, wird die Praxis der Selbstbefriedigung nicht erwähnt. Nichtsdestotrotz verurteilt die WTG seit vielen Jahren Masturbation als unreine Gewohnheit.

Gary Breaux, Helfer der Leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas und Mitglied des Dienstkomitees.

Im Video, dass sich speziell an Männer richtet, präsentiert Gary Breaux, Helfer der Leitenden Körperschaft, eine lange Liste von verschiedenen Szenarien und erklärt in einer Art „Frage-und-Antwort-Spiel“, ob es sich bereits um Masturbation handelt oder nicht.

Zum Beispiel, fragt er:

„Muss eine Person ihre Hände benutzen, um zu masturbieren? Nehmen wir an, dass ein Bruder eine Unterhose trägt, die so eng anliegt, dass sein Penis sich daran reibt, während er sich bewegt. Er wird erregt und ejakuliert sogar. Masturbiert er?“

Die Antwort lautet:

„Ja, tut wer, weil er bewusst seine Genitalien stimuliert, auch wenn er seine Hände nicht benutzt.“

Gary Breaux gibt anschließend folgendes zu bedenken:

„Muss es einen Orgasmus geben, damit es als Masturbation betrachtet werden kann? Angenommen, ein Bruder fängt an, seine Genitalien an einem Kissen zu reiben. Er bekommt eine Erektion, hört aber auf, bevor er einen Orgasmus bekommt. Masturbiert er?“

Bevor ich zur Antwort komme, möchte ich die Frage in den Raum werfen, wie die WTG auf diese Szenarien gekommen ist? Warum ausgerechnet Kissen? Wer hat sie auf die Idee mit der Unterhose gebracht? Auch wenn es vielleicht im ersten Momentan lustig klingen mag, so kann ich mir vorstellen, dass das Gewissen einiger Mitarbeiter sie so sehr plagte, dass sie sich jemanden anvertrauten. Im Anschluss müssen sich erwachsene Männer gemeinsam in einen Raum eingesperrt und die Vorfälle besprochen haben, um zu entscheiden, ob Gott diese Handlungen verurteilt oder es sich um eine Grauzone handelt. Wie auch immer, die Antwort zur Kissenfrage lautet:

„Ja, denn er stimuliert sich bewusst selbst, ob er einen Orgasmus hat oder nicht.“

Nun geht Gary Breaux näher auf das Unterbewusstsein ein:

„Wie sieht es mit einem nächtlichen Samenerguss aus, vielleicht sogar nach einem erotischen Traum. Ist das Masturbation?“

Die Antwort mag überraschen:

„Nein, Jehova hat dies zu einem Teil des Fortpflanzungssystems des Mannes erdacht, und das geschieht ohne jegliche bewusste Stimulation.“

Ich kann mir vorstellen, wie der Zuschauer des Videos innerlich aufatmet. Doch nicht so schnell:

„[…] aber wenn dir das passiert, wäre es gut zu prüfen, ob du dich vor dem Schlafengehen mit sexuellen Gedanken beschäftigt hast. Hast du in einer Position geschlafen, die dich stimuliert, z.B. mit einer Decke oder einem Kissen, das fest zwischen den Beinen gehalten wird? Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, wird es dir helfen, nicht in unreine Praktiken zu verfallen.“

Es ist also möglich in einer unreinen Position zu schlafen. Selbst dafür gibt es anscheinend Regeln. Breaux warnt im Anschluss davor, dass ein Christ nicht heilig sein kann, während er „unter dem Einfluss der Selbstbefriedigung“ steht. Das ist schon eine ziemlich deutliche Ansage, die ich in den offiziellen Publikationen der WTG so noch nicht gelesen habe.

Von der Selbstbefriedigung kommen wir nun zu den (neuen) Hinweisen, was aus Sicht der WTG alles zur Pornéia bzw. Hurerei gehört.

Pornéia neu definiert

Lange Zeit verstand die WTG unter Hurerei, jeglichen Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe. Wer Hurerei beging, wurde, wenn keine Reue nach Einschätzung der Ältesten vorlag, aus der Gemeinschaft verbannt und gemieden. Im Video wird Hurerei wie folgt definiert:

„Sexuelle Beziehungen zwischen Personen, die nicht miteinander verheiratet sind. Es umfasst Handlungen wie Oralsex, Analsex und Masturbation einer anderen Person. Es handelt sich immer um eine bewusste Manipulation der Genitalien und mindestens einer weiteren Person oder eines Tieres.“

Soweit, die für einen Zeugen Jehovas bekannte Auslegung des Begriffes Hurerei. Garry Breaux geht im Video nun näher auf die „Manipulation der Genitalien“ ein:

„Handelt es sich bei der Manipulation der Genitalien immer um den Gebrauch der Hände? Nicht unbedingt. Nehmen wir an, ein Bruder bezahlt eine Stripperin für einen Lapdance, der sich über mehrere Minuten erstreckt, und sie reibt ihre bedeckten Genitalien an seinem Bein, während er voll bekleidet ist. Er wird erregt, aber er ejakuliert nicht.“

Die wenigsten Zeugen werden mit einem Lapdance ihre Erfahrung gemacht haben, aber spätestens jetzt, könnten sie vielleicht auf den Geschmack gekommen sein.

„Handelte es sich um Porneiéa? Seine Genitalien werden nicht manipuliert und er berührt die Genitalien der Frau nicht mit seinen Händen, aber er begeht Hurerei, indem er ihr erlaubt, sein Bein zu benutzen, um ihre eigenen Genitalien zu stimulieren.“

Heißt das, solange kein direkter Kontakt zur Stripperin entsteht, ist alles in Ordnung? Ich frage mich, wie lange und intensiv die Leitende Körperschaftoder deren Helfer diskutierten, bis sie sich einigten, und zu dem Schluss kamen, dass der Bruder Hurerei begeht, wenn er „ihr erlaubt, sein Bein zu benutzen, um ihre eigenen Genitalien zu stimulieren“.

Im Video wird nun erklärt, dass man sich auch ohne direkten Hautkontakt der Hurerei „schuldig“ machen kann:

„Kann es sich um Hurerei handeln, auch wenn es zu keinem direkten Hautkontakt gekommen ist? Nehmen wir an, ein Bruder legt sich auf seine Freundin, während beide bekleidet sind, und sie imitieren dabei den Geschlechtsverkehr. Begehen sie Hurerei?“

Ein Tipp: wer bereits so weit gegangen ist, sollte es bis Ende durchziehen:

„Sie haben zwar ihre Kleidung an, aber die Genitalien von beiden werden stimuliert, so dass sie Hurerei begangen haben, unabhängig davon, ob ein Höhepunkt erreicht wird oder nicht.“

Laut WTG, ist dies sündiger als zwei Menschen, die sich nackt ausziehen und gemeinsam masturbieren.

Wer immer noch mit dem Kopf schüttelt und sich fragt, wie es sein kann, dass die WTG so detailliert auf die einzelnen Szenarien eingeht, dem empfehle ich das Buch Der Gewissenskonflikt von Raymond Franz. Er beschreibt, wie die Leitende Körperschaft Entscheidungen bis ins Schlafzimmer einzelner Anhänger getroffen hat, und seiner Aussage nach, sogar die Sexualpraktiken verheirateter Paare vorgab. Anscheinend werden sie überhäuft von Anfragen, ab wann Hurerei vorliegt und wann nicht. Und theoretisch handelt es sich bereits um Hurerei, wenn ein Paar miteinander tanzt und sich dabei gelegentlich die Leiste mit dem Hinterteil trifft (ich wahre die Con­te­nance), oder das eigene Bein die Geschlechtsteile des Gegenübers streift und man dadurch erregt wird.

Das folgende Szenario übertrifft die vorherigen bei Weitem, und man möchte meinen, dass die Antwort auf der Hand liegt:

„Zwei Brüder masturbieren voreinander, aber ohne sich zu berühren. Handelt es sich um Hurerei?“

Die Antwort:

„Nein, da weder die eine noch die andere Person berührt wird. Es ist jedoch eine grobe Missachtung der Gesetze Jehovas und eine schwere Sünde, die von den Ältesten behandelt werden muss.“

Ein Paar, dass komplett angezogen, ihre Leisten aneinander reibt ohne zum Höhepunkt zu gelangen, begeht bereits Hurerei und könnte unter Umständen ihr soziales Umfeld verlieren. Zwei Männer, mitunter homosexuell, schaukeln sich völlig nackt gegenseitig zum Höhepunkt und ihnen droht maximal ein Gespräch mit den Ältesten ohne nennenswerte Konsequenzen.

Wir sind noch nicht am Ende, aber mittlerweile ist klar, dass diese Videos ein Niveau, pharisäischen Wahnsinns erreicht haben, der sämtliche Richtlinien der WTG in den Schatten stellt.

Homosexuelle – eine Bedrohung

Gary Breaux legt im Video besonderen Fokus auf enge Kleidung.

„[…] enge Kleidung [sollte] vermieden werden, da man dies mit Homosexualität in Verbindung bringen könnte. Über welche Art von Kleidung reden wir? Einige Outfits sind entworfen worden, um das Aussehen eines Mannes zu feminisieren, wie es Homosexuelle versuchen, besonders wenn sie Gesäß und Genitalien unterstreichen.“

In den letzten Jahren wurden Zeugen Jehovas wiederholt darauf hingewiesen „enge Hosen“ zu meiden. Besonders die Ansprachen von Tony Morris, Mitglied der Leitenden Körperschaft, über „enge Hosen“, die er als Teil einer homosexuellen Verschwörung betrachtet, sind berüchtigt.

Die zwei Jungs auf der rechten Seite, tragen aus Sicht der WTG zu enge Hosen. Quelle: https://www.jw.org/de/publikationen/zeitschriften/wachtturm-studienausgabe-januar-2017/wenn-bescheidenheit-auf-probe-gestellt-wird/

Breaux führt im Video auf unerträgliche Weise weiter aus, warum enge Hosen böse sind:

„[…] es macht es schwieriger, den Unterschied zwischen einem homosexuellen und einem heterosexuellen Mann zu erkennen, wodurch sich Homosexuelle einschleichen.“

Besonders nach Außen vertritt die WTG die Einstellung, dass sie „nur“ die Handlungen Homosexueller nicht gutheißen würden, aber ansonsten nichts gegen sie als Menschen haben. Solche Äußerungen, wie im zugrunde liegenden Video, lassen jedoch das Gegenteil erkennen. Die WTG geht sogar noch einen Schritt weiter:

„Manchmal kann es vorkommen, dass du mit gleichgeschlechtlichen Wünschen zu kämpfen hast oder dies bei anderen beobachtest. Das bedeutet nicht, dass du oder sie homosexuell sind, aber du solltest auf der Hut sein.“

Gary Breaux wird noch etwas konkreter:

„Stell dir folgende Situation vor: Eine Gruppe von Single-Brüdern isst gemeinsam zu Abend und nach dem die meisten von ihnen zu Bett gegangen sind, bleiben zwei von ihnen im Zimmer zurück und trinken gemeinsam Alkohol. Plötzlich fragte der eine den anderen, ob er schon mal mit einer Erektion aufgewacht ist. Sie befassen sich plötzlich mit sexuellen Dingen. Flirten sie? Ihr Gespräch kann in ihnen sexuelle Begierden wecken, obwohl sie gleichgeschlechtlich sind. Dies könnte leicht die Neugierde über den Körper des anderen wecken. Täusche dich bitte nicht, wenn du denkst, dass dir das nie passieren könnte. Behalte im Sinn, dass Alkohol die Hemmungen senkt und Gedanken hervorkommen lassen kann, die du normalerweise unterdrücken würdest.“

Anstatt die Tatsache zu akzeptieren, dass manche Menschen einfach nur schwul sind, und dass es in Ordnung ist, schwul zu sein, sucht die WTG verzweifelt nach einem Sündenbock, in diesem Fall den Alkohol, der „reine und saubere“ Heterosexuelle, in homosexuelle Sünder verwandelt.

Im Vortrag von Breaux werden noch viel mehr dieser Szenarien skizziert und mit Details ausgeschmückt, wobei er jedes Mal betont, dass „normale“ heterosexuelle Männer in Gefahr geraten können, wenn sie beispielsweise ein Handtuch etwas zu tief tragen oder einem lauernden Homosexuellen den Rücken zukehren.

Breaux bezeichnet Homosexualität als „pervertierte Praxis“ und führt weiter aus:

„Satan führt Krieg, um das Denken der Menschen in Bezug auf Homosexualität zu verunreinigen. Jehova hat seine Einstellung nicht geändert. Einige Israeliten erlaubten es den Nationen um sie herum, sie mit homosexuellen Wünschen und Praktiken zu verunreinigen. Wenn du Römer 1 Vers 24 betrachtest, kannst du erkennen, wie Jehovas darauf reagiert hat.“

Die WTG betrachtet Homosexualität als „Verunreinigung“. Breaux bezieht sich zudem auf eine Schriftstelle, die in Übereinstimmung mit der Lehre der WTG aussagt, dass Homosexualität eine Sünde ist, die den Tod nach sich zieht.

Gary Breaux schließt das Thema dann mit den Worten ab:

„Homosexualität ist unheilig und widerwärtig für Jehova, und er wird dies unter seinen ergebenen Dienern nicht tolerieren. Bewegt dich deine Liebe zu Jehova dazu, die gleiche Sichtweise zu vertreten?“

Dass die WTG eine Abneigung gegen Homosexualität hat, zeigte sie bereits öffentlichkeitswirksam mit ihrem KindervideoEin Mann, eine Frau. Meiner Meinung nach, gehen sie mit diesem Video noch ein ganzes Stück weiter und tragen ihre Ansichten ziemlich unverblümt vor – vielleicht weil sie sich in Sicherheit wogen, dass die Videos nie nach Außen gelangen.

Die weibliche Sexualität – nur eine Kopie

In gewisser Weise ist das Video, das sich an Frauen richtet, nur eine Kopie des Videos für Männer. Es wird präsentiert von Ralph Walls, ebenfalls Helfer der Leitenden Körperschaft, und er deckt viele Themen ab, die auch von Breaux behandelt werden. Aber es gibt Unterschiede, von denen einige sehr aufschlussreich sind.

Ralph Walls, ebenfalls Helfer der Leitenden Körperschaft und Mitglied des Personalkomitees.

Im Video für die „Schwestern“ wird der Schwerpunkt viel stärker auf Kleidung und Pflege gelegt. Frauen ist es untersagt kurze Röcke oder Kleider zu tragen, die über dem Knie liegen, Oberteile mir tiefen Ausschnitten oder generell alles, was als „eng“ oder „freizügig“ angesehen wird.

Walls macht immer wieder Aussagen, die auf das Gleiche hinauslaufen, dass Frauen im Grunde genommen Objekte der Versuchung für Männer sind und damit verpflichtet sind sich zu bedecken. Er spricht immer wieder davon, dass eine „sexy“ Erscheinung inakzeptabel und unfair gegenüber den unschuldigen Brüdern sei, die sie anschauen müssen, und zitiert sogar einen männlichen Zeugen, der über „weltlich“ gekleidete Frauen spricht:

„Ich persönlich finde es ziemlich schwer, immer anständige Gedanken bei jüngeren Frauen zu haben, wenn ich sehe, wie sie sich kleiden.“

Anscheinend tragen Männer gemäß der WTG nicht die Verantwortung für ihre Gedanken. Das überträgt man lieber auf die Kleiderwahl der Frauen. Demnach sollten Frauen eher ihre Garderobe kontrollieren, als Männer ihre Gedanken.

Im Gegensatz zu dem Video für Männer, wird Masturbation nur kurz angerissen. Walls bezeichnet die Masturbation bei Frauen sogar als „Selbstmissbrauch“. Auch die gleichgeschlechtlichen Themen werden nur flüchtig erwähnt. Dies ist besonders deshalb interessant, weil Breaux in seinem Vortrag an die Männer, sehr umfassend und detailliert auf dieses Thema eingeht. Entweder kann sich die WTG nicht vorstellen, dass Frauen miteinander Sex haben oder dass es nicht wert ist dieses Thema zu betrachten.

Letztendlich wird dadurch, meiner Ansicht nach, das Verständnis der WTGüber Sexualität deutlich: es wird alles aus der Sicht des Mannes betrachtet, und die weibliche Sexualität wird nur insoweit diskutiert oder fokussiert, wie sie sich auf Männer auswirkt. Es überrascht daher nicht, dass Zeugen Jehovas eine patriarchalisch, hierarchisch organisierte Institution sind, die von Männern geleitet wird. Dies beweist auch die Tatsache, dass der Vortrag, der sich an Frauen richtet, von einem Mann gehalten wird.

Eine Frau allein unter Männern

All dies führt uns zu einem der schrecklichsten Momente in diesem Video. Nach dem Vortrag, der Frauen darin belehrt, wie sie sich in sexueller Hinsicht, Männern gegenüber verhalten sollten, fährt Walls fort:

„Was solltest du tun, wenn du bemerkst, dass du Hilfe benötigst? Bitte wende dich an eine reife Schwester oder an die Ältesten. Gemäß Jakobus 5,14-15 sind diese Männer von Jehova eingesetzt worden, um uns aufzurichten.“

Frauen werden von der WTG dazu angehalten, sich einem männlichen Ältesten zu öffnen, wenn sie gegen eine der Regeln und Vorschriften verstoßen, um dann dem Ältesten intime sexuelle Informationen prei zu geben, damit der Älteste ihr einen Rat erteilen kann. Dies geschieht fast immer in einer geschlossenen Umgebung mit mindestens zwei Ältesten. Es sollte eigentlich klar sein, wie unangemessen dies ist. Tatsächlich gibt es Erfahrungen von ehemaligen Zeuginnen, die berichten, dass Älteste auf erniedrigende Weise immer mehr Details der „Sünde“ forderten. Hierbei sei auf die Royal Commission hingewiesen, in deren Untersuchungen festgestellt wurde, dass die Praxis der Ältesten, die eine Frau im Zusammenhang mit einem Missbrauch verhört haben, zutiefst inakzeptabel war.

Zwar spricht Walls über die Möglichkeit, sich einer Frau anzuvertrauen, doch dies bedeutet nicht, dass die „Sünde“ ohne männliche Beteiligung behandelt werden kann. Wenn sich eine Frau einer „reifen Schwester“ bezüglich intimer sexueller Gewohnheiten anvertraut, dann ist diese „reife Schwester“ verpflichtet, den Ältesten Bericht zu erstatten, wenn sich die Frau eine Verfehlung, im Sinne der WTG, geleistet hat. Und diese Ältesten sind dann verpflichtet, nach dem sexuellen „Fehlverhalten“ zu fragen, wenn ihrer Meinung nach, die Informationen für den „Fall“ relevant sind.

Das traurige daran ist, dass die Frau mitunter so indoktriniert worden ist, dass sie glaubt, dass es Jehovas Wille sei, sich den älteren Männern anzuvertrauen und sie sonst Gefahr läuft in Harmagedon vernichtet zu werden.

Darüber hinaus

Beide Videos erwähnen zusätzlich die Praxis des „Flirtens“ und geben Richtlinien vor, die das Verhalten mit dem anderen Geschlecht regeln. Laut diesen Videos bedeutet das bloße Kompliment für die Frisur, dass er oder sie beabsichtigt, den Gegenüber zu „umwerben“. Diese Regeln sind so absurd, dass sie die Interaktionen zwischen Mann und Frau innerhalb der Organisation, in ein Minenfeld von „sündigen Anzeichen“ verwandelt.

Bedauerlicherweise könnte man noch weit mehr an diesen Videos kritisieren. Doch es zeigt deutlich, dass die WTG ein sehr verzerrtes Bild über die Sexualität vertritt. Sie betreiben Mikromanagement, in dem sie diffizil in die intime Privatsphäre ihrer Mitglieder eingreift und dies sogar bis hin zur inakzeptablen Schlafposition. Dieses Verhalten gleicht aus meiner Sicht den Pharisäern, die in den Evangelien beschrieben sind und von denen es heißt: „Sie schnüren schwere und unerträgliche Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern […]“. Die WTG erklärt diese Worte wie folgt:

„Mit den Lasten meint Jesus die mündlichen Überlieferungen sowie die Gesetzesauslegung der Pharisäer. Da die Gesetzesexperten darauf bestehen, dass sich alle daran halten, machen sie den Menschen das Leben schwer.“ (Quelle: Zu Gast bei einem Pharisäer)

Auch die Gesetzesauslegung der WTG erschwert den Menschen innerhalb der Organisation das Miteinander und die normale Sicht auf den eigenen Körper. Man kann nur hoffen, dass diese Richtlinien sich nicht auf die Anhänger außerhalb der Zentralen ausweiten, und Kinder sowie Jugendliche nicht noch mehr in ihrer sexuellen Entfaltung gestört werden.

Die Inhalte der Videos zu lesen ist eine Sache, noch verrückter wird es, wenn man Gary Breaux und Ralph Walls dabei zusieht, wie sie sich ihren Weg durch das Drehbuch bahnen, voller sexueller Bilder und detailreichen, unsinnigen Sexregeln, die im ernsthaften Tonfall vorgetragen werden. Lloyd Evans, der die Videos veröffentlicht hat, füllt die Videos mit amüsanten Kommentaren und macht die unglaublichen Medienmomente der WTG etwas erträglicher.

Ein Teil des Textes stammt von jwsurvey.org, verfasst von Daniel Walker. Die originalen und ungeschnittenen Videos sind ebenfalls auf jwsurvey.org einsehbar.

von |Januar 29th, 2018|2018|1 Comment

Jehovas Zeugen – Die Wachtturm-Gesellschaft in der Krise? Im Bethel wächst die Frustration

Viele befassen sich schon lange mit der Frage, wie lange noch die WTG angesichts der Ereignisse der letzten Jahre überleben kann.

Vor zwei Jahren implementierte die WTG ein 5-Jahres-Kostensenkungsprogramm, in dem alle Zweigbüros aufgefordert wurden, die Kosten um mindestens 10% zu reduzieren, wobei das bevorzugte Ziel auf 25% erhöht wurde.

Im Frühjahr 2015 bat Stephen Lett um Spenden, nachdem er erklärt hatte, dass die WTG mehr Geld ausgibt als einnimmt. Sechs Monate später kündigten WTG-Funktionäre in einem privaten Seminar an, dass Letts Aufruf zu zusätzlichen 30 Millionen Dollar Spenden führte, aber das würde ihre finanziellen Probleme nicht aufwiegen und sie würden mit den Entlassungen und Kürzungen fortfahren.

Wie ihr wisst, waren die Kürzungen erheblich. Abgesehen von den Entlassungen im Bethel wurden alle nicht essentiellen Projekte der Zweigbüros entweder gestrichen oder auf Eis gelegt. Der WTG bat die Zweigbüros, so viel Ausrüstung wie möglich zu verkaufen, einschließlich schwerer Ausrüstung, Drucker usw. Alle Gelder waren dafür vorgesehen, Warwick fertig zu stellen und dann ihre Kräne und Fahrzeuge im Wert von Millionen von Dollar und andere hochpreisige Werkzeuge, bis auf 5-Schraubenzieher; zu verkaufen.

In der Zwischenzeit erwarb die WTG vier Scanner im Wert von 8.000 US-Dollar und scannte alle in Brooklyn befindlichen Dokumente, wobei nur die Dokumente aufbewahrt wurden, die sie laut Gesetz aufbewahren müssen.

Die WTG gab der Stadt New York Zehntausende pro Jahr, nur um seine Tunnel- und Luftbrückenräume zwischen den Gebäuden zu erhalten. Dies war keine Steuer, es wurde eine Gebühr bezahlt, weil New York den Untergrund und den Luftraum besitzt. Der Umzug nach Warwick hat diese kostspieligen Zahlungen überflüssig gemacht.

Zweigbüros auf der ganzen Welt haben Mühe, mit ihren eigenen Buchhaltungsvorschriften Schritt zu halten. In Südafrika kämpfen über 1400 Versammlungen damit, ihre von der Regierung vorgeschriebenen Steuererklärungen zu erstellen. Die meisten Versammlungen haben 2-4 Jahre keine Steuererklärungen eingereicht, in erster Linie, weil lokale Älteste nicht verstehen, wie man sie erstellt, und ehrlich gesagt sind sie nicht an den steuerlichen Aspekten ihrer Religion interessiert. Diese Ältesten werden neu geschult und wurden vom Zweigbüro als „ungehorsam“ bezeichnet.

Die WTG hat diese Maßnahmen als Vereinfachung dargestellt und Dutzende von denen, die ihre Vollzeitarbeit verloren haben, dazu gedrängt, zu berichten, wie glücklich sie wären, ihre neue Dienstaufgabe zu akzeptieren. Im Klartext – sie sind auf sich gestellt. Keine Gesundheitsversorgung, keine Arbeit, keine Ausbildung. Ihnen wird gesagt, dass sie einfach gehen und Pionierdienst leisten sollen.

In Namibia hat die Regierung die Bitte der WTG abgelehnt, ihnen den Arbeitgeberstatus abzuerkennen, da dies die WTG zwingt, allen Vollzeitdienern – wie den Betheliten – Sozialversicherungsleistungen zu zahlen. Dies ist auch in anderen Ländern passiert. Der WTG muss diese Leistungen bezahlen. Dies wirft die Frage auf, ob jemals anderen vollzeitbeschäftigten Zeugen Jehovas rund um den Globus, Sozialleistungen gezahlt werden, die sie ebenfalls verdient hätten.

Die WTG sieht, wie ihre Vermögenswerte in Russland verschwinden, während sie in den USA und anderswo für Kindesmissbrauchshandlungen und andere Rechtsfälle zahlt. Die WTG hat die Verantwortung für alle Königreichssäle weltweit übernommen, aber viele Versammlungen sind verzweifelt und warten auf Renovierungen, die über das hinausgehen, was sie sich leisten können.

Gegenwärtig gibt es in Südafrika Meinungsverschiedenheiten wegen des festen Pro-Kopf-Betrags, der für jeden Verkündiger angerechnet wird, der an einem Kreiskongress teilnimmt. Viele Älteste haben dies lautstark in Frage gestellt und haben den Geldbetrag benannt, der jedem Kreis als Rechnung belastet wurde. Dies kommt bei vielen Ältesten nicht gut an, insbesondere bei denen in weniger wohlhabenden Gebieten. Die WTG hat ein Team von Ältesten entsandt, um ihr Denken und ihre Buchhaltungsprozeduren zu korrigieren.

Die WTG führt nun ein neues Akten-Verwaltungs-Programm ein, zusammen mit einem Verfahren zur Vernichtung von Dokumenten, das sicherstellen soll, dass keine Dokumente existieren, die die WTG mit irgendeiner rechtlichen Verantwortung oder Auswirkung verbinden würde. Der Aufseher des Akten-Verwaltung-Programms berichtet von einem Fall, bei der eine handgeschriebene Notiz der WTG über 200.000 Dollar kostete – einfach, weil ein ZJ-Ältester im Hauptbüro ehrlich war und ein schriftliches Dokument vorlegte, das die WTG mit einem großen Rechtsstreit mit einem früheren Lieferanten verband. Die WTG hat deutlich gemacht, dass diese Aufzeichnungen gemäß ihrem neuen Aktenverwaltungs- und Vernichtungsverfahren vernichtet werden müssen.

Ab 2018 wird die WTG ein Programm implementieren, bei dem jedem einzelnen Zeugen Jehovas eine Datenbanknummer zugewiesen wird und seine Informationen in der globalen WTG-Datenbank gespeichert werden. Derzeit sind in den USA nur 40% der Verkündiger in ihrer WTG-Datenbank registriert. Alle Zeugen Jehovas werden eine Nummer erhalten und verfolgbar werden, wenn wir diesen Eingriff in die Privatsphäre in den USA und auf der ganzen Welt nicht verhindern können.

Die WTG ist sehr verärgert und besorgt über alle undichten Stellen, die aus ihrer Zentrale kommen. Sie verwenden jetzt Office 365 und betten Daten in PDF-Dateien ein, um zu ermitteln, woher die Lecks kommen. Im südlichen Bezirk von New York haben sie gerichtliche Vorladungen an verschiedene Internet-Provider in den USA, zusammen mit Google, Inc. verschickt, in einem Versuch, die Quelle der Lecks ausfindig zu machen und die Personen zu identifizieren, die an der Verbreitung ihrer Literatur und Videos beteiligt sind. Die WTG fordert für sich selbst Redefreiheit, versucht sie aber denjenigen zu verweigern, die ihr öffentlich zugängliches Material teilen, das übrigens nicht aus finanziellen Gründen verteilt wird.

Die WTG versucht weiterhin, diese Lecks zu stopfen, wie beim sprichwörtlichen Damm in Holland, aber ihnen gehen die Hände – und Anwälte – aus, um diese Lecks zu schließen. Wir haben weit mehr, als ihnen bewusst ist, und sie können nichts tun, um den Informationsfluss außerhalb der Weltzentrale zu stoppen.

Das Cart-Witnessing (Zeitschrifternständer)-Programm fängt endlich an, nach hinten loszugehen. Zeugen werden angesprochen und hartnäckige Fragen zu Kindesmissbrauch, Meidung und anderen Dingen gestellt. Wenn du auf einem öffentlichen Platz stehst und eine Religion vertrittst, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Öffentlichkeit die Punkte verbindet und die Trolleys (Zeitschriftenständer) Stück für Stück auf den Schrottplatz gebracht werden.

In Kanada, den USA, Irland, Australien, den Niederlanden und vielen anderen Ländern nehmen die Regierung und die Medien Kenntnis von dem öffentlichen Aufschrei nach Gerechtigkeit – Gerechtigkeit für Missbrauchsopfer und gegenüber Opfern von auferlegten und angeordneten Meidungen. Der Oberste Gerichtshof Kanadas wird dieses Jahr in einem Fall entscheiden, der Meidung und Diskriminierung beinhaltet, und wenn die WTG diesen Fall verliert, werden die Auswirkungen weltweit spürbar sein.

Ja, Geld ist ein Problem für die WTG. Dennoch haben Mitglieder der leitenden Körperschaft wie Samuel Herd öffentlich erklärt, wie schön ihre neue Umgebung im Bethel ist – wie sie die Vögel zwitschern hören, wenn sie das ruhige Hinterland von New York beobachten.

Unterdessen wurden die Zeugen Jehovas in Russland wegen der Einhaltung der Richtlinien der leitenden Körperschaft inhaftiert. Junge koreanische Zeugen schmachten ohne Grund im Gefängnis. Zeugen Jehovas in Eritrea verkommen in Gefängniszellen – einige seit Jahrzehnten, während die Koalition aus übergewichtigen, geschäftsführenden Mitgliedern der Leitenden Körperschaft Tränen für die Männer und Frauen vortäuschen, die in Wirklichkeit ihre Sklaven sind.

Wie die Opfer des Stockholmer Syndroms unterstützen Jehovas Zeugen weiterhin die einzige Organisation, von der sie glauben, dass sie die Antworten hat, identifizieren sich mit ihren Entführern und verehren sie – Männer, die wenig Sympathie für die Opfer von Kindesmisshandlung, Meidung oder für solche, die durch ihre Lehre über das Blut zu Tode gekommen sind.

Geoffrey Jackson, Mitglied der leitenden Körperschaft erklärte 2015 vor der Royal Commission in Australien lieblos, dass er nicht einmal die Details der Opfer gelesen habe, die vor der Kommission ausgesagt hatten. Er konzentrierte sich auf seine Verteidigung, wie ein Narzisst, der glaubt, dass sie das Zentrum des Universums sind, unfähig, sich in echte Menschen mit echten Problemen einzufühlen.

Tony Morris erklärte mehrfach, dass er über die europäischen Hosen für Männer, die von den Homosexuellen, die er so leidenschaftlich hasst, entworfen wurden, erbost ist – und machte mit dieser Tirade weiter, indem er Fotos neben einander stellte, die zeigen wie richtige Hosen im Vergleich zu “engen Hosen” aussehen. In einem neuen privaten Video nur für Bethel-Mitglieder wurde dieser Krieg gegen fragwürdige Hosen, Socken und Strumpfhosen bekräftigt, wobei die WTG dafür sogar Dinge heranzog, die selbst Jesus verblüffen würden, wenn er heute die Erde zu durchwandeln hätte.

Die Klagen häufen sich, die Geldstrafen werden verschärft, das öffentliche Bewusstsein für den gefährlichen und kontrollierenden Einfluss der Wachtturm-Gesellschaft auf die Anhänger wird im Jahr 2018 zu einem Spektakel werden. Wenn mehrere Dokumentationen gefilmt, Proteste organisiert und Klagen eingereicht werden, können Jehovas Zeugen wählen sich anzuschnallen um den Unfall zu überstehen – oder sie können diesen Gurt lösen und sich aus dem Fahrzeug befreien, das gerade Feuer fängt.

Wie lange wird das alles dauern? Das ist schwer zu sagen. Aber man möchte folgendes dazu sagen – jeder von uns kann dazu beitragen, dass, was wir wissen, mit der Öffentlichkeit zu teilen. Findet Webseiten, von denen ihr glaubt, dass sie ehrlich und akkurat sind – und macht sie bekannt. Findet Bücher, die ehrlich und aufrichtig sind – und weist darauf hin. Erzähle deine Geschichte. Zeige dein Mitgefühl für diejenigen, die noch gefangen sind.

Es gibt Millionen, gefangen in einem geistigen Gefängnis, aber wir können ihnen helfen. Machen wir es möglich.

Quelle: watchtowerdocuments.com | Barbara Anderson

*Barbara Anderson war Angehörige der Zeugen Jehovas von 1954 bis 1997. Sie war in der Wachtturm-Weltzentrale in Brooklyn, New York, von 1982 bis 1992 tätig. Sie stellte unter anderem auch umfangreiche Nachforschungen betreffs sexuellen Missbrauchs von Kindern in dieser Religion an, wodurch sie zu einem offenen Kritiker der Zeugen Jehovas-Richtlinien betreffs sexuellen Missbrauchs wurde, was zu Interviews in führenden Fernseh- und Rundfunkkanälen führte.

von |Januar 18th, 2018|2018|3 Kommentare

Jehovas Zeugen – Das Bethel in Griechenland steht zum Verkauf

Das Gebäudekomplex der Zeugen Jehovas, dass als „Bethel“ bekannt ist, steht per Immobilie zum Verkauf in Marousi – 77 Kifisias Avenue, Athen.

DANOS, ein Allianzmitglied der BNP PARIBAS REAL ESTATE, wurde beauftragt, alle notwendigen Maßnahmen für den Verkauf einer Immobilie in Marousi durchzuführen. Es ist ein alleinstehendes Gebäude mit einer Fläche von 4.172,54 m² mit einem verbleibenden Gebäudekoeffizienten, der den Bau von zusätzlichen Quadratmetern ermöglicht.

Jehovas Zeugen, insbesondere die leitende Körperschaft, sagten immer, dass die „Gewässer Babylons“ vor Harmagedon fast vollständig ausgetrocknet sein würden. Heute muss man sich fragen, ob sie die ganze Zeit eigentlich über sich selbst prophezeit haben.

Wenn ein Bethelheim, das „Haus Gottes“, an „Weltmenschen“ verkauft werden muss, kann dies nicht für den „Segen Jehovas“ sprechen. Hieß es in der Heiligen Schrift nicht, dass „Jehova“ in der „Endzeit“ sein Volk übernatürliche Mehrung verschaffen würde, damit alle anderen auch erkennen können? Bei Jehovas Zeugen scheint genau das Gegenteil der Fall zu sein. Immer mehr Bethelheime und Versammlungen werden aufgelöst, und später für teures Geld verkauft.

Was geschieht mit den Bethel-Mitarbeitern? Benötigt die Wachtturm-Organisation dieses Geld, um gegen die weltweiten Klagen und Strafprozesse bzgl. des Kindesmissbrauchs Schadensersatz zu zahlen? Versucht die leitende Körperschaft sich schleichend aus den Ländern immer weiter zurück zu ziehen, um vor dem kompletten Einsturz des Wachtturms als reiche Männer sich irgendwo anders ein sorgenfreies Leben aufzubauen?

Fest steht, dass jedem Zeugen Jehovas die aktuelle Entwicklung der Organisation ihm sehr zu denken geben sollte. Alles Ereignisse die weltweit stattfinden und zugleich immer wieder ein Faktum beweisen: Gottes Geist ist nicht mit dieser Organisation, die von sich selbst behauptet, das „wahre Volk Jehovas“ zu sein!

Quelle: danos.gr

von |Dezember 16th, 2017|2017|3 Kommentare

Entlassene Bethelmitarbeiter in Spanien zum Verzicht auf soziale Rechte genötigt

Überraschend haben kürzlich auch im spanischen Bethel der Zeugen Jehovas viele Mitarbeiter einen Brief erhalten, in dem ihnen lapidar mitgeteilt wurde, dass ihre Dienste nicht länger benötigt würden. Diese Maßnahme an sich ist keine Besonderheit, da in der zweiten Hälfte 2015 viele hauptamtliche Bedienstete der Wachtturmgesellschaft (WTG), sogenannte Vollzeitdiener, weltweit die Ankündigung erhalten haben, dass sie ihre auf Lebenszeit sicher geglaubte Position verloren haben.

Was den Vorgang in Spanien besonders erscheinen lässt, ist der Hinweis darauf, dass die von der Entlassungsmaßnahme ohnehin schon hart getroffenen Zeugen Jehovas von der Leitung ihres Bethel gedrängt wurden, eine Erklärung zu unterschreiben, nach der sie ihre Tätigkeit auf eigenen Wunsch aufgeben würden und auf alle ihnen aus ihrem vorherigen Beschäftigungsverhältnis zustehenden sozialen Rechte verzichten.

Im Unterschied zu anderen Ländern hat die spanische Regierung das von der WTG praktizierte Verfahren, ihre hauptamtlichen Mitarbeiter als Ordensmitglieder ihrer Glaubensgemeinschaft, die auf freiwilliger und unentgeltlicher Basis tätig seien und daher nicht als Angestellte oder Arbeiter eingestuft werden könnten, nicht anerkannt.

Die WTG wurde verpflichtet, ihren Vollzeitbediensteten in Spanien grundlegende soziale Rechte einzuräumen, da es sich bei der Wachtturmorganisation tatsächlich um eine kommerzielle Unternehmung und bei dem Beschäftigungsverhältnis folglich um eine Arbeitgeber/Arbeitnehmerbeziehung handele. Die jetzige Verzichtserklärung, zu der die Bethelmitarbeiter genötigt wurden, erfüllte jedoch nicht den von der WTG erhofften Zweck. Die Regierung in Madrid hat angesichts dieses Vorgangs eine offizielle Untersuchung eingeleitet.

Bedauerlicherweise haben alle Betroffene auf die Einlegung von Rechtsmitteln verzichtet, obwohl ein Rechtsanwalt, der früher selbst Zeuge Jehovas war, ihnen kostenlose Hilfe angeboten hatte. Der Personalumfang des Bethels in Spanien ist bereits seit 1998 kontinuierlich verkleinert worden. In diesem Jahr trennte sich die WTG von 13 Mitarbeitern. Die größte Entlassungswelle mit gleichzeitig ungefähr 75 Mitarbeitern fand zu Jahresbeginn 2010 statt. Vielen Brüdern blieb das Schicksal der Arbeitslosigkeit und Ungewissheit damals erspart. Sie konnten in den Orten, aus denen sie zum Bethel kamen, als Sonderpioniere eingesetzt werden.

Warum die Wachtturmführung in dem gleichen Zeitraum eine umfangreiche Ausbaumaßnahme des Bethels vorantrieb, bei der die Unterbringungskapazität von 98 Personen auf 600 erweitert wurde, die zukünftig allerdings weitgehend ungenutzt blieb, ist bis dato eine unbeantwortete Frage geblieben.

Einen besonders bitteren Nachgeschmack muss die jetzige Entlassungswelle bei den älteren Zeugen haben, die den Ausbau der Druckarbeiten in Spanien am Beginn der 80er Jahre miterlebten. Damals hatte sich die Leitende Körperschaft in Brooklyn, New York, nicht dazu durchringen können, das Vorhaben in Spanien finanziell zu unterstützen, so dass die spanischen Zeugen bei den Bezirkskongressen dazu aufgefordert wurden, dem Beispiel der Israeliten zu folgen, die Moses ihre wertvollen Dinge zum Aufbau der Stiftshütte dargebracht hatten. Und diese Aufforderung kam an: Im Jahrbuch 1983 der Zeugen Jehovas berichtet die Gesellschaft darüber, wie die spanischen Zeugen sogar ihr Gold, Silber und andere wertvolle Gegenstände spendeten, die anschließend in Bargeld umgewandelt wurden, um das Projekt der WTG zu finanzieren.

In San Sebastian habe sich eine ältere Schwester bei einem Kongress sogar spontan von ihrem schweren Goldarmband getrennt. „Bruder, es tut sehr viel mehr Gutes zur Finanzierung des neuen Bethel als an meinem Handgelenk,“ soll sie gesagt haben.

Die Sammlungsaktion war ein voller Erfolg. Ganz aus eigenen Mittel finanziert, blieb das neue Bethel für lange Zeit ein Stolz für die spanischen Zeugen Jehovas, was sich durch die jüngste Entwicklung jedoch nachhaltig geändert haben dürfte.

von |Februar 22nd, 2016|2016|0 Kommentare

Schließung des Bethels in Tansania

Wie soeben bekannt wurde, hat das Zweigbüro in Tansania, auch Bethel genannt, bereits seit Mai 2015 seine Tätigkeit komplett eingestellt.

Alle ausländischen Zeugen Jehovas mussten auf Geheiß der leitenden Körperschaft das Land verlassen. Der Zweigaufseher wurde bereits im Dezember 2014 unwiderruflich abgezogen. Alle Sonderpioniere wurden entlassen. Sämtliche Missionartätigkeit wurde gestoppt. Von über 80 Mitarbeitern bleiben weniger als 40 Personen ohne jede Befugnis zurück. Das Übersetzungsbüro wurde von über 20 Leuten auf ca. 5 abgespeckt. Kenia übernimmt ab sofort die Verwaltung für Tansania. Das bebaute Grundstück, welches damals mühsam durch Ratenzahlung erworben wurde, steht bereit zum Verkauf.

Da die dortige Zentrale in sehr guter Lage errichtet wurde, erwartet man einen ordentlichen Preis. Bis zum Verkaufsabschluss wird das Gebäude von den restlich verbliebenen, einheimischen Mitarbeitern, bewohnt, bzw. bewacht.

Viele der tansanischen Zeugen Jehovas hat diese Handlungsweise kalt erwischt. Wie berichtet wird, fühlen sie sich orientierungslos zurück – und fallen gelassen. Da es vielen von ihnen finanziell nicht möglich ist, die teuren Audio und Videoanlagen zu erwerben um weiterhin den Programmen zu lauschen, betrachten sie sich buchstäblich als von YHWH in die Wüste geschickt und fragen, warum dieser so mit ihnen verfährt.

Warum werden immer mehr Bethelheime geschlossen? Ist es christlich, so viele Menschen aus ihren Dienst für YHWH zu entlassen, die sich unter den „Flügeln der Organisation“ immer sicher gefühlt haben?

von |Dezember 21st, 2015|2015|0 Kommentare

An die leitende Körperschaft

Wahrheiten jetzt! ist dankbar dafür, dass die Wachtturm-Gesellschaft der Website so viel Aufmerksamkeit gibt. Die Themen auf dieser Website müssen die Wachtturm-Gesellschaft so sehr stören, dass sie alles daran setzen den Betreiber in Gerichtsprozesse zu ziehen um ihm hohe Geldstrafen (bis zu 250.000€) oder ersatzweise 6 Monate Haft anzudrohen. Liebe leitende Körperschaft, D. H. Splane, A. Morris III., D. M. Sanderson, G. W. Jackson, M. S. Lett. S. F. Herd, G. Lösch und G. H. Pierce:

Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, nur die Lüge braucht Gesetzesschutz!

Erwartet Gott und Jesus das von euch? Hätte Jesus so gehandelt? Ihr sagt von euch selbst das ihr vom "Geist geleitet" seid. Ihr sagt selbst das ihr geistgesalbte Christen seid. Ihr sagt selbst das die Bibel über allem steht. Warum macht ihr euch dann selbst, durch Gerichtsprozesse lächerlich? Warum versucht ihr erneut zu richten? Warum wollt ihr nicht in die Fußstapfen Jesu treten, der so mild gesinnt war?

"Nun hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?" (Johannes 18:10, 11)

Da ihr euch offensichtlich auf dem Weg der Finsternis befindet, wünscht euch Wahrheiten jetzt! sehr baldig, Jesus anzuerkennen und ihm nachzufolgen, um dem Willen des Vaters zu tun!