Jehovas Zeugen – Wie ein Kind gezwungen wurde, der Gemeinschaft beizutreten

Warnung: Der Bericht enthält erlebte Schilderungen über körperliche und sexuelle Gewalt. Ein Lebensbericht von *Nadine aus Nordrhein-Westfalen, Deutschland, eingesandt und zur Veröffentlichung freigegeben am 24. Oktober 2020; die Namen wurden aus Datenschutzgründen geändert.

Wie alles anfing

Als Kleinkind ist man selten unglücklich. Besonders bevor man in den Kindergarten geht oder auch zur Schule.

Ich war ein fröhliches Kind. Hab gerne gebastelt und war schon von klein an sicher, wenn ich mal groß bin, werde ich Mama. Leider hat sich letzteres nie erfüllt. Es gab viele schöne Dinge. Ich wurde geliebt und gelobt. Man hat mich durchaus wertgeschätzt. Ich hatte Träume und Wünsche wie jedes Kind. Einen kleinen Bruder, den ich über alles geliebt habe. Eine große Familie mit Cousins und Cousinen, die ich auch geliebt habe. Wir haben gespielt und gelacht. Eine typische Kindheit nüchtern und von außen betrachtet. Doch es gab auch eine dunkle Seite in meiner Kindheit. Ja, ich sage wirklich dunkle Seite. Vor allem im Nachhinein wird mir klar wie traumatisierend es eigentlich war. Ich leide bis heute unter den Folgen. Es ähnelt tatsächlich dem Einfluss der Religionen im Mittelalter.

Eltern werden Zeugen Jehova

Meine Eltern haben sich in den späten 80ern kennen gelernt und Anfang der 90er geheiratet. Beide sind Zeugen Jehovas. 1992 wurde ich geboren. Ich wurde also von Geburt an mit den Zeugen Jehovas konfrontiert. Bewusst wahr genommen hab ich dies bereits im Kindergarten. Ich kam erst mit fünf Jahren in den Kindergarten und war dort auch nur ein Jahr. In den ersten fünf Jahren hatte ich also nur mit Familienmitgliedern und anderen Zeugen Jehovas zu tun. Im Kindergarten waren mein Bruder und ich jedoch die einzigen Kinder von Zeugen Jehovas. Dies wurde mir so richtig bewusst, als Geburtstage zur Sprache kamen. Bis dato waren mir Geburtstage fremd und deren Bedeutung auch unbekannt. Ein Geburtstag im Kindergarten war etwas besonderes. Jeden Morgen und Mittag gab es Stuhlkreise. Wenn es ein Geburtstagskind gab, haben die Erzieher Pudding verteilt und es wurde gesungen. Voller Begeisterung hab ich dies zu Hause erzählt. Die Folge war ein Gespräch mit meinen Erziehern. Es wurde ihnen klar gemacht das wir keinen Geburtstag feiern und natürlich auch warum nicht. Mein Vater wollte, dass wir in solchen Situationen nicht anwesend sind und erwartete tatsächlich von meiner Oma, dass sie uns immer wenn ein anderes Kind Geburtstag hatte abholt. Sie verneinte das, da sie dies für vollends bescheuert hielt und diese verschrobene Ansicht auch nicht unterstützen wollte. Danach durften wir tatsächlich den Pudding nicht mehr essen, wenn er anlässlich eines Geburtstages war. Außerhalb von Feiertagen und Geburtstagen dürften wir jeden Pudding essen, solange er natürlich kein Blut enthält.

Meine Schulzeit

In den ersten Schuljahren mussten meine Lehrer mir, für Aufgaben wie Steckbriefe, meinen Geburtstag sagen weil ich ihn selbst nicht wusste.

Weihnachten war tatsächlich erst in der dritten Klasse Thema. Der Grund dafür war ein Disput mit meinen Klassenkameraden. Das mit dem Christkind hab ich nicht ganz verstanden aber ich wusste was ein Weihnachtsmann ist. Eine rote, Opa ähnliche, runde Figur, mit weißem Bart, Schlitten mit Rentieren von Coca Cola erfunden. Ausgedacht. Dumm. Kein Zauber. Eine Lüge die man Kindern erzählt damit sie sich benehmen. Die einzige Waffe die weltliche Eltern haben um ihre Kinder zu kontrollieren. Ja, genau das wurde mir erklärt. Leider habe ich genau das meinen Klassenkameraden gesagt. In der dritten Klasse. Das haben sie nicht so gut aufgenommen. Im Gegenteil. Ich erinnere mich genau, dass ausgerechnet der Junge in den ich verliebt war, mich für total bescheuert erklärt hat. Den Weihnachtsmann gibt es. Ohne Zweifel. Er hatte sogar den Beweis schlechthin. An der Gardine im Bad hat der Weihnachtsmann Schokoladenflecken hinterlassen. Wenn es den gar nicht gäbe, müsste seine Mama diese Schokoladenflecken selbst an die Gardine gemacht haben.

Und so was würde sie niemals machen, denn das muss sie ja dann waschen. Ein Totschlagargument, vor allem für die anderen Schüler. Nach dieser Aussage haben alle Kinder, auch meine Freunde, ihre Etuis und Bücher so aufgestellt, dass ich völlig eingekesselt saß. Ich begann zu schluchzen und zu weinen, was natürlich nicht unbemerkt blieb und kommentiert wurde, auch mit Beleidigungen. Das mag nun harmlos klingen. Das ist es aber für ein achtjähriges Kind nicht. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen. Selbst meine Freunde haben sich abgewannt, obwohl ich ihnen nur die Wahrheit sagte. Zumal ich doch gelernt habe, ich solle ihnen die Wahrheit sagen und aus der Bibel predigen, denn wenn ich ihnen nicht predige, kommen sie nicht ins Paradies. Das bedeutet deren endgültigen Tod und dann klebt deren Blut an meinen Händen. Dann würde ich auch nicht ins Paradies kommen. Ich meinte es nur gut und wollte sie retten. Das habe ich nicht verstanden. Sie sollten doch dankbar sein, dass ich sie aufgeklärt habe. Doch genau wie ich, glaubten sie daran, dass ihre Eltern ihnen nichts falsches erzählen würden. Das war das erste Mal in meinem Leben an dem ich mir wünschte nie geboren worden zu sein. Ich war auf einmal die Außenseiterin. Die Komische. Die, die anders war. Die anderen haben eine Zeit lang nicht mit mir geredet. Ich war alleine auf dem Schulhof und keiner wollte mit mir spielen.

Dies hielt zwar nicht länger als ein paar Wochen an, aber es wiederholte sich immer wieder. Jedes mal wenn ich eine Einladung zum Geburtstag bekam, war ich wieder die Außenseiterin. Jeder der ein mal erlebt hat wie es ist ein Außenseiter zu sein, kann dieses furchtbare, Markdurchdringende, eklige Gefühl nachvollziehen. Man fühlt sich allein und Wertlos. Und das bereits als Kind. Viel schlimmer jedoch, so empfand ich das damals schon, ist, wenn der Grund warum man ein Außenseiter ist, nicht eine außergewöhnliche Eigenschaft oder Gewohnheit war, sondern der Glaube meiner Eltern. Etwas wofür ich nicht mal was konnte. Ich war so unglücklich. Unglücklich über die Entscheidung die meine Eltern für mich getroffen haben ohne mich zu fragen. Eine Erziehung in einem Glauben dem ich gezwungen wurde mich hinzugeben. Jeder Zeuge würde jetzt an dieser Stelle behaupten es sei kein Zwang. Doch das ist es. Denn ich durfte das andere Leben nicht ausprobieren und selbst entscheiden. Ich musste genau das machen was meine Eltern sagten. Ob ich wollte oder nicht. Ich musste sagen, dass wir keines der Feste feiern. Egal wie sehr ich es auch wollte. Ich durfte nicht. Meiner Meinung nach ist dies Zwang. Ich rede hier nicht von einem Schokoriegel an der Kasse der mir verweigert wurde. Sondern von einem kulturellen Entwicklungsschritt. Etwas das jedes Kind in Deutschland kennen lernt und feiert.

Tatsächlich durfte ich ein Ehepaar kennen lernen, das der Meinung war die Kinder sollten selbst entscheiden. Ein tolles Paar. Vorbildliche Zeugen Jehovas. Er ein Ältester und sie eine Pionierin, das sogar noch in der Schwangerschaft und darüber hinaus. Jedes Mädchen wollte so sein wie sie und einen Mann finden wie ihn. Sie waren die Vorbilder schlechthin. Sie haben drei wunderschöne Mädchen bekommen. Auch ihre Kinder wurden irgendwann mit Geburtstagen konfrontiert. Die Mutter brachte eine ihrer Töchter zu McDonalds. Sie war auf einem Geburtstag eingeladen und die Mutter brachte sie hin. Dies bedeutete den Ausschluss, also die Exkommunikation. Genau so kam es. Weil sie ihre Tochter selbst entscheiden lassen wollte welches Leben sie führen will, wurde sie ausgeschlossen. So etwas muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Eine Mutter die nicht über den Lebensweg des eigenen Kindes entscheiden will, sondern ihm selbst die Entscheidung überlassen will, wird ausgeschlossen aus der Gemeinschaft. Genau das war auch das Argument ihres Mannes gegenüber der Ältestenschaft. Wenn man seine Frau ausschließe weil sie möchte das ihre Kinder ein freies Leben führen können und selbst entscheiden sollen, dann müsse man ihn ebenfalls ausschließen. Denn er steht zu der Entscheidung seiner Frau und wenn die Gemeinschaft dies nicht akzeptier, dann möchte er auch kein Teil mehr dieser sein. Nun soll mir noch mal einer erklären, dass Kinder von Zeugen Jehovas nicht gezwungen werden.

Weihnachten

Es ist als Kind wirklich hart wenn du nach den Weihnachtsferien in der Schule von jedem einzelnen Klassenkameraden hörst wie sie Weihnachten gefeiert haben. Dabei waren oft nicht mal die Geschenke das interessante. Klar, man wollte so etwas auch haben aber wir sind nicht ohne Geschenke bei den Zeugen aufgewachsen. Nur eben nicht anlässlich eines Geburtstages oder eben Weihnachten. Es ging viel mehr um das Drumherum, also die Atmosphäre. Die Dekorationen, Farben und Lichter, das Weihnachtsessen, das Beisammensein der Familie und vieles mehr. Wir hatten durchaus auch Familientreffen aber die waren eben so wie Familientreffen eben sind. Man trifft sich, die Erwachsenen unterhalten sich und die Kinder spielen. Also nichts Weltbewegendes sondern genau das was auch jede andere Familie macht. Weihnachten klang für mich als Kind aber eben ganz anders. Es klang für mich nach Magie. Ich stellte mir das mit bunten Lichtern, tollen Gerüchen wie Marzipan und Zimt, fröhliche Musik aber auch Menschen die beisammen sind und sich lieben und gemeinsam lachen. Sich über jedes Geschenk freuen, egal wie blöd es zu sein scheint. All das wollte ich auch haben. Jedes Weihnachten der selbe Gedanke. Warum? Warum durfte ich das nicht? Warum musste ich in eine Familie geboren werden die einer Sekte angehört? Warum musste ich überhaupt geboren werden?

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, ich wollte oft einfach niemals existiert haben. Es war so. Und das alles noch als Kind. Das hier war nur Weihnachten. Es war nicht besser, dass alle paar Wochen ein Kind in der Klasse Geburtstag hatte.

Ich durfte nicht einmal zu diesen Themen etwas basteln oder malen. Während andere im Werkunterricht Weihnachtsmänner und Weihnachtsbäume bastelten, durfte ich maximal eine Tanne basteln, die keinerlei schmuck haben durfte. Ich durfte sie lediglich grün anmalen.

Als ich in der fünften Klasse war, wollte meine Oma uns eine Freude bereiten und hat unsere Schuhe mit Süßigkeiten und einem Geschenk befüllt. Ich erinnere mich noch an einen Schokonikolaus und ein Freundebuch. Stolz habe ich das Buch in der Schule gezeigt. Meine Freunde und meine Lehrer trugen sich ein. Ich weiß nicht mehr wie meine Eltern erfahren haben, dass wir von unseren Großeltern etwas zu Nikolaus bekommen haben. Was ich noch weiß, ist, ich wurde von meinem Vater angeschrien und geschlagen weil ich das Geschenk angenommen habe. Er verlangte, dass wir das nächste Mal die Geschenke von Oma und Opa anlässlich zu Geburtstagen, Weihnachten, Ostern oder Nikolaus vor ihren Augen in den Müll schmeißen. Immer wieder musste ich mir anhören, dass meine Großeltern von Satan dem Teufel geleitet werden um uns in Versuchung zu führen. Ja, er machte uns wirklich damit Angst, dass unsere Großeltern unter Einfluss des Teufels stehen würden. Aber nicht nur die beiden, nein, auch jeder andere Weltliche steht unter dem Einfluss des Teufels. Dies ist eine Abschreckungstaktik, damit uns die ganze Außenwelt furchteinflößend und böse erscheint. Es wird eine Angst geschürt, damit erst gar kein Interesse an der Außenwelt und ihr schillerndes Inneres entsteht. Blöd nur, dass genau das es erst interessant gemacht hat. Ich beobachtete Mitschüler und Lehrer, Familienmitglieder die keine Zeugen waren und auch Nachbarn. Keiner von ihnen wirkte in irgendeiner Hinsicht böse oder gar unter dem Einfluss eines Teufels. Kurz nach Nikolaus, wurde in der Schule gewichtelt. Meine Oma fand es genau wie ich doof, dass ich da nicht mitmachen durfte. Deswegen gingen wir zwei heimlich los um ein Wichtelgeschenk zu kaufen, welches sie auch bezahlte. Natürlich unter der Voraussetzung dies meinen Eltern nicht zu verraten. Ich besprach dies auch mit meinen jeweiligen Klassenlehrern, die wiederum die Klasse einweihten. So konnte ich wenigstens ein bisschen an Weihnachten teilnehmen. Ein geplanter Komplott gegen meine Eltern.

Da ist auch noch Ostern. Keine Eier färben, so wie andere Familien das machten. Kein Karneval, bei dem sich alle verkleiden, schminken und lustig gelaunt sind.

Teenager

In der Realschule gab es ein mal im Jahr eine Karnevalsfeier. Alle verkleideten sich und trafen sich in der Aula. Es gab ein Bühnenprogramm, Essen und trinken. Es wurde Musik gespielt und dazu getanzt. Da war bestimmt noch mehr. Das war aber das einzige, dass ich sehen konnte da ich einmal durch die Aula musste weil ich einen Kühlakku holen sollte, da sich ein anderer Schüler gestoßen hatte. Ansonsten durfte ich nicht mal anwesend sein bei den Festivitäten. Ich wurde mit anderen Kindern aus anderen Klassen, die das gleiche Schicksal teilten, separiert. Wir waren sogar in einem anderen Gebäude.

Schon wieder war ich die eine, die anders war. Die nicht mal dabei sein durfte.

Das mag nun alles banal klingen, ist es aber nicht. Die Probleme eines Kindes sind für Erwachsene oft keine echten Probleme, jedoch sind diese Probleme für Kinder real und zutiefst verletzend. Diese Probleme wiederholten sich Monat für Monat und Jahr für Jahr. Im prägenden Kindesalter ist es eine andauernde Qual. Eine Folter der man nicht entfliehen kann. Man ist ja nur ein Kind. Was sollte man denn machen? Ich hatte überlegt zur Polizei zu gehen. Da meine Mutter vor der Zeit als Zeugin Polizistin war und Jura studierte, hatten wir Gesetzesbücher zuhause. Ich bin die Inhaltsverzeichnisse durchgegangen. Ich habe leider nichts passendes gefunden. Nicht nur weil ich nicht alles verstanden habe, sondern auch weil es da nichts gibt. Selbst wenn mal was passen könnte, steht man vor dem Problem der Religionsfreiheit. Im Grundgesetz verankert. Und Eltern haben das Recht ihre Kinder so zu erziehen wie sie es für richtig halten, das heißt auch, dass sie ihre Werte vermitteln dürfen, egal wie bescheuert sie zu sein scheinen. Es gibt aber auch Kinderrechte. Zum Beispiel ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Selbst das Recht hatte ich nicht. Im Bibelbuch der Sprüche bei den Zeugen Jehovas gibt es folgende Texte: Kapitel 23 Vers 13 und 14: Halte dich nicht zurück, ein Kind zu erziehen.Wenn du es mit der Rute schlägst, wird es nicht sterben. Du solltest es mit der Rute schlagen, um es vom Grab zu befreien.

Kapitel 13 Vers 24: Wer seine Rute zurückhält, hasst seinen Sohn, doch wer ihn liebt, erzieht ihn mit Sorgfalt.

Kapitel 29 Vers 15: Die Rute und Zurechtweisung vermitteln Weisheit, doch ein Kind, das alles darf, macht seiner Mutter Schande. Diese Bibeltexte erlauben Eltern ihre Kinder zu schlagen. Auch mit Hilfsmittel wie die Rute impliziert. Ich habe Eltern kennen gelernt die diese Verse sinnbildlich sahen und meinten es sei keine Erlaubnis ihre Kinder zu Schlagen. Doch wie alles bei den Zeugen Jehovas, ist es mal wieder nur eine Frage der Interpretation. Denn es gab genauso viele Eltern die es als Einladung sahen, ihre Kinder zu schlagen. So hab auch ich es erlebt. Dazu muss ich sagen, dass mein Vater Südländer ist. Er hat ebenfalls eine Erziehung genossen, in der man ihn mit Schlägen bestraft hat. Ich möchte ihn damit nicht in Schutz nehmen. Im Gegenteil. Diese Tatsache aber, hat es nur noch schlimmer gemacht. Manchmal hat es gereicht wenn er einen schlechten Tag hatte. Dann hat auch nur ein falscher Ton oder ein Krümel gereicht um Strafe in Form von Schlägen zu bekommen. Manchmal knallte stumm er den Holzlöffel neben sich auf den Tisch, dann wussten wir, ein falscher Ton und er setzt ihn ein. Im Grunde waren das nur Ausreden um seine Wut an uns Kindern auszulassen, genau wie er es von seinem Vater gelernt hat. Einmal habe ich ihm gesagt, dass Gott es bestimmt nicht gut findet, wenn man seine Kinder in Gewalt erzieht. Sein Argument waren dann tatsächlich die zuvor genannten Bibeltexte. Er predigte uns immer wieder Gott bzw Jehova sei der Gott der Liebe. Als ich diese Bibeltexte das erste Mal sah, fragte ich mich wie es einen liebenden Gott geben kann, der Eltern nicht nur erlaubt sondern auffordert deren Kinder mit einer Rute schlagen und das dann noch Erziehung nennt. Dort wurde mir das erste Mal wirklich bewusst, dass die Bibel von Menschen geschrieben wurde. So etwas kann ein Gott nicht erlauben, so dachte ich. Mein Vater ist bis heute der Meinung, er habe uns nie geschlagen, es waren nur mal ein Klaps auf den Po. In Wahrheit zog er an meinen Haaren und bei meinem Bruder an den Ohren wenn ihm was nicht passte. Das auch in der Öffentlichkeit. Meine Oma, mütterlicherseits und nie eine Zeugin Jehovas, erzählte mir, dass sie häufig beobachtete wie mein Vater immer wieder an meinen Haaren zog und mich an meinem Arm hinter sich her zog. Sie sprach ihn zwar darauf an, doch seine Antwort war lediglich, dass sie sich nicht in seine christliche Erziehung einmischen solle.

Dies war nicht das einzig unchristliche, aus meiner Sicht.

Sexueller Missbrauch durch meinen Vater

Als wir jünger waren sind wir oft im Sommer in die Heimat meines Vaters gefahren. Nachdem wir am Strand waren, hat mein Vater darauf bestanden, uns Kinder zu waschen. Erstmal nichts ungewöhnliches. Kleine Kinder waschen sich selten vernünftig den Sand vom Körper. Jedoch fand ich es schon als Kind merkwürdig, dass er mich sowohl anal als auch vaginal sehr intensiv wusch und auch eindrang. Er sagte mir jedes Mal, er müsse dies machen, damit ich auch richtig sauber werde.

Auch so fasste er mir immer wieder an mein Gesäß und sagte auch noch, dass man da gerne drauf haut.

Und dieser Mann soll ein treuer und anständiger Christ sein?! Nun werden sich viele fragen, warum ich so etwas nie gemeldet hab.

Die Erfahrung zeigt, dass das nichts gebracht hätte. Warum? Bei den Zeugen Jehovas gilt die Zwei Zeugen Regel. Dies bedeutet, wenn ein Zeuge einer Sünde beschuldigt wird, muss es zwei (Augen)Zeugen geben, die die Sünde gesehen haben. Heißt also, wenn nur das Opfer die Beschuldigung vorbringen kann und es kein anderer gesehen hat, gibt es keine Sünde. Die Ältesten erwidern dann lediglich, dass sie ohne Zeugen nicht urteilen können und Gott früher oder später urteilen wird. Interessanterweise weiß nach so einer Beschuldigung, trotz Schweigepflicht, jeder in der Versammlung, wer wen beschuldigt hat. Da es aber zu keinem Ausschluss kam oder anderen Maßnahmen für den Täter, verliert das Opfer seinen Ruf und steht als Lügner da. Genau deswegen konnte ich nichts melden. Ich hatte weder Beweise noch Augenzeugen. Dann lernt man solche Erfahrungen zu schlucken. Durch diese Erlebnisse, war mir bereits mit ca. 12 Jahren klar, wenn ich 18 bin, hau ich hier ab. Mir war klar, dass ich vorher nicht aus meiner persönlichen Hölle frei kam. So lernte ich unter Zeugen Jehovas mich zu benehmen wie eine von ihnen und außerhalb war ich einfach ich.

Begin meines Doppelleben

Also führte ich ein Doppelleben. Das war bei weitem nicht einfach. Auf einem Zeugen Jehovas liegt ein enormer Druck. Man muss Gott gefallen, ihm treu und seinen Gesetzen Untertan sein. Wer das mit voller Überzeugung machen kann, fällt dies vielleicht leichter. Jemand der nicht daran glaubt hat es da doch deutlich schwerer.

Zeugen Jehovas sind liebevoll und zuverlässig. Wenn man Probleme oder Sorgen hat sind sie immer für einen da. Sie unterstützen sich gegenseitig wo sie nur können. Aber wehe du machst einen Fehler. Egal wie gut man mit den anderen befreundet ist. Es ist auch egal ob deine Eltern oder Geschwister oder sogar deine eigenen Kinder. Machst du einen Fehler, rennen sie alle sofort zu den Ältesten und petzen. Ja, ich nenne es petzen. Anders kann man es nicht beschreiben.

Damit genau das nicht passiert, musste ich besonders vorsichtig sein.

Umso älter ich wurde, desto häufiger kam die Frage warum ich denn im Glauben keine Fortschritte machen würde. Gerade bei Veranstaltungen wie den Kreiskongress kam diese Fragen häufiger. Kongresse sind Tagungen bei denen sich mehrere Versammlungen in einem wirklich großen Saal zusammen finden und 2-3 Tage hintereinander Stunden lang Vorträgen zuhören. Das war jedes Mal sehr anstrengend. Dem wollte ich entfliehen. Ich hatte schon früher Interesse an Erster Hilfe. An Kongressen gab es einen extra Raum genau dafür und eine Still- und Wickelecke. Es war toll. Dort wurden nicht nur Verletzte versorgt, sondern während des Programms haben sich die Diensthabenden Ersthelfer dort unterhalten. Ein Traum. Genau das wollte ich.

Um an Kongressen bei der Ersten Hilfe zu sein statt im Hauptsaal und allen in der Versammlung vorzuspielen wirklich an einen Gott Namens Jehova zu glauben, wurde ich mit ungefähr 14 Jahren eine ungetaufte Verkünderin. Das war Voraussetzung um an der Ersten Hilfe teilzunehmen. Dies ist die Vorstufe eines getauften Zeugen Jehovas. Das bedeutete, dass ich jeden Monat einen Bericht darüber abgeben musste wie viele Stunden ich im Predigtdienst war und wie viele Zeitschriften und Bücher ich abgegeben habe uvm. Blöd nur, dass direkt danach in allen Versammlungen verkündet wurde, dass man für den Dienst bei der Ersten Hilfe und in der Still- und Wickelecke mindestens 16 Jahre alt sein musste. Das war ernüchternd. Als ich dann 16 Jahre alt war, musste man mindestens 16 und getauft sein. Na toll, ich musste also immer noch beim Kongress die stundenlang im Hauptsaal sitzen, mir die Vorträge anhören. In der Zeit kam erneut die Frage auf warum ich denn keine Fortschritte im Glauben machen würde. Ich begann langsam einen schlechten Ruf zu bekommen. Ich war immerhin schon 16 und noch nicht getauft, also konnte ich nur schlechter Umgang sein. Gleichaltrige wollten immer weniger mit mir zu tun haben. Wenn ich mich taufen lassen würde, hätte ich wenigstens wieder Freunde und könnte an der ersten Hilfe teilnehmen.

Taufe

Leider habe ich dann eine folgenschwere Entscheidung getroffen. Ich habe mich dann taufen lassen. Ja wirklich, ich weiß, es war dumm. Der Grund meiner Taufe war weil ich bei der Ersten Hilfe sitzen wollte und nicht mehr gefragt werden wollte, wann ich mich denn endlich taufen lassen würde. Mein Ruf war wiederhergestellt und man akzeptierte mich. Ich habe aber auch ein wenig geglaubt, wenn ich erst mal getauft bin, kann ich vielleicht doch noch einen Glauben entwickeln. Mir war da schon klar, wenn ich irgendwann doch keine Zeugin sein will verliere ich alle Freunde und auch meine Familie. Meine Mutter, meinen Bruder, meine Cousins und Cousinen, Onkel und Tanten. Aber vielleicht würde sich alles zum Guten wenden und irgendwie klappen. Dem war nicht so. Ich habe natürlich keinen Glauben entwickelt. Zur Ersten Hilfe durfte ich auch nicht, denn als Frau sollte ich zur Still- und Wickelecke. Meine Freunde waren auch nur solange Freunde wie ich keine Fehler machte. Dies wurde mir in folgender Situation erst richtig klar.

Weiterer Sexueller Missbrauch durch einen Zeugen Jehovas

In der Heimat meines Vaters gab es einen verheirateten Zeugen Jehovas, der mich wiederholt küsste, mir unter den Rock, zwischen die Beine fasste und auch an die Brust. Das war kurz nach meiner Taufe. Ich war also gerade erst 17 Jahre alt. Ich erzählte dies meiner Freundin Sofia. Sie sagte mir ich solle das keinem sagen, man würde es mir eh nicht glauben oder alles verdrehen. Sie hat es selbst schon durchgemacht. Wochen später, noch immer psychisch verletzt, erzählte ich das meinem damals besten Freund, der Bruder meiner Freundin Sofia. Ich erzählte ihm alles, unter Tränen. Als er mir dann sagte, er gäbe mir genau eine Woche Zeit zu den Ältesten zu gehen und mich selbst der Sünde anzuklagen, war ich Fassungslos. Auf die Frage warum welche Sünde ich denn begangen habe, antwortete er tatsächlich mit: „Frauen müssen dafür sorgen, dass die Männer nicht in Versuchung gebracht werden. Wenn sich ein treuer Bruder dieser Sünde hingibt, dann hat die Frau ihn versucht, genau wie Eva Adam dazu verleitet hat von der verbotenen Frucht zu essen.“

Sofia hatte Recht. Man würde es mir anlasten. Ich habe meinen bis dahin besten Freund überzeugt, dass ich ihn nur testen wollte. Ich wollte nur wissen ob er vor Gott richtig handeln würde wenn man ihm so eine Geschichte erzählt. Er könne stolz auf sich sein, denn er hätte alles richtig gemacht und auch sein Argument von Eva und der verbotenen Frucht hätte er absolut richtig angewandt. Voll Stolz über dieses Lob, vergaß er diese Geschichte scheinbar schnell, denn kein Ältester hat mich jemals auf „meine Sünde“ angesprochen.

Veränderung

Da fasste ich den Entschluss mein Versprechen das ich mir mit 12 gegeben hatte, wahr zu machen. Ich wollte kein Teil mehr von dieser scheinheiligen Sekte sein, die Eltern auffordert ihre Kinder zu schlagen und Pädophile schützt, Frauen und Kinder unterdrückt. In der es keine echte Freundschaft oder gar eine echte Familie gibt. Nun musste ich wirklich nur meine restliche Zeit absitzen bis der passende Moment gekommen war und auszutreten. In der Zeit fingierte ich jeden einzelnen Predigtdienstbericht. Ich war zwar zwischendurch im Dienst von Tür zur Tür, aber die meisten Stunden, so log ich, machte ich in der Schule, bei denen ich meinen Mitschülern predigte. Was das betraf, konnte es ja keiner kontrollieren. Ab und zu hab ich eine Zeitschrift angefragt und so getan, als hätte ich sie meinen Mitschülern gegeben. Zugegeben, ich habe gepredigt. Allerdings bestand meine Predigt aus Warnungen vor den Zeugen Jehovas und Erzählungen, wie sehr mich das alles stresst.

Auch das eigene Bibelstudium war nicht was ich vorgab. Da die Themen sich immer wiederholten, reichte es die einzelnen Themen und Fragen durchzulesen. Den Rest konnte man sich zusammen reimen. Das war es dann auch schon. Meine Freunde suchte ich mir nicht mehr in den Versammlungen sondern in der Schule. Alles was bei den Zeugen war, war von meiner Seite aus absolut oberflächlich und mehr Schein als sein.

Die Zeugen Jehovas distanzieren sich von der Außenwelt und nennen, wie auch schon zuvor erwähnt, alle Menschen die keine Zeugen Jehovas sind Weltliche. Damit machen sie die Menschen in der Außenwelt nicht nur schlecht, sondern fühlen sich erhaben, als wären sie etwas besseres. Fast wie Halbgötter, denn sie haben etwas was die Weltlichen nicht haben. Nur sie haben die Wahrheit. Ausgeschlossene, die die exkommuniziert wurden oder freiwillig gegangen sind, werden ignoriert. Naja, ignorieren klingt harmlos. Man wird gemieden und eher als Aussätziger gesehen. Das auch von der eigenen Familie. Ich kannte mehrere Jugendliche die ausgeschlossen wurden, die zu hause nicht mal mehr mit der Familie gemeinsam essen durften. Dementsprechend durften sie auch an keine anderen Familienaktivitäten teilnehmen. Junge Erwachsene mussten ausziehen wenn sie noch bei den Eltern wohnten aber keine Zeugen mehr sein wollten.

Über den Tellerrand

Eine evangelische Pfarrerin aus Bielefeld sagte in ihrer Neujahrspredigt 2020 in der Dresdner Frauenkirche dazu ganz passend:

Wer den christlichen Glauben dazu benutzt sich selbstgewiss auf die Schulter zu klopfen und zu sagen „Ich habe was, was du nicht hast“, verrät den Glauben. Wer den christlichen Glauben dazu missbraucht sich von anderen abzugrenzen und eine Trennlinie zu markieren zu den Ungläubigen, ist nicht wirklich in der Spur Christi unterwegs. Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab auf dass alle die an ihn glauben nicht verloren werden sondern das ewige Leben haben. Dieser Satz aus dem Johannesevangelium spricht von der unbegreiflichen Liebe Gottes von dem barmherzigen Blick mit dem er auch auf unseren Glauben schaut. […]

Niemand, niemand darf hier Bedingungen konstruieren, niemand hat das Recht die weit geöffnete Tür der Liebe Gottes in eine enge Pforte zu verwandeln an der Glaubensprüfungen stattfinden und der Einlass nur ganz Auserwählten gewährt wird. Unglaube kommt übrigens bisweilen gut getarnt daher. Verkleidet sich gern als stolzer Besitz von Wahrheiten, wiederholt richtige Sätze möglichst laut, duldet keine Diskussionen vorsichtshalber, es ist schließlich riskant in Glaubensdingen Fragen zuzulassen und Antworten schuldig zu bleiben. […]

Wie passend doch diese Worte sind. Denn genauso verhalten sich die Zeugen Jehovas.

Mir sind schon früh Ungereimtheiten aufgefallen. Im März 2004 wurde die Tätigkeit der Zeugen Jehovas in Moskau verboten. Dies wurde in der Zusammenkunft bekannt gegeben mit den Worten, es sei der Beweis dafür das sie die einzig wahre Religion sind, denn wie Jesus schon sagte, so wie sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen. Das auch andere Religionen unter Verfolgung und Verbot stehen, lassen wir jetzt mal außer acht.

Nur ein Jahr später, im März 2005, wurden die Zeugen Jehovas in Berlin als Religionsgemeinschaft anerkannt. Auch die wurde in einer Zusammenkunft bekannt gegeben. Diesmal hieß es jedoch, dass dies der Beweis dafür ist das sie die einzig wahre Religion ist. Die Welt erkennt dies nun auch, deshalb würden sie nun anerkannt. Diese Sätze wurden nun nicht offiziell von den Zeugen Jehovas publiziert sondern wurden während der Bekanntgabe von dem Bruder gemacht, der auf der Bühne war. Es zeigt jedoch wie stumpf Zeugen Jehovas denken. Denn scheinbar ist niemandem außer mir in dem Moment aufgefallen, dass es sich hier um ein Widerspruch handelt. Ich weiß noch, wie ich mich umgesehen habe, ob noch jemand bemerkt hat, dass doch vor einem Jahr noch das Gegenteil gesagt wurde. Aber nein. Keiner schaute skeptisch. Im Gegenteil. Es wurde zufrieden genickt und einige säuselten ein kleines „Ja, genau, so ist es“. Dass sie das alle so hinnahmen und keiner bemerkte, dass nur ein Jahr zuvor genau das Gegenteil gesagt wurde, schockierte mich.

Hinterfragen

Danach fing ich immer mehr an Sachen in Frage zu stellen. Vor allem wenn mir Mitschüler oder auch meine Großeltern Fragen stellten. Zu Hause fragte ich dann nach. Anfangs stellten mich die Antworten meiner Eltern zufrieden. Doch irgendwann fiel mir auf, dass die Antworten gar nicht zur Frage passten.

Zeugen Jehovas lenken ein Gespräch um, sodass sie eine Antwort haben. Selten beantworten sie aber die gestellte Frage, dafür aber die Gegenfrage die sie selbst gestellt haben. Daraufhin hatte ich meist noch mehr Fragen und dabei war meine Ursprungsfrage nicht ein mal beantwortet.

Sehr häufig werden Veranschaulichungen verwendet um ihre Ideologie verständlich zu machen. Hier zwei Beispiele:

Zeugen Jehovas enthalten sich vom Blut weil dies so im alten Testament steht. Nun war es so, dass in der damaligen Zeit noch keine Bluttransfusionen möglich waren. Also ging es hier um Speis und Trank. Das Blut war demnach ein Genussmittel. Anders war es nicht zu verwenden. Außer vielleicht bei einem Ritual. Jedoch konnte es zu der Zeit nie als lebensrettende Maßnahme verwendet werden. Um aber zu veranschaulichen das man sich auch von Transfusionen enthalten muss, wird im Buch „Was lehrt die Bibel wirklich?“ ein Bild gezeigt, auf dem sich ein Mann seinen Whiskey intravenös, also über die Vene, verabreicht. Dazu der Satz „Wenn der Arzt sagen würde, dass wir auf Alkohol verzichten müssen, würden wir uns dann Alkohol über die Adern zuführen lassen?“ Für jeden Zeugen Jehovas ist dies die perfekte und nicht zu widerlegende Veranschaulichung. Meiner Meinung nach ergibt dies nur bedingt Sinn. Ich meine, wir reden hier von einem medizinischen Notfall. Eine Bluttransfusion die das Leben retten kann. Alkohol ist aber ein Genussmittel. Demnach kann ich nachvollziehen wenn eine Glaubensrichtung gewisse Lebens- oder Genussmittel verbietet. Also wenn es zur damaligen Zeit heißt „enthaltet euch vom Blut“, heißt dies für mich, man soll es nicht essen oder trinken. Wenn es aber um Leben und Tod geht, steht dies in keinem Verhältnis. Kann man die Verweigerung von Bluttransfusionen denn dann nicht als eine Form von Mord oder Selbstmord sehen? Das Leben wird doch dann entehrt wenn man nicht alles zu deren Rettung unter nimmt.

Ein weiteres Beispiel sind Geburtstage. Diese werden nicht gefeiert weil in der Bibel nur von zwei Geburtstagen die Rede ist. Und beide waren keine Diener Jehovas. Einmal wird der Geburtstag von einem König in Ägypten erwähnt, der an seinem Geburtstag einen Mann köpfen und anschließend aufhängen ließ, damit die Vögel ihn fressen. Der andere Geburtstag war von König Herodes Antipas, der viel Schlechtes getan haben soll. Z.B. nahm er sich die Frau (Herodias) seines eigenen Bruders. Nachdem Johannes der Täufer ihn darauf hinwies, dass man so etwas nicht mache, sperrte er ihn ins Gefängnis. Am Tag von Herodes Geburtstag, tanzte Herodias Tochter vor allen Gästen auf der Feier. Das gefiel ihm so gut, dass er ihr einen Wunsch gewährte. Sie fragte ihre Mutter was sie sich wünschen solle, diese antwortete sie solle sich den Kopf von Johannes dem Täufer auf einer Platte wünschen. Genau das trat dann, laut Bibel, ein. Es werden in den Passagen zwar Geburtstage erwähnt, aber nicht das sie deswegen nicht gefeiert werden sollten. Des weiteren steht in der Bibel nicht das Jesus Geburtstag gefeiert hat. Das heißt aber auch nicht das er sie nicht gefeiert hat. Vielleicht hat er Geburtstage gefeiert aber es ist dort nichts außergewöhnliches passiert. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage, vielleicht war er auf Geburtstagen aber keiner der Bibelschreiber war jemals eingeladen und es wurde deshalb nicht von den Feiern berichtet. Wenn Aussagen wie „du sollst nicht töten“ oder „du sollst nicht stehlen“ (usw.) klipp und klar in der Bibel stehen können, warum dann nicht auch so was wie „du sollst keinen Geburtstag feiern“?

Auf diese und andere Fragen bekam ich bis heute keine richtigen Antworten. Mein Vater hatte irgendwann keine Lust mehr mir solche Fragen zu beantworten, zumal er merkte das manche Fragen nicht von mir sondern eher von meinen Großeltern kamen und mich zweifeln ließen. Ich sollte auch nicht mehr fragen denn man stellt Gott nicht in Frage. Wir sind unvollkommen und haben nicht das Recht ihn der vollkommen ist zu hinterfragen. Wenn meinem Vater die Antworten ausgingen und er nicht mehr weiter wusste, drohte er mir mit Schlägen. Ich wolle ihn ja nur auf den Arm nehmen und ich solle respektvoll sein. Wenn ich Schwestern Fragen stellte und sie nicht weiter wussten, verwiesen sie mich an die Ältesten. Wenn diese nicht weiter wussten, kam oft die Antwort ich müsse auf sie hören da sie ja Älteste seien. Vielleicht müsse man mit meinem Vater sprechen und ihn sagen er solle mir noch mal erklären was Respekt sei. Mein Vater sagte mir dann wenn ich noch mal so respektlos mit den Brüdern und Schwestern in der Versammlung umgehen würde, wären seine Antworten nur noch Schläge. Durch mein Verhalten würde er seinen Ruf verlieren. Das waren wirklich die Antworten die ich bekam.

Mein Freund

Mit 18 lernte ich während meiner Ausbildung meinen jetzigen Mann kennen. Nach kürzester Zeit war mir klar, dass er der Mann ist mit dem ich mein Leben verbringen möchte. Eigentlich wollte ich ihn vor diesem ganzen Mist schützen und ihn nach nur zwei Monaten verlassen. Doch es kam ganz anders. Ich traf mich immer heimlich mit ihm und sagte meinen Eltern ich sei bei meiner besten Freundin Maria (Name geändert). Sie ist keine Zeugin Jehovas. Wir gingen zusammen zur Schule und sind bis heute beste Freunde. Da meine Eltern davon ausgingen, dass ich ihr immer predige und mit ihr die Bibel studiere, sahen sie da kein Problem.

Mein Martyrium

Eines Abends steckten wir mit dem Auto im Schlamm fest, als mein Mann mich nach Hause bringen wollte. Da ich keinen anderen Ausweg sah, rief ich meine Eltern an, damit sie uns helfen. Als meine Eltern ankamen, verprügelte mein Vater erst meinen Mann. Dann half mein Vater ihm das Auto aus dem Schlamm zu ziehen und nahm mich mit nach Hause. Auf dem Weg weinte meine Mutter bitterlich und wimmerte: „Mein Kind wird sterben, mein Kind kommt nicht ins Paradies.“ Mein Vater machte sich um seinen Ruf in der Versammlung sorgen. Er hatte ein Dienstamt innerhalb der Versammlung namens Dienstamtgehilfe. Er schrie während der Fahrt: „Wegen dir verliere ich mein Amt!“

Ich hatte panische Angst denn ich wusste was vor mir lag. Mein Vater sagte uns als Kinder oft, wenn wir mal richtig Mist bauen, würde er uns seine Hand so fest ins Gesicht stempeln, dass ein klarer Abdruck jedes einzelnen Fingers zu sehen wäre. Nun sollte es war werden.

Zu Hause angekommen schlug mein Vater mir ins Gesicht. So stark das ich fiel. Als ich aufstand, schlug er erneut zu. Ich fiel erneut zu Boden. Das immer und immer wieder. Mein Versuch mich in meinem Zimmer einzusperren scheiterte. Durch die starken Schläge in mein Gesicht, konnte ich nicht schnell genug laufen. Ich lief die Treppe hinauf und mein Vater hinterher. Er packte mich an meinem Arm, so fest, dass ich auch davon Tage später noch blaue Flecken hatte. Danach riss er mir meine Hose runter und schlug mich mehrfach auf meinem nackten Gesäß. Meine Mutter weinte nur im Hintergrund. Sie hat alles mitbekommen und nichts dagegen gemacht. Sie wiederholte nur immer wieder: „Mein Kind wird sterben.“

Nachdem er seine ganze Wut an mir ausgelassen hatte, musste ich meinen zu der Zeit noch Nichtehemann anrufen und ihm sagen, dass wir kein Paar mehr sind und er ein großer Fehler war. Dann durfte ich in mein Bett. Ich rief meinen Mann nachts heimlich an und sagte ihm das es mir Leid tut und ich ihn nicht verlieren möchte. Auch er wollte mich nicht verlieren. In der Nacht überlegte ich genau was ich tun werde. Ich wollte meinem Vater genau einen Tag Zeit geben um sich bei mir zu entschuldigen und zu akzeptieren was passiert war. Sollte er sich tatsächlich entschuldigen, würde ich ihm sagen, dass er damit leben muss, das ich keine Zeugin mehr sein möchte. Das war mein Plan. Ab dem Zeitpunkt stand für mich fest, jetzt wird sich alles ändern.

Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Bus zur Schule. Keiner traute sich mit mir zu reden. Ich hatte Tränen in den Augen. Noch im Bus bekam ich einen Anruf meines Vaters. Er weinte und bat mich nach der Schule bitte nach Hause zu kommen um über alles zu reden. Er wusste ganz genau, dass er einen großen Fehler gemacht hat. Ich versprach ihm, nach Hause zu kommen und hatte die Hoffnung, dass mein Plan aufgeht. In der Schule sahen mich meine Freundinnen und waren geschockt. Der erste Satz der fiel war: „Scheiße, es ist passiert.“ Wir gingen ins Bad und sie begutachteten mich. Mein Körper war komplett von blauen Flecken überseht, der Handabdruck noch deutlich in meinem Gesicht zu sehen. Nur für alle Fälle machten sie Fotos von meinen Verletzungen. Auch meinen Lehrern fiel es auf aber ihnen wollte ich mich noch nicht anvertrauen.

Zu Hause wieder angekommen, durfte ich mir nur Vorwürfe anhören. Aus irgendeinem Grund empfand mein Vater sich selbst als Opfer. Er sagte immer wieder, dass wir ihn hintergangen hätten mit unserer heimlichen Beziehung. Bis heute habe ich es nicht verstanden. Unter anderem wollte er wissen warum ich nicht schon viel früher erzählt habe, dass ich mich für einen Weltlichen interessiere. Dann hätte man das Problem früher in Angriff nehmen können und es wäre erst gar nicht dazu gekommen. Gewagt erwiderte ich, dass ich es nicht verhindern wollte. Immer wieder schwiegen wir. Auf dem Weg ins Bett begegnete mir mein Bruder der mir eiskalt ins Gesicht sagte: „Du bist nicht mehr meine Schwester!“ Das tat weh. Mein Bruder war immer mein Ein und Alles. Wir haben uns schon als Kinder nur selten gestritten, immer zusammen gehalten, uns gegenseitig beschützt. Wir waren ein Herz und eine Seele. Man beneidete uns oft für unsere Geschwisterliebe. Und nun das. Von ihm hatte ich das irgendwie nicht erwartet. Als ich zu Bett ging hatte ich noch immer keine Entschuldigung zu hören bekommen. Mein Vater machte mir klar das er das Opfer sei und gab mir das Gefühl die Sünde in Person zu sein. Nun musste ich gehen. Ich konnte nicht mehr bleiben. Noch in der Nacht packte ich all meine Schulsachen und Wechselkleidung ein. Mein Schulrucksack war noch nie so voll und schwer. Am darauffolgenden Tag bat ich eine Freundin mich zur Polizei zu begleiten und sie willigte ein. Bei der Polizei angekommen, beschuldigte ich meinen Vater der Körperverletzung. Sie nahmen eine Anzeige auf und machten Fotos meiner Verletzungen und baten meine Begleitung die Fotos vom Vortag einzureichen. Ich machte dem Polizisten klar, dass ich nicht mehr nach Hause zurückkehren möchte.

Der Polizist kontaktierte umgehend das örtliche Frauenhaus und informierte sie über die Situation. Sie vereinbarten einen Treffpunkt an dem ich vor Ort von den Frauen abgeholt werden sollte. Der Polizist sagte mir, dass ich meinen Eltern Bescheid geben müsse. Wenn ich nicht mehr nach Hause komme und sie nicht Bescheid wissen, könnten sie eine Vermisstenanzeige aufgeben. Davor hatte ich zu viel angst also rief ich meine Großeltern an und erzählte ihnen erstmals was passiert war. Sie willigten ein meine Eltern zu informieren damit ich es nicht machen muss. Kurz darauf bekam ich einen Anruf nach dem anderen von meinem Vater, doch ich ignorierte es. In der Schule angekommen, erklärten wir unserer Lehrerin das wir bei der Polizei waren um eine Anzeige zu machen. Kurz darauf kam die Sekretärin ins Klassenzimmer und bat mich mit zu kommen da mein Vater am Telefon sei und sie verbal „zusammen gefaltet“ hat. Meine Freundinnen neben mir nahmen meine Hände und hielten sie fest. Auch sie hatten nun Angst. Ich sah meine Lehrerin panisch an, meine Augen begannen zu tränen und ich sagte: „Ich will das nicht, nein, ich will nicht mit meinem Vater reden!“. Meine Lehrerin verstand sofort das die Anzeige bei der Polizei mit diesem Anruf meines Vaters zusammen hing. Sie ging mit mir und der Sekretärin vor die Tür und ich klärte beide über die Situation auf. Der ganze Vorfall und auch gegen wen die Anzeige bei der Polizei ging. In der Zeit erklärten meine Freundinnen dem Rest der Klasse was passiert war, da die Verwirrung beim Rest der Klasse groß war.

Meine Lehrerin bat mich in die Klasse zu gehen und ruhig zu bleiben, sie kümmere sich nun um meinen Vater. Als sie wiederkam, sagte sie: „Ich habe Ihrem Vater gesagt das er nun akzeptieren müsse, dass Sie nicht mit ihm reden wollen und er die Schule nicht mehr belästigen soll da wir sonst die Polizei kontaktieren. Meine Angst war größer denn je. Es ist das eine wenn du weißt was passiert. Aber wenn du nicht weißt was vor dir liegt, dann wird dir ganz anders. Bei dem was mein Vater schon gemacht hatte, bekam ich Todesangst. Nicht nur mir ging es so, auch die Klasse fürchtete um mein Leben. In jeder Pause hatte ich immer eine Gruppe von Mitschülern um mich herum. Abwechselnd hielt immer einer meine Hand damit ich ja nicht verloren gehe. Auch auf dem Weg zum Frauenhaus war ich nicht alleine. Ich war die Erste im Frauenhaus die dort war wegen häuslicher Gewalt vom Vater. Tagelang versuchte mein Vater anzurufen, doch ich erwiderte nicht einen. Meine Angst vor dem was mich erwarten würde, war einfach zu groß.

Noch während meines Aufenthalts im Frauenhaus verfasste ich einen Brief an die Ältestenschaft der Versammlung und schrieb alles was passiert war. Ich spezifizierte auch was mein Vater mir und meinem Mann angetan hatte doch es passierte nichts. Er behielt sein Amt und bekam nicht eine Strafe dafür, dass er mich und meinen Mann verprügelte. Es wurde einfach unter den Tisch gekehrt. Ich verbrachte zwei Monate im Frauenhaus. Danach zog ich zu meiner neuen Familie, zu meinem jetzigen Mann und seinen Eltern. Wir hatten so einige Startschwierigkeiten aufgrund meiner Vergangenheit. Aber wir haben uns zusammen gerauft. Mein Ausstieg war ohne meinen Mann, seiner Familie, meinen Freunden in der Schule während der Ausbildung, meiner besten Freundin Maria, die mich auch unterstützt hat, und meinen Großeltern nicht möglich.

Trauma

Bis heute leide ich noch unter den Folgen meiner Vergangenheit. Immer wieder hatte ich Kontaktabbrüche zu meinen Eltern. Oft gingen diese von mir aus, da ich nicht jedes Mal wenn wir miteinander sprachen eine Belehrung hören wollte. Bei jeder sich ihnen bietenden Gelegenheit predigten sie mir. Mein Bruder redet bis heute nur mit mir wenn er es muss. Er ignoriert meine Anrufe und Nachrichten. Ab und zu gelingt es mir durch Zufall mit ihm zu reden. Aber nur dann wenn er nicht weiß das ich anrufe oder vor Ort bin. Der Rest meiner Familie ignoriert mich vollends bis auf einen Cousin der nun auch seit einigen Jahren sich hat ausschließen lassen. Meine restlichen Cousins und Cousinen sehe ich nur auf Beerdigungen. Es gibt tatsächlich noch ein paar Cousins und Cousinen zu denen ich nun wieder etwas Kontakt habe. Auch sie sind keine Zeugen Jehovas aber haben mich gemieden. Der Grund hierfür wurde mir erst vor einiger Zeit bekannt. Einer unserer Onkel, der Zeuge ist, haben besagten Cousins und Cousinen erzählt ich sei eine Hure und wäre drogenabhängig.

Das machte ihnen so sehr Angst, dass sie nicht mal mit mir redeten. Als ich davon erfuhr, erklärte ich ihnen was er damit meinte. Ich sei in seinen Augen eine Hure da ich mit einem Mann zusammen lebte und unehelichen Sex hatte. Drogenabhängig sei ich weil ich Zigaretten konsumierte. Sie waren fassungslos über die verzerrte Sichtweise unseres Onkels. Das waren Sachen die sie selbst machten. Sie wollten wissen warum er so etwas, aus ihrer Sicht harmloses, so drastisch darstellte. Das werden sich nun auch alle die fragen, die das hier lesen. Nun, die Zeugen Jehovas brechen jeglichen Kontakt zu Aussteigern ab, auch die Familien. Selbst wenn sie sich auf der Straße begegnen, werden Aussteiger ignoriert. Diese Art Liebesentzug soll Aussteiger dazu bewegen wieder zurück zu kommen. Damit ich keinen Kontakt zu Nichtzeugenfamilienmitgliedern habe und auch die mich meiden, hat mein Onkel diese Formulierungen gewählt. Aus der Sicht eines Zeugen Jehovas ist diese vollkommen richtig obwohl auch jeder einzelne weiß das dies nur eine Masche ist um andere zu schocken. Immer wieder höre ich Gerüchte über mich. Das ich noch niemanden umgebracht haben soll wundert mich ehrlich gesagt. Inzwischen kann ich drüber lachen. Ich habe nun eine neue Familie und meine Freunde. Auch meine Großeltern sind noch immer für mich da.

Familienfeiern

Nach meinem Ausschluss, kam es immer wieder zu Problemen. Meine Großeltern hatten zu ihrem 55. Hochzeitstag geladen. Nun war ich in der Familie mütterlicherseits die einzige Ausgeschlossene. Für meine Großeltern war dies kein Problem, da sie ja selbst nie Zeugen Jehovas waren. Aber für den Rest war es offensichtlich ein Problem. Mein Opa kam auf mich zu und sagte, dass es vielleicht besser sei wenn ich nicht erscheine, da er kein Stress haben möchte. Meine Oma war damit nicht ganz einverstanden. Ich erklärte ihm, dass dies den Zeugen Jehovas in die Karten spielt und er sie damit bestärkt. Die Rechnung bekam er kurz darauf, als er der Familie eröffnete, dass ich nicht erscheinen würde. Mein Cousin sagte ihm darauf, dass er froh sei denn wie Opa ja wisse, kann, darf und möchte er nicht mit mir an einem Tisch sitzen. Es sei nicht mit seinem Glauben zu vereinbaren. Mein Opa war über diese Aussage erbost und machte meinem Cousin klar, dass dies rein gar nichts mit seinem Glauben zu tun habe.

2017 habe ich geheiratet. Es war eine schöne Hochzeit in sehr kleinem Kreis. Ich wollte keine große Hochzeitsfeier. Eigentlich wollte ich gar keine Feier, da ich wusste wenn meine Eltern nicht erscheinen, wird dies wieder Thema des Abends sein. Die Familie meines Mannes hatte sich aber eine Feier gewünscht, was völlig verständlich ist. Wir haben ihnen den Wunsch gerne erfüllt, uns aber auf einen kleinen Kreis geeinigt. Es würde sonst ziemlich blöd aussehen wenn ich nur meine fünf Gäste bestehend aus meinen Großeltern, meiner besten Freundin und meinem Cousin mit seiner Lebensgefährtin als Gäste hätte, mein Mann dagegen mit seinen Cousins und Cousinen, Onkel und Tanten einen halben Saal füllen kann. Jeder seiner Gäste würde mich dann ständig fragen warum auf meiner Seite nur so wenig erschienen wären und jedem einzelnen müsste ich dann on Detail erklären warum. Das ist anstrengend. Das war es schon damals in der Schule mit den Feiertagen. An meinem Hochzeitstag wollte ich nicht ständig daran denken müssen. Also waren wir nur 15 Personen inklusive zwei kleiner Kinder. Wir hatten eine Standesamtliche Trauung und dann ein wunderschönes und leckeres Essen in einem Sternerestaurant. Und trotzdem kam im Laufe des Tages dieses Thema auf. Ich hatte ehrlich gesagt weniger ein Problem damit, dass meine Eltern nicht da waren. Wir hatten sie ja nicht einmal eingeladen. Hochzeiten mit Zeugen Jehovas und nicht-Zeugen Jehovas sind anstrengend, da immer mindestens einer von den Zeugen Jehovas den nicht-Zeugen Jehovas predigte. Meistens war dies mein Vater. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Darauf hatte ich wirklich keine Lust wenn sie denn gekommen wären. Allein deswegen gab es schon meinerseits keine Einladung. Außerdem wollte ich niemanden da haben der seine Glaubensrichtung über sein eigen Fleisch und Blut stellt. Und genau das versteht eben keiner. Vor allem nicht meine Schwiegermutter. Sie würde wirklich alles für ihre Kinder und Enkel geben. Auch ihr eigenes Leben. Seit dem wir uns kennen ist dies Thema. Wie kann man nur sein Kind so im Stich lassen. Blut ist doch dicker als Wasser. Nur nicht bei den Zeugen Jehovas.

Familienfeste dieser Art sind nie von diesem Thema verschont, weswegen ich immer mit Freude aber auch leichten Bauchschmerzen zu solchen Festen gehe.

Ein Jahr später heiratete mein Bruder. Er hatte mich nicht eingeladen aber den Anstand mich anzurufen und zu sagen: „ Bitte hab Verständnis, ich hätte dich gerne dabei aber dann würde kaum ein anderer kommen. Das haben mir die anderen Gäste bereits gesagt. Und meine Frau wünscht sich eine große Hochzeit, die will ich ihr auch bieten“

Unter den Umständen wollte ich auch gar nicht zur Hochzeit. Ich hätte mich nur geärgert. Einige Zeit später postete Sofia die Hochzeitsbilder ihres Bruders auf Facebook. Sofia hatte sich inzwischen selbst auch ausgeschlossen und ist nun sogar katholisch getauft. Allerdings war sie auf dieser Hochzeit. Auf den Bildern waren aber auch meine Tante und meine Cousinen zu sehen. Das fand ich merkwürdig. Warum hatten sie kein Problem damit, dass Sofia auf der Hochzeit ist aber keiner würde zur einer Hochzeit kommen wenn ich anwesend wäre. Als ich mit meinen Vater darauf ansprach, schrie er mich an. Wenn ich zur Hochzeit käme würde nicht mal er kommen. Mein Bruder wäre nur höflich gewesen als er sagte, dass er mich gerne dabei hätte. In Wahrheit wolle er selbst auch nicht das ich komme. Ein gutes Verhältnis zu Gott sei wichtiger. Ich entgegnete, dass es hirnrissig sei eine Beziehung zu jemandem aufbauen zu wollen, der einem seine Existenz nie kund getan hat und diese dann auch noch einem Menschen aus Fleisch und Blut vorzieht. Er schrie weiter: „Hör auf jetzt! Du weißt genau was die Wahrheit ist und das Jehova der einzig wahre Gott ist. Du glaubst selber daran…“ Ich unterbrach ihn: „Nein, das glaube ich nicht, im Gegenteil. Ich glaube nicht mal an einen Gott. Die Bibel widerspricht sich mehrfach und einen Beweis für einen Gott gibt es auch nicht. Jede Religion beruht auf Glauben und blindem Folgen von seinen Anhängern!“ Die Diskussion ging weiter. Ob ich nun glaube, die Bibel sich widerspricht und ob es Beweise für einen Gott gibt oder eben nicht. Mir wurde das allmählich zu blöd. Ich sage so etwas doch nicht um jemanden zu ärgern sondern weil es meine persönliche Meinung ist. Da er das aber nicht einsehen wollte und der felsenfesten Überzeugung ist, dass mir das von meinen Großeltern und Schwiegereltern eingeredet wurde, habe ich einfach aufgelegt. Das denkt er übrigens bis heute noch.

Trigger die mich bis heute quälen

Ich leide aber noch unter weiteren Folgen. Sogenannte Trigger. Wenn ich auf Familienfesten seitens der Zeugen Jehovas Familie nicht eingeladen werde, interessiert es mich wenig. Mit Menschen die mich für tot erklären nur weil ich deren Ansichten nicht teile, muss ich auch nichts feiern. Anders jedoch ist es wenn ich auf Familienfesten der Familie meines Mannes bin. Weihnachten habe ich inzwischen gemeistert. Es war mir bis 2018 unangenehm Weihnachten zu feiern. Doch das Jahr darauf war ich auf eigenen Wunsch die Gastgeberin. Ich habe das Weihnachtsfest bei uns zu Hause genau so gemacht wie ich es mir als Kind immer vorgestellt habe. Das war das erste Mal das es mir nicht unangenehm war Weihnachten zu feiern. Im Gegenteil. Ich habe es genossen und hatte auch schon in der Vorweihnachtszeit Spaß. Zum Missfallen meines Mannes, da er ziemlich schnell festgestellt hat, dass ich zumindest von der Menge an Dekorationen 27 Weihnachten nachzuholen hatte. Trotzdem hatten wir ein wunderschönes Weihnachtsfest.

Geburtstage sind noch immer eine Herausforderung. Sie lösen ein Unwohlsein aus, ja, schon fast eine Übelkeit wie bei einer Magendarmgrippe. Geburtstagslieder kann ich nicht mitsingen. Nicht nur weil meine Singstimme an Körperverletzung grenzt. Ich bekomme keinen einzigen Ton raus. Ich fühle mich dann fehl am Platz. Wie damals im Kindergarten. Als dürfte ich nicht da sein. Ich hasse es Geschenke zu meinem Geburtstag zu bekommen. Immer wieder schießt der Gedanke ein „du darfst das doch gar nicht annehmen“. Ich will mich nicht so fühlen. Ich will mich wie meine kleinen Neffen über Geschenke freuen können. Stattdessen immer dieses Gefühl man dürfe so etwas nicht. Und das noch nach 9 Jahren. Umgekehrt beschenke ich andere gerne. Ich finde es toll wenn sich die Beschenkten freuen. Ich gebe mir immer wieder die größte Mühe ein schönes Geschenk zu finden oder auch zu basteln. Allerdings habe ich ein Problem damit es ihnen selbst zu überreichen. Das lasse ich meinen Mann machen. Denn auch da kommt immer wieder der Gedanke „das darfst du nicht“. Die Beschenkten wissen oft gar nicht wie sehr ich mir den Kopf zerbreche und wie viel Zeit ich dafür gebraucht habe. Auch nicht was ich mir für eine Mühe gebe das Richtige zu finden. Sie sehen nur meinen Mann der ihnen das Geschenk überreicht und das obwohl er meist nicht einen Gedanken daran verschwendet hat. Seit dem wir uns kennen, suche ich zwar die Geschenke aus, aber er überreicht sie. Versteht mich nicht falsch. Es geht mir nicht darum das jeder weiß, dass das Geschenk von mir ausgesucht wurde. Ich möchte nur dieses eklige Gefühl loswerden. Es geht auch nicht weg wenn mein Mann die Geschenke übergibt. Aber es gibt mir innerlich die Möglichkeit mich zu verstecken. Nun stellt euch das mal vor, das passiert nur beim beschenken an Geburtstagen. Das ist ein Trigger von Vielen. Es gibt immer wieder Dinge im Alltag die mich triggern. Die kleinsten Kleinigkeiten über die ein normaler Mensch keinen bewussten Gedanken verschwendet, löst in mir Übelkeit oder auch Angst aus. Bis heute bekomme ich Herzrasen wenn es gewittert. Als Kind dachte ich dann immer Harmageddon kommt.

Folgen meiner Schmalspur-Ausbildung

Eine weitere Folge ist meine Karriere. Als Kind legten meine Eltern wenig Wert auf Hausaufgaben. Es war wichtiger das ich die Bibel und den Wachtturm lese. Meine Eltern haben mich nicht dazu angehalten keine Hausaufgaben zu machen aber sie legten eben auch keinen Wert drauf das ich sie mache. Das ist für ein Kind natürlich toll. Also hab ich einfach keine Hausaufgaben gemacht. Leider führte dies zu schlechten Noten und dann auch zu einem schlechten Schulabschluss. Ich habe meinen Realschulabschluss mit einem Schnitt von 4,0 gemacht. Dementsprechend habe ich auch nur eine zweijährige Helferausbildung die mir oft nur den Mindestlohn bringt und auch nur selten unbefristete Arbeitsverträge. Wenn meine Eltern sich wie andere Eltern wirklich um meine Schulbildung gekümmert hätten, hätte ich eine bessere Ausbildung machen können. Ich bin noch jung und habe mich nun um eine neue Ausbildung beworben. Ob ich die bekomme ist jedoch ungewiss denn ich musste auch mein Abschlusszeugnis vorzeigen. Das hatte keinen guten Eindruck hinterlassen.

Im Großen und Ganzen gelingt es mir immer besser das Leben ohne Zeugen Jehovas und meine Familie zu meistern. Es ist dennoch erstaunlich wie lange das Verarbeiten dauert. Eine Sache die mir hilft, ist jede Entscheidung die ich treffe und jedes Gefühl zu hinterfragen. Wie es nun genau dazu kommt und was der Auslöser ist. Wenn ich mir darüber im Klaren bin ist es einfacher dies zu verarbeiten.

Mein Resümier

Abschließend möchte ich noch einmal klar stellen warum Zeugen Jehovas für mich eine Sekte sind. Sie selbst sagen, dass sie Gott mit ganzen Herzen, ganzer Seele und ganzem Sinn dienen so wie es in der Bibel steht. Tatsächlich dienen sie eine kleinen Gruppe von Menschen die ihnen die Regeln vorgibt ähnlich wie der Papst in der katholischen Kirche. Diese Gruppe nennt sich die leitende Körperschaft und sie erfinden immer wieder neue Sachen um ihre Mitglieder zu drangsalieren. Ich empfand es zumindest immer so.

Eine Sekte ist der Definition von Google nach eine Gemeinschaft, die radikal und einseitig eigene Ideologien oder religionsähnliche Grundsätze vertritt, die nicht immer ethischen Grundwerten der Gesellschaft entsprechen. Genau das ist der Fall bei den Zeugen Jehovas. Es wird absolute Treue vorausgesetzt und das ohne wenn und aber. Man darf keine vorgegeben Regeln hinterfragen und keine Entscheidung der leitenden Körperschaft oder der Ältestenschaft in Frage stellen. Dies kann eine Exkommunikation zu Folge haben. Eigene Nachforschungen sind nur erlaubt wenn diese mit der Literatur der Zeugen selbst erfolgt. Weltliche Sichtweisen werden nicht geduldet. Auch die absolute Hingabe ist meiner Meinung nach in Symptom für Sekten. Versteht mich nicht falsch, es geht hier nicht darum den Zeugen sein ganzes Geld oder alle Besitztümer zu überschreiben. Es geht um die psychische Kontrolle und Abhängigkeit. Zeugen Jehovas beobachten sich gegenseitig haarscharf und auch sich selbst. Sie werden so erzogen, dass sie sich selbst für jede Sünde anklagen müssen. Auch die die andere gar nicht sehen weil sie zum Beispiel nur im Kopf stattfinden. Heißt also wenn sie auch nur einen falschen Gedanken haben, gehen sie zu den Ältesten und bitten um Hilfe. Es gibt noch viel mehr Aspekte. Aber ich denke die meisten werden mir bei diesen Aspekten bereits zustimmen. Es sind teilweise Zustände wie im Mittelalter und das mitten in unserer Gesellschaft. Ich wünschte ich könnte jeden vor dieser Sekte warnen. Das mir das nie gelingen wird ist mir klar. Wenn ich jedoch auch nur einem Menschen in irgendeiner Art und Weise mit meiner Geschichte helfen kann, ist das schon viel wert.

von |November 23rd, 2020|2020|0 Kommentare

Jehovas Zeugen – Die Instrumentalisierung der Lüge

Auf der Suche nach der Wahrheit befindet sich jedes Individuum in einem Prozess aus Lernen und Glauben. In der Fülle der Informationen, die heute auf uns hereinströmen mögen, ist es schwierig den Überblick über all dessen zu bewahren und den „roten Faden“ zu sehen. Welche Orientierungspunkte bedienen wir uns, um die richtigen Fragen zu stellen, kritische Zweifel umzusetzen sowie zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden?

JW.ORG, ManipulationDas wohl größte Drama auf diesem Planten ist, dass hochgradig manipulierte Menschen ihre Manipulierer verteidigen, weil sie selber die Wahrheit für Manipulation halten.

Alles, was der Mensch lernt, hat dieser im Laufe seines Lebens meist ungeprüft von Dritten aufgenommen. Jede dieser Erkenntnisse sind damit oftmals eine Zusammenlegung von Glauben, Vorurteilen und der Überzeugung von Dritten.

Es ist schwierig alle Erkenntnisse, die uns als Mensch sowie unserer Überzeugung ausmachen, vollständig zu hinterfragen. Wahrscheinlich würden wir auch an einem Punkt angelangen, in der wir diesen Zustand des geglaubten Wissens als Faktum ansehen müssen, obwohl es dafür eigentlich keine wirklichen Belege gibt. Wir stellen fest, dass alles, was „die Welt im innersten Zusammenhält“ auf eine Überzeugung aufbaut, die von bloßer Annahme, von Glauben, geprägt ist, nicht von Wissen und Faktum.

In dem wir uns selbst eine „Wohlfühlbasis“ ausbauen, zum Schutze unserer Selbst und der eigenen Psyche, vermag es als eine Zerreißprobe bis auf das tiefste Mark zu erscheinen, alles zu Hinterfragen und mit dem nötigen, gesunden Zweifelsauge zu betrachten.

Dennoch sollte dieser Weg als lohnenswert angesehen werden, sofern wir die innere Stärke bekunden und für uns selbst behaupten zu wollen, wir haben alles geprüft und lieben die Wahrheit, deren Weg wir mit unseren Fußstapfen folgen und eine Spur für unsere Nachwelt hinterlassen. Insbesondere ist diese Lebenseinstellung wichtig, wenn es um religiös motivierte Menschen geht, die es als Hoheitsaufgabe betrachten, ihrer Überzeugung Ausdruck zu verleihen, da auch ihr persönliches Gottesbild und deren „Wahrheit“ der Gegenstand gegenwärtiger Versuchung ist und auch dieses an die erste Stelle ihres Lebens zu stellen.

Durch das interne Leben als Zeuge Jehovas, der sich in einer Organisation befindet, die selbst von sich behauptet „das Werkzeug Gottes“ zu sein, sie ja selbst in internen Publikationen sogar als „Mutter“ eines jeden „wahren Christen“ bezeichnet wurde, ist es um so wichtiger, die Lehren auf einen Prüfstand zu stellen. Doch woran kann man „wahre Lehre“ von „falscher Lehre“ unterscheiden? Welches Fundament setzen wir als Maßstab ein? Der Interpretationsspielraum mag weit gemessen sein, deshalb ist es gut, bei elementaren Dingen anzufangen, Dinge die jeder selbst, egal welchen Glaubens- oder Wissensstandes, prüfen kann.

Eine Lehre, die sich selbst – ohne ein menschliches Dazutun – entkräftet, ist in jeder Hinsicht elementar, für sich stehend und bezeugt ihre eigene Falschheit. So könnten viele Lehren sicherlich angeführt werden, die diese Eigenschaften aufweisen, insbesondere in den Publikationen von Jehovas Zeugen.

Doch wenn das Glaubens-Fundament, dass auf alles aufbaut, sich selbst als unwahr kristallisiert, gibt es keinen Interpretationsspielraum mehr für alle weiteren Lehren, die ebenfalls auf eben dieses aufbauen.

1914, falsche Lehre, GenerationAfter drawing attention to the many things that have marked the period from 1914 onward, Jesus said: „This generation will by no means pass away until all these things (including the end of this system) occur.“ (Matthew 24:34, 14) Wich generation did Jesus mean? He meant the generation of people who were living in 1914. Those persons yet remaining of that generation are now very old. However, some of them will still be alive to see the end of this wicked system. so of this we can be certain: Shortly now there will be a sudden end to all wickedness and wicked people at Armageddon.(You can live forever in Paradise on Earth, edited by Jehovah’s Witnesses)

Übersetzung aus dem Englischen:

„Nachdem Jesus auf die vielen Dinge aufmerksam gemacht hatte, die die Zeit ab 1914 geprägt haben, sagte er: „Diese Generation wird auf keinen Fall vergehen, bis all diese Dinge (einschließlich des Endes dieses Systems) geschehen.“ (Matthäus 24:34, 14) Welche Generation meinte Jesus? Er meinte die Generation von Menschen, die 1914 lebten. Diejenigen, die noch von dieser Generation übrig sind, sind jetzt sehr alt. Einige von ihnen werden jedoch noch am Leben sein, um das Ende dieses bösen Systems zu sehen. Daher können wir sicher sein: In Kürze wird es ein plötzliches Ende aller Bosheit und aller Bosheiten durch Harmagedon geben.(Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben, herausgegeben von Jehovas Zeugen)

Die Schlussfolgerung:

Eine Lüge ist eine Lüge. Wenn man über 100 Jahre eine Lüge lehrt, die zu 100% nicht eingetroffen ist, ist sie eine Irrlehre. Alle Menschen, die 1914 erlebt haben, sind seit Jahren tot. Auch wenn man versucht die Geschichte auszuradieren, indem man diese Irrlehre in der Neuzeit anders verkaufen will, ist und bleibt sie eine Lüge. Jehovas Zeugen sind eine Lüge, ihre Lehren sind eine Lüge, ihr Glaube ist eine Lüge.

Die Wachtturm-Organisation selbst schreibt:

„Wovon kann man sich auf der Suche nach der richtigen Religion leiten lassen? Die Encyclopædia Universalis hebt zu Recht die Wichtigkeit der Wahrheit hervor. Eine Religion, die Lügen lehrt, kann unmöglich wahr sein. Der größte Prophet, der sich jemals auf der Erde befand, sagte: „Gott ist ein GEIST, und die ihn anbeten, müssen ihn mit Geist und Wahrheit anbeten (Johannes 4:24).“ (Der Wachtturm, 01.12.1991, „Ist es gleich, welcher Religion man angehört?“)

So bleibt einem wahrheitssuchenden Menschen keine andere Wahl, als einem organisationstreuen Zeugen Jehovas zu Antworten: „Du hast nicht die Wahrheit. Du bist nicht der glücklichste Mensch auf Erden. Du wirst nicht ewig in einem irdischen Paradies leben. Du hilfst nicht mit diesen Lehren anderen Menschen. Du hast keine Liebe zu der Wahrheit, außer der Irrlehre, die man Dich „Wahrheit“ gelehrt hat.“

Doch wie sieht es mit den vielen Menschen aus, die bereits sich von falschen Lehren, Lügen und der Instrumentalisierung durch Dritte befreit haben?

Einem Zeugen Jehovas wird folgende Wahl gelassen: „Entweder du glaubst, was WIR glauben – oder du gehörst nicht mehr zur Familie!“. So sieht die „Religionsfreiheit“ von Jehovas Zeugen im Alltag aus. Millionen Menschen, die sich weltweit an dieser Ächtung und Isolation halten, zum Gunsten der Lüge und der Manipulation durch die Organisation, aufgrund der egozentrischen Belohnungslehre des ewigen Lebens die niemals eintreffen wird, zerstören sie das Leben von sich selbst und anderen.

Die Idiotie von Sekten und Kulten, insbesondere der von Jehovas Zeugen – dieser von Kindesalter instrumentalisierte Intelligenzdefekt schwersten Grades, der im 21. Jahrhundert immer noch praktiziert wird und traurige Realität ist-, wird zum geistigen Gefängnis für Millionen von Menschen!

Zusammenfassung:

Jehovas Zeugen sind das Produkt aus Glauben (Nicht-Wissen) und der Instrumentalisierung Dritter. Alle darin sind Opfer, jedes Kult-Mitglied behindert die wahre Erkenntnis des Anderen. Es wird sich gegenseitig in der religiösen Filterblase blind und ignorant gehalten. Selbst die jetzigen Führer, der selbsternannte „treue und verständige Sklave“, hat „klein“ als Sektenmitglied angefangen und wurde innerhalb der Organisation erzogen, so zu denken und die Herde zu führen. Die Organisation hat sich zu einer selbstagierenden, dritten Person entwickelt, die über alle Maßen erhaben sei und über Gott stehe. Die wahre Furcht für diese autarkischen Prozesse sind die Aussteiger, die den selbstzerstörerischen Weg beendet haben und nicht mehr Teil dieses Systems sind.

Jehovas Zeugen – Protestaktion gegen interne Praktiken

Am 26. März 2017 fand in der Breslauer Altstadt eine Kundgebung der ehemaligen Zeugen Jehovas statt. Ihr Ziel war es, Information der Gesellschaft über die schädlichen Praktiken innerhalb der Organisation, der sie angehört haben, aufzuzeigen. Es ging, unter anderem, um den Kontaktabbruch mit ehemaligen Mitgliedern der Gemeinde, das Verbot der Bluttransfusion und auch um das Verheimlichen von Straftaten durch pädophile Zeugen Jehovas innerhalb der Versammlungen.

Die Wahrheit hinter der „Wahrheit“ – Lüge, Täuschung, Betrug und falsche Lehren

Die Wahrheit hinter der „Wahrheit“ – Lüge, Täuschung, Betrug und falsche Lehren

Auf der Suche nach der Wahrheit gibt es viele Menschen und Gruppierungen, die vertreten, dass sie die Wahrheit sagen oder gar in ihr Leben, dass sie selbst die Wahrheit sind. Dabei stützen sich gerade christlich orientierte Strömungen auf die Heilige Schrift und beteuern in ihren Glaubensdogmen, dass sie sich durch den Geist Gottes einzig und allein auf die Bibel stützen und damit eine Wiederherstellung des Christentums seien. Es ist immer wichtig solche Aussagen stets zu prüfen. So wurden die Christen in Beröa vom Apostel Paulus dafür gelobt und schriftlich in Gottes Wort verewigt, weil sie nicht einfach seinen Worten glauben schenkten, sondern selbst geprüft haben, ob das, was Paulus lehrte, mit den Lehren Jesus Christus übereinstimmte (Apostelgeschichte 17:10, 11). Da es so wichtig ist kritisch zu hinterfragen und die Lehren, die jemand vertritt, zu prüfen, ließ YHWH selbst seinen Diener dazu inspirieren, diesen wichtigen Gedanken nieder zu schreiben und damit diesen Rat an alle wahren Nachfolger Jesus Christus ergehen zu lassen.

In den Publikationen, die von Jehovas Zeugen herausgegeben werden, können wir nachlesen:

Wovon kann man sich auf der Suche nach der richtigen Religion leiten lassen? Die Encyclopædia Universalis hebt zu Recht die Wichtigkeit der Wahrheit hervor. Eine Religion, die Lügen lehrt, kann unmöglich wahr sein. Der größte Prophet, der sich jemals auf der Erde befand, sagte: „Gott ist ein GEIST, und die ihn anbeten, müssen ihn mit Geist und Wahrheit anbeten (Johannes 4:24).“ (Der Wachtturm, 01.12.1991, „Ist es gleich, welcher Religion man angehört?“)

Wir müssen nicht nur prüfen, was wir persönlich glauben, sondern auch, was die Religionsgemeinschaft lehrt, der wir angehören mögen. Sind ihre Lehren voll und ganz im Einklang mit Gottes Wort, oder stützen sie sich auf die Überlieferungen von Menschen? Wenn wir die Wahrheit lieben, brauchen wir uns vor einer solchen Prüfung nicht zu fürchten. Jeder von uns sollte aufrichtig wünschen, Gottes Willen uns betreffend kennenzulernen und ihn dann zu tun (Johannes 8:32).“ (Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt, Seite 13, „Warum man seine Religion prüfen sollte“)

Die einzelnen Religionen vertreten widersprüchliche Vorstellungen. Logischerweise kann nicht alles stimmen. Es muss somit viele Menschen geben, die, wie die Bibel es ausdrückt, „Eifer für Gott haben, aber nicht gemäß genauer Erkenntnis“ (Römer 10:2). Gott möchte jedoch, „dass alle Arten von Menschen . . . zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit kommen“. Das schrieb der Apostel Paulus in 1. Timotheus 2:4. Wo findet man diese „genaue Erkenntnis“? Es gibt gute Gründe, die für die Bibel sprechen. Paulus, der selbst unter göttlicher Leitung Bibelbücher schrieb, erklärte, die ganze Bibel sei „von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren“ (2. Timotheus 3:16). Wenn Sie also nach der Wahrheit suchen, sollten Sie prüfen, ob diese Behauptung stimmt. Entdecken Sie die tiefe Weisheit der Bibel und ihre geschichtliche Genauigkeit, und lernen Sie die schon eingetroffenen Voraussagen kennen. Die Bibel lehrt nicht, dass im Endeffekt jede Religion zu Gott führt. Sie rät ausdrücklich davon ab, etwas unkritisch zu übernehmen, wenn sie sagt: „Prüft die inspirierten Äußerungen, um zu sehen, ob sie von Gott stammen. (1. Johannes 4:1)…Wie die Bibel versichert, wünscht Gott, dass wir ihn „wirklich finden“ (Apostelgeschichte 17:26, 27). Wenn der Schöpfer das also möchte und wenn man ihn gefunden hat, dann kann es auf keinen Fall verkehrt sein, auch entsprechend zu handeln — selbst wenn das einen Glaubenswechsel bedeutet.“ (Erwachet!, Juli 2009, Seite 28, „Ist es verkehrt, wenn man den Glauben wechselt?“)

Wozu führt es, wenn einer Lüge nicht widersprochen wird? Trägt Stillschweigen nicht dazu bei, daß eine Lüge als Wahrheit verbreitet wird, und besteht dadurch nicht die Gefahr, daß viele Menschen leichter unter ihren Einfluß kommen und möglicherweise ernsten Schaden erleiden? Was geschieht, wenn man einen schlechten Wandel oder ein unsittliches Verhalten duldet, statt es bloßzustellen oder zu verurteilen? Ist es nicht so, als ob man eine ansteckende Krankheit verheimliche, ohne sich zu bemühen, sie auszuheilen und ihre Ausbreitung zu verhindern? […] Wenn du zu den Menschen gehörst, die Gott treu bleiben möchten, solltest du dich mit solchen Fragen auseinandersetzen. Wieso? Weil Diener Gottes zu allen Zeiten in Situationen kamen, in denen sie sich mit solchen Fragen auseinandersetzen mußten. Sie waren verpflichtet, Unwahrheit und Verbrechen bloßzustellen und die Menschen vor Gefahren und vor Täuschung zu warnen — nicht nur in einem allgemeinen Interesse, sondern ganz besonders im Interesse der reinen Anbetung. Es wäre viel leichter für sie gewesen, Stillschweigen zu bewahren oder nur das zu sagen, was die Menschen gern hören wollten. Ihre Treue zu Gott und ihre Liebe zum Nächsten bewog sie jedoch zu reden. Sie erkannten, daß ‘offene Zurechtweisung besser ist als verborgene Liebe’ (Spr. 27:5). Und wer war es hauptsächlich, der Jesus widerstand, als er die Wahrheit freimütig bekanntmachte und damit bloßstellte, wodurch Gottes Gesetze übertreten wurden? Waren es nicht die religiösen Führer, die Schriftgelehrten, die Pharisäer und die Oberpriester? Lies selbst, was die Bibel darüber in Matthäus 16:21, 20:18, 19 und 23:13 berichtet. […] Bist du der Meinung, daß man Lügen nicht widerspruchslos hinnehmen sollte? […] Vielleicht bist du auch dafür, daß Unrecht bloßgestellt werden sollte. Was aber, wenn es von religiös eingestellten Leuten begangen wird, vielleicht von Mitgliedern deiner Kirche? Veranlaßt dich die Treue zu Gott, für das einzutreten, was recht ist? […] Deswegen müssen wahre Christen ihre Stimme erheben und dürfen sich nicht zurückhalten, falsche Lehren und unbiblische Bräuche der Religionsorganisationen der Welt bloßzustellen. […] Ihre Treue zu Gott und ihre Liebe zum Nächsten erfordert es, darauf hinzuweisen.“ (Der Wachtturm, 14. April 1974, Seite 227-230)

Sicherlich kann man diesem Gedanken mit bestem Gewissen zustimmen, wenn man sich fragt, wovon man sich auf der Suche nach der wahren Religion leiten lassen will, und dabei sich steht’s an die Wichtigkeit der Wahrheit orientiert. In Gottes Augen ist es also richtig sich auf den Maßstab aus Apostelgeschichte 17:10, 11 zu stützen und die Lehren einer Religionsgemeinschaft zu prüfen, ob diese sich an die Bibel halten oder sie nur auf alleinige Überlieferung eines Menschen beruhen. Für einen wahren Nachfolger Jesus Christi ist Gottes Wort eine Richtschnur und vollkommener Maßstab wenn er auf der Suche nach der Wahrheit ist. So sagte Christus selbst: Heilige sie durch die Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.“ (Johannes 17:17)

Jehovas Zeugen, der „treue und verständige Sklave“, darin fungierend die leitende Körperschaft, sieht sich selbst als „Kanal Gottes“ und fühlt sich beauftragt, göttliche „Wahrheiten“ zu verkünden, die YHWH nur durch sie verbreiten würde. Natürlich ist es leicht eine solche Behauptung aufzustellen, ohne dafür einen Beweis zu erbringen. Aufrichtige Wahrheitssucher und Nachfolger Jesus Christi würden also zurecht, so wie auch die ersten Christen, überprüfen ob diese Äußerung der Wahrheit entspricht und damit gleichzeitig ihre Lehren anhand der Bibel vergleichen. So ergeht der vortreffliche Rat des aktiven Prüfens auch aus 1. Johannes 4:1, wenn geschrieben steht: „Geliebte, glaubt nicht jeder inspirierten Äußerung, sondern prüft die inspirierten Äußerungen, um zu sehen, ob sie von Gott stammen, weil viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen sind.“ (1. Johannes 4:1)

Aufgrund der von der Wachtturm-Gesellschaft veröffentlichten Publikationen lassen sich wichtige Punkte zusammenfassen, die wir beim Lesen dieses Artikels immer berücksichtigen sollten:

  1. Die wahre Religion lehrt keine Lügen
  2. Die Lehren dürfen keine Überlieferung von Menschen sein
  3. Falsche Lehren stammen gemäß der heiligen Schrift von Satan dem Teufel
  4. Wir müssen die Lehren der Glaubensgemeinschaft, die wir angehören, selbst immer wieder prüfen
  5. Ein Glaubenswechsel muss stattfinden, wenn die eigene Glaubensgemeinschaft falsche Lehren verbreitet
  6. Falsche Christen lehren Lügen und gehören damit zu den falschen Propheten, vor die Jesus Christus warnte
  7. Wahre Christen sind verpflichtet die falschen Lehren der Glaubensgemeinschaft bloßzustellen

Die Lügen über aktuelle, selbst aufgestellte Lehren

Natürlich darf eine Religionsgemeinschaft, die vorgibt die Wahrheit zu vertreten, keine Lügen lehren und beim Vergleich der eigenen Lehren sich nicht widersprechen. Wenn dies jedoch geschieht, dann immer aus demselben Vorteil heraus: Eine Doppelmoral dient dazu, das eigene Image in der Öffentlichkeit zu verbessern das man mittels einer Lüge erreichen kann. So erscheint man vor anderen in einem besseren Licht und Kritiker können nicht so leicht das eigene Weltbild angreifen. Auch werden dadurch die eigenen Mitglieder dazu trainiert, den eigenen Glauben nach außen hin besser zu verteidigen und dieser dient ebenfalls dem eigenen Befinden, um kritischen Fragen aus dem Weg zu gehen. So wird die innere Balance eines Anhängers gewährleistet und vermieden, dass Zweifelsfragen entstehen können. Da jede Art Zweifel oder Hinterfragung oft im Keim erstickt wird, diese angeblich „in die Abtrünnigkeit“ führt sowie das eigene Leben und das Verhältnis zu YHWH auf dem Spiel stehen würden, unterdrückt man meist den Gedanken. Natürlich möchte man auch nicht seine ganzen Freunde oder die Familie verlieren, wenn diese bemerken, dass man wegen Zweifel als „schlechter Umgang“ gezählt werden müsse, der nicht mehr absolut der menschlichen Leitung vertraut, und so Gottes Geist verloren hätte.

Jeder der auf der Suche nach Wahrheit ist, oder seine Religionsgemeinschaft und ihre Lehren überprüft, muss objektiv dabei vorgehen und frei von Vorurteilen sein. Diesen Anspruch sollte jedoch auch eine Glaubensrichtung haben, die vorgibt, die Wahrheit zu vertreten und das Christentum aus dem 1. Jahrhundert zu leben. Viele Mitglieder, die sich von Menschen führen lassen, ohne die Lehren zu prüfen, oder eines Tages das Prüfen aufgegeben haben und zum absolut blinden Vertrauen übergegangen sind, merken nicht, wenn Lügen und Widersprüche in den Lehren der Religionsgemeinschaft auftreten. Um das heile Weltbild aufrecht erhalten zu können, von Führung und Leitung durch Gott, möchte man sich ebenfalls auch nicht mit einer kritischen Betrachtung auseinandersetzen und lehnt leichtfertig alles ab, dass einen Gewissenskonflikt auslösen würde. Auf Dauer führt dies zu einem geistigen Nebel, in dem es sehr schwer wird, die Wahrheit zu finden und von Lügen zu unterscheiden.

Auch die Wachtturm-Gesellschaft gibt in ihren Lehren widersprüchliche Aussagen weiter, und bei intensiver Analyse finden wir zwei unterschiedliche Perspektiven wieder, die gemeinsam gesehen eine Lüge bilden. Oftmals ist das Außenbild, das Image was man an Nicht-Zeugen weitergibt ein völlig anderes, als es ein vollintegriertes Mitglied erfährt. Besonders interessierten Menschen werden nur sehr wenige Informationen, sehr strukturierte Gedanken an Studienmaterial übergeben, die in keinem Verhältnis die volle Wahrheit übermitteln. Oftmals wird nach der Taufe eines damaligen Interessierten, diesem Schrittweise, wenn er sein selbständiges Denken nicht aufgegeben hat, die volle Tragweite bewusst und er erfährt privilegierte Informationen, die ihn vor der Taufe wahrscheinlich umgestimmt hätten, nicht diesen Weg einzuschlagen. Meist liegt zwischen den gegenteiligen Äußerungen in den Publikationen eine kleine Zeitspanne oder sie werden in unterschiedlichen Veröffentlichungen getätigt, die andere Zielleser haben. Dabei geht es nicht um alte Ansichten, die ausdrücklich revidiert werden, wie beispielsweise das Verständnis der Generationslehre. Vielmehr geht es um Sachverhalte, in denen definitiv zu einer Thematik zwei unterschiedliche Auffassungen gelehrt werden, die reine, vom „Kanal Jehovas“ gegebenen Informationen seien. Gerne wird die äußerliche Sichtweise eines Nicht-ZJ’s so geformt, dass es einer sehr positiven Images entspricht das fern von dem Praxisleben und eigenen Erfahrungen eines aktiven Zeugen Jehovas ist.

Der Umgang mit Menschen, die keine Zeugen Jehovas sind

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Sektenmitglieder kapseln sich oft von Angehörigen, Freunden und sogar von der Gesellschaft im allgemeinen ab. Ist das bei Jehovas Zeugen der Fall? … sie leben weder in Kommunen, noch kapseln sie sich von Verwandten und anderen ab.“ (Der Wachtturm, 15.02.1994, Seite 6, „Sind Jehovas Zeugen eine Sekte?“)

…aber lehrt zugleich

Wir sollten uns auch vor vermehrtem Umgang mit Weltmenschen hüten. Dabei könnte es sich um Nachbarn, Schulfreunde, Arbeitskollegen oder Geschäftspartner handeln.“ (Der Wachtturm, 15.02.1994, Seite 24, „Wahre Abstand, wenn Gefahr droht!“)

Zwar fühlen wir uns Menschen, die sich zu einem anderen Glauben bekennen, nicht überlegen, doch hüten wir uns davor, geselligen Umgang mit ihnen zu pflegen.(Der Wachtturm, 15.10.2002, Seite 27, „Fragen von Lesern“)

Warum hat man ein großes Interesse bei der Frage ob man eine Sekte sei, besonders zu betonen, dass man sich nicht von anderen abkapselt oder sich nicht von Verwandten und anderen trennt, wenn man zugleich lehrt, dass man sich vor „Weltmenschen“ hüten muss und wir keinen Umgang mit Menschen, die einen anderen Glauben vorweisen, haben sollten? Wenn durch das eigene Verhalten, und die eigenen Schriften, Jehovas Zeugen deutlich sagen, dass sie eine Sekte sind, oder ein klassisches Merkmal einer Sekte aufweisen, warum wird es dann immer wieder verleugnet?

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Bei Fragen zu Glaubensinhalten einer Religionsgemeinschaft muss notwendigerweise ebenfalls deren eigene Auffassung berücksichtigt werden, so wie es zum Beispiel auch erforderlich ist, sich über das Programm einer Regierungspartei nicht ausschließlich bei den konkurrierenden Oppositionsparteien und/oder ehemaligen Parteimitgliedern zu informieren.(Kindeswohl und Elternverantwortung, 2. Auflage 2000, Seite 4f)

…aber lehrt zugleich

Warum lehnen Jehovas Zeugen es ab, ihre Bibelstudienhilfsmittel gegen religiöse Schriften anderer auszutauschen? Die Zeugen … haben … bereits zahllose Stunden dafür eingesetzt, die Wahrheit des Wortes Gottes zu erforschen… . Sie haben beträchtliche Grundkenntnisse über die Glaubenslehren der in ihrer Umgebung vertretenen Religionen. In [ihren] Abhandlungen … wird der Gegensatz zu den genauen Lehren der Bibel aufgezeigt. … Daher wäre es sowohl Waghalsigkeit als auch Zeitverschwendung, wenn Jehovas Zeugen religiöse Literatur, die der Täuschung dienen soll, annehmen und sich damit auseinander setzen würden.(Der Wachtturm, 15.08.1984, Seite 31, „Fragen von Lesern“)

Während man lehrt dass die Auffassung einer anderen Religionsgemeinschaft notwendigerweise berücksichtig werden muss, lehrt man jedoch zugleich, dass Jehovas Zeugen es ablehnen, andere religiöse Schriften anzunehmen oder gar auszutauschen. Warum betrachtet man es als „Waghalsigkeit“ und „Zeitverschwendung“, richtet beweislos alles als „Täuschung“ hin, mit dem man sich nicht auseinander zu setzen hat, wenn zugleich man immer prüfen sollte?

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Eine religiös gemischte Erziehung kann sich positiv auf das Kind auswirken, solange sich die Eltern gegenseitig die nötige Toleranz und die gebührende Achtung nicht versagen… Herrscht dieser Geist der Offenheit und des gegenseitigen Respekts vor, kann das Kind Nutzen aus der sittlichen und religiösen Erziehung beider Eltern ziehen… Kinder, die in religiös gemischten Familien aufwachsen, werden aufgefordert, ihre Eltern sowie deren religiöse Überzeugung zu respektieren… Dadurch wird dem Kind die Freiheit eingeräumt, an den religiösen Handlungen beider Eltern teilzunehmen, ohne … in einen Loyalitätskonflikt zu geraten.“ (Kindeswohl und Elternverantwortung, 2. Auflage 2000, Seite 37f)

…aber lehrt zugleich

Das heißt, dass loyale Christen keine religiöse Gemeinschaft mit jemandem haben, der aus der Versammlung ausgeschlossen wurde. … Die früheren geistigen Bande sind völlig aufgelöst worden. Das trifft selbst auf seine Angehörigen zu, auch auf die im engsten Familienkreis. … Wenn zum Beispiel dem Mann die Gemeinschaft entzogen worden ist, wird es seiner Frau und den Kindern nicht recht sein, dass er ein Familienstudium durchführt oder die Familie beim Bibellesen oder im Gebet leitet.(Unser Königreichsdienst, 8/02, Seite 3, Absatz 3-7, „Christliche Loyalität bekunden, wenn ein Verwandter ausgeschlossen ist“)

Auch wenn uns das sehr schwer fällt, müssen wir unnötigen Kontakt mit einem ausgeschlossenen Familienmitglied vermeiden — sei es telefonisch, brieflich oder über Textnachrichten, E-Mails oder soziale Netzwerke. Aber bewahre Hoffnung. Liebe „hofft alles“, auch dass jemand wieder zu Jehova zurückkehrt (1. Kor. 13:7). Beobachtest du bei einem engen Familienmitglied einen Sinneswandel, kannst du darum beten, dass er oder sie aus der Bibel Kraft gewinnt und auf Jehovas Bitte reagiert: „Kehr doch um zu mir“ (Jes. 44:22). Jesus sagte, dass wir seiner nicht würdig sind, wenn uns ein Mensch wichtiger wäre als er. Doch er war sich sicher, seine Jünger würden den Mut haben, trotz Widerstand in der Familie loyal zu ihm zu stehen. Falls die Nachfolge Jesu „ein Schwert“ in deine Familie gebracht hat, dann vertraue auf Jehovas Unterstützung (Jes. 41:10, 13). Freue dich, dass du Jehova und Jesus gefällst und sie dich für deine Treue belohnen werden.(Der Wachtturm,17.10.2016, Abs. 19-21) 

Warum wird behauptet, dass Eltern ihre Kinder so erziehen sollen, dass „eine religiös gemischte Erziehung sich positiv auswirken“ wird, und eine „nötige Toleranz“ zwischen den Eltern einzuhalten sei? Warum wird behauptet, dass so „dem Kind die Freiheit eingeräumt“ wird, an den „religiösen Handlungen beider Eltern teilzunehmen“, wenn zugleich gelehrt wird, dass bei einem Gemeinschaftsentzug die Frau ohne den Mann religiöse Handlungen ausführen muss? Warum geht die „nötige Toleranz“ verloren, die aber ein Kind durch die Eltern lernen sollte? Ist dies ehrlich, ist dies christlich?

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Die Bibel macht einen deutlichen Unterschied zwischen wahren und unwahren Glaubenslehren. Dennoch lässt Gott jedem Menschen Entscheidungsfreiheit (5. Mose 30:19, 20). Niemand sollte zu religiösen Handlungen gezwungen werden, die er für unvertretbar hält. Und niemand sollte gezwungen werden, sich zwischen seiner Familie und seinem Glauben zu entscheiden. Die Bibel bringt Familien keineswegs auseinander. Sie rät Ehepaaren unterschiedlicher Konfessionen sogar ausdrücklich zusammenzubleiben (1. Korinther 7:12, 13).(Erwachet!, 07.2009, Seite, 28 „Ist es verkehrt, wenn man den Glauben wechselt?“)

…aber lehrt zugleich

Wir reden mit Ausgeschlossenen nicht über unseren Glauben und haben keinen sozialen Kontakt mit ihnen. Im Wachtturm vom 15. Dezember 1981 hieß es auf Seite 24, dass „ein einfacher Gruß der erste Schritt zu einer Unterhaltung und vielleicht sogar zu einer Freundschaft sein kann. Möchten wir bei einem Ausgeschlossenen diesen ersten Schritt tun?“ Ist es wirklich nötig, den Kontakt völlig abzubrechen? Ja, aus mehreren Gründen … In seltenen Fällen könnten es gewisse Familienangelegenheiten zwar erfordern, dass man mit dem Ausgeschlossenen begrenzt Kontakt hat, doch sollte dieser auf ein Minimum beschränkt werden … Durch den Verlust lieb gewordener Kontakte zu Freunden und zur Familie kommt er womöglich „zur Besinnung“… Aus Herzenstreue gegenüber Jehova und seiner Organisation wird er die biblische Regelung des Gemeinschaftsentzugs nicht unterlaufen.(Bewahrt euch in Gottes Liebe, Seite 209, „Wie man sich gegenüber Ausgeschlossenen verhalten sollte“)

In der öffentlichen Erwachet! Ausgabe versucht man Menschen, die keine Zeugen Jehovas sind, glauben zu machen, dass niemand zu einer religiösen Handlung gezwungen wird und damit sich nicht zwischen seiner Familie und seinem Glauben entscheiden sollte. Außerdem würde die Bibel nicht die Familie entzweien, sondern trotz unterschiedlicher Konfession ausdrücklich lehren, dass man zusammenzubleiben soll.

Während man dieses positive Image versucht öffentlich vor anderen aufrecht zu erhalten, wird bei aktiven Zeugen Jehovas verschärft eingeprägt und sie werden dazu gezwungen, keinen Kontakt mit Ausgeschlossenen zu haben. Selbst ein Gruß wäre verwerflich! Es wird in das freie Gewissen eines Menschen eingegriffen, indem man unmissverständlich zu verstehen gibt, dass jeder, der sich nicht daran hält, es an „Herzenstreue“ gegenüber Gott fehlen lassen und damit gegen YHWH selbst sündigen würde.

Warum versucht man zwei völlig unterschiedliche Lehrgebäude aufzubauen, die sich für die jeweilige Zielgruppe absolut ändern und sich widersprichen? Wie können Menschen dazu auffordern, das Grundbedürfnis von sozialem Kontakt unter Freunden und engsten Verwandten zu verbieten? Ist das wirklich christlich? Ist das die Liebe Gottes?

Hieran sind die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels erkennbar: Jeder, der nicht Gerechtigkeit übt, stammt nicht von Gott noch der, der seinen Bruder nicht liebt. Denn das ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt, daß wir einander lieben sollten. Dadurch haben wir die Liebe kennengelernt, weil jener seine Seele für uns hingegeben hat; und wir sind verpflichtet, unsere Seele für unsere Brüder hinzugeben. Wer immer aber die Mittel dieser Welt zum Lebensunterhalt hat und seinen Bruder Not leiden sieht und dennoch die Tür seiner Gefühle innigen Erbarmens vor ihm verschließt, wie bleibt da die Liebe Gottes in ihm? Kindlein, laßt uns lieben, nicht mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit.“ (1. Johannes 3:10-11, 16-18)

Die leitende Körperschaft fordert dazu auf, Diener YHWH’s, die einen Fehltritt begangen haben, schlimmer zu behandeln als den Teufel selbst! Wieso kann man dies sagen? Als der Teufel versuchte Jesus Christus zum sündigen zu bewegen, gab er ihm Zeugnis und zeigte, was die Gebote Gottes waren – er ignorierte ihn also nicht und sprach mit ihm über den wahren Glauben (Matthäus 4:1-11). Deutlich zeigte Jesus durch seine Lehren, was wahre Nächstenliebe wirklich bedeutet:

Ihr habt gehört, daß gesagt wurde: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.‘ Doch ich sage euch: Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen, damit ihr euch als Söhne eures Vaters erweist, der in den Himmeln ist, da er seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen läßt. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Steuereinnehmer dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr da Besonderes? Handeln nicht auch die Leute von den Nationen ebenso?  Ihr sollt demnach vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“ (Matthäus 5:43-48)

Warum soll man einem Ausgeschlossenen keinen Gruß erwidern, wenn Jesus es Gebot, bei seinen Gegner zu tun, die keine Brüder sind? Wie kann es sein, dass man einen ausgeschlossenen Diener YHWH’s schlimmer behandelt als den Teufel selbst, schlimmer als seinen schlimmsten Feind, dem jeder wahre Christ mit „Liebe“ begegnen sollte? Wieso machen Zeugen Jehovas einen Unterschied zwischen ihresgleichen und anderen, wenn sie so sein wollen wie YHWH selbst, der aber keinen Unterschied macht zwischen „Böse“ und „Gute“ und „Gerechte“ und „Ungerechte“? Warum wollen sie nicht versuchen vollkommen zu handeln, so wie der himmlische Vater YHWH vollkommen handelt? Haben sie Gott nicht zum Vater?

Die Akzeptanz des Individuums über sein Gewissen bei Bluttransfusionen

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

In Bezug auf die Ablehnung der Bluttransfusion unterbreitet die antragstellende Gemeinschaft, dass es keine religiösen Sanktionen für einen Zeugen Jehovas gibt, der beschließt, eine Bluttransfusion anzunehmen.(Christliche Gemeinschaft der Zeugen Jehovas vs. Bulgarien; Council of Europe, 3. Juli 1997, Az. 28626/95)

Die Vereinbarung schließt auch die Anerkennung der Freiheit einer jeden Person ein, die von ihr gewünschte medizinische Behandlung zu wählen. … Die Bedingungen der Vereinbarung bedeuten keine Änderung der Lehre der Zeugen Jehovas.“ (Pressemitteilung der Watch Tower Bible & Tract Society vom 27. April 1998)

…aber lehrt zugleich

Nach dem Gesetz Moses, dessen Vorschriften künftige Gesetze vorschatteten, muss der Empfänger einer Bluttransfusion durch die Ausschließung oder einen Gemeinschaftsentzug vom Volke Gottes abgeschnitten werden.(Der Wachtturm, 15.03.1961, Seite 190,191)

Entfernt reuelose Missetäter aus Eurer Mitte. … Missetaten werden immer häufiger begangen und nehmen an Verderbtheit zu… . Die Heilige Schrift sagt deutlich, dass Jehova seinem Volk bestimmte Handlungen verbietet; die Brüder müssen Jehovas gerechte Maßstäbe bezüglich folgender Dinge hochhalten: … Das Versäumnis, sich des Blutes zu enthalten.(Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, Ausgabe 1991, Seite 92, 95)

Es wird versichert dass es bei einer Bluttransfusion keine religiösen Sanktionen (Strafe, Ausschluss) für einen Zeugen Jehovas geben würde, doch gleichzeitig gelehrt, dass er vom Volk YHWH’s abgeschnitten werden muss; damit einhergehend die vollständige Beschneidung von Freunden und dem gesamten Familienkreis. Wie kann man Menschen betrügen und solch unterschiedliche Aussagen treffen, wenn die Organisation sich ganz allein auf das Wort Gottes stützt und sagt, dass sie vom Geist YHWH’s geleitet wird?

Ihre Auffassung und Definition von Wahrheit

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Durch das, was wir sagen, wollen wir bestimmt den „Gott der Wahrheit“ nachahmen und nicht den „Vater der Lüge“ (Psalm 31:5; Johannes 8:44). Skrupellose Menschen mögen durch doppelzüngiges Gerede Tatsachen entstellen und andere täuschen. Doch wer seinen Nächsten belügt, liebt ihn nicht. Und Lügner haben keine Zukunft.(Der Wachtturm, 15.02.1988, Seite 4, „Was bedeutet es, ehrlich zu sein?“)

…aber lehrt zugleich

Wahrheitsliebend zu sein bedeutet natürlich nicht, dass man verpflichtet ist, jedem bestimmte Informationen preis zugeben, der danach fragt. …Treue Männer und Frauen, die in der Bibel erwähnt werden, wie Abraham, Isaak, Rahab und David waren ebenfalls klug und vorsichtig, wenn sie es mit potentiellen Feinden zu tun hatten … [und] sind es daher wert, nachgeahmt zu werden.(Erwachet!, 08.02.2000, Seite 21, „Ist eine Lüge durch irgend etwas zu rechtfertigen?)

Das Gegenteil von Wahrheit. Das Lügen schließt im allgemeinen eine Falschaussage gegenüber einer Person ein, die berechtigt ist, die Wahrheit zu wissen, mit der Absicht, sie oder jemand anders zu täuschen oder ihr bzw. dem anderen zu schaden.(Einsichten über die Heilige Schrift, Band II, Seite 236, „Lüge“)

Es ist doch sehr interessant wie man zur „Wahrheit“ eingestellt ist: Gerne wird „Wahrheit“ von der Wachtturm-Gesellschaft relativiert. Dies wird besonders deutlich, wenn sie davon spricht, dass jemand „berechtig ist, die Wahrheit zu wissen“. Was soll dies jedoch bedeuten? Wenn jemand keine Berechtigung hätte, dann dürfen wir ihn belügen? Wenn jemand nicht die volle Berechtigung hat, dann erzählen wir nur die Halbwahrheit oder lassen bewusst einige Details der Wahrheit weg? Es ist richtig dass Jesus den Begriff Wahrheit definierte, indem er zeigte, dass Gottes Wort allein die Wahrheit ist (Johannes 17:17).

Die Wahrheit kann jemand zu recht sprechen, der über alles Kenntnis hat, oder das Recht hat die Wahrheit zu definieren: Gott. Sicherlich können wir also Quellen, die von Gott inspiriert sind als vertrauenswürdig einstufen. Jedoch erkennt man leider oft, dass man sorglos mit diesem Begriff unter den Reihen der Zeugen Jehovas spielt. Wenn sie sagen, dass sie „die Wahrheit lehren“, oder „in der Wahrheit leben“, und dadurch „ein Teil der Wahrheit sind“, oder dass sie „die Wahrheit sind“, dann sagen sie im Grunde damit nur, dass sie die unvollkommenen Sichtweisen und Lehren von Menschen weitergeben, die Teil einer Organisation sind, der Wachtturm-Gesellschaft. Niemand kann die gesamte Wahrheit für sich pachten, oder für sich beanspruchen, niemand ist die Wahrheit, sondern wir können als unvollkommene Menschen versuchen, nach der Wahrheit zu leben, die Jesus durch sein vollkommenes Beispiel vorgelebt hat. Von ihm allein heißt es in der Heiligen Schrift: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben(Johannes 14:6).

Die Wahrheit versuchen auszuleben bedeutet also nicht, die Wahrheit zu sein! Dogmen und Mythen oder Lügen, werden nicht dadurch wahr, weil sie viele Menschen glauben oder danach leben. Ein Wahrheitssucher würde „die Wahrheit“ differenziert von einer Lehre betrachten, die von Organisationen oder Kirchen gelehrt wird. Eine Lehre kann richtig sein oder eine Übereinstimmung aufweisen, und damit die biblische Wahrheit über Gott verkünden, doch deswegen bleibt das Wahrheitsmodell und das menschliche Dogmamodell, das vorgibt die Wahrheit zu sein, ein Abbild und ist nicht elementar gleich zu betrachten. Beschließt beispielsweise ein Zeuge Jehovas die Organisation zu verlassen, weil dieser in einen Gewissenskonflikt kommt bzgl. den Lehren der Bibel, und dem, was die Religionsgemeinschaft lehrt, wird dieser Mensch nicht als jemand betrachtet, der einfach nur eine Organisation verlässt – mehr als das ist es tatsächlich nicht -, sondern als einer der „die absolute Wahrheit“ verlässt.

In der Gemeinde wird behauptet, dass die betreffende Person „die Wahrheit verlassen hat“, und welcher aufrichtige Mensch will mit jemanden Kontakt haben, der der Wahrheit den Rücken gekehrt hat und damit im Grunde nur noch der Lüge dienen kann? Man verurteilt also diesen Menschen, obwohl er nach biblisch geschultem Gewissen gehandelt hat und stempelt ihn als permanenten Lügner ab, völlig gleich ob dieser weiterhin ein sehr gutes Verhältnis zu YHWH, seinem Schöpfer, hat und auch weiterhin bibeltreu die Lehren Jesus Christus in seinem Leben auslebt; ein echter Nachfolger Jesus Christus ist. Es ist interessant, dass, wenn ein Mensch die Organisation aus vollster Überzeugung verlässt, dann argumentiert wird, YHWH hätte sein Volk dadurch gereinigt.

Wenn ein Wahrheitssucher und Nachfolger Jesus Christus einen Weg verlässt, weil er weiß durch die biblische Erkenntnis, dass es der falsche Pfad ist, warum sollte dies als Reinigung der Organisation gelten? Warum sind dann Älteste, die ihre Stellung missbrauchen, Heuchler, Lügner, Erpresser, Fresser und Säufer, Hurer, Ehebrecher, gar Kinderschänder in der Organisation? Von diesen reinigt YHWH sein Volk nicht weil menschliche Beweise fehlten – ist dies die neue Welt? Die theokratische Herrschaft? Das ist jetzt schon das „geistige Paradies“?

Die aus vollster Überzeugung und biblisch geschultem Gewissen nicht mehr Menschen und ihrer Organisation dienen wollen, sondern YHWH durch Christus Jesus allein und ihm näher sind, als jemals zuvor, werden als Anti-Christen bezeichnet, indem man sich fälschlicherweise auf 1. Johannes 2:18-21 stützt. Bei Betrachtung wird man feststellen, dass das Verlassen des wahren Christentums eine „anti-christliche“ Tat wäre, und nicht das Verlassen einer Organisation die die Lehren der Bibel verwässert! Eine unchristliche Behandlung wird diesen Anbetern YHWH’s von Menschen zuteil, obwohl „Gott nicht ungerecht ist, dass er die Arbeit und Liebe vergessen würde, die man seinem Namen gegenüber erzeigt hat(Hebräer 6:10).

Es ist völlig normal, dass die, die Babylon verlassen haben, geschmäht werden, denn es steht geschrieben:

Glücklich seid ihr, wann immer die Menschen euch hassen und wann immer sie euch ausschließen und euch schmähen und euren Namen als böse verwerfen um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem Tag, und hüpft; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel, denn ebenso pflegten ihre Vorväter den Propheten zu tun.“ (Lukas 6:22, 23)

Die politischen Aktivitäten als Nichtregierungsorganisation (NGO) in der UN

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Die ganze Tendenz des Völkerbundes zielt darauf hin, das Volk von Gott und von Christus wegzuwenden, und deshalb ist er ein verwüstendes Ding, das Produkt Satans und ein Gräuel in den Augen Gottes.“ … Im Laufe der Zeit wich der Völkerbund den Vereinten Nationen. Jehovas Zeugen haben schon früh aufgedeckt, dass jene von Menschen geschaffenen Friedensorganisationen in Gottes Augen abscheulich sind.(Der Wachtturm, 01.05.1999, Seite 15, Absatz 8, „Der Leser wende Unterscheidungsvermögen an“)

Im Jahr 1991 haben wir uns zu dem Zweck beim Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Vereinten Nationen (DPI) als Nichtregierungsorganisation (NGO) registrieren lassen, um in den Bibliothekseinrichtungen der Vereinten Nationen zu sozialen und wirtschaftlichen Problemen sowie zum Thema Gesundheit Nachforschungen anstellen zu können. Die Bibliothek ist schon vor 1991 viele Jahre genutzt worden, doch in diesem Jahr wurde es erforderlich, sich als NGO registrieren zu lassen. Der Registrierungantrag, so wie er eingereicht wurde und bei uns in den Akten liegt, enthielt keine Aussagen, die zu unserem christlichen Glauben im Widerspruch waren. … Dennoch enthalten die Kriterien für die Registrierung als NGO – zumindest in ihrer jüngsten Version – Formulierungen, denen wir uns nicht anschließen können. Als wir darauf aufmerksam gemacht wurden, haben wir die Registrierung sofort zurückgezogen. Wir sind davon überzeugt, dass diese Ausführungen dazu beitragen, irreführende Äußerungen von Gegnern zu begegnen.(Brief der Wachtturm-Gesellschaft an alle Ältestenschaften und Zweigkomitees vom 28. Januar 2002)

…aber lehrt zugleich

Beredsamkeit tritt häufig an die Stelle vernünftiger Argumente und lenkt die Aufmerksamkeit von unbequemen Wahrheiten ab, die nicht verheimlicht werden können. Man verfährt nach der Devise: Steck ein Haus in Brand, und während es brennt, plündere anderswo einen Laden.“ (Erwachet!, 08.12.1978, Seite 3, „Lässt du andere für dich denken?“)

In letzter Zeit erhielt die NGO-Sektion [d. h. die Sektion der Nicht-Regierungs-Organisationen der Vereinten Nationen] zahlreiche Anfragen über die Assoziierung der Watchtower Bible and Tract Society of New York mit der Hauptabteilung Presse und Information (DPI). Diese Organisation ersuchte 1991 um Assoziierung mit dem DPI, was ihr 1992 gewährt wurde. Mit Annahme der Assoziierung erklärte sich die Organisation einverstanden, einschließlich mit der Unterstützung und Achtung der Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen sowie der Verpflichtung und dem Einsatz der Mittel um ihren Unterstützern und einem breiteren Publikum wirkungsvolle Informationsprogramme über UN-Tätigkeiten zugänglich zu machen.(UN DPI, 4. März 2004; www.un.org/dpi/ngosection/doc.htm)

„Die Ausgabe eines Bibliotheksausweises ist unabhängig vom NGO-Status oder irgendeinem anderen Status. Es hat keine allgemeine Änderung der Bibliotheksausweisrichtlinien gegeben.“ (UN Library, Schreiben vom 1. März 2002)

Ist es nicht interessant zu erfahren, dass die WTG politisch als NGO in der UN aktiv war, während sie zugleich lehrt, dass dieser Friedensbund bzw. Organisation etwas Abscheuliches in Gottes Augen ist und satanisch unter Fluch steht? Noch immer ist die WTG politisch aktiv, wenn sie als „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ (OSZE) im Auftrag als NGO sich vertritt, bei Aktivitäten mitwirkt und beteiligt.

Warum lügt die Wachtturm-Gesellschaft, wenn es um die Bibliotheksnutzung geht? Warum lügt die Wachtturm-Gesellschaft, wenn es um ihre wahren Beweggründe und ihre zahlreichen Aktivitäten als NGO der Vereinten Nationen geht? Warum diffamiert sie alle Informationen, die sachlich nachweisbar sind, als „irreführende Äußerungen von Gegnern“? Natürlich gibt es keine vollkommenen Menschen und so ist auch eine Organisation von fehlbaren Individuen involviert. Wenn diese Tatsache jedoch ubiquitär realitätsnahe in den Sinn gerufen werden muss, warum fällt es zugleich so schwierig einen großen Sünde, die man im Namen YHWH’s getan hat, zu zugeben? Ist es falscher Stolz, weil man in der Geschichte viel erreicht hat? Ist gar eine gewisse Abtrünnigkeit zur Wahrheit und Liebe zu YHWH darin zu erkennen? Vergleichen wir den Maßstab, mit dem gemessen wird, wenn ein Zeuge Jehovas einen Fehler begangen hat:

Wenn nachgewiesen ist, dass jemand tatsächlich eine schwere Sünde begangen hat, sollte das Rechtskomitee folgende Faktoren berücksichtigen: …Legte er von sich aus ein Bekenntnis ab, oder musste er von anderen beschuldigt werden, bevor er sein Unrecht bekannte? …Ihr habt guten Grund, Beteuerungen der Reue sorgfältig zu prüfen, wenn sich der Betreffende nachweislich der Heuchelei, der Lüge oder der bewussten Täuschung schuldig gemacht hat. … Ist der Betreffende zur Zusammenarbeit bereit? Beantwortet er freimütig Fragen, die ihm gestellt werden? … Hat er denen, gegen die er gesündigt hat und die durch seine falsche Handlungsweise geschädigt wurden, Wiedergutmachung geleistet bzw. sich dazu bereit erklärt oder sich bei ihnen entschuldigt?“ (Gebt acht auf euch selbst und die ganze Herde, S. 114 ff)

Warum verlangt die Führung der Zeugen Jehovas ein demütiges Verhalten verbunden mit echter Reue bei einer schweren Sünde, aber selbst hält sie sich nicht daran? Ist dieses Verhalten wirklich biblisch als auch moralisch vertretbar – Wasser predigen, doch Wein trinken? Wie kann YHWH einen „treuen und verständigen Sklaven“ beauftragt haben, der Dinge wider dem Geist Gottes tut? Müsste man bei einem reuelosen Verhalten während man schwer gegen YHWH gesündigt hat, nicht so verfahren, wie mit reuelosen Zeugen und sie deshalb ausschließen und von dem Volk YHWH’s trennen? Wie kann Gottes Segen auf ihr Werk noch ruhen, wenn sie trotz ihrem Vergehen weiter tun und lassen können, was sie wollen, ohne für ein unchristliches Verhalten Rechenschaft ablegen zu müssen? Weitere Informationen beinhaltet das Thema: Die Wachtturm-Gesellschaft und Vereinten Nationen.

Das eigene Gewissen und Verstand – Umgang mit Andersdenkenden

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Zu den Taktiken, die angewandt werden, um deinen Geist im Sturm zu erobern, gehören die Tyrannei der Autorität, andere lächerlich machen, beschimpfen, verleumden, verunglimpfen und sarkastische Bemerkungen über sie fallen lassen. Stichhaltige Beweise, verstandesmäßige Überlegungen, Logik? Das sind die schlimmsten Feinde des Propagandisten. Er legt es deshalb darauf an, die Vernunft auszuschalten und die Emotionen anzuheizen.(Erwachet!, 08.12.1978, Seite 4, „Lässt du andere für dich denken?“)

Ein aufgeschlossener Mensch ist frei von Vorurteilen. Das Wort Vorurteil wird in einem englischsprachigen Wörterbuch wie folgt definiert: „eine … vorgefasste negative Meinung“. … „Ohne genaue Prüfung der Tatbestände“ zu entscheiden oder eine „unüberlegte, ungerechte Entscheidung“ zu fällen verrät einen Mangel an Aufgeschlossenheit. Ein aufgeschlossener Mensch dagegen … ist bereit, sich unvoreingenommen mit Neuem zu beschäftigen und es zu beurteilen. Wir können zu gut begründeten, definitiven Schlussfolgerungen kommen, wenn wir das, was wir für wertvoll erachten, annehmen und Wertloses ablehnen, gleichzeitig aber für Korrekturen aufgeschlossen bleiben, die aufgrund zusätzlichen Aufschlusses, den wir später erhalten mögen, notwendig werden. Die Meinung, man wisse alles, hindert einen mit Sicherheit daran, etwas hinzuzulernen.(Erwachet!, 22.02.1985, Seite 3-4, „Bist du aufgeschlossen oder unzugänglich?“)

Lernen wir, zwischen rechtmäßigen Angriffen auf das Gesagte und unrechtmäßigen Angriffen auf die Person zu unterscheiden. Lassen wir uns nicht durch das Herausstellen von Autorität, durch die Aufforderung, mit der Masse zu gehen, durch Entweder-oder-Denken oder durch zu grobe Vereinfachung täuschen — besonders wenn es um etwas so wichtiges wie religiöse Wahrheit geht.(Erwachet!, 22.05.1990, Seite 14, „Fünf übliche Irreführungen, vor denen man sich in acht nehmen sollte“)

…aber lehrt zugleich

Es gibt jedoch einige, die darauf hinweisen, dass die Organisation in gewissen Punkten Änderungen vornehmen musste. Deshalb sagen sie: „Das zeigt, dass wir uns selbst eine Meinung über das bilden müssen, was wir glauben sollten.“ Das ist unabhängiges Denken. Warum ist es so gefährlich? Solches Denken ist ein Zeichen von Stolz. Die Bibel sagt: „Stolz geht einem Sturz voraus und ein hochmütiger Geist dem Straucheln“ (Sprüche 16:18). Wenn wir auf den Gedanken kommen, wir wüssten es besser als die Organisation, sollten wir uns fragen: „Wo haben wir die biblische Wahrheit ursprünglich kennen gelernt? Würden wir den Weg der Wahrheit kennen, wenn uns nicht die Organisation angeleitet hätte? Kommen wir ohne die Anleitung der Organisation Gottes aus?“ Nein, das ist uns nicht möglich. (Vergleiche Apostelgeschichte 15:2, 28, 29; 16:4, 5.)(Der Wachtturm 15.04.1983, Seite 27, Abs. 19-20, „Ausgerüstet für den Kampf gegen böse Geister“)

Aber in Gottes Organisation herrscht kein unabhängiges Denken vor, und wir haben gute Gründe, den Männern zu vertrauen, die unter uns die Führung übernehmen.(Der Wachtturm, 15.09.1989, Seite 23, „Gehorcht denen, die die Führung übernehmen“)

Die Bibel ermuntert dazu, den Verstand volleinzusetzen, allerdings nicht ungezügelt.(Erwachet!, 08.06.1994, Seite 21, „Ist die Bibel gegen Gedankenfreiheit?“)

Während man lehrt, dass bei „religiöser Wahrheit“ es wichtig ist, sich nicht von der Masse oder dem Denken anderer beeinflussen zu lassen, dass man vorurteilsfrei und objektiv zu Wissen immer eingestellt sein sollte, wird auf der anderen Seite verlangt, der Führung der Zeugen Jehovas blind Folge zu leisten. Es wird auf das Schärfste verurteilt, dass es kein unabhängiges Denken in der Organisation geben darf, und man sogar seinen Verstand zu zügeln hat!

Dies ist interessant: Während wir in Gottes Wort dazu aufgefordert werden, „Begierden des Fleisches“ und unsere „Zunge“ zu zügeln, geht die „Organisation Gottes“ soweit zu sagen, dass man seinen gottgemäßen Verstand nicht ungezügelt gebrauchen sollte. Mit anderen Worten bedeutet dies: Begrenze deinen Verstand, begrenze deine Intelligenz, baue deine Gedanken nicht weiter aus, bleibe begrenzt ungebildet und dumm; wir sagen dir, was du zu wissen hast, und was du nicht wissen darfst – vertraue darauf allein! Außerdem wird behauptet, dass nur durch Menschen es möglich sei, die Bibel verstehen zu lernen; ist dies jedoch biblisch?

In Jeremia 17:5; Psalm 118:8; 146:3 und 62:8, 9 wird dazu dringlich aufgefordert, keinem Menschen zu vertrauen, sondern YHWH allein! Die, die sich auf Menschen verlassen würden zugleich unter einem Fluch stehen; der Mensch wird als eine „Lüge“ bezeichnet. Jesus lehrte außerdem in Johannes 14:26 und 16:13 das der heilige Geist Menschen anleiten wird, die Wahrheit würde durch Gottes Kraft gelehrt werden, er würde die wichtigen Dinge der Wahrheit verkünden und offenbaren, so wie es auch in 1. Johannes 2:26, 27 deutlich gelehrt wird, und nicht durch ein Mensch oder eine Organisation! Die Juden in Beröa wurden ausgerechnet dafür gesegnet, weil sie nicht einfach einer Führung, zu dieser Zeit Paulus, nachgefolgt sind, sondern anhand des Wortes Gottes überprüft haben, ob die Lehre von Menschen, mit den Lehren Gottes, mit den Lehren Christi übereinstimmte (Apostelgeschichte 17:11).

Warum will die Führung eine graue Masse an Christen formen, die blind anderen Menschen folgen und kein unabhängiges Denken haben dürfen? Warum versucht man das Denken von Menschen einzuschränken, zu manipulieren, nach menschlichen Vorstellungen, die aus den Publikationen hervor geht, zu zügeln und kontrollieren? Warum werden biblische Maßstäbe übergangen, wenn man zugleich lehrt, das Glaubensfundament stütze sich allein auf die Bibel und nicht auf die Überlieferung von Menschen?

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Sie brachten mit aller Gewalt eine Stimme zum Schweigen, die auf verschiedene Irrtümer ihrer unbiblischen Glaubensansichten aufmerksam gemacht hatte. … Leider tritt eine solche Haltung noch heute in verschiedenen Formen zutage. Dies ist ein ernüchterndes Beispiel dafür, was geschieht, wenn Geistliche Intrigen spinnen, die die Gedankenfreiheit und die freie Meinungsäußerung behindern.(Wachtturm 15.02.2000, Seite 29, „Kyrillos Lukaris — Ein Mann, dem die Bibel lieb und teuer war“)

…aber lehrt zugleich

Heute werden einige Personen zu Murrenden, weil sie zulassen, dass sich in ihrem Herzen eine geistig zersetzende Einstellung entwickelt. … Das Murren und Klagen kann bei ihnen sogar so weit gehen, dass sie Veröffentlichungen des ‘treuen Sklaven’ kritisieren.(Der Wachtturm, 15.06.1996, Seite 21, „Segnungen oder Flüche — Vorbilder für uns heute“)

Während man Menschen lobt, weil sie auf der Suche nach biblischer Wahrheit auf Widerstand von der Führung und Geistlichkeit ihrer Kirche gestoßen sind, verurteilt man Wahrheitssucher, die Zeugen Jehovas sind, als „Murrende“ und Kritiker. Warum heißt man es bei Menschen die einen anderen Glauben angehören für gut, wenn sie auf Irrtümer von unbiblischen Glaubensansichten stoßen und diese verkünden, während man in den eigenen Reihen solche Menschen degradiert, oftmals durch eine Exkommunikation? Warum wird mit unterschiedlichem Maß gemessen? Ist das ein vertraulicher Umgang mit der biblischen Wahrheit? Ist das wirklich christlich, ein Musterbeispiel dafür, dass man seine Feinde liebt, so wie es Jesus in Matthäus 5:44 lehrte und als Zeichen seiner wahren Nachfolger kennzeichnete?

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Die ersten Waldenser meinten, es sei nicht notwendig, zur Anbetung Gottes in ein Kirchengebäude zu gehen. Sie versammelten sich heimlich in Scheunen, Privatwohnungen oder wo immer sie konnten. Dort studierten sie die Bibel …. Die ersten Waldenser aber, obwohl sie angeklagt wurden, „Ketzer“ zu sein, suchten in Wirklichkeit aufrichtig nach der Wahrheit und waren Pioniere im Übersetzen und im Lehren der Bibel … . … Sie lebten … offensichtlich gemäß der Erkenntnis, die sie aus Gottes Wort gewonnen hatten. … Natürlich kennt nur „Jehova . . . die, die ihm gehören.(Der Wachtturm, 01.11.1981, Seite 15, „Die Waldenser — Ketzer oder Wahrheitssucher?“)

…aber lehrt zugleich

Billigt es der „treue und verständige Sklave“, wenn sich Zeugen Jehovas eigenständig zusammentun, um biblische Themen zu untersuchen und zu debattieren? Nein. Dennoch haben sich einige zusammengetan [und] …beschäftigen [sich] gemeinsam mit anderen eingehend mit dem biblischen Hebräisch und Griechisch, um die Genauigkeit der Neuen-WeltÜbersetzung zu überprüfen. Andere erforschen wissenschaftliche Themen, die mit der Bibel zu tun haben. …Der „treue und verständige Sklave“ [billigt] keine Literatur, keine Websites und keine Treffen, die nicht unter seiner Leitung hergestellt oder organisiert werden.“ (Unser Königreichsdienst, 2007/09, Seite 3, Fragekasten)

Die ersten Waldenser dienen dem Wachtturm als Musterbeispiel dafür, was es bedeutet, wenn man sich alleine versammelt, und die biblische Wahrheit aus Gottes Wort untersucht, die Bibel übersetzt und als Pioniere verkündigt, während man es nicht billigt, wenn Zeugen Jehovas sich im kleineren Rahmen sich zusammentun um biblische Thematiken zu untersuchen, Griechisch und Hebräisch zu lernen oder sein Wissen über wissenschaftliche Kenntnisse und der Wahrheit durch Literatur, Websites oder einem Treffen zu veröffentlichen. Wie kann es sein, dass man Menschen lobend erwähnt, die es nur als „Wahrheitssucher“ um die Wahrheit geht, hingegen es bei den eigenen Anhängern untersagt wird? Die leitende Körperschaft stellt Jesus Christus als Lügner und Verleumder hin, wenn er selbst lehrte:

Wieder sage ich euch in Wahrheit: Wenn zwei von euch auf der Erde in bezug auf irgend etwas Wichtiges, worum sie bitten sollten, übereinkommen, so wird es für sie von meinem Vater im Himmel aus geschehen.  Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.(Matthäus 18:19, 20)

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Aber selbst gebildete, intellektuell anspruchsvolle Personen fallen einer Form der Propaganda zum Opfer, die unfair und unsachlich ist. Diese Form der Propaganda tut den Standpunkt eines Andersdenkenden mit einer überlegenen Geste ab und behandelt ihn als bemitleidenswert, als einen Standpunkt, der keine Beachtung verdient.(Erwachet!, 08.12.1978, Seite 4, „Lässt du andere für dich denken?“)

…aber lehrt zugleich

Wer sich noch eingehender mit der Bibel beschäftigen möchte, könnte sich mit [den Veröffentlichungen der Wachtturm-Gesellschaft] befassen. … Sie enthalten für das Bibelstudium und zum Nachdenken mehr als genug Stoff.(Unser Königreichsdienst, 2007/09, Seite 3, Fragekasten)

Es ist unglaublich! Während in der öffentlichen „Erwachet!“ Ausgabe damit propagiert wird, wie falsch es doch wäre den Standpunkt von Andersdenkenden abzutun durch überlegenden Gesten oder ihn bemitleidenswert titulierte, und ihn keine Beachtung und Aufmerksamkeit zu schenken, wird involvierten und aktiven Mitgliedern – der Königreichsdienst ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich – gepredigt, dass die Publikationen des „treuen und verständigen Sklaven“ allein ausreichen würde und man sich damit nicht mit anderem Gedankengut auseinander setzen müsste. Warum dieses Verwirrspiel von unterschiedlichen Ansichten und Lehren, angepasst an die jeweilige Zielgruppe? Ist dies die neutrale und wahrheitsvolle, moralisch richtige Lehre? Ist dies ein vertrauenswürdiger Umgang mit der biblischen Wahrheit? Ist das wirklich ehrlich? Sollte ein Christ nicht vorurteilsfrei die Wahrheit prüfen dürfen, und über das, was andere dazu sagen?

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Wer die Wahrheit lehrt, darf zum prüfen gegnerischer Lehren [Literatur] auffordern, weil er die Zuversicht hat, dass die Wahrheit siegt.(Trost, 15.01.1946)

…aber lehrt zugleich

„Ich nehme Ihre Schriften wenn Sie meine nehmen.“ Dieser Vorschlag ist uns im Dienst vielleicht auch schon gemacht worden. Doch wie können wir taktvoll darauf reagieren, weil wir unsere Bibelstudienhilfsmittel ja nicht gegen religiöse Schriften eintauschen möchten, in denen Irrtürmer verbreitet werden?“ (Unser Königreichdienst, September 2013)

Werden wir also Abtrünnigen zuhören, ihre Veröffentlichungen lesen oder uns im Internet mit ihren Websites befassen? Wer Gott und die Wahrheit liebt, wird das nicht tun.“ (Der Wachtturm, 15.01.2006, Seite 23, „Gebt dem Teufel nicht Raum“)

Die Wahrheit wird immer siegen! Wieso wird damit geworben, dass gegnerische Literatur zu prüfen ist, hingegen man Veröffentlichungen von anderen Menschen im Haus zu Haus Dienst oder im Internet ablehnt, da sie von sogenannten „Abtrünnigen“ sein könnten, und alles „religiöse Irrtümer“ seien? Welcher Mensch hat das Recht, seinen Mitmenschen zu richten?

Hört auf zu richten, damit ihr nicht gerichtet werdet; denn mit dem Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird man euch messen. Warum schaust du also auf den Strohhalm im Auge deines Bruders, beachtest aber nicht den Balken in deinem eigenen Auge? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ‚Erlaube mir, den Strohhalm aus deinem Auge zu ziehen‘, wenn, siehe, ein Balken in deinem eigenen Auge ist? Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge, und dann wirst du klar sehen, wie du den Strohhalm aus deines Bruders Auge ziehen kannst.(Matthäus 7:1-5).

Paulus bekräftigt, dass jede Höhe, jede Vernunft, jeder Gedanke, der nicht Christus gehört, der nicht ein Teil der Wahrheit ist, durch den Geist Gottes für den Herrn umgestoßen und gefangen wird (2. Korinther 10:3-5). Wer Gott und die Wahrheit liebt, wird vielmehr immer prüfen, ob er noch ein Teil der Wahrheit ist (2. Korinther 12:5-6). Wovor hat die Führung der Zeugen Jehovas so panische Angst? Wieso warnt sie ihre Mitglieder davor, nicht die Argumentationen zu prüfen, indem sie die Aussagen und erarbeiteten Wissenschaften von anderen untersucht und ggf. mit dem eigenen Weltbild aufnimmt, wenn diese der universalen Wahrheit entsprechen? Wollen sie den Mitgliedern etwas verheimlichen? Wissen sie, dass andere sie anhand des Wortes Gottes als Lügner entlarven können? Ist diese Gedankenkontrolle und Manipulation wirklich biblisch?

Das ausdrückliche Verbot Zivildienst zu leisten

Die Wachtturm-Gesellschaft verantwortet sich nicht für ihre Vergangenheit und gibt den einzelnen Mitgliedern die gesamte Schuld. Diese Bewusstseinskontrolle manipuliert das einzelne Opfer und soll ihm weiterhin die Unfehlbarkeit einer vergangenen Lehre bzw. der Quelle glaubhaft machen. Schriftlich festgehaltene Ansichten, die viele in die Irre führten, lassen sich nicht einfach wegleugnen. Wie schnell werden aus „offensichtlichen und unleugbaren Tatsachen“, „biblischen Wahrheiten, die über jeden Zweifel erhaben sind“, am Ende nur die „übertriebenen Erwartungen einiger Zeugen.“

Frühere Ansichten die sich auf alle beziehen

Der Christ verweigert auch den Zivildienst... . In Wirklichkeit würde er durch diesen Dienst ein Teil der Welt werden, Jesus aber gebot, sich von der Welt getrennt zu halten.(Erwachet!, 08.03.1975, Seite 23-24, „Niederlande: Jehovas Zeugen aus dem Gefängnis entlassen!“)

Heutige Ansichten die sich auf einige beziehen

In der Vergangenheit haben einige Zeugen Jehovas leiden müssen, weil sie eine Tätigkeit ablehnten, die ihr Gewissen heute zulassen würde.(Der Wachtturm, 15.08.1998, Seite 17, „Unsere Zuversicht gegenüber Gottes Gerechtigkeit festigen“)

Während man lehrte, dass jeder wahre Christ die Pflicht hat den Zivildienst zu verweigern, weil er damit in Wirklichkeit ein Teil der Welt sei, von der Jesus gebot sich stets getrennt zu halten, redet man sich nach einigen Jahre raus, indem behauptet wird, dass der einzelne Zeuge Jehovas selbst daran die volle Schuld zu tragen hat, weil er sich an die Lehre der Wachtturm-Gesellschaft gehalten hat. Wie kann es sein, dass die leitenden Körperschaft ein menschliches Dogma bildet, an der sich jeder Christ zu halten hat, wenn er ein Zeuge Jehovas bleiben möchte, später man sich aber rausredet und lehre, dass der einzelne Anhänger alleinige Schuld am Leidensweg trägt?

Harmagedon: Das Jahr 1975

Frühere Ansichten…

Sollten wir… annehmen, dass im Herbst 1975 die Schlacht von Harmagedon vorüber sein…wird? Vielleicht… . Der Unterschied mag höchstens einige Wochen oder Monate, keinesfalls Jahre ausmachen. … Es ist nicht an der Zeit, mit dem Gedanken zu spielen, Jesus habe ja gesagt: „Von jenem Tag oder jener Stunde hat niemand Kenntnis… .(Der Wachtturm 15.11.1968, Seite 691)

Doch werden bestimmt welche sagen: … Die Gesellschaft … hat doch auch gesagt „es könnte sein“. Und das ist eigentlich eine Verfälschung des Sachverhalts! Wenn wir vom Jahre 1975 sprechen und … dass in diesem Jahr 6000 Jahre menschlicher Geschichte zu Ende sind, dann [hat] … die Gesellschaft nicht den geringsten Zweifel…! [Hat] … die Gesellschaft gesagt… „es könnte sein“…? Das hat sie nie gesagt! Das steht außer Zweifel fest! Wie kommt es…, dass wir diesbezüglich Zweifel hegen? Trauen wir dem Sklaven nicht mehr?Wenn … 1975 im Frühjahr die 1000 Jahre beginnen, dann dürfen wir doch wohl annehmen…, dass Harmagedon dann nicht nach dem stattfindet, … das gibt’s nicht. Das wissen wir doch wohl…!(Vortrag von Konrad Franke, Leiter des deutschen Zweiges der Wachtturmgesellschaft; am 20. Januar 1968 in Hamburg)

Das Ende des Systems ist so nahe… .Es erreichen uns Berichte von Brüdern, die ihre Häuser und Eigentum verkauft haben und planen den Rest ihrer Tage in diesem alten System im Pionierdienst zu verbringen. Das ist sicherlich eine schöne Art die verbleibende Zeit zu verbringen, bevor dieses böse System endet.(Unser Königreichsdienst (englische Ausgabe), Mai 1974)

…was danach gelehrt wurde

[Es] wurden erhebliche Erwartungen bezüglich des Jahres 1975 geweckt. Es wurde damals und auch später erklärt, dies sei lediglich eine Möglichkeit.(Der Wachtturm, 15.06.1980, Seite 17, „Wähle den besten Lebensweg“)

Es ist aber nicht ratsam, unser Augenmerk auf ein bestimmtes Datum zu richten und alltägliche Dinge zu vernachlässigen, die wir als Christen normalerweise tun würden oder die wir und unsere Familie wirklich brauchen. … Falls jemand enttäuscht worden ist, weil er nicht diese Einstellung hatte, sollte er sich jetzt bemühen, seine Ansicht zu ändern, und sollte erkennen, dass nicht das Wort Gottes versagt oder ihn betrogen und enttäuscht hat, sondern dass sein eigenes Verständnis auf falschen Voraussetzungen beruhte.(Der Wachtturm, 15.10.1976, Seite 633 „Eine sichere Grundlage für unser Vertrauen“)

Während man in den Publikationen darauf aufmerksam machte, dass das Ende im Jahr 1975 stattfinden wird, und jeder der an diesem Jahr Zweifel hegt den Sklaven misstraut, und damit YHWH, ja die, die keine Zweifel hegten sogar alles verkauften was sie hatten, wurde nach dem Ausbleiben von Harmagedon schöngeredet, dass es letztendlich nur eine „Möglichkeit“ war und das der einzelne, betrogene Zeuge Jehovas selbst daran die volle Schuld trägt, weil „sein eigenes Verständnis auf falschen Voraussetzungen beruht!“ Stellen wir uns so aufrichtige Diener YHWH’s vor, einen eingesetzten Sklaven YHWH’s, der für sein eigenes Fehlverhalten nicht die Verantwortung tragen will, sondern den einzelnen Mitgliedern die volle Schuld zuweist?

Harmagedon: Das Jahr 1925

Frühere Ansichten…

Wir erwarten mit voller Gewissheit, dass die jetzige große Drangsal … im Jahre 1925, etwa im Herbst, ihren furchtbaren Höhepunkt erreicht und alsdann zum endgültigen Abschluss kommen wird. Wir erwarten mit absoluter Zuverlässigkeit die nach der Drangsal beginnende Auferstehung…(Das goldene Zeitalter, 15. März 1924)

Dadurch, dass die Chronologie … göttlichen Ursprungs ist und von Gott bestätigt wurde, bildet sie eine Kategorie für sich allein, als absolut und uneingeschränkt zutreffend.(The Watch Tower, 15. Juli 1922)

…was danach gelehrt wurde

Einige erwarteten, dass das Werk im Jahre 1925 enden würde, aber der Herr sagte das nicht. Das Problem war, dass die Freunde ihre Vorstellungen gegen jede Vernunft aufblähten…(The Watchtower 1926, Seite 232)

Das Jahr 1925 war für viele Brüder ein trauriges Jahr. Einige strauchelten; ihre Hoffnungen waren enttäuscht worden. Sie hatten gehofft, dass einige der ,alttestamentlichen Überwinder‘ auferstehen würden. Statt dies als eine ,Wahrscheinlichkeit‘ anzusehen, lasen sie hinein, dass dies mit ,Sicherheit‘ kommen würde(Jahrbuch der Zeugen Jehovas, 1975, Seite 145, „Vereinigte Staaten von Amerika (Teil2)“)

Einige haben Gedanken in den… Wachtturm hineingelesen, die gar nicht darin standen… .Aber wir erinnern alle unsere Leser wieder daran, dass nicht wir irgend etwas über die Zeiten der Nationen prophezeit haben…, noch über die herrliche Epoche, die dieser Katastrophe folgen wird. … Einige geben jedoch positive Erklärungen über Dinge ab, die sie wissen, und über Dinge, die sie nicht wissen. Wir folgen niemals diesem Beispiel…(Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, Seite 52, 53)

Das Jahr 1925 wurde als Tatsache gelehrt, dass mit „absoluter Zuverlässigkeit“ man darauf vertrauen kann, das die große Drangsal, Harmagedon, beginnt. Man betrachtete die Chronologie als „absolut und uneingeschränkt zutreffend“. Während überzeugte Jehovas Zeugen daran glaubten, weil sie zugleich damit dachten, dass YHWH durch seinen „treuen und verständigen Sklaven“ spricht, versucht man die Schuld für diese Vergehen an falscher Prophetie einzelne Gläubigen anzuhängen, und behauptet, sie hätten „Gedanken in den Wachtturm hineingelesen, die gar nicht darin standen“. Ist dies das demütige Verhalten von treuen Männern und Dienern YHWH’s, die nicht zugeben wollen, dass sie gegen Gott selbst gesündigt haben? Ist dies das biblische Verhalten von Menschen, die vorgeben, wahre Nachfolger Jesu Christis zu sein und in Gottes Namen eingesetzt wurden? Weitere Informationen beinhaltet das Thema: Jehovas Zeugen – Falsche Propheten.

Beweise, Tatsachen und Glaubensansichten

Frühere Ansichten…

Ein weiterer Beweis dafür ist, dass 1799 deutlich der Beginn der „Zeit des Endes“ ist. … Die Tatsachen zeugen, dass das Jahr 1914 das Ende der Zeiten der Nationen bezeichnet und darum auch das Ende der Welt.(Schöpfung, Seite 300-301, 310-311)

…was danach gelehrt wurde

Wir haben niemals behauptet, dass unsere Berechnungen unfehlbar seien. Wir haben niemals gesagt, dass dieselben sich auf Wissen, auf unbestreitbare Beweise, Tatsachen oder Erkenntnis gründen; wir haben vielmehr darauf bestanden, dass sie sich auf Glauben gründen.(The Watch Tower, März 1914, Seite 41, 42)

Von „weiterer Beweis“ ist die Rede, wenn es um das Jahr 1914 geht, und das Ende der Zeiten der Nationen, behauptete jedoch zugleich, dass niemand gesagt hätte, dass die Berechnung unfehlbar sei. Wenn man ein Datum als „Beweis“ anführt, wie kann man sich dann geirrt haben? Ist ein Beweis keine feste Tatsache? Warum dieser Widerspruch? Wie ist dieses unchristliche Verhalten zu erklären?

1914 und die Generations-Lüge

Die Wachtturm-Gesellschaft lehrt…

„Diese“ Generation, von der die Rede ist, ist freilich in erster Linie diejenige der Zeitgenossen unseres Herrn, aber in zweiter Linie diejenige, welche die Zeichen seiner Gegenwart gesehen haben würde.(Schriftstudie Band 4: Der Krieg von Harmagedon, 1926, Seite 482)

Die unwiderlegliche Schlußfolgerung ist deshalb, daß Jesus sich auf die Neue Schöpfung [Anm: die Gesalbten] bezog, als er sagte: „Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles dieses geschehen ist.“ Dies würde somit ein starkes Anzeichen dafür sein, daß einige Glieder der Neuen Schöpfung zur Zeit von Harmagedon auf der Erde sein werden.(Der Wachtturm, 15.03.1927, Seite 95)

Gebrauchte Jesus das Wort „Generation“ in symbolischen Sinne? Nein, wir sollten nicht annehmen, daß das Wort „Generation“ in diesem Text symbolische Bedeutung habe, daß es sich z.B. nur auf die Glieder des geistigen Leibes Christi beziehe… Daß sich der Ausdruck „Generation“ in Matthäus 24:34 (NW) nicht auf eine symbolische „Generation“ von gesetzlosen Menschen bezieht, zeigt auch der vorangehende Vers… Die Generation, die im Jahre 1914 lebte, von der Millionen Menschen jetzt noch am Leben sind, wird leben, wenn das Ende kommt.(Erwachet!, 08.12. 1962, Seite 27)

Für Menschen ohne biblisches Verständnis erscheint das Zeichen der Gegenwart Jesu heute gewiss nicht „in auffallender Weise“, sodass „man es beobachten könnte“. … Die neuzeitliche Johannes-Klasse, die treuen gesalbten Brüder Christi, haben dagegen das Zeichen erkannt, als wäre es ein Blitz, und haben dessen wahre Bedeutung verstanden. Als Klasse bilden diese Gesalbten die neuzeitliche „Generation“ – im Sinne von Zeitgenossen -, die nicht vergehen wird, „bis alle diese Dinge geschehen. * Die Zeit, in der „diese Generation“ existiert, scheint dem Zeitraum zu entsprechen, über den sich die erste Vision im Bibelbuch Offenbarung erstreckt (Offb. 1:10 bis 3:22). Dieser Abschnitt des Tages des Herrn dauert von 1914 bis der letzte treue Gesalbte gestorben und auferweckt worden ist. (Siehe Die Offenbarung – Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!, Seite 24, Absatz 4.)(Der Wachtturm, 15. Februar 2008 Seite 24 — „Diese Generation“)

…doch die Bibel lehrt und die Zeit beweißt

Seit dem Jahre 1914 sind bereits über 100 Jahre vergangen. Um als Christ, der seine Anbetung und Rolle kennt und sich Gott hingegeben hat, als solcher bewusst zu sein und das Zeichen des Herrn deutlich zu sehen, auch zu empfangen, bedarf es eines gewissen Alters oder Reife. Babys, die im Mutterleib heranwachsen, oder auch kleine Kinder sind sich dessen nicht bewusst – können es auch nicht sein. Diese Dinge sehen oder empfangen können die, die sich durch Hingabe und Taufe Gott durch Christus hingegeben haben und durch den Geist Gottes belehrt werden. Demnach wären diese Personen, die das Zeichen gesehen haben, bereits weit über 100 Jahren an Alter fortgeschritten und damit tot. Die Generation [griechisch: geneá], die auf keinen Fall vergehen soll – so lauten die Worte des Herrn – ist vollständig vergangen und von der Erdoberfläche verschwunden.

1. Christen kennen keine „Zeiten und Zeitabschnitte“. (Apostelgeschichte 1:6,7; 1. Thessalonicher 5:1,2)

2. Das Zeichen der letzten Tage würde die Generation erleben und nicht vergehen, bis alle Zeichen geschehen sind – 1914 kann nicht der Anfang der „Endzeit“ sein. (Matthäus 24:32-35; Markus 13:28-31; Lukas 21:29-33)

3. Christus wurde direkt nach seinem Tod ALLE Gewalt und Herrschaft für Himmel und Erde gegeben – dies geschah nicht 2000 Jahre später, im Jahre 1914! (Matthäus 28:18; 11:27; Epheser 1:20,21; Philipper 2:9,10)

4. Die Entsiegelung des göttlichen Geheimnisses zur wahren Erkenntnis und predigt im 1. Jahrhundert. (Offenbarung 22:10)

5. Das Fundament der Berechnung der Zeiten ist eine satanische Lehre. (Matthäus 7:21-23; 24:23-28; Markus 13:21-23; 1. Johannes 4:1)

Das Jahr 1914 hat sich als eine Lüge erwiesen; die Generation ist vollständig vergangen und die verheißene, neue Welt blieb bis heute aus! Während man sich sicher war, dass die Generation nicht vergehen wird, berücksichtigte man bewusst nicht, das Jesus lehrte, dass wahre Christen „keine Zeiten und Zeitabschnitte“ kennen:

Was nun die Zeiten und die Zeitabschnitte betrifft, Brüder, braucht euch nichts geschrieben zu werden. Denn ihr selbst wißt sehr wohl, daß YHWH’s Tag genauso kommt wie ein Dieb in der Nacht.(1. Thessalonicher 5:1, 2)

Wenn über die Zeiten und Zeitabschnitte nichts mehr geschrieben werden brauch, warum gibt es dann so viele Publikationen, die oftmals von Zeiten und Zeitabschnitten sprechen, sowie deren falschen Erklärungen, die man heute als Lüge betrachten muss? Wenn man dieses Gebot als Christ aufgelebt bekommen hat, wieso meint man dann, Voraussagen und Prophezeiungen machen zu können bzgl. der „Zeit des Endes“, die ein „Zeitabschnitt“ ist?

In 2. Thessalonicher 2:1, 2 wird ebenfalls von den Aposteln gewarnt, dass jeder wahre Christ keine Äußerung machen würde, wann der Tag YHWH’s kommen würde; nur falsche Christen würden durch solche Äußerungen versuchen, die wahren Nachfolger Jesus irre zu führen:

Wir bitten euch jedoch, Brüder, in bezug auf die Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus und unser Versammeltwerden zu ihm hin, euch nicht schnell erschüttern und dadurch von eurem vernünftigen Denken abbringen noch euch aufregen zu lassen, weder durch eine inspirierte Äußerung noch durch eine mündliche Botschaft, noch durch einen Brief, angeblich von uns, in dem Sinne, daß der Tag YHWH’s hier sei.(2. Thessalonicher 2:1, 2)

Wenn Christus noch buchstäblich mit seinem Leib auf der Erde wäre, müsste er die leitende Körperschaft, die sich als sein „Vertreter auf Erden“ ausgibt, rügen und sagen: Hört endlich auf falsch zu prophezeien, falsche Vorhersagen in meines Vaters Namen zu machen, denn „es ist nicht eure Sache, über die Zeiten oder Zeitabschnitte Kenntnis zu erlangen, die der Vater in seine eigene Rechtsgewalt gesetzt hat(Apostelgeschichte 1:7). Es ist sehr traurig, dass ausgerechnet die Menschen, die so sehr darauf bedacht sind den Namen YHWH’s zu würdigen und zu heiligen, ausgerechnet die Menschen sind, die durch diese bewussten Gesetzesbrüche durch falsche Prophetie und der hundertjährigen Generationslüge den meisten Schmach auf diesen bringen! Wie sieht YHWH es, wenn er mit ansehen muss, dass Menschen, die vorgeben seine wahren Namensträger zu sein, derartige Dinge in seinen Namen tun? (Siehe auch: 1914 – die Kontroverse)

Überdies: Die 1914-Lüge hat zum Unglauben einiger Christen geführt, die auf Menschen allein vertraut haben, doch Spendengelder hat die Wachtturm-Organisation gern abkassiert, und gern sah man es, wenn es Menschen gibt, die die eigene Religion überall verbreiten und so die Popularität wächst, was zu neuen Anhängern und damit neuen Spendengeldern führt – ganz gleich ob eine Lehre richtig oder falsch war. Wer hätte gedacht, dass die Wachtturm-Organisation zu den 10 reichsten Unternehmen ganz Amerikas gehört? Aber natürlich giert man nach mehr Spendengeld, und fordert, trotz des Übermaßes, oft in den Publikationen oder den Kongressen dazu auf, eine „freiwillige“ Spende zu leisten. Zudem kommt hinzu, dass Menschen in ihren Testamenten oftmals, sofern sie treue Zeugen Jehovas sind, ihr ganzes Hab und Gut der Organisation verschreiben, und so der Geldkrake mehr Reichtum in den Rachen gesteckt wird. Was lehrte Jesus diesbezüglich?

Niemand kann ein Sklave zweier Herren sein; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird sich zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Sklaven Gottes und des Reichtums sein.(Matthäus 6:24)

Militärische Pflichterfüllung

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Die zwei Weltkriege unseres Jahrhunderts brachen beide in Ländern der Christenheit aus und kosteten 50 bis 60 Millionen Menschen das Leben. Von Jehovas Zeugen kann jedoch richtig erweise gesagt werden, dass sie sich weder an diesen Kriegen beteiligten noch in irgendwelche momentanen Auseinandersetzungen verwickelt sind.(Der Wachtturm, 01.01.1998, Seite 32, „Eine nachdenklich stimmende Antwort“)

Jesus sagte, daß zur Zeit seiner Gegenwart in Königreichsmacht „der treue und verständige Sklave“ damit beschäftigt sein würde, Jesu Nachfolgern „Speise zur rechten Zeit“ zu geben (Matthäus 24:45-47). Wer erwies sich 1914, bei der Einsetzung Jesu als himmlischer König, als dieser „Sklave“? Bestimmt nicht die Geistlichkeit der Christenheit. Sie fütterte ihre Herden zumeist mit Propaganda, um die Regierung ihrer Nation im Ersten Weltkrieg zu unterstützen. Die Gruppe treuer Christen, die mit Gottes heiligem Geist gesalbt waren und zu der „kleinen Herde“ gehörten, wie Jesus sie nannte, teilte nahrhafte, zeitgemäße geistige Speise aus (Lukas 12:32).(Erkenntnis, die zu ewigem Leben führt, Kapitel 17, Seite 161, In Gottes Volk Sicherheit finden)

…lehrte aber früher

Hunderte unserer Mitglieder und Glaubensfreunde haben ihre militärischen Pflichten erfüllt und erfüllen sie auch weiterhin. Wir haben uns nie angemaßt und werden und nie anmaßen, in dieser militärischen Pflichterfüllung eine Zuwiderhandlung gegen die Grundsätze und Bestrebungen der Vereinigung Jehovas Zeugen… zu erblicken. Wir bitten alle unsere Mitglieder… alles zu vermeiden, was… als Aufforderung zum Ungehorsam gegen militärische Vorschriften missdeutet werden könnte.“ (Erklärung der „Vereinigung Jehovas Zeugen der Schweiz“, Bern, 5. September 1943)

Wir würden uns freuen, die genauen Adressen aller zum Militär einberufenen Brüder zu erhalten…(Der Wachtturm, Februar 1915)

Herzlichen Dank für … den schönen Brief „An die Brüder im Felde“. Es war dies für mich ein besonderer Trost, da ich mich in der letzten Zeit sehr verlassen fühlte.(Der Wachtturm, Juni 1915)

Seitdem so viele unserer Brüder zum Militärdienst eingezogen worden sind (über 200 an der Zahl), haben es wir es nicht unterlassen, soweit es in unseren schwachen Kräften stand, die lieben Brüder durch besondere Briefe und Druckschriften zuermuntern… . Wir erhielten bereits eine Menge Briefe und Karten.(Der Wachtturm, Juli 1915)

Neben herzlichen Grüßen der vielen Brüder im Felde möchten wir… die Nachricht zukommen lassen, dass… Bruder Max Nitzsche aus Reichenbach, Vogtland, am 15. Juli bei einem Sturmangriff in Russland gefallen ist.(Der Wachtturm, September 1915)

Wie kann es sein, dass die Wachtturm-Gesellschaft betont, wie „die Geistlichkeit der Christenheit“ den Ersten und Zweiten Weltkrieg unterstützte, und das wahre Christen politisch neutral waren und damit nicht in kriegerischen Auseinandersetzungen der Welt verwickelt waren, wenn zugleich man die einzelnen Zeugen Jehovas, die ihrer militärischen Pflicht nachgekommen sind, ermunternde Feld-Briefe schrieb, damit sie die Kriegszeit mit YHWH’s Hilfe überstehen? Warum diese Doppel-Moral? Warum wird in den neueren Publikationen bewusst gelogen und damit verschwiegen, dass Jehovas Zeugen politisch nicht neutral waren, in den Krieg gegangen sind und Menschen getötet haben?

Das verherrlichende Selbstbild des „treuen und verständigen Sklaven“

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Die Gruppe treuer Christen, die mit Gottes heiligem Geist gesalbt waren und zu der „kleinen Herde“ gehörten, wie Jesus sie nannte, teilte nahrhafte, zeitgemäße geistige Speise aus.(Erkenntnis, die zu ewigem Leben führt, Kapitel 17, Seite 161, „In Gottes Volk Sicherheit finden“)

Bei seiner Ankunft stellte der Herr fest, dass sein treuer Sklave sowohl die Hausknechte gewissenhaft mit Speise versorgte als auch die gute Botschaft predigte.(Der Wachtturm, 01.03.2004, Seite 12, „Ein Sklave, der sowohl treu als auch verständig ist“)

Bis zum Jahre 1914 hatte eine kleine Gruppe treuer Christen schon über dreißig Jahre als neuzeitlicher „treuer und verständiger Sklave“ gedient und ihre zum Hause Gottes gehörenden Mitdiener mit geistiger Speise versorgt.(Der Wachtturm, 01.04.1977, Seite 205, „Mit dem treuen „Sklaven“ dienen“)

…aber lehrt zugleich

Als sich das Volk später über Wassermangel beklagte, verlor Moses die Beherrschung. Sein Zorn war vorübergehend stärker als seine berühmte Sanftmut oder Mildgesinntheit. Das führte dazu, daß er einen verhängnisvollen Fehler beging. Statt Jehova als denjenigen zu ehren, der das Volk versorgte, redete Moses in schroffem Ton mit dem Volk und lenkte die Aufmerksamkeit auf sich und seinen Bruder Aaron. Aus diesem Grund hielt Gott es für angebracht, Moses zurechtzuweisen. Er durfte nicht in das Land der Verheißung.(Erwachet!, 08.06.1997, Seite 19, „Warum sollte man seinen Zorn bezwingen?“)

Das Beispiel Mose zeigt, dass selbst ein Führer des auserwählten Volkes nicht in das verheißene Land durfte, weil er nicht YHWH die Ehre gab, sondern selbstverherrlichend sagte, dass er selbst das Volk mit Speise bzw. Wasser versorgte (4. Mose 20:1-13).

Das selbige Verhalten finden wir in den Publikationen des selbsternannten „treuen und verständigen Sklaven“ wieder, wenn er bei der Speise nicht den Quell, YHWH, allein durch Christus die Ehre gibt, sondern sich selbst. Finden wir hier nicht eine interessante Parallele? Bedeutet dies nicht, dass die leitende Körperschaft, die glaubt, den treuen und verständigen Sklaven zu bilden, zwar noch das Volk mit menschlicher Speise versorgt, aber durch das Versäumnis YHWH die Ehre allein gegeben zu haben, ihre Hoffnung auf das geistige „verheißene Land“ ebenfalls verwehrt hat? Gott hat sich nicht geändert – warum sollte er Moses für sein Fehlverhalten bestrafen, jedoch heute mit der Körperschaft anders handeln?

Ständig fordern sie auf, bedingungslos Folge zu leisten, und bei einer kritischen Betrachtung man gegen YHWH selbst sündigen würde. Unabdingbare Loyalität wird fortwährend gefordert, als seien sie selbst der heilige Geist – lobt sich selbst in fast jeder Publikation, dass sie Speise gibt und verteilt. Haben sie bewusst vergessen wollen, dass Psalm 118:8 deutlich zeigt, Menschen nicht zu vertrauen, sondern nur YHWH allein? Gehört nicht YHWH, der Schöpfer aller Dinge, allein diese Ehre? Sollte die leitende Körperschaft Angesichts der Tatsachen nicht ihre Augen für die Wahrheit öffnen und endlich einsehen, dass sie sich zu einem untreuen und unverständigen Sklaven selbst gemacht hat?

Wer in kleinen Dingen treu ist, wird auch in großen treu sein. Und wer schon in geringen Angelegenheiten betrügt, wird auch bei größerer Verantwortung nicht ehrlich sein.(Lukas 16:10 – Neues Leben)

Die Bindung an eine menschliche Organisation

Die Wachtturm-Gesellschaft lehrt…

Die erste Frage lautet: Hast du auf der Grundlage des Opfers Jesu Christi deine Sünden bereut und dich Jehova hingegeben, um seinen Willen zu tun? Die zweite lautet: Bist du dir darüber im klaren, daß du dich durch deine Hingabe und Taufe als ein Zeuge Jehovas zu erkennen gibst, der mit der vom Geist geleiteten Organisation Gottes verbunden ist?(Der Wachtturm, 01.06.1985, Seite 30, „Sich Jehova durch die Hingabe unterwerfen“)

…doch die Bibel lehrt

Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe.(Matthäus 28:19, 20)

Bereut, und jeder von euch lasse sich im Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden taufen, und ihr werdet als freie Gabe den heiligen Geist empfangen.(Apostelgeschichte 2:38)

Man gibt vor, dass man seine Lehren ausschließlich auf die Bibel stützt. Wie ist dann aber zu erklären, dass man bei der zweiten Frage sich an eine menschliche Organisation, an unvollkommenen Menschen, bindet? Ist das Hingabeversprechen nicht ausschließlich an Gott gerichtet, weil man seinen Willen tun möchte, und nicht mehr seinen eigenen Willen, oder den von anderen Menschen? Die Bibel lehrt nicht, dass man sich an Menschen binden soll, sondern zeigt sogar, dass alle, die sich auf Menschen verlassen, unter YHWH’s Fluch stehen! Sogar Christus ging es darum, dass Vaters Wille allein geschehe (Lukas 22:42).

Es wäre gut sich an das göttliche Gebot zu halten und nicht über das hinaus zu gehen, was geschrieben steht (1. Korinther 4:6). Die zweite Tauffrage muss man als ein Angriff auf YHWH und seinen Geboten sehen, wenn sie unmissverständlich lehrt:

Verflucht ist der kräftige Mann, der sein Vertrauen auf den Erdenmenschen setzt; Es ist besser, Zuflucht zu YHWH zu nehmen, als auf Menschen zu vertrauen; Setzt euer Vertrauen nicht auf Edle noch auf den Sohn des Erdenmenschen, bei dem es keine Rettung gibt; Vertraut auf YHWH zu allen Zeiten. Vor ihm schüttet euer Herz aus. Gott ist uns eine Zuflucht. Ja, die Söhne des Erdenmenschen sind ein Dunst, die Menschensöhne sind eine Lüge. Wenn auf die Waage gelegt, sind sie alle zusammen leichter als ein Dunst.(Jeremia 17:5; Psalm 118:8; 146:3; 62:8,9)

Charles Taze Russell erkannte richtig, wenn er im Wachtturm vom 15. September 1895 auf Seite 216 schrieb:

Hütet euch vor „Organisation“. Sie ist vollkommen unnötig. Die Richtlinien der Bibel sind die einzigen, die ihr benötigt. Versucht nicht, andere in ihren Gewissensentscheidungen auf etwas festzulegen, und laßt das auch nicht bei euch zu. Glaubt und gehorcht soweit, wie ihr Gottes Wort im Augenblick versteht, und wachst so weiterhin Tag für Tag in der Gnade, in der Erkenntnis und der Liebe.“ (Siehe auch: Organisation – Charles Taze Russells Ansicht)

Dämonische Speise in der Literatur

Die Wachtturm-Gesellschaft lehrt…

Warum ist in den letzten Jahren im „Wachtturm“ nicht mehr aus der Übersetzung des ehemaligen katholischen Priesters Johannes Greber zitiert worden? … Aber wie aus einem Vorwort zu der 1980 erschienenen Ausgabe des „Neuen Testaments“ von Johannes Greber hervorgeht, verließ sich dieser Übersetzer bei der Klärung schwieriger Stellen auf die „Geisterwelt Gottes“. Es heißt darin: „Seine Frau, die ein Medium der Geisterwelt Gottes war, wurde oft dazu benützt, ihm die Berichtigungen mitzuteilen.“ Es wird für ungebührlich erachtet, im „Wachtturm“ eine Übersetzung zu zitieren, die mit dem Spiritismus in so enger Verbindung steht (5. Mose 18:10-12). …(Der Wachtturm, 01.07.1983, Seite 31, „Fragen von Lesern“)

…doch die Bibel warnt ausdrücklich

Nein; sondern ich sage, daß die Dinge, die die Nationen opfern, sie Dämọnen opfern und nicht Gott; und ich will nicht, daß ihr Teilhaber mit den Dämọnen werdet. Ihr könnt nicht den Becher Jehovas und den Becher der Dämọnen trinken; ihr könnt nicht am „Tisch Jehovas“ und am Tisch der Dämọnen teilhaben. Oder „reizen wir Jehova zur Eifersucht“? Wir sind doch nicht etwa stärker als er?(1. Korinther 10:20-22)

Laßt euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. Denn welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis? Welche Harmonie besteht ferner zwischen Christus und Bẹlial? Oder welchen Anteil hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? Und welche Übereinkunft besteht zwischen Gottes Tempel und Götzen?(2. Korinther 6:14-16)

Über viele Jahre hinweg wurde die Speise für das Volk YHWH’s durch das Gedankengut und die Auslegung eines Menschen verseucht, der Verbindung zur Geisterwelt, zum Spiritismus hatte. Es ist jedoch nicht möglich, dass YHWH Speise austeilen würde, die Teilhaberschaft mit den Dämonen aufweist. Wie kann es sein, dass die leitende Körperschaft, die angeblich durch YHWH’s Geist geleitet ist, biblische Speise durch dämonische Einflüsse vergiften lässt? Wie sieht YHWH es, wenn man in seinem Namen Menschen zitiert, die dem Teufel dienen? Warum greift man auf Menschen zurück, die ein Teil Babylons sind, um die eigene Übersetzung bestätigen zu lassen? Hätte Gott es durch Christus nicht verhindert, dass derartiges passiert, sofern der Geist YHWH’s wirklich in der Wachtturm-Gesellschaft vorherrschen würde?

Ist es nicht traurig zu erfahren, dass die von Jehovas Zeugen herausgegebene griechische Interlinearübersetzung einzig und allein auf Westcott und Hort beruht, die ebenfalls Spiritisten, d.h. Satanisten waren und die Organisation „The Hermes Club and the Ghostly Guild“ gründeten, wo man sich wie Johannes Greber damit beschäftigte, Kontakt zu den Toten aufzunehmen und die paranormale Welt zu studieren?

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

In den Durchgängen der Großen Pyramide von Gizeh könnte die Abmachung eines oder zwei Maße mit der Chronologie der gegenwärtigen Wahrheit zufällig sein, aber die Korrespondenz von Dutzenden von Messungen beweist, dass derselbe Gott sowohl Pyramide als auch Plan entworfen hat.(The Watch Tower, June 15, 1922, p. 187, übersetzt)

Die große Pyramide Ägyptens, steht als ein stiller, als lebloser Zeuge des Herrn da, ist ein Bote; und sein Zeugnis als Gottesplan spricht eine deutliche Sprache.“ (The Watch Tower, May 15, 1925, o. 148, übersetzt)

Diese Chronologie stammt nicht von Menschen, sondern von Gott. Göttlichen Ursprungs und göttlich bekräftigt, bildet die gegenwärtige Chronologie eine Klasse für sich und ist absolut und uneingeschränkt richtig.(The Watch Tower, 15. Juli 1922)

Wer in der Wahrheit ist, gelangte durch den Dienst Russells dorthin. Wer sein Werk abweist, weist den Herrn ab.(The Watch Tower, 15. September 1922, Seite 279)

Pastor Russels Warnungen an die Christenheit kam direkt von Gott … In allen seinen Warnungen beanspruchte er keine Originalität. Er sagte, dass er seine Bücher niemals selbst geschrieben haben könnte. Alles kam von Gott durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes.(Das vollendete Geheimnis, Ausgabe von 1917, Seite 34)

…doch musste zugeben

Wenn die Pyramide in der Bibel nicht erwähnt wird, dann hat das Folgen ihrer Lehren an vergebene Philosophie und falsche Wissenschaft hingeführt und nicht zu Christus.(The Watch Tower, December 15, 1928, page 341, übersetzt)

Es ist vernünftig zu schlussfolgern, dass die große Pyramide von Gizeh, sowie die anderen Pyramiden herum, auch die Sphinx, von den Herrschern Ägyptens und unter der Leitung von Satan dem Teufel gebaut wurden … Satan legte seine Kenntnisse in totem Stein, die Satans Bibel genannt werden kann, und nicht Gottes Steinzeuge ist.(The Watch Tower, December 15, 1928, page 344, übersetzt)

Etwa 35 Jahre lang dachte Pastor Russel, die Cheopspyramide von Giseh sei Gottes Steinzeuge, durch den biblische Zeitperioden bestätigt würden (Jes 19:19). Jehovas Zeugen haben jedoch die Vorstellung aufgegeben, eine ägyptische Pyramide hätte irgend etwas mit der wahren Anbetung zu tun.(Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes, Seite 201 „Bräuche und Gewohnheiten“)

Kann man da wirklich nur von einem „Brauch“ oder von einer „Gewohnheit“ sprechen, wenn Charles Taze Russell höchstpersönlich – mit dem die neuzeitliche Geschichte der Zeugen Jehovas ja ihren Anfang nahm – über nicht weniger als fünfunddreißig Jahre meinte, aus der Cheopspyramide biblische Prophetie ableiten zu können? Das ist ein bedeutender Anteil, wenn nicht sogar der Löwenanteil seines Wirkens. Was für ein Licht ist es, das aus diesen Aussagen geschienen hat? War Pastor Russell damals auch schon ein Teil des treuen und verständigen Sklaven?

Die Übereinstimmung von nicht nur ein oder zwei, sondern gleich Dutzenden von Messungen mit der damals geglaubten Chronologie beweist also – für den Wachtturm – dass Gott sowohl hinter der Chronologie als auch hinter dieser Pyramide steht, sowie das Russells Werk, das Werk Gottes ist. Sie ist ein stiller Zeuge für den Herrn, ein Bote, der Zeugnis denen gibt, die es zu lesen verstehen. Nur wenig später kam es zu einer Wende, wie sie schlimmer überhaupt nicht vorstellbar ist. Auf einmal ist die Pyramide kein majestätischer, steinerner Zeuge für Gottes Wahrheit mehr – sie ist die Bibel des Satans!

Dem Urteil, dass von der Pyramide nichts in der Bibel steht und derjenige, der sich – über Jahrzehnte! – unter der Lehre von Chales Taze Russell und in seiner Nachfolge damit abgegeben hat, leeren Philosophien und falscher „Wissenschaft“ gefolgt ist, kann man sich aus heutiger Sicht nur voll und ganz anschließen. Dennoch mochte man sich von den Lehren nicht gleich trennen – so wird der „Zusammenhang“ zwischen Chronologie und Pyramide nun so gedeutet, dass es sich um die „Bibel des Satans“ handele. Jahrzehntelang also hat die „Organisation Gottes“, die YHWH angeblich als „treuen und verständigen Sklaven“ eingesetzt hat, nach ihrem eigenen Urteil Menschen an den Boten des Satans verwiesen, Irrlehren verbreitet, die – wie sie selbst zugibt – Menschen leere bzw. vergebene Philosophie statt Christusnachfolge anbietet.

Was bedeutet das für den Anspruch der Organisation YHWH’s, treuer und verständiger Sklave zu sein? War sie wirklich berufen, Speise auszuteilen, oder hat sie sich – im Laufe ihrer Geschichte – selbst dazu berufen? Während man Russell als den neuzeitlichen Christus sah, der, wie Jesus selbst, das Volk YHWH’s aus der Gefangenschaft von Babylon befreit hätte, ist es eine unendliche Blasphemie zu wissen, dass er die meiste Zeit seines Lebens und Wirkens eine satanische Lehre vertrat und Millionen Menschen an den Teufel verwies! Der Herr lehrte:

Jede Pflanze, die nicht von meinem himmlischen Vater gepflanzt worden ist, wird ausgerissen. Lasst euch nicht einschüchtern! Sie wollen Blinde führen, sind aber selbst blind. Wenn nun ein Blinder einen anderen Blinden führen will, werden beide in den Abgrund stürzen!(Matthäus 15:13, 14 – Hoffnung für Alle)

An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen

YHWH, der Vater, ist ein Gott der nicht lügen kann bzw. lügt (Hebräer 6:18; Titus 1:2). Jesus kennzeichnet den Teufel als den Vater der Lüge, und alle, die ebenfalls lügen, als seine Diener:

Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu tun. Jener war ein Totschläger, als er begann, und er stand in der Wahrheit nicht fest, weil die Wahrheit nicht in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er gemäß seiner eigenen Neigung, denn er ist ein Lügner und der Vater der [Lüge]. Weil ich dagegen die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wie kommt es, daß ihr mir nicht glaubt, wenn ich die Wahrheit rede? Wer aus Gott ist, hört auf die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht zu, weil ihr nicht aus Gott seid.(Johannes 8:44-47)

Nicht nur, dass die Wachtturm-Gesellschaft, die leitende Körperschaft, die glaubt den „treuen und verständigen Sklaven“ zu bilden, anhand ihrer eigenen Schriften man der Irreführung, Manipulation, und Lüge überführen kann, hat sie wie die Pharisäer in Jesus Tagen kein Ohr für die Wahrheit über ihr eigenes, in YHWH’s Augen, verwerfliches Selbstbild. Jede konstruktive Kritik, die sich auf eine biblische Argumentationsgrundlage gründet, wird sofort und oftmals ohne Begründung als „Gegnerschaft“, „Kritik“ oder gar „Abtrünnigkeit“ bezeichnet.

Sie brandmarken Menschen, die den selbigen Gott, YHWH, den Vater, anbeten, als Gegner Gottes, während sie zeitgleich ebenfalls sie beschuldigen, dass sie die „treuen Diener“ bekämpfen, die YHWH eingesetzt hätte. Dadurch, dass sie sich selbst zum „Sklaven Gottes“ ernannt haben, ist jeder, der das bezweifelt, oder anhand des Geistes YHWH’s die Wahrheit über die Taten aufdecken, ein Feind YHWH’s, der gegen den Geist gesündigt hätte. All diese falschen Vorwürfe erinnern stark an die Geschehnisse in der Vergangenheit, wo auch die damaligen Führer des Volkes YHWH’s, die Pharisäer, Jesus Christus beschuldigten, er würde die Dämonen mit Beelzebub austreiben, d.h. durch Satan, den Teufel (Markus 3:22). Bei all diesen Verleumdungen vergessen sie, dass Jesus selbst lehrte, niemanden zu verurteilen und zu richten (Matthäus 7:1).

Auch wenn die leitende Körperschaft fest davon überzeugt ist, dass sie durch YHWH dazu eingesetzt worden sind und durch den Geist Gottes geleitet Speise verteilen, gleichen sie den Menschen, von denen Jesus prophetisch verkünden lies:

Nehmt euch vor den falschen Propheten in acht, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie raubgierige Wölfe.  An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man vielleicht jemals Trauben von Dornsträuchern oder Feigen von Disteln? Ebenso bringt jeder gute Baum vortreffliche Frucht hervor, aber jeder faule Baum bringt wertlose Frucht hervor;  ein guter Baum kann nicht wertlose Frucht tragen, noch kann ein fauler Baum vortreffliche Frucht hervorbringen.  Jeder Baum, der nicht vortreffliche Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. Ihr werdet also diese [Menschen] wirklich an ihren Früchten erkennen. Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.  Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: ‚Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen prophezeit und in deinem Namen Dämọnen ausgetrieben und in deinem Namen viele Machttaten vollbracht?‘ Und doch will ich ihnen dann bekennen: Ich habe euch nie gekannt! Weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit.(Matthäus 7:15-23)

Oftmals behaupteten Zeugen Jehovas, d.h. die leitende Körperschaft, sie hätten von Gott YHWH „neues Licht“ bekommen, eine Erkenntnis hervorgerufen vom Geiste YHWH’s, als sein persönlicher Sprachrohr und Mitteilungskanal auf Erden. Jahre danach wurde dann dieses „neue Licht“ verworfen, und wiederum durch „neues Licht“ ersetzt. Indirekt behaupten sie: „Gott hat uns all die Jahre mit falschen Licht belogen, jetzt aber uns neues Licht gegeben.“ Ist dies die Vorgehensweise Gottes? Oder zeigt dies deutlich, dass nicht vielmehr der Teufel sich als Lucifer ausgegeben hat, um trügerisches Licht zu geben? Fakt ist: Gott würde – sofern er denn einen Kanal auf Erden hätte, denn Christus ist allein Kanal und Mittler (1. Timotheus 2:5) – niemals seine Diener belügen, falsches Licht durch seinen Geist übermitteln, und sich selbst durch Menschen revidieren müssen!

Niemals würde er veranlassen, dass Christus Nachfolger „faule Frucht“ durch falsche Prophetie in YHWH’s Namen hervorbringen, vielmehr sorgt er dafür, dass die, die es tun durch seinen Namen, als falsche Christen identifiziert und vernichtet werden – eine Vermischung von vortrefflicher Frucht und fauler Frucht wird NIEMALS existierten! Christus Worte sind eindeutig wenn sie sagen, dass jeder Baum, der jemals faule Frucht hervorgebracht hat, NIE WIEDER zu den vortrefflichen Baum gehören wird, NIE WIEDER wird er vortreffliche Frucht tragen können. Dieser geistig verfaulte Baum wird umgehauen und ins Feuer geworfen werden, d.h. eine vollständige Vernichtung für die Ewigkeit! (Matthäus 7:15-20)

Benötigen wahre Christen eine menschliche Führung oder Organisation auf Erden?

Jesus gab seinen wahren Nachfolgern mit auf den Weg, dass nach seinem Weggang auf der Erde, er keine Führerschaft einsetzten wird, die andere Christen Folge leisten müssten. Vielmehr betonte er, dass alle auf selbiger Ebene Brüder und Schwestern sind, ohne eine geistige Hierarchie, und der Christus allein Führer ist:

Ihr aber, laßt euch nicht Rabbi nennen, denn e i n e r ist euer Lehrer, während ihr alle Brüder seid; Auch laßt euch nicht ‚Führer‘ nennen, denn e i n e r ist euer Führer, der Christus.(Matthäus 23:8, 10)

Außerdem erfahren wir aus Gottes Wort, dass Jesus keinen Mittler eingesetzt hat, der Speise verteilen sollte, sondern Christus allein der Mittler ist zwischen Gott, YHWH, und den Menschen (1. Timotheus 2:5). In der Bibel befindet sich keine Lehre, dass eine Zeit kommen wird, wo nicht mehr Jesus der Mittler ist, und durch ein menschlicher und unvollkommener „göttlicher Mitteilungskanal“ in der Endzeit ersetzt werden soll! Der heilige Geist, der in Christi Namen ausgesendet werden wird, würde jeden wahren Christen anleiten, lehren und den Weg der Wahrheit deutlich zeigen (Johannes 14:26; 16:13). Menschen, die Gegenteiliges behaupten, würde deutlich zu erkennen geben, dass sie nicht auf die Salbung, auf den Geist Gottes vertrauen, sondern versuchen Menschen irre zu führen, weil sie sich selbst nicht von Gottes Geist leiten lassen, und versuchen, bei anderen zu verhindern, dies zu tun (1. Johannes 2:26, 27). Es bedarf keiner menschlichen Führung, denn der Geist Gottes führt, den YHWH aussenden wird durch Christus; dieser würde alle wahren Christen führen, so wie es im 1. Jahrhundert der Fall war.

Die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas und ihr Predigtwerk, das weltweite verkünden unbiblischer Lehren als selbsternannter „Mittteilungskanal Jehovas“, gleicht den Pharisäern, wenn Jesus Christus von ihnen sagte:

Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr das Königreich der Himmel vor den Menschen verschließt! Denn ihr selbst geht nicht hinein, noch erlaubt ihr, daß die hineingehen, die sich auf dem Weg dorthin befinden.  Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr das Meer und das trockene Land durchreist, um einen einzigen Proselyten zu machen, und wenn er es wird, macht ihr ihn zu einem Gegenstand für die Gehẹnna, doppelt so schlimm wie ihr selbst.(Matthäus 23:13-15)

Wenn dann jemand zu euch sagt: ‚Siehe! Hier ist der Christus‘ oder: ‚Dort!‘, glaubt es nicht. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um so, wenn möglich, selbst die Auserwählten irrezuführen. Siehe! Ich habe euch im voraus gewarnt. Wenn man daher zu euch sagt: ‚Siehe! Er ist in der Wildnis‘, geht nicht hinaus; ‚Siehe! Er ist in den inneren Gemächern‘, glaubt es nicht. Denn so, wie der Blitz von östlichen Gegenden ausgeht und zu westlichen Gegenden hinüberleuchtet, so wird die Gegenwart des Menschensohnes sein. Wo auch immer der Kadaver ist, da werden die Adler versammelt werden.(Matthäus 24:23-28)

Während man mit falschen Lehren die Menschen irreführt, verschließt man durch sein eigenes Fehlverhalten den Weg zum Königreich Gottes und beraubt auch denen die Hoffnung, die diesen Menschen blind folgen, ohne auf den Geist YHWH’s allein zu vertrauen! Natürlich bedarf es keines verständigen Meteorologen, um Blitze zu erkennen, die den ganzen Himmel überspannen. Es braucht ebenfalls keines Führers, damit Adler zu einem Kadaver finden!

Jesus Christus ist allein Mittler und Führer – es bedarf keiner menschlichen Führung oder Mittlers auf Erden, es bedarf nicht einem neuzeitlichen Pharisäertum an der Spitze von YHWH’s Volk! Von dauernden „neuem Licht“ getrieben, verweisen sie darauf, dass Gott ihnen neue Kenntnisse offenbart hätte, wenn man zugeben müsste, dass man nicht unter dem Geist Gottes stand und schwere Sünden gegen YHWH selbst begangen hat; dieser verbreitet kein „falsches Licht“ oder ein falsche Lehre der Bibel! In Epheser heißt es dazu: „Damit wir nicht mehr Unmündige seien, die wie von Wellen umhergeworfen und von jedem Wind der Lehre hierhin und dorthin getrieben werden durch das Trugspiel der Menschen, durch List im Ersinnen von Irrtum(Epheser 4:14).

Jehovas Zeugen, die sich blind führen lassen, sind von den Lehren ihrer Führerschaft hin und her gerissen, weil es nur „das Trugspiel von Menschen“, das Trugspiel von einem selbsternannten „Sklaven Gottes“ ist, der eine absolute Parallele zum damaligen Pharisäertum bildet! Jedem Zeugen Jehovas, der dieses abscheuliche Verhalten aufdeckt, weil er YHWH und Christus Jesus liebt, weil er die Wahrheit liebt und weil er vom Geist getrieben wird, degradiert man als „abtrünnig“. Die Bibel ist sehr deutlich, wenn sie sagt:

Denn es wird eine Zeitperiode geben, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich nach ihren eigenen Begierden Lehrer aufhäufen werden, um sich die Ohren kitzeln zu lassen; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich dagegen unwahren Geschichten zuwenden. (2. Timotheus 4:3, 4)

Natürlich wäre es unfair und falsch, die Wachtturm-Gesellschaft, ihr bemühen und alle ihre Werke als „böse“ oder „verwerflich“ abzustempeln, jedoch war auch nicht das gesamte Verhalten der Pharisäer verwerflich! Das eine Religion auch gute Dinge vorzuweisen hat, bedeutet nicht, dass sie durch den Geist YHWH’s geleitet wird. Jesus sagte zu den damaligen Führern des Volkes YHWH’s:

Wehe euch, blinde Leiter, die sagen: ‚Wenn jemand beim Tempel schwört, ist es nichts; wenn jemand aber beim Gold des Tempels schwört, ist er verpflichtet.‘ Toren und Blinde! Was ist tatsächlich größer, das Gold oder der Tempel, der das Gold geheiligt hat?(Matthäus 23:16-17)

Auch wenn es heute nicht mehr ein buchstäblicher Tempel ist wo die wahre Anbetung allein geführt wird, so kann man hypothetisch die Parallele dazu ziehen, dass Jesus gesagt haben könnte:

Wehe euch, blinde Leiter, die sagen: ‚Wenn jemand sein Leben durch eine Bluttransfusion rettete, ist es verwerflich; wenn jemand aber das Blut als heilig erachtete und er tatsächlich stirbt, so ist er gerettet.‘ Toren und Blinde! Was ist tatsächlich größer, das Blut oder das Leben, das das Blut geheiligt hat?“

Die Arbeitssuche, die Kleidungswahl, das äußerliche Erscheinungsbild, die Wahl der medizinischen Behandlungsmethoden, die Freizeitgestaltung, die Wahl des Ehepartners, die Sexualität, einfach alles wird reglementiert! Es gibt perfide klingende Abhandlungen über jede Einzelheit. Die meisten Zeugen kennen gar nicht ihr komplettes Regelwerk und er weiß schon, dass Oral- und Analverkehr selbst unter Eheleuten zum Gemeinschaftsentzug führen kann? (Allerdings nicht zwischen 1976 und 1981!) Oder selbst ein zärtlicher Kuss unter Verlobten?

Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr den Zehnten gebt von der Minze und dem Dill und dem Kümmel; aber ihr habt die gewichtigeren Dinge des GESETZES außer acht gelassen, nämlich das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue. Diese Dinge hätte man tun, die anderen Dinge jedoch nicht außer acht lassen sollen. Blinde Leiter, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber hinunterschluckt!(Matthäus 23:23-24)

So erscheint auch ihr von außen zwar vor Menschen gerecht, im Innern aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.“ (Matthäus 23:28)

Und so habt ihr das Wort Gottes um eurer Überlieferung willen ungültig gemacht. Ihr Heuchler, treffend hat Jesaja von euch prophezeit, als er sagte: ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit entfernt von mir. Vergeblich bringen sie mir fortwährend Anbetung dar, weil sie als Lehren Menschengebote lehren.‘“ (Matthäus 15:6-9)

Wenn jemand eine andere Lehre lehrt und den gesunden Worten, denen unseres Herrn Jesus Christus, und der Lehre, die der Gottergebenheit entspricht, nicht zustimmt, so ist er vor Stolz aufgeblasen und versteht nichts, sondern ist wegen Streitfragen und Debatten über Worte geistig krank. Aus diesen Dingen entspringen Neid, Streit, Lästerreden, böse Verdächtigungen, heftige Wortwechsel um Kleinigkeiten von seiten der Menschen, die verderbten Sinnes und der Wahrheit beraubt sind.(1. Timotheus 6:3-5)

Die ganzen menschlichen Gesetze und das gesamte Regelwerk erinnert stark an die Begebenheit zu Jesus Zeit, wenn er lehrte:

Als die Pharisäer hörten, daß er die Sadduzạ̈er zum Schweigen gebracht hatte, taten sie sich zu einer Gruppe zusammen. Und einer von ihnen, ein Gesetzeskundiger, stellte ihn auf die Probe mit der Frage: „Lehrer, welches ist das größte Gebot im GESETZ?“ Er sprach zu ihm: „ ,Du sollst YHWH, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ Dies ist das größte und erste Gebot.  Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ An diesen zwei Geboten hängt das ganze GESETZ und die PROPHETEN.““ (Matthäus 22:34-40)

Mittlerweile folgen Millionen vom Volk YHWH’s, so wie damals, blind der leitenden Körperschaft, dem neuzeitlichen Pharisäertum, und ihren Doktrinen – man kann nicht mehr von dem „engen Weg“ sprechen, den laut Jesus Aussage „nur wenige finden“ werden (Matthäus 7:13-14). Bei den unendlichen Gesetzes- und Regelwerken will man vergessen, dass YHWH durch die Bibel jeden Christen dazu deutlich mitteilen lässt: „Es ist mir zwar alles erlaubt, doch ich will mich von nichts beherrschen lassen.(1. Korinther 6:12 – Begegnung fürs Leben)

Die Schlussfolgerung nach eingehender Prüfung

In der Offenbarung des Johannes können wir nachlesen, dass die treuen Nachfolger Jesu bestimmte Merkmale erfüllen müssen, um dem „Lamm Gottes“ beständig zu folgen:

Und sie singen gleichsam ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier lebenden Geschöpfen und den Ältesten; und niemand konnte dieses Lied meistern als nur die hundertvierundvierzigtausend, die von der Erde erkauft worden sind. Diese sind es, die sich nicht mit Frauen befleckt haben; in der Tat, sie sind jungfräulich. Diese sind es, die dem Lamm beständig folgen, ungeachtet wohin es geht. Diese wurden als Erstlinge aus den Menschen für Gott und für das Lamm erkauft, und in ihrem Mund wurde keine Unwahrheit gefunden; sie sind ohne Makel.(Offenbarung 14:3-5)

Hat sich die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas, die davon überzeugt ist, den „treuen und verständigen Sklaven“ auf Erden zu repräsentieren, sich an dem Musterbeispiel für die Auserwählten gehalten? Erfüllen sie die Eigenschaften, die ein Auserwählter und echter Nachfolger Christi erfüllen muss? Im Wachtturm vom 15.02.2009 sagen sie über sich selbst:

„In der Prophezeiung über das Zeichen seiner „Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge“ bezeichnete Jesus die Gruppe seiner geistgesalbten Nachfolger auf der Erde als „treuen und verständigen Sklaven“ beziehungsweise als „treuen Verwalter“ (Mat. 24:3, 45; Luk. 12:42). Die Mitglieder dieser Sklavenklasse haben sich in ihrer Gesamtheit den Ruf erworben, dass sie „dem Lamm beständig folgen, ungeachtet wohin es geht“. (Lies Offenbarung 14:4, 5.) Sie sind in übertragener Bedeutung „jungfräulich“ geblieben, weil sie sich nicht mit den Glaubensansichten und Bräuchen des Weltimperiums der falschen Religion, „Babylon die Große“ genannt, befleckt haben (Offb. 17:5). „In ihrem Mund wurde keine Unwahrheit gefunden“, denn sie haben keine Irrlehren verbreitet. Und sie achten darauf, „ohne Makel“ durch die Welt Satans zu bleiben (Joh. 15:19).“ (Der Wachtturm, 15.02.2009, Seite 24, Absatz 2, „Diese sind es, die dem Lamm beständig folgen“)

Wolf unter Schafspelz Wahrheit Wahrheiten jetzt! Die Wahrheit hinter der „Wahrheit“ - Lüge, Täuschung, Betrug und falsche LehrenDie wenigen Zitate und Belege dieses Artikels zeigen deutlich, dass in der Geschichte von Jehovas Zeugen es zur Täuschung, Manipulation, Lüge, Bewusstsein- und Gedankenkontrolle kam sowie zu satanischen Lehren verwiesen worden ist! Weder haben sie sich als „jungfräulich“, sowohl buchstäblich als auch geistig, erwiesen, sondern sich vielmehr befleckt mit falschen und satanischen Lehren sowie deren Bräuchen, und sind politische Bündnisse mit dem wilden Tier als auch Babylon, dem Weltreich der falschen Religion, eingegangen! „In ihrem Mund“, aus ihren Publikationen, wurde viel „Unwahrheit“ gefunden, weil sie Irrlehren verbreitet haben und immer noch am Verbreiten sind, sich widersprechen, ihre Fehler nicht zugeben, keine Reue zeigen und eine Doppel-Moral an den Tag legen! Sie sind durch ihre Taten weder „ohne Makel“, noch sind sie allein dem „Lamm beständig“ gefolgt.

Aus diesem Grund muss erneut an Babylon das göttliche Gericht ergehen: „Gott hat die Tage deines Königreiches gezählt und ihm ein Ende gemacht; [denn] du bist auf der Waage gewogen und als zu leicht befunden worden(Daniel 5:26,27). So wie „der Mensch über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht hat(Prediger 8:9), so tuen es ebenfalls die selbsternannten Führer, das neuzeitliche Pharisäertum, des Volkes YHWH’s! Liebe Brüder und Schwestern, bitte prüft weiterhin ob ihr bewährt seid, im wahren Glauben, als weitere Wahrheitssucher (2. Korinther 13:5-6) und prüft durch den Geist YHWH’s (1. Korinther 2:10) immer wieder, ob die Publikationen wirklich die Lehren Jesu widerspiegeln (Apostelgeschichte 17:11). Liebe leitende Körperschaft, die ihr glaubt und davon überzeugt seid, den „treuen und verständigen Sklaven“ zu bilden – bitte „Erwachet!(Offenbarung 3:14-18) und steht von euren geistig toten Zustand auf, der deutlich durch eure Werken wahrzunehmen ist:

Die Frucht, die vom Licht hervorgebracht wird, besteht in allem, was gut, gerecht und wahr ist. Deshalb überlegt bei dem, was ihr tut, ob es dem Herrn gefällt. Und beteiligt euch unter keinen Umständen an irgendeinem Tun, das der Finsternis entstammt und daher keine guten Früchte hervorbringt. Deckt solches Tun vielmehr auf!(Epheser 5:8-11 – Neue Genfer Übersetzung)

Nun werden alle Dinge, die gerügt werden, durch das Licht offenbar gemacht, denn alles, was offenbar gemacht wird, ist Licht. Daher sagt er: „Erwache, du Schläfer, und steh auf von den Toten, und der Christus wird dir leuchten.“ (Epheser 5:13, 14)

Wie könnte man es am besten Ausdrücken, während wir uns auf der Suche nach der Wahrheit befinden, als den Wachtturm zu zitieren, der sagte:

Eine Religion, die Lügen lehrt, kann unmöglich wahr sein.“ (Der Wachtturm, 01.12.1991, „Ist es gleich, welcher Religion man angehört?“)

von |Juni 21st, 2019|Kommentare deaktiviert für Die Wahrheit hinter der „Wahrheit“ – Lüge, Täuschung, Betrug und falsche Lehren
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