1919 – Der Gründungsmythos der Wachtturm-Gesellschaft

1919 – Der Gründungsmythos der Wachtturm-Gesellschaft

Ist die Leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas der von Jesus Christus im Jahre 1919 über die Hausknechte der Christengemeinde eingesetzte treue und verständige Sklave? Oder handelt es sich bei dieser Annahme vielmehr um einen Gründungsmythos?

Nach dem derzeitigen Verständnis der offiziellen Glaubenslehre der Zeugen Jehovas ist die erste Frage mit einem klaren und eindeutigen „Ja!“ zu beantworten. Dieses angenommene Ereignis, die Einsetzung des treuen und verständigen Sklaven, jährt sich in diesem Jahr zum 100. Mal. Der Wachtturm (Studienausgabe) für Oktober 2019 widmet dem auch gleich auf den Seiten 2 – 5 einen historisierenden Artikel, überschrieben „1919 – vor 100 Jahren“. Unter einem Verweis auf die Wachtturm-Artikel vom 15.07.2013, S. 10-12, 21-23 und März 2016, S. 29-31 wird am Ende auf S. 5 folgendes behauptet:

Ende 1919 war Jehovas Volk wieder organisiert und hatte neue Kraft bekommen. Außerdem hatten sich einige wichtige Prophezeiungen über die letzten Tage erfüllt: Die in Maleachi 3:1-4 vorausgesagte Prüfung und Läuterung von Gottes Volk war abgeschlossen. Jehovas Volk war aus der Gefangenschaft Groß-Babylons befreit worden und Jesus hatte den „treuen und verständigen Sklaven“ eingesetzt (Offb. 18:2, 4; Mat. 24:45).“

Aufgrund dieser Behauptung, muss jeder Wahrheitssucher deshalb an dieser Stelle der Frage nachgehen, ob die Ansicht, dass Jesus 1919 den treuen und verständigen Sklaven in Form der Leitenden Körperschaft eingesetzt hat, auch gut begründet ist oder ob es nicht Fakten gibt, die dagegen sprechen und diese These vollständig widerlegen.

Die Frage berührt ganz allgemein die Fundamente aller Glaubensinhalte dieser Glaubensbewegung. Weiter geht es auch um die Frage, wer in Sachen Lehre und Schriftauslegung die höchste und verbindliche Autorität innehat, also darum, wie die Leitende Körperschaft ihren Macht- und Führungsanspruch legitimiert und herleitet. Dabei spielt die Auslegung und Anwendung des Gleichnisses vom „treuen und verständigen Sklaven“ (Matthäus 24:45-47) und vom „treuen Verwalter“ (Lukas 12:42-48) letztlich die entscheidende Rolle. (siehe auch: Wer ist der treue und verständige Sklave?)

Kontrolle und Macht für einen falschen Propheten

Vordergründig geht es darum, eine biblische Grundlage und ein bewusstes Handeln von Jesus Christus („Einsetzung“) zu einem konkreten Bezugszeitpunkt anführen zu können, um die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas dem Gehorsam und der Unterwürfigkeit unter die Leitende Körperschaft zu verpflichten. Hintergründig geht es um die Macht- und Wirtschaftsinteressen der Wachtturm-Gesellschaft, die ohne die Religionsgemeinschaft handlungsunfähig wäre.

Letztlich ist der Leitenden Körperschaft auch daran gelegen, C. T. Russell als großen und einzigen Wiederbeleber des Urchristentums der Neuzeit auf ein Podest zu stellen und zugleich sein eigentliches Inerscheinungtreten als falscher Prophet i. S. v. 5. Mose 18:21,22 (s. nur seine Schriftstudien Band 2 mit dem mit Blick auf Lukas 21:8 vielsagenden Titel „Die Zeit ist herbeigekommen“; auf den Seiten 73 – 74 machte er 7 Vorhersagen, Voraussagen und Prophezeiungen über das Jahr 1914, u. a., dass sich in diesem Jahr das Vaterunser vollständig erfüllen und das Königreich alle Regierungen tatsächlich ablösen würde, die sich eindeutig nicht erfüllt oder bewahrheitet haben) zu vertuschen.

Das ergibt sich daraus, wie diese Lehre erklärt wurde, sich entwickelt hat und im ideologischen Gesamtzusammenhang zu verstehen ist. Die ausführlichste Abhandlung ist wohl in dem im Jahr 1973 erschienen Buch „Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht“ in Kapitel 17 (S. 331 – 363) zu finden. Die neueste Darstellung findet sich in dem im Jahr 2014 von der WTG herausgegebenen Werk „Gottes Königreich regiert“ u. a. in Kapitel 6 (S. 61 – 66). Dabei fällt auf, dass der treue und verständige Sklave, der die Gesamtheit der Gesalbten darstellte, die durch die Leitende Körperschaft vertreten wurde, nach früherem Verständnis 1919 bereits „über die gesamte Habe gesetzt“ wurde. Spätestens seit 2013, als der treue und verständige Sklave dank „neuem Licht von Jehova“ nur noch mit der Leitende Körperschaft identifiziert wurde, ist er 1919 lediglich „über die Hausknechte“ zum Austeilen von Speise „gesetzt“ worden.

Matthäus 24 ist neben Markus 13 und Lukas 21 das Lieblingskapitel der Bibel, das Zeugen Jehovas anführen, um nachzuweisen, dass die Menschheit sich seit 1914 in der sog. Endzeit befindet. Da ist es auch nur klar und logisch, dass in dieser Zeit der in Matthäus 24:45-47 beschriebene treue und verständige Sklave in Erscheinung treten sollte. Weiter ist die innere Entwicklung und bedeutsame Ereignisse der Religionsorganisation in den Jahren von 1914 bis 1920 von Interesse, da diese mit den Aussagen des Gleichnisses in Verbindung gebracht und vermengt werden.

 

Die Lügen der Wachtturm-Gesellschaft Millionen jetzt Lebender werden nie sterben Rutherford Kongress 1920

Die Lügen der Wachtturm-Gesellschaft: „Millionen jetzt Lebender werden nie sterben.“ (1920)

 

C. T. Russell verkündete am Morgen des 2. Oktober 1914 „Der ‚Heiden Zeit‘ ist nun zu End’, der Kön’ge Tag vorbei“, am 31.10.1916 verstarb er überraschend. J. F. Rutherford gelang es in der Folgezeit die Präsidentschaft über die WTG zu erlangen und seit Februar 1918 widmete er sich mit mehreren Vorträgen der Ankündigung „Millionen jetzt Lebender werden nie sterben“. Vom 21.06.1918 bis zum 26.03.1919 befand sich der Vorstand der WTG, einschließlich ihres Präsidenten, in Haft. Nach ihrer Freilassung veranstalteten sie vom 01. bis 08.09.1919 einen Kongress in Cedar Point (Ohio), der in dem spektakulären Aufruf „Verkündet, verkündet, verkündet den König und sein Königreich!“ gipfelte. Ab 1920 wurde in der Broschüre „Millionen jetzt Lebender werden nie sterben“ folgende Voraussagen und Prophezeiungen gemacht:

Daher können wir vertrauensvoll erwarten, daß mit 1925 die Rückkehr Abrahams, Isaaks, Jakobs und der glaubenstreuen Propheten des alten Bundes [von den Toten] eintreten wird . . . zu dem Zustande menschlicher Vollkommenheit.

Man sagte für 1925 nicht nur die Auferstehung treuer Männer aus alter Zeit voraus, sondern auch, dass gesalbte Christen in jenem Jahr ihren himmlischen Lohn erhalten würden. Ebenfalls verkündete man überzeugt vollmundig, dass voller Gewissheit Millionen Menschen, die zu dieser Zeit noch gelebt haben, niemals mehr sterben würden. Heute, im Jahr 2019, lebt keiner mehr von ihnen. All diese Ankündigungen, Voraussagen und Prophezeiungen haben sich nicht – auch nicht ansatzweise oder teilweise – erfüllt oder bewahrheitet. Wie glaubwürdig ist demnach eine Religionsgemeinschaft, die eine 100%-Ausfallquote ihrer Lehren aufweist? Anders gefragt: Kann die wahre Lehre durch Gottes Geist in Neuerscheinung treten, wenn das Fundament dieser Lehre auf eine Lüge basiert? Nein, natürlich nicht! (siehe auch: Jehovas Zeugen – Falsche Propheten)

1914 – die Jahrhundertlüge

Russells Ankündigung der Parusie Christi für das Jahr 1914 gilt unter Zeugen Jehovas bezeichnenderweise noch heute als wichtige historische Tatsache, an deren Wahrheitsgehalt – trotz vieler logischer und vor allem theologischer Bedenken – jedenfalls offiziell unbeirrt festgehalten wird. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs im gleichen Jahr lieferte der WTG, wie Carl Oloff Jonsson in seiner Abhandlung „Die Zeiten der Nationen näher betrachtet“ umfassend und detailliert nachgewiesen hat, die ideologische Grundlage dafür, die Erfüllung von Russells Voraussagen auf die himmlische Sphäre zu verlagern und zu verschieben („unsichtbare Gegenwart“), wo sie keiner irdischen Beweiserhebung, -ermittlung und -würdigung mehr zugänglich waren und sind.

Zugleich wurden seine Falschvoraussagen und anderen Sonderlehren in den Stand höherer Wahrheiten, Weisheiten und Einsichten verklärt und die Leitende Körperschaft als Visionärin und Prophetin, die all das ja „geschaut“ haben muss, zu einer besonderen Nähe zu Gott und Jesus Christus erhoben. Da war es nur naheliegend, dass sie sich die Rolle des „Kanals“ zu Gott und dessen Stellvertreter anmaßte und sich so in der Religionsgemeinschaft eine papst- oder guru-gleiche Stellung sicherte. Während in den Anfangsjahren bis ca. 1970 die Präsidenten der WTG die Macht und Autorität auf ihre Person konzentrierten, setzte sich danach mehr das Kollegial- bzw. Körperschaftsprinzip durch, bei dem die Machtverhältnisse auf mehrere Personen und Komitees aufgeteilt wurden.

Kann es nicht dennoch sein, dass Jesus 1919 die Leitende Körperschaft als `treuen und verständigen Sklaven´ beurteilte und sie über die Hausknechte des christlichen Haushalts setzte?

Abgesehen davon, dass 1919 noch Geburtstage und Weihnachten gefeiert wurden, das Kreuz Verwendung fand und das Rauchen offiziell nicht verboten war, spricht vor allem das Falschprophezeien im Zusammenhang mit der Kampagne „Millionen jetzt Lebender werden nie sterben“ eindeutig gegen eine Einsetzung Jesu im vorbeschriebenen Sinne. Sollte Jesus tatsächlich seine eigene Warnung vor falschen Propheten (Mt 7:15-16, vgl. Mt 13:22; 24:11-24; Mk 2:1; 13:22; Lk 21:8; 2. Pt 2:1, 1. Joh 4:1) selbst so sehr in den Wind geschlagen haben? Sollte er zunächst alle Gesalbten über seine gesamte Habe setzen um fast 100 Jahre später vermittels neuem Licht von Jehova nur noch die LK über die Zeugenjehovasgemeinde zu setzen? Können die Darstellungen zu anderen Lehrpunkten, wie z. B. der Dreieinigkeit, der Unsterblichkeit der Menschenseele und der Feuerhölle, die im Übrigen in gleicher Weise einer Beweiswürdigung mit irdischen Beweismitteln entzogen sind, die falschen Voraussagen und Erwartungen aufwiegen, heilen oder ungültig machen? Wie sieht es mit der wohl aus taktischen Gründen im Jahre 1931 erfolgten Namensänderung von „Bibelforscher“ in „Jehovas Zeugen“, was Rutherford von dem Autor Chandler W. Sterling angeblich als „Geniestreich“ ausgelegt wurde, aus? Werden dadurch die nicht eingetretenen Prophezeiungen unbeachtlich und irrelevant? Waren dies nicht einfach Irrtümer unvollkommener Menschen?

Nein! Die Annahme, dass Jesus 1919 die Leitende Körperschaft über die Hausknechte gesetzt hat, ist unter Berücksichtigung der Tatsachen vielmehr dem Bereich der Märchen, Mythen und Legenden der WTG zuzurechnen, die mit einer biblischen oder sonstigen tatsächlichen Wahrheit auch nicht nur das Geringste zu tun haben. Über die Frage, welcher Sklave sich als „treu und verständig“ i. S. v. Matthäus 24 erwiesen haben wird, wird nämlich allein der verherrlichte Herr Jesus Christus bei seiner zukünftigen Parusie (Gegenwart und Anwesenheit) befinden, da er von Gott dazu befugt und ermächtigt wurde, als Richter zu amten und deshalb auch dazu in der Lage ist, fehlerfrei darüber zu entscheiden und zu urteilen. Die Adjektive „treu und verständig“ in diesem Zusammenhang sind somit nicht etwa Privileg oder Aushängeschild einer selbst ernannten Geistlichenklasse, sondern als Auftrag und Verpflichtung jedes in christlicher Nachfolge stehenden Sklaven oder Knechtes zu verstehen.

Allein die Tatsache, dass sich jemand nun „Jehovas Zeuge“ nennt, entbindet ihn nicht, auch nicht nachträglich, von der Wahrheitspflicht und macht zuvor gemachte falsche Voraussagen und Prophezeiungen nicht ungeschehen. Im Gegenteil: diese werden im Nachhinein umso gravierender, da sie ja dann „im Namen Jehovas“ (vgl. 5. Mose 18:20) geäußert wurden und als `Anmaßungen´ zu bewerten sind. Vor Personen, die dafür verantwortlich zeichnen, soll, braucht und muss man sich nicht fürchten (5. Mose 18:22); stattdessen werden Christen sich vor solchen „falschen Christussen“ „hüten“ (vgl. z. B. Matthäus 24:24).

Zeugen Jehovas Weltuntergang Prophezeiung

Symbolbild: So stellen sich Zeugen Jehovas den Weltuntergang vor. Ihre Prophezeiungen über das Ende der Welt, vorausgesagt für die Jahre 1874, 1914, 1918, 1925 und 1975, erwiesen sich zu 100% als falsch.

8 Fakten, die den Gründungsmythos widerlegen

1. Christen kennen keine „Zeiten und Zeitabschnitte“. (Apostelgeschichte 1:6,71. Thessalonicher 5:1,2)

Das griechische Wort kairoús was mit „bestimmte Zeiten“ wiedergegeben werden kann, impliziert deutlich, dass der Mensch weder den Tag des Gerichts Gottes kennen wird, noch die einzelnen Zeitabschnitte, die sich prophetisch zuvor erfüllen sollten. YHWH zeigt deutlich, dass nur er, als Vater allein, den genauen Tag und die Stunde kennt (Matthäus 24:36). Auch die Judenchristen wurden wegen der Beobachtung des Passahs dafür gerügt, weil sie Zeiten und Zeitabschnitte beobachteten und so ihren geistigen Zustand offenbarten, der dem Kleinglaube oder „elementaren Dingen“ gleichkommt. (Galater 4:9, 10)

2. Das Zeichen der letzten Tage würde die Generation erleben und nicht vergehen, bis alle Zeichen geschehen sind. (Matthäus 24:32-35Markus 13:28-31Lukas 21:29-33)

Seit dem Jahre 1914 sind bereits über 100 Jahre vergangen. Um als Christ, der seine Anbetung und Rolle kennt und sich Gott hingegeben hat, als solcher bewusst zu sein und das Zeichen des Herrn deutlich zu sehen, auch zu empfangen, bedarf es eines gewissen Alters oder Reife. Babys, die im Mutterleib heranwachsen, oder auch kleine Kinder sind sich dessen nicht bewusst – können es auch nicht sein. Diese Dinge sehen oder empfangen können die, die sich durch Hingabe und Taufe Gott durch Christus hingegeben haben und durch den Geist Gottes belehrt werden. Demnach wären diese Personen, die das Zeichen gesehen haben, bereits weit über 100 Jahren an Alter fortgeschritten und damit tot. Die Generation [griechisch: geneá], die auf keinen Fall vergehen soll – so lauten die Worte des Herrn – ist vollständig vergangen und von der Erdoberfläche verschwunden. Wir dürfen davon ausgehen, dass die Generation, von der Christus sprach, maximal nur 30 Jahre vergeht, da durch die Vollendung dies Lebensjahres in biblischer Zeit auch die Volljährigkeit begann und damit die Ära einer neuen Generation.

3. Christus wurde direkt nach seinem Tod ALLE Gewalt und Herrschaft für Himmel und Erde gegeben. (Matthäus 28:18; 11:27Epheser 1:20,21Philipper 2:9,10)

Das Wort Omnipotenz (lat. omnis: alle, potentia: Kraft, Vermögen, Fähigkeit) ist ein deutliches synonym für die Allmacht des Herrn, die ihm für einen Zeitabschnitt vom Vater übergeben worden ist. Diese Fähigkeit oder Macht wurde ihm direkt nach seiner Auferstehung gegeben. Christus musste nicht fast 2000 Jahre warten, um diese Macht erst 1914 gebrauchen zu können bzw. dürfen. Die Engel wurden bereits von Christus nach seiner Himmelfahrt geführt und ebenfalls dienten sie ihm auch nach seinen Willen. Auch bereits nach der Auferstehung war Christus der „Herr der Versammlung“ bzw. dessen Haupt (Epheser 1:22). Da er als „Haupt über alle Dinge“ bereits im 1. Jahrhundert gesetzt worden ist, ihm somit auch die damit ihm verliehene Autorität als König und die Herrschaft darüber.

4. Die Entsiegelung des göttlichen Geheimnisses zur wahren Erkenntnis und predigt im 1. Jahrhundert. (Offenbarung 22:10)

Die Siegel aus Daniel 12:9 sollten festversiegelt sein bis zur Zeit des Endes. Diese Versiegelung wurde in Offenbarung 22:10 bereits aufgehoben. Somit fand die Entsiegelung des Geheimnisses um 96 u.Z. statt, und nicht im Jahre 1914. Paulus sprach oft bereits von dem „göttlichem Geheimnis“ (Römer 16:25-27Epheser 1:9; 3:9Kolosser 1:26), wie dieses bereits durch ihn und die Apostel verkündigt worden ist und auch Johannes wurde in der Vision aufgeklärt und sich des Geheimnisses bewusst. Das Geheimnis oder die Siegel über die Buchrolle Daniels wurden bereits zur Zeit der Apostel vollständig aufgelöst und gepredigt unter den Nationen.

5. Der erste Weltkrieg um 1914.

Der Weltkrieg wird als Zeichen angesehen, dass Satan zur Erde geschleudert wurde, also die Kausalität bezüglich der kurzen verbleibenden Frist und Wut durch die Erniedrigung (Offenbarung 12:12). Jedoch beweist der Weltkrieg im Jahre 1914 deutlich, dass es in diesem Jahr nicht zu dieser Reinigung im Himmel kam. Laut der universalen Streitfrage* ist es nach wie vor Satans Ziel den Weltfrieden zu erreichen. Dies würde die Streitfrage zu seinen Gunsten klären, da der Mensch beweisen würde, dass er ohne die Herrschaft Gottes für friedvolle Verhältnisse sorgen kann und somit Gottes Herrscherecht unbegründet oder nutzlos ist. Die daraus resultierende Antwort wäre Anlass, Satans Leben nicht hinfort zunehmen, sondern ihm am Leben erhalten zu müssen. Hätte Satan für einen weltweiten Krieg gesorgt, hätte er somit sein eigenes Todesurteil unterzeichnet und konträr zu seinem Ziel entgegengearbeitet. Deshalb finden wir den inspirierten Gedanken in Gottes Wort aufgeschrieben, dass vor dem Gerichtstag Gottes es „Frieden und Sicherheit“ auf der Welt geben wird. (1. Thessalonicher 5:3)

*Eine von Satan angefochtene Streitfrage, bezüglich des Beweggrundes des menschlichen Seins, ihrer egoistischen Handlungsweise in der Ausübung des Glaubens, des Belohnungssystemes mit allen Segnungen sowie die Frage nach alleinigem Herrscherecht; dass der Mensch über sich selbst regieren solle – selbst erkenne von Gut und Böse – statt Gottes Herrschaft folge zu leisten sowie seinem universalen Maßstab von Recht und Unrecht zu akzeptieren. (1. Mose 3:1-5Hiob 2:1-6Offenbarung 12:10) (siehe auch: Jehovas Zeugen – Die Streitfrage neu beleuchtet)

6. Ein Tag sind 1000 symbolische Jahre. (2. Petrus 3:8)

Auch wenn die Bibel nicht das Wort „buchstäblich“ bzw. „symbolisch“ in diesen Zusammenhang gebraucht, können wir als Christen dennoch sicher sein, dass es sich bei dieser Aussage um symbolische Jahre handelt. Gott ist ein zeitloses Wesen und hat schon immer existiert. YHWH allein existiert „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Psalm 90:2, Einheitsübersetzung). Kurz gesagt, YHWH gab es bereits „vor aller Zeit“ (Judas 25, Fußnote). Bevor also die Zeit begonnen hat, sie als Dimension erschaffen worden ist, gab es bereits Gott. Er ist an seiner selbst erschaffenen Zeit nicht gebunden, weshalb diese Faustregel aus 2. Petrus 3:8 nicht buchstäblich gemeint sein kann. Außerdem waren auch die Schöpfungstage länger als buchstäbliche 24 Stunden Tage bzw. 1000 Jahre. Der Begriff 1000 steht oft für die absolute Vollständigkeit, deshalb auch die 1000-Jahrherrschaft des Herrn. Somit wollte der Vater, als Herr der Zeit, zeigen, dass er absolut über das Zeitgefühl von Menschen steht, und unser Denken, das an Zeit geknüpft ist, in keinster Weise Gottes Sichtweise ähnelt. Hinzukommt lässt sich Zeit sehr gut erklären, nämlich deshalb, weil sie nur auf biomolekulare Ebene existiert und somit nur Teil einer subjektiven Wahrnehmung ist, in Kausalität mit der Lichtgeschwindigkeit und dem Zeiten- bzw. Materiezerfall – diesem Gesetz ist Gott nicht gebunden.

7.  Das Jahr 607 v.Chr. ist eine bewusste Lüge über die Verödung Jerusalems. (Hesekiel 21:31)

Die Entmachtung beschrieben in Hesekiel 21:31 trifft den Israelitischen König Zedekia. Die WTG legt dieses Ereignis fälschlicherweise und ohne Fakten in das Jahr 607 v.Chr.

Babylonisches Exil: Aufenthalt der 597 und 587 v.  Chr. durch Nebukadnezar II. verschleppten judäischen Oberschicht in Babylonien. Eine Rückwanderung ist erst für die Zeit bald nach dem Regierungsantritt Dareios‘ I. (522 v. Chr.), und vor 520 v. Chr. mit Sicherheit ermittelt. Als das Ende des Babylonischen Exils betrachtet man entweder den Kyros-Erlass von 538 v. Chr. (Wiederherstellung des Jahwe-Kults in Jerusalem) oder die Vollendung des Wiederaufbaus des Jerusalemer Tempels 515 v. Chr.

Der Turban, gemäß Hesekiel 28:31, wurde im Jahr 587 v.Chr. entfernt und nicht im Jahr 607 v.Chr., wie es die WTG behauptet. Hier beginnt auch die Babylonische Gefangenschaft der Israeliten. Was aber noch wichtiger ist, dass ebenfalls in diesem Jahr begonnen wurde den Tempel in Jerusalem niederzureißen und die angekündigte Verödung, gemäß Jeremia 25:11 beginnt. Das Jahr der babylonischen Befreiung fand im Jahr 538 v.Chr. statt. Die Wiedereinweihung des neu aufgebauten Tempels mit 515 v.Chr.

Jeremia 25:11 prophezeite: „Alles wird in Trümmern liegen. Siebzig Jahre lang werdet ihr und eure Nachbarvölker dem König von Babylonien unterworfen sein.“

Der Prophet Daniel, der selbst in Babylon gefangener war, kannte diese Aussage und die Bestätigung hierzu finden wir im Bibelbuch Daniel 9:24b.

Daniel 9:1-2: „Inzwischen war der Meder Darius, der Sohn von Xerxes, König über das Babylonische Reich geworden. In seinem ersten Regierungsjahr dachte ich darüber nach, was wohl die siebzig Jahre bedeuten, von denen ich in den Heiligen Schriften gelesen hatte. So lange nämlich sollte – nach einem Wort des Herrn an den Propheten Jeremia – Jerusalem in Trümmern liegen.“

Daniel 9:24 b: „Dann erst ist die Auflehnung gebüßt und die Schuld vergeben. Dann bringt Gott alles für immer in Ordnung. Dann lässt er das Prophetenwort in Erfüllung gehen und der Tempel wird von neuem geweiht.“

Die WTG legt den Beginn der babylonischen Gefangenschaft auf das Jahr 607 v.Chr. und das Ende auf 537 v.Chr. Über den Beginn der babylonischen Invasion im Jahre 607 v.Chr. finden wir allerdings keinerlei Hinweise, wohl aber über das Jahr 587 v.Chr. in dem tatsächlich, gemäß der Beweislage, die 70 jährige Verödung beginnt. Die Medo-Persische Machtübernahme Babylons im Jahr 537 v.Chr. ist ebenfalls nicht zu beweisen. In diesem Jahr ist jedoch nicht das Ende der 70 jährigen Verödung sondern das Jahr 515 v.Chr. in dem diese Verödung durch die Einweihung des wieder aufgebauten Tempels in Jerusalem beendet wird.

8. Das Fundament der Berechnung der Zeiten ist eine satanische Lehre. (Matthäus 7:21-23; 24:23-28Markus 13:21-231. Johannes 4:1)

Charles Taze Russell machte sich unter den Nationen bereits einen Namen, indem er als falscher Prophet, deren Berechnung immer falsch war, in die Geschichte einging. Das Jahr 1914 fand er unter Inspiration einer „satanischen Lehre“ bzw. „Satans Bibel“ – die damals geglaubte Lehre, Gottes Zeitplan wäre in einem Steinzeugen bzw. Pyramide gemeißelt worden (The Watch Tower, June 15, 1922, p. 187 und The Watch Tower, May 15, 1925, o. 148). Als er anfangs glaubte, es erwiese sich als der Tag, an dem die Menschen mit der Posaune Gottes in dem Himmel in einem Nu (1. Korinther 15:50-57) gehoben werden und zu geistigen Leben erweckt werden, an der Seite Christus, nahm er bei diesem Fehlschlag an falscher Prophetie das Datum als die Inthronisierung des Christus um damit einher leitend den Anfang der „letzten Tage“ zu erklären. (2. Timotheus 3:1)

Hütet euch vor Organisationen!“

Die Wachtturm-Organisation hat keine Grundlage dafür, wie es biblisch und faktisch zu erklären sei, dass eine Organisation in der Neuzeit entsteht. Trotz den Fakten, die gegen diese Gründung sprechen, könnten wir zurecht dennoch die Frage stellen, ob es so eine „sichtbare Organisation“ tatsächlich geben müsse, damit Gott sein Volk richtig führt und lenkt.

An dieser Stelle wäre es wichtig, den Gründer dieses Mythos selbst zu befragen. Als Gründer und Verfasser hat er damit alle Autorität und die Publikationen, die von Jehovas Zeugen herausgegeben wurden, bekräftigen dies auch:

An den Ergebnissen gemessen, kann kein Zweifel bestehen, daß Bruder Russell und seine Gefährten in ihren Bemühungen von Jehovas heiligem Geist geleitet wurden. Es erwies sich, daß sie mit dem treuen und verständigen Sklaven gleichzusetzen waren.

− Der Wachtturm, 15. Mai 1995, Seite 17

Der Wachtturm erklärt unmissverständlich, dass C.T. Russell sowie seine Gefährten direkt von dem „Geist Jehovas“ geleitet wurden, und damit die Führung und Wirken Russells von Gott selbst geleitet wurde. Wie dachte demnach der Gründer der Zeugen Jehovas selbst über „christliche Organisation“ und damit auch der Wachtturm-Organisation, die nach seinem Tod entstand?

1919 - Der Gründungsmythos der Wachtturm-Gesellschaft

Hütet euch vor „Organisation“. Sie ist vollkommen unnötig. Die Richtlinien der Bibel sind die einzigen, die ihr benötigt. Versucht nicht, andere in ihren Gewissensentscheidungen auf etwas festzulegen, und laßt das auch nicht bei euch zu. Glaubt und gehorcht soweit, wie ihr Gottes Wort im Augenblick versteht, und wachst so weiterhin Tag für Tag in der Gnade, in der Erkenntnis und der Liebe.

− Charles Taze Russell; Watch Tower, 15. September 1895, Seite 216

Sowohl weltliche als auch christliche Organisationen sind gemäß C.T. Russell, und dem Gründer der „ernsten Bibelforscher“ damit „vollkommen unnötig“. Er warnte sogar eindringlich davor und dass man sich vor diesen „Organisationen“ als „wahrer Christ“ „hüten“ müsse.

Wie kann es demnach sein, dass ein Mensch der – gemäß den eigenen Publikationen von Jehovas Zeugen – von „Jehovas Geist“ geleitet wurde, genau davor warnt, was aus den ernsten Bibelforschern entstand, und wozu sich die Wachtturm-Gesellschaft in den darauf folgenden Jahren immer weiter entwickelt hat?

Wir dürfen festhalten: Gott würde niemals einen Menschen in der Neuzeit „geistig“ erwecken, um ihn durch „heiligen Geist“ mitzuteilen, dass er niemals aus diesem „Wahrheitsweg“ eine „Organisation“ entwickeln soll, nur um dann diese Organisation, die sich daraus entwickelt, als „einziges Instrument“ zu gebrauchen, um die „echten Christen“ zu führen und damit Menschen weltweit vor dem „göttlichen Strafgericht“ zu warnen.

Die Bibel lehrt ganz unmissverständlich:

Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe; Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“ (Johannes 14,2616,13 – Schlachter 2000)

Das müsst ihr über diese Leute wissen, die euch vom richtigen Weg abbringen wollen. Doch der Heilige Geist, den euch Christus gegeben hat, er bleibt in euch. Deshalb braucht ihr keine Menschen als Lehrer, der Heilige Geist selbst ist euer Lehrer. Was er euch sagt, ist wahr und ohne Lüge. Haltet also an dem fest, was euch der Geist lehrt, und bleibt bei Christus; uns hat Gott durch seinen Geist sein Geheimnis enthüllt. Denn der Geist Gottes weiß alles, er kennt auch Gottes tiefste Gedanken.“ (1. Johannes 2,26-271. Korinther 2,10 – Hoffnung für Alle)

Fakt ist: Wahre Nachfolger Jesus benötigen keine „Organisation“, um weltweit organisiert zu sein. Jede „Organisation“ ist vom Grund auf weltlicher Natur, menschlich, und bezeugt die fehlende Kraft und das fehlende Wirken des heiligen Geistes! Der heilige Geist allein sollte wahre Christen weltweit anführen, sie leiten und lehren. Die Organisation ist Blasphemie und eine direkte Leugnung des heiligen Geistes, des „Helfers“, den Christus Jesus allein allen Christen versprach.

Auch C.T. Russell erkannte dies, indem er lehrte:

Frage: „Wäre nicht eine leidenschaftliche und kämpferische Organisation (oder Sekte) auf der Linie der Bibel das beste Mittel, um die wirkliche gute Botschaft zu verbreiten und zu verkündigen? Wir brauchen Gemeinschaftsgeist und Verbundenheitsgefühl. In der Einheit liegt Stärke. Eine Schlacht gewinnt man nicht mit Einzelkämpfern, sondern mit disziplinierten und zuverlässigen Bataillonen.“

Antwort: Wir glauben wohl, daß eine sichtbare Organisation und das Annehmen eines besonderen Namens unsere Zahl vergrößern und uns vor der Welt als achtbarer erscheinen lassen könnte. Fleischliche Menschen sehen vielleicht in einer sichtbaren Organisation mit einem bestimmten Zweck etwas, das mehr oder weniger Macht hat; darum schätzen sie die verschiedenen Organisationen, aus denen wir gemäß dem Ruf des Herrn herausgegangen sind. Fleischliche Menschen können aber nicht einsehen, wie eine Gruppe von Menschen ohne für sie sichtbare Organisation überhaupt etwas zu vollbringen vermag. Wenn sie auf uns blicken, dann betrachten sie uns bloß als ein paar versprengte Einzelkämpfer ­ als „merkwürdige Leute“ ­ mit sehr eigenartigen Vorstellungen und Hoffnungen, die es aber nicht wert sind, daß man sie besonders beachtet.

Obwohl es jedoch für fleischliche Menschen unmöglich ist, unsere Organisation zu sehen, weil sie die Dinge des Geistes Gottes nicht verstehen können, vertrauen wir darauf, daß du erkennst, daß die wahre Kirche höchst wirkungsvoll organisiert ist und sich im bestmöglichen Zustand befindet. (Siehe den Plan unserer Organisation in der Oktoberausgabe unter der Überschrift „The Ekklesia.“) Der Apostel Paulus fordert alle zu Einheit im Glauben und in den Absichten auf (Phil. 3:15,16 […]). Alle, die durch denselben Geist geleitet werden, können und werden zur Erkenntnis derselben Wahrheit gelangen. Alle wahrhaft Geheiligten, wie wenige es auch sein und wie weit sie auch voneinander entfernt sein mögen, sind unter unserem Führer Christus durch seinen Geist in Glaube, Hoffnung und Liebe eng miteinander vereint; sie folgen dem Befehl des Meisters und rücken als zuverlässige Bataillone voran, um seine Vorsätze zu verwirklichen. Behalte aber im Sinn, daß es bei Gott nicht auf die Anzahl ankommt (Siehe Richter 7 als Veranschaulichung).

Da wir diese Organisation im Geiste erkennen und keinerlei Angleichung an die in der Welt wünschen, die sie nicht sehen oder verstehen können, sind wir völlig bereit, den Vorwurf, merkwürdige Leute zu sein, zu ertragen. Wir werden eine andere Bezeichnung als die nach unserem Haupt — Christen — immer zurückweisen und ständig den Anspruch erheben, daß es unter denen, die dauernd von seinem Geist und seinem Vorbild geleitet werden, wie wir es durch sein Wort kennen, keine Trennung geben kann.

− Charles Taze Russell; Watch Tower, April 1882 Seite 71, 72; März 1883

Ebenfalls erkannte C.T. Russell:

Gewiss, jedermann, der sich irgendeiner dieser menschlichen Organisationen anschließt, und ihr Glaubensbekenntnis als das seine annimmt, weiß, dass er sich damit verpflichtet, weder mehr noch weniger zu glauben als jenes Glaubensbekenntnis zulässt. Wenn sie trotz solcher freiwillig eingegangen Knechtschaft für sich selbst denken und aus anderen Quellen Licht empfangen, das über das Licht hinausgeht, das diese Sekte genoss, als sie sich ihr anschlossen, so müssen sie entweder ihren Versprechen, nichts anderes zu glauben, was ihnen das Glaubensbekenntnis dieser Sekte vorgibt, untreu werden und der Sekte den Rücken kehren, oder stillschweigend ihre Erkenntnis für sich behalten. Jedoch der Sekte den Rücken zu kehren, erfordert Gnade und kostet einige Anstrengungen, zerreißt oft angenehme Verhältnisse und setzt den ehrlichen Wahrheitssucher den einfältigen Beschuldigungen aus, dass er ein Verräter an seiner Religionsorganisation sei. Wenn man sich einer Religion oder Sekte anschließt, so wird erwartet, dass er sich der Sekte gänzlich ergibt und nicht mehr sich selbst gehört. Die Sekte unterscheidet nun für ihn, was Wahrheit und was Irrtum sei; und er muss, um ein wahres und zuverlässiges Glied der Sekte zu sein, deren späteren so wie früheren Entscheidungen über alle religiösen und Glaubensfragen annehmen, seine eigene Meinung übersehen und persönliche Nachforschungen vermeiden, da er sonst an Erkenntnis wachsen und als Glied solcher Sekte verloren gehen könnte. … So weit ist der Selbstbetrug gegangen, dass viele Kinder Gottes sich schämen würden, als solche erkannt zu sein, die sich von diesen Ketten befreit haben. Sie schämen sich zu sagen, dass sie in keiner Sekte oder Glaubenssatzung in Knechtschaft seien, sondern Christus allein „angehören“.

− Charles Taze Russell; Schriftstudien Band III, „Dein Königreich komme“, Seite 173

Die Gefahr, die von einer „Organisation“ ausgeht, erkannte auch bereits schon W.J. Brown, indem er erklärte:

Ob es sich um eine politische, religiöse oder soziale Organisation handelt, spielt hier keine Rolle. Der entscheidende Punkt ist: Wenn die Idee als Organisation Gestalt angenommen hat, dann wird die Organisation die Idee, der sie ihr Dasein verdankt, langsam, aber sicher zunichte machen… [Handelt es sich um eine religiöse Organisation], wird ihre Botschaft als Glaubensbekenntnis Form annehmen. Über kurz oder lang besteht das Hauptinteresse der Kirche dann darin, sich selbst als Organisation am Leben zu erhalten. Zu diesem Zweck muss sie jedem Abweichen vom Glaubensbekenntnis mit Widerspruch begegnen; nötigenfalls muss sie es als Ketzerei zum Schweigen bringen. Was einmal als Bühne für eine neue und höhere Wahrheit gedacht war, ist innerhalb von ein paar Dutzend oder auch einigen hundert Jahren zum Gefängnis für den menschlichen Geist geworden. Hat die Idee einmal die Organisation hervorgebracht, entwickelt diese ein Eigenleben, das keine Verbindung zur anfänglichen Idee mehr hat und ihr zu schaden beginnt. Was diesen Abweichungsprozess ablaufen lässt, so dass die Organisation schließlich das Gegenteil der ursprünglichen Idee repräsentiert, ist die menschliche Neigung, sich in Organisationsdenken zu verlangen, statt dem Geiste zu dienen…. Die Organisation wird weniger zur Bühne für die Idee als vielmehr zu einem Kanal, mittels dessen man bestimmten Interessen zu dienen hat.

Zeugen Jehovas oder Zeugen Jesus?

Bereits in der Wacht Tower Ausgabe vom April 1882 Seite 71, 72 und März 1883 bekräftigte C.T. Russell das wahre Christen sich keinen „besonderen Namen“, d.h. einen Eigennamen, geben würden, um so im Sinne des Christus keine Sondergmeinschaft oder Sekte zu gründen und sich damit geistig aber auch physikalisch von anderen Christen abzusondern. Vielmehr wäre solch eine „Umzäunung“ ein klares Zeichen des fehlenden Geistes Gottes, das Zeichen einer Sondersekte.

Er bekräftigte diesen Gedanken mit folgender Aussage:

Damit ist es für uns ohne Bedeutung, wie wir von Menschen genannt werden. Wir erkennen keinen anderen Namen an als ‘den einzigen, der unter dem Himmel für die Menschen gegeben ist’ — Jesus Christus. Wir bezeichnen uns einfach als CHRISTEN, und wir errichten keine Umzäunung, die uns von jemandem trennen soll, der gleichfalls an den Eckstein unseres Baus glaubt, den Paulus erwähnte: „… daß Christus für unsre Sünden gestorben ist, nach den Schriften.“ Wem das nicht umfassend genug ist, der hat kein Recht, als Christ bezeichnet zu werden.

− Charles Taze Russell; Watch Tower, Februar 1884

Trotz der Warnung von C.T. Russell, wurde genau diese „Umzäunung“ aufgebaut, indem man sich den Namen „Jehovas Zeugen“ gab.

„‚Ihr seid meine Zeugen‘, ist der Ausspruch Jehovas“ gemäß Jesaja 43:10 laut der Neuen-Welt-Übersetzung, der von Jehovas Zeugen herausgegeben wurde. Jehovas Zeugen, bzw. die Wachtturm-Organisation, pflückt sich diese Bibelpassage heraus, und meint, dass dies Grund genug sei, sich aus diesen Worten einen eigenen Namen zu „basteln“. Doch ist dies wirklich im Sinne Gottes gewesen, war dies wirklich auch im Sinne C.T. Russells? Nein!

Sondergemeinschaften und Sekten, die sich von der Allgemeinheit abspalten, geben sich derartige Namen und versuchen öffentlich auf ihre Richtigkeit sich zu berufen, da sie ja aus der Bibel direkt stammen. Wie jedoch bereits erklärt wurde, wünschen wahre Christen keine Sonderbezeichnung. Während fleischliche Menschen auf derartige Dinge großen Wert legen, ist es für den Geistesmenschen und wahren Christen wichtig, im Geist vereint zu sein.

Würden wir der Philosophie und Logik der Wachtturm-Gesellschaft folgen, könne man sich Millionen von Namen aus der Heiligen Schrift kreieren, und erklären, dass dies im Sinne Gottes sei und ebenfalls biblisch belegbar.

Ein wahrer Christ würde dem Musterbeispiel Jesu immer wieder folgen, und eben auch die Lehren des Herrn hochhalten.

Die ersten Christen haben den Eigennamen Gottes nicht selbst verbreitet. Wenn sie dies getan hätte, dann hätten nichtchristliche Geschichtsschreiber z.B. aus dem römischen Reich uns die Aussprache dieses Namens überliefert. Sie hätten dies in ihrer normalen Schrift getan und wir wüssten dann, wie man die Buchstabenkombination YHWH auszusprechen hätte. Gerade dies ist aber nicht der Fall. Die christliche Kirche hat stattdessen etwas ganz anderes getan: sie hat den Namen Jesus Christus verkündet. Jesus selbst hat ihr dazu den Auftrag gegeben:

Er [Jesus] sprach zu ihnen: „Es ist nicht eure Sache, über die Zeiten oder Zeitabschnitte Kenntnis zu erlangen, die der Vater in seine eigene Rechtsgewalt gesetzt hat; aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet Zeugen von mir sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judạ̈a und Samạria und bis zum entferntesten Teil der Erde. (Apostelgeschichte 1:7,8)

Es ist der Auftrag von Jesus an Christen gewesen, dass die Christen Zeugen Jesu sind und nicht Zeugen Jehovas!

Genau dies haben auch die ersten Christen immer getan. Das biblische Buch der Apostelgeschichte zeigt uns einige Predigten der ersten Christen. Eine der ersten findet sich in Apostelgeschichte Kapitel 4. Die Apostel Petrus und Johannes hatten einen Lahmen geheilt, so dass er wieder gehen konnte. Sie wurden nun zur Rede gestellt und gefragt (Apostelgeschichte 4:7):

Durch welche Kraft oder in wessen Namen habt ihr dies getan?

Die Antwort von Petrus war (Apostelgeschichte 4:8-12, NWÜ):

„Darauf sprach Petrus, mit heiligem Geist erfüllt, zu ihnen: „Vorsteher des Volkes und ältere Männer, wenn wir heute zufolge einer guten Tat verhört werden, die wir einem leidenden Menschen erwiesen haben, nämlich darüber, durch wen dieser Mann gesund gemacht worden sei, so sei euch allen und dem ganzen Volk Israel kund, daß im Namen Jesu Christi, des Nazarẹners, den ihr an den Pfahl gebracht habt, den Gott aber von den Toten auferweckt hat, ja durch ihn dieser Mann hier gesund vor euch steht. Dieser ist ‚der Stein, der von euch Bauleuten verächtlich behandelt wurde, der das Haupt der Ecke geworden ist‘. Überdies gibt es in keinem anderen Rettung, denn es gibt keinen anderen Namen unter dem Himmel, der unter [den] Menschen gegeben worden ist, durch den wir gerettet werden sollen.“

Dies kann man gar nicht genug betonen: Nur im Namen Jesu gibt es Rettung. Gott selbst hat keinen anderen Namen vorgesehen, mit dessen Kenntnis man gerettet wird. Es ist daher sogar nutzlos, wenn man den Eigennamen Gottes (YHWH) kennt oder gar gebraucht, sofern man nicht den Namen von Jesus kennt und schätzt und durch Jesus zum Heil und zur Rettung findet. Gott selbst wollte das so. Und deshalb waren die ersten Christen schon immer damit ein Beispiel darin, den Namen von Jesus zu verkünden.

An sich gilt die Bibel auch bei Zeugen Jehovas als der Maßstab für den Glauben. Warum wird dann bei den Zeugen Jehovas die Apostelgeschichte NICHT  zum Vorbild genommen? Zeugen Jesu sollten wahre Christen sein und nicht Zeugen Jehovas.

Dessenungeachtet jedoch, sollten alle Wahrheitssucher sich entsinnen, was das Wort „Zeuge“ überhaupt einschließt:

A.) „jemand, der bei einem Ereignis, Vorfall o. Ä. zugegen ist oder war, darüber aus eigener Anschauung oder Erfahrung etwas sagen kann“ und B.) „jemand, der vor Gericht geladen wird, um Aussagen über ein von ihm persönlich beobachtetes Geschehen zu machen, das zum Gegenstand der Verhandlung gehört.“ (Quelle: Duden)

Ist es demnach rechtmäßig und im Sinne Gottes sich aus dem Bibelbericht Jesaja 43:10 einen Eigennamen zu „basteln“, um sich so von anderen Christen abzusondern? Nein!

Weder C.T. Russell noch seine Anhänger und der daraus resultierenden Sondergemeinschaft/Sekte, waren zugegen, als Gott Wunder wirkte, und sich so auch im Falle von Ägypten und ihren Göttern seine Oberhoheit unter Beweis stellte. Sie selbst haben zu dieser Zeit nicht gelebt und haben dadurch weder durch „eigener Anschauung oder Erfahrung“ oder durch „persönlich beobachtetes Geschehen“ zu einem „Zeugnis“ oder „Zeuge“ beitragen können. Dieses Faktum ergeht ebenso an die Bezeichnung „Zeuge Jesus“, da keiner der heutig lebenden Personen zugegen waren.

Deshalb sind alle „Sonderbezeichnungen“ nicht im Sinne Gottes, oder lässt sich biblisch belegen. Einem von Geist geführten Menschen ist sich dessen bewusst und erkennt, dass die Bezeichnung „Christ“, als Gläubiger Mensch an den Christus und seinem Opfer, völlig ausreichend ist!

Falsche Christen sind an ihren „Früchten“ zu erkennen

Jesus Christus machte in einem Gleichnis deutlich, dass die Zeitperiode kommen wird, wo sich „Weizen“ und „Unkraut“ ein „Feld“ teilen würden. Am Anfang wäre es schwer erkenntlich, welche Saat heranwächst. Erst in der Blüte wäre Weizen und Unkraut voneinander zu unterscheiden.

So können wir nachlesen:

Und Jesus erzählte ihnen noch ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.(Matthäus 13:24-30)

Die Deutung und Erklärung vom Gleichnis:

Und seine Jünger kamen zu ihm [Jesus] und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!(Matthäus 13:36-42)

Jehovas Zeugen Gleichnis vom Weizen und Unkraut

Das Gleichnis vom Weizen und Unkraut aus Matthäus 13:24-30

 

Das Reich-Gottes-Gleichnis („Mit dem Himmelreich verhält es sich wie mit…“) beschreibt das Wachstum des Gottesreiches als so mächtig, dass äußere Einflüsse dieses nicht negativ beeinflussen können. Nicht einmal Schädlinge oder Unkraut könnten seine Entwicklung aufhalten. Eine „vorbeugende“ Bekämpfung wäre vorschnell und eigentlich überflüssig, schon um der heranwachsenden „guten“ Saat willen, die unbeabsichtigt Schaden nehmen könnte. Die Schlussformel „dann wird er heulen und mit den Zähnen klappern“ markiert ein typisches Gerichtsgleichnis, das in eine Situation zielt, in der die urchristliche Gemeinde mit Krisen und Anfeindungen umzugehen hatte. Eine Entscheidung steht jedoch letztlich dem Sämann, dem Herrn zu: „Richtet also nicht vor der Zeit; wartet, bis der Herr kommt, der das im Dunkeln Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen aufdecken wird. Dann wird jeder sein Lob von Gott erhalten.(1. Korinther 4:5). Gut und Böse sind so verworren wie die Wurzeln des Unkrauts und des Weizens. Am Ende stehen die Ernte des Weizens und das Verbrennen des Unkrauts.

Der berühmte Ausspruch Jesu lautete: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen(Matthäus 7:20). Ihre Früchte? Welche Früchte? Was meinte Jesus?

Ihre Früchte sind Ihre Taten – was Sie tun und das Ergebnis Ihrer Entscheidungen. Der weise König Salomo schrieb vor langer Zeit: „Schon einen Knaben erkennt man an seinem Tun, ob er lauter und redlich werden will(Sprüche 20:11).

Wie steht es mit Jehovas Zeugen? Was sind die Früchte Ihres bisherigen Wirkens bzw. was ist das Wirken ihrer Sondergemeinschaft?

Es kommt letztlich auf das Handeln und das Geschehen immer an. Sie mögen gute Absichten haben, ein besseres Leben zu führen – regelmäßig zu beten, die Bibel zu studieren, anderen gegenüber freundlicher zu sein, oder diese mehr zu ermutigen, ihnen sogar anhand der Bibel die „gute Botschaft“ aufzeigen wollen.

Doch so wie das Weizen und der Unkraut miteinander verwurzelt sind und sich erst zu erkennen gibt, wenn beides in der Blüte steht, so haben auch Jehovas Zeugen selbst, durch ihre Sonderlehren, ihren Gründungsmythos und das falsche Prophezeien im Namen Jehovas deutlich ihre „Früchte“ oder ihre „Wurzel“ gezeigt. Erst mit den Jahren stand diese Sondergemeinschaft in voller „Blüte“, und erst in der Behauptung, „wahre Christen sein zu wollen“, wurde das Gegenteil bewiesen. Solchen „falschen Christen“ versprach der Herr, dass er sie „nicht kennen“ würde, und dass wegen ihrer „faulen Früchte“ ihr Werk in das „Feuer gehauen, und verbrannt“ werden würde – eine vollständige Vernichtung bis in die Ewigkeit.

Vernichtendes Urteil

Die Leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas kann für ihr Wirken keine göttliche oder gar christliche Autorität beanspruchen, auch wenn sie dies nun schon seit fast 100 Jahren – allen gegenteiligen Beweisen zum Trotz – immer und immer wieder tut. Ihr Führungs- und Machtanspruch legitimiert sich nicht auf nachvollziehbaren und plausiblen Fakten, sondern auf einem selbst erfundenen Gründungsmythos. Durch falsche Prophezeiungen und der Gründung eines „Eigennamen“ bilden sie eine Sondergemeinschaft, die sich von Christen abgespaltet hat. Der Name „Jehovas Zeugen“ ist weder ein passender Name, noch ist er biblisch plausibel – im Gegenteil. Passender und ehrlicher wäre es, wenn sich die Anhänger dieser Religionsgemeinschaft „Russelliten“ oder „Rutherfordianer“ nennen und bezeichnen würden, weil sie keine wahren Zeugen Gottes oder Jesu waren und sind, sondern nichts anderes tun, als Menschen wie Russell, Rutherford und den Mitgliedern der Leitenden Körperschaft zu gehorchen und nachzufolgen, weil sie sich dadurch die Befreiung und Erlösung von Sünde und Tod erhoffen. Sie leugnen durch die fleischliche und von menschen-gemachte „Organisation“ den heiligen Geist, sündigen gegen ihn und erfüllen damit alle Merkmale des von Jesu prophezeiten „Unkrauts“, vor dem sich wahre Christen zu hüten haben.

Eine Religion, die Lügen lehrt, kann unmöglich wahr sein.

− Der Wachtturm, 01.12.1991, „Ist es gleich, welcher Religion man angehört?“