Die Wahrheit hinter der „Wahrheit“ – Lüge, Täuschung, Betrug und falsche Lehren

Die Wahrheit hinter der „Wahrheit“ – Lüge, Täuschung, Betrug und falsche Lehren

Auf der Suche nach der Wahrheit gibt es viele Menschen und Gruppierungen, die vertreten, dass sie die Wahrheit sagen oder gar in ihr Leben, dass sie selbst die Wahrheit sind. Dabei stützen sich gerade christlich orientierte Strömungen auf die Heilige Schrift und beteuern in ihren Glaubensdogmen, dass sie sich durch den Geist Gottes einzig und allein auf die Bibel stützen und damit eine Wiederherstellung des Christentums seien. Es ist immer wichtig solche Aussagen stets zu prüfen. So wurden die Christen in Beröa vom Apostel Paulus dafür gelobt und schriftlich in Gottes Wort verewigt, weil sie nicht einfach seinen Worten glauben schenkten, sondern selbst geprüft haben, ob das, was Paulus lehrte, mit den Lehren Jesus Christus übereinstimmte (Apostelgeschichte 17:10, 11). Da es so wichtig ist kritisch zu hinterfragen und die Lehren, die jemand vertritt, zu prüfen, ließ YHWH selbst seinen Diener dazu inspirieren, diesen wichtigen Gedanken nieder zu schreiben und damit diesen Rat an alle wahren Nachfolger Jesus Christus ergehen zu lassen.

In den Publikationen, die von Jehovas Zeugen herausgegeben werden, können wir nachlesen:

Wovon kann man sich auf der Suche nach der richtigen Religion leiten lassen? Die Encyclopædia Universalis hebt zu Recht die Wichtigkeit der Wahrheit hervor. Eine Religion, die Lügen lehrt, kann unmöglich wahr sein. Der größte Prophet, der sich jemals auf der Erde befand, sagte: „Gott ist ein GEIST, und die ihn anbeten, müssen ihn mit Geist und Wahrheit anbeten (Johannes 4:24).“ (Der Wachtturm, 01.12.1991, „Ist es gleich, welcher Religion man angehört?“)

Wir müssen nicht nur prüfen, was wir persönlich glauben, sondern auch, was die Religionsgemeinschaft lehrt, der wir angehören mögen. Sind ihre Lehren voll und ganz im Einklang mit Gottes Wort, oder stützen sie sich auf die Überlieferungen von Menschen? Wenn wir die Wahrheit lieben, brauchen wir uns vor einer solchen Prüfung nicht zu fürchten. Jeder von uns sollte aufrichtig wünschen, Gottes Willen uns betreffend kennenzulernen und ihn dann zu tun (Johannes 8:32).“ (Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt, Seite 13, „Warum man seine Religion prüfen sollte“)

Die einzelnen Religionen vertreten widersprüchliche Vorstellungen. Logischerweise kann nicht alles stimmen. Es muss somit viele Menschen geben, die, wie die Bibel es ausdrückt, „Eifer für Gott haben, aber nicht gemäß genauer Erkenntnis“ (Römer 10:2). Gott möchte jedoch, „dass alle Arten von Menschen . . . zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit kommen“. Das schrieb der Apostel Paulus in 1. Timotheus 2:4. Wo findet man diese „genaue Erkenntnis“? Es gibt gute Gründe, die für die Bibel sprechen. Paulus, der selbst unter göttlicher Leitung Bibelbücher schrieb, erklärte, die ganze Bibel sei „von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren“ (2. Timotheus 3:16). Wenn Sie also nach der Wahrheit suchen, sollten Sie prüfen, ob diese Behauptung stimmt. Entdecken Sie die tiefe Weisheit der Bibel und ihre geschichtliche Genauigkeit, und lernen Sie die schon eingetroffenen Voraussagen kennen. Die Bibel lehrt nicht, dass im Endeffekt jede Religion zu Gott führt. Sie rät ausdrücklich davon ab, etwas unkritisch zu übernehmen, wenn sie sagt: „Prüft die inspirierten Äußerungen, um zu sehen, ob sie von Gott stammen. (1. Johannes 4:1)…Wie die Bibel versichert, wünscht Gott, dass wir ihn „wirklich finden“ (Apostelgeschichte 17:26, 27). Wenn der Schöpfer das also möchte und wenn man ihn gefunden hat, dann kann es auf keinen Fall verkehrt sein, auch entsprechend zu handeln — selbst wenn das einen Glaubenswechsel bedeutet.“ (Erwachet!, Juli 2009, Seite 28, „Ist es verkehrt, wenn man den Glauben wechselt?“)

Wozu führt es, wenn einer Lüge nicht widersprochen wird? Trägt Stillschweigen nicht dazu bei, daß eine Lüge als Wahrheit verbreitet wird, und besteht dadurch nicht die Gefahr, daß viele Menschen leichter unter ihren Einfluß kommen und möglicherweise ernsten Schaden erleiden? Was geschieht, wenn man einen schlechten Wandel oder ein unsittliches Verhalten duldet, statt es bloßzustellen oder zu verurteilen? Ist es nicht so, als ob man eine ansteckende Krankheit verheimliche, ohne sich zu bemühen, sie auszuheilen und ihre Ausbreitung zu verhindern? […] Wenn du zu den Menschen gehörst, die Gott treu bleiben möchten, solltest du dich mit solchen Fragen auseinandersetzen. Wieso? Weil Diener Gottes zu allen Zeiten in Situationen kamen, in denen sie sich mit solchen Fragen auseinandersetzen mußten. Sie waren verpflichtet, Unwahrheit und Verbrechen bloßzustellen und die Menschen vor Gefahren und vor Täuschung zu warnen — nicht nur in einem allgemeinen Interesse, sondern ganz besonders im Interesse der reinen Anbetung. Es wäre viel leichter für sie gewesen, Stillschweigen zu bewahren oder nur das zu sagen, was die Menschen gern hören wollten. Ihre Treue zu Gott und ihre Liebe zum Nächsten bewog sie jedoch zu reden. Sie erkannten, daß ‘offene Zurechtweisung besser ist als verborgene Liebe’ (Spr. 27:5). Und wer war es hauptsächlich, der Jesus widerstand, als er die Wahrheit freimütig bekanntmachte und damit bloßstellte, wodurch Gottes Gesetze übertreten wurden? Waren es nicht die religiösen Führer, die Schriftgelehrten, die Pharisäer und die Oberpriester? Lies selbst, was die Bibel darüber in Matthäus 16:21, 20:18, 19 und 23:13 berichtet. […] Bist du der Meinung, daß man Lügen nicht widerspruchslos hinnehmen sollte? […] Vielleicht bist du auch dafür, daß Unrecht bloßgestellt werden sollte. Was aber, wenn es von religiös eingestellten Leuten begangen wird, vielleicht von Mitgliedern deiner Kirche? Veranlaßt dich die Treue zu Gott, für das einzutreten, was recht ist? […] Deswegen müssen wahre Christen ihre Stimme erheben und dürfen sich nicht zurückhalten, falsche Lehren und unbiblische Bräuche der Religionsorganisationen der Welt bloßzustellen. […] Ihre Treue zu Gott und ihre Liebe zum Nächsten erfordert es, darauf hinzuweisen.“ (Der Wachtturm, 14. April 1974, Seite 227-230)

Sicherlich kann man diesem Gedanken mit bestem Gewissen zustimmen, wenn man sich fragt, wovon man sich auf der Suche nach der wahren Religion leiten lassen will, und dabei sich steht’s an die Wichtigkeit der Wahrheit orientiert. In Gottes Augen ist es also richtig sich auf den Maßstab aus Apostelgeschichte 17:10, 11 zu stützen und die Lehren einer Religionsgemeinschaft zu prüfen, ob diese sich an die Bibel halten oder sie nur auf alleinige Überlieferung eines Menschen beruhen. Für einen wahren Nachfolger Jesus Christi ist Gottes Wort eine Richtschnur und vollkommener Maßstab wenn er auf der Suche nach der Wahrheit ist. So sagte Christus selbst: Heilige sie durch die Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.“ (Johannes 17:17)

Jehovas Zeugen, der „treue und verständige Sklave“, darin fungierend die leitende Körperschaft, sieht sich selbst als „Kanal Gottes“ und fühlt sich beauftragt, göttliche „Wahrheiten“ zu verkünden, die YHWH nur durch sie verbreiten würde. Natürlich ist es leicht eine solche Behauptung aufzustellen, ohne dafür einen Beweis zu erbringen. Aufrichtige Wahrheitssucher und Nachfolger Jesus Christi würden also zurecht, so wie auch die ersten Christen, überprüfen ob diese Äußerung der Wahrheit entspricht und damit gleichzeitig ihre Lehren anhand der Bibel vergleichen. So ergeht der vortreffliche Rat des aktiven Prüfens auch aus 1. Johannes 4:1, wenn geschrieben steht: „Geliebte, glaubt nicht jeder inspirierten Äußerung, sondern prüft die inspirierten Äußerungen, um zu sehen, ob sie von Gott stammen, weil viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen sind.“ (1. Johannes 4:1)

Aufgrund der von der Wachtturm-Gesellschaft veröffentlichten Publikationen lassen sich wichtige Punkte zusammenfassen, die wir beim Lesen dieses Artikels immer berücksichtigen sollten:

  1. Die wahre Religion lehrt keine Lügen
  2. Die Lehren dürfen keine Überlieferung von Menschen sein
  3. Falsche Lehren stammen gemäß der heiligen Schrift von Satan dem Teufel
  4. Wir müssen die Lehren der Glaubensgemeinschaft, die wir angehören, selbst immer wieder prüfen
  5. Ein Glaubenswechsel muss stattfinden, wenn die eigene Glaubensgemeinschaft falsche Lehren verbreitet
  6. Falsche Christen lehren Lügen und gehören damit zu den falschen Propheten, vor die Jesus Christus warnte
  7. Wahre Christen sind verpflichtet die falschen Lehren der Glaubensgemeinschaft bloßzustellen

Die Lügen über aktuelle, selbst aufgestellte Lehren

Natürlich darf eine Religionsgemeinschaft, die vorgibt die Wahrheit zu vertreten, keine Lügen lehren und beim Vergleich der eigenen Lehren sich nicht widersprechen. Wenn dies jedoch geschieht, dann immer aus demselben Vorteil heraus: Eine Doppelmoral dient dazu, das eigene Image in der Öffentlichkeit zu verbessern das man mittels einer Lüge erreichen kann. So erscheint man vor anderen in einem besseren Licht und Kritiker können nicht so leicht das eigene Weltbild angreifen. Auch werden dadurch die eigenen Mitglieder dazu trainiert, den eigenen Glauben nach außen hin besser zu verteidigen und dieser dient ebenfalls dem eigenen Befinden, um kritischen Fragen aus dem Weg zu gehen. So wird die innere Balance eines Anhängers gewährleistet und vermieden, dass Zweifelsfragen entstehen können. Da jede Art Zweifel oder Hinterfragung oft im Keim erstickt wird, diese angeblich „in die Abtrünnigkeit“ führt sowie das eigene Leben und das Verhältnis zu YHWH auf dem Spiel stehen würden, unterdrückt man meist den Gedanken. Natürlich möchte man auch nicht seine ganzen Freunde oder die Familie verlieren, wenn diese bemerken, dass man wegen Zweifel als „schlechter Umgang“ gezählt werden müsse, der nicht mehr absolut der menschlichen Leitung vertraut, und so Gottes Geist verloren hätte.

Jeder der auf der Suche nach Wahrheit ist, oder seine Religionsgemeinschaft und ihre Lehren überprüft, muss objektiv dabei vorgehen und frei von Vorurteilen sein. Diesen Anspruch sollte jedoch auch eine Glaubensrichtung haben, die vorgibt, die Wahrheit zu vertreten und das Christentum aus dem 1. Jahrhundert zu leben. Viele Mitglieder, die sich von Menschen führen lassen, ohne die Lehren zu prüfen, oder eines Tages das Prüfen aufgegeben haben und zum absolut blinden Vertrauen übergegangen sind, merken nicht, wenn Lügen und Widersprüche in den Lehren der Religionsgemeinschaft auftreten. Um das heile Weltbild aufrecht erhalten zu können, von Führung und Leitung durch Gott, möchte man sich ebenfalls auch nicht mit einer kritischen Betrachtung auseinandersetzen und lehnt leichtfertig alles ab, dass einen Gewissenskonflikt auslösen würde. Auf Dauer führt dies zu einem geistigen Nebel, in dem es sehr schwer wird, die Wahrheit zu finden und von Lügen zu unterscheiden.

Auch die Wachtturm-Gesellschaft gibt in ihren Lehren widersprüchliche Aussagen weiter, und bei intensiver Analyse finden wir zwei unterschiedliche Perspektiven wieder, die gemeinsam gesehen eine Lüge bilden. Oftmals ist das Außenbild, das Image was man an Nicht-Zeugen weitergibt ein völlig anderes, als es ein vollintegriertes Mitglied erfährt. Besonders interessierten Menschen werden nur sehr wenige Informationen, sehr strukturierte Gedanken an Studienmaterial übergeben, die in keinem Verhältnis die volle Wahrheit übermitteln. Oftmals wird nach der Taufe eines damaligen Interessierten, diesem Schrittweise, wenn er sein selbständiges Denken nicht aufgegeben hat, die volle Tragweite bewusst und er erfährt privilegierte Informationen, die ihn vor der Taufe wahrscheinlich umgestimmt hätten, nicht diesen Weg einzuschlagen. Meist liegt zwischen den gegenteiligen Äußerungen in den Publikationen eine kleine Zeitspanne oder sie werden in unterschiedlichen Veröffentlichungen getätigt, die andere Zielleser haben. Dabei geht es nicht um alte Ansichten, die ausdrücklich revidiert werden, wie beispielsweise das Verständnis der Generationslehre. Vielmehr geht es um Sachverhalte, in denen definitiv zu einer Thematik zwei unterschiedliche Auffassungen gelehrt werden, die reine, vom „Kanal Jehovas“ gegebenen Informationen seien. Gerne wird die äußerliche Sichtweise eines Nicht-ZJ’s so geformt, dass es einer sehr positiven Images entspricht das fern von dem Praxisleben und eigenen Erfahrungen eines aktiven Zeugen Jehovas ist.

Der Umgang mit Menschen, die keine Zeugen Jehovas sind

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Sektenmitglieder kapseln sich oft von Angehörigen, Freunden und sogar von der Gesellschaft im allgemeinen ab. Ist das bei Jehovas Zeugen der Fall? … sie leben weder in Kommunen, noch kapseln sie sich von Verwandten und anderen ab.“ (Der Wachtturm, 15.02.1994, Seite 6, „Sind Jehovas Zeugen eine Sekte?“)

…aber lehrt zugleich

Wir sollten uns auch vor vermehrtem Umgang mit Weltmenschen hüten. Dabei könnte es sich um Nachbarn, Schulfreunde, Arbeitskollegen oder Geschäftspartner handeln.“ (Der Wachtturm, 15.02.1994, Seite 24, „Wahre Abstand, wenn Gefahr droht!“)

Zwar fühlen wir uns Menschen, die sich zu einem anderen Glauben bekennen, nicht überlegen, doch hüten wir uns davor, geselligen Umgang mit ihnen zu pflegen.(Der Wachtturm, 15.10.2002, Seite 27, „Fragen von Lesern“)

Warum hat man ein großes Interesse bei der Frage ob man eine Sekte sei, besonders zu betonen, dass man sich nicht von anderen abkapselt oder sich nicht von Verwandten und anderen trennt, wenn man zugleich lehrt, dass man sich vor „Weltmenschen“ hüten muss und wir keinen Umgang mit Menschen, die einen anderen Glauben vorweisen, haben sollten? Wenn durch das eigene Verhalten, und die eigenen Schriften, Jehovas Zeugen deutlich sagen, dass sie eine Sekte sind, oder ein klassisches Merkmal einer Sekte aufweisen, warum wird es dann immer wieder verleugnet?

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Bei Fragen zu Glaubensinhalten einer Religionsgemeinschaft muss notwendigerweise ebenfalls deren eigene Auffassung berücksichtigt werden, so wie es zum Beispiel auch erforderlich ist, sich über das Programm einer Regierungspartei nicht ausschließlich bei den konkurrierenden Oppositionsparteien und/oder ehemaligen Parteimitgliedern zu informieren.(Kindeswohl und Elternverantwortung, 2. Auflage 2000, Seite 4f)

…aber lehrt zugleich

Warum lehnen Jehovas Zeugen es ab, ihre Bibelstudienhilfsmittel gegen religiöse Schriften anderer auszutauschen? Die Zeugen … haben … bereits zahllose Stunden dafür eingesetzt, die Wahrheit des Wortes Gottes zu erforschen… . Sie haben beträchtliche Grundkenntnisse über die Glaubenslehren der in ihrer Umgebung vertretenen Religionen. In [ihren] Abhandlungen … wird der Gegensatz zu den genauen Lehren der Bibel aufgezeigt. … Daher wäre es sowohl Waghalsigkeit als auch Zeitverschwendung, wenn Jehovas Zeugen religiöse Literatur, die der Täuschung dienen soll, annehmen und sich damit auseinander setzen würden.(Der Wachtturm, 15.08.1984, Seite 31, „Fragen von Lesern“)

Während man lehrt dass die Auffassung einer anderen Religionsgemeinschaft notwendigerweise berücksichtig werden muss, lehrt man jedoch zugleich, dass Jehovas Zeugen es ablehnen, andere religiöse Schriften anzunehmen oder gar auszutauschen. Warum betrachtet man es als „Waghalsigkeit“ und „Zeitverschwendung“, richtet beweislos alles als „Täuschung“ hin, mit dem man sich nicht auseinander zu setzen hat, wenn zugleich man immer prüfen sollte?

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Eine religiös gemischte Erziehung kann sich positiv auf das Kind auswirken, solange sich die Eltern gegenseitig die nötige Toleranz und die gebührende Achtung nicht versagen… Herrscht dieser Geist der Offenheit und des gegenseitigen Respekts vor, kann das Kind Nutzen aus der sittlichen und religiösen Erziehung beider Eltern ziehen… Kinder, die in religiös gemischten Familien aufwachsen, werden aufgefordert, ihre Eltern sowie deren religiöse Überzeugung zu respektieren… Dadurch wird dem Kind die Freiheit eingeräumt, an den religiösen Handlungen beider Eltern teilzunehmen, ohne … in einen Loyalitätskonflikt zu geraten.“ (Kindeswohl und Elternverantwortung, 2. Auflage 2000, Seite 37f)

…aber lehrt zugleich

Das heißt, dass loyale Christen keine religiöse Gemeinschaft mit jemandem haben, der aus der Versammlung ausgeschlossen wurde. … Die früheren geistigen Bande sind völlig aufgelöst worden. Das trifft selbst auf seine Angehörigen zu, auch auf die im engsten Familienkreis. … Wenn zum Beispiel dem Mann die Gemeinschaft entzogen worden ist, wird es seiner Frau und den Kindern nicht recht sein, dass er ein Familienstudium durchführt oder die Familie beim Bibellesen oder im Gebet leitet.(Unser Königreichsdienst, 8/02, Seite 3, Absatz 3-7, „Christliche Loyalität bekunden, wenn ein Verwandter ausgeschlossen ist“)

Auch wenn uns das sehr schwer fällt, müssen wir unnötigen Kontakt mit einem ausgeschlossenen Familienmitglied vermeiden — sei es telefonisch, brieflich oder über Textnachrichten, E-Mails oder soziale Netzwerke. Aber bewahre Hoffnung. Liebe „hofft alles“, auch dass jemand wieder zu Jehova zurückkehrt (1. Kor. 13:7). Beobachtest du bei einem engen Familienmitglied einen Sinneswandel, kannst du darum beten, dass er oder sie aus der Bibel Kraft gewinnt und auf Jehovas Bitte reagiert: „Kehr doch um zu mir“ (Jes. 44:22). Jesus sagte, dass wir seiner nicht würdig sind, wenn uns ein Mensch wichtiger wäre als er. Doch er war sich sicher, seine Jünger würden den Mut haben, trotz Widerstand in der Familie loyal zu ihm zu stehen. Falls die Nachfolge Jesu „ein Schwert“ in deine Familie gebracht hat, dann vertraue auf Jehovas Unterstützung (Jes. 41:10, 13). Freue dich, dass du Jehova und Jesus gefällst und sie dich für deine Treue belohnen werden.(Der Wachtturm,17.10.2016, Abs. 19-21) 

Warum wird behauptet, dass Eltern ihre Kinder so erziehen sollen, dass „eine religiös gemischte Erziehung sich positiv auswirken“ wird, und eine „nötige Toleranz“ zwischen den Eltern einzuhalten sei? Warum wird behauptet, dass so „dem Kind die Freiheit eingeräumt“ wird, an den „religiösen Handlungen beider Eltern teilzunehmen“, wenn zugleich gelehrt wird, dass bei einem Gemeinschaftsentzug die Frau ohne den Mann religiöse Handlungen ausführen muss? Warum geht die „nötige Toleranz“ verloren, die aber ein Kind durch die Eltern lernen sollte? Ist dies ehrlich, ist dies christlich?

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Die Bibel macht einen deutlichen Unterschied zwischen wahren und unwahren Glaubenslehren. Dennoch lässt Gott jedem Menschen Entscheidungsfreiheit (5. Mose 30:19, 20). Niemand sollte zu religiösen Handlungen gezwungen werden, die er für unvertretbar hält. Und niemand sollte gezwungen werden, sich zwischen seiner Familie und seinem Glauben zu entscheiden. Die Bibel bringt Familien keineswegs auseinander. Sie rät Ehepaaren unterschiedlicher Konfessionen sogar ausdrücklich zusammenzubleiben (1. Korinther 7:12, 13).(Erwachet!, 07.2009, Seite, 28 „Ist es verkehrt, wenn man den Glauben wechselt?“)

…aber lehrt zugleich

Wir reden mit Ausgeschlossenen nicht über unseren Glauben und haben keinen sozialen Kontakt mit ihnen. Im Wachtturm vom 15. Dezember 1981 hieß es auf Seite 24, dass „ein einfacher Gruß der erste Schritt zu einer Unterhaltung und vielleicht sogar zu einer Freundschaft sein kann. Möchten wir bei einem Ausgeschlossenen diesen ersten Schritt tun?“ Ist es wirklich nötig, den Kontakt völlig abzubrechen? Ja, aus mehreren Gründen … In seltenen Fällen könnten es gewisse Familienangelegenheiten zwar erfordern, dass man mit dem Ausgeschlossenen begrenzt Kontakt hat, doch sollte dieser auf ein Minimum beschränkt werden … Durch den Verlust lieb gewordener Kontakte zu Freunden und zur Familie kommt er womöglich „zur Besinnung“… Aus Herzenstreue gegenüber Jehova und seiner Organisation wird er die biblische Regelung des Gemeinschaftsentzugs nicht unterlaufen.(Bewahrt euch in Gottes Liebe, Seite 209, „Wie man sich gegenüber Ausgeschlossenen verhalten sollte“)

In der öffentlichen Erwachet! Ausgabe versucht man Menschen, die keine Zeugen Jehovas sind, glauben zu machen, dass niemand zu einer religiösen Handlung gezwungen wird und damit sich nicht zwischen seiner Familie und seinem Glauben entscheiden sollte. Außerdem würde die Bibel nicht die Familie entzweien, sondern trotz unterschiedlicher Konfession ausdrücklich lehren, dass man zusammenzubleiben soll.

Während man dieses positive Image versucht öffentlich vor anderen aufrecht zu erhalten, wird bei aktiven Zeugen Jehovas verschärft eingeprägt und sie werden dazu gezwungen, keinen Kontakt mit Ausgeschlossenen zu haben. Selbst ein Gruß wäre verwerflich! Es wird in das freie Gewissen eines Menschen eingegriffen, indem man unmissverständlich zu verstehen gibt, dass jeder, der sich nicht daran hält, es an „Herzenstreue“ gegenüber Gott fehlen lassen und damit gegen YHWH selbst sündigen würde.

Warum versucht man zwei völlig unterschiedliche Lehrgebäude aufzubauen, die sich für die jeweilige Zielgruppe absolut ändern und sich widersprichen? Wie können Menschen dazu auffordern, das Grundbedürfnis von sozialem Kontakt unter Freunden und engsten Verwandten zu verbieten? Ist das wirklich christlich? Ist das die Liebe Gottes?

Hieran sind die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels erkennbar: Jeder, der nicht Gerechtigkeit übt, stammt nicht von Gott noch der, der seinen Bruder nicht liebt. Denn das ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt, daß wir einander lieben sollten. Dadurch haben wir die Liebe kennengelernt, weil jener seine Seele für uns hingegeben hat; und wir sind verpflichtet, unsere Seele für unsere Brüder hinzugeben. Wer immer aber die Mittel dieser Welt zum Lebensunterhalt hat und seinen Bruder Not leiden sieht und dennoch die Tür seiner Gefühle innigen Erbarmens vor ihm verschließt, wie bleibt da die Liebe Gottes in ihm? Kindlein, laßt uns lieben, nicht mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit.“ (1. Johannes 3:10-11, 16-18)

Die leitende Körperschaft fordert dazu auf, Diener YHWH’s, die einen Fehltritt begangen haben, schlimmer zu behandeln als den Teufel selbst! Wieso kann man dies sagen? Als der Teufel versuchte Jesus Christus zum sündigen zu bewegen, gab er ihm Zeugnis und zeigte, was die Gebote Gottes waren – er ignorierte ihn also nicht und sprach mit ihm über den wahren Glauben (Matthäus 4:1-11). Deutlich zeigte Jesus durch seine Lehren, was wahre Nächstenliebe wirklich bedeutet:

Ihr habt gehört, daß gesagt wurde: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.‘ Doch ich sage euch: Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen, damit ihr euch als Söhne eures Vaters erweist, der in den Himmeln ist, da er seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen läßt. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Steuereinnehmer dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr da Besonderes? Handeln nicht auch die Leute von den Nationen ebenso?  Ihr sollt demnach vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“ (Matthäus 5:43-48)

Warum soll man einem Ausgeschlossenen keinen Gruß erwidern, wenn Jesus es Gebot, bei seinen Gegner zu tun, die keine Brüder sind? Wie kann es sein, dass man einen ausgeschlossenen Diener YHWH’s schlimmer behandelt als den Teufel selbst, schlimmer als seinen schlimmsten Feind, dem jeder wahre Christ mit „Liebe“ begegnen sollte? Wieso machen Zeugen Jehovas einen Unterschied zwischen ihresgleichen und anderen, wenn sie so sein wollen wie YHWH selbst, der aber keinen Unterschied macht zwischen „Böse“ und „Gute“ und „Gerechte“ und „Ungerechte“? Warum wollen sie nicht versuchen vollkommen zu handeln, so wie der himmlische Vater YHWH vollkommen handelt? Haben sie Gott nicht zum Vater?

Die Akzeptanz des Individuums über sein Gewissen bei Bluttransfusionen

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

In Bezug auf die Ablehnung der Bluttransfusion unterbreitet die antragstellende Gemeinschaft, dass es keine religiösen Sanktionen für einen Zeugen Jehovas gibt, der beschließt, eine Bluttransfusion anzunehmen.(Christliche Gemeinschaft der Zeugen Jehovas vs. Bulgarien; Council of Europe, 3. Juli 1997, Az. 28626/95)

Die Vereinbarung schließt auch die Anerkennung der Freiheit einer jeden Person ein, die von ihr gewünschte medizinische Behandlung zu wählen. … Die Bedingungen der Vereinbarung bedeuten keine Änderung der Lehre der Zeugen Jehovas.“ (Pressemitteilung der Watch Tower Bible & Tract Society vom 27. April 1998)

…aber lehrt zugleich

Nach dem Gesetz Moses, dessen Vorschriften künftige Gesetze vorschatteten, muss der Empfänger einer Bluttransfusion durch die Ausschließung oder einen Gemeinschaftsentzug vom Volke Gottes abgeschnitten werden.(Der Wachtturm, 15.03.1961, Seite 190,191)

Entfernt reuelose Missetäter aus Eurer Mitte. … Missetaten werden immer häufiger begangen und nehmen an Verderbtheit zu… . Die Heilige Schrift sagt deutlich, dass Jehova seinem Volk bestimmte Handlungen verbietet; die Brüder müssen Jehovas gerechte Maßstäbe bezüglich folgender Dinge hochhalten: … Das Versäumnis, sich des Blutes zu enthalten.(Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, Ausgabe 1991, Seite 92, 95)

Es wird versichert dass es bei einer Bluttransfusion keine religiösen Sanktionen (Strafe, Ausschluss) für einen Zeugen Jehovas geben würde, doch gleichzeitig gelehrt, dass er vom Volk YHWH’s abgeschnitten werden muss; damit einhergehend die vollständige Beschneidung von Freunden und dem gesamten Familienkreis. Wie kann man Menschen betrügen und solch unterschiedliche Aussagen treffen, wenn die Organisation sich ganz allein auf das Wort Gottes stützt und sagt, dass sie vom Geist YHWH’s geleitet wird?

Ihre Auffassung und Definition von Wahrheit

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Durch das, was wir sagen, wollen wir bestimmt den „Gott der Wahrheit“ nachahmen und nicht den „Vater der Lüge“ (Psalm 31:5; Johannes 8:44). Skrupellose Menschen mögen durch doppelzüngiges Gerede Tatsachen entstellen und andere täuschen. Doch wer seinen Nächsten belügt, liebt ihn nicht. Und Lügner haben keine Zukunft.(Der Wachtturm, 15.02.1988, Seite 4, „Was bedeutet es, ehrlich zu sein?“)

…aber lehrt zugleich

Wahrheitsliebend zu sein bedeutet natürlich nicht, dass man verpflichtet ist, jedem bestimmte Informationen preis zugeben, der danach fragt. …Treue Männer und Frauen, die in der Bibel erwähnt werden, wie Abraham, Isaak, Rahab und David waren ebenfalls klug und vorsichtig, wenn sie es mit potentiellen Feinden zu tun hatten … [und] sind es daher wert, nachgeahmt zu werden.(Erwachet!, 08.02.2000, Seite 21, „Ist eine Lüge durch irgend etwas zu rechtfertigen?)

Das Gegenteil von Wahrheit. Das Lügen schließt im allgemeinen eine Falschaussage gegenüber einer Person ein, die berechtigt ist, die Wahrheit zu wissen, mit der Absicht, sie oder jemand anders zu täuschen oder ihr bzw. dem anderen zu schaden.(Einsichten über die Heilige Schrift, Band II, Seite 236, „Lüge“)

Es ist doch sehr interessant wie man zur „Wahrheit“ eingestellt ist: Gerne wird „Wahrheit“ von der Wachtturm-Gesellschaft relativiert. Dies wird besonders deutlich, wenn sie davon spricht, dass jemand „berechtig ist, die Wahrheit zu wissen“. Was soll dies jedoch bedeuten? Wenn jemand keine Berechtigung hätte, dann dürfen wir ihn belügen? Wenn jemand nicht die volle Berechtigung hat, dann erzählen wir nur die Halbwahrheit oder lassen bewusst einige Details der Wahrheit weg? Es ist richtig dass Jesus den Begriff Wahrheit definierte, indem er zeigte, dass Gottes Wort allein die Wahrheit ist (Johannes 17:17).

Die Wahrheit kann jemand zu recht sprechen, der über alles Kenntnis hat, oder das Recht hat die Wahrheit zu definieren: Gott. Sicherlich können wir also Quellen, die von Gott inspiriert sind als vertrauenswürdig einstufen. Jedoch erkennt man leider oft, dass man sorglos mit diesem Begriff unter den Reihen der Zeugen Jehovas spielt. Wenn sie sagen, dass sie „die Wahrheit lehren“, oder „in der Wahrheit leben“, und dadurch „ein Teil der Wahrheit sind“, oder dass sie „die Wahrheit sind“, dann sagen sie im Grunde damit nur, dass sie die unvollkommenen Sichtweisen und Lehren von Menschen weitergeben, die Teil einer Organisation sind, der Wachtturm-Gesellschaft. Niemand kann die gesamte Wahrheit für sich pachten, oder für sich beanspruchen, niemand ist die Wahrheit, sondern wir können als unvollkommene Menschen versuchen, nach der Wahrheit zu leben, die Jesus durch sein vollkommenes Beispiel vorgelebt hat. Von ihm allein heißt es in der Heiligen Schrift: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben(Johannes 14:6).

Die Wahrheit versuchen auszuleben bedeutet also nicht, die Wahrheit zu sein! Dogmen und Mythen oder Lügen, werden nicht dadurch wahr, weil sie viele Menschen glauben oder danach leben. Ein Wahrheitssucher würde „die Wahrheit“ differenziert von einer Lehre betrachten, die von Organisationen oder Kirchen gelehrt wird. Eine Lehre kann richtig sein oder eine Übereinstimmung aufweisen, und damit die biblische Wahrheit über Gott verkünden, doch deswegen bleibt das Wahrheitsmodell und das menschliche Dogmamodell, das vorgibt die Wahrheit zu sein, ein Abbild und ist nicht elementar gleich zu betrachten. Beschließt beispielsweise ein Zeuge Jehovas die Organisation zu verlassen, weil dieser in einen Gewissenskonflikt kommt bzgl. den Lehren der Bibel, und dem, was die Religionsgemeinschaft lehrt, wird dieser Mensch nicht als jemand betrachtet, der einfach nur eine Organisation verlässt – mehr als das ist es tatsächlich nicht -, sondern als einer der „die absolute Wahrheit“ verlässt.

In der Gemeinde wird behauptet, dass die betreffende Person „die Wahrheit verlassen hat“, und welcher aufrichtige Mensch will mit jemanden Kontakt haben, der der Wahrheit den Rücken gekehrt hat und damit im Grunde nur noch der Lüge dienen kann? Man verurteilt also diesen Menschen, obwohl er nach biblisch geschultem Gewissen gehandelt hat und stempelt ihn als permanenten Lügner ab, völlig gleich ob dieser weiterhin ein sehr gutes Verhältnis zu YHWH, seinem Schöpfer, hat und auch weiterhin bibeltreu die Lehren Jesus Christus in seinem Leben auslebt; ein echter Nachfolger Jesus Christus ist. Es ist interessant, dass, wenn ein Mensch die Organisation aus vollster Überzeugung verlässt, dann argumentiert wird, YHWH hätte sein Volk dadurch gereinigt.

Wenn ein Wahrheitssucher und Nachfolger Jesus Christus einen Weg verlässt, weil er weiß durch die biblische Erkenntnis, dass es der falsche Pfad ist, warum sollte dies als Reinigung der Organisation gelten? Warum sind dann Älteste, die ihre Stellung missbrauchen, Heuchler, Lügner, Erpresser, Fresser und Säufer, Hurer, Ehebrecher, gar Kinderschänder in der Organisation? Von diesen reinigt YHWH sein Volk nicht weil menschliche Beweise fehlten – ist dies die neue Welt? Die theokratische Herrschaft? Das ist jetzt schon das „geistige Paradies“?

Die aus vollster Überzeugung und biblisch geschultem Gewissen nicht mehr Menschen und ihrer Organisation dienen wollen, sondern YHWH durch Christus Jesus allein und ihm näher sind, als jemals zuvor, werden als Anti-Christen bezeichnet, indem man sich fälschlicherweise auf 1. Johannes 2:18-21 stützt. Bei Betrachtung wird man feststellen, dass das Verlassen des wahren Christentums eine „anti-christliche“ Tat wäre, und nicht das Verlassen einer Organisation die die Lehren der Bibel verwässert! Eine unchristliche Behandlung wird diesen Anbetern YHWH’s von Menschen zuteil, obwohl „Gott nicht ungerecht ist, dass er die Arbeit und Liebe vergessen würde, die man seinem Namen gegenüber erzeigt hat(Hebräer 6:10).

Es ist völlig normal, dass die, die Babylon verlassen haben, geschmäht werden, denn es steht geschrieben:

Glücklich seid ihr, wann immer die Menschen euch hassen und wann immer sie euch ausschließen und euch schmähen und euren Namen als böse verwerfen um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem Tag, und hüpft; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel, denn ebenso pflegten ihre Vorväter den Propheten zu tun.“ (Lukas 6:22, 23)

Die politischen Aktivitäten als Nichtregierungsorganisation (NGO) in der UN

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Die ganze Tendenz des Völkerbundes zielt darauf hin, das Volk von Gott und von Christus wegzuwenden, und deshalb ist er ein verwüstendes Ding, das Produkt Satans und ein Gräuel in den Augen Gottes.“ … Im Laufe der Zeit wich der Völkerbund den Vereinten Nationen. Jehovas Zeugen haben schon früh aufgedeckt, dass jene von Menschen geschaffenen Friedensorganisationen in Gottes Augen abscheulich sind.(Der Wachtturm, 01.05.1999, Seite 15, Absatz 8, „Der Leser wende Unterscheidungsvermögen an“)

Im Jahr 1991 haben wir uns zu dem Zweck beim Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Vereinten Nationen (DPI) als Nichtregierungsorganisation (NGO) registrieren lassen, um in den Bibliothekseinrichtungen der Vereinten Nationen zu sozialen und wirtschaftlichen Problemen sowie zum Thema Gesundheit Nachforschungen anstellen zu können. Die Bibliothek ist schon vor 1991 viele Jahre genutzt worden, doch in diesem Jahr wurde es erforderlich, sich als NGO registrieren zu lassen. Der Registrierungantrag, so wie er eingereicht wurde und bei uns in den Akten liegt, enthielt keine Aussagen, die zu unserem christlichen Glauben im Widerspruch waren. … Dennoch enthalten die Kriterien für die Registrierung als NGO – zumindest in ihrer jüngsten Version – Formulierungen, denen wir uns nicht anschließen können. Als wir darauf aufmerksam gemacht wurden, haben wir die Registrierung sofort zurückgezogen. Wir sind davon überzeugt, dass diese Ausführungen dazu beitragen, irreführende Äußerungen von Gegnern zu begegnen.(Brief der Wachtturm-Gesellschaft an alle Ältestenschaften und Zweigkomitees vom 28. Januar 2002)

…aber lehrt zugleich

Beredsamkeit tritt häufig an die Stelle vernünftiger Argumente und lenkt die Aufmerksamkeit von unbequemen Wahrheiten ab, die nicht verheimlicht werden können. Man verfährt nach der Devise: Steck ein Haus in Brand, und während es brennt, plündere anderswo einen Laden.“ (Erwachet!, 08.12.1978, Seite 3, „Lässt du andere für dich denken?“)

In letzter Zeit erhielt die NGO-Sektion [d. h. die Sektion der Nicht-Regierungs-Organisationen der Vereinten Nationen] zahlreiche Anfragen über die Assoziierung der Watchtower Bible and Tract Society of New York mit der Hauptabteilung Presse und Information (DPI). Diese Organisation ersuchte 1991 um Assoziierung mit dem DPI, was ihr 1992 gewährt wurde. Mit Annahme der Assoziierung erklärte sich die Organisation einverstanden, einschließlich mit der Unterstützung und Achtung der Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen sowie der Verpflichtung und dem Einsatz der Mittel um ihren Unterstützern und einem breiteren Publikum wirkungsvolle Informationsprogramme über UN-Tätigkeiten zugänglich zu machen.(UN DPI, 4. März 2004; www.un.org/dpi/ngosection/doc.htm)

„Die Ausgabe eines Bibliotheksausweises ist unabhängig vom NGO-Status oder irgendeinem anderen Status. Es hat keine allgemeine Änderung der Bibliotheksausweisrichtlinien gegeben.“ (UN Library, Schreiben vom 1. März 2002)

Ist es nicht interessant zu erfahren, dass die WTG politisch als NGO in der UN aktiv war, während sie zugleich lehrt, dass dieser Friedensbund bzw. Organisation etwas Abscheuliches in Gottes Augen ist und satanisch unter Fluch steht? Noch immer ist die WTG politisch aktiv, wenn sie als „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ (OSZE) im Auftrag als NGO sich vertritt, bei Aktivitäten mitwirkt und beteiligt.

Warum lügt die Wachtturm-Gesellschaft, wenn es um die Bibliotheksnutzung geht? Warum lügt die Wachtturm-Gesellschaft, wenn es um ihre wahren Beweggründe und ihre zahlreichen Aktivitäten als NGO der Vereinten Nationen geht? Warum diffamiert sie alle Informationen, die sachlich nachweisbar sind, als „irreführende Äußerungen von Gegnern“? Natürlich gibt es keine vollkommenen Menschen und so ist auch eine Organisation von fehlbaren Individuen involviert. Wenn diese Tatsache jedoch ubiquitär realitätsnahe in den Sinn gerufen werden muss, warum fällt es zugleich so schwierig einen großen Sünde, die man im Namen YHWH’s getan hat, zu zugeben? Ist es falscher Stolz, weil man in der Geschichte viel erreicht hat? Ist gar eine gewisse Abtrünnigkeit zur Wahrheit und Liebe zu YHWH darin zu erkennen? Vergleichen wir den Maßstab, mit dem gemessen wird, wenn ein Zeuge Jehovas einen Fehler begangen hat:

Wenn nachgewiesen ist, dass jemand tatsächlich eine schwere Sünde begangen hat, sollte das Rechtskomitee folgende Faktoren berücksichtigen: …Legte er von sich aus ein Bekenntnis ab, oder musste er von anderen beschuldigt werden, bevor er sein Unrecht bekannte? …Ihr habt guten Grund, Beteuerungen der Reue sorgfältig zu prüfen, wenn sich der Betreffende nachweislich der Heuchelei, der Lüge oder der bewussten Täuschung schuldig gemacht hat. … Ist der Betreffende zur Zusammenarbeit bereit? Beantwortet er freimütig Fragen, die ihm gestellt werden? … Hat er denen, gegen die er gesündigt hat und die durch seine falsche Handlungsweise geschädigt wurden, Wiedergutmachung geleistet bzw. sich dazu bereit erklärt oder sich bei ihnen entschuldigt?“ (Gebt acht auf euch selbst und die ganze Herde, S. 114 ff)

Warum verlangt die Führung der Zeugen Jehovas ein demütiges Verhalten verbunden mit echter Reue bei einer schweren Sünde, aber selbst hält sie sich nicht daran? Ist dieses Verhalten wirklich biblisch als auch moralisch vertretbar – Wasser predigen, doch Wein trinken? Wie kann YHWH einen „treuen und verständigen Sklaven“ beauftragt haben, der Dinge wider dem Geist Gottes tut? Müsste man bei einem reuelosen Verhalten während man schwer gegen YHWH gesündigt hat, nicht so verfahren, wie mit reuelosen Zeugen und sie deshalb ausschließen und von dem Volk YHWH’s trennen? Wie kann Gottes Segen auf ihr Werk noch ruhen, wenn sie trotz ihrem Vergehen weiter tun und lassen können, was sie wollen, ohne für ein unchristliches Verhalten Rechenschaft ablegen zu müssen? Weitere Informationen beinhaltet das Thema: Die Wachtturm-Gesellschaft und Vereinten Nationen.

Das eigene Gewissen und Verstand – Umgang mit Andersdenkenden

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Zu den Taktiken, die angewandt werden, um deinen Geist im Sturm zu erobern, gehören die Tyrannei der Autorität, andere lächerlich machen, beschimpfen, verleumden, verunglimpfen und sarkastische Bemerkungen über sie fallen lassen. Stichhaltige Beweise, verstandesmäßige Überlegungen, Logik? Das sind die schlimmsten Feinde des Propagandisten. Er legt es deshalb darauf an, die Vernunft auszuschalten und die Emotionen anzuheizen.(Erwachet!, 08.12.1978, Seite 4, „Lässt du andere für dich denken?“)

Ein aufgeschlossener Mensch ist frei von Vorurteilen. Das Wort Vorurteil wird in einem englischsprachigen Wörterbuch wie folgt definiert: „eine … vorgefasste negative Meinung“. … „Ohne genaue Prüfung der Tatbestände“ zu entscheiden oder eine „unüberlegte, ungerechte Entscheidung“ zu fällen verrät einen Mangel an Aufgeschlossenheit. Ein aufgeschlossener Mensch dagegen … ist bereit, sich unvoreingenommen mit Neuem zu beschäftigen und es zu beurteilen. Wir können zu gut begründeten, definitiven Schlussfolgerungen kommen, wenn wir das, was wir für wertvoll erachten, annehmen und Wertloses ablehnen, gleichzeitig aber für Korrekturen aufgeschlossen bleiben, die aufgrund zusätzlichen Aufschlusses, den wir später erhalten mögen, notwendig werden. Die Meinung, man wisse alles, hindert einen mit Sicherheit daran, etwas hinzuzulernen.(Erwachet!, 22.02.1985, Seite 3-4, „Bist du aufgeschlossen oder unzugänglich?“)

Lernen wir, zwischen rechtmäßigen Angriffen auf das Gesagte und unrechtmäßigen Angriffen auf die Person zu unterscheiden. Lassen wir uns nicht durch das Herausstellen von Autorität, durch die Aufforderung, mit der Masse zu gehen, durch Entweder-oder-Denken oder durch zu grobe Vereinfachung täuschen — besonders wenn es um etwas so wichtiges wie religiöse Wahrheit geht.(Erwachet!, 22.05.1990, Seite 14, „Fünf übliche Irreführungen, vor denen man sich in acht nehmen sollte“)

…aber lehrt zugleich

Es gibt jedoch einige, die darauf hinweisen, dass die Organisation in gewissen Punkten Änderungen vornehmen musste. Deshalb sagen sie: „Das zeigt, dass wir uns selbst eine Meinung über das bilden müssen, was wir glauben sollten.“ Das ist unabhängiges Denken. Warum ist es so gefährlich? Solches Denken ist ein Zeichen von Stolz. Die Bibel sagt: „Stolz geht einem Sturz voraus und ein hochmütiger Geist dem Straucheln“ (Sprüche 16:18). Wenn wir auf den Gedanken kommen, wir wüssten es besser als die Organisation, sollten wir uns fragen: „Wo haben wir die biblische Wahrheit ursprünglich kennen gelernt? Würden wir den Weg der Wahrheit kennen, wenn uns nicht die Organisation angeleitet hätte? Kommen wir ohne die Anleitung der Organisation Gottes aus?“ Nein, das ist uns nicht möglich. (Vergleiche Apostelgeschichte 15:2, 28, 29; 16:4, 5.)(Der Wachtturm 15.04.1983, Seite 27, Abs. 19-20, „Ausgerüstet für den Kampf gegen böse Geister“)

Aber in Gottes Organisation herrscht kein unabhängiges Denken vor, und wir haben gute Gründe, den Männern zu vertrauen, die unter uns die Führung übernehmen.(Der Wachtturm, 15.09.1989, Seite 23, „Gehorcht denen, die die Führung übernehmen“)

Die Bibel ermuntert dazu, den Verstand volleinzusetzen, allerdings nicht ungezügelt.(Erwachet!, 08.06.1994, Seite 21, „Ist die Bibel gegen Gedankenfreiheit?“)

Während man lehrt, dass bei „religiöser Wahrheit“ es wichtig ist, sich nicht von der Masse oder dem Denken anderer beeinflussen zu lassen, dass man vorurteilsfrei und objektiv zu Wissen immer eingestellt sein sollte, wird auf der anderen Seite verlangt, der Führung der Zeugen Jehovas blind Folge zu leisten. Es wird auf das Schärfste verurteilt, dass es kein unabhängiges Denken in der Organisation geben darf, und man sogar seinen Verstand zu zügeln hat!

Dies ist interessant: Während wir in Gottes Wort dazu aufgefordert werden, „Begierden des Fleisches“ und unsere „Zunge“ zu zügeln, geht die „Organisation Gottes“ soweit zu sagen, dass man seinen gottgemäßen Verstand nicht ungezügelt gebrauchen sollte. Mit anderen Worten bedeutet dies: Begrenze deinen Verstand, begrenze deine Intelligenz, baue deine Gedanken nicht weiter aus, bleibe begrenzt ungebildet und dumm; wir sagen dir, was du zu wissen hast, und was du nicht wissen darfst – vertraue darauf allein! Außerdem wird behauptet, dass nur durch Menschen es möglich sei, die Bibel verstehen zu lernen; ist dies jedoch biblisch?

In Jeremia 17:5; Psalm 118:8; 146:3 und 62:8, 9 wird dazu dringlich aufgefordert, keinem Menschen zu vertrauen, sondern YHWH allein! Die, die sich auf Menschen verlassen würden zugleich unter einem Fluch stehen; der Mensch wird als eine „Lüge“ bezeichnet. Jesus lehrte außerdem in Johannes 14:26 und 16:13 das der heilige Geist Menschen anleiten wird, die Wahrheit würde durch Gottes Kraft gelehrt werden, er würde die wichtigen Dinge der Wahrheit verkünden und offenbaren, so wie es auch in 1. Johannes 2:26, 27 deutlich gelehrt wird, und nicht durch ein Mensch oder eine Organisation! Die Juden in Beröa wurden ausgerechnet dafür gesegnet, weil sie nicht einfach einer Führung, zu dieser Zeit Paulus, nachgefolgt sind, sondern anhand des Wortes Gottes überprüft haben, ob die Lehre von Menschen, mit den Lehren Gottes, mit den Lehren Christi übereinstimmte (Apostelgeschichte 17:11).

Warum will die Führung eine graue Masse an Christen formen, die blind anderen Menschen folgen und kein unabhängiges Denken haben dürfen? Warum versucht man das Denken von Menschen einzuschränken, zu manipulieren, nach menschlichen Vorstellungen, die aus den Publikationen hervor geht, zu zügeln und kontrollieren? Warum werden biblische Maßstäbe übergangen, wenn man zugleich lehrt, das Glaubensfundament stütze sich allein auf die Bibel und nicht auf die Überlieferung von Menschen?

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Sie brachten mit aller Gewalt eine Stimme zum Schweigen, die auf verschiedene Irrtümer ihrer unbiblischen Glaubensansichten aufmerksam gemacht hatte. … Leider tritt eine solche Haltung noch heute in verschiedenen Formen zutage. Dies ist ein ernüchterndes Beispiel dafür, was geschieht, wenn Geistliche Intrigen spinnen, die die Gedankenfreiheit und die freie Meinungsäußerung behindern.(Wachtturm 15.02.2000, Seite 29, „Kyrillos Lukaris — Ein Mann, dem die Bibel lieb und teuer war“)

…aber lehrt zugleich

Heute werden einige Personen zu Murrenden, weil sie zulassen, dass sich in ihrem Herzen eine geistig zersetzende Einstellung entwickelt. … Das Murren und Klagen kann bei ihnen sogar so weit gehen, dass sie Veröffentlichungen des ‘treuen Sklaven’ kritisieren.(Der Wachtturm, 15.06.1996, Seite 21, „Segnungen oder Flüche — Vorbilder für uns heute“)

Während man Menschen lobt, weil sie auf der Suche nach biblischer Wahrheit auf Widerstand von der Führung und Geistlichkeit ihrer Kirche gestoßen sind, verurteilt man Wahrheitssucher, die Zeugen Jehovas sind, als „Murrende“ und Kritiker. Warum heißt man es bei Menschen die einen anderen Glauben angehören für gut, wenn sie auf Irrtümer von unbiblischen Glaubensansichten stoßen und diese verkünden, während man in den eigenen Reihen solche Menschen degradiert, oftmals durch eine Exkommunikation? Warum wird mit unterschiedlichem Maß gemessen? Ist das ein vertraulicher Umgang mit der biblischen Wahrheit? Ist das wirklich christlich, ein Musterbeispiel dafür, dass man seine Feinde liebt, so wie es Jesus in Matthäus 5:44 lehrte und als Zeichen seiner wahren Nachfolger kennzeichnete?

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Die ersten Waldenser meinten, es sei nicht notwendig, zur Anbetung Gottes in ein Kirchengebäude zu gehen. Sie versammelten sich heimlich in Scheunen, Privatwohnungen oder wo immer sie konnten. Dort studierten sie die Bibel …. Die ersten Waldenser aber, obwohl sie angeklagt wurden, „Ketzer“ zu sein, suchten in Wirklichkeit aufrichtig nach der Wahrheit und waren Pioniere im Übersetzen und im Lehren der Bibel … . … Sie lebten … offensichtlich gemäß der Erkenntnis, die sie aus Gottes Wort gewonnen hatten. … Natürlich kennt nur „Jehova . . . die, die ihm gehören.(Der Wachtturm, 01.11.1981, Seite 15, „Die Waldenser — Ketzer oder Wahrheitssucher?“)

…aber lehrt zugleich

Billigt es der „treue und verständige Sklave“, wenn sich Zeugen Jehovas eigenständig zusammentun, um biblische Themen zu untersuchen und zu debattieren? Nein. Dennoch haben sich einige zusammengetan [und] …beschäftigen [sich] gemeinsam mit anderen eingehend mit dem biblischen Hebräisch und Griechisch, um die Genauigkeit der Neuen-WeltÜbersetzung zu überprüfen. Andere erforschen wissenschaftliche Themen, die mit der Bibel zu tun haben. …Der „treue und verständige Sklave“ [billigt] keine Literatur, keine Websites und keine Treffen, die nicht unter seiner Leitung hergestellt oder organisiert werden.“ (Unser Königreichsdienst, 2007/09, Seite 3, Fragekasten)

Die ersten Waldenser dienen dem Wachtturm als Musterbeispiel dafür, was es bedeutet, wenn man sich alleine versammelt, und die biblische Wahrheit aus Gottes Wort untersucht, die Bibel übersetzt und als Pioniere verkündigt, während man es nicht billigt, wenn Zeugen Jehovas sich im kleineren Rahmen sich zusammentun um biblische Thematiken zu untersuchen, Griechisch und Hebräisch zu lernen oder sein Wissen über wissenschaftliche Kenntnisse und der Wahrheit durch Literatur, Websites oder einem Treffen zu veröffentlichen. Wie kann es sein, dass man Menschen lobend erwähnt, die es nur als „Wahrheitssucher“ um die Wahrheit geht, hingegen es bei den eigenen Anhängern untersagt wird? Die leitende Körperschaft stellt Jesus Christus als Lügner und Verleumder hin, wenn er selbst lehrte:

Wieder sage ich euch in Wahrheit: Wenn zwei von euch auf der Erde in bezug auf irgend etwas Wichtiges, worum sie bitten sollten, übereinkommen, so wird es für sie von meinem Vater im Himmel aus geschehen.  Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.(Matthäus 18:19, 20)

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Aber selbst gebildete, intellektuell anspruchsvolle Personen fallen einer Form der Propaganda zum Opfer, die unfair und unsachlich ist. Diese Form der Propaganda tut den Standpunkt eines Andersdenkenden mit einer überlegenen Geste ab und behandelt ihn als bemitleidenswert, als einen Standpunkt, der keine Beachtung verdient.(Erwachet!, 08.12.1978, Seite 4, „Lässt du andere für dich denken?“)

…aber lehrt zugleich

Wer sich noch eingehender mit der Bibel beschäftigen möchte, könnte sich mit [den Veröffentlichungen der Wachtturm-Gesellschaft] befassen. … Sie enthalten für das Bibelstudium und zum Nachdenken mehr als genug Stoff.(Unser Königreichsdienst, 2007/09, Seite 3, Fragekasten)

Es ist unglaublich! Während in der öffentlichen „Erwachet!“ Ausgabe damit propagiert wird, wie falsch es doch wäre den Standpunkt von Andersdenkenden abzutun durch überlegenden Gesten oder ihn bemitleidenswert titulierte, und ihn keine Beachtung und Aufmerksamkeit zu schenken, wird involvierten und aktiven Mitgliedern – der Königreichsdienst ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich – gepredigt, dass die Publikationen des „treuen und verständigen Sklaven“ allein ausreichen würde und man sich damit nicht mit anderem Gedankengut auseinander setzen müsste. Warum dieses Verwirrspiel von unterschiedlichen Ansichten und Lehren, angepasst an die jeweilige Zielgruppe? Ist dies die neutrale und wahrheitsvolle, moralisch richtige Lehre? Ist dies ein vertrauenswürdiger Umgang mit der biblischen Wahrheit? Ist das wirklich ehrlich? Sollte ein Christ nicht vorurteilsfrei die Wahrheit prüfen dürfen, und über das, was andere dazu sagen?

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Wer die Wahrheit lehrt, darf zum prüfen gegnerischer Lehren [Literatur] auffordern, weil er die Zuversicht hat, dass die Wahrheit siegt.(Trost, 15.01.1946)

…aber lehrt zugleich

„Ich nehme Ihre Schriften wenn Sie meine nehmen.“ Dieser Vorschlag ist uns im Dienst vielleicht auch schon gemacht worden. Doch wie können wir taktvoll darauf reagieren, weil wir unsere Bibelstudienhilfsmittel ja nicht gegen religiöse Schriften eintauschen möchten, in denen Irrtürmer verbreitet werden?“ (Unser Königreichdienst, September 2013)

Werden wir also Abtrünnigen zuhören, ihre Veröffentlichungen lesen oder uns im Internet mit ihren Websites befassen? Wer Gott und die Wahrheit liebt, wird das nicht tun.“ (Der Wachtturm, 15.01.2006, Seite 23, „Gebt dem Teufel nicht Raum“)

Die Wahrheit wird immer siegen! Wieso wird damit geworben, dass gegnerische Literatur zu prüfen ist, hingegen man Veröffentlichungen von anderen Menschen im Haus zu Haus Dienst oder im Internet ablehnt, da sie von sogenannten „Abtrünnigen“ sein könnten, und alles „religiöse Irrtümer“ seien? Welcher Mensch hat das Recht, seinen Mitmenschen zu richten?

Hört auf zu richten, damit ihr nicht gerichtet werdet; denn mit dem Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird man euch messen. Warum schaust du also auf den Strohhalm im Auge deines Bruders, beachtest aber nicht den Balken in deinem eigenen Auge? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ‚Erlaube mir, den Strohhalm aus deinem Auge zu ziehen‘, wenn, siehe, ein Balken in deinem eigenen Auge ist? Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge, und dann wirst du klar sehen, wie du den Strohhalm aus deines Bruders Auge ziehen kannst.(Matthäus 7:1-5).

Paulus bekräftigt, dass jede Höhe, jede Vernunft, jeder Gedanke, der nicht Christus gehört, der nicht ein Teil der Wahrheit ist, durch den Geist Gottes für den Herrn umgestoßen und gefangen wird (2. Korinther 10:3-5). Wer Gott und die Wahrheit liebt, wird vielmehr immer prüfen, ob er noch ein Teil der Wahrheit ist (2. Korinther 12:5-6). Wovor hat die Führung der Zeugen Jehovas so panische Angst? Wieso warnt sie ihre Mitglieder davor, nicht die Argumentationen zu prüfen, indem sie die Aussagen und erarbeiteten Wissenschaften von anderen untersucht und ggf. mit dem eigenen Weltbild aufnimmt, wenn diese der universalen Wahrheit entsprechen? Wollen sie den Mitgliedern etwas verheimlichen? Wissen sie, dass andere sie anhand des Wortes Gottes als Lügner entlarven können? Ist diese Gedankenkontrolle und Manipulation wirklich biblisch?

Das ausdrückliche Verbot Zivildienst zu leisten

Die Wachtturm-Gesellschaft verantwortet sich nicht für ihre Vergangenheit und gibt den einzelnen Mitgliedern die gesamte Schuld. Diese Bewusstseinskontrolle manipuliert das einzelne Opfer und soll ihm weiterhin die Unfehlbarkeit einer vergangenen Lehre bzw. der Quelle glaubhaft machen. Schriftlich festgehaltene Ansichten, die viele in die Irre führten, lassen sich nicht einfach wegleugnen. Wie schnell werden aus „offensichtlichen und unleugbaren Tatsachen“, „biblischen Wahrheiten, die über jeden Zweifel erhaben sind“, am Ende nur die „übertriebenen Erwartungen einiger Zeugen.“

Frühere Ansichten die sich auf alle beziehen

Der Christ verweigert auch den Zivildienst... . In Wirklichkeit würde er durch diesen Dienst ein Teil der Welt werden, Jesus aber gebot, sich von der Welt getrennt zu halten.(Erwachet!, 08.03.1975, Seite 23-24, „Niederlande: Jehovas Zeugen aus dem Gefängnis entlassen!“)

Heutige Ansichten die sich auf einige beziehen

In der Vergangenheit haben einige Zeugen Jehovas leiden müssen, weil sie eine Tätigkeit ablehnten, die ihr Gewissen heute zulassen würde.(Der Wachtturm, 15.08.1998, Seite 17, „Unsere Zuversicht gegenüber Gottes Gerechtigkeit festigen“)

Während man lehrte, dass jeder wahre Christ die Pflicht hat den Zivildienst zu verweigern, weil er damit in Wirklichkeit ein Teil der Welt sei, von der Jesus gebot sich stets getrennt zu halten, redet man sich nach einigen Jahre raus, indem behauptet wird, dass der einzelne Zeuge Jehovas selbst daran die volle Schuld zu tragen hat, weil er sich an die Lehre der Wachtturm-Gesellschaft gehalten hat. Wie kann es sein, dass die leitenden Körperschaft ein menschliches Dogma bildet, an der sich jeder Christ zu halten hat, wenn er ein Zeuge Jehovas bleiben möchte, später man sich aber rausredet und lehre, dass der einzelne Anhänger alleinige Schuld am Leidensweg trägt?

Harmagedon: Das Jahr 1975

Frühere Ansichten…

Sollten wir… annehmen, dass im Herbst 1975 die Schlacht von Harmagedon vorüber sein…wird? Vielleicht… . Der Unterschied mag höchstens einige Wochen oder Monate, keinesfalls Jahre ausmachen. … Es ist nicht an der Zeit, mit dem Gedanken zu spielen, Jesus habe ja gesagt: „Von jenem Tag oder jener Stunde hat niemand Kenntnis… .(Der Wachtturm 15.11.1968, Seite 691)

Doch werden bestimmt welche sagen: … Die Gesellschaft … hat doch auch gesagt „es könnte sein“. Und das ist eigentlich eine Verfälschung des Sachverhalts! Wenn wir vom Jahre 1975 sprechen und … dass in diesem Jahr 6000 Jahre menschlicher Geschichte zu Ende sind, dann [hat] … die Gesellschaft nicht den geringsten Zweifel…! [Hat] … die Gesellschaft gesagt… „es könnte sein“…? Das hat sie nie gesagt! Das steht außer Zweifel fest! Wie kommt es…, dass wir diesbezüglich Zweifel hegen? Trauen wir dem Sklaven nicht mehr?Wenn … 1975 im Frühjahr die 1000 Jahre beginnen, dann dürfen wir doch wohl annehmen…, dass Harmagedon dann nicht nach dem stattfindet, … das gibt’s nicht. Das wissen wir doch wohl…!(Vortrag von Konrad Franke, Leiter des deutschen Zweiges der Wachtturmgesellschaft; am 20. Januar 1968 in Hamburg)

Das Ende des Systems ist so nahe… .Es erreichen uns Berichte von Brüdern, die ihre Häuser und Eigentum verkauft haben und planen den Rest ihrer Tage in diesem alten System im Pionierdienst zu verbringen. Das ist sicherlich eine schöne Art die verbleibende Zeit zu verbringen, bevor dieses böse System endet.(Unser Königreichsdienst (englische Ausgabe), Mai 1974)

…was danach gelehrt wurde

[Es] wurden erhebliche Erwartungen bezüglich des Jahres 1975 geweckt. Es wurde damals und auch später erklärt, dies sei lediglich eine Möglichkeit.(Der Wachtturm, 15.06.1980, Seite 17, „Wähle den besten Lebensweg“)

Es ist aber nicht ratsam, unser Augenmerk auf ein bestimmtes Datum zu richten und alltägliche Dinge zu vernachlässigen, die wir als Christen normalerweise tun würden oder die wir und unsere Familie wirklich brauchen. … Falls jemand enttäuscht worden ist, weil er nicht diese Einstellung hatte, sollte er sich jetzt bemühen, seine Ansicht zu ändern, und sollte erkennen, dass nicht das Wort Gottes versagt oder ihn betrogen und enttäuscht hat, sondern dass sein eigenes Verständnis auf falschen Voraussetzungen beruhte.(Der Wachtturm, 15.10.1976, Seite 633 „Eine sichere Grundlage für unser Vertrauen“)

Während man in den Publikationen darauf aufmerksam machte, dass das Ende im Jahr 1975 stattfinden wird, und jeder der an diesem Jahr Zweifel hegt den Sklaven misstraut, und damit YHWH, ja die, die keine Zweifel hegten sogar alles verkauften was sie hatten, wurde nach dem Ausbleiben von Harmagedon schöngeredet, dass es letztendlich nur eine „Möglichkeit“ war und das der einzelne, betrogene Zeuge Jehovas selbst daran die volle Schuld trägt, weil „sein eigenes Verständnis auf falschen Voraussetzungen beruht!“ Stellen wir uns so aufrichtige Diener YHWH’s vor, einen eingesetzten Sklaven YHWH’s, der für sein eigenes Fehlverhalten nicht die Verantwortung tragen will, sondern den einzelnen Mitgliedern die volle Schuld zuweist?

Harmagedon: Das Jahr 1925

Frühere Ansichten…

Wir erwarten mit voller Gewissheit, dass die jetzige große Drangsal … im Jahre 1925, etwa im Herbst, ihren furchtbaren Höhepunkt erreicht und alsdann zum endgültigen Abschluss kommen wird. Wir erwarten mit absoluter Zuverlässigkeit die nach der Drangsal beginnende Auferstehung…(Das goldene Zeitalter, 15. März 1924)

Dadurch, dass die Chronologie … göttlichen Ursprungs ist und von Gott bestätigt wurde, bildet sie eine Kategorie für sich allein, als absolut und uneingeschränkt zutreffend.(The Watch Tower, 15. Juli 1922)

…was danach gelehrt wurde

Einige erwarteten, dass das Werk im Jahre 1925 enden würde, aber der Herr sagte das nicht. Das Problem war, dass die Freunde ihre Vorstellungen gegen jede Vernunft aufblähten…(The Watchtower 1926, Seite 232)

Das Jahr 1925 war für viele Brüder ein trauriges Jahr. Einige strauchelten; ihre Hoffnungen waren enttäuscht worden. Sie hatten gehofft, dass einige der ,alttestamentlichen Überwinder‘ auferstehen würden. Statt dies als eine ,Wahrscheinlichkeit‘ anzusehen, lasen sie hinein, dass dies mit ,Sicherheit‘ kommen würde(Jahrbuch der Zeugen Jehovas, 1975, Seite 145, „Vereinigte Staaten von Amerika (Teil2)“)

Einige haben Gedanken in den… Wachtturm hineingelesen, die gar nicht darin standen… .Aber wir erinnern alle unsere Leser wieder daran, dass nicht wir irgend etwas über die Zeiten der Nationen prophezeit haben…, noch über die herrliche Epoche, die dieser Katastrophe folgen wird. … Einige geben jedoch positive Erklärungen über Dinge ab, die sie wissen, und über Dinge, die sie nicht wissen. Wir folgen niemals diesem Beispiel…(Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, Seite 52, 53)

Das Jahr 1925 wurde als Tatsache gelehrt, dass mit „absoluter Zuverlässigkeit“ man darauf vertrauen kann, das die große Drangsal, Harmagedon, beginnt. Man betrachtete die Chronologie als „absolut und uneingeschränkt zutreffend“. Während überzeugte Jehovas Zeugen daran glaubten, weil sie zugleich damit dachten, dass YHWH durch seinen „treuen und verständigen Sklaven“ spricht, versucht man die Schuld für diese Vergehen an falscher Prophetie einzelne Gläubigen anzuhängen, und behauptet, sie hätten „Gedanken in den Wachtturm hineingelesen, die gar nicht darin standen“. Ist dies das demütige Verhalten von treuen Männern und Dienern YHWH’s, die nicht zugeben wollen, dass sie gegen Gott selbst gesündigt haben? Ist dies das biblische Verhalten von Menschen, die vorgeben, wahre Nachfolger Jesu Christis zu sein und in Gottes Namen eingesetzt wurden? Weitere Informationen beinhaltet das Thema: Jehovas Zeugen – Falsche Propheten.

Beweise, Tatsachen und Glaubensansichten

Frühere Ansichten…

Ein weiterer Beweis dafür ist, dass 1799 deutlich der Beginn der „Zeit des Endes“ ist. … Die Tatsachen zeugen, dass das Jahr 1914 das Ende der Zeiten der Nationen bezeichnet und darum auch das Ende der Welt.(Schöpfung, Seite 300-301, 310-311)

…was danach gelehrt wurde

Wir haben niemals behauptet, dass unsere Berechnungen unfehlbar seien. Wir haben niemals gesagt, dass dieselben sich auf Wissen, auf unbestreitbare Beweise, Tatsachen oder Erkenntnis gründen; wir haben vielmehr darauf bestanden, dass sie sich auf Glauben gründen.(The Watch Tower, März 1914, Seite 41, 42)

Von „weiterer Beweis“ ist die Rede, wenn es um das Jahr 1914 geht, und das Ende der Zeiten der Nationen, behauptete jedoch zugleich, dass niemand gesagt hätte, dass die Berechnung unfehlbar sei. Wenn man ein Datum als „Beweis“ anführt, wie kann man sich dann geirrt haben? Ist ein Beweis keine feste Tatsache? Warum dieser Widerspruch? Wie ist dieses unchristliche Verhalten zu erklären?

1914 und die Generations-Lüge

Die Wachtturm-Gesellschaft lehrt…

„Diese“ Generation, von der die Rede ist, ist freilich in erster Linie diejenige der Zeitgenossen unseres Herrn, aber in zweiter Linie diejenige, welche die Zeichen seiner Gegenwart gesehen haben würde.(Schriftstudie Band 4: Der Krieg von Harmagedon, 1926, Seite 482)

Die unwiderlegliche Schlußfolgerung ist deshalb, daß Jesus sich auf die Neue Schöpfung [Anm: die Gesalbten] bezog, als er sagte: „Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles dieses geschehen ist.“ Dies würde somit ein starkes Anzeichen dafür sein, daß einige Glieder der Neuen Schöpfung zur Zeit von Harmagedon auf der Erde sein werden.(Der Wachtturm, 15.03.1927, Seite 95)

Gebrauchte Jesus das Wort „Generation“ in symbolischen Sinne? Nein, wir sollten nicht annehmen, daß das Wort „Generation“ in diesem Text symbolische Bedeutung habe, daß es sich z.B. nur auf die Glieder des geistigen Leibes Christi beziehe… Daß sich der Ausdruck „Generation“ in Matthäus 24:34 (NW) nicht auf eine symbolische „Generation“ von gesetzlosen Menschen bezieht, zeigt auch der vorangehende Vers… Die Generation, die im Jahre 1914 lebte, von der Millionen Menschen jetzt noch am Leben sind, wird leben, wenn das Ende kommt.(Erwachet!, 08.12. 1962, Seite 27)

Für Menschen ohne biblisches Verständnis erscheint das Zeichen der Gegenwart Jesu heute gewiss nicht „in auffallender Weise“, sodass „man es beobachten könnte“. … Die neuzeitliche Johannes-Klasse, die treuen gesalbten Brüder Christi, haben dagegen das Zeichen erkannt, als wäre es ein Blitz, und haben dessen wahre Bedeutung verstanden. Als Klasse bilden diese Gesalbten die neuzeitliche „Generation“ – im Sinne von Zeitgenossen -, die nicht vergehen wird, „bis alle diese Dinge geschehen. * Die Zeit, in der „diese Generation“ existiert, scheint dem Zeitraum zu entsprechen, über den sich die erste Vision im Bibelbuch Offenbarung erstreckt (Offb. 1:10 bis 3:22). Dieser Abschnitt des Tages des Herrn dauert von 1914 bis der letzte treue Gesalbte gestorben und auferweckt worden ist. (Siehe Die Offenbarung – Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!, Seite 24, Absatz 4.)(Der Wachtturm, 15. Februar 2008 Seite 24 — „Diese Generation“)

…doch die Bibel lehrt und die Zeit beweißt

Seit dem Jahre 1914 sind bereits über 100 Jahre vergangen. Um als Christ, der seine Anbetung und Rolle kennt und sich Gott hingegeben hat, als solcher bewusst zu sein und das Zeichen des Herrn deutlich zu sehen, auch zu empfangen, bedarf es eines gewissen Alters oder Reife. Babys, die im Mutterleib heranwachsen, oder auch kleine Kinder sind sich dessen nicht bewusst – können es auch nicht sein. Diese Dinge sehen oder empfangen können die, die sich durch Hingabe und Taufe Gott durch Christus hingegeben haben und durch den Geist Gottes belehrt werden. Demnach wären diese Personen, die das Zeichen gesehen haben, bereits weit über 100 Jahren an Alter fortgeschritten und damit tot. Die Generation [griechisch: geneá], die auf keinen Fall vergehen soll – so lauten die Worte des Herrn – ist vollständig vergangen und von der Erdoberfläche verschwunden.

1. Christen kennen keine „Zeiten und Zeitabschnitte“. (Apostelgeschichte 1:6,7; 1. Thessalonicher 5:1,2)

2. Das Zeichen der letzten Tage würde die Generation erleben und nicht vergehen, bis alle Zeichen geschehen sind – 1914 kann nicht der Anfang der „Endzeit“ sein. (Matthäus 24:32-35; Markus 13:28-31; Lukas 21:29-33)

3. Christus wurde direkt nach seinem Tod ALLE Gewalt und Herrschaft für Himmel und Erde gegeben – dies geschah nicht 2000 Jahre später, im Jahre 1914! (Matthäus 28:18; 11:27; Epheser 1:20,21; Philipper 2:9,10)

4. Die Entsiegelung des göttlichen Geheimnisses zur wahren Erkenntnis und predigt im 1. Jahrhundert. (Offenbarung 22:10)

5. Das Fundament der Berechnung der Zeiten ist eine satanische Lehre. (Matthäus 7:21-23; 24:23-28; Markus 13:21-23; 1. Johannes 4:1)

Das Jahr 1914 hat sich als eine Lüge erwiesen; die Generation ist vollständig vergangen und die verheißene, neue Welt blieb bis heute aus! Während man sich sicher war, dass die Generation nicht vergehen wird, berücksichtigte man bewusst nicht, das Jesus lehrte, dass wahre Christen „keine Zeiten und Zeitabschnitte“ kennen:

Was nun die Zeiten und die Zeitabschnitte betrifft, Brüder, braucht euch nichts geschrieben zu werden. Denn ihr selbst wißt sehr wohl, daß YHWH’s Tag genauso kommt wie ein Dieb in der Nacht.(1. Thessalonicher 5:1, 2)

Wenn über die Zeiten und Zeitabschnitte nichts mehr geschrieben werden brauch, warum gibt es dann so viele Publikationen, die oftmals von Zeiten und Zeitabschnitten sprechen, sowie deren falschen Erklärungen, die man heute als Lüge betrachten muss? Wenn man dieses Gebot als Christ aufgelebt bekommen hat, wieso meint man dann, Voraussagen und Prophezeiungen machen zu können bzgl. der „Zeit des Endes“, die ein „Zeitabschnitt“ ist?

In 2. Thessalonicher 2:1, 2 wird ebenfalls von den Aposteln gewarnt, dass jeder wahre Christ keine Äußerung machen würde, wann der Tag YHWH’s kommen würde; nur falsche Christen würden durch solche Äußerungen versuchen, die wahren Nachfolger Jesus irre zu führen:

Wir bitten euch jedoch, Brüder, in bezug auf die Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus und unser Versammeltwerden zu ihm hin, euch nicht schnell erschüttern und dadurch von eurem vernünftigen Denken abbringen noch euch aufregen zu lassen, weder durch eine inspirierte Äußerung noch durch eine mündliche Botschaft, noch durch einen Brief, angeblich von uns, in dem Sinne, daß der Tag YHWH’s hier sei.(2. Thessalonicher 2:1, 2)

Wenn Christus noch buchstäblich mit seinem Leib auf der Erde wäre, müsste er die leitende Körperschaft, die sich als sein „Vertreter auf Erden“ ausgibt, rügen und sagen: Hört endlich auf falsch zu prophezeien, falsche Vorhersagen in meines Vaters Namen zu machen, denn „es ist nicht eure Sache, über die Zeiten oder Zeitabschnitte Kenntnis zu erlangen, die der Vater in seine eigene Rechtsgewalt gesetzt hat(Apostelgeschichte 1:7). Es ist sehr traurig, dass ausgerechnet die Menschen, die so sehr darauf bedacht sind den Namen YHWH’s zu würdigen und zu heiligen, ausgerechnet die Menschen sind, die durch diese bewussten Gesetzesbrüche durch falsche Prophetie und der hundertjährigen Generationslüge den meisten Schmach auf diesen bringen! Wie sieht YHWH es, wenn er mit ansehen muss, dass Menschen, die vorgeben seine wahren Namensträger zu sein, derartige Dinge in seinen Namen tun? (Siehe auch: 1914 – die Kontroverse)

Überdies: Die 1914-Lüge hat zum Unglauben einiger Christen geführt, die auf Menschen allein vertraut haben, doch Spendengelder hat die Wachtturm-Organisation gern abkassiert, und gern sah man es, wenn es Menschen gibt, die die eigene Religion überall verbreiten und so die Popularität wächst, was zu neuen Anhängern und damit neuen Spendengeldern führt – ganz gleich ob eine Lehre richtig oder falsch war. Wer hätte gedacht, dass die Wachtturm-Organisation zu den 10 reichsten Unternehmen ganz Amerikas gehört? Aber natürlich giert man nach mehr Spendengeld, und fordert, trotz des Übermaßes, oft in den Publikationen oder den Kongressen dazu auf, eine „freiwillige“ Spende zu leisten. Zudem kommt hinzu, dass Menschen in ihren Testamenten oftmals, sofern sie treue Zeugen Jehovas sind, ihr ganzes Hab und Gut der Organisation verschreiben, und so der Geldkrake mehr Reichtum in den Rachen gesteckt wird. Was lehrte Jesus diesbezüglich?

Niemand kann ein Sklave zweier Herren sein; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird sich zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Sklaven Gottes und des Reichtums sein.(Matthäus 6:24)

Militärische Pflichterfüllung

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Die zwei Weltkriege unseres Jahrhunderts brachen beide in Ländern der Christenheit aus und kosteten 50 bis 60 Millionen Menschen das Leben. Von Jehovas Zeugen kann jedoch richtig erweise gesagt werden, dass sie sich weder an diesen Kriegen beteiligten noch in irgendwelche momentanen Auseinandersetzungen verwickelt sind.(Der Wachtturm, 01.01.1998, Seite 32, „Eine nachdenklich stimmende Antwort“)

Jesus sagte, daß zur Zeit seiner Gegenwart in Königreichsmacht „der treue und verständige Sklave“ damit beschäftigt sein würde, Jesu Nachfolgern „Speise zur rechten Zeit“ zu geben (Matthäus 24:45-47). Wer erwies sich 1914, bei der Einsetzung Jesu als himmlischer König, als dieser „Sklave“? Bestimmt nicht die Geistlichkeit der Christenheit. Sie fütterte ihre Herden zumeist mit Propaganda, um die Regierung ihrer Nation im Ersten Weltkrieg zu unterstützen. Die Gruppe treuer Christen, die mit Gottes heiligem Geist gesalbt waren und zu der „kleinen Herde“ gehörten, wie Jesus sie nannte, teilte nahrhafte, zeitgemäße geistige Speise aus (Lukas 12:32).(Erkenntnis, die zu ewigem Leben führt, Kapitel 17, Seite 161, In Gottes Volk Sicherheit finden)

…lehrte aber früher

Hunderte unserer Mitglieder und Glaubensfreunde haben ihre militärischen Pflichten erfüllt und erfüllen sie auch weiterhin. Wir haben uns nie angemaßt und werden und nie anmaßen, in dieser militärischen Pflichterfüllung eine Zuwiderhandlung gegen die Grundsätze und Bestrebungen der Vereinigung Jehovas Zeugen… zu erblicken. Wir bitten alle unsere Mitglieder… alles zu vermeiden, was… als Aufforderung zum Ungehorsam gegen militärische Vorschriften missdeutet werden könnte.“ (Erklärung der „Vereinigung Jehovas Zeugen der Schweiz“, Bern, 5. September 1943)

Wir würden uns freuen, die genauen Adressen aller zum Militär einberufenen Brüder zu erhalten…(Der Wachtturm, Februar 1915)

Herzlichen Dank für … den schönen Brief „An die Brüder im Felde“. Es war dies für mich ein besonderer Trost, da ich mich in der letzten Zeit sehr verlassen fühlte.(Der Wachtturm, Juni 1915)

Seitdem so viele unserer Brüder zum Militärdienst eingezogen worden sind (über 200 an der Zahl), haben es wir es nicht unterlassen, soweit es in unseren schwachen Kräften stand, die lieben Brüder durch besondere Briefe und Druckschriften zuermuntern… . Wir erhielten bereits eine Menge Briefe und Karten.(Der Wachtturm, Juli 1915)

Neben herzlichen Grüßen der vielen Brüder im Felde möchten wir… die Nachricht zukommen lassen, dass… Bruder Max Nitzsche aus Reichenbach, Vogtland, am 15. Juli bei einem Sturmangriff in Russland gefallen ist.(Der Wachtturm, September 1915)

Wie kann es sein, dass die Wachtturm-Gesellschaft betont, wie „die Geistlichkeit der Christenheit“ den Ersten und Zweiten Weltkrieg unterstützte, und das wahre Christen politisch neutral waren und damit nicht in kriegerischen Auseinandersetzungen der Welt verwickelt waren, wenn zugleich man die einzelnen Zeugen Jehovas, die ihrer militärischen Pflicht nachgekommen sind, ermunternde Feld-Briefe schrieb, damit sie die Kriegszeit mit YHWH’s Hilfe überstehen? Warum diese Doppel-Moral? Warum wird in den neueren Publikationen bewusst gelogen und damit verschwiegen, dass Jehovas Zeugen politisch nicht neutral waren, in den Krieg gegangen sind und Menschen getötet haben?

Das verherrlichende Selbstbild des „treuen und verständigen Sklaven“

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

Die Gruppe treuer Christen, die mit Gottes heiligem Geist gesalbt waren und zu der „kleinen Herde“ gehörten, wie Jesus sie nannte, teilte nahrhafte, zeitgemäße geistige Speise aus.(Erkenntnis, die zu ewigem Leben führt, Kapitel 17, Seite 161, „In Gottes Volk Sicherheit finden“)

Bei seiner Ankunft stellte der Herr fest, dass sein treuer Sklave sowohl die Hausknechte gewissenhaft mit Speise versorgte als auch die gute Botschaft predigte.(Der Wachtturm, 01.03.2004, Seite 12, „Ein Sklave, der sowohl treu als auch verständig ist“)

Bis zum Jahre 1914 hatte eine kleine Gruppe treuer Christen schon über dreißig Jahre als neuzeitlicher „treuer und verständiger Sklave“ gedient und ihre zum Hause Gottes gehörenden Mitdiener mit geistiger Speise versorgt.(Der Wachtturm, 01.04.1977, Seite 205, „Mit dem treuen „Sklaven“ dienen“)

…aber lehrt zugleich

Als sich das Volk später über Wassermangel beklagte, verlor Moses die Beherrschung. Sein Zorn war vorübergehend stärker als seine berühmte Sanftmut oder Mildgesinntheit. Das führte dazu, daß er einen verhängnisvollen Fehler beging. Statt Jehova als denjenigen zu ehren, der das Volk versorgte, redete Moses in schroffem Ton mit dem Volk und lenkte die Aufmerksamkeit auf sich und seinen Bruder Aaron. Aus diesem Grund hielt Gott es für angebracht, Moses zurechtzuweisen. Er durfte nicht in das Land der Verheißung.(Erwachet!, 08.06.1997, Seite 19, „Warum sollte man seinen Zorn bezwingen?“)

Das Beispiel Mose zeigt, dass selbst ein Führer des auserwählten Volkes nicht in das verheißene Land durfte, weil er nicht YHWH die Ehre gab, sondern selbstverherrlichend sagte, dass er selbst das Volk mit Speise bzw. Wasser versorgte (4. Mose 20:1-13).

Das selbige Verhalten finden wir in den Publikationen des selbsternannten „treuen und verständigen Sklaven“ wieder, wenn er bei der Speise nicht den Quell, YHWH, allein durch Christus die Ehre gibt, sondern sich selbst. Finden wir hier nicht eine interessante Parallele? Bedeutet dies nicht, dass die leitende Körperschaft, die glaubt, den treuen und verständigen Sklaven zu bilden, zwar noch das Volk mit menschlicher Speise versorgt, aber durch das Versäumnis YHWH die Ehre allein gegeben zu haben, ihre Hoffnung auf das geistige „verheißene Land“ ebenfalls verwehrt hat? Gott hat sich nicht geändert – warum sollte er Moses für sein Fehlverhalten bestrafen, jedoch heute mit der Körperschaft anders handeln?

Ständig fordern sie auf, bedingungslos Folge zu leisten, und bei einer kritischen Betrachtung man gegen YHWH selbst sündigen würde. Unabdingbare Loyalität wird fortwährend gefordert, als seien sie selbst der heilige Geist – lobt sich selbst in fast jeder Publikation, dass sie Speise gibt und verteilt. Haben sie bewusst vergessen wollen, dass Psalm 118:8 deutlich zeigt, Menschen nicht zu vertrauen, sondern nur YHWH allein? Gehört nicht YHWH, der Schöpfer aller Dinge, allein diese Ehre? Sollte die leitende Körperschaft Angesichts der Tatsachen nicht ihre Augen für die Wahrheit öffnen und endlich einsehen, dass sie sich zu einem untreuen und unverständigen Sklaven selbst gemacht hat?

Wer in kleinen Dingen treu ist, wird auch in großen treu sein. Und wer schon in geringen Angelegenheiten betrügt, wird auch bei größerer Verantwortung nicht ehrlich sein.(Lukas 16:10 – Neues Leben)

Die Bindung an eine menschliche Organisation

Die Wachtturm-Gesellschaft lehrt…

Die erste Frage lautet: Hast du auf der Grundlage des Opfers Jesu Christi deine Sünden bereut und dich Jehova hingegeben, um seinen Willen zu tun? Die zweite lautet: Bist du dir darüber im klaren, daß du dich durch deine Hingabe und Taufe als ein Zeuge Jehovas zu erkennen gibst, der mit der vom Geist geleiteten Organisation Gottes verbunden ist?(Der Wachtturm, 01.06.1985, Seite 30, „Sich Jehova durch die Hingabe unterwerfen“)

…doch die Bibel lehrt

Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe.(Matthäus 28:19, 20)

Bereut, und jeder von euch lasse sich im Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden taufen, und ihr werdet als freie Gabe den heiligen Geist empfangen.(Apostelgeschichte 2:38)

Man gibt vor, dass man seine Lehren ausschließlich auf die Bibel stützt. Wie ist dann aber zu erklären, dass man bei der zweiten Frage sich an eine menschliche Organisation, an unvollkommenen Menschen, bindet? Ist das Hingabeversprechen nicht ausschließlich an Gott gerichtet, weil man seinen Willen tun möchte, und nicht mehr seinen eigenen Willen, oder den von anderen Menschen? Die Bibel lehrt nicht, dass man sich an Menschen binden soll, sondern zeigt sogar, dass alle, die sich auf Menschen verlassen, unter YHWH’s Fluch stehen! Sogar Christus ging es darum, dass Vaters Wille allein geschehe (Lukas 22:42).

Es wäre gut sich an das göttliche Gebot zu halten und nicht über das hinaus zu gehen, was geschrieben steht (1. Korinther 4:6). Die zweite Tauffrage muss man als ein Angriff auf YHWH und seinen Geboten sehen, wenn sie unmissverständlich lehrt:

Verflucht ist der kräftige Mann, der sein Vertrauen auf den Erdenmenschen setzt; Es ist besser, Zuflucht zu YHWH zu nehmen, als auf Menschen zu vertrauen; Setzt euer Vertrauen nicht auf Edle noch auf den Sohn des Erdenmenschen, bei dem es keine Rettung gibt; Vertraut auf YHWH zu allen Zeiten. Vor ihm schüttet euer Herz aus. Gott ist uns eine Zuflucht. Ja, die Söhne des Erdenmenschen sind ein Dunst, die Menschensöhne sind eine Lüge. Wenn auf die Waage gelegt, sind sie alle zusammen leichter als ein Dunst.(Jeremia 17:5; Psalm 118:8; 146:3; 62:8,9)

Charles Taze Russell erkannte richtig, wenn er im Wachtturm vom 15. September 1895 auf Seite 216 schrieb:

Hütet euch vor „Organisation“. Sie ist vollkommen unnötig. Die Richtlinien der Bibel sind die einzigen, die ihr benötigt. Versucht nicht, andere in ihren Gewissensentscheidungen auf etwas festzulegen, und laßt das auch nicht bei euch zu. Glaubt und gehorcht soweit, wie ihr Gottes Wort im Augenblick versteht, und wachst so weiterhin Tag für Tag in der Gnade, in der Erkenntnis und der Liebe.“ (Siehe auch: Organisation – Charles Taze Russells Ansicht)

Dämonische Speise in der Literatur

Die Wachtturm-Gesellschaft lehrt…

Warum ist in den letzten Jahren im „Wachtturm“ nicht mehr aus der Übersetzung des ehemaligen katholischen Priesters Johannes Greber zitiert worden? … Aber wie aus einem Vorwort zu der 1980 erschienenen Ausgabe des „Neuen Testaments“ von Johannes Greber hervorgeht, verließ sich dieser Übersetzer bei der Klärung schwieriger Stellen auf die „Geisterwelt Gottes“. Es heißt darin: „Seine Frau, die ein Medium der Geisterwelt Gottes war, wurde oft dazu benützt, ihm die Berichtigungen mitzuteilen.“ Es wird für ungebührlich erachtet, im „Wachtturm“ eine Übersetzung zu zitieren, die mit dem Spiritismus in so enger Verbindung steht (5. Mose 18:10-12). …(Der Wachtturm, 01.07.1983, Seite 31, „Fragen von Lesern“)

…doch die Bibel warnt ausdrücklich

Nein; sondern ich sage, daß die Dinge, die die Nationen opfern, sie Dämọnen opfern und nicht Gott; und ich will nicht, daß ihr Teilhaber mit den Dämọnen werdet. Ihr könnt nicht den Becher Jehovas und den Becher der Dämọnen trinken; ihr könnt nicht am „Tisch Jehovas“ und am Tisch der Dämọnen teilhaben. Oder „reizen wir Jehova zur Eifersucht“? Wir sind doch nicht etwa stärker als er?(1. Korinther 10:20-22)

Laßt euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. Denn welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis? Welche Harmonie besteht ferner zwischen Christus und Bẹlial? Oder welchen Anteil hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? Und welche Übereinkunft besteht zwischen Gottes Tempel und Götzen?(2. Korinther 6:14-16)

Über viele Jahre hinweg wurde die Speise für das Volk YHWH’s durch das Gedankengut und die Auslegung eines Menschen verseucht, der Verbindung zur Geisterwelt, zum Spiritismus hatte. Es ist jedoch nicht möglich, dass YHWH Speise austeilen würde, die Teilhaberschaft mit den Dämonen aufweist. Wie kann es sein, dass die leitende Körperschaft, die angeblich durch YHWH’s Geist geleitet ist, biblische Speise durch dämonische Einflüsse vergiften lässt? Wie sieht YHWH es, wenn man in seinem Namen Menschen zitiert, die dem Teufel dienen? Warum greift man auf Menschen zurück, die ein Teil Babylons sind, um die eigene Übersetzung bestätigen zu lassen? Hätte Gott es durch Christus nicht verhindert, dass derartiges passiert, sofern der Geist YHWH’s wirklich in der Wachtturm-Gesellschaft vorherrschen würde?

Ist es nicht traurig zu erfahren, dass die von Jehovas Zeugen herausgegebene griechische Interlinearübersetzung einzig und allein auf Westcott und Hort beruht, die ebenfalls Spiritisten, d.h. Satanisten waren und die Organisation „The Hermes Club and the Ghostly Guild“ gründeten, wo man sich wie Johannes Greber damit beschäftigte, Kontakt zu den Toten aufzunehmen und die paranormale Welt zu studieren?

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet…

In den Durchgängen der Großen Pyramide von Gizeh könnte die Abmachung eines oder zwei Maße mit der Chronologie der gegenwärtigen Wahrheit zufällig sein, aber die Korrespondenz von Dutzenden von Messungen beweist, dass derselbe Gott sowohl Pyramide als auch Plan entworfen hat.(The Watch Tower, June 15, 1922, p. 187, übersetzt)

Die große Pyramide Ägyptens, steht als ein stiller, als lebloser Zeuge des Herrn da, ist ein Bote; und sein Zeugnis als Gottesplan spricht eine deutliche Sprache.“ (The Watch Tower, May 15, 1925, o. 148, übersetzt)

Diese Chronologie stammt nicht von Menschen, sondern von Gott. Göttlichen Ursprungs und göttlich bekräftigt, bildet die gegenwärtige Chronologie eine Klasse für sich und ist absolut und uneingeschränkt richtig.(The Watch Tower, 15. Juli 1922)

Wer in der Wahrheit ist, gelangte durch den Dienst Russells dorthin. Wer sein Werk abweist, weist den Herrn ab.(The Watch Tower, 15. September 1922, Seite 279)

Pastor Russels Warnungen an die Christenheit kam direkt von Gott … In allen seinen Warnungen beanspruchte er keine Originalität. Er sagte, dass er seine Bücher niemals selbst geschrieben haben könnte. Alles kam von Gott durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes.(Das vollendete Geheimnis, Ausgabe von 1917, Seite 34)

…doch musste zugeben

Wenn die Pyramide in der Bibel nicht erwähnt wird, dann hat das Folgen ihrer Lehren an vergebene Philosophie und falsche Wissenschaft hingeführt und nicht zu Christus.(The Watch Tower, December 15, 1928, page 341, übersetzt)

Es ist vernünftig zu schlussfolgern, dass die große Pyramide von Gizeh, sowie die anderen Pyramiden herum, auch die Sphinx, von den Herrschern Ägyptens und unter der Leitung von Satan dem Teufel gebaut wurden … Satan legte seine Kenntnisse in totem Stein, die Satans Bibel genannt werden kann, und nicht Gottes Steinzeuge ist.(The Watch Tower, December 15, 1928, page 344, übersetzt)

Etwa 35 Jahre lang dachte Pastor Russel, die Cheopspyramide von Giseh sei Gottes Steinzeuge, durch den biblische Zeitperioden bestätigt würden (Jes 19:19). Jehovas Zeugen haben jedoch die Vorstellung aufgegeben, eine ägyptische Pyramide hätte irgend etwas mit der wahren Anbetung zu tun.(Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes, Seite 201 „Bräuche und Gewohnheiten“)

Kann man da wirklich nur von einem „Brauch“ oder von einer „Gewohnheit“ sprechen, wenn Charles Taze Russell höchstpersönlich – mit dem die neuzeitliche Geschichte der Zeugen Jehovas ja ihren Anfang nahm – über nicht weniger als fünfunddreißig Jahre meinte, aus der Cheopspyramide biblische Prophetie ableiten zu können? Das ist ein bedeutender Anteil, wenn nicht sogar der Löwenanteil seines Wirkens. Was für ein Licht ist es, das aus diesen Aussagen geschienen hat? War Pastor Russell damals auch schon ein Teil des treuen und verständigen Sklaven?

Die Übereinstimmung von nicht nur ein oder zwei, sondern gleich Dutzenden von Messungen mit der damals geglaubten Chronologie beweist also – für den Wachtturm – dass Gott sowohl hinter der Chronologie als auch hinter dieser Pyramide steht, sowie das Russells Werk, das Werk Gottes ist. Sie ist ein stiller Zeuge für den Herrn, ein Bote, der Zeugnis denen gibt, die es zu lesen verstehen. Nur wenig später kam es zu einer Wende, wie sie schlimmer überhaupt nicht vorstellbar ist. Auf einmal ist die Pyramide kein majestätischer, steinerner Zeuge für Gottes Wahrheit mehr – sie ist die Bibel des Satans!

Dem Urteil, dass von der Pyramide nichts in der Bibel steht und derjenige, der sich – über Jahrzehnte! – unter der Lehre von Chales Taze Russell und in seiner Nachfolge damit abgegeben hat, leeren Philosophien und falscher „Wissenschaft“ gefolgt ist, kann man sich aus heutiger Sicht nur voll und ganz anschließen. Dennoch mochte man sich von den Lehren nicht gleich trennen – so wird der „Zusammenhang“ zwischen Chronologie und Pyramide nun so gedeutet, dass es sich um die „Bibel des Satans“ handele. Jahrzehntelang also hat die „Organisation Gottes“, die YHWH angeblich als „treuen und verständigen Sklaven“ eingesetzt hat, nach ihrem eigenen Urteil Menschen an den Boten des Satans verwiesen, Irrlehren verbreitet, die – wie sie selbst zugibt – Menschen leere bzw. vergebene Philosophie statt Christusnachfolge anbietet.

Was bedeutet das für den Anspruch der Organisation YHWH’s, treuer und verständiger Sklave zu sein? War sie wirklich berufen, Speise auszuteilen, oder hat sie sich – im Laufe ihrer Geschichte – selbst dazu berufen? Während man Russell als den neuzeitlichen Christus sah, der, wie Jesus selbst, das Volk YHWH’s aus der Gefangenschaft von Babylon befreit hätte, ist es eine unendliche Blasphemie zu wissen, dass er die meiste Zeit seines Lebens und Wirkens eine satanische Lehre vertrat und Millionen Menschen an den Teufel verwies! Der Herr lehrte:

Jede Pflanze, die nicht von meinem himmlischen Vater gepflanzt worden ist, wird ausgerissen. Lasst euch nicht einschüchtern! Sie wollen Blinde führen, sind aber selbst blind. Wenn nun ein Blinder einen anderen Blinden führen will, werden beide in den Abgrund stürzen!(Matthäus 15:13, 14 – Hoffnung für Alle)

An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen

YHWH, der Vater, ist ein Gott der nicht lügen kann bzw. lügt (Hebräer 6:18; Titus 1:2). Jesus kennzeichnet den Teufel als den Vater der Lüge, und alle, die ebenfalls lügen, als seine Diener:

Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu tun. Jener war ein Totschläger, als er begann, und er stand in der Wahrheit nicht fest, weil die Wahrheit nicht in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er gemäß seiner eigenen Neigung, denn er ist ein Lügner und der Vater der [Lüge]. Weil ich dagegen die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wie kommt es, daß ihr mir nicht glaubt, wenn ich die Wahrheit rede? Wer aus Gott ist, hört auf die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht zu, weil ihr nicht aus Gott seid.(Johannes 8:44-47)

Nicht nur, dass die Wachtturm-Gesellschaft, die leitende Körperschaft, die glaubt den „treuen und verständigen Sklaven“ zu bilden, anhand ihrer eigenen Schriften man der Irreführung, Manipulation, und Lüge überführen kann, hat sie wie die Pharisäer in Jesus Tagen kein Ohr für die Wahrheit über ihr eigenes, in YHWH’s Augen, verwerfliches Selbstbild. Jede konstruktive Kritik, die sich auf eine biblische Argumentationsgrundlage gründet, wird sofort und oftmals ohne Begründung als „Gegnerschaft“, „Kritik“ oder gar „Abtrünnigkeit“ bezeichnet.

Sie brandmarken Menschen, die den selbigen Gott, YHWH, den Vater, anbeten, als Gegner Gottes, während sie zeitgleich ebenfalls sie beschuldigen, dass sie die „treuen Diener“ bekämpfen, die YHWH eingesetzt hätte. Dadurch, dass sie sich selbst zum „Sklaven Gottes“ ernannt haben, ist jeder, der das bezweifelt, oder anhand des Geistes YHWH’s die Wahrheit über die Taten aufdecken, ein Feind YHWH’s, der gegen den Geist gesündigt hätte. All diese falschen Vorwürfe erinnern stark an die Geschehnisse in der Vergangenheit, wo auch die damaligen Führer des Volkes YHWH’s, die Pharisäer, Jesus Christus beschuldigten, er würde die Dämonen mit Beelzebub austreiben, d.h. durch Satan, den Teufel (Markus 3:22). Bei all diesen Verleumdungen vergessen sie, dass Jesus selbst lehrte, niemanden zu verurteilen und zu richten (Matthäus 7:1).

Auch wenn die leitende Körperschaft fest davon überzeugt ist, dass sie durch YHWH dazu eingesetzt worden sind und durch den Geist Gottes geleitet Speise verteilen, gleichen sie den Menschen, von denen Jesus prophetisch verkünden lies:

Nehmt euch vor den falschen Propheten in acht, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie raubgierige Wölfe.  An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man vielleicht jemals Trauben von Dornsträuchern oder Feigen von Disteln? Ebenso bringt jeder gute Baum vortreffliche Frucht hervor, aber jeder faule Baum bringt wertlose Frucht hervor;  ein guter Baum kann nicht wertlose Frucht tragen, noch kann ein fauler Baum vortreffliche Frucht hervorbringen.  Jeder Baum, der nicht vortreffliche Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. Ihr werdet also diese [Menschen] wirklich an ihren Früchten erkennen. Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.  Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: ‚Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen prophezeit und in deinem Namen Dämọnen ausgetrieben und in deinem Namen viele Machttaten vollbracht?‘ Und doch will ich ihnen dann bekennen: Ich habe euch nie gekannt! Weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit.(Matthäus 7:15-23)

Oftmals behaupteten Zeugen Jehovas, d.h. die leitende Körperschaft, sie hätten von Gott YHWH „neues Licht“ bekommen, eine Erkenntnis hervorgerufen vom Geiste YHWH’s, als sein persönlicher Sprachrohr und Mitteilungskanal auf Erden. Jahre danach wurde dann dieses „neue Licht“ verworfen, und wiederum durch „neues Licht“ ersetzt. Indirekt behaupten sie: „Gott hat uns all die Jahre mit falschen Licht belogen, jetzt aber uns neues Licht gegeben.“ Ist dies die Vorgehensweise Gottes? Oder zeigt dies deutlich, dass nicht vielmehr der Teufel sich als Lucifer ausgegeben hat, um trügerisches Licht zu geben? Fakt ist: Gott würde – sofern er denn einen Kanal auf Erden hätte, denn Christus ist allein Kanal und Mittler (1. Timotheus 2:5) – niemals seine Diener belügen, falsches Licht durch seinen Geist übermitteln, und sich selbst durch Menschen revidieren müssen!

Niemals würde er veranlassen, dass Christus Nachfolger „faule Frucht“ durch falsche Prophetie in YHWH’s Namen hervorbringen, vielmehr sorgt er dafür, dass die, die es tun durch seinen Namen, als falsche Christen identifiziert und vernichtet werden – eine Vermischung von vortrefflicher Frucht und fauler Frucht wird NIEMALS existierten! Christus Worte sind eindeutig wenn sie sagen, dass jeder Baum, der jemals faule Frucht hervorgebracht hat, NIE WIEDER zu den vortrefflichen Baum gehören wird, NIE WIEDER wird er vortreffliche Frucht tragen können. Dieser geistig verfaulte Baum wird umgehauen und ins Feuer geworfen werden, d.h. eine vollständige Vernichtung für die Ewigkeit! (Matthäus 7:15-20)

Benötigen wahre Christen eine menschliche Führung oder Organisation auf Erden?

Jesus gab seinen wahren Nachfolgern mit auf den Weg, dass nach seinem Weggang auf der Erde, er keine Führerschaft einsetzten wird, die andere Christen Folge leisten müssten. Vielmehr betonte er, dass alle auf selbiger Ebene Brüder und Schwestern sind, ohne eine geistige Hierarchie, und der Christus allein Führer ist:

Ihr aber, laßt euch nicht Rabbi nennen, denn e i n e r ist euer Lehrer, während ihr alle Brüder seid; Auch laßt euch nicht ‚Führer‘ nennen, denn e i n e r ist euer Führer, der Christus.(Matthäus 23:8, 10)

Außerdem erfahren wir aus Gottes Wort, dass Jesus keinen Mittler eingesetzt hat, der Speise verteilen sollte, sondern Christus allein der Mittler ist zwischen Gott, YHWH, und den Menschen (1. Timotheus 2:5). In der Bibel befindet sich keine Lehre, dass eine Zeit kommen wird, wo nicht mehr Jesus der Mittler ist, und durch ein menschlicher und unvollkommener „göttlicher Mitteilungskanal“ in der Endzeit ersetzt werden soll! Der heilige Geist, der in Christi Namen ausgesendet werden wird, würde jeden wahren Christen anleiten, lehren und den Weg der Wahrheit deutlich zeigen (Johannes 14:26; 16:13). Menschen, die Gegenteiliges behaupten, würde deutlich zu erkennen geben, dass sie nicht auf die Salbung, auf den Geist Gottes vertrauen, sondern versuchen Menschen irre zu führen, weil sie sich selbst nicht von Gottes Geist leiten lassen, und versuchen, bei anderen zu verhindern, dies zu tun (1. Johannes 2:26, 27). Es bedarf keiner menschlichen Führung, denn der Geist Gottes führt, den YHWH aussenden wird durch Christus; dieser würde alle wahren Christen führen, so wie es im 1. Jahrhundert der Fall war.

Die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas und ihr Predigtwerk, das weltweite verkünden unbiblischer Lehren als selbsternannter „Mittteilungskanal Jehovas“, gleicht den Pharisäern, wenn Jesus Christus von ihnen sagte:

Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr das Königreich der Himmel vor den Menschen verschließt! Denn ihr selbst geht nicht hinein, noch erlaubt ihr, daß die hineingehen, die sich auf dem Weg dorthin befinden.  Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr das Meer und das trockene Land durchreist, um einen einzigen Proselyten zu machen, und wenn er es wird, macht ihr ihn zu einem Gegenstand für die Gehẹnna, doppelt so schlimm wie ihr selbst.(Matthäus 23:13-15)

Wenn dann jemand zu euch sagt: ‚Siehe! Hier ist der Christus‘ oder: ‚Dort!‘, glaubt es nicht. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um so, wenn möglich, selbst die Auserwählten irrezuführen. Siehe! Ich habe euch im voraus gewarnt. Wenn man daher zu euch sagt: ‚Siehe! Er ist in der Wildnis‘, geht nicht hinaus; ‚Siehe! Er ist in den inneren Gemächern‘, glaubt es nicht. Denn so, wie der Blitz von östlichen Gegenden ausgeht und zu westlichen Gegenden hinüberleuchtet, so wird die Gegenwart des Menschensohnes sein. Wo auch immer der Kadaver ist, da werden die Adler versammelt werden.(Matthäus 24:23-28)

Während man mit falschen Lehren die Menschen irreführt, verschließt man durch sein eigenes Fehlverhalten den Weg zum Königreich Gottes und beraubt auch denen die Hoffnung, die diesen Menschen blind folgen, ohne auf den Geist YHWH’s allein zu vertrauen! Natürlich bedarf es keines verständigen Meteorologen, um Blitze zu erkennen, die den ganzen Himmel überspannen. Es braucht ebenfalls keines Führers, damit Adler zu einem Kadaver finden!

Jesus Christus ist allein Mittler und Führer – es bedarf keiner menschlichen Führung oder Mittlers auf Erden, es bedarf nicht einem neuzeitlichen Pharisäertum an der Spitze von YHWH’s Volk! Von dauernden „neuem Licht“ getrieben, verweisen sie darauf, dass Gott ihnen neue Kenntnisse offenbart hätte, wenn man zugeben müsste, dass man nicht unter dem Geist Gottes stand und schwere Sünden gegen YHWH selbst begangen hat; dieser verbreitet kein „falsches Licht“ oder ein falsche Lehre der Bibel! In Epheser heißt es dazu: „Damit wir nicht mehr Unmündige seien, die wie von Wellen umhergeworfen und von jedem Wind der Lehre hierhin und dorthin getrieben werden durch das Trugspiel der Menschen, durch List im Ersinnen von Irrtum(Epheser 4:14).

Jehovas Zeugen, die sich blind führen lassen, sind von den Lehren ihrer Führerschaft hin und her gerissen, weil es nur „das Trugspiel von Menschen“, das Trugspiel von einem selbsternannten „Sklaven Gottes“ ist, der eine absolute Parallele zum damaligen Pharisäertum bildet! Jedem Zeugen Jehovas, der dieses abscheuliche Verhalten aufdeckt, weil er YHWH und Christus Jesus liebt, weil er die Wahrheit liebt und weil er vom Geist getrieben wird, degradiert man als „abtrünnig“. Die Bibel ist sehr deutlich, wenn sie sagt:

Denn es wird eine Zeitperiode geben, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich nach ihren eigenen Begierden Lehrer aufhäufen werden, um sich die Ohren kitzeln zu lassen; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich dagegen unwahren Geschichten zuwenden. (2. Timotheus 4:3, 4)

Natürlich wäre es unfair und falsch, die Wachtturm-Gesellschaft, ihr bemühen und alle ihre Werke als „böse“ oder „verwerflich“ abzustempeln, jedoch war auch nicht das gesamte Verhalten der Pharisäer verwerflich! Das eine Religion auch gute Dinge vorzuweisen hat, bedeutet nicht, dass sie durch den Geist YHWH’s geleitet wird. Jesus sagte zu den damaligen Führern des Volkes YHWH’s:

Wehe euch, blinde Leiter, die sagen: ‚Wenn jemand beim Tempel schwört, ist es nichts; wenn jemand aber beim Gold des Tempels schwört, ist er verpflichtet.‘ Toren und Blinde! Was ist tatsächlich größer, das Gold oder der Tempel, der das Gold geheiligt hat?(Matthäus 23:16-17)

Auch wenn es heute nicht mehr ein buchstäblicher Tempel ist wo die wahre Anbetung allein geführt wird, so kann man hypothetisch die Parallele dazu ziehen, dass Jesus gesagt haben könnte:

Wehe euch, blinde Leiter, die sagen: ‚Wenn jemand sein Leben durch eine Bluttransfusion rettete, ist es verwerflich; wenn jemand aber das Blut als heilig erachtete und er tatsächlich stirbt, so ist er gerettet.‘ Toren und Blinde! Was ist tatsächlich größer, das Blut oder das Leben, das das Blut geheiligt hat?“

Die Arbeitssuche, die Kleidungswahl, das äußerliche Erscheinungsbild, die Wahl der medizinischen Behandlungsmethoden, die Freizeitgestaltung, die Wahl des Ehepartners, die Sexualität, einfach alles wird reglementiert! Es gibt perfide klingende Abhandlungen über jede Einzelheit. Die meisten Zeugen kennen gar nicht ihr komplettes Regelwerk und er weiß schon, dass Oral- und Analverkehr selbst unter Eheleuten zum Gemeinschaftsentzug führen kann? (Allerdings nicht zwischen 1976 und 1981!) Oder selbst ein zärtlicher Kuss unter Verlobten?

Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr den Zehnten gebt von der Minze und dem Dill und dem Kümmel; aber ihr habt die gewichtigeren Dinge des GESETZES außer acht gelassen, nämlich das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue. Diese Dinge hätte man tun, die anderen Dinge jedoch nicht außer acht lassen sollen. Blinde Leiter, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber hinunterschluckt!(Matthäus 23:23-24)

So erscheint auch ihr von außen zwar vor Menschen gerecht, im Innern aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.“ (Matthäus 23:28)

Und so habt ihr das Wort Gottes um eurer Überlieferung willen ungültig gemacht. Ihr Heuchler, treffend hat Jesaja von euch prophezeit, als er sagte: ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit entfernt von mir. Vergeblich bringen sie mir fortwährend Anbetung dar, weil sie als Lehren Menschengebote lehren.‘“ (Matthäus 15:6-9)

Wenn jemand eine andere Lehre lehrt und den gesunden Worten, denen unseres Herrn Jesus Christus, und der Lehre, die der Gottergebenheit entspricht, nicht zustimmt, so ist er vor Stolz aufgeblasen und versteht nichts, sondern ist wegen Streitfragen und Debatten über Worte geistig krank. Aus diesen Dingen entspringen Neid, Streit, Lästerreden, böse Verdächtigungen, heftige Wortwechsel um Kleinigkeiten von seiten der Menschen, die verderbten Sinnes und der Wahrheit beraubt sind.(1. Timotheus 6:3-5)

Die ganzen menschlichen Gesetze und das gesamte Regelwerk erinnert stark an die Begebenheit zu Jesus Zeit, wenn er lehrte:

Als die Pharisäer hörten, daß er die Sadduzạ̈er zum Schweigen gebracht hatte, taten sie sich zu einer Gruppe zusammen. Und einer von ihnen, ein Gesetzeskundiger, stellte ihn auf die Probe mit der Frage: „Lehrer, welches ist das größte Gebot im GESETZ?“ Er sprach zu ihm: „ ,Du sollst YHWH, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ Dies ist das größte und erste Gebot.  Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ An diesen zwei Geboten hängt das ganze GESETZ und die PROPHETEN.““ (Matthäus 22:34-40)

Mittlerweile folgen Millionen vom Volk YHWH’s, so wie damals, blind der leitenden Körperschaft, dem neuzeitlichen Pharisäertum, und ihren Doktrinen – man kann nicht mehr von dem „engen Weg“ sprechen, den laut Jesus Aussage „nur wenige finden“ werden (Matthäus 7:13-14). Bei den unendlichen Gesetzes- und Regelwerken will man vergessen, dass YHWH durch die Bibel jeden Christen dazu deutlich mitteilen lässt: „Es ist mir zwar alles erlaubt, doch ich will mich von nichts beherrschen lassen.(1. Korinther 6:12 – Begegnung fürs Leben)

Die Schlussfolgerung nach eingehender Prüfung

In der Offenbarung des Johannes können wir nachlesen, dass die treuen Nachfolger Jesu bestimmte Merkmale erfüllen müssen, um dem „Lamm Gottes“ beständig zu folgen:

Und sie singen gleichsam ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier lebenden Geschöpfen und den Ältesten; und niemand konnte dieses Lied meistern als nur die hundertvierundvierzigtausend, die von der Erde erkauft worden sind. Diese sind es, die sich nicht mit Frauen befleckt haben; in der Tat, sie sind jungfräulich. Diese sind es, die dem Lamm beständig folgen, ungeachtet wohin es geht. Diese wurden als Erstlinge aus den Menschen für Gott und für das Lamm erkauft, und in ihrem Mund wurde keine Unwahrheit gefunden; sie sind ohne Makel.(Offenbarung 14:3-5)

Hat sich die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas, die davon überzeugt ist, den „treuen und verständigen Sklaven“ auf Erden zu repräsentieren, sich an dem Musterbeispiel für die Auserwählten gehalten? Erfüllen sie die Eigenschaften, die ein Auserwählter und echter Nachfolger Christi erfüllen muss? Im Wachtturm vom 15.02.2009 sagen sie über sich selbst:

„In der Prophezeiung über das Zeichen seiner „Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge“ bezeichnete Jesus die Gruppe seiner geistgesalbten Nachfolger auf der Erde als „treuen und verständigen Sklaven“ beziehungsweise als „treuen Verwalter“ (Mat. 24:3, 45; Luk. 12:42). Die Mitglieder dieser Sklavenklasse haben sich in ihrer Gesamtheit den Ruf erworben, dass sie „dem Lamm beständig folgen, ungeachtet wohin es geht“. (Lies Offenbarung 14:4, 5.) Sie sind in übertragener Bedeutung „jungfräulich“ geblieben, weil sie sich nicht mit den Glaubensansichten und Bräuchen des Weltimperiums der falschen Religion, „Babylon die Große“ genannt, befleckt haben (Offb. 17:5). „In ihrem Mund wurde keine Unwahrheit gefunden“, denn sie haben keine Irrlehren verbreitet. Und sie achten darauf, „ohne Makel“ durch die Welt Satans zu bleiben (Joh. 15:19).“ (Der Wachtturm, 15.02.2009, Seite 24, Absatz 2, „Diese sind es, die dem Lamm beständig folgen“)

Wolf unter Schafspelz Wahrheit Wahrheiten jetzt! Die Wahrheit hinter der „Wahrheit“ - Lüge, Täuschung, Betrug und falsche LehrenDie wenigen Zitate und Belege dieses Artikels zeigen deutlich, dass in der Geschichte von Jehovas Zeugen es zur Täuschung, Manipulation, Lüge, Bewusstsein- und Gedankenkontrolle kam sowie zu satanischen Lehren verwiesen worden ist! Weder haben sie sich als „jungfräulich“, sowohl buchstäblich als auch geistig, erwiesen, sondern sich vielmehr befleckt mit falschen und satanischen Lehren sowie deren Bräuchen, und sind politische Bündnisse mit dem wilden Tier als auch Babylon, dem Weltreich der falschen Religion, eingegangen! „In ihrem Mund“, aus ihren Publikationen, wurde viel „Unwahrheit“ gefunden, weil sie Irrlehren verbreitet haben und immer noch am Verbreiten sind, sich widersprechen, ihre Fehler nicht zugeben, keine Reue zeigen und eine Doppel-Moral an den Tag legen! Sie sind durch ihre Taten weder „ohne Makel“, noch sind sie allein dem „Lamm beständig“ gefolgt.

Aus diesem Grund muss erneut an Babylon das göttliche Gericht ergehen: „Gott hat die Tage deines Königreiches gezählt und ihm ein Ende gemacht; [denn] du bist auf der Waage gewogen und als zu leicht befunden worden(Daniel 5:26,27). So wie „der Mensch über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht hat(Prediger 8:9), so tuen es ebenfalls die selbsternannten Führer, das neuzeitliche Pharisäertum, des Volkes YHWH’s! Liebe Brüder und Schwestern, bitte prüft weiterhin ob ihr bewährt seid, im wahren Glauben, als weitere Wahrheitssucher (2. Korinther 13:5-6) und prüft durch den Geist YHWH’s (1. Korinther 2:10) immer wieder, ob die Publikationen wirklich die Lehren Jesu widerspiegeln (Apostelgeschichte 17:11). Liebe leitende Körperschaft, die ihr glaubt und davon überzeugt seid, den „treuen und verständigen Sklaven“ zu bilden – bitte „Erwachet!(Offenbarung 3:14-18) und steht von euren geistig toten Zustand auf, der deutlich durch eure Werken wahrzunehmen ist:

Die Frucht, die vom Licht hervorgebracht wird, besteht in allem, was gut, gerecht und wahr ist. Deshalb überlegt bei dem, was ihr tut, ob es dem Herrn gefällt. Und beteiligt euch unter keinen Umständen an irgendeinem Tun, das der Finsternis entstammt und daher keine guten Früchte hervorbringt. Deckt solches Tun vielmehr auf!(Epheser 5:8-11 – Neue Genfer Übersetzung)

Nun werden alle Dinge, die gerügt werden, durch das Licht offenbar gemacht, denn alles, was offenbar gemacht wird, ist Licht. Daher sagt er: „Erwache, du Schläfer, und steh auf von den Toten, und der Christus wird dir leuchten.“ (Epheser 5:13, 14)

Wie könnte man es am besten Ausdrücken, während wir uns auf der Suche nach der Wahrheit befinden, als den Wachtturm zu zitieren, der sagte:

Eine Religion, die Lügen lehrt, kann unmöglich wahr sein.“ (Der Wachtturm, 01.12.1991, „Ist es gleich, welcher Religion man angehört?“)

von |Juni 21st, 2019|Kommentare deaktiviert für Die Wahrheit hinter der „Wahrheit“ – Lüge, Täuschung, Betrug und falsche Lehren

Die Unwahrheit vor Gericht und in der Religion

Die Unwahrheit vor Gericht und in der Religion

Da ihr jetzt die Unwahrheit abgelegt habt, rede jeder von euch mit seinem Nächsten Wahrheit; Dies sind die Dinge, die ihr tun solltet: Redet die Wahrheit miteinander; Belügt einander nicht. Streift die alte Persönlichkeit mit ihren Handlungen ab; Was […] alle Lügner [betrifft], ihr Teil wird in dem See sein, der mit Feuer und Schwefel brennt. Das bedeutet den zweiten Tod.“ (Eph. 4:25; Kol. 3:9; Off. 21:8)

Eine Analyse der Lehre der Zeugen Jehovas von der „theokratischen Kriegsführung“

Diese Übersicht über das Problem religiös gerechtfertigten Lügens vor Gericht konzentriert sich auf die Zeugen Jehovas und ihre Lehre von der theokratischen Kriegsführung. Die Geschichte der Entwicklung dieser Lehre und die Probleme des Lügens in der Gesellschaft werden betrachtet. Es werden auch Beispiele für die Anwendung dieser Lehre vor Gericht und eine Übersicht aktiver und früherer Zeugen erörtert. Damit soll das Maß an Kenntnis dieser Lehre bei Durchschnittszeugen bestimmt werden. Es wird gefolgert: Je länger jemand ein Zeuge ist und je höher der erreichte Rang in der Wachtturm-Gesellschaft, um so wahrscheinlicher wird er diese Lehre kennen und anwenden.

Ehrlichkeit ist ein zentraler westlicher Wert und so wichtig, dass ganze 95% der Amerikaner mit der Erklärung übereinstimmen: „Ein wichtige Ziel in Schulen ist es, Ehrlichkeit und die Wichtigkeit, die Wahrheit zu sagen, zu vermitteln.“ (Johnson und Immerwahr, 1994, Seite 24). Ehrlichkeit ist auch entscheidend, dass Gerichtsverfahren richtig funktionieren, und einer der allgemeinsten Hinderungsgründe, die Wahrheit zu bestimmen, ist, wenn Zeugen vor Gericht lügen. Mit Richter Schwelbs (1989, Seite 3) Worten: „Wenn Zeugen erfolgreich lügen, wird die Binde über den Augen der Justitia nicht dem beabsichtigten guten Zweck dienen.“ Richter Schwelb sagte, ihm seien in seinen dreißig Jahren als Jurist „viele Hunderte Fälle von Meineid oder Täuschung“ begegnet (1989, Seite 3). Er fand, dass Lügen besonders häufig bei Familienstreitigkeiten vorkommt, und wenn die Täuschung nicht aufgedeckt wird, können Lügner mit ihren Erfindungen Erfolg haben.

Fälle, in denen aus anderen Beweggründen gelogen wird, sind komplizierter, so wenn Lügen, definiert als Verletzung des Eides, „die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit“ zu sagen, aufgrund tiefer religiöser Überzeugungen auftritt. Selbst Lügen, das aufgedeckt wird, erfordert eine Bewertung einer Vielzahl von Punkten, ob zum Beispiel so genannte weiße Lügen, das Dehnen der Wahrheit, oder Übertreibungen einen Meinein begründen (Stewart, 1986, Seite 84). Lügen schließt auch das Benutzen von Wörtern ein, „um ein Gespräch zu verwirren“, um andere zum eigenen Vorteil zu „manipulieren“ (Wolk und Henley, 1970, Seiten 90-94, 232). Das Erfordernis der ganzen Wahrheit und nichts als der Wahrheit vor Gericht war historisch bestimmt, um das Problem eines Zeugen vor Gericht zu vermeiden, der zum Beispiel behauptet, er habe seinen Arbeitgeber ehrlich „nicht bestohlen“, wenn er dabei im Hinterkopf hat, er habe ihn gestern „nicht bestohlen“, vor Zuhörern aber den Eindruck erweckt, er habe nie gestohlen, weil das gestern ungesagt bleibt. Die ganze Wahrheit ist, dass er in der Vergangenheit seinen Arbeitgeber bestohlen hat (Bok, 1978).

Der Fall der Zeugen Jehovas

Bis vor kurzem waren die Zeugen Jehovas eine der am schnellsten wachsenden Religionen auf der Welt. Ihre herrschende Körperschaft, die Wachtturm-Gesellschaft, behauptet, dass heute fast 15,4 Millionen Menschen mit der Kirche verbunden sind (Wachtturm,. 1. Jan 2002, Seite 22), und gemäß ihrem Dun-und-Bradstreet-Bericht (einem nur von Dun und Bradstreet auf Anforderung erhältlichen Kreditbericht) betrug alleine 1992 ihr Einkommen in Amerika mehr als 1,2 Milliarden Dollar. Gegründet 1879 von C. T. Russell, sind sie sehr gut wegen ihrer Rechtsstreitigkeiten wegen des Fahnegrußes und anderer behördlicher Erfordernisse bekannt.

Unter den der Wachtturm-Gesellschaft eigenen Lehren sind das Verbot von Bluttransfusionen und eine theokratische Kriegsführung genannte Lehre, die das „Lügen“ vor Gericht und sonst wo rechtfertigt. Es lassen sich nur drei Religionen ausmachen, die diese Lehre offen verkünden. Eine ist die Arische Bruderschaft, eine Gruppe der Vorherrschaft der weißen Rasse, die lehrt, es sei angebracht zu lügen, um seine Interessen zu fördern (W. Caughey, im persönlichen Gespräch, 3. Feb. 1991). Eine weitere ist die Vereinigungskirche, deren Kritiker behaupten, sie praktiziere eine ähnliche Lehre, die sie Himmlische Täuschung nennt (Levine, 1980; Elkins, 1980). Boettcher behauptet:

Einer der zentralen Glaubenssätze [der Vereinigungskirche] ist die Lehre von der Himmlischen Täuschung. Das Gute muss das Böse täuschen. Die Welt außerhalb Moons ist böse. Man muss lügen und so Moon helfen, an die Macht zu kommen. Dann kann es unter Moons Kontrolle gut werden. In der Bibel belog Jakob den Isaak. Gott belohnte Jakob, indem er ihn zum Vater der Nation Israel machte.“ (Boettcher, 1980, Seiten 343-344)

Die dritte ist die Wachtturm-Gesellschaft mit ihrer Lehre von der theokratischen Kriegsführung, nach der es angemessen ist, die Wahrheit „Leuten, die nicht berechtigt sind, sie zu hören“ vorzuenthalten, wenn das den Wachtturm-Interessen dient (Reed, 1992; Reed, 1997, Seite 129; siehe auch Franz, 1971, Seiten. 1060-1061, und Raines, 1996c). In Wachtturm-Worten müssen Zeugen „zur theokratischen Kriegsstrategie“ gegen alle möglichen Personen greifen, die eine „wolfsgleiche Einstellung“ haben, das heißt, Personen, die nicht die Wachtturm-Gesellschaft als Gottes Organisation und Haupt des Volkes Gottes akzeptieren. Alle anderen Religionen werden als böse und satanisch bezeichnet (Franz 1991; Watchtower, 1. May 1957, Seiten 285-286 und Seite 288 – dieser letzte Artikel wurde in Wachtturm-Nachdrucken zensiert).

Reed definiert die theokratische Kriegsstrategie als „Verbergen der Wahrheit vor Leuten, die nicht berechtigt sind, sie zu hören – d.h. als Lügen vor Außenstehenden, wenn es als notwendig angesehen wird“ (Reed, 1995, Seite 40). Er fügt hinzu, die Wachtturm-Gesellschaft definiere Lügen als „das Täuschen von Außenstehenden, um die Interessen der Organisation voran zu bringen. Unwahrheiten, die Gottes Feinden gegenüber geäußert werden, werden aufgrund des Kriegszustandes, der zwischen Gotte Kräften (den Zeugen Jehovas) und Satans Mächten (der übrigen Welt) besteht, nicht als Lügen betrachtet.“ Mit den Worten Kotwalls (1997, Seiten 1-2) lehrt die Wachtturm-Gesellschaft, „im Interesse ihrer Religion zu lügen und zu täuschen, wird von der Bibel gutgeheißen. Sie nennen solches Lügen theokratische Kriegsstrategie.“ Wilson sagt: Obwohl es eine Grundüberzeugung der Zeugen Jehovas ist, dass Lügner den ewigen Tod ohne Hoffnung auf eine Auferstehung empfangen werden, wird eine Ausnahme gemacht, falls es darum geht, zu lügen oder vorzugeben, man sei jemand, der man nicht ist, wenn der Zweck ein Nutzen für die Organisation ist. Ein Beispiel für diese Art von Täuschung habe ich persönlich erfahren, als eine Freundin, die eine Zeugin ist, mich und mehrere weitere Zeugen zu sich nach Hause einlud, als ein Zeugenmissionar sie besuchte, der einen Diavortrag über sein Wirken in Israel halten wollte … Um die Einrichtung und die anderen Zeugen, die dort lebten, zu schützen, wies die Gesellschaft diesen Missionar an, sich als exzentrischen Millionär auszugeben, der ein Reinheitsfetischist sei, und jedem Fragesteller zu sagen, dies sei sein eigenes Haus, das er gebaut habe. Diese Geschichte wurde erfunden, um den wahren Zweck des Gebäudes zu vertuschen – den einer Wachtturm-Fabrik mit Schlafzimmern und Spülbecken darin, um die Fabrikarbeiter zu beherbergen. Dieser Vorfall war ein weiteres Beispiel für theokratische Kriegsstrategie (Wilson, 2002, Seite 249).

Jehovas Zeugen lügen nicht immer direkt, sie lügen oft gemäß der Definition vor Gericht, sie sagen nicht „die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit“, was heißt, dass das Gericht die ganze Geschichte einfordert, nicht Halbwahrheit oder Täuschung. Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet, sie verurteile das Lügen, aber nur das Lügen, wie sie es definiert, nämlich „eine Falschaussage gegenüber einer Person ein, die berechtigt ist, die Wahrheit zu wissen, mit der Absicht, sie oder jemand anders zu täuschen oder ihr bzw. dem anderen zu schaden“ (Franz, Band 2, deutsch 1992, Seite 236). Der Zweck des Eides ist, jemanden davon abzuhalten, der Wahrheit auszuweichen, indem er nur in einer engen Weise wahrhaftig ist. In einer bekannten Diskussion, die das Lügen gegenüber dem Laienpublikum definieren soll, erklärt Savant, wenn Zeugen vor Gericht gebeten werden, „die Wahrheit“ zu sagen, dann bedeute das, dass sie nicht lügen dürfen und auch, dass sie …

“ … „die ganze Wahrheit“ sagen [müssen] … Wenn beispielsweise ein Regent sagt, „in meinem Staat haben wir 17.000 Personen aus der Wohlfahrt in Arbeit gebracht“, und nicht hinzufügt, dass in seinem Staat zur selben Zeit 25.000 andere Leute arbeitslos wurden und in die Wohlfahrt kamen, dann hat er „die Wahrheit“ gesagt, aber nicht „die ganze Wahrheit“. Das heißt, die Nettowirkung war, dass 8.000 weitere Personen der Wohlfahrt anheim fielen, nicht 17.000 weniger … Drittens werden Zeugen gebeten, „nichts als die Wahrheit“ zu sagen. Das ist noch eine andere Vorstellung. Wenn jemand zum Beispiel in Beantwortung einer Frage die Wahrheit sagt und dann eine Lüge hinzufügt, dann hat er „die Wahrheit“ gesagt, aber nicht „nichts als die Wahrheit“. Und obwohl nichts von alledem wirklich unehrliche Leute aufhalten wird, liefert es und doch zumindest gute Munition, um sie wegen Meineides anzuklagen.“ (Savant, 1996, Seite 12)

Mit den Worten von Raines bedeutet theokratische Kriegsführung in der Praxis, den „Feind“ mit unwahren oder irreführenden Informationen zu „täuschen“ oder irrezuführen, um die Interessen des „Volkes Gottes“ und seiner „Organisation“ zu schützen und zu fördern (1996, Seite 20). Magnani fügte hinzu, dass die Wachtturm-Gesellschaft eine besondere Politik gegenüber Außenstehenden verfolgt. Wer ihre Lehren anzweifelt, wird als „Gegner“ angesehen und in besonderer Weise behandelt. Die Wachtturm-Gesellschaft lehrt tatsächlich die Zeugen Jehovas, bestimmte Tatsachen zu vertuschen oder in Bezug auf sie zu LÜGEN. Diese Taktik nennt sich THEOKRATISCHE KRIEGSSTRATEGIE. (1979, Seite 1, Hervorhebung vom Autor).

Die Wachturm-Gesellschaft versucht, ihre Haltung zu erklären, indem sie hinzufügt:

Bösartiges Lügen wird zwar in der Bibel deutlich verurteilt, aber das bedeutet nicht, dass man verpflichtet ist, jemandem wahrheitsgemäß irgendwelche Informationen zu geben, die zu erhalten er kein Recht hat. Jesus Christus gab den Rat: „Gebt das Heilige nicht Hunden, noch werft eure Perlen Schweinen vor, damit sie sie nicht etwa mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen“ (Mat 7:6). Deshalb hielt sich Jesus bei gewissen Gelegenheiten zurück, eine vollständige Auskunft zu geben oder gewisse Fragen direkt zu beantworten, wenn er dadurch unnötigen Schaden angerichtet hätte (Mat 15:1-6; 21:23-27; Joh 7:3-10). Zweifellos muss die Art und Weise, wie Abraham, Isaak, Rahab und Elisa handelten, als sie Personen, die keine Anbeter Jehovas waren, irreführten oder ihnen gewisse Tatsachen verschwiegen, ebenso beurteilt werden (1Mo 12:10-19; Kap. 20; 26:1-10; Jos 2:1-6; Jak 2:25; 2Kö 6:11-23).“ (Franz, 1971, Seite 245).

Reed erklärt wie folgt, wie diese Lehre tatsächlich angewandt wird:

Wenn ein Zeuge an einer Tür klopft, ein kurzes Verkaufsgespräch führt und ein kleines Buch für einen Dollar verkauft, mag das am Ort geltende Gesetz von ihm fordern, Umsatzsteuer zu kassieren. (Ein Kreditbericht über die Wachtturm-Gesellschaft in New York, Inc. enthüllte für das Jahr 1991 eine Verkaufszahl von 1,25 Milliarden Dollar für die Körperschaft, von etwas über 1 Milliarde Dollar im Jahre 1990). Um dieser Verpflichtung zu entgehen, weist die Organisation die Zeugen an, zu sagen, sie hätten die Bücher nicht verkauft, sondern abgegeben. Sie hätten den Dollar nicht als Bezahlung erhalten; vielmehr hätten sie das Geld als nicht damit im Zusammenhang stehende Spende zufällig erhalten. Eine weitere illegale Tätigkeit, die durch verhüllende Erklärungen verdeckt wird, bezieht sich auf die Verletzung der Jugendschutzgesetze und das Ignorieren von gerichtlichen Anordnungen in Bezug auf ärztliche Behandlung. Wenn sie solche drastischen Schritte unternehmen, um eine Bluttransfusion für kranke oder verletzte Kinder zu verhindern, bezeichnen die Zeugen Jehovas diese Aktionen gewöhnlich als Einhalten der Lauterkeit oder Gott an die erste Stelle setzen … Verhüllende Erklärungen [mit] verdunkelnden Wörtern … um Informationen vor Außenstehenden zu verbergen, die nicht mit der Sekte vertraut sind. Die Zeugen nehmen zu solchen Listen Zuflucht, wenn Anweisungen der Organisation von ihnen fordern, Steuergesetze zu verletzen, die Einberufung zur Armee abzulehnen, Jugendschutzgesetzen auszuweichen usw. Verfälschungen dieser Dinge werden nicht als Lügen angesehen, sondern als theokratische Kriegsstrategie“ (1997, Seiten 22, 28).

Noch eine weitere Bewertung dieser Lehre durch einen langjährigen, früher einmal hochrangigen Zeugen:

Sie [die Wachtturm-Gesellschaft] lehrt verbissen, dass es in Ordnung sei, „die Wahrheit vor seinen Feinden zu verbergen“, da man sich in einem „theokratischen Krieg“ befinde, der als Erlaubnis zum Lügen genommen wird. Und wer sind ihre Feinde? Alle außer ihnen selbst … Lügen ist in ihrer Literatur als zulässig bezeichnet worden, besonders gegenüber den „Feinden“ (und das ist jeder außer der elitären leitenden Körperschaft). Es hängt davon ab, wen man anlügt. Man gibt ihnen das Beispiel des Abraham, der in einer lebensbedrohlichen Situation den Status seiner Frau falsch darstellte und sie als seine Schwester statt als seine Frau bezeichnete. Also, argumentieren sie, ist es für uns ein Geringes, die „anderen Schafe“ zu belügen, ihnen zu sagen, sie seien „Christen“ und könnten predigen, der heilige Geist beschütze sie, usw.? Was macht das schon wirklich aus?“ (Ford, 1996, Seiten 7, 84)

Die Wachtturm-Gesellschaft lehrt, „Gottes Feinde“ zu belügen sei kein wirkliches Lügen, sondern theokratische „Kriegsstrategie“, und Gottes Wort gebietet: „Jeder von euch rede mit seinem Nächsten Wahrheit“ (Eph. 4:25). Dieses Gebot bedeutet jedoch nicht, dass wir jedem, der uns fragt, alles erzählen sollten, was er wissen will. Wir müssen dem die Wahrheit sagen, der berechtigt ist, sie zu wissen, aber wenn jemand nicht berechtigt ist, mögen wir ausweichend antworten. (Watchtower, 1. Juni 1960, Seiten 351-352)

Der Watchtower fügt sodann hinzu, „wir mögen nicht eine Unwahrheit sagen“, aber auch das bezieht sich wieder auf ihre Definition von Unwahrheit. Dieser Watchtower (1960, Seite 352) erklärt auch, wenn ein Wachtturm-Anhänger vor Gericht in den Zeugenstand gehe und schwöre, „die Wahrheit zu sagen, dann muss er, wenn er überhaupt etwas sagt, die Wahrheit äußern.“ Diese „Wahrheit“ ist jedoch das, was das Gericht als Wahrheit definiert, es ist allerdings überschattet davon, dass im Mittelpunkt steht, „die Wahrheit“ vor Gottes Feinden zu „verbergen“. Andere Artikel und die tatsächliche Praxis der Zeugen zeigen beide, dass dieser letzte Rat nicht streng befolgt wird. Zum Beispiel fügt der Watchtower vom 1. Mai 1957 hinzu:

Lügen sind Unwahrheiten, die aus selbstsüchtigen Gründen erzählt werden und anderen Schaden zufügen. Satan erzählte Eva eine Lüge, die ihr und der Menschenrasse großen Schaden zufügte. Ananias und Sapphira erzählten Lügen aus selbstsüchtigen Gründen. Aber das Verbergen der Wahrheit vor einem Feind, der nicht berechtigt ist, sie zu kennen, fügt diesem Feind keinen Schaden zu, besonders wenn er diese Informationen benutzen will, um andere Unschuldige zu schädigen … Es ist also in Zeiten geistigen Krieges angebracht, den Feind irrezuführen, indem man die Wahrheit verbirgt. Es geschieht aus selbstlosen Gründen; es fügt niemandem Schaden zu; im Gegenteil, es bewirkt viel Gutes.“ (Seiten 284-285).

Wie William Blake einmal sagte: „Eine mit böser Absicht erzählte Lüge schlägt alle Lügen, die man erfinden kann.“ Die Lehre wird am besten zusammengefasst in Die Maßnahme, einem Spiel von Bertolt Brecht: Wer immer für den Kommunismus kämpft, der muss bereit sein, zu kämpfen oder nicht zu kämpfen, die Wahrheit zu sagen oder nicht die Wahrheit zu sagen, Dienste zu leisten oder sich zu weigern, das zu tun, erkannt zu werden oder sich zu verstellen. Wer für den Kommunismus kämpft, hat nur eine einzige Tugend, nämlich die, dass er für den Kommunismus kämpft (Zitiert in Perutz, 1989, Seite 139).

Wilson gibt ein Beispiel an, wie diese Lehre heute angewandt wird: Die Ältesten baten diesen jungen Mann, unsere Tochter anzurufen und irgendeinen Grund zu erfinden, damit sie herüber ins Haus kommt. Unter dem Vorwand der „theokra­tischen Kriegsführung“ war das Lügen annehmbar, wenn es dem Bedürfnis der Organi­sation diente. Folglich war der Wahrheitsgehalt des Grundes, den er ihr angab, damit sie zustimmte, ihn in dem Haus zu treffen, unbedeutend. Er täuschte Hilflosigkeit über einen Aspekt, sich um die Dinge im Haus zu kümmern, vor und bat sie, sich dort mit ihm zu einer bestimmten Zeit zu treffen, so dass sie ihn helfen könnte. In dem Vertrauen, dass er sie nie verraten würde, stimmte sie zu (2000, p. 118).

Dass die Wachtturm-Gesellschaft ihre Anhänger ausdrücklich lehrt, zu lügen, wie dieses Wort im Deutschen normalerweise gebraucht wird, wird veranschaulicht durch ihre Erörterung, wie Abraham Sarah sagte, die solle „die Tatsache verbergen“, dass sie seine Frau war (Watchtower, 1. Februar 1956, Seite 78). Der Watchtower merkt an, Jahre später, als Abraham in dem Philisterland Gerar war, habe er die Lüge über Sarah wiederholt und dreist behauptet, seine Frau sei „meine Schwester“. Die Wachtturm-Gesellschaft kommt zu dem Schluss, dies sei keine Lüge, weil Abraham Sarah aus einem lobenswerten Grund als seine Schwester ausgab, nämlich …

… um eine gewalttätige Auseinandersetzung über seine Frau zu verhindern. Sarah erkannte Abraham als ihren Herrn an und war mit der Vereinbarung einverstanden und bereit, die Folgen zu tragen … Sie war bereit, ihren Teil dazu beizutragen, das Leben des Propheten Jehovas zu bewahren … Doch Kritiker … sehen Abraham als Lügner an, als Ausflüchte machenden, schwächlichen Feigling.“  (1. Februar 1956, Seite 79)

Ironischerweise war dieses Beispiel, das die Wachtturm-Gesellschaft verwendet, um das Lügen zu recht­fertigen, eben wegen des Lügens ein Schuss, der nach hinten losging. Der Pharao, der dachte, Sarah sei Abrahams unverheiratete Schwester, nahm sie zur Frau und verursachte so eine Plage über „Pharao und sein Haus“. Als der Pharao herausfand, dass Abraham gelogen hatte und ihm seine Frau zurückgab, protestierte er gegen Abraham und erklärte, was geschehen sei, hätte verhindert werden können, wenn Abraham nur die Wahrheit gesagt hätte (1. Mose 12:10-20). Anstatt also ein Beispiel zu sein, das das Lügen rechtfertigt, verurteilt diese Bibelstelle das Lügen, indem sie zeigt, das es nach hinten losgehen kann. Abraham log auch gegenüber Abimelech in Bezug auf seine Frau und löste damit fast eine Katastrophe aus (1. Mose 20). Die neueste Erörterung erschien in Awake! vom 8. Februar 2000, wo es unter der Überschrift „Vorsichtig wie Schlangen“ heißt:

Ehrlich zu sein bedeutet natürlich nicht, dass wir verpflichtet sind, jemandem, der uns danach fragt, alle Informationen preiszugeben. „Gebt das Heilige nicht Hunden, noch werft eure Perlen Schweinen vor, damit sie [sich] nicht etwa … umwenden und euch zerreißen“, warnte Jesus in Matthäus 7:6. So mögen zum Beispiel Personen mit bösen Absichten kein Recht haben, bestimmte Dinge zu wissen. Christen verstehen, dass sie in einer feindlichen Welt leben. Daher wies Jesus seine Jünger an, „vorsichtig wie Schlangen“ und doch „unschuldig wie Tauben“ zu sein (Matthäus 10:16; Johannes 15:19). Jesus enthüllte nicht immer die volle Wahrheit, besonders wenn das Enthüllen aller Tatsachen ihm und den Jüngern unnötigen Schaden hätte bringen können. Und doch log er auch dann nicht. Statt dessen sagte er nichts oder lenkte das Gespräch in eine andere Richtung. – Matthäus 15:1-6; 21:23-27; John 7:3-10“ (8. Februar 2000, Seite 21, Übersetzung aus dem Englischen).

Die Wachtturm-Gesellschaft behauptet, sie verurteile das direkte Lügen und befürworte nur, die Wahrheit zu verbergen. Aber wenn sie den Fall Abraham als ein Beispiel benutzt, ihm in Situationen nachzueifern, wo dies die Wachtturm-Gesellschaft schützen kann, dann zeigt sie damit an, dass sie in der Tat direktes Lügen befürwortet.

Reed bemerkt zu dieser Lehre:

Wenn die Wachtturm-Gesellschaft Zeugenkinder anweist, bei einer Aussage vor Gericht das Gegenteil von dem zu sagen, was zu glauben sie gelehrt wurden, dann fordert sie von ihnen, eine Art von Doppelsprech zu verwenden, das die meisten Menschen als Lügen ansehen würden. Und wenn ihr Gewissen den Kindern auch nicht sagt, dass sie Lügner sind, dann müssen sie auch Doppeldenk benutzen, die geistige Verrenkung, die George Orwell in seinem Roman beschreibt … wo die Menschen durch eine totalitäre Gesellschaft gezwungen werden, sich völlig der Wahrheit bewusst zu sein und doch sorgfältig konstruierte Lügen zu verbreiten.“ (1996, Seiten 230-231)

Noch ein weiteres Beispiel zeigt, dass mit der Anwendung der Lehre offenes Lügen verbunden ist:

Während ich diese Nachforschungen anstellte … traf ich eine Frau, die mir eine Narbe auf ihrem Oberarm zeigte, von der sie sagte, sie rühre von einer Verätzung mit einer Säure her. Sie erklärte, das Bestechen eines Arztes, damit er auf dem Arm eines Kindes eine Narbe verursache, die die Narbe nachahmte, die eine Pockenimpfung hinterlässt, und dann eine Impfbescheinigung ausstelle [in der bescheinigt wird, dass das Kind geimpft wurde], damit das Kind zur Schule gehen könne, war in den Jahren, in denen die Gesellschaft das Impfen verboten hatte, übliche Praxis unter den Zeugen. Man kann sich nur vorstellen, wie viele Zeugen oder ihre Kinder aufgrund dieser Praxis der theokra­tischen Kriegsführung, Impfungen zu vermeiden, an Pocken starben“ (Wilson, 2002, Seite 180).

Eine ausführliche Diskussion der Lehre, und wie sie angewandt wird, findet sich in der Zeugenaussage im Fall Gouvitsa gegen Gouvitsa, in dem der vereidigte Sachverständige auf die Frage „Was ist die theokratische Kriegsstrategie bei den Zeugen Jehovas?“ sagte:

Die theokratische Kriegsstrategie ist unter den Zeugen Jehovas weit verbreitet. Es gibt sie auf unterschiedlichen Niveaus … Zuerst muss man die Definition von Lüge verstehen. Und weil das so wichtig ist, möchte ich es gerne vorlesen … In ihrem Lexikon „Aid to Bible Understanding“ heißt es: „Lügen beinhaltet im Allgemeinen, jemandem, der berech­tigt ist, die Wahrheit zu kennen, etwas Verkehrtes zu sagen.

… Ich betone das Wort „berechtigt“ deshalb so sehr, weil die Zeugen … die Welt als mit zwei Arten von Menschen bevölkert ansehen … die Schafe und die Böcke … die Zeugen Jehovas und die Nichtchristen als den Rest der Welt … Gottes Volk und Satans Volk … Die einzigen Menschen, die zu 100% immer berechtigt sind, die Wahrheit zu kennen, sind die Zeugen Jehovas. Die Menschen, die dem Worte Gottes widerstehen, so sagen die Zeugen Jehovas, sind diejenigen in der Christenheit …Sie sind im Widerstand, folglich sind sie auch nicht immer berechtigt, die Wahrheit zu kennen … Wir haben bei unserer Arbeit Menschen angetroffen und von vielen Fällen gehört; woran ich mich gerade erinnere, das ist ein Mann, der ein Pamphlet geschrieben hatte, in dem er die Wachtturm-Organisation als Sekte bloßstellte. Und er traf sich mit einem Zeugen Jehovas. Und irgendwie kamen sie gerade über dieses Pamphlet ins Gespräch … Und der Zeuge Jehovas machte das Pamphlet nieder, es ei völlig falsch, und er behauptete nicht nur, den Schreiber des Pamphletes zu kennen, sondern auch, dass der Schreiber unmora­lisch und von den Zeugen Jehovas hinausgeworfen sei, ein Abtrünniger sei usw., und dem Inhalt des Pamphletes könne man nicht trauen.

 

Dann erzählte dieser Mann dem Zeugen Jehovas, dass er selbst der Schreiber des Pamphletes sei … Das ist ein Beispiel für die so genannte theokratische Kriegsstrategie.  Mit anderen Worten, der Zeuge Jehovas [meinte] … es sei wichtig, den Inhalt herunter­zumachen, damit die Organisation besser aussehe. Theokratische Kriegsstrategie ist grundsätzlich eine Methode, die in sehr vielen unterschiedlichen Weisen angewandt wird. Nicht nur direktes Lügen, sondern manchmal ein Ausweichen vor der WAhrheit, manchmal ein Erzählen von Halbwahrheiten … die Organisation benutzt sie [die theokratische Kriegsstrategie] nicht nur gegenüber der allgemeinen Öffentlichkeit, sondern auch gegenüber den Zeugen Jehovas“ (Joy Hutton Gouvitsa Arnold, Kläger, gegen Gus Konstantine Gouvitsa, Zeugenaussage Duane Magnani, Seiten 109-113).

Die Geschichte und die Entwicklung der Lehre

Der früheste gedruckte Bezug auf die Lehre von der theokratischen Kriegsstrategie in offiziellen Wachtturm-Veröffentlichungen datiert aus einem Buch von 1936, Riches (Rutherford, 1936):

Eine Lüge ist jemandes falsche Aussage gegenüber einem anderen, der berechtigt ist, die Wahrheit zu hören und zu kennen, eine Falschaussage, die dazu neigt, dem anderen Schaden zuzufügen. Eine Falschaussage, um jemanden zu täuschen und ihm Schaden zuzufügen, ist eine vorsätzliche und böswillige Lüge.“ (Rutherford, 1936, Seite 177)

Raines kommt zu dem Schluss, das obige Zitat deute an, dass einige nicht „berechtigt“ sind …

… die Wahrheit zu kennen, und wenn jemand eine Falschaussage mache, ohne die Absicht zu haben, ihm zu „schaden“, dann sei das keine Lüge, sondern was Goodrich als „Rahab-Technik“ bezeichne. Warum hat Rutherford sonst nicht nur gesagt, eine Lüge sei eine wissentliche Falschaussage? Goodrich sah es so, und so hat die Gesellschaft seit­her Lügen gegenüber  „theokratischer Kriegsstrategie“ definiert“ (Raines, 1996, Seite 20).

Ein frühes Beispiel für den Gebrauch theokratischer Kriegsführung eines Zeugen gegenüber einem anderen, das sich Anfang der 1940er Jahre ereignete, betraf Roy Goodrich, einen früheren Wissen­schaftslehrer und langjährigem Versammlungsaufseher. Goodrich schickte an einen M. A. Howlett in der Wachtturm-Weltzentrale einen Brief, in dem er sich besorgt darüber äußerte, dass die Wachtturm-Gesellschaft die E.R.A.-Maschine benutze, um Krankheiten zu behandeln. E.R.A. ist eine „oszillo­klastische Maschine“, von Dr. Abrams erfunden, einem berüchtigten Quacksalber, der Historikern, die sich mit der Wissenschaft der Quacksalberei befassen, gut bekannt ist (Warner, 1941). Goodrich war besorgt, weil er schloss, die E.R.A.-Technik habe mit Dämonismus zu tun. Aus diesem Grund schrieb er Howlett, um festzustellen, ob die Gerüchte, die er über die E.R.A.-Maschine gehört hatte, dass sie immer noch im Bethel (der Wachtturm-Zentrale) benutzt werde, zutreffend seien.

Howlett antwortete Goodrich wie folgt: „Du bist offensichtlich über meine Verbindung zu E.R.A. falsch informiert. Ich weiß nichts davon und habe sie nie benutzt. So eine Maschine gibt es nicht im Bethel” (Goodrich, 1944). Goodrich wusste, dass Howletts Behauptung falsch war, weil er Wissen aus erster Hand besaß, dass ein gewisser Chester Nicholson mit der E.R.A.-Maschine von Howlett „behandelt“ worden war. Goodrich wusste auch, dass die E.R.A. seit 1922 von einem „Dr.“ Work im Bethel benutzt wurde. Da Howlett überdies vor 1922 begonnen hatte, im Bethel zu arbeiten, wusste Goodrich, dass Howletts Behauptung, nicht einmal etwas „von der ERA gehört“ zu haben, absurd war, weil Howlett Arzt im Bethel war. Folglich „glaubte Goodrich daher, dass Howlett ihn anlog““ (Raines, 1996, Seite 20).

In Beantwortung des Briefes von Howlett schrieb Goodrich einen ausführlichen Brief an das Wachtturm-Direktorium und an den Wachtturm-Präsidenten Nathan Knorr. Goodrich, der damals als Zeuge in gutem Ruf stand, schrieb besonders darüber, was er für eine Falschanwendung der theokratischen Kriegsstrate­gie durch Howlett hielt (in den 1940er Jahren wurde sie Rahab-Technik genannt, nach Rahab, die log, um die Spione zu schützen). Raines merkt an, diese Technik beinhalte, jemand „mit falschen Informationen irrezuführen“, eine Erwiderung, die „die meisten Menschen als Lügen“ bezeichnen würden (Raines, 1996, Seite 20). Goodrich war verblüfft, weil, wie er gegenüber Howlett erklärte, der einzige Sinn, den die Worte [Howletts] vermittelten, den grundlegenden Tatsachen widerspräche, die ich kannte. Ich muss jedoch glauben, dass du hehre Beweggründe hast, wenn du so schreibst – den Wunsch, Jehovas Namen zu ehren. Du hast dich an Rahabs Gutheißung und die Aussagen oben auf Seite 177 in RICHES erinnert und ohne Zweifel offenkundig eine klare und logische Rechtfertigung im Sinn [zu lügen]. (Goodrich, 1944, p. 1)

Was Goodrich am Herzen lag, war, dass die Lehre das Lügen nur denen gegenüber rechtfertige, die nicht berechtigt seien, die Wahrheit zu kennen, und Goodrich glaubte, als Zeuge Jehovas und langjähriger vorsitzführender Aufseher habe er das Recht, die Wahrheit in dieser Angelegenheit zu kennen. Raines merkt an, dass die Lehre von der theokratischen Kriegsführung …

… bedeutet, dass einige nicht „berechtigt“ sind die Wahrheit zu kennen, und wenn jemand eine Falschaussage mache, ohne die Absicht zu haben, ihm zu „schaden“, dann sei das keine Lüge, sondern … „Rahab-Technik“. Warum hat Rutherford sonst nicht nur gesagt, eine Lüge sei eine wissentliche Falschaussage? Goodrich sah es so, und so hat die Gesellschaft seit­her Lügen gegenüber  „theokratischer Kriegsstrategie“ definiert.“ (Rai­nes, 1996, Seite 20)

Goodrich erwiderte nachsichtig und kam zu dem Schluss, dass Howlett tatsächlich die Rahab-Technik beabsichtigte … In aller Freundlichkeit also, Bruder Howlett, ist die unausweichliche Logik  deines Briefes an mich, dass es sich um eine der beiden Möglichkeiten handeln muss: (1) Eine möglicherweise böswillige Lüge, oder (2) das Eingeständnis vor dem Herrn, dass du Dämonismus ausgeübt hast, und dich „herausredest“. (Goodrich, 1943, Seite 1)

Goodrichs Bemühung, die Wachtturm-Gesellschaft auf seine Sorge aufmerksam zu machen, führte schließlich zu seinem Ausschluss (erzwungener Rauswurf von der Wachtturm-Gesellschaft, der ihm den Kontakt mit fast allen Mitgliedern in gutem Ruf unmöglich machte). Interessanterweise kam der Watchtower zu demselben Schluss über E.R.A., für den Goodrich ausgeschlossen worden war (Raines, 1996, Seite 20). Einige Einzelheiten dieser heute berüchtigten Wachtturm-Lehre wurden in einer Unter­suchung von Frakes berichtet:

In seinem Sonntagmorgenvortrag „Vorsichtig wie Schlangen unter Wölfen“ … legte Franz bestimmte Passagen im Alten Testament so aus, als bewiesen sie, dass Jehova das An­lügen der eigenen Feinde gutheiße, wenn es um die Bewahrung seiner selbst gehe; dass also solch ein Lügen so lange nicht verurteilt wird, wie es sich gegen Außenstehende richtet. Daraufhin dankte ihm der Vorsitzende als Vertreter der Wachtturm-Gesellschaft für das „neue Licht“, das er gebracht hatte.“ (1955, Seite 819)

Mit Sherrills Worten bedeutete diese neue Lehre, dass „Lügen zur theokratischen Kriegsstrategie gehört.  Ein Zeuge Jehovas kann jemanden belügen, wenn dieser nicht berechtigt ist, die Wahrheit zu kennen“ (1995, p. 56). Die Wachtturm-Lehre, dass man „nur denen die Wahrheit sagen sollte, die ein Recht haben, sie zu kennen“, bedeutet, dass Wachtturm-„Gegner“ (diesen Begriff benutzt die Wachtturm-Gesellschaft für sachkundige Kritiker; siehe Reed, 1997, Seite 101) und Kritiker kein Recht haben, die Wahrheit zu kennen.

Als Soldat Christi [befindet sich ein Zeuge] … im theokratischen Krieg und muss vermehrte Vorsicht üben, wenn er mit Gottes Feinden zu tun hat. Daher zeigt die Bibel, dass es für den Zweck, die Interessen Gottes zu schützen, angebracht ist, die Wahrheit vor den Feinden Gottes zu verbergen … Dies fällt unter den Begriff „Kriegsstrategie“ … und ist in Übereinstimmung mit Jesu Rat, dass man unter Wölfen „vorsichtig wie Schlangen“ sein sollte. Sollten die Umstände von einem Christen fordern, in den Zeugen­stand zu treten und zu schwören, die Wahrheit zu sagen, dann … wird ein reifer Christ das Wohl seiner Brüder über sein eigenes stellen und sich an Jesu Worte erinnern: „Niemand hat größere Liebe als die, dass einer [seine Seele] zugunsten seiner Freunde hingebe.“ – Matt. 10:16; Joh. 15:13. (Watchtower, 1. Juni 1960, Seite 352; siehe auch 1. Februar 1956, Seite 78)

Alle Kritiker und Gegner der Wachtturm-Gesellschaft werden als „Wölfe“ betrachtet, die der Wachtturm-Gesellschaft, deren Anhänger „Schafe“ genannt werden, den Krieg erklärt haben. Überdies ist es „angemessen, dass die harmlosen ‚Schafe’ im Interesse des Werkes Gottes gegenüber den Wölfen zur theokratischen Kriegsstrategie greifen“ (Watchtower, 1. Februar 1956, Seite 86).

Der Fall Elsa Abt (siehe Watchtower, 1. Mai 1957, Seite 285) ist ein gutes Beispiel, wie die Wachtturm-Gesellschaft mehr als das Verbergen der Wahrheit lehrt, nämlich offenes Lügen. Als sie, so der Bericht im Watchtower, von der Polizei nach dem Verbleib eines Vervielfältigungsapparates und der “Identität dessen, der die Führung im Predigtwerk im Untergrund ausübe”, gefragt wurde, antwortete sie entgegen der Wahrheit und „gab vor, nichts zu wissen“. Ihr offenes Lügen hier wird als gutes Beispiel dargestellt, dem die Zeugen nacheifern sollten. In einem ganzen, “Gerechtfertigtes Lügen” überschriebenen Kapitel kommt  Thomas zu dem Schluss, das es den Zeugen …

“ … von der Gesellschaft gestattet ist … im Interesse ihrer Religion zu lügen. Die Zeugen Jehovas nennen das natürlich nicht Lügen … [die Wachtturm-Führung hat] hat eine neue Bezeichnung für diese Art von Täuschung erfunden, sie sagen dazu „theokratische Kriegsstrategie“ üben“ (Thomas, 1972, Seite 95).

Dann zitiert Thomas den Watchtower (1. Mai 1951), der, so behauptet er, „deutlich zeige, dass Zeugen Jehovas in der Tat lügen, wann immer es zu ihren Absichten passt.“ Dieser Artikel spricht über eine Zeugin, die, während sie bekehrend von Haus zu Haus ging, auf einen Wachtturm-Gegner traf:

“ … Sie wusste sofort, was zu erwarten war, und zog sich im nächsten Gang die rote Bluse aus und eine grüne an. Gesagt, getan, als sie auf der Straße erschien, fragte sie ein kommunistischer Funktionär, ob sie eine Frau mit einer roten Bluse gesehen habe. Nein, erwiderte sie, und ging weiter. Hat sie gelogen? Nein. Sie war keine Lügnerin. Sie hat vielmehr zur theokratischen Kriegsstrategie gegriffen und um des Dienstes willen die Wahrheit durch ihr Handeln und Sagen verborgen.“ (Seite 285)

Thomas kommt zu dem Schluss, in diesem Fall habe die Zeugin „gelogen, um ihre eigene Haut zu ret­ten“, und der dreiste Versuch der Wachtturm-Gesellschaft, diesen Vorfall als Entschuldigung zu benutzen, dass nun alle Zeugen Jehovas im Interesse ihrer Religion täuschen und lügen dürfen [sollte verurteilt werden]. Anstatt dass es der Wachtturm-Gesellschaft um ihres­gleichen, die log, weil sie selbst die Zeugin Jehovas in der roten Bluse war, leid tut, gratuliert sie ihr auch noch für weises Handeln! (1972, Seite 95).

Als Erklärung, wer ein angemessenes Ziel für die theokratische Kriegsführung ist, sagt der Watchtower (15. April 1957 Seite 256) ausdrücklich, dies sei jeder Feind der „Organisation Gottes“ (gemeint ist die Wachtturm-Gesellschaft) und alle, die „hassen, was sie lehrt“ und „und andere davon abhalten wollen, etwas (über den Wachtturm) zu erfahren“ … man muss die ‚Wölfe’ davon abhalten, Bemühungen zu behindern, schafähnlichen Menschen, die nach Erkenntnis der Wahrheit und Gerechtigkeit hungern, zu Hilfe zu kommen. Wenn sie auf ‚Wölfe’ treffen, werden Christen die [Kriegs]strategie benutzen und weise wie Schlangen und doch unschuldig wie Tauben sein.“ Mit anderen Worten, es ist gerechtfertigt, wenn ein Zeuge gegen jeden zur theokratischen Kriegsstrategie greift, der dem Wachtturm-Werk ins Gehege gerät, darunter auch Wachtturm-Kritiker, die selbst Zeugen sind, wie das obige Beispiel Goodrichs zeigt.

Dass die Wachtturm-Gesellschaft offen lehrt, dass Lügen als Täuschung angemessen ist, um ihre Interessen zu verteidigen, zeigt der folgende Wortwechsel zwischen Wachtturm-Anwältin Carolyn Wah und Duane Magnani, der im Fall Marcus Reyes vereidigt war (Fall 6939-C. Abilene, TX. Im Bezirksgericht von Taylor County, TX, 326. Gerichtshof):

Magnani: … [Die Zeugen lehren, dass sie sich] in einem theokratischen Krieg befinden und vermehrte Vorsicht walten lassen müssen, wenn sie mit Gottes Feinden zu tun haben. So zeigt die Schrift, dass es für den Zweck, die Interessen Gottes zu schützen, angemessen ist, die Wahrheit vor Gottes Feinden zu verbergen.

Wah:  Danke. Wäre diese Vorstellung anders als bei einem Soldaten, der eine Regierung unterstützt und von der gegnerischen Armee gefangen genommen wurde?

Magnani: Ja.

Wah: Wie das?

Magnani: Nun, in dieser Situation, wenn wir darüber reden, die Wahrheit zu verbergen … im Sinne eines theokratischen oder geistigen Krieges glauben die Zeugen Jehovas, dass alle Nichtzeugen zum Lager Satans gehören und alle Zeugen Jehovas zu Gottes Lager …

Wah: Sie sagen also, in einem Krieg, zum Beispiel im Zweiten Weltkrieg, hätte ein von amerikanischen Soldaten gefangener deutscher Soldat kein Problem, den anderen an­zulügen?

Magnani: Das hängt von den Umständen ab. Der Hauptbeweggrund im Leben der Zeugen Jehovas ist der, darzustellen, was immer die Wachtturm-Organisation wünscht, dass sie es darstellen. Hat die Organisation etwas gesagt, über das ein Gegner, d.h. ein Nichtzeuge, sprechen möchte, dann ist es nach unserer Erfahrung und den uns vorliegenden Dokumenten die Pflicht des Zeugen Jehovas, im Prinzip zu vertuschen, zu lügen [oder] die Tatsachen zu verdrehen … damit die Gesellschaft ein gutes Bild abgibt … (R.T. Seite 47).

Nach einer Untersuchung der Wachtturm-Vorschriften und -praktiken kam der Rechtsanwalt Thad Nugent zu dem Schluss, die Wachtturm-Gesellschaft empfehle die Abgabe einer Zeugenaussage unter Eid, von der bekannt ist, dass sie unwahr ist … Nach den gesetzlichen Definitionen ist das Meineid, [und] … es ist sehr deutlich, dass [die Wachtturm-Gesellschaft] die „Zeugen Jehovas, die sich in Sorgerechtsfälle verwickelt finden, anweist, wie sie es vermeiden, sich in eine Situation hineinzumanövrieren, [in der] … sie sagen müssen, was sie im Hinblick auf ihre Kinder wirklich praktizieren, wie ihre Kinder leben, welche Einschränkungen diesen Kindern für ihre psychologische, seelische und soziale Entwicklung auferlegt werden, [und diese Schlussfolgerung ist] wirklich eindeutig!“ (Witness, Inc., 1994, mitgeschnittenes Interview mit T. Nugent).

In einem Fall, der offensichtlich nicht atypisch ist, informierte der Wachtturm-Anwalt angeblich eine Zeugin, die versuchte, das Sorgerecht zu erhalten, das Gericht „könnte wegen ihrer Religion gegenüber den Zeugen Jehovas voreingenommen sein. Daher kann jedes Beispiel für eine Misshandlung, an die Sie sich erinnern können, für Ihren Fall hilfreich sein.“ Nachdem die Zeugin erklärte, sie könne sich an keine erinnern, gab ihr der Wachtturm-Anwalt angeblich mit folgenden Worten Nachhilfeunterricht, das Gericht irrezuführen: „Wenn Sie nicht [an ein Beispiel für eine Misshandlung denken können], dann wird es für Sie schwerer, den Fall zu gewinnen. Denken Sie fest nach, und ich bin sicher, Sie können auf einen Vorfall kommen, wo Sie sich zumindest vor Ihrem Mann fürchteten.“ Der Anwalt ermunterte angeblich zum Lügen, indem er der Zeugin erklärte, dass der Ausgang des Verfahrens für ihre Kinder das ewige Leben bedeute, und betonte, wenn das Sorgerecht ihrem Mann, einem Gegner, übertragen werde, hieße das, dass sie in Harmagedon vernichtet würden. Er argumentierte wie folgt:

Möchten Sie, dass Ihre Kinder in Harmagedon einen entsetzlichen Tod erleiden? Möchten Sie nicht mit ihnen zusammen in der neuen Welt sein? Ihr Leben liegt in Ihren Händen, und sie müssen tun, was Sie können, um sicherzustellen, dass Sie das Sorgerecht erhalten. Wenn ein verwirrter Mann mit Schaum vor dem Mund an Ihre Tür käme und nach Ihrer Mutter fragte, würden Sie ihm offen erzählen, dass Ihr Mutter oben, die Treppe hinauf, ist, und Ihm erlauben, dass er mit Gewalt eintritt und nach oben geht und ihr Schaden zufügt? Nein, natürlich nicht; Sie würden alles mögliche sagen, um ihn irrezuführen. Schließlich hat er kein Recht, die Wahrheit zu erfahren. Ebenso hat in dieser Situation das Gericht nicht das Recht, die Wahrheit zu kennen.“ (Aus der Abschrift eines Gesprächsmitschnittes mit einer ehemaligen Zeugin Jehovas, die Quelle ist aufgrund der Vertraulichkeit gegenüber der Klientin nicht näher bezeichnet. Der Autor war bei diesem Fall Berater.)

In einem anderen Fall, in dem der Autor Berater war, behauptete die Zeugin, ihr Mann „sage nur mit dem Mund“, dass er ihr Schaden zufügen wolle; dennoch wurde er vor Gericht wegen körperlicher Miss­handlung angeklagt, ganz im Gegensatz zu ihren früheren Behauptungen. Durch die Benutzung solcher Taktiken mögen Wachtturm-Anwälte ihre Klienten überreden, vor Gericht die theokratische Kriegs­strategie zu benutzen. Die Wachtturm-Gesellschaft greift auch nicht selten zu skrupellosen Angriffen ad hominem, sie legt völlig falsche Bewiese gegen Leute vor, die bei dieser Art von Fällen aussagen.

Ein früheres Beispiel für den Gebrauch der theokratischen Kriegsstrategie durch die Wachtturm-Gesell­schaft wurde von einem Wachtturm-Vertreter in Schweden, einem Johan Henrick Eneroth, geliefert, der erklärt, während des Zweiten Weltkrieges sei es „nötig geworden, theokratische Kiregsstrategie zu benutzen, um den gewünschten Kontakt mit besetzten Ländern aufrecht zu erhalten.“ Dann erklärte er, er habe die Regierung täuschen und seine Absicht falsch darstellen müssen, um ein Visum zu erhalten. Insbesondere behauptete Eneroth fälschlich, er sei „Großhändler von Eingeweiden“ (Watchtower, 1. Februar 1965, Seite 94). Dann benutzte er wiederum theokratische Kriegsstrategie, um Wachtturm-Literatur nach Norwegen zu schmuggeln, indem er Lebensmittelpakete schickte, besonders Eier, wobei „jedes einzelne Ei in mehrere Blätter [der Zeitschrift] Wachtturm gewickelt war.” Er fügt hinzu: „Als das schließlich von den Deutschen entdeckt wurde, fanden wir einen anderen Weg“ (Watchtower, 1. Februar 1965, Seite 94). Dieser andere Weg bestand aus dem Packen von Zeitschriften Der Wachtturm in Lebensmittel, die dann zum Militärflughafen Aalborg in Dänemark gebracht wurden, damit sie „mit Hitlers eigenen Flugzeugen nach Norwegen geflogen würden!“ (Watchtower, 1. Februar 1965, Seite 95). Dann berichtet der Autor von mehreren weiteren Methoden, die er benutzte, um verbotene Literatur in andere Länder zu schmuggeln.

Ein weiterer Fall aus den Niederlanden wurde von Robert A. Winkler berichtet. Als ihm ein Verhör angedroht wurde, „wusste er, dass das den Gebrauch der theokratischen Kriegsstrategie um des Königreichswerkes und meiner christlichen Brüder willen bedeutete“ (Watchtower, 15. März 1967, Seiten 188-189). Diese Aussage zeigt, wie eng die Lehre von der theokratischen Kriegsführung mit der Wachtturm-Theologie verbunden ist.

Die Wichtigkeit der theokratischen Kriegsführung wurde in einem weiteren Wachtturm-Artikel wiederholt (15. Mai 1988, Seite 20), wo erzählt wird, dass Winkler theokratische Kriegsstrategie benutzte, um seine Mitzeugen zu schützen, und dass Zeugen diese Technik gelegentlich benutzen müssen, um die Wachtturm-Organisation zu verteidigen. Der Ausdruck, theokratische Kriegsführung „um des Königreichs­werkes und meiner christlichen Brüder willen“ meint hier das Zurückhalten der Wahrheit, um die Wachtturm-Organisation und ihre Aktivitäten zu schützen. Die Lehre deckt nicht nur das Lügen ab, sondern auch Täuschung. Der Watchtower drückte das so aus:

Um die unmittelbare Bedrohung abzuwenden, war Hesekia einverstanden, Sanherib Tribut zu zahlen, und er riss sogar die metallbelegten Türen und Türpfosten aus Jehovas Tempel, um den Tribut zahlen zu können (2. Kö. 18: 13-16). Ohne Zweifel war dies ein Teil der theokratischen Kriegsstrategie Hesekias, ein Zug, um Zeit zu gewinnen und ihn in eine bessere Lage zu versetzen, mit dem Feind zu kämpfen. Gleichermaßen gibt es heute Gelegenheiten, wo sich Jehovas Zeugen vorsichtig bewegen müssen, um ihr von Gott verliehenes Recht auf die wahre Anbetung zu bewahren“ (15. März 1968, Seite 170).

Der Artikel lehrt, dass die Zeugen das weltliche Gesetz verletzen können – entweder indem sie Schlupf­löcher im Gesetz finden oder es umgehen. Die Wachtturm-Gesellschaft neigt dazu, dies in den Mittel­punkt zu rücken, anstatt innerhalb der Gesetze zu wirken, um zu ändern, was sie als unrechte Gesetze ansieht, wie es die meisten Kirchen tun.

Anwendungen der theokratischen Kriegsführung durch die Wachtturm-Führung

Ein gutes Beispiel für Lügen auf höchster Wachtturm-Ebene ereignete sich dem Vernehmen nach in Europa als Folge eines Einbruchs im Wachtturm-Zweigbüro in Holbæk in Dänemark am 23. Juli 1993. Der Fall steht in Beziehung zu einer dänischen Vorschrift namens Registertilsyn, die am 14. September 1992 verkündete, dass die Wachtturm-Praxis, bestimmte vertrauliche Informationen über ihre Mitglieder aufzubewahren, eine Verletzung des dänischen Gesetzes darstellt. Auf diese Vorschrift hin erklärte sich die Wachtturm-Gesellschaft einverstanden, alle persönlichen und vertraulichen Informationen über Straf­maßnahmen bis November 1992 zu vernichten. Kurze Zeit vor Ende dieser Frist erklärte das Wachtturm-Zweigbüro, es habe die Anordnung des registertilsyn ausgeführt (Henricksen, 1993, Seite 2).

Ob das dänische Gesetz, das dem amerikanischen Privacy Act ähnelt, ein gerechtes Gesetz ist, steht auf einem anderen Blatt. Uns geht es hier um die Wahrhaftigkeit der Wachtturm-Erklärung, dass die relevanten Akten vernichtet wurden. Das Zweigbüro muss sich insbesondere an das Vorschriftenbuch Branch Office Procedure halten, das die offizielle Wachtturm-Politik umreißt. Der Band lehrt die theokra­tische Kriegsstrategie und merkt an, dass die Zweigführung ihr Urteilsvermögen gebrauchen solle, um zu bestimmen, ob es im besten Interesse der Wachtturm-Gesellschaft ist, ehrlich zu sein. Es heißt „manchmal ist es das Beste, bestimmte Dinge nicht zu sagen, auch wenn sie wahr sind“ (Henricksen, 1993, Seite 3). Der Einbruch brachte Dokumente zum Vorschein, die enthüllten, dass die Wachtturm-Gesellschaft die Vorschrift in diesem Falle angewandt und offen gelogen hatte, was das Vernichten der Dokumente angeht. In Henricksens Worten:

Die Tatsache, dass die Zeugen Jehovas, wenn nötig, auch lügen – auch um Dinge zu vertuschen, die ihnen peinlich sind –, ist durch diesen „Aktenfall“ mehrfach gezeigt worden. Gelegentlich bestritt die Organisation, dass solche Akten existierten, als die Zeitungen sie als gestohlen meldeten. Jorgen Larsen and Erik Jorgensen (beide vom Zweigbüro in Holbæk) haben in Zeitungen und im Nachrichtenprogramm des dänischen Kanal 2 gelogen. Sie bestritten mehrere Tatsachen, die später öffentlich bekannt wurden“ (1993, Seite 3).

Eine andere Unehrlichkeit in diesem Fall ist unter anderem die Wachtturm-Behauptung, eine Akte werde nur fünf Jahre lang aufgehoben, nachdem jemand nach seinem Gemeinschaftsentzug wieder aufgenom­men wurde. Die Kopenhagener Zeitung Politikenenthüllte ein Dokument, das zeigte, dass „mehrere registrierte Fälle älter als vierzig Jahre alt und mit dem Stempel ‚Darf nicht vernichtet werden’ versehen waren, darunter Fälle, wo ausgeschlossene Zeugen wieder aufgenommen worden waren“ (Henricksen, 1993, pp. 3-4). Die Wachtturm-Gesellschaft behauptete weiterhin, die Zahl der Fälle in jeder örtlichen Datei sei auf zwischen 0 und „vielleicht“ 7 bis 10 begrenzt. Henricksen kam in seiner Untersuchung zu dem Schluss, dass die örtlichen Dateien im Durchschnitt weit mehr Fälle enthalten.

Viele weitere Fälle von Lügen sind gut belegt, aber das oben Stehende ist ein neuerer Fall, der sich nicht auf eine kirchliche Lehre, sondern ein weltliches Gesetz bezieht, und offensichtlich ein Beispiel für direktes Lügen gegenüber Regierungsstellen in Verletzung eines Gesetzes. In diesem gut belegten Fall kann nicht behauptet werden,  es sei ein Missverständnis oder schlechte Verständigung.

Magnani behauptet auch, die Wachtturm-Gesellschaft benutze diese Lehre gegenüber den eigenen Mitgliedern. Er gibt folgendes Beispiel:

Wenn Neugierige die Wachtturm-Geschichte untersuchen, finden sie zahlreiche Tat­sachen, die die heutige Gesellschaft zu vertuschen versucht. Zum Beispiel ist es Wacht­turm-Führern sehr peinlich, dass der Gründer der Gesellschaft, Charles Taze Russell, viele Jahre lang von den Anhängern fast schon angebetet wurde. Da die Wachtturm-Gesellschaft glaubt, Russell habe viel Falsches gelehrt, gehen sie bis zum Äußersten, seine Geschichte zu vertuschen.“ (R.T. Seite 47 Marcus Reyes. Fall 6936-C, Abilene, TX).

Magnani gibt folgendes Beispiel an: Sie streiten ab, je eine Biografie des Lebens Russells geschrieben zu haben. Im Geschichtsbuch der Wachtturm-Gesellschaft, Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, Seite 63, lesen wir diese Frage:

… Doch ist es wahr, dass Ihr NIEMALS eine Biografie von Pastor Russell veröffentlicht habt? Die Antwort:  DAS STIMMT. Jehovas Zeugen bewundern die Eigenschaften, die er als Mensch besaß; sollten wir aber Pastor Russell Ruhm und Ehre zollen, so würden wir damit sagen, dass es seine Arbeit, sein Erfolg gewesen wäre. Das ist ein gutes Beispiel für den Wachtturmeigenen Gebrauch der theokratischen Kriegsstrategie, NICHT NUR GEGENÜBER DER ÖFFENTLICHKEIT, SONDERN AUCH DEN ZEUGEN JEHOVAS SELBST GEGENÜBER. Denn wenn wir den Bericht nachprüfen, finden wir, dass die Wachtturm-Gesell­schaft IN DER TAT EINE BIOGRAFIE ÜBER PASTOR RUSSELL veröffentlichte – in drei aufeinander folgenden Jahren: 1925, 1926 und 1927!“ (R.T. Seite 47 Marcus Reyes, Fall 6936-C, Abilene).

Das Lügen vor Gericht

Die Wachtturm-Gesellschaft hat eine lange Geschichte in der Verwendung der theokratischen Kriegs­strategie vor Gericht – vom ersten Präsidenten, C.T. Russell, in seiner Scheidungsaussage und sonstwo, bis zu Fred Franz, dem vorigen Wachtturm-Präsidenten. Ein heute ein halbes Jahrhundert altes Beispiel für weniger als Wahrheit ist der folgende Wortwechsel zwischen Franz und dem Staatsanwalt:

Staatsanwalt: Haben Sie sich mit Hebräisch vertraut gemacht?

Franz: Ja …

Staatsanwalt: So dass Sie einen umfangreichen sprachlichen Apparat zu Ihrer Verfügung haben?

Franz: Ja, zum Gebrauch in meinem biblischen Werk.

Staatsanwalt: Ich meine, Sie sind in der Lage, die Bibel in Hebräisch, Griechisch, Spanisch, Portugiesisch, Deutsch und Französisch zu lesen und zu verfolgen.

Franz: Ja …

Staatsanwalt: Können Sie selbst das hier ins Hebräische übersetzen?

Franz: Was?

Staatsanwalt: Den vierten Vers aus Kapitel zwei des 1. Buches Mose?

Franz: Nein.

(Kreuzverhör von Fred Franz. Douglas Walsh gegen The Right Honorable James Latham, Clyde, Scottish Court of Sessions, Mittwoch, 24. November 1954, Seite7, §§ A-B. und Seite 102, § F.)

Ein weiteres Beispiel ist die Zeugenaussage von Hayden C. Covington, ehemals Vizepräsident und füh­render Wachtturm-Anwalt, der erklärte, die Zeugen müssten „falsche Prophetie“ als richtig annehmen.

Staatsanwalt: Es wurde falsche Prophetie verbreitet?

Antwort: Ich stimme zu.

Staatsanwalt: Sie musste von den Zeugen Jehovas akzeptiert werden?

Antwort: Das ist korrekt.

Staatsanwalt: Wenn ein Glied der Zeugen Jehovas zu dem eigenen Schluss kam, die Prophetie sei falsch, und das auch sagte, wurde er dann üblicherweise ausgeschlossen?

Antwort: Ja … Unsere Absicht ist es, Einheit zu haben.

Staatsanwalt: Einheit um jeden Preis?

Antwort: Einheit um jeden Preis …

Staatsanwalt: Einheit aufgrund zwangsweisen Annehmens falscher Prophetie?

Antwort: Das räume ich ein.

Staatsanwalt: Und derjenige, der seine Ansicht äußerte, dass sie … falsch sei, und der dann ausgeschlossen wurde, würde gegen den Bund verstoßen, wenn er getauft war?

Antwort: Das ist richtig.

Staatsanwalt: Und wäre, wie Sie gestern ausdrücklich sagten, des Todes würdig? …

Antwort: Ich antworte unbedingt mit ja. Ohne Zögern.

Staatsanwalt: Bezeichnen Sie das als Religion?

Antwort: Das ist es sicher.

Staatsanwalt: Nennen Sie das Christentum?

Antwort: Ganz bestimmt.

(Douglas Walsh gegen The Right Honorable James Latham Clyde Scottish Court of Sessions, November, 1954, Seiten 347-348, Kreuzverhör von Fred Franz; siehe auch ganze Aussage für weitere Beispiele).

Das Buch Preparing for Child Custody Cases

Die juristischen Kämpfe der Wachtturm-Gesellschaft sind „so häufig geworden, [dass] sie ihren Anhän­gern ein Pamphlet mit dem Titel Preparing for Child Custody Cases anbietet” (Montgomery, 1992, Seite 14), gedacht für Zeugen, die vor Sorgerechtsauseinandersetzungen stehen. Das Buch, das offen Täu­schung befürwortet und Zeugen den Rat gibt, die Gerichte zu täuschen, war …

“ … gedacht für den internen Gebrauch, um den Mitgliedern zu helfen, sich auf Sorge­rechtsgespräche bei Scheidungsverhandlungen vorzubereiten, [und] es ermutigt Zeugen­kinder, unter Eid eine verdrehte Ansicht über die Möglichkeiten darzustellen, die ein Zeugenkind hat, seinen Platz in der größeren Welt einzunehmen. Ein Beispiel dafür ist die Bemerkung in dieser Publikation, Zeugenkinder könnten Journalisten werden (ein Beruf, der einen Collegabschluss erfordert), wenn vom Collegebesuch bestenfalls abge­raten wird, und er schlimmstenfalls von den Zeugen als Fahrzeug verurteilt wird, durch das Zeugenkinder den Glauben verlieren und unmoralischem Umgang ausgesetzt sein können“ (Duron, 1991, Seite 18).

In einer Zeugenaussage vor Gericht heißt es:

Wachtturm-Anwältin Wah sagte auch unter Eid aus, sie habe etwa um 1986 der Gesell­schaft beim Schreiben des Buches Preparing for Child Custody Cases geholfen, und räumte ein, das Buch sei aufgrund zunehmender Sorge über Artikel entstanden, die in der sozialwissenschaftlichen und psychologischen Literatur von Wachtturm-Kritikern ver­öffentlicht wurden und den Interessen der Gesellschaft abträglich seien.“ (Hetrick gegen Hetrick,  Blair Court, Plädoyers Nr. 2240 CP 1991 Seite 259, Aussage Wah).

Jetzt müssen die Versammlungsältesten in allen Sorgerechts- und anderen Fällen, bei denen es um einzelne Zeugen und die Religion geht, Verbindung mit der Rechtsabteilung der Wachtturm-Gesellschaft aufnehmen (Vertrauliche Wachtturm-Briefe aus den Jahren 1989, 1991). Nicht selten, selbst wenn der Zeuge einen weltlichen Anwalt nimmt, liefert die Wachtturm-Gesellschaft ausgedehnte kostenfreie juris­tische Dienste und Hilfestellungen durch juristisches Wachtturm-Personal (siehe Wachtturm-Gesellschaft, Unser Königreichsdienst, Aug. 1992, Band 35, Nr. 8, Seite 7 und Feb 1996, Seite 3). Weil sich mehrere Vollzeitanwälte der Wachtturm-Gesellschaft auf die Verteidigung von Zeugen in Sorgerechtsfällen kon­zentrieren, haben sie auf diesem Gebiet ein enormes Maß an Erfahrung und Sachkenntnis entwickelt und wissen, wie man mit Gerichten zum eigenen Vorteil umgehen muss.

Walker (1990) kommt in seiner Untersuchung des Sorgerechtsbuches und der mit diesem Thema in Verbindung stehenden Wachtturm-Briefe zu dem Schluss, dass die Wachtturm-Gesellschaft den Zeugen rät, in einem derartigen Maße vor Gericht ein eindeutig unwahres Bild zu zeichnen, dass sie in bestimmten Situationen „vor Gericht das genaue Gegenteil von dem sagen sollen, was sie normalerweise im Königreichssaal sagen würden (Seite 7). Ein Beispiel sind die Wachtturm-Broschüre Die Schule und Jehovas Zeugenund offizielle Lehren, in denen jahrelang offen die Beteiligung von Zeugenkindern am organisierten Sport und allen außerschulischen Aktivitäten, Hobbys und akademischer Bildung verurteilt wurde, weil diese Zeit prinzipiell der Verfolgung von Wachtturm-Interessen dienen sollte. Die Wachtturm-Gesellschaft weist die Zeugen allerdings an, vor Gericht das genaue Gegenteil von dem anzudeuten, was sie tatsächlich glauben (Walker, 1990, Seite 23). Im Fall Tanya A. Stevens gegen Max P. Stevens (Bezirksgericht des 5. Gerichtshofes des Staates Idaho, in Blaine, Fall Nr. CV-96-2858 Urteil 10-17-96 für Max Stevens, Beklagter) entschied der Richter:

Es ist dem besten Interesse oder dem Wohl der Kinder abträglich, sie zu lehren, dass ihr Vater, ein Nichtzeuge, nicht das Recht auf die ganze Wahrheit hat, oder dass es richtig ist, die Wahrheit vor Gottes Feinden zu verbergen (insbesondere vor Gericht). Weder Tanya noch jemand anders oder eine Partei dürfen das.“ (Seite  42)

Richter Bouska aus Kansas City kam nach einer Durchsicht der Wachtturm-Broschüre als Teil eines Falles vor seinem Gericht zu dem Schluss, dass die Broschüre „dazu bestimmt war und die Zeugen ermuntert, einige ihrer wirklichen Glaubenssätze zu verbergen und das Gericht darüber irrezuführen, was ihre Überzeugungen und Praktiken in Bezug auf ihre Kinder tatsächlich sind.“ Er schloss auch, dass die Wachtturm-Gesellschaft lehrt, es sei „nichts Verkehrtes an der Religion, wie ich sie verstehe, wenn sie je­manden, der kein Zeuge Jehovas ist, irreführt oder sogar anlügt“ (Witness, Inc., 1994). Kurz gesagt, die Wachtturm-Gesellschaft „ermuntert ihre Anhänger, sich ihre Aussage aus den Fingern zu saugen“ (zitiert in Montgomery, 1992, Seite 14). Die Bedeutung, wie Raines bemerkt, ist, dass:

Richter Sorge- und Besuchsrechte dem Eltern- oder Großelternteil, der kein Zeuge ist, zugestanden haben, wenn die schädliche und einschränkende Natur, d.h. die „sektie­rerischen“ Verhaltensweisen und Methoden der Gruppe frei vor Gericht besprochen und dokumentiert werden. Das schließt den Gebrauch der theokratischen Kriegsführung von Zeugen Jehovas vor Gericht ein. In ihrer Broschüre Preparing for Child Custody Cases tritt die Gesellschaft eindeutig dafür ein, dass die Zeugen vor Gericht einen Meineid leis­ten, indem sie dem Gericht falsche und irreführende Informationen über die Überzeugun­gen und Praktiken der Zeugen geben. Das ist leicht zu belegen … sehr zum Ärger der Wachtturm-Gesellschaft. Deshalb ist die Wachtturm-Gesellschaft gezwungen, ihre Hal­tungen zu ändern. Gerichte haben kein vorteilhaftes Bild von Gruppen, die das Wachs­tumspotential bei Kindern einschränken, indem sie eine akademische Ausbildung, Sport und außerschulische Clubs und Organisationen verbieten oder davon abraten“ (Raines, 1996, Seite 30).

Die Zeugen rechtfertigen dieses Täuschen vor Gericht mit der oben besprochenen Lehre von der theo­kratischen Kriegsführung, nach der das Lügen (oder in den Worten der Wachtturm-Gesellschaft: das Zurückhalten der Wahrheit) richtig ist, wenn dadurch die Interessen der Wachtturm-Gesellschaft verteidigt werden. Zu dieser Rechtfertigung gehören auch Bemühungen, frühere Lehren abzustreiten, eine Taktik, die einige Auswirkung auf die gegenwärtige Lehre hat. Zum Beispiel mag die Wachtturm-Gesellschaft gewisse frühere Ansichten hintanstellen, so, dass nur die Zeugen Jehovas Gott gefallen und die Gabe ewigen Lebens verdienen können, und dass alle Regierungen, Religionen und Unternehmen außer ihren eigenen von Satan kontrolliert werden.

Wenn gefragt, ob andere Religionen Harmagedon überdauern werden, schlägt die Wachtturm-Gesell­schaft folgende Antwort vor: „Diese Entscheidung trifft Jehova, nicht wir.“ Sie versucht zwar, mögliche Bekehrte und andere nicht verärgern, tatsächlich aber lehrt die Wachtturm-Gesellschaft, dass nur getaufte Wachtturm-Anhänger in gutem Ruf Harmagedon überleben werden. (Bergman, 1999). Das offizielle Wachtturm-Buch Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben lehrt ganz klar, dass nur eine Religion die wahre ist, alle anderen Religionen sind falsch, und alle Personen in falschen Religionen werden bald vernichtet:

Gebrauchte Jehova zu irgendeiner Zeit mehr als eine Organisation? In Noahs Tagen hatten nur Noah und diejenigen, die bei ihm in der Arche waren, Gottes Schutz und überlebten die Sintflut (1. Petrus 3:20). Auch im 1. Jahrhundert gab es nicht zwei oder mehrere Christenorganisationen. Gott handelte nur mit einer. Da waren nur „ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“ (Epheser 4:5). Und so sagte Jesus Christus voraus, dass es auch in unseren Tagen nur einen Quell geistiger Belehrung für Gottes Volk gebe …  Denke nicht, es gebe verschiedene Wege, die du gehen könntest, um in Gottes neuem System Leben zu erlangen. Es gibt nur einen. Es gab nur eine Arche, die die Sintflut überstand, nicht mehrere. Und es wird nur eine Organisation — die sichtbare Organisation Gottes — geben, die die schnell herannahende „große Drangsal“ überleben wird. Es ist einfach nicht wahr, dass alle Religionen an das gleiche Ziel führen … Wenn du mit ewigem Leben gesegnet werden möchtest, musst du zu Jehovas Organisation gehören und seinen Willen tun“ (Wachtturm-Gesellschaft, 1982, Seiten 193, 255-256).

In einer ausgezeichneten Zusammenfassung der Broschüre Preparing for Child Custody bemerkt das ehemalige Mitglied der leitenden Körperschaft Raymond Franz, die 60-Seitige Broschüre sei ein Leit­faden für Zeugen, die vor Gericht aussagen. Die Broschüre …

“ … greift schwierige Fragen auf, die die gegnerische Seite möglicherweise stellt, und bietet Musterantworten an… Wachtturm zum Thema Ehrlichkeit … Sind wir wirklich wahrheitsliebend, oder sind wir bereit, die Wahrheit ein klein wenig zu verdrehen, um einer unbequemen Lage zu entgehen oder etwas zu erlangen, was wir haben möchten … Zum Vergleich dazu einige der Antworten, die in der Anleitung der Gesellschaft vorgeschlagen werden. Unter „WIE SICH  ELTERN, DIE ZEUGEN SIND, IN EINEM KREUZVERHÖR VERHALTEN SOLLTEN“ finden wir diese Frage und den Antwortvorschlag … Werden alle Katholiken (oder andere) vernichtet?… [Und die vorgeschlagene Antwort auf Seite 12 ist]:  Diese Entscheidung trifft Jehova, nicht wir.  Das hört  sich gut an, so als wäre es frei von jeder dogmatischen oder richtenden Einstellung. Doch der Zeuge, der so antwortet, weiß, dass die Schriften seiner Organisation eindeutig lehren, dass nur diejenigen die „große Drangsal“ überleben, die zu „Jehovas Organisation“ gehören, und dass alle, die nicht zu dieser Organisation kommen, die Vernichtung zu erwarten haben.“ (Franz, 1991, Seite 256)

Dann bewertet Franz den Abschnitt „VERNEHMUNG VON ÄLTESTEN DER ORTSVERSAMMLUNG UND ANTWORTEN“, in dem die Broschüre in Klammern die „richtigen“ Antworten auf übliche Fragen gibt:

Welche Haltung nimmt die Kirche [damit ist die Religion der Zeugen Jehovas gemeint] gegenüber Menschen aus anderen Religionen ein? (Jesus lehrte, den Nächsten wie sich selbst zu lieben, das schließt alle ein; wir achten das Recht anderer auf Anbetung nach ihrer Wahl.) … Lehrt die Kirche, dass junge Menschen nur etwas über die Religion der Zeugen Jehovas erfahren sollten? (Nein. Beachte die folgende objektive Betrachtung anderer Religionen in unseren Publikationen.).“  (Franz, 1991, Seite 256)

Franz merkt zu diesem Abschnitt des Büchleins an, die Wachtturm-Gesellschaft lasse eine erhebliche Toleranz in Bezug auf Religionen erkennen, aber …

“ … Auch diese Antworten zeigen eine beträchtliche Toleranz und sogar ein sehr weltoffenes Denken. Und doch weiß der Älteste, der so antwortet, wiederum, dass seine Religion lehrt, die „Menschen aus anderen Religionen“ befänden sich allesamt in „Babylon der Großen“, dem Weltreich der falschen Religion, das in der Bibel als „große Hure“ bezeichnet wird; dass die Anbetung, für die sie sich entschieden haben, als unchristlich angesehen wird und dass sie Vernichtung zu erwarten haben, wenn sie in ihr bleiben. Er weiß auch, dass man den Zeugen den dringenden Rat gibt, keine gesellschaftlichen Beziehungen mit diesen „Menschen aus anderen Religionen“ zu haben, da dies einen „verderblichen“ Einfluss habe, und dass der einzige Umgang, der gutgeheißen wird, der ist, wenn man ihnen „Zeugnis gibt“ und hofft, dass sie ihre Religion wechseln. Er weiß, dass alle Artikel, die in der Broschüre genannt werden, die negativen Seiten der besprochenen „anderen Religionen“ betonen, und dass die Organisation davon abrät, Literatur zu lesen, die direkt von anderen Religionen stammt. Nur das, was sie selbst über diese Religionen veröffentlicht, wird als ungefährlicher Lesestoff angesehen.“ (Franz, 1991, Seiten 256-257).

Zusammenfassend kommt Franz zu dem Schluss, Leute, denen man diesen Rat gibt …

“ … wissen sicher, dass man sie auffordert, eine Haltung an den Tag zu legen, die sich sehr von der unterscheidet, die man ihnen in Wachtturm-Schriften aufzwingt. Wenn sie die Wahrheit reden, ohne sie ‚ein klein wenig zu verdrehen‘, braucht man ihnen nicht zu sagen, sie sollten etwas anderes als bei einem Kreiskongress – oder sonstwo – sagen.“ (Franz, 1991, Seite 257).

Dieser Autor beweist, dass die Zeugen und ihre Anwälte regel- und routinemäßig dem Rat der Broschüre folgen und das Gericht im Zeugenstand täuschen. MacGregor, der bei vielen Sorgerechtsfällen von Zeugen Jehovas Sachverständiger war, schließt:

Ihr Lebensgefährte (oder Exgefährte), der ein Zeuge Jehovas ist, versucht verzweifelt, das Sorgerecht für die Kinder zu bekommen. Seien Sie auf das Schlimmste vorbereitet. Viele standen vor falschen Anschuldigungen, gegen die man sich schwer verteidigen kann. Sie wollen beweisen, dass Sie als Elternteil „ungeeignet“ sind. Sie werden starke Leumundszeugen brauchen, die Sie mit Ihren eigenen Kindern beobachtet haben … Sie haben ihre eigenen juristischen Fachleute zur Verfügung, und Ihr Lebensgefährte und die Kinder werden Nachhilfeunterricht erhalten, was sie vor Gericht sagen sollen. Wenn Sie oder Ihr Anwalt nicht vorbereitet sind, werden Sie Ihre Kinder verlieren! … Sie werden ohne Zögern lügen, auch unter Eid. Sie haben eine Lehre, die sich „Ge­rechtfertigtes Lügen“ nennt, dass man nämlich nur denen die Wahrheit sagen muss, „die ein Recht darauf haben“. Gerichte, Justizsystem, Familienfürsorge, die Ex-Lebens­gefährten usw. verdienen nicht, die Wahrheit zu erfahren, weil sie der Organisation „Jehovas“ Widerstand leisten oder ihr nicht angehören. Nach dem Denken der Zeugen Jehovas gehören sie alle Satan an, und es ist in Ordnung, ihn oder sein Volk zu belügen, um „Jehova“ und seine irdische Organisation [die Wachtturm-Gesellschaft] zu schützen … Den Kindern wird alles mögliche gesagt, um ihnen Angst zu machen, sich mit Ihnen, der sie „böse“ sind, einzulassen. Man wird mit ihnen einstudieren, was sie über Sie vor Gericht sagen sollen. Selbst wenn die Gerichte verbieten, dass die Kinder während der Besuchszeiten religiöse Dinge lernen, werden die Kinder angewiesen, Sie zu „hassen“, weil Sie ein Gegner … der Organisation Gottes sind(MacGregor, 1994, Seite 4).“

Hier ein Beispiel für die Anwendung dieser Lehre vor Gericht; eine Nichtzeugin unterstützt ihre Freundin:

Ich wusste, dass die Wachtturm-Gesellschaft sehr sorgfältig kontrollierte, was in Ge­richtssälen gesagt wurde … Ich hatte die von ihnen zusammengestellte Broschüre über Sorgerechtsfälle gesehen. Aber erst, als ich im vergangenen Juli zwei Wochen lang, jeden Tag, in einem Sorgerechtsfall im Gericht verbrachte, erkannte ich das Ausmaß, in dem die Zeugen Jehovas ihre Taktik der theokratischen Kriegsführung anwenden … Ich kam herein, um der Familie eine moralische Stütze zu sein und um im Prozess mit­zuschreiben, so dass die Familie sich später darauf beziehen könnte … Ich konnte nicht glauben, was meine Finger tippen mussten, so verblüffend dreist waren ihre Lügen. Da die Zeugen Jehovas glauben, dass jeder, der ein Feind „Jehovas“ ist, „kein Recht hat, die Wahrheit zu erfahren“, und das sind im Grunde genommen alle, die keine Zeugen Jehovas sind, alle Regierungen und Regierungsvertreter wie Richter, fuhren sie fort, vor diesem Richter unter Eid zu lügen, Lügen und Halbwahrheiten zu erzählen! … Zwei geschlagene Wochen lang … Personen, die gegen die Zeugen Jehovas vor Gericht gehen, sollten NICHTS annehmen – insbesondere nicht, dass sie fair oder offen sind. Sie glauben, dass sie sich in einem Krieg befinden, und dass „Gottes Feinde“ anzulügen das ist, was er [Gott] von ihnen will, und Gottes Feinde – in diesem wie allen anderen Fällen – sind alle, die keine Zeugen Jehovas sind.“ (Anonym, Brief veröffentlicht in Comments from the Friends, 1999, Seite 9)

Zeugen dürfen zum Beispiel unter Eid aussagen, dass sie kein Problem damit haben, den Kindern zu erlauben, Feiertage zu begehen, mit „“weltlichen Kindern“ zu spielen, am Schulsport teilzunehmen, aufs College zu gehen oder eine Bluttransfusion zu erhalten, fallses das Leben des Kindes bedeutet; sie dürfen dann auch fälschlich behaupten, die sei kein Vergehen, das zu einem Gemeinschaftsentzug führt (Bergman, 1994). Einige erklären, sie würden wenigstens ihrem Exgefährten erlauben, die Entscheidung zu treffen (das würde dann praktisch bedeuten, dass das Kind die Bluttransfusion erhalten darf), selbst wenn das den Wachtturm-Vorschriften widerspricht, an die man sich auf die Gefahr eines Rauswurfs hin halten muss:

Wird ein Christ aufgefordert, sich mit etwas einverstanden zu erklären, was eine Verlet­zung des Gesetzes Gottes — eines höheren Gesetzes — darstellen würde, so wäre das göttliche Gesetz vorrangig; es hätte Priorität … [Und würde ein Gericht] … einem Christen ein Bluttransfusion aufzwingen … sollten Christen denselben Standpunkt einnehmen wie der Apostel Petrus: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5:29) … [und wären] absolut entschlossen, Gott zu gehorchen, auch wenn ihnen die Regierung eine gegenteilige Anweisung erteilte (Wachtturm, 15. Juni 1991, Seite 31).

Die Gesellschaft betont das Maß, in dem diese Wachtturm-Vorschrift erzwungen wird, indem das Beispiel eines 12-Jährigen Mädchens vorgeführt wird. Dieses Mädchen …

“ … ließ keinen Zweifel darüber aufkommen, dass sie sich mit aller ihr zu Gebote stehenden Kraft gegen eine gerichtlich angeordnete Bluttransfusion zur Wehr setzen würde, dass sie schreien und kämpfen und die Kanüle aus dem Arm herausreißen und versuchen würde, die Blutkonserve über ihrem Bett unbrauchbar zu machen. Sie war fest ent­schlossen, [der Wachtturm-Auslegung des] göttlichen Gesetzes zu gehorchen.“ (Wacht­turm, 15. Juni 1991, Seite 31)

Ein Problem für die Wachtturm-Gesellschaft ist, dass es keine Bibelstelle gibt, die eindeutig und direkt die medizinische Verwendung von Blut oder irgendwelche anderen Organtransplantationen verurteilt, viele Schriftstellen aber seine Verwendung gutheißen, um Leben zu retten (Bergman, 1999). Selbst die Gesellschaft hat früher Bluttransfusionen erlaubt – erst 1961, fast ein Jahrhundert nach Gründung der Gesellschaft, wurde sie zu einem Vergehen, das einen Gemeinschaftsentzug nach sich zieht (Watch­tower, 15. Januar 1961, Seiten 63-64). Der Durchschnittszeuge akzeptiert diese Lehränderung wegen der Lehre über das „neue Licht“, das heißt, er glaubt, Gottes Wille werde fortschreitend durch die Wachtturm-Gesellschaft offenbart. Zur Notwendigkeit, Transfusionen zu vermeiden, gehört auch, dass man sich nicht in eine Position begibt, wo eine Transfusion stattfinden könnte. Und wenn eine von einem Gericht an­geordnete Transfusion wahrscheinlich ist, muss ein Zeuge …

… äußerst energisch bemüht [sein], Gottes Gesetz über das Blut nicht zu übertreten. [Und wenn] er von der Obrigkeit als Gesetzesbrecher betrachtet oder strafrechtlich verfolgt wird … könnte der Christ die Sache so ansehen, als leide er um der Gerechtigkeit willen.“ (Wachtturm, 15. Juni 1991, Seite 31).

Wie Duron anmerkt, werden die Zeugen angewiesen, eher zu sterben, als sich einer Transfusion zu unterziehen:

Die Zeugen erklären selten in knappen Worten, dass sie nicht zögern würden, ihre min­derjährigen Kinder eher sterben zu lassen, als dem Kind zu erlauben, eine Bluttrans­fusion zu erhalten (1991, Seite. 18).

Die Wachtturm-Anwältin Wah sagte unter Eid aus, sie habe Erwachsene in zwei Situationen vertreten:

… einmal waren sie bei Bewusstsein und urteilsfähig, und es wurde ein Gerichts­beschluss erreicht, der die Ärzte ermächtigte, ihnen eine Transfusion zu geben. Meine Meinung dazu ist, dass ein solcher Beschluss auf ungesetzliche Weise erreicht wurde und der Christ, als Erwachsener, dagegen kämpfen würde – auch körperlich … Ich denke, die beste Analogie dazu wäre eine Vergewaltigung. Als Erwachsener durch einen Gerichtsbeschluss vergewaltigt zu werden – ein solcher Gerichtsbeschluss würde das nicht rechtfertigen. Aber die Situation wäre ganz anders, wenn ich ein minderjähriges Kind unter einem solchen Gerichtsbeschluss hätte, das wäre dann eine andere Situation im Sinne von Selbstverteidigung …“ (Hetrick gegen Hetrick, Court of Common pleas of Blair County, PA,  Nr. 2240 CP, 1991, Seite 234, Aussage Wah).

Wenn eine Bluttransfusion ebenso schwerwiegend ist wie eine Vergewaltigung, wie Wah behauptet, dann würde man kaum jemanden sein Kind „vergewaltigen“ lassen!

Eine weitere betrügerische Argumentationslinie, zu der die Wachtturm-Gesellschaft nicht selten greift, ist, zu sagen, ihre Ablehnung einer Bluttransfusion sei vernünftig. Es gebe ja das AIDS-Risiko, und auf lange Sicht gesehen sei die Entscheidung medizinisch weise. Sie führt oft Fälle von Personen an, die sich durch eine Bluttransfusion AIDS zuzogen, aber normalerweise verdreht sie die Beweise grob und ver­sucht vorsätzlich, ihren Anhängern Angst zu machen. Amerikanische Blutbänke begannen im März 1985, das Blut auf AIDS hin zu screenen, und seither wurden bei „über 120 Millionen Bluttransfusionen … anscheinend nur 21 Leute mit HIV infiziert“, und die Beziehung zwischen HIV und AIDS wird noch nicht verstanden (Nixon, 1993, Seite 3). Die Wahrscheinlichkeit, sich in den USA bei einer einzigen Blut­transfusion HIV zuzuziehen, wird heute grob als eins zu einer Viertelmillion angesehen, und neue Test­verfahren haben „das Risiko, sich bei einer Transfusion mit dem Hepatitis B-Virus anzustecken, drama­tisch gesenkt“ (Carlson, 1996; Rutherford und Kaplan, 1995). Das Sicherheitsniveau liegt in den USA heute so hoch, dass autologe Transfusionen anstatt allogener (mit Spenderblut) kaum noch empfohlen werden (Rutherford und Kaplan, 1995).

Wendet der Durchschnittzeuge die Lehre an?

Viele historische Untersuchungen über die Zeugenbewegung verzeichnen Beispiele von gewöhnlichen Zeugen, die die theokratische Kriegsführung anwenden. Damit jemand in Kanada der Zugehörigkeit zu einer illegalen Organisation überführt werden kann, braucht es urkundliche Bewiese wie eine Mitglieds­karte oder ein Geständnis. Kaplan (1988, Seite 70) fand, dass Jehovas Zeugen in Kanada „sich generell weigerten, die Zugehörigkeit [zur Wachtturm-Gesellschaft] zuzugeben“, nachdem diese verboten worden war. Dennoch wurden „fast alle Zeugen Jehovas, die beschuldigt wurden, auch überführt“ (Kaplan, 1988, Seite 72).

Jehovas Zeugen, die dabei erwischt wurden, wie sie ihre Literatur verbreiteten, versuchten oft zu behaup­ten, sie „hatten Pakete mit den Traktaten auf ihrer Türschwelle gefunden und entwickelten solches Interesse an dem Inhalt, dass sie sich gedrängt fühlten, den Stoff mit anderen zu teilen“ (Kaplan, 1988, Seite 75). Dieser Erklärung wurde wahrscheinlich nicht leicht geglaubt. Um Jehovas Zeugen zur Strecke zu bringen, wurden überdies oft Einzelne verhört, von denen man annahm, dass es Zeugen waren, darunter Personen, die mit einigen ihrer Ideen sympathisierten. In vielen Fällen wurde den Behauptungen von Personen, sie seien keine Zeugen, nicht geglaubt, teilweise deshalb, weil so viele Zeugen Jehovas logen, was ihre Mitgliedschaft anging, dass die Gerichten anfingen, die Aussagen aller Personen, von denen man glaubte, es seien Zeugen, mit Skepsis zu betrachten.

Die weit verbreitete Praxis, zu lügen, um die Interessen der Wachtturm-Gesellschaft zu schützen, hat heute ähnlich unglückliche Nachwirkungen – zu sehen gewöhnlich an Gerichtsfällen, besonders Sorge­rechtsfällen oder bei unnatürlichem Tod im Zusammenhang mit Bluttransfusionen. Zeugen oder ihre An­wälte haben oft vor Gericht erklärt, Jehovas Zeugen hießen es nicht gut, ihre Kinder wegen Ablehnung einer Bluttransfusion sterben zu lassen (R. Reed, persönliches Gespräch [Reed war ein hochrangiger Zeuge und ist heute Anwalt], 3. März 1999).

Kotwall (1997, Seite 1) behauptet, dass „viele Zeugen Jehovas … nicht wissen, dass die Wachtturm-Gesellschaft … sie zum Lügen ermuntert.“ Um abzuschätzen, wie viele Zeugen diese Lehre kennen und wissen, wie sie angewandt wird, hat der Autor 92 Amerikaner und 39 Italiener, die meisten davon Ex-Zeugen, die freiwillig den Fragebogen ausfüllten, befragt. Die Antworten beider Gruppen waren so ähnlich, dass sie zusammengefasst wurden. Die Befragten erfuhren aus verschiedenen Anzeigen in Zeitschriften und im Internet von der Befragung. Unter den drei Seiten mit Fragen befanden sich mehrere Fragen  zur „theokratischen Kriegsstrategie“.

Es ergaben sich folgende Resultate: Die nächste Frage – „Wie würden sie die theokratische Kriegsstrategie am besten beschreiben?“ – wurde wie folgt beantwortet (Die Gesamtzahl beträgt nicht 131, es waren Mehrfachantworten möglich):

AntwortDienstamtgeh.Älteste
MitgliedPionierÄltesteAufseher
A. Nie gehört37730
B. Vage gehört19230
C. Recht vertraut11371
D. Sehr vertraut7572
E. Sehr vertraut und manchmal angewandt2142
F. Sehr vertraut und oft angewandt0163

Die Daten zeigen, dass die Mehrzahl der Zeugen die Lehre kennt. Sie zeigen auch eine eindeutige Be­ziehung zwischen dem Maß der Aktivität in der Wachtturm-Gesellschaft und dem Wissen über die Lehre. Alle früheren Kreisaufseher kannten sie, und über die Hälfte gaben zu, sie anzuwenden. Obwohl 37 Personen (28% des Samples) behaupteten, nie von der Lehre gehört zu haben, wählten nur 3 Personen (2%) die falsche Definition Antwort „A“.

AntwortDienstamtgeh.Kreisaufs
MitgliedPionierÄltesteAufseher
A. Die Gerichtsdefinition von Wahrheit, „man muss die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit sagen“, muss streng befolgt werden.3100
B. Wir müssen die Vorschrift nicht befolgen, d.h. man kann die Wahrheit vor Personen zurückhalten, die kein Recht haben, sie zukennen.3810144
C. Um die Interessen der Wachtturm-Gesellschaft und von Gottes Organisation zu schützen, ist es angemessen zu sagen, was die Welt als lässliche Sünden ansehen würde.3810114
D. Man muss die Worte so gebrauchen, dass man Gottes Organisation verteidigt – auch wenn das in weltlichen Begriffen Lügen heißt238104

Eine Untersuchung der Fragebogen derjenigen, die behaupteten, sie würden die Lehre nicht kennen, zeigt, dass sie weitaus weniger aktiv