Jehovas Zeugen – Die Diebe, die uns beraubten

Ich wuchs in einer christlich fundamentalistischen Sekte auf, die man als Zeugen Jehovas kennt. Für einige mag diese Organisation harmlos wirken und nichts mit einer Sekte zu tun haben: dabei handelt es sich genau um das Bild, an dem so hart gearbeitet wird. Dies ist auch was mich dazu drängte zu schreiben: aus meiner Erfahrung und der von anderen Aussteigern stimmt eben jenes harmlose Bild nicht. In Wirklichkeit nutzt diese Organisation eine allumfassende Gedankenkontrolle und Persönlichkeitsformungstechniken um ihren Mitgliedern alle Neigungen zu rauben die nicht den Interessen der Sekte dienen. Wir alle erkannten später, das wir der Fähigkeit kritisch zu denken beraubt wurden, aber auch der Fähigkeit kritisch zu FÜHLEN, das Stehlen dieser beiden Dinge ist entscheidend um erfolgreich konditioniert und versklavt zu werden.

Die meisten Menschen werden Mitglied einer Sekte, da sie einen größeren Sinn und Zweck ihres Lebens suchen und zu einer andersartigen Gemeinschaft mit anderen Regeln gehören wollen. Die Sektenführer und Anwerber spielen dabei mit diesen Gefühlen um Schwachstellen zu finden. Einmal in das Sektenleben integriert, werden unsere Ideen und Gedanken durch gezielt angewandte Manipulationstechniken verformt und konditioniert. Der Gläubige muss mit der Doktrin übereinstimmen – wenn er dies nicht tut, wird er verurteilt, kritisiert oder sogar ausgestoßen. Dies geschieht meist bei Erwachsenen die Mitglied in einer Sekte werden, Kinder hingegen die in einer solchen Gruppe aufwachsen, werden während sie heranwachsen geformt und konditioniert. Dadurch wird es für sie umso schwerer aus diesem System auszubrechen – sie haben nie eine Alternative kennengelernt.

Eine Änderung umzusetzen, wie zum Beispiel der Kontaktabbruch, ist für den Gläubigen nur eine Frage von wenigen Stunden, und auch wenn es vielleicht nicht einfach ist, es wird in kürzester Zeit als normal betrachtet. Für Menschen die Heranwachsen erfolgen vielleicht kleinere Veränderungen unter dem Blickwinkel des „Anziehens der neuen Persönlichkeit“. Diese Form der extremen Konditionierung erzeugt eine ungesunde Loyalität zu einer Organisation oder einem Führer; diese Loyalität widerspricht aber in Wirklichkeit diametral allen natürlichen Neigungen. Man wird gezwungen seine Gefühle bezüglich Liebe und Sehnsüchten zu verleugnen und durch eine Kontaktsperre wird verboten, seine homosexuellen, frei denkenden, transgender oder einfach nur an Religion desinteressierten Kinder und Freunde zu sehen oder zu kontaktieren. Man wird gelehrt, das innere Bedürfnis seine Kinder, Eltern oder Geschwister zu lieben zu verleugnen, wenn sie einen anderen Lebensstil oder Glauben haben, welcher als unakzeptabel gebrandmarkt ist.

Wie wird diese Loyalität erreicht? Es wird einem erzählt, dass man für diese schmerzhaften Opfer im überreichen Maß belohnt wird. Diese Opfer verblassen im Vergleich zu dem, was geschieht wenn man seinen Gott verlässt, die Führer oder, noch unvorstellbarer, andere Mitgläubige zum Straucheln bringt indem man ihnen erzählt es sei rechtmäßig die Autorität der Führer zu hinterfragen.

Sekten wie die Zeugen Jehovas fordern, seinen Glauben durch Arbeit unter Beweis zu stellen. Umso größer das Opfer, umso mehr Hingabe zeigt man. Man überzeugt die Mitglieder, dass Gottes Gunst umso größer ist, sobald man maximale Opfer bringt. Sobald man über den Schmerz hinweg ist, erreicht man ein vitales aber ultimativ falsches Verständnis über diese Leistung. Damit ändern sie das Denken von Liebe und Mitgefühl zu aufrechter Empörung! Nach allem, meint man dass die anderen falsch liegen, da sie die „Wahrheit“ ablehnen. Von natürlichen Verhalten zur Selbstverleugnung. Mit der Zeit wird dieses Verhalten selbstverständlich und man wendet es täglich, manchmal mehrfach täglich, an. Der Film den man gern sehen würde, das Konzert was man gern besuchen würde, das Kind was man gern anrufen würde um mit ihm zu reden, die Eltern zu sehen, denen man nicht einmal „Auf Wiedersehen!“ sagen konnte. All dies lehnt man ab, all dies opfert man um „Gott zu gefallen“.

Dies ist für mich das herzzerreißendste was umstrittene Gruppen tun können, welche das Denken manipulieren. Versteht mich nicht falsch: Es gibt auch innerhalb der Gruppe viele herzzerreißende Ereignisse. Dieses jedoch, betrifft jedes Sektenmitglied, seine Freunde und die Familien. Familien und Beziehungen zu zerstören, ist eine sehr erste Angelegenheit und bringt unwiderruflichen Schaden mit sich. Dies ist selbst nach dem Verlassen einer Sekte der Fall. Es braucht Zeit, liebevolle Unterstützung und manchmal eine Therapie, seine Freiheit des Geistes wiederzugewinnen und die Diebe, die alle natürlichen Empfindungen die wir seit unserer Geburt hätten geben und empfangen sollen stahlen, mit ihrem Verbrechen zu konfrontieren.

In meinem Fall war es die größte Herausforderung in der Zeit nach dem Verlassen, diese Tugend in mein Leben einzuimpfen. Ohne Schranken andere zu lieben und Menschen so wie sie sind zu akzeptieren ist wunderschön und ein Gewinn für alle daran Beteiligten.

Quelle: openmindsfoundation / Rebecca Leon

von |November 18th, 2017|2017|0 Kommentare

An die leitende Körperschaft

Wahrheiten jetzt! ist dankbar dafür, dass die Wachtturm-Gesellschaft der Website so viel Aufmerksamkeit gibt. Die Themen auf dieser Website müssen die Wachtturm-Gesellschaft so sehr stören, dass sie alles daran setzen den Betreiber in Gerichtsprozesse zu ziehen um ihm hohe Geldstrafen (bis zu 250.000€) oder ersatzweise 6 Monate Haft anzudrohen. Liebe leitende Körperschaft, D. H. Splane, A. Morris III., D. M. Sanderson, G. W. Jackson, M. S. Lett. S. F. Herd, G. Lösch und G. H. Pierce:

Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, nur die Lüge braucht Gesetzesschutz!

Erwartet Gott und Jesus das von euch? Hätte Jesus so gehandelt? Ihr sagt von euch selbst das ihr vom "Geist geleitet" seid. Ihr sagt selbst das ihr geistgesalbte Christen seid. Ihr sagt selbst das die Bibel über allem steht. Warum macht ihr euch dann selbst, durch Gerichtsprozesse lächerlich? Warum versucht ihr erneut zu richten? Warum wollt ihr nicht in die Fußstapfen Jesu treten, der so mild gesinnt war?

"Nun hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?" (Johannes 18:10, 11)

Da ihr euch offensichtlich auf dem Weg der Finsternis befindet, wünscht euch Wahrheiten jetzt! sehr baldig, Jesus anzuerkennen und ihm nachzufolgen, um dem Willen des Vaters zu tun!

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