Jehovas Zeugen – Wir wollen nicht mit „Reclaimed Voices“ als Opferorganisation für Kindesmissbrauch sprechen

Die nationale Verwaltung der Zeugen Jehovas weigert sich, mit der Stiftung „Reclaimed Voices“ über die Herangehensweise an sexuellen Missbrauch innerhalb der religiösen Gemeinschaft zu sprechen.

Reclaimed Voices wurde von Ex-Zeugen Jehovas mit dem Ziel gegründet, sexuellen Missbrauch innerhalb dieser Kirchengemeinschaft aufzudecken. Einer der Gründer ist Frank Huiting aus Groningen.

‚Unter Bedingungen‘

Huiting wurde in seiner Jugend Opfer sexuellen Missbrauchs. Letztes Jahr erzählte er RTV Noord zum ersten Mal offen davon . Als Ergebnis dieses Interviews gab die nationale Regierung der Zeugen Jehovas an, dass sie unter bestimmten Bedingungen in einen Dialog mit „Reclaimed Voices“ eintreten wolle.

„Erfahrene Älteste“

Da eine konkrete Einladung zu einem Gespräch nicht gegeben war, forderte Reclaimed Voices letzten Monat in einem offenen Brief eine Antwort der Kirchengemeinde. Es kam diese Woche durch einen Brief:

„Wir haben Ihr Schreiben vom 19. April 2018 in gutem Zustand erhalten. Wir werden mit Ihrer Stiftung keinen inhaltlichen Dialog führen. Einzelne Opfer von Kindesmisshandlung können sich jedoch frei an uns wenden, wenn sie mit erfahrenen Ältesten sprechen möchten. Sie hören gerne auf die Anliegen der Opfer und sorgen für Seelsorge.“

Wenig Empathie

Laut Huiting zeigt diese Reaktion, dass „Jehovas Zeugen immer noch nicht erkennen, dass es ein strukturelles Problem zu geben scheint“.

Huiting: „Der Vorschlag an einzelne Missbrauchsopfer, mit erfahrenen Ältesten zu sprechen, zeugt aus unserer Sicht von wenig Empathie für die Opfer, die angeben, dass sie sich von dieser Organisation, deren Älteste Repräsentanten sind, benachteiligt fühlen.“

Großes Feuer

„Sie sehen nicht, wie ernst das Problem mit ihnen ist, wenn es um sexuellen Missbrauch von Kindern geht. Es sieht so aus, als hätten sie intern ein großes Feuer, aber mit dem Rücken dahin und zeigen an, dass nichts falsch ist.

Fast dreihundert Berichte

Reclaimed Voices behauptet nun, von den Zeugen Jehovas in den Niederlanden fast 300 Berichte über sexuellen Missbrauch erhalten zu haben. Die Stiftung hofft auf ein Eingreifen der Regierung, jetzt, da der Kirchenvorstand selbst nicht nach Hause geht.

Huiting: „Wir bleiben in Gesprächen mit dem Justizministerium und werden weiterhin auf einer unabhängigen Untersuchung bestehen.“

Zeugen Jehovas Reaktion

Gefragt nach einer verspäteten nationalen Verwaltung der Zeugen Jehovas in Emmen:

Wir haben der Reclaimed Voices Foundation mitgeteilt, dass wir keinen Gesprächspartner in ihr sehen, weil wir den direkten Kontakt mit einzelnen Opfern von Kindesmisshandlung bevorzugen. Sie können sich gerne direkt an uns wenden, wenn sie mit erfahrenen Ältesten sprechen möchten. Sie hören gerne auf die Anliegen der Opfer und versorgen sie mit Seelsorge.“

Quelle: rtvnoord.nl

Jehovas Zeugen – Prozess in Luxemburg: Hat ein Sektenmitglied ein Mädchen missbraucht?

Fernando S. musste sich am Dienstag vor der Kriminalkammer wegen Kindesmissbrauchs im Dunstkreis der christlichen Sekte “Zeugen Jehovas” verantworten. Die Ermittlungen wurden in die Wege geleitet, als Mutter und Tochter bei der Polizei in Diekirch eine Jugendschutzmeldung abgaben – ohne aber formell Klage zu erheben.

Wie der eingeschaltete Ermittler im Zeugenstand berichtete, sollte der Beschuldigte mit dem Einverständnis der Eltern das Mädchen vom Bahnhof Luxemburg abholen, um es zu ihrer Familie zu bringen. In einem Wald in der Nähe von Junglinster legte der Mann aber eine überraschende Pinkelpause ein.

Mädchen zog sich zurück

Nachdem er wieder im Wagen Platz genommen hatte, forderte er mit Gewalt einen Zungenkuss von dem damals 15-jährigen Mädchen und fasste es laut dem Opfer auch unsittlich an. Bei seinen Eltern angekommen, zog sich das Mädchen sofort zurück, während sich ihr Vater noch mit seinem besten Freund unterhielt. Als die Mutter zu ihr ins Zimmer kam, stellte sie fest, dass ihre Tochter am ganzen Leib zitterte und weinte.

Danach schrieb der Vater einen Brief an seinen vermeintlichen Freund und mutmaßlichen Kinderschänder seiner Tochter, in dem er ihn aufforderte, sich von seinen Töchtern fernzuhalten. Trotzdem stimmte er einem Schlichtungsversuch innerhalb der Sekte zu, bei dem die Ältesten den Vorsitz haben und der Beschuldigte alles leugnete.

Experte: “Opfer ist glaubwürdig!”

Die Zeugen Jehovas bestreiten, dass es bei ihnen eine Verschwiegenheitspflicht gibt. Laut einem Artikel auf ihrer Webseite können die Ältesten unter Berufung auf die Bibel (Dtn 19,15) innerhalb der Gemeinschaft nur Maßnahmen ergreifen, wenn es für die Anschuldigungen mindestens zwei Zeugen gibt. Als dann aber der Beschuldigte, der sich mit Vorwürfen an die Eltern aus der Affäre herausredete, die Schwester des Opfers auf die Stirn küsste, reichte es dem Vater – er stimmte schließlich einer Meldung bei den Behörden zu, so der psychologische Gutachter.

Der Fachmann attestierte dem Opfer Spontanität, Loyalität und Glaubwürdigkeit. Die Aussagen des Mädchens deuten für ihn auf einen Erlebnishintergrund hin. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

Quelle: tageblatt.lu | Carlo Kass

Jehovas Zeugen – wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch unter Druck

Jehovas Zeugen - wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch unter DruckDEN HAAG – Die Betroffenheit der Niederländer ist groß. Nach einigen ersten Berichten über sexuelle Gewalt gegen Kinder bei den Zeugen Jehovas gründete Raymond Hintjes im November 2017 die Hilfsorganisation Reclaimed Voices (übersetzt etwa: wiedergewonnene Stimmen). Ihre Aufgabe: Opfer vom Missbrauch in den Reihen der Religionsgemeinschaft sollen ermutigt werden, auszusteigen und sich zu melden. Vor wenigen Tagen zog er Bilanz: Innerhalb nicht einmal eines halben Jahres berichteten 276 Männer und Frauen von Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen, die teilweise schon Jahre zurückliegen.

„Missbrauch bei den Zeugen Jehovas ist ein weltweites Problem“, sagte Hintjes jetzt. Er wundere sich, warum das Thema in Deutschland noch nicht aufgegriffen worden sei. Tatsächlich häufen sich seit einiger Zeit die schweren Vorwürfe gegen die Gemeinschaft, die in Deutschland juristisch um ihre Anerkennung als Kirche kämpft.

Schwer an die Opfer ranzukommen

Matthias Neff, Ansprechpartner im Bischöflichen Generalvikariat der Diözese Trier für Religions-, Weltanschauungs- und Sektenfragen, sagt, warum es schwer ist, an Opfer heranzukommen: „Die Zeugen sind eine Organisation, die man als geschlossenes und autoritäres Regime bezeichnen könnte. Sie sind dafür bekannt, dass sie sich abschotten.“ Außeneinsichten bleiben daher kaum möglich. Hinzu kommt, dass viele Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs bestätigten, sie seien erheblichem Druck ausgesetzt gewesen, sich nicht gegenüber Behörden oder der Polizei zu outen. Zwar gibt es auch in Deutschland eine Anlaufstelle, den Verein JW Hilfe e.V. (http://jw.help/), der betroffenen Aussteigern psychologische Hilfe und rechtliche Unterstützung in Aussicht stellt. Dennoch spielt das Thema noch keine derart tragende Rolle wie in anderen Ländern.

In Großbritannien befasste sich die IICSA (Independent Inquiry Into Child Sex Abuse, Unabhängige Untersuchung über sexuellen Kindesmissbrauch) ebenfalls mit den Vorgängen hinter den Türen der Wachtturm-Gesellschaft und listete viele Fälle auf. Die Zeitung „Guardian“ richtete eine Seite im Internet ein, wo sich binnen kürzester Zeit mehr als 100 Personen meldeten. Ein Betroffener beschrieb die religiöse Gruppe als „Paradies für Pädophile“. Opfer hätten aber auch Angst, Vorwürfe zu erheben, dann aus der Gemeinde geworfen und von ihren Familien getrennt zu werden, sagen Experten.

Dass in Deutschland noch einiges im Dunkeln liegen könnte, belegt der Eintrag einer deutschen Internet-Nutzerin, die die Berichte im Netz mit dem Satz kommentierte: „Mein Vater, ein Zeuge Jehovas, hat meine Schwester und mich befummelt. Und das hat schon gereicht, um mich fürs Leben zu schädigen.“

Inzwischen berichten Zeitungen aus Finnland und Norwegen, den USA und Österreich von ähnlichen Vorfällen. Der niederländische Justizminister Sander Dekker von der rechtskonservativen Regierungspartei VVD hat die Zeugen in seinem Land zu einer Stellungnahme aufgefordert. Diese steht allerdings seit Monaten aus.

Nun erwägt Dekker schärfere Schritte. Und er hofft, dass die Nachbarländer auch aktiver werden und die abgeschottete Gruppe durchleuchten.

Quelle: rundschau-online
Bild: Nürnberger Nachrichten | 08.04.2018

Jehovas Zeugen – Tagesschau: Hunderte Kindesmissbrauchsfälle in den Niederlanden

Die Zeugen Jehovas stehen in den Niederlanden unter dem Tatbestand von über hunderten Fällen von Kindesmissbrauch. Die Tagesschau berichtet im deutschen Fernsehen darüber in einem kleinen Bericht. Es ist ein erster Sieg für die Opfer, dass jetzt nun auch darauf hingewiesen wird in aller Öffentlichkeit.

Zurecht darf man sich die Fragen stellen, ob die weltweiten Fälle des Kindesmissbrauchs besonders darauf zurück zu führen sind, weil durch die interne „Zwei-Zeugen-Regelung“ der Zeugen Jehovas Täter in Schutz genommen werden? Welches Kind kann zwei Zeugen der Tat nennen und dieses auch noch vor einem Rechtskomitee bestätigen, in der ebenfalls der Täter sitzt?

Sollten die weltweiten Missbrauchsskandale nicht jedem vernunftbegabten Menschen deutlich zeigen, dass diese Organisation weder den Geist Gottes hat, noch Jehovas Zeugen das „auserwählte Volk Gottes“ sind, so wie es von sich selbst immer gepriesen wird?

Jehovas Zeugen – Finnland: Kultusministerium startet eine Untersuchung wegen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs

In Finnland hat das Kultusministerium gerade eine Untersuchung der Zeugen Jehovas gestartet, nachdem Ehemalige während eines TV-Auftritts beklagt haben, dass sie als Kinder missbraucht wurden und sie sich seitens der Organisation der Zeugen genötigt fühlten, die Verbrechen nicht an die Behörden zu melden. Die finnische Presse berichtete darüber und zitierte den Generalsekretär einer Menschenrechtsorganisation, der eine Überwachung religiöser Organisationen seitens der Behörden forderte. „Die Gesetze der Religionsfreiheit […] sind kein Anspruch auf Menschenrechtsverletzungen.“ [1]

Die Independent Inquiry into Child Abuse aus Großbritannien (vergleichbar mit der Royal Commission aus Australien) hatte zunächst eine Untersuchung der Zeugen Jehovas in UK abgelehnt. Wie der Guardian berichtete, hat die Untersuchungskommission bekannt gegeben, dass es eine beträchtliche Anzahl von Vorwürfen gegen die religiöse Sondergemeinschaft gegeben hat.

Der Guardian hat ebenfalls eine Seite eingerichtet, auf der Opfer des sexuellen Missbrauchs unter Zeugen Jehovas über ein Formular ihre Erlebnisse anonym schildern können [2]. Aufgrund der Besorgnis über die Meldungen, zieht die unabhängige Kommission eine Untersuchung der Zeugen Jehovas nun doch in Betracht [3]. Der Guardian berichtete sehr intensiv über die Untersuchungen der Zeugen Jehovas in Australien und Großbritannien (Charity Commission). Auch andere große Zeitungen, wie die Washington Post [4], Newsweek [5] und CBC [6] berichteten ausführlich.

In den Niederlanden gab es eine große Fernsehreportage über eine jahrzehntelange Vertuschung von Kindesmissbrauch seitens der Religionsgemeinschaft. Die Zeitungen griffen das Thema ebenfalls auf [7]. Der Fernsehsender war im Besitz mehrerer interner Briefe von Zeugen Jehovas, in denen der Umgang mit Kindesmissbrauch dokumentiert war. Ehemalige Gemeindeführer bestätigten die Praxis, die dort beschrieben wurde.

Wie die NLTimes berichtete [8] wurde in den Niederlanden eine gemeinnützige Organisation, ähnlich der Silentlambs, eingerichtet, in der Betroffene ihre Erfahrungen schildern konnten. Nach rund einem Monat sind bereits 80 Meldungen eingegangen.

Im Januar dieses Jahres hat die Organisation FaithLeaks Dokumente im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch unter Zeugen Jehovas veröffentlicht, die aufzeigten, wie die Wachtturm-Gesellschaft einen „Fall im Laufe des Jahres intern behandelte und sich fast ein Jahrzehnt lang als Therapeuten, Staatsanwälte, Jury und Richter aufspielten – und versuchten das Ganze in die Länge zu ziehen, um die Anschuldigungen von ‚weltlichen Gerichten‘ fernzuhalten.“ [9] Zeitungen wie Newsweek [10] und Dailymail [11] berichteten darüber.

In Kalifornien hat die Wachtturm-Gesellschaft gerade zwei Prozesse, die sich über 5 Jahre hinzogen, durch Vergleiche beigelegt, wie San Diego Reader [12] und die New York Times [13] berichteten. Die Wachtturm-Gesellschaft hat jahrelang nichts unternommen ihre Anhänger vor einem Sexualstraftäter zu schützen, was weitere Missbräuche nach sich zog.

2015 hat die Aufarbeitungskommission in Deutschland ihre Arbeit aufgenommen und wird dieses Jahr religiöse Institutionen in Bezug auf den Umgang mit Kindesmissbrauch untersuchen. Drei dieser Institutionen wurden im Zwischenbericht bereits erwähnt, darunter auch Zeugen Jehovas [14].

Man frage sich bei all den Meldungen, warum man so wenig in den deutschen Medien ließt? Australien, Niederlande, USA, Großbritannien, Irland [15], Portugal [16] – kaum ein Wort. Ja, die Zeugen Jehovas sind seit letztes Jahr deutschlandweit als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt worden. Beim Prozess in Berlin wurden die Aussagen von Ehemaligen so gut wie nicht gewertet [17].

Stattdessen wurden die Aussagen der Organisation selbst und von Außenstehenden berücksichtigt. Dabei muss man die Frage zulassen, ob eine Organisation, die sich Steuervorteile durch eine Anerkennung verschaffen möchte, vor Gericht angibt, dass sie Ehemalige ins soziale Abseits schieben, Familien voneinander trennt und die Zwei Zeugen Regel bei Kindesmissbrauch anwendet.

Welcher aktive Zeuge Jehovas würde demnach tatsächlich die Wahrheit vor Gericht sagen und gegen die Wachtturm-Gesellschaft aussagen, wenn dies unmittelbar ein Rechtskomitee mit Ausschluss zur Folge hätte, und damit auch die völlige Isolation zu Freunden und zur Familie?

Hier einmal die Denkweise, die die Wachtturm-Gesellschaft vertritt:

„Soll das aber heißen, wir müssten jedem, der uns etwas fragt, alle uns bekannten Informationen preisgeben? Nicht unbedingt. Am Verhalten Jesu wurde deutlich, dass manche Leute gar kein Recht auf eine direkte Antwort oder auf bestimmte Auskünfte haben.“ [18]

Zeugen Jehovas bilden in Deutschland eine der größten christlichen fundamentalistischen Gruppen. In Europa gibt es nur ein Land (Italien) in dem es mehr Anhänger gibt. Wer steht Samstagmorgen vor deiner Tür? Wer steht in Bahnhöfen mit Trolleys und Tablets rum, um Videos vorzuführen, die mitunter extrem homophob sind [19]? Dafür haben sie von der Deutsche Bahn Personenverkehr eine Genehmigung erhalten. Als Erklärung gibt man ab, dass wir Religionsfreiheit in Deutschland genießen und die Zeugen sich passiv verhalten würden [20].

Vielleicht ist es aber auch einfach nur Unwissenheit über eine destruktive Gemeinschaft. Wie sagte der Generalsekretär für Menschenrechte aus Finnland: „Die Gesetze der Religionsfreiheit […] sind kein Anspruch auf Menschenrechtsverletzungen“. Genauso müsste doch die Gesetze der Religionsfreiheit nicht mit anderen Teilen des Grundgesetzes zuwiderlaufen. Den Anhängern wird allerdings das Wahlrecht aberkannt; man wird ausgeschlossen, wenn man einer Bluttransfusion, selbst Angesichts des Todes, zustimmte und dies nicht bereut; der Kontaktabbruch zu Freunden und Familienmitgliedern, die die Gemeinschaft verließen, wird seitens der Organisation programmatisch durchgesetzt, ansonsten kann ebenfalls der Ausschluss oder Sanktionen drohen.

Die Zeitungen möchten natürlich eher über regionale Themen berichten, doch das System funktioniert weltweit auf die identische Art und Weise – auch in Deutschland. Ist es einfach nur Unwissenheit über eine Gruppe, die genau an diesem harmlosen Bild die letzten Jahrzehnte so hart gearbeitet hat, dass sich Medien in Deutschland zurückhalten? Die Erlebnisberichte die Wahrheitenjetzt! erreichen, von Menschen, die durch das System Zeugen Jehovas gebrochen sind, erschüttern stark. Vielleicht wäre es hilfreich, wenn Zeitungen, ähnlich wie der The Guardian, eine Seite einrichten, auf der Betroffene anonym berichten können, um das Ausmaß zu begreifen.

Ja, ab und zu liest man auch in Deutschland kritisch über die Zeugen Jehovas. Das sind dann persönliche Interviews oder DPA-Meldungen, keine Recherchen über das System Zeugen Jehovas und Kindesmissbrauch. Das ist jedoch zwingend notwendig. Es bringt nichts, wenn Ehemalige nur auf ihren Blogs mit einer lächerlichen Reichweite darüber schreiben.

In Österreich hat ein Zeitungsbericht sogar dazu geführt, dass die Körperschaftsrechte aktuell von staatlicher Seite aus überprüft werden. Grund dafür sind schwere Vorwürfe gegen die Methoden der Organisation. [21]

Zur Klarstellung: All diese umfassenden Berichte, die niemand leugnen kann, sind nicht entstanden, weil Jehovas Zeugen das „wahre Volk“ Gottes auf Erden sind, und „Satan“ sie bekämpfen würde – so wie es immer die Schutzbehauptung von der Wachtturm-Gesellschaft ist. All diese Berichte sind entstanden weil extreme Misstände in dieser Organisation vorzuweisen sind, welches nichts weiter als ein religiöses, menschliches Konstrukt ist, so wie jede andere Sekte auch. In einer „wahren Organisation Gottes“, dass wirklich vom „Geist Gottes“ geleitet wird, wären derartige Zustände nicht vorhanden!

Aufklärung ist ein wichtiger Aspekt – wir sollten alle unseren Teil dazu beitragen, dass diese Wahrheit jeden Menschen zuteil wird.

Quelle: Oliver Wolschke

Nachweis:

[1] yle.fi
[2] theguardian.com
[3] theguardian.com
[4] washingtonpost.com
[5] newsweek.com
[6] cbc.ca
[7] rtlnieuws.nl
[8] nltimes.nl
[9] oliverwolschke.de
[10] newsweek.com
[11] dailymail.co.uk
[12] sandiegoreader.com
[13] nytimes.com
[14] aufarbeitungskommission.de
[15] businesspost.ie
[16] dn.pt
[17] sekten-info-essen.de
[18] wol.jw.org
[19] bento.de
[20] twitter.com
[21] facebook.com

Jehovas Zeugen – Abgeordnete fordern Maßnahmen gegen die Missbrauchsvorwürfe der Zeugen Jehovas

Mehr als 100 Personen berichteten dem Guardian von sexuellen Kindesmissbrauchsansprüchen und anderen Misshandlungen.

Parlamentsmitglieder fordern Regierungsmaßnahmen, nachdem mehr als 100 Menschen den Guardian wegen Kindesmissbrauchs und anderer Misshandlungen in den Gemeinden der Zeugen Jehovas in Großbritannien kontaktiert haben.

„Ich bin sehr besorgt, aber nicht überrascht von den Vorwürfen des Kindesmissbrauchs innerhalb der Zeugen Jehovas. Wann immer es eine geschlossene Gesellschaft mit einem inhärenten Machtungleichgewicht gibt, ist das Potenzial für Missbrauch da“, sagte die Labour-Abgeordnete Sarah Champion.

Sie sagte, sie werde das Thema im Parlament zur Sprache bringen und fordern, dass die Regierung Maßnahmen ergreift, um sicherzustellen, dass alle Kinder in Sicherheit sind.

Alex Chalk, der konservative Abgeordnete für Cheltenham, sagte, er plane, das Thema im Parlament anzusprechen, und sagte, dass dies nicht nur ein historisches Problem sei, sondern ein fortlaufendes Anliegen der Kindersicherheit sei.

„Meine instinktiven Gedanken sind, dass die bloße Anzahl und Ernsthaftigkeit der bevorstehenden Vorwürfe sich auf … Wenn sogar die Hälfte der Anschuldigungen wahr ist, dann ist es klar, dass eine tief verwurzelte Kultur der Vertuschung und fehlerhaften internen Untersuchungen weiterhin besteht an diesem Tag“ , sagte Chalk.

Eine Guardian-Untersuchung hörte von 41 Personen, die behaupteten, sie seien Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch und behaupteten eine Kultur der Vertuschungen und Lügen mit älteren Mitgliedern der Organisation, die als Älteste bekannt sind und die Opfer davon abhalten, mit der Polizei zu sprechen.

Weitere 48 Personen sagten, sie hätten andere Formen des Missbrauchs erlebt, darunter körperliche Gewalt, als sie Kinder waren, und 35 behaupteten, sie hätten Zeugen oder hörten von anderen, die Opfer von Kinderpflege und -missbrauch waren.

Dem Guardian wurde mitgeteilt, dass den Mitgliedern der Gemeinschaft beigebracht wurde, die Interaktion mit externen Autoritäten zu vermeiden. Es wurde auch behauptet, dass nach den von der Gruppe festgelegten Regeln für den ernstzunehmenden sexuellen Missbrauch von Kindern mindestens zwei Zeugen anwesend sein müssen. Wenn dies passiert oder ein Täter Missbrauch gesteht, wird ein Rechtsausschuss einberufen und der Fall untersucht.

Eine Anwältin, die einige der mutmaßlichen Opfer vertritt, sagte, sie glaube, es gäbe Tausende von Beschwerdeführern in Großbritannien, und die Leute, die den Guardian kontaktiert hätten, seien „nur die Spitze des Eisbergs“.

Kathleen Hallisey, leitende Anwältin im Missbrauchsteam von Bolt Burdon Kemp, sagte im Namen von 15 mutmaßlichen Opfern: „Angesichts der Zahl der Zeugen Jehovas im Vereinigten Königreich und des Wissens über die Verbreitung von Missbrauch in der Organisation dort sind wahrscheinlich Hunderte und wahrscheinlich Tausende weitere Opfer. Das ist wirklich nur die Spitze des Eisbergs.“

Champion sagte, sie sei besorgt, dass die Opfer ihren Missbrauch den Ältesten melden müssten, ohne sich selbst zu kontrollieren.

Sie äußerte auch ihre Besorgnis darüber, dass Missbrauchsansprüche nur vor einem Untersuchungsausschuss erhoben werden könnten, wenn zwei Zeugen vorlägen. „Missbrauch geschieht in den Schatten, also ist es lächerlich, nach einem zweiten Zeugen zu fragen, und verhindert effektiv die Berichterstattung“, sagte Champion.

Mehrere weitere mutmaßliche Opfer meldeten sich, nachdem die ursprünglichen Ansprüche veröffentlicht worden waren. Eine Frau, die anonym sprach, sagte: „Ich bin ein ehemaliger Zeuge Jehovas und kenne persönlich zwei Mädchen, die in ihren Versammlungen missbraucht und zum Schweigen gebracht wurden.“

Eine andere Frau, die ebenfalls anonym sprach, sagte, sie habe versucht, sich selbst zu töten, als sie 14 Jahre alt war, nachdem sie von ihrem Vater misshandelt worden war. „Ich habe einen alten Artikel in der Zeitschrift“ Awake(Erwachet!) „über Missbrauch in der Gemeindebibliothek gefunden und ihn dem Ältesten offen gelassen. Ich hatte den gleichen Artikel für meinen Vater auf einer Stufe verlassen, in der Hoffnung, er würde es lesen und aufhören. Als es herausgefunden wurde, wurde auch ich angewiesen, nichts zu sagen und zu vertuschen. In meinem Fall wurden die Beweise auch von den Ältesten zerstört“, sagte sie.

Sie sagte, es wurde ihr gesagt, dass sie niemals mit jemandem darüber sprechen solle, was passierte und dass sie keine Beratung erhalten habe. „Ich habe die Ältesten privat gefragt, ob ich mit der Familie eines Freundes leben könnte … und sie sagten, ich müsse meinen Vater fragen, ob er der Haushaltsvorstand sei.“

Die Operation Hydrant, eine Untersuchung der britischen Polizei zu Vorwürfen über sexuellen Kindesmissbrauch in jüngerer Zeit, hat 45 potentielle Opfer von Kindesmisshandlung in einer Zeugen Jehovas Situation behandelt. Er sagte, Vorwürfe könnten von einer dritten Partei erhoben werden, die entweder ein potenzielles Opfer identifiziert oder nicht identifiziert.

Als die Wohltätigkeitskommission über die Ergebnisse des Guardian informiert wurde, sagte sie, dass ihre Untersuchung in der Wachtturm-Bibel- und Traktatgesellschaft Großbritanniens, dem Leitungsgremium der Zeugen Jehovas in Großbritannien, fortgesetzt werde. Es hieß, dass jeder, der von Bedenken betroffen sei, sich melden solle.

In einer Erklärung sagten die Zeugen Jehovas, Kinderschutz sei von größter Wichtigkeit. Sie sagten, dass ein Opfer und seine Familie das Recht hätten, der Polizei Anzeigen wegen Kindesmissbrauchs zu melden, und dass das Prinzip der ausreichenden Beweise eine Vorschrift des Schrifttums sei, die nichts mit der Meldung eines Verbrechens an die Behörden zu tun habe.

  • Im Vereinigten Königreich können die Samariter unter 116 123 kontaktiert werden. In den USA ist die Nationale Selbstmordpräventions-Lebenslinie unter der Nummer 1-800-273-8255 zu erreichen. In Australien ist der Krisenunterstützungsdienst Lifeline unter 13 11 14 zu sprechen. Weitere internationale Selbsthilfegruppen finden Sie unter www.befrienders.org.

Quelle: theguardian.com

Jehovas Zeugen – Mit dem Tod leben: „Mein Onkel war Zeuge Jehovas und verzichtete auf lebensrettendes Blut“

Sarahs Onkel wäre noch am Leben, wenn er nicht wegen seines Glaubens auf eine Bluttransfusion verzichtet hätte. Diese Entscheidung machte Sarah anfangs vor allem wütend. Heute versteht sie sie. Ein Protokoll:

In der zehnteiligen Serie „Mit dem Tod leben“ protokollieren wir die Erfahrungen von Menschen, die den Tod von Nahestehenden verarbeiten mussten. Was hat ihnen während der Trauer geholfen, und haben sie durch den Verlust etwas für sich selbst gelernt?

Sarah, 25, Nähe Braunschweig

Mein Onkel war ein wichtiger Teil unserer Familie, vor allem wir beide standen uns sehr nahe. Als jüngstes Kind fühlte ich mich mit meinen Ansichten oft nicht so richtig von meinen Eltern ernst genommen. Mein Onkel hingegen tat das. Er war verständnisvoll und zeigte mir, dass es in Ordnung ist, andere Meinungen zu haben. In dieser Hinsicht nahm er eine Art Vaterrolle für mich ein, auch wenn mein Papa immer sehr gut zu mir war.

Im Juli 2015 musste ich mich auf eine wichtige Prüfung an der Uni vorbereiten. In derselben Zeit erfuhr ich, dass mein Onkel ins Krankenhaus musste, da war er schon Mitte 80. Ich wusste nicht viel darüber, bloß den einen Satz meiner Mutter: „Er ist im Krankenhaus, aber das wird schon wieder.“ Ich machte mir also keine Sorgen und konzentrierte mich auf die Prüfung.

„Ich dachte wirklich, er würde mich nicht genug lieben, um jetzt da zu bleiben.“

Ich bestand sie und war in derselben Nacht noch mit Freunden feiern. Meinen Onkel besuchte ich erst am Tag danach. Ich freute mich, ihn sehen und ihm von meiner bestandenen Prüfung erzählen zu können. Als ich aber das Krankenzimmer betrat, bekam ich einen riesigen Schrecken. Ich sah, in welchem Zustand sich mein Onkel befand. Er lag regungslos da, war kaum ansprechbar. Dass es ihm so schlecht ging, hatte mir niemand gesagt. Ich war geschockt.

Zeugen Jehovas lehnen fremdes Blut ab

Meine Mutter und seine Frau hatten mir verheimlicht, wie ernst sein Zustand war. Vielleicht wollten sie mich schützen, damit ich mich voll auf meine Prüfung konzentrieren konnte, vielleicht hatten sie die Lage aber auch einfach unterschätzt. Erst jetzt erfuhr ich die ganze Wahrheit: Er hatte einige Tage davor ein harmlose Magenoperation, bei der er aber die notwendigen Bluttransfusionen abgelehnte hatte. Jetzt war der Sauerstoffgehalt in seinem Blut zu gering. Er hatte auf eine Behandlung ohne fremdes Blut bestanden, da es nach dem Glauben der Zeugen Jehovas Gott verbieten würde, Blut in Form von Bluttransfusionen zu gebrauchen – auch wenn das den Tod nach sich ziehen könnte. Als ich ins Krankenhaus kam, hatte er abermals trotz der lebensbedrohlichen Situation die Transfusion abgelehnt. In meiner Vorstellung hatte er sich zwischen Blut oder Tod entscheiden müssen, und den Tod gewählt.

Ich wurde wütend. Richtig wütend. Ich fühlte mich im Stich gelassen. Ich war mit der Uni noch nicht fertig und er würde bei meiner Abschlussfeier nicht dabei sein. Ich wollte danach einen Doktor machen, auch da würde er auch nicht dabei sein. Und wenn ich heirate und Kinder kriege? Will er das alles nicht erleben? Ich dachte wirklich, er würde mich nicht genug lieben, um jetzt da zu bleiben.

Da war auch viel Wut auf meine Tante. Ich wusste, sie hätte als Ehefrau und ebenfalls als Zeugin Jehovas das letzte Wort gehabt. Doch in ihren Augen hatte Gott einen Plan für ihren Ehemann, sie stand hinter seiner Entscheidung. Genauso wie sein ganzer Freundeskreis, alles Zeugen Jehovas. Mein Bruder und ich konnten kaum glauben, dass das gerade wirklich passierte. Wir standen dabei und dachten nur: Seid ihr denn alle bescheuert?

Die letzten Worte gingen an mich

Da ich Jura studierte, ahnte ich, dass es rechtliche Möglichkeiten gäbe, seine Verfügung irgendwie zu umgehen, aber natürlich wollte ich auch den letzten Willen meines Onkels akzeptieren. Ich habe mich noch nie so hilflos gefühlt.

Als ich an diesem Tag das Krankenzimmer betrat, richtete er seine letzten Worte an mich. „Du bist eine schöne Frau geworden“, sagte er und steckte mir wie früher einen Geldschein zu. Da begann ich, das erste Mal richtig zu weinen. Mir wurde klar, dass ein Mensch, den ich mein ganzen Leben lang kannte und liebte, bald nicht mehr da sein würde, wenn er sich weiterhin der Hilfe verweigert. Ein wenig später schlief er ein und lag noch wenige Tage nicht mehr ansprechbar im Bett.

„Es fühlte sich so an, als hätte er darauf gewartet, mich noch einmal sehen zu können.“

Dann erstickte er langsam. Seine Lunge konnte von dem wenigen Blut nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden. Ich war die Letzte, mit der er richtig gesprochen hatte. Es fühlte sich so an, als hätte er darauf gewartet, mich noch einmal sehen zu können. Aus einer relativ harmlosen Magenoperation wurde sein selbst gewähltes Todesurteil. Ich war immer noch wütend und furchtbar traurig, aber nach seinem Tod habe ich vor allem funktioniert. Ich wollte für meine Tante da sein, habe mich um Papiere, Verträge und das Begräbnis gekümmert. Warum er so sterben musste, konnte ich immer noch nicht begreifen.

Der Aha-Moment

Etwa zwei Wochen nach seinem Tod erzählte ich einem Freund am Telefon davon. Er sagte zu mir: „Anni, auch du glaubst daran, dass jeder Mensch das tun kann, was er will.“ Ja, das tat ich. Eigentlich. Ich spürte in diesem Moment, dass sich etwas veränderte, es klickte. Mir wurde bewusst, dass ich mich nicht kohärent verhielt. Eigentlich hielt ich mich für jemanden, der von Religions- und Handlungsfreiheit überzeugt ist. Zwei Dinge, die ich in Bezug auf meinen Onkel und meine Tante nicht akzeptiert hatte. Ich musste mir eingestehen, dass ich mit diesen Einstellungen eigentlich nicht wütend auf die beiden sein konnte. Meine Wut verwandelte sich zur Enttäuschung über mich selbst.

„Es war das Wissen, dass mein Onkel stolz auf mich gewesen wäre, das mir über die Trauer half.“

So drehte sich mein Bild. Mir wurde klar: Für meinen Onkel gab es die Entscheidung „Blut oder Tod?“ nie. In seiner Gedankenwelt hatte er diese Wahl nicht. So wie ich an seiner Stelle die Bluttransfusion niemals abgelehnt hätte, hätte er sie niemals annehmen können. Würde Religion eine größere Rolle in meinem Leben spielen, wäre ich Zeugin Jehovas, hätte ich die Das-hätte-ja-alles-nicht-sein-müssen-Gedanken nicht gehabt. In so einer Welt hätte ich mich nicht im Stich gelassen gefühlt. Und ich wäre sicher sehr schockiert, wenn ich als praktizierende Anhängerin gegen meinen Willen fremdes Blut injiziert bekommen hätte.

Das Telefonat war mein Aha-Moment. Von da an konnte ich besser mit der Situation umgehen. Es war das Wissen, dass mein Onkel stolz auf mich gewesen wäre, das mir über die Trauer half. Weil ich mich um meine Tante gekümmert hatte, und weil ich letztlich verstand, dass es für ihn keine freie Entscheidung zwischen Leben und Tod gab.

Trauer ist Sehnsucht, Sehnsucht ist Liebe

Es war schwer, so rational an etwas so Emotionales ranzugehen. Aber es half mir, den Verlust meines Onkels zu verkraften. Wenn ich meinen eigenen Prinzipien treu bleibe, kann ich niemandem einen Vorwurf machen, der seinen Prinzipien treu bleibt. Heute fände ich es vermessen, anderen Leuten zu sagen, woran sie glauben müssen.

Natürlich denke ich heute immer wieder an meinen Onkel, das wird auch nicht aufhören. Es kommen immer wieder diese Momente, in denen ich wünschte, dass er jetzt da wäre, ihm etwas erzählen könnte, ihn um Rat fragen könnte. In diesem Momenten spüre werde ich sehr traurig. Das ist allerdings keine negative Trauer. Eher die, die man spürt, wenn man jemanden vermisst. Und wenn man jemanden vermisst, bedeutet es ja auch, dass man jemanden sehr geliebt hat. Und jemanden zu lieben ist immer etwas Positives.

Quelle: ze.tt

Jehovas Zeugen – Vom Glauben abfallen: „Es war für mich tragisch, zu gehen“

Wer eine strikte religiöse Gemeinschaft, wie Jehovas Zeugen, verlässt, verliert oft nicht nur Familie und Freunde. Auch der Alltag, die Arbeit und das Weltbild ordnen sich neu. Zwei Aussteiger erzählen.

Das Recht auf den Ausstieg aus einer Religion ist mit dem Artikel 15 der Bundesverfassung garantiert. Denn Religionsfreiheit bedeutet auch die Freiheit zu haben, nicht zu glauben. Auch auszutreten, ist ein Grundrecht.

Das ist selten einfach – und noch nicht lange selbstverständlich.

Konservative Gläubige

2014 bezeichneten sich 23 Prozent der Bevölkerung der Schweiz als konfessionslos. Trotz dieser Säkularisierung sind nach wie vor viele Menschen gläubig – oder gar strenggläubig.

«Ungefähr 500’000 Personen in der Schweiz sind konservative Vertreter einer Weltreligion oder Mitglied einer Sekte», sagt der Religionswissenschaftler Georg Schmid, Leiter von «Relinfo», der evangelischen Informationsstelle «Kirchen – Sekten – Religionen» in Rüti ZH. Je autoritärer und geschlossener eine religiöse Bewegung ist, desto schwieriger sei es, diese zu verlassen.

Religionen in der Schweiz

Die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz gehören zu 37.9 Prozent der römisch-katholischen und zu 25.5 Prozent der evangelisch-reformierten Landeskirche an. 23 Prozent sind konfessionslos, zu anderen christlichen Gemeinschaften zählen 5.7 Prozent. 5.1 Prozent sind Muslime, 0.4 Prozent jüdisch.

Der Anteil der römisch-katholischen Landeskirche ist in den letzten 40 Jahren relativ stabil geblieben, jener der evangelisch-reformierten ist stark rückläufig.

Der Anteil muslimischer Glaubensgemeinschaften hat von 2000 bis 2016 leicht, um 1.6 Prozent, zugenommen, jener der Konfessionslosen deutlich, um 13.5 Prozent. Der Anteil jüdischer Glaubensgemeinschaften ist unverändert geblieben.

Quelle: Bundesamt für Statistik

Mit der Freikirche aufwachsen

Der 36-jährige David Bopp, selbstständiger Webentwickler im Raum Basel, wuchs im Umfeld einer Freikirche auf. Seine Eltern gehörten der Chrischona-Gemeinde an.

«Ich bin als Kind an jede Veranstaltung gegangen, später in die Jungschar und in den Teenager-Club.» Die Jungschar habe er schliesslich mitgeleitet. Drei bis vier Abende pro Woche verbrachte er in der Gemeinschaft, erinnert sich David Bopp. «Dann habe ich die Freikirche gewechselt. Viele Jahre war ich beim ICF. Auch dort habe ich eine Gruppe geleitet.»

«Alles oder nichts»

Mit etwa 24 Jahren habe er immer mehr an seinem Glauben gezweifelt, sagt Bopp. «Es hat sich viel verändert in meinem Kopf. Ich habe mich vom Glauben entfernt.»

Die Zweifel seien für ihn «ein Schock» gewesen, denn er habe zuvor «Gott erlebt», erzählt Bopp: «Als Teenager konnte ich beten und hatte oft das Gefühl, ich werde erhört. Dann erlebte ich ein, zwei Jahre nichts, das mich Gott spüren liess.» Das habe ihm die Augen geöffnet.

«Festzustellen, dass ich vielleicht gar nicht glaube – das empfand ich als schmerzhafte Herausforderung.» Er habe nicht begonnen, an «einer kleinen Ecke» zu zweifeln. Sondern er habe sich gleich die grosse Frage gestellt: «Gott – ja oder nein? Es ging um alles oder nichts.»

Freundschaften verlieren sich

Sich von der Glaubensgemeinschaft zu lösen, sei für ihn tragisch gewesen, sagt David Bopp. Er habe sich entwurzelt gefühlt. «Es war ein schmerzhafter Prozess, zu gehen. Viele meiner Freundschaften wurden gewissermassen aussortiert, weil sie an das gemeinsame Thema Glaube gebunden waren.»

Die Gemeinschaft ist nur solange da, wie man Teil davon ist: «Wie in einem Fussballclub, wenn man sich die Sehne kaputtmacht und nie mehr trainieren gehen kann. Das Gros der Leute, die man gern hatte, bleibt da – und man ist weg. Das tut weh, denn man verliert auch ein Stück Halt.»

Bopp bedurfte eines neuen Weltbilds, um sich zurechtzufinden. «Wenn man sich als Teenager aus einer religiösen Gemeinschaft löst, ist es einfacher, dann ist das Weltbild noch nicht so gefestigt. Ich war 24, hatte mich in meinem Weltbild eingerichtet – und plötzlich stellte ich alles in Frage. Das brauchte viel Energie.»

Diese Entwicklung sei bei ihm bis heute nicht abgeschlossen, fügt er an: «Für mich ist Spiritualität noch immer ein offenes Thema.» Heute bezeichnet Bopp sich als Agnostiker. Die Religion spielt für ihn keine Rolle mehr.

Hinterfragt wird nicht

Hat David Bopp die Freikirchen als geistig enge Räume erlebt? «Die Freiheit wäre da – aber es gibt niemanden, der einem den Weg dahin zeigt», erwidert er. Das philosophische Denken und das Hinterfragen würden fehlen, es werde einem nicht vorgelebt.

Das liege auch an der Geschichte der Freikirchen, glaubt Bopp: «Gegründet wurden sie von Menschen, die an Dinge glauben und diese nicht theologisch hinterfragen wollen. Will man etwas hinterfragen, muss man sich dafür einen anderen Ort suchen.»

Getauft als Zeuge Jehovas

Auch Rino Zumerle hat den schmerzhaften Abschied aus einer Glaubensgemeinschaft erlebt. Über 20 Jahre lang war der vor Kurzem pensionierte IT-Fachmann aus dem Raum Biel ein Zeuge Jehovas.

1983 hatten er und seine Frau erste Kontakte zu dieser Gemeinschaft, weil sie für die beiden Töchter eine Kinderbibel suchten. Dass die Bibel die Grundlage für den Glauben der Zeugen Jehovas war, beeindruckte die Zumerles. Nach drei Jahren liess sich das Ehepaar taufen.

«Über Jahre besuchten wir die Versammlungen und gingen in der Gemeinschaft auf», sagt Zumerle. 1992 erhielt er ein Amt, er wurde Dienstamtgehilfe. «Einige Jahre später wurde ich zum Ältesten berufen. Das ist eine Person, die in der Gemeinschaft stärker auf andere achtet, ihnen hilft, sie lehrt und ihnen ein Vorbild ist.»

Ein Dilemma löst Zweifel aus

Trotz Verantwortung: 2003 begann er zu zweifeln. «Ich durchlebte wohl eine Midlife-Crisis. Ich war ungefähr 50 und fragte mich, was bisher in meinem Leben passiert war und was noch kommen würde. In dieser Zeit fingen meine Töchter an, die Religion zu hinterfragen, was schliesslich zu ihrem Ausstieg führte.»

Auch er habe sich grundsätzliche Fragen gestellt. Um seine damaligen Zweifel zu verstehen, müsse man sich vergegenwärtigen, was die Lehre der Zeugen Jehovas bedeutet: «Wer weggeht, ist verloren. Die Zeugen Jehovas sprechen davon, dass Gott im Krieg von Armageddon alles Böse auf dieser Erde vernichten wird. Nur die Gott wohlgefälligen Menschen überleben und kommen ins Paradies, wo sie ewig leben können.»

Wenn man das glaube, bedeute das: Wenn die eigenen Kinder aussteigen, dann sind sie verloren. «Meine Töchter könnten demnach Armageddon nicht überleben. Das hat mich beschäftigt.»

Ebenfalls beschäftigt hat Rino Zumerle das Kontaktverbot zu Abtrünnigen, das die Gemeinschaft verlangt. Er wollte seine Töchter nicht verstossen – aber auch nicht vortäuschen, er befolge dieses Gebot.

Das Leben muss sich neu ordnen

Sieben Jahre zweifelte er, kämpfte innerlich. «Ich brauchte diese Zeit, denn da waren viele Ängste. So war ich etwa im Begriff, die langjährige Beziehung zu meiner Frau zu verlieren.» Vieles musste Zumerle neu ordnen, gedanklich, aber auch im Leben. «Es war eine schmerzhafte Zeit», sagt er.

Er habe in jenen Jahren kaum mehr an etwas anderes denken können, ihn habe nur noch ein Thema beschäftigt: seine Loslösung von der Gemeinschaft. Nach einem Burn-out suchte er professionelle Hilfe.

Denn im Alltag fand er keine Unterstützung. Seine Ehe ging in die Brüche – und einen Freund ausserhalb der Gemeinschaft, mit dem er seine Fragen hätte besprechen können, hatte er nicht.

«Ein Zeuge Jehovas lebt vor allem in der Gemeinschaft. Sie begrenzt sein soziales Umfeld. Natürlich hat jeder Arbeitskollegen und Nachbarn. Aber diese Kontakte basieren auf einer losen Beziehung. Man geht keine Freundschaften ausserhalb der Gemeinschaft ein.»

Unumkehrlicher Ausstieg

Offene Ohren fand er schliesslich bei seinen Schwestern, mit denen er zuvor nur wenig Kontakt pflegte. Und auch seiner Mutter näherte er sich wieder an, nachdem er signalisiert hatte, dass er die Zeugen Jehovas verlassen wollte.

Mehrere Zeugen hätten mit ihm etwas unternehmen und diskutieren wollen, um ihn auf den rechten Weg zurückzuführen. Als sie erkannten, dass seine Abkehr weit fortgeschritten war, liessen sie ihn ziehen. Nach sieben Jahren voller Zweifel trat Rino Zumerle offiziell aus.

Was hat er dadurch gewonnen? «Da kommt mir ein grosses Wort in den Sinn: Freiheit.», sagt Zumerle. «Freiheit bedeutet für mich, dass ich eine Wahl habe. Und in der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas hatte ich keine Wahl.» Es gebe dort nur Schwarz oder Weiss, keine Schattierungen.

«Freiheit ist unbequem. Freiheit macht Angst. Freiheit hat man nicht einfach, man muss für sie kämpfen und an ihr arbeiten.» Er denke, dass sich viele Menschen genau deshalb in engen Gemeinschaften wohlfühlen. «Sie sind dort eingeschränkt, aber fühlen sich mitgetragen. Man geht gemeinsam einen Weg – die Freiheit ist da vielen gar nicht so wichtig.»

Mitglieder haben zu folgen

Bei der Infostelle «Relinfo» berät der Religionswissenschaftler Georg Schmid ausstiegswillige Mitglieder von Religionsgemeinschaften oder deren Angehörige. Am häufigsten ist er mit Mitgliedern von Zeugen Jehovas und Scientology beschäftigt.

«Sekten haben eine gewisse Radikalität. Sie erwarten viel von den Mitgliedern und versuchen trotzdem, alle Interessierten aufzunehmen», sagt Schmid. Sekten seien autoritäre Organisationen. Die Leitung beanspruche Lehrhoheit, Zweifel seien unerwünscht, die Mitglieder hätten zu folgen.

Oft liessen sich Menschen von den Verheissungen einer Gemeinschaft blenden, erklärt Schmid. Zu Beginn sähen sie alles durch die rosarote Brille: «Später kommen ihnen auch die Ansprüche der Sekte in die Quere. Viele geraten unter Druck, weil die Gemeinschaft nicht das bietet, was sie suchen. Wenn jemand aussteigen will, beginnt ein unangenehmer Prozess.»

Der Austritt wird immer schwieriger

Je länger jemand dabei war, desto schwieriger wird es. Weil man beim Austritt seine sozialen Kontakte und seine ethischen Koordinaten verliert. Weil man vielleicht jahrelang für den Kult gearbeitet hat und taugliche Referenzen für Bewerbungen fehlen.

Weil man vielleicht der Sekte per Testament sein Vermögen überschrieben hat und das Dokument sicher verwahrt in der Zentrale der Gemeinschaft liegt. Weil man durch die autoritäre Lehre das selbstständige Denken verlernt hat.

Ausstiegswilligen die Hand reichen

Menschen, die Anschluss suchen, sind oft leichte Opfer für Sekten, weiss der Ausstiegsberater Schmid: «Alte, Einsame oder Menschen am Rand der Gesellschaft.» In Beratungen rät er Familienangehörigen, deren Tochter oder Sohn sich einer Sekte angeschlossen hat, klar zu machen, dass sie für sie oder für ihn da seien. Denn ohne einen Rückhalt von aussen sei ein Ausstieg kaum zu schaffen.

«Radikale Gemeinschaften versuchen, Zweifelnde zu halten. Etwa indem sie befreundete Leute aus der Sekte auffordern, mit ihnen zu sprechen, sie wieder zu überzeugen», so Schmid.

Aber wenn das nicht funktioniert, seien Sekten meist dafür, dass die Zweifler gehen: «Damit die kranken Äpfel nicht die gesunden anstecken.» Dass Religionsgemeinschaften Ausstiegswillige rabiat auf Kurs brächten oder zurückholten, sei eine Legende.

Eine Gemeinde, ein Weltbild

Bei Freikirchen sieht Schmid das Hauptproblem in deren gesellschaftspolitischer Ausrichtung. Da stelle sich für ihn die Frage, wie konservativ man die Gesellschaft gestalten wolle.

«Freikirchen sind – im Gegensatz zu den Landeskirchen – bewusst einheitlich, was die Weltanschauung betrifft. Wenn jemand dazukommt, erwartet man von ihm, dass er sich einfügt.» Freikirchen erwarteten zudem Engagement: Man soll die Gemeinde finanziell und zeitlich mittragen. «Wer dazu nicht bereit ist, kann Probleme kriegen und sozialen Druck spüren.»

Im Gegensatz zu Sekten sei in Freikirchen immerhin klar, dass der Gemeindeleiter ein Mensch sei, der irren könne. Manche Mitglieder würden, wenn sie mit der Lehre nicht einverstanden sind, zu einer anderen Gemeinschaft wechseln – und später vielleicht austreten.

Jehovas Zeugen – Petition: Jede EU-Stimme gegen die Wachtturm-Gesellschaft

In Portugal findet derzeit eine Onlinepetition statt, an welcher jeder EU-Bürger teilnehmen kann und dessen Stimme gezählt wird.

Es geht dabei nicht um ein Verbot oder irgendwelchen Einschränkungen gegen Zeugen Jehovas, deren Versammlungen oder deren Predigttätigkeit als solches. Es hat keine Auswirkungen aus den Alltag einzelner Zeugen oder der Zeugen als Gruppe. Es betrifft nur deren Rechtsstatus, welcher widerrufen werden soll, bis die Ausschlusspraxis verbunden mit dem Kontaktverbot beendet wird.

Ab 1000 Stimme erhält der Einreicher der Petition das Recht auf eine Audienz im Parlament um die Gründe darzulegen, ab 4000 Stimmen wird die Petition in der Sitzung des Parlaments diskutiert.

Link zur Petition: peticaopublica.com

Google-Translate: peticaopublica.com/DE

Mit dieser Petition könnte ein Anfang gemacht sein, auch in Europa Veränderungen zu erreichen. BITTE TEILNEHMEN UND TEILEN! Habt ihr Kontakte in andere EU-Länder? BITTE TEILNEHMEN UND TEILEN!

Danke!

Jehovas Zeugen – Hausmissionieren: Aufgezeichnete Gesprächsnotizen verstoßen gegen das EU-Datenschutzrecht

Bei Gesprächen mit möglichen Neu-Mitgliedern fertigen die Zeugen Jehovas Notizen an. Das Widerspricht europäischem Datenschutzrecht.

Fast reglos stehen sie in Fußgängerzonen und vor Einkaufszentren und preisen die auflagenstärkste, religiöse Zeitschrift der Welt „Der Wachturm“ an, die Zeugen Jehovas. Für die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) sind die Zeugen die bekannteste „Sekte“ schlechthin. Immer wieder sind die sogenannten „Verkündiger“ des Weltenendes von Tür-zu-Tür unterwegs und bitten um ein Gespräch. Und machen sich dabei regelmäßig Notizen.

Für die Zeugen Jehovas handele es sich dabei lediglich um persönliche Eintragungen, im Rahmen ihrer Religionsausübung. Dies gilt nach Auffassung des Generalanwalts am Europäischen Gerichtshof (EuGH), Paolo Mengozzi, nicht. Konkret ging es um einen Fall in Finnland. Die dortigen Zeugen Jehovas machten sich bei ihren Besuchen Notizen zu Name, Anschrift und Datum des Besuchs, aber auch zu Inhalten der Gespräche, insbesondere über religiöse Überzeugungen und Familienverhältnisse. Der finnische Datenschutzbeauftragte ist der Meinung, dass dies europäischem Datenschutzrecht unterliege. Der EuGH-Generalanwalt schloss sich der Ansicht an. Die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas sei zudem für die von ihren Mitgliedern erhobenen Daten zuständig. Selbst dann, wenn die Notizen nicht zentral gesammelt würden.

In der entsprechenden EU-Datenschutzrichtlinie ist unter anderem vorgesehen, dass Daten nicht länger als notwendig gespeichert werden dürfen. Betroffene müssen zudem ihre Einwilligung dafür geben.

Das Gutachten des Generalanwalts ist nicht bindend, in vielen Fällen halten sich die Richter des EuGH aber daran. Ein Urteil dürfte in einigen Monaten fallen.

Religiöse Sondergemeinschaft

2016 waren nach Angaben der Zeugen Jehovas 8,3 Millionen Personen weltweit missionarisch aktiv. In Deutschland wurden 165.624 Mitglieder gezählt. In der Glaubensgemeinschaft herrscht eine strenge Hierarchie. Sie bezeichnet sich selbst als einzig legitime „christliche, theokratische Organisation,“ die seit 2014 von sieben Männern geleitet wird und sich „leitende Körperschaft“ nennt. Das Leben ist streng geregelt durch die Organisation. So ist etwa der persönliche Umgang mit Menschen, die keine Zeugen Jehovas sind, zu meiden. Das Lesen kritischer Bücher gilt als verwerflich. Es wird auch nicht gerne gesehen, wenn Mitglieder christliche Feste mitfeiern, da diese als heidnisch abgelehnt werden. Parteien oder Gewerkschaften werden kritisch gesehen, weshalb viele Zeugen Jehovas nicht wählen gehen.

Patriarchalisch und traditionell

Ehe und Familie werden hoch geschätzt, deshalb führen vorehelicher Geschlechtsverkehr, Homosexualität und Leben ohne Trauschein zum Ausschluss aus der Gemeinschaft. Hinter den Zeugen Jehovas steht eine restriktive Organisation die von ihren Mitgliedern absoluten Gehorsam erwartet. Bis zu siebzehn Stunden im Monat verbringt ein Zeuge mit seiner missionarischen Tätigkeit, dazu kommen zusätzlich noch Schulungen, Gottesdienste und freiwillige Arbeit für die Gemeinde. Die Mitglieder stehen unter enormen Druck, wenn sie am Ende jeden Monats ihren „Predigtdienstbericht“ dokumentieren müssen. Die Wachturmgesellschaft schuf ein geschlossenes ideologisches System, das jedem Einzelnen seinen Platz in der Gemeinschaft zuweist.

Umgang mit Jehovas Zeugen

Für Situationen, dass die Zeugen Jehovas selbst bei einem vor der Tür stehen und einen ins Gespräch verwickeln wollen hat die EZW folgende hilfreiche Hinweise: Streitgespräche mit Jehovas Zeugen sind wenig sinnvoll. Meist sind Laien der geschulten Gesprächsführung der Zeugen nicht gewachsen. „Sagen Sie deutlich, dass Sie keine weiteren Besuche möchten… Machen Sie Ihren Besuchern klar, dass Sie sich bei Ihrer Kirchengemeinde gut aufgehoben fühlen und keinen Bedarf sehen, sich einer anderen Gemeinschaft anzuschließen.“

Quelle: swp.de

Jehovas Zeugen – #Pillowgate: Instruktionen für Bethelmitarbeiter über Porneia aufgetaucht

Am 25. Januar 2018 hat Lloyd Evans auf seinem YouTube-Kanal den Trailer für ein Video online gestellt, das Instruktionen für Bethel-Mitarbeiter enthält. Kurz darauf kursierte auf Twitter und anderen Netzwerken der Hashtag #pillowgateHintergrund ist eine Aussage von Gary Breaux, Helfer der Leitenden Körperschaft, der das Reiben an einem Kissen zwischen den Beinen, ohne dabei zum Höhepunkt zu gelangen, bereits als Masturbation beschrieb.

Zeugen Jehovas haben eine sehr spezielle Beziehung zur Sexualität. In den Versammlungen und Publikationen widmet man sich sehr oft der Sinneslust und versucht, bereits Kindern beizubringen, dass Masturbation Gott nicht gefällt und Sex nur innerhalb einer Ehegemeinschaft erlaubt ist. Es verwundert daher nicht, dass Ehen bei Zeugen Jehovas sehr früh geschlossen werden – anders ist es auch kaum auszuhalten.

1976 veröffentlichte die Wachtturm-Gesellschaft das Buch Mache deine Jugend zu einem Erfolg. Das Kapitel 5 behandelte die Themen Masturbation und Homosexualität. Dort hieß es:

„Sollte man […] der Ansicht sein, daß Masturbation zu einer natürlichen, normalen Betätigung des Körpers wird, weil sie eine allgemein verbreitete Gewohnheit ist? Lügen und Stehlen ist heute auch üblich. Würde man aber behaupten, dies werde dadurch zu etwas Natürlichem und Normalen?“ (Mache deine Jugend zu einem Erfolg, 1976, S. 36)

Selbstbefriedigung wird seitens der WTG mit Lügen und Stehlen gleichgestellt. Doch man geht noch einen Schritt weiter:

„Die meisten Ärzte sind der Ansicht, gelegentliche Masturbation schade dem Körper nicht. […] Ärzte und Psychotherapeuten sind allerdings unvollkommene Menschen, die Irrtümern unterworfen sind und deren Ansichten sich ändern. Es gibt aber einen Ratgeber, an den sich junge Leute wenden können und der beständig und frei von Irrtümern oder Fehlurteilen ist – Gottes Wort. Und wenn wir nicht nur ein längeres Leben, sondern ewiges Leben in der Gunst Gottes wünschen, sollten wir seine Weisheit und seinen Rat suchen.“ (Mache deine Jugend zu einem Erfolg, 1976, S. 36)

Aus meiner Sicht wird an dieser Stelle beim Jugendlichen Angst erzeugt: das ewige Leben steht auf dem Spiel. Ein Jugendlicher könnte meinen, dass er in Gottes Krieg – Harmagedon – vernichtet wird, wenn er seine Neigungen nicht unterdrückt. Die WTG schreibt außerdem, dass Ärzte nicht unbedingt die besten Ratgeber sind, da sie sich irren können. Fünf Absätze später outet sich die WTG selbst als Ratgeber und stellt dabei eine Behauptung auf, die meiner Meinung nach das Sexualleben von jungen Menschen enorm negativ beeinflussen kann:

„Gibt man dem Geschlechtstrieb einfach aus Schwäche nach, indem man sich selbst befriedigt, so gibt das einem bestimmt keine Kraft, wenn man vor einer Situation steht, in der man versucht wird, Hurerei – oder sogar Homosexualität – zu begehen. Im Gegenteil, es fördert verkehrtes Denken und verkehrte Wünsche. Masturbation kann sogar zur Homosexualität hinführen.“ (Mache deine Jugend zu einem Erfolg, 1976, S. 39)

Masturbation kann, nach Aussage der WTG, zur Homosexualität führen.

Der aktuelle Ratgeber für Jugendliche ist betitelt Fragen junger Leute. Das Kapitel 25 behandelt das Thema Selbstbefriedigung: Wie kann ich damit aufhören? Gleich zu Beginn ist die Rede von Luiz, der erzählt:

„Ich war 8, als ich mich zum ersten Mal selbst befriedigte. Später habe ich dann erfahren, wie Gott darüber denkt. Immer wenn ich dem Drang nachgegeben hatte, fühlte ich mich schrecklich. „Wie kann Gott jemanden wie mich lieben?“, fragte ich mich.“ (Quelle: Selbstbefriedigung: Wie kann ich damit aufhören?)

Natürlich fühlt sich der Junge schrecklich, wenn er merkt, dass er gegen etwas ankämpfen muss, dass seinem natürlichen Empfinden widerspricht. Das schlechte Gewissen hat ihn erst ergriffen, als man ihm erklärte, dass Gott dies angeblich nicht gutheißen würde. Einzig und allein der Interpretation älterer Männer ist es meiner Meinung nach geschuldet, dass Kinder und Jugendliche, während sie heranwachsen, mit Schuldgefühlen beladen werden.

Wie sehr sich die Wachtturm-Gesellschaft in die intimste Privatsphäre ihrer Anhänger einmischt, zeigen zwei Videos, die nun auftauchten und speziell für neue Mitarbeiter in den Zweigstellen von Zeugen Jehovas gedacht sind. Im ersten Moment könnte man meinen, dass es sich um Satire handelt, aber die WTG meint es mit den nachfolgenden Inhalten völlig ernst, wenn sie eine Art Verhaltenskodex aufstellt, und ihren Mitarbeitern Regeln und Hinweise in Bezug auf Kleidung, Sex und Masturbation mit an die Hand gibt.

Regelwerk zum Vermeiden von Selbstbefriedigung

Gleich vorweg möchte ich erwähnen, dass in der Bibel kein einziges Mal von Selbstbefriedigung oder Masturbation die Rede ist. Selbst in den Büchern von 3. und 5. Mose, in denen sexuelle Praktiken in unerträglichen Einzelheiten dargelegt werden, wird die Praxis der Selbstbefriedigung nicht erwähnt. Nichtsdestotrotz verurteilt die WTG seit vielen Jahren Masturbation als unreine Gewohnheit.

Gary Breaux, Helfer der Leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas und Mitglied des Dienstkomitees.

Im Video, dass sich speziell an Männer richtet, präsentiert Gary Breaux, Helfer der Leitenden Körperschaft, eine lange Liste von verschiedenen Szenarien und erklärt in einer Art „Frage-und-Antwort-Spiel“, ob es sich bereits um Masturbation handelt oder nicht.

Zum Beispiel, fragt er:

„Muss eine Person ihre Hände benutzen, um zu masturbieren? Nehmen wir an, dass ein Bruder eine Unterhose trägt, die so eng anliegt, dass sein Penis sich daran reibt, während er sich bewegt. Er wird erregt und ejakuliert sogar. Masturbiert er?“

Die Antwort lautet:

„Ja, tut wer, weil er bewusst seine Genitalien stimuliert, auch wenn er seine Hände nicht benutzt.“

Gary Breaux gibt anschließend folgendes zu bedenken:

„Muss es einen Orgasmus geben, damit es als Masturbation betrachtet werden kann? Angenommen, ein Bruder fängt an, seine Genitalien an einem Kissen zu reiben. Er bekommt eine Erektion, hört aber auf, bevor er einen Orgasmus bekommt. Masturbiert er?“

Bevor ich zur Antwort komme, möchte ich die Frage in den Raum werfen, wie die WTG auf diese Szenarien gekommen ist? Warum ausgerechnet Kissen? Wer hat sie auf die Idee mit der Unterhose gebracht? Auch wenn es vielleicht im ersten Momentan lustig klingen mag, so kann ich mir vorstellen, dass das Gewissen einiger Mitarbeiter sie so sehr plagte, dass sie sich jemanden anvertrauten. Im Anschluss müssen sich erwachsene Männer gemeinsam in einen Raum eingesperrt und die Vorfälle besprochen haben, um zu entscheiden, ob Gott diese Handlungen verurteilt oder es sich um eine Grauzone handelt. Wie auch immer, die Antwort zur Kissenfrage lautet:

„Ja, denn er stimuliert sich bewusst selbst, ob er einen Orgasmus hat oder nicht.“

Nun geht Gary Breaux näher auf das Unterbewusstsein ein:

„Wie sieht es mit einem nächtlichen Samenerguss aus, vielleicht sogar nach einem erotischen Traum. Ist das Masturbation?“

Die Antwort mag überraschen:

„Nein, Jehova hat dies zu einem Teil des Fortpflanzungssystems des Mannes erdacht, und das geschieht ohne jegliche bewusste Stimulation.“

Ich kann mir vorstellen, wie der Zuschauer des Videos innerlich aufatmet. Doch nicht so schnell:

„[…] aber wenn dir das passiert, wäre es gut zu prüfen, ob du dich vor dem Schlafengehen mit sexuellen Gedanken beschäftigt hast. Hast du in einer Position geschlafen, die dich stimuliert, z.B. mit einer Decke oder einem Kissen, das fest zwischen den Beinen gehalten wird? Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, wird es dir helfen, nicht in unreine Praktiken zu verfallen.“

Es ist also möglich in einer unreinen Position zu schlafen. Selbst dafür gibt es anscheinend Regeln. Breaux warnt im Anschluss davor, dass ein Christ nicht heilig sein kann, während er „unter dem Einfluss der Selbstbefriedigung“ steht. Das ist schon eine ziemlich deutliche Ansage, die ich in den offiziellen Publikationen der WTG so noch nicht gelesen habe.

Von der Selbstbefriedigung kommen wir nun zu den (neuen) Hinweisen, was aus Sicht der WTG alles zur Pornéia bzw. Hurerei gehört.

Pornéia neu definiert

Lange Zeit verstand die WTG unter Hurerei, jeglichen Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe. Wer Hurerei beging, wurde, wenn keine Reue nach Einschätzung der Ältesten vorlag, aus der Gemeinschaft verbannt und gemieden. Im Video wird Hurerei wie folgt definiert:

„Sexuelle Beziehungen zwischen Personen, die nicht miteinander verheiratet sind. Es umfasst Handlungen wie Oralsex, Analsex und Masturbation einer anderen Person. Es handelt sich immer um eine bewusste Manipulation der Genitalien und mindestens einer weiteren Person oder eines Tieres.“

Soweit, die für einen Zeugen Jehovas bekannte Auslegung des Begriffes Hurerei. Garry Breaux geht im Video nun näher auf die „Manipulation der Genitalien“ ein:

„Handelt es sich bei der Manipulation der Genitalien immer um den Gebrauch der Hände? Nicht unbedingt. Nehmen wir an, ein Bruder bezahlt eine Stripperin für einen Lapdance, der sich über mehrere Minuten erstreckt, und sie reibt ihre bedeckten Genitalien an seinem Bein, während er voll bekleidet ist. Er wird erregt, aber er ejakuliert nicht.“

Die wenigsten Zeugen werden mit einem Lapdance ihre Erfahrung gemacht haben, aber spätestens jetzt, könnten sie vielleicht auf den Geschmack gekommen sein.

„Handelte es sich um Porneiéa? Seine Genitalien werden nicht manipuliert und er berührt die Genitalien der Frau nicht mit seinen Händen, aber er begeht Hurerei, indem er ihr erlaubt, sein Bein zu benutzen, um ihre eigenen Genitalien zu stimulieren.“

Heißt das, solange kein direkter Kontakt zur Stripperin entsteht, ist alles in Ordnung? Ich frage mich, wie lange und intensiv die Leitende Körperschaftoder deren Helfer diskutierten, bis sie sich einigten, und zu dem Schluss kamen, dass der Bruder Hurerei begeht, wenn er „ihr erlaubt, sein Bein zu benutzen, um ihre eigenen Genitalien zu stimulieren“.

Im Video wird nun erklärt, dass man sich auch ohne direkten Hautkontakt der Hurerei „schuldig“ machen kann:

„Kann es sich um Hurerei handeln, auch wenn es zu keinem direkten Hautkontakt gekommen ist? Nehmen wir an, ein Bruder legt sich auf seine Freundin, während beide bekleidet sind, und sie imitieren dabei den Geschlechtsverkehr. Begehen sie Hurerei?“

Ein Tipp: wer bereits so weit gegangen ist, sollte es bis Ende durchziehen:

„Sie haben zwar ihre Kleidung an, aber die Genitalien von beiden werden stimuliert, so dass sie Hurerei begangen haben, unabhängig davon, ob ein Höhepunkt erreicht wird oder nicht.“

Laut WTG, ist dies sündiger als zwei Menschen, die sich nackt ausziehen und gemeinsam masturbieren.

Wer immer noch mit dem Kopf schüttelt und sich fragt, wie es sein kann, dass die WTG so detailliert auf die einzelnen Szenarien eingeht, dem empfehle ich das Buch Der Gewissenskonflikt von Raymond Franz. Er beschreibt, wie die Leitende Körperschaft Entscheidungen bis ins Schlafzimmer einzelner Anhänger getroffen hat, und seiner Aussage nach, sogar die Sexualpraktiken verheirateter Paare vorgab. Anscheinend werden sie überhäuft von Anfragen, ab wann Hurerei vorliegt und wann nicht. Und theoretisch handelt es sich bereits um Hurerei, wenn ein Paar miteinander tanzt und sich dabei gelegentlich die Leiste mit dem Hinterteil trifft (ich wahre die Con­te­nance), oder das eigene Bein die Geschlechtsteile des Gegenübers streift und man dadurch erregt wird.

Das folgende Szenario übertrifft die vorherigen bei Weitem, und man möchte meinen, dass die Antwort auf der Hand liegt:

„Zwei Brüder masturbieren voreinander, aber ohne sich zu berühren. Handelt es sich um Hurerei?“

Die Antwort:

„Nein, da weder die eine noch die andere Person berührt wird. Es ist jedoch eine grobe Missachtung der Gesetze Jehovas und eine schwere Sünde, die von den Ältesten behandelt werden muss.“

Ein Paar, dass komplett angezogen, ihre Leisten aneinander reibt ohne zum Höhepunkt zu gelangen, begeht bereits Hurerei und könnte unter Umständen ihr soziales Umfeld verlieren. Zwei Männer, mitunter homosexuell, schaukeln sich völlig nackt gegenseitig zum Höhepunkt und ihnen droht maximal ein Gespräch mit den Ältesten ohne nennenswerte Konsequenzen.

Wir sind noch nicht am Ende, aber mittlerweile ist klar, dass diese Videos ein Niveau, pharisäischen Wahnsinns erreicht haben, der sämtliche Richtlinien der WTG in den Schatten stellt.

Homosexuelle – eine Bedrohung

Gary Breaux legt im Video besonderen Fokus auf enge Kleidung.

„[…] enge Kleidung [sollte] vermieden werden, da man dies mit Homosexualität in Verbindung bringen könnte. Über welche Art von Kleidung reden wir? Einige Outfits sind entworfen worden, um das Aussehen eines Mannes zu feminisieren, wie es Homosexuelle versuchen, besonders wenn sie Gesäß und Genitalien unterstreichen.“

In den letzten Jahren wurden Zeugen Jehovas wiederholt darauf hingewiesen „enge Hosen“ zu meiden. Besonders die Ansprachen von Tony Morris, Mitglied der Leitenden Körperschaft, über „enge Hosen“, die er als Teil einer homosexuellen Verschwörung betrachtet, sind berüchtigt.

Die zwei Jungs auf der rechten Seite, tragen aus Sicht der WTG zu enge Hosen. Quelle: https://www.jw.org/de/publikationen/zeitschriften/wachtturm-studienausgabe-januar-2017/wenn-bescheidenheit-auf-probe-gestellt-wird/

Breaux führt im Video auf unerträgliche Weise weiter aus, warum enge Hosen böse sind:

„[…] es macht es schwieriger, den Unterschied zwischen einem homosexuellen und einem heterosexuellen Mann zu erkennen, wodurch sich Homosexuelle einschleichen.“

Besonders nach Außen vertritt die WTG die Einstellung, dass sie „nur“ die Handlungen Homosexueller nicht gutheißen würden, aber ansonsten nichts gegen sie als Menschen haben. Solche Äußerungen, wie im zugrunde liegenden Video, lassen jedoch das Gegenteil erkennen. Die WTG geht sogar noch einen Schritt weiter:

„Manchmal kann es vorkommen, dass du mit gleichgeschlechtlichen Wünschen zu kämpfen hast oder dies bei anderen beobachtest. Das bedeutet nicht, dass du oder sie homosexuell sind, aber du solltest auf der Hut sein.“

Gary Breaux wird noch etwas konkreter:

„Stell dir folgende Situation vor: Eine Gruppe von Single-Brüdern isst gemeinsam zu Abend und nach dem die meisten von ihnen zu Bett gegangen sind, bleiben zwei von ihnen im Zimmer zurück und trinken gemeinsam Alkohol. Plötzlich fragte der eine den anderen, ob er schon mal mit einer Erektion aufgewacht ist. Sie befassen sich plötzlich mit sexuellen Dingen. Flirten sie? Ihr Gespräch kann in ihnen sexuelle Begierden wecken, obwohl sie gleichgeschlechtlich sind. Dies könnte leicht die Neugierde über den Körper des anderen wecken. Täusche dich bitte nicht, wenn du denkst, dass dir das nie passieren könnte. Behalte im Sinn, dass Alkohol die Hemmungen senkt und Gedanken hervorkommen lassen kann, die du normalerweise unterdrücken würdest.“

Anstatt die Tatsache zu akzeptieren, dass manche Menschen einfach nur schwul sind, und dass es in Ordnung ist, schwul zu sein, sucht die WTG verzweifelt nach einem Sündenbock, in diesem Fall den Alkohol, der „reine und saubere“ Heterosexuelle, in homosexuelle Sünder verwandelt.

Im Vortrag von Breaux werden noch viel mehr dieser Szenarien skizziert und mit Details ausgeschmückt, wobei er jedes Mal betont, dass „normale“ heterosexuelle Männer in Gefahr geraten können, wenn sie beispielsweise ein Handtuch etwas zu tief tragen oder einem lauernden Homosexuellen den Rücken zukehren.

Breaux bezeichnet Homosexualität als „pervertierte Praxis“ und führt weiter aus:

„Satan führt Krieg, um das Denken der Menschen in Bezug auf Homosexualität zu verunreinigen. Jehova hat seine Einstellung nicht geändert. Einige Israeliten erlaubten es den Nationen um sie herum, sie mit homosexuellen Wünschen und Praktiken zu verunreinigen. Wenn du Römer 1 Vers 24 betrachtest, kannst du erkennen, wie Jehovas darauf reagiert hat.“

Die WTG betrachtet Homosexualität als „Verunreinigung“. Breaux bezieht sich zudem auf eine Schriftstelle, die in Übereinstimmung mit der Lehre der WTG aussagt, dass Homosexualität eine Sünde ist, die den Tod nach sich zieht.

Gary Breaux schließt das Thema dann mit den Worten ab:

„Homosexualität ist unheilig und widerwärtig für Jehova, und er wird dies unter seinen ergebenen Dienern nicht tolerieren. Bewegt dich deine Liebe zu Jehova dazu, die gleiche Sichtweise zu vertreten?“

Dass die WTG eine Abneigung gegen Homosexualität hat, zeigte sie bereits öffentlichkeitswirksam mit ihrem KindervideoEin Mann, eine Frau. Meiner Meinung nach, gehen sie mit diesem Video noch ein ganzes Stück weiter und tragen ihre Ansichten ziemlich unverblümt vor – vielleicht weil sie sich in Sicherheit wogen, dass die Videos nie nach Außen gelangen.

Die weibliche Sexualität – nur eine Kopie

In gewisser Weise ist das Video, das sich an Frauen richtet, nur eine Kopie des Videos für Männer. Es wird präsentiert von Ralph Walls, ebenfalls Helfer der Leitenden Körperschaft, und er deckt viele Themen ab, die auch von Breaux behandelt werden. Aber es gibt Unterschiede, von denen einige sehr aufschlussreich sind.

Ralph Walls, ebenfalls Helfer der Leitenden Körperschaft und Mitglied des Personalkomitees.

Im Video für die „Schwestern“ wird der Schwerpunkt viel stärker auf Kleidung und Pflege gelegt. Frauen ist es untersagt kurze Röcke oder Kleider zu tragen, die über dem Knie liegen, Oberteile mir tiefen Ausschnitten oder generell alles, was als „eng“ oder „freizügig“ angesehen wird.

Walls macht immer wieder Aussagen, die auf das Gleiche hinauslaufen, dass Frauen im Grunde genommen Objekte der Versuchung für Männer sind und damit verpflichtet sind sich zu bedecken. Er spricht immer wieder davon, dass eine „sexy“ Erscheinung inakzeptabel und unfair gegenüber den unschuldigen Brüdern sei, die sie anschauen müssen, und zitiert sogar einen männlichen Zeugen, der über „weltlich“ gekleidete Frauen spricht:

„Ich persönlich finde es ziemlich schwer, immer anständige Gedanken bei jüngeren Frauen zu haben, wenn ich sehe, wie sie sich kleiden.“

Anscheinend tragen Männer gemäß der WTG nicht die Verantwortung für ihre Gedanken. Das überträgt man lieber auf die Kleiderwahl der Frauen. Demnach sollten Frauen eher ihre Garderobe kontrollieren, als Männer ihre Gedanken.

Im Gegensatz zu dem Video für Männer, wird Masturbation nur kurz angerissen. Walls bezeichnet die Masturbation bei Frauen sogar als „Selbstmissbrauch“. Auch die gleichgeschlechtlichen Themen werden nur flüchtig erwähnt. Dies ist besonders deshalb interessant, weil Breaux in seinem Vortrag an die Männer, sehr umfassend und detailliert auf dieses Thema eingeht. Entweder kann sich die WTG nicht vorstellen, dass Frauen miteinander Sex haben oder dass es nicht wert ist dieses Thema zu betrachten.

Letztendlich wird dadurch, meiner Ansicht nach, das Verständnis der WTGüber Sexualität deutlich: es wird alles aus der Sicht des Mannes betrachtet, und die weibliche Sexualität wird nur insoweit diskutiert oder fokussiert, wie sie sich auf Männer auswirkt. Es überrascht daher nicht, dass Zeugen Jehovas eine patriarchalisch, hierarchisch organisierte Institution sind, die von Männern geleitet wird. Dies beweist auch die Tatsache, dass der Vortrag, der sich an Frauen richtet, von einem Mann gehalten wird.

Eine Frau allein unter Männern

Jehovas Zeugen - #Pillowgate: Instruktionen für Bethelmitarbeiter über Porneia aufgetaucht

All dies führt uns zu einem der schrecklichsten Momente in diesem Video. Nach dem Vortrag, der Frauen darin belehrt, wie sie sich in sexueller Hinsicht, Männern gegenüber verhalten sollten, fährt Walls fort:

„Was solltest du tun, wenn du bemerkst, dass du Hilfe benötigst? Bitte wende dich an eine reife Schwester oder an die Ältesten. Gemäß Jakobus 5,14-15 sind diese Männer von Jehova eingesetzt worden, um uns aufzurichten.“

Frauen werden von der WTG dazu angehalten, sich einem männlichen Ältesten zu öffnen, wenn sie gegen eine der Regeln und Vorschriften verstoßen, um dann dem Ältesten intime sexuelle Informationen prei zu geben, damit der Älteste ihr einen Rat erteilen kann. Dies geschieht fast immer in einer geschlossenen Umgebung mit mindestens zwei Ältesten. Es sollte eigentlich klar sein, wie unangemessen dies ist. Tatsächlich gibt es Erfahrungen von ehemaligen Zeuginnen, die berichten, dass Älteste auf erniedrigende Weise immer mehr Details der „Sünde“ forderten. Hierbei sei auf die Royal Commission hingewiesen, in deren Untersuchungen festgestellt wurde, dass die Praxis der Ältesten, die eine Frau im Zusammenhang mit einem Missbrauch verhört haben, zutiefst inakzeptabel war.

Zwar spricht Walls über die Möglichkeit, sich einer Frau anzuvertrauen, doch dies bedeutet nicht, dass die „Sünde“ ohne männliche Beteiligung behandelt werden kann. Wenn sich eine Frau einer „reifen Schwester“ bezüglich intimer sexueller Gewohnheiten anvertraut, dann ist diese „reife Schwester“ verpflichtet, den Ältesten Bericht zu erstatten, wenn sich die Frau eine Verfehlung, im Sinne der WTG, geleistet hat. Und diese Ältesten sind dann verpflichtet, nach dem sexuellen „Fehlverhalten“ zu fragen, wenn ihrer Meinung nach, die Informationen für den „Fall“ relevant sind.

Das traurige daran ist, dass die Frau mitunter so indoktriniert worden ist, dass sie glaubt, dass es Jehovas Wille sei, sich den älteren Männern anzuvertrauen und sie sonst Gefahr läuft in Harmagedon vernichtet zu werden.

Darüber hinaus

Beide Videos erwähnen zusätzlich die Praxis des „Flirtens“ und geben Richtlinien vor, die das Verhalten mit dem anderen Geschlecht regeln. Laut diesen Videos bedeutet das bloße Kompliment für die Frisur, dass er oder sie beabsichtigt, den Gegenüber zu „umwerben“. Diese Regeln sind so absurd, dass sie die Interaktionen zwischen Mann und Frau innerhalb der Organisation, in ein Minenfeld von „sündigen Anzeichen“ verwandelt.

Bedauerlicherweise könnte man noch weit mehr an diesen Videos kritisieren. Doch es zeigt deutlich, dass die WTG ein sehr verzerrtes Bild über die Sexualität vertritt. Sie betreiben Mikromanagement, in dem sie diffizil in die intime Privatsphäre ihrer Mitglieder eingreift und dies sogar bis hin zur inakzeptablen Schlafposition. Dieses Verhalten gleicht aus meiner Sicht den Pharisäern, die in den Evangelien beschrieben sind und von denen es heißt: „Sie schnüren schwere und unerträgliche Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern […]“. Die WTG erklärt diese Worte wie folgt:

„Mit den Lasten meint Jesus die mündlichen Überlieferungen sowie die Gesetzesauslegung der Pharisäer. Da die Gesetzesexperten darauf bestehen, dass sich alle daran halten, machen sie den Menschen das Leben schwer.“ (Quelle: Zu Gast bei einem Pharisäer)

Auch die Gesetzesauslegung der WTG erschwert den Menschen innerhalb der Organisation das Miteinander und die normale Sicht auf den eigenen Körper. Man kann nur hoffen, dass diese Richtlinien sich nicht auf die Anhänger außerhalb der Zentralen ausweiten, und Kinder sowie Jugendliche nicht noch mehr in ihrer sexuellen Entfaltung gestört werden.

Die Inhalte der Videos zu lesen ist eine Sache, noch verrückter wird es, wenn man Gary Breaux und Ralph Walls dabei zusieht, wie sie sich ihren Weg durch das Drehbuch bahnen, voller sexueller Bilder und detailreichen, unsinnigen Sexregeln, die im ernsthaften Tonfall vorgetragen werden. Lloyd Evans, der die Videos veröffentlicht hat, füllt die Videos mit amüsanten Kommentaren und macht die unglaublichen Medienmomente der WTG etwas erträglicher.

Ein Teil des Textes stammt von jwsurvey.org, verfasst von Daniel Walker. Die originalen und ungeschnittenen Videos sind ebenfalls auf jwsurvey.org einsehbar.

Jehovas Zeugen – Die Wachtturm-Gesellschaft geht gegen AvoidJW.org vor

„Ich sage das, damit ihr euch schämt. Gibt es denn unter euch wirklich keinen, der die Gabe hat, zwischen Brüdern zu schlichten? Stattdessen zieht ein Bruder den andern vor Gericht, und zwar vor Ungläubige. Ist es nicht überhaupt schon ein Versagen, dass ihr miteinander Prozesse führt? Warum leidet ihr nicht lieber Unrecht? Warum lasst ihr euch nicht lieber übervorteilen?“ (1. Korinther 6,5-7)

Wie die The Sunday Business Post berichtet, geht die JW.ORG gegen die Blogs mit Leaks von AvoidJW.org aus Irland vor.

Was es bringen soll, ist sicherlich schleierhaft. Die Leaks sind online und haben sich weltweit verteilt. Einzig und allein gibt es mehr Werbung für die internen Dokumente. Auch dies wurde bereits durch Wahrheiten jetzt! unter Beweis gestellt.

Spannend jedoch ist, dass die WTG aktuell anfängt, aggressiver als sonst, Gerichte einzusetzen um Meinungen und Informationen zu unterdrücken. So die Bücher von Konja Rohde und Misha Anouk. Es wird spannend, was passiert, wenn das Buch von Lloyd Evans in Deutschland erscheint.

Ist es ein Überlebenskampf, da die Selbstdarstellung immer weniger geglaubt wird, selbst von eingeschlossenen Zeugen Jehovas?

Die Presse schreibt dazu:

Jehovas Zeugen - Die Wachtturm-Gesellschaft geht gegen AvoidJW.org vorThe Sunday Business Post (Irland), Sonntag, 28. Januar 2018, Titelseite

Anwälte am Hauptsitz der Organisation in New York versuchen seit mehr als einem Jahr herauszufinden, wer den Blog betreibt.

Die Zeugen Jehovas versuchen, ein von einem Iren geführtes Blog daran zu hindern, Hunderte von internen Memos zu veröffentlichen, die mit der Behandlung von Anschuldigungen gegen Kindesmissbrauch durch die Religion weltweit zusammenhängen.

Anwälte im Hauptquartier der Organisation in New York – bekannt als der Wachtturm – versuchen seit mehr als einem Jahr, die Identität der Person hinter dem Blog zu entdecken.

Der Wachtturm versucht auch, Log-Dateien für den WordPress-Account in die Hände zu bekommen, um herauszufinden, wer die Seite besucht hat.

Die Website, AvoidJW.org, wird von einem Iren geleitet. Dadurch hat er Tausende von Dokumenten veröffentlicht, die mit der Religion zu tun haben – von den Büchern und Broschüren, die auf der Straße verteilt werden, bis zu internen Memos und Vorschriften über mutmaßlichen Kindesmissbrauch. Im Juni letzten Jahres ging der Wachtturm an das US-Bezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York, um eine sogenannte DMCA-Vorladung zu beantragen, um den Blog zu schließen.

Eine DMCA-Vorladung ist eine wenig bekannte Bestimmung eines amerikanischen Gesetzes, das als Digital Millennium Copyright Act bezeichnet wird und es dem Beschwerdeführer ermöglicht, Personen zu identifizieren, die möglicherweise gegen ihre Urheberrechte verstoßen haben.

In juristischen Dokumenten, die dem Gericht in New York vorgelegt wurden – was die The Sunday Business Post gesehen hat – ersuchte der Wachtturm die Vorladung, die Suchmaschine Google und die Webhosting-Firma GoDaddy dazu zu zwingen, den Zeugen Jehovas die Kontaktinformationen des Kundenkontos, Kontaktinformationen für die Domain, alle zugehörigen E-Mail-Konten und Log-Dateien für das WordPress-Konto zu geben.

Die Dokumente zeigen, dass die Organisation versuchte, die wahren Leute hinter einer Reihe von Benutzernamen zu identifizieren, darunter Celia McCavidge, Tom Durbridge, Jehova McGeddon, Frank Malton, Kenneth Floodin, Eamon Lowe, Rose Mark Media, Bartley Trayors, Dork Benedict, Lorcan Clarke, Wachturm 1900s und Stephen Lett.

Alle Namen sind Pseudonyme eines irischen Mannes, der seitdem das Hosting an einen Offshore-Standort verlegt hat, um die Abschaltung zu vermeiden.

Die Religion der Zeugen Jehovas – bekannt für ihre strenge Auslegung der Bibel und für ihre evangelikale Missionierung – ist weltweit zunehmend in die Kritik geraten, wie sie mit Missbrauchsvorwürfen umgeht, wie in der The Sunday Business Post des letzten Monats berichtet wurde. Die Religion wurde durch gesetzliche Untersuchungen in Großbritannien und Australien kritisiert und vor US-Gerichten wegen Missbrauchs verklagt.

Quelle: Businesspost.ie

„Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.“ – Thomas Jefferson

Jehovas Zeugen fragen sich: Ist es wirklich christlich auf derartige Weise Menschen dazu zu zwingen, ihre freie Meinungsfreiheit zu durchbrechen? Ist es christlich, durch Gerichte an Account-Daten zu kommen, damit interne Dokumente nicht an die Öffentlichkeit geraten? Wenn alles in „Gottes Organisation“ vom „Geist Jehovas“ geleitet wird, warum erinnern dann diese Machenschaften fast schon an eine Mafia? Wenn alles in der Wachtturm-Organisation der reinen „Wahrheit“ entspricht, warum dürfen diese Dokumente nicht von der Öffentlichkeit gesehen werden? Was verschweigt die JW-Organisation dem einzelnen Menschen, was darf nicht an die Öffentlichkeit gelangen? Wovor hat die „wahre Organisation Gottes“ solch eine gewaltige Angst?

Jehovas Zeugen – Vom Mut zur Veränderung

Zeugen Jehovas und ihre Aussteiger: Wie zufrieden sind wir mit unserem Leben? Welche Träume wollten wir uns eigentlich schon lange erfüllen? – Und warum haben wir es noch nicht gewagt? Fehlt der Mut zur Veränderung? Für viele von uns bleiben dies nur Überlegungen. Aber einige erfüllen sich ihre Träume, springen ins kalte Wasser und brechen auf in ein ganz neues Leben. Oft entgegen großer Widerstände, finanzieller Hürden, Angst und Gegenwind. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt – so weiß es der Volksmund.

Was aber, wenn ich ein Wagnis eingehe und damit scheitere? War dann alles umsonst, eine Fehlentscheidung, eine begangene Dummheit? Oder kann auch diese Erfahrung etwas Sinnvolles, Wegweisendes bedeuten?

Wann lohnt es sich, ein Wagnis einzugehen? Und was brauchen wir dafür?

Konja Simon Rohde lebte 33 Jahre lang in einer Parallelwelt. In die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas hineingeboren, wurde er nach ihren strengen Regeln erzogen. Doch im Lauf der Jahre mehrten sich die Zweifel und auch gesundheitliche Probleme kamen hinzu. „Ich musste etwas passieren lassen, damit sich etwas ändert.“ Er entschloss sich, die Zeugen Jehovas zu verlassen – auch wenn das den Bruch mit Familie und Freunden bedeutete. Sein Vater war Katholik, hatte sogar katholische Theologie studiert, bis er zu den Zeugen Jehovas konvertierte. Simon berichtet über den Suizid seines Bruders, Gewalt in der Familie, erste Zweifel in der Organisation bzgl. Kindesmissbrauch und der „Zwei-Zeugen-Regelung“, sowie den psychischen Folgen.

Jehovas Zeugen – Die Wachtturm-Gesellschaft in der Krise? Im Bethel wächst die Frustration

Viele befassen sich schon lange mit der Frage, wie lange noch die WTG angesichts der Ereignisse der letzten Jahre überleben kann.

Vor zwei Jahren implementierte die WTG ein 5-Jahres-Kostensenkungsprogramm, in dem alle Zweigbüros aufgefordert wurden, die Kosten um mindestens 10% zu reduzieren, wobei das bevorzugte Ziel auf 25% erhöht wurde.

Im Frühjahr 2015 bat Stephen Lett um Spenden, nachdem er erklärt hatte, dass die WTG mehr Geld ausgibt als einnimmt. Sechs Monate später kündigten WTG-Funktionäre in einem privaten Seminar an, dass Letts Aufruf zu zusätzlichen 30 Millionen Dollar Spenden führte, aber das würde ihre finanziellen Probleme nicht aufwiegen und sie würden mit den Entlassungen und Kürzungen fortfahren.

Wie ihr wisst, waren die Kürzungen erheblich. Abgesehen von den Entlassungen im Bethel wurden alle nicht essentiellen Projekte der Zweigbüros entweder gestrichen oder auf Eis gelegt. Der WTG bat die Zweigbüros, so viel Ausrüstung wie möglich zu verkaufen, einschließlich schwerer Ausrüstung, Drucker usw. Alle Gelder waren dafür vorgesehen, Warwick fertig zu stellen und dann ihre Kräne und Fahrzeuge im Wert von Millionen von Dollar und andere hochpreisige Werkzeuge, bis auf 5-Schraubenzieher; zu verkaufen.

In der Zwischenzeit erwarb die WTG vier Scanner im Wert von 8.000 US-Dollar und scannte alle in Brooklyn befindlichen Dokumente, wobei nur die Dokumente aufbewahrt wurden, die sie laut Gesetz aufbewahren müssen.

Die WTG gab der Stadt New York Zehntausende pro Jahr, nur um seine Tunnel- und Luftbrückenräume zwischen den Gebäuden zu erhalten. Dies war keine Steuer, es wurde eine Gebühr bezahlt, weil New York den Untergrund und den Luftraum besitzt. Der Umzug nach Warwick hat diese kostspieligen Zahlungen überflüssig gemacht.

Zweigbüros auf der ganzen Welt haben Mühe, mit ihren eigenen Buchhaltungsvorschriften Schritt zu halten. In Südafrika kämpfen über 1400 Versammlungen damit, ihre von der Regierung vorgeschriebenen Steuererklärungen zu erstellen. Die meisten Versammlungen haben 2-4 Jahre keine Steuererklärungen eingereicht, in erster Linie, weil lokale Älteste nicht verstehen, wie man sie erstellt, und ehrlich gesagt sind sie nicht an den steuerlichen Aspekten ihrer Religion interessiert. Diese Ältesten werden neu geschult und wurden vom Zweigbüro als „ungehorsam“ bezeichnet.

Die WTG hat diese Maßnahmen als Vereinfachung dargestellt und Dutzende von denen, die ihre Vollzeitarbeit verloren haben, dazu gedrängt, zu berichten, wie glücklich sie wären, ihre neue Dienstaufgabe zu akzeptieren. Im Klartext – sie sind auf sich gestellt. Keine Gesundheitsversorgung, keine Arbeit, keine Ausbildung. Ihnen wird gesagt, dass sie einfach gehen und Pionierdienst leisten sollen.

In Namibia hat die Regierung die Bitte der WTG abgelehnt, ihnen den Arbeitgeberstatus abzuerkennen, da dies die WTG zwingt, allen Vollzeitdienern – wie den Betheliten – Sozialversicherungsleistungen zu zahlen. Dies ist auch in anderen Ländern passiert. Der WTG muss diese Leistungen bezahlen. Dies wirft die Frage auf, ob jemals anderen vollzeitbeschäftigten Zeugen Jehovas rund um den Globus, Sozialleistungen gezahlt werden, die sie ebenfalls verdient hätten.

Die WTG sieht, wie ihre Vermögenswerte in Russland verschwinden, während sie in den USA und anderswo für Kindesmissbrauchshandlungen und andere Rechtsfälle zahlt. Die WTG hat die Verantwortung für alle Königreichssäle weltweit übernommen, aber viele Versammlungen sind verzweifelt und warten auf Renovierungen, die über das hinausgehen, was sie sich leisten können.

Gegenwärtig gibt es in Südafrika Meinungsverschiedenheiten wegen des festen Pro-Kopf-Betrags, der für jeden Verkündiger angerechnet wird, der an einem Kreiskongress teilnimmt. Viele Älteste haben dies lautstark in Frage gestellt und haben den Geldbetrag benannt, der jedem Kreis als Rechnung belastet wurde. Dies kommt bei vielen Ältesten nicht gut an, insbesondere bei denen in weniger wohlhabenden Gebieten. Die WTG hat ein Team von Ältesten entsandt, um ihr Denken und ihre Buchhaltungsprozeduren zu korrigieren.

Die WTG führt nun ein neues Akten-Verwaltungs-Programm ein, zusammen mit einem Verfahren zur Vernichtung von Dokumenten, das sicherstellen soll, dass keine Dokumente existieren, die die WTG mit irgendeiner rechtlichen Verantwortung oder Auswirkung verbinden würde. Der Aufseher des Akten-Verwaltung-Programms berichtet von einem Fall, bei der eine handgeschriebene Notiz der WTG über 200.000 Dollar kostete – einfach, weil ein ZJ-Ältester im Hauptbüro ehrlich war und ein schriftliches Dokument vorlegte, das die WTG mit einem großen Rechtsstreit mit einem früheren Lieferanten verband. Die WTG hat deutlich gemacht, dass diese Aufzeichnungen gemäß ihrem neuen Aktenverwaltungs- und Vernichtungsverfahren vernichtet werden müssen.

Ab 2018 wird die WTG ein Programm implementieren, bei dem jedem einzelnen Zeugen Jehovas eine Datenbanknummer zugewiesen wird und seine Informationen in der globalen WTG-Datenbank gespeichert werden. Derzeit sind in den USA nur 40% der Verkündiger in ihrer WTG-Datenbank registriert. Alle Zeugen Jehovas werden eine Nummer erhalten und verfolgbar werden, wenn wir diesen Eingriff in die Privatsphäre in den USA und auf der ganzen Welt nicht verhindern können.

Die WTG ist sehr verärgert und besorgt über alle undichten Stellen, die aus ihrer Zentrale kommen. Sie verwenden jetzt Office 365 und betten Daten in PDF-Dateien ein, um zu ermitteln, woher die Lecks kommen. Im südlichen Bezirk von New York haben sie gerichtliche Vorladungen an verschiedene Internet-Provider in den USA, zusammen mit Google, Inc. verschickt, in einem Versuch, die Quelle der Lecks ausfindig zu machen und die Personen zu identifizieren, die an der Verbreitung ihrer Literatur und Videos beteiligt sind. Die WTG fordert für sich selbst Redefreiheit, versucht sie aber denjenigen zu verweigern, die ihr öffentlich zugängliches Material teilen, das übrigens nicht aus finanziellen Gründen verteilt wird.

Die WTG versucht weiterhin, diese Lecks zu stopfen, wie beim sprichwörtlichen Damm in Holland, aber ihnen gehen die Hände – und Anwälte – aus, um diese Lecks zu schließen. Wir haben weit mehr, als ihnen bewusst ist, und sie können nichts tun, um den Informationsfluss außerhalb der Weltzentrale zu stoppen.

Das Cart-Witnessing (Zeitschrifternständer)-Programm fängt endlich an, nach hinten loszugehen. Zeugen werden angesprochen und hartnäckige Fragen zu Kindesmissbrauch, Meidung und anderen Dingen gestellt. Wenn du auf einem öffentlichen Platz stehst und eine Religion vertrittst, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Öffentlichkeit die Punkte verbindet und die Trolleys (Zeitschriftenständer) Stück für Stück auf den Schrottplatz gebracht werden.

In Kanada, den USA, Irland, Australien, den Niederlanden und vielen anderen Ländern nehmen die Regierung und die Medien Kenntnis von dem öffentlichen Aufschrei nach Gerechtigkeit – Gerechtigkeit für Missbrauchsopfer und gegenüber Opfern von auferlegten und angeordneten Meidungen. Der Oberste Gerichtshof Kanadas wird dieses Jahr in einem Fall entscheiden, der Meidung und Diskriminierung beinhaltet, und wenn die WTG diesen Fall verliert, werden die Auswirkungen weltweit spürbar sein.

Ja, Geld ist ein Problem für die WTG. Dennoch haben Mitglieder der leitenden Körperschaft wie Samuel Herd öffentlich erklärt, wie schön ihre neue Umgebung im Bethel ist – wie sie die Vögel zwitschern hören, wenn sie das ruhige Hinterland von New York beobachten.

Unterdessen wurden die Zeugen Jehovas in Russland wegen der Einhaltung der Richtlinien der leitenden Körperschaft inhaftiert. Junge koreanische Zeugen schmachten ohne Grund im Gefängnis. Zeugen Jehovas in Eritrea verkommen in Gefängniszellen – einige seit Jahrzehnten, während die Koalition aus übergewichtigen, geschäftsführenden Mitgliedern der Leitenden Körperschaft Tränen für die Männer und Frauen vortäuschen, die in Wirklichkeit ihre Sklaven sind.

Wie die Opfer des Stockholmer Syndroms unterstützen Jehovas Zeugen weiterhin die einzige Organisation, von der sie glauben, dass sie die Antworten hat, identifizieren sich mit ihren Entführern und verehren sie – Männer, die wenig Sympathie für die Opfer von Kindesmisshandlung, Meidung oder für solche, die durch ihre Lehre über das Blut zu Tode gekommen sind.

Geoffrey Jackson, Mitglied der leitenden Körperschaft erklärte 2015 vor der Royal Commission in Australien lieblos, dass er nicht einmal die Details der Opfer gelesen habe, die vor der Kommission ausgesagt hatten. Er konzentrierte sich auf seine Verteidigung, wie ein Narzisst, der glaubt, dass sie das Zentrum des Universums sind, unfähig, sich in echte Menschen mit echten Problemen einzufühlen.

Tony Morris erklärte mehrfach, dass er über die europäischen Hosen für Männer, die von den Homosexuellen, die er so leidenschaftlich hasst, entworfen wurden, erbost ist – und machte mit dieser Tirade weiter, indem er Fotos neben einander stellte, die zeigen wie richtige Hosen im Vergleich zu “engen Hosen” aussehen. In einem neuen privaten Video nur für Bethel-Mitglieder wurde dieser Krieg gegen fragwürdige Hosen, Socken und Strumpfhosen bekräftigt, wobei die WTG dafür sogar Dinge heranzog, die selbst Jesus verblüffen würden, wenn er heute die Erde zu durchwandeln hätte.

Die Klagen häufen sich, die Geldstrafen werden verschärft, das öffentliche Bewusstsein für den gefährlichen und kontrollierenden Einfluss der Wachtturm-Gesellschaft auf die Anhänger wird im Jahr 2018 zu einem Spektakel werden. Wenn mehrere Dokumentationen gefilmt, Proteste organisiert und Klagen eingereicht werden, können Jehovas Zeugen wählen sich anzuschnallen um den Unfall zu überstehen – oder sie können diesen Gurt lösen und sich aus dem Fahrzeug befreien, das gerade Feuer fängt.

Wie lange wird das alles dauern? Das ist schwer zu sagen. Aber man möchte folgendes dazu sagen – jeder von uns kann dazu beitragen, dass, was wir wissen, mit der Öffentlichkeit zu teilen. Findet Webseiten, von denen ihr glaubt, dass sie ehrlich und akkurat sind – und macht sie bekannt. Findet Bücher, die ehrlich und aufrichtig sind – und weist darauf hin. Erzähle deine Geschichte. Zeige dein Mitgefühl für diejenigen, die noch gefangen sind.

Es gibt Millionen, gefangen in einem geistigen Gefängnis, aber wir können ihnen helfen. Machen wir es möglich.

Quelle: watchtowerdocuments.com | Barbara Anderson

*Barbara Anderson war Angehörige der Zeugen Jehovas von 1954 bis 1997. Sie war in der Wachtturm-Weltzentrale in Brooklyn, New York, von 1982 bis 1992 tätig. Sie stellte unter anderem auch umfangreiche Nachforschungen betreffs sexuellen Missbrauchs von Kindern in dieser Religion an, wodurch sie zu einem offenen Kritiker der Zeugen Jehovas-Richtlinien betreffs sexuellen Missbrauchs wurde, was zu Interviews in führenden Fernseh- und Rundfunkkanälen führte.

Jehovas Zeugen – Königreichssäle werden über eBay Kleinanzeigen „teuer“ verkauft

Jehovas Zeugen verkaufen ihre Königreichssäle über die Plattform eBay Kleinanzeigen. Die Immobilien sind aufgefrischt und verkaufstauglich aufbereitet. Herr Joachim Schrader, der bei eBay seit dem 01.09.2014 aktives Mitglied ist, betreibt im Namen der Wachtturm-Gesellschaft den attraktiven Online-Verkauf. Abgesehen von der Plattform, über die man streiten könnte, ob sie die richtige Location für „Jehovas heilige Säle“ wären, schreibt dieser in der Beschreibung folgendes:

Es handelt sich um ein Gemeindehaus „Königreichssaal der Jehovas Zeugen“ in Massiv und Putzbauweise mit Satteldach Baujahr 2010. Die Gebäude und Nutzfläche wurde mit knapp 180 m² angegeben. Die Räumlichkeiten verteilen sich auf das Erdgeschoss mit Foyer mit angeschlossenem Hausanschlussraum und Seminarraum zur linken Seite hin und Garderobe und WC-Anlagen inkl. Behinderten-WC zur rechten Seite. Der große Saal befindet sich am Ende des Foyers. Die Gasheizung ist auschließlich für die Erwärmung der Immobilie zuständig, in den WC`s, als auch im Anschlussraum gibt es Durchlauferhitzer. Das Dachgeschoss ist gedämmt und dient als Stellfläche. Insgesamt sind die Räumlichkeiten der Immobilie mit Einrichtungsgegenständen zweckmäßig ausgestattet. Ausreichende Sitzmöglichkeiten, sowie genügend Einbauschränke, Regale für die benötigten Materialien sind vorhanden. Die Immobilie ist sehr gepflegt. Über die Einfahrt neben dem Eingangsbereich erreicht man den Parkplatz, der sich hinter dem Gebäude befindet. Fahrradabstellmöglichkeiten sind vorhanden. Durch mehrere Laternen kann der Parkplatz beleuchtet werden. Mittig vom Parkplatz befindet sich ein Holzhaus, indem die Gartengeräte untergebracht sind.

Unter den Details der Immobilie können folgende Informationen ermittelt werden:

Preis: 130.000 Euro
Ort: Kannenstieg 18, 38364 Niedersachsen – Schöningen
Erstellungsdatum: 25.11.2017
Anzeigennummer: 763223404
Art: Kaufen
Fläche (m²): 1.230
Provision: Provisionsfrei
Objektart: Sonstige Gewerbeeinheiten
Ausstattung: Parkplätze vorhanden, Stufenloser Zugang
Beobachter: 1850, Stand 07.01.18, 14:00

Natürlich ist dies nicht die einzige Immobilie, die bei eBay Kleinanzeigen angeboten wird. Unter anderem finden wir auch weitere hervorragende Exemplare. Auch hier finden wir folgende Informationen in der Beschreibung:

Zum Verkauf wird hier ein ehemaliger Gemeindesaal mit Parkplatz angeboten. Es handelt sich um zwei Grundstücke (evtl. auch als Baugrundstück verwendbar.) Das mit dem Saal nebst Garage u. Stellplätzen bebaute Grundstück ist 627 qm groß, der dazugehörige weitere Parkplatz hat eine Fläche von 270 qm und ist als Hof- u. Gebäudefläche ausgewiesen. Der Objekt wurde 1982 erbaut.Es handelt sich um ein Gemeindehaus „Königreichssaal der Jehovas Zeugen“ in Massiv- und Putzbauweise mit Flachdach aus dem Baujahr 1982. Die Gebäude und Nutzfläche wurde mit knapp 210 m² angegeben. Die Räumlichkeiten verteilen sich auf das Erdgeschoss mit Foyer mit angeschlossenem Seminarraum und Garderobe und WC-Anlagen mit Dusche, Abstell und Heizungsraum zur rechten Seite hin. Hier befindet sich auch ein Durchgang zur Garage. Zur linken Seite des Foyers befindet sich eine weitere Garderobe mit Einbauschränken. Der große Saal befindet sich am Ende des Foyers. Auf der rechten Seite des Saales befindet sich eine Notfalltür. Diese führt auf einen Weg um das Gebäude herum. Die Gasheizung ist auschließlich für die Erwärmung der Immobilie zuständig, in den WC`s befinden sich Durchlauferhitzer. Insgesamt sind die Räumlichkeiten der Immobilie mit Einrichtungsgegenständen zweckmäßig ausgestattet. Ausreichende Sitzmöglichkeiten, sowie genügend Einbauschränke, Regale für die benötigten Materialien sind vorhanden. Die Immobilie ist gepflegt. An der rechten Hausseite ist eine Garage 1991 nachträglich angebaut worden. Vor dem Haus befindet sich ein kleiner Parkplatz für ca. 4-6 Autos. Weitere Parkplätze befinden sich auf einem separatem Grundstück.

In den Details lassen sich folgende Punkte in Erfahrung bringen:

Preis: 110.000 Euro
Ort: Haldenweg 10, 38350 Niedersachsen – Helmstedt
Erstellungsdatum: 25.11.2017
Anzeigennummer: 763216875
Art: Kaufen
Fläche (m²): 892
Objektart: Sonstige Gewerbeeinheiten
Verfügbar ab Monat: 10
Ausstattung: Parkplätze vorhanden, Stufenloser Zugang
Beobachter: 1187, Stand 07.01.18, 14:00

Aufrichtige Leser fragen sich: Warum werden immer mehr Versammlungen verkauft? Sieht so die Mehrung des heiligen Geistes wirklich aus? Warum veranlasst „Jehova“ nicht „sein Volk“ zur Mehrung, so wie es prophezeit worden ist? Warum erfüllen Jehovas Zeugen die Merkmale von Babylon der Großen, und verkaufen ihre „heiligen Anbetungsstätten“ an „Weltmenschen“? Was wird mit dem Geld gemacht? Benötigt die Wachtturm-Organisation dieses Geld, weil sie immer mehr Schadensersatz-Forderungen des Kindesmissbrauchs durch Gerichte weltweit zahlen müssen? Ist damit nicht der klare Beweis erbracht, dass das „geistige Babylon“ vor „dem Ende der Welt“, wie Jehovas Zeugen es ausdrücken, klar und erkennbar am Vertrocknen ist?

Welche Antworten wir zu den Fragen auch immer geben sollten, eines ist wohl sicher: Wer jetzt ein paar Euro zuviel hat, könnte diese in alten Gebäuden der Zeugen Jehovas investieren, um daraus etwas viel Praktischeres zu gestalten, wie z.B. Aufklärungs-Zentren über Jehovas Zeugen und ihre falschen Lehren.

Wahrheiten jetzt! wünscht Ihnen viel Spaß auf eBay Kleinanzeigen.

Jehovas Zeugen - Königreichssäle werden über eBay Kleinanzeigen „teuer“ verkauft

An die leitende Körperschaft

Wahrheiten jetzt! ist dankbar dafür, dass die Wachtturm-Gesellschaft der Website so viel Aufmerksamkeit gibt. Die Themen auf dieser Website müssen die Wachtturm-Gesellschaft so sehr stören, dass sie alles daran setzen den Betreiber in Gerichtsprozesse zu ziehen um ihm hohe Geldstrafen (bis zu 250.000€) oder ersatzweise 6 Monate Haft anzudrohen. Liebe leitende Körperschaft, D. H. Splane, A. Morris III., D. M. Sanderson, G. W. Jackson, M. S. Lett. S. F. Herd, G. Lösch und G. H. Pierce:

Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, nur die Lüge braucht Gesetzesschutz!

Erwartet Gott und Jesus das von euch? Hätte Jesus so gehandelt? Ihr sagt von euch selbst das ihr vom "Geist geleitet" seid. Ihr sagt selbst das ihr geistgesalbte Christen seid. Ihr sagt selbst das die Bibel über allem steht. Warum macht ihr euch dann selbst, durch Gerichtsprozesse lächerlich? Warum versucht ihr erneut zu richten? Warum wollt ihr nicht in die Fußstapfen Jesu treten, der so mild gesinnt war?

"Nun hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?" (Johannes 18:10, 11)

Da ihr euch offensichtlich auf dem Weg der Finsternis befindet, wünscht euch Wahrheiten jetzt! sehr baldig, Jesus anzuerkennen und ihm nachzufolgen, um dem Willen des Vaters zu tun!