Jehovas Zeugen – Ganze Versammlung wegen Anstiftung zu Hass und Gewalt vor Gericht

Die belgische Versammlung der Zeugen Jehovas nahm an einer Anhörung vor dem Strafgericht teil, bei der es um den Vorwurf der Diskriminierung aufgrund religiöser Überzeugungen und der Anstiftung zum Hass ging. Es ist das erste Mal, dass Jehovas Zeugen vor einem Strafgericht in der Welt angeklagt werden.

Die in Kraainem ansässige Gemeinde hat mehrere Monate Zeit, ihren Fall vorzubereiten; der Prozess beginnt im kommenden Februar. Der Fall folgt auf eine fünfjährige Untersuchung durch einen Gerichtsrichter in Gent, die auf Beschwerden des ehemaligen Mitglieds Patrick Haeck zurückgeht.

„Es handelt sich um einen wichtigen Präzedenzfall“, sagte Haeck gegenüber der VRT. „Wie ist es möglich, dass eine Religionsgemeinschaft unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit ein Verbrechen begehen kann?“

Haeck war 35 Jahre lang Mitglied der Zeugen Jehovas und ein Älterer – jemand mit beträchtlicher Autorität innerhalb seiner Ortsgemeinde in Gent. Als er einen Fall von sexuellem Missbrauch innerhalb der Gemeinde aufdeckte, wurde er offiziell gemieden.

Meiden

Die Zeugen Jehovas setzen Meidung als Taktik ein, um Mitglieder davon abzuhalten, der Gruppe gegenüber illoyal zu sein, behauptet er. „Es ist schlimmer, als einfach ausgeschlossen zu werden“, sagte Haeck zu Het Nieuwsblad. „Von den höchsten Ebenen der Organisation kommt der Befehl, dass niemand mit Ihnen sprechen darf, nicht einmal Ihre eigene Familie. Sie erklären, dass diese Person gemieden werden muss, weil sie eine psychische Krankheit hat, die ansteckend ist.“

Mehrere weitere ehemalige Zeugen haben sich der Beschwerde angeschlossen.

Cecile Temmerman war 35 Jahre lang Zeugin, als ihr Sohn begann, den Ältesten der Gemeinde kritische Fragen zu stellen.

„Ich kannte Hunderte von Menschen in der Gemeinde; fast jeden Tag kam jemand zu Besuch“, sagte sie zu Het Nieuwsblad. „Von einem Tag auf den anderen kehrten mir alle den Rücken zu.“ Das meint sie wörtlich und im übertragenen Sinne: Zeugen wenden sich physisch von Mitgliedern ab, die gemieden werden.

‚In den Händen Satans‘

Temmerman berichtet: „Bei einem Treffen wurde jeder gewarnt, dass meine Familie in den Händen Satans sei. Ich hatte buchstäblich niemanden mehr in meinem Leben; die Zeugen stellen sicher, dass sie keinen sozialen Kontakt außerhalb der Organisation haben – einschließlich der Familie. Selbst mein allerbester Freund wollte nicht mehr mit mir sprechen. Ich versank in einer Depression.“

Der Staatsanwalt in Gent erhebt erneut vier Anklagepunkte gegen die belgische Gemeinde: Anstiftung zur Diskriminierung einer Person und einer Gruppe aufgrund religiöser Überzeugungen und Anstiftung zu Hass oder Gewalt gegen eine Person und eine Gruppe.

Obwohl die Zeugen Jehovas schon früher Ziel von Zivilprozessen waren, ist dies das erste Mal, dass eine ganze Gemeinde eines Verbrechens angeklagt wird. Haeck hofft, damit einen Präzedenzfall in anderen Ländern zu schaffen.

„Nicht nur für die Zeugen Jehovas, sondern auch für andere religiöse Organisationen“, sagte er. „Es gibt eine strikte Trennung von Kirche und Staat. Jetzt, da dem religiösen Extremismus mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, müssen wir uns fragen, wo wir die Grenze ziehen, an welchem Punkt der Staat eingreifen muss.“

Quelle: thebulletin.be | Lisa Bradshaw, Photo ©Nicolas Maeterlinck/BELGIEN

von |Oktober 16th, 2020|2020|0 Kommentare

Jehovas Zeugen – Gemeinschaftsentzug ist menschenrechtsverletzend

Wegweisendes Urteil zu Zeugen Jehovas in der Schweiz

Das Bezirksgericht Zürich hat eine wegweisende Entscheidung im Blick auf Kritik an bestimmten Praktiken von Jehovas Zeugen getroffen. Die Vereinigung Jehovas Zeugen in der Schweiz hatte eine Mitarbeiterin der Fachstelle „infoSekta“ wegen „übler Nachrede“ angezeigt und verklagt. Ihr wurde vorgeworfen, wahrheitswidrige und ehrverletzende Aussagen in einem Interview gegenüber dem „Tagesanzeiger“ und in einer Medienmitteilung der Fachstelle infoSekta vorgenommen zu haben. Auch wenn dem Urteil das Schweizer Recht zugrunde liegt, ist es doch auch über die Schweiz hinaus von Bedeutung, weil sich das Gericht in einer seltenen Gründlichkeit mit den einzelnen Vorwürfen befasst hat.

Im Einzelnen wurde vorgeworfen, die Äußerungen hätten den Eindruck erweckt, die Zeugen Jehovas würden „eine menschenrechtswidrige Praxis besitzen, gegen Menschenrechte und Verfassung verstoßen, ihren Mitgliedern das Recht auf Gedanken- Gewissens- und Religionsfreiheit verwehren, ihre Mitglieder aufgrund ihres bekannten Standpunktes hinsichtlich des Verbots von Bluttransfusionen nach Verkehrsunfällen oder Geburten sterben lassen, im Falle des Ausschluss von Kindern und Jugendlichen aus der Gemeinschaft diesen gegenüber die familiäre Liebe und Fürsorge verweigern, sowie die Kinder ihrer Gemeinschaft in ständiger Angst leben lassen.“ Weiterhin ging es um die Aussage, das System von Jehovas Zeugen „fördere den sexuellen Missbrauch von Kindern und dass die ganze Gemeinschaft angeblich stattgefundene strafbare Handlungen vorsätzlich vertusche“ und die Einstufung als „eine totalitäre Organisation, die manipulativ auf ihre Mitglieder einwirke und die körperliche, psychische und soziale Integrität ihrer Mitglieder verletze.“ (Urteil, S. 6, Abschnitt 1.2)

Die Beschuldigte bekannte sich vor Gericht zu den Inhalten der Interviews und der Medienmitteilung, an denen sie vollumfänglich festhalte und legte zahlreiche Beweismittel vor um zu belegen, dass die genannten Kritikpunkte zutreffend sind und somit keine wahrheitswidrigen Äußerungen verbreitet wurden.

Tatsachen und Ehre

In der ausführlichen 34-seitigen Urteilsbegründung wird zunächst der Unterschied zwischen Werturteilen und Tatsachenbehauptungen erläutert. Lediglich Tatsachenbehauptungen oder sog. gemischte Werturteile, die einen erkennbaren Bezug zu Tatsachen aufweisen, können ehrverletzende Äußerungen ergeben. Nicht strafbar sind diese, wenn sie den Tatsachen entsprechen („Wahrheitsbeweis“) oder zumindest zum Zeitpunkt der Äußerung mit vernünftigem Rechercheaufwand davon ausgegangen werden konnte, dass sie wahr sind („Gutglaubensbeweis“), sofern die Aussagen nicht einzig zu dem Zweck erfolgten, anderen zu schaden.

Den Begriff der Ehre definiert das Gericht als auf den menschlich-sittlichen Bereich beschränkt und bezieht ihn „auf den Ruf und das Gefühl des Betroffenen, ein ehrbarer Mensch zu sein, das heisst sich so zu benehmen, wie nach allgemeinen Anschauungen ein charakterlich anständiger Mensch sich zu verhalten pflegt.“ (S. 11, 5.1) „Von einem charakterlich anständigen Menschen wird nach allgemeiner Anschauung unter anderem erwartet, seine Pflichten gegenüber dem Staat und seinen Mitmenschen zu erfüllen, keine Straftaten zu begehen, die Menschenrechte aufrechtzuerhalten, die familiäre Liebe und Fürsorge nicht zu verweigern, den sexuellen Missbrauch von Kindern zu stoppen etc.“ (S. 12, 5.2)

Sachaussagen oder ehrverletzend?

Das Gericht hat sich nun die Mühe gemacht, für jede einzelne inkriminierte Äußerung zu prüfen, ob diese tatsächlich ehrverletzend ist. Bei 4 von 10 angeklagten Äußerungen wurde dies vom Gericht verneint. Die Aussage z.B. dass Mitglieder nach Verkehrsunfällen oder bei der Geburt sterben und die Gemeinschaft Bluttransfusionen ablehnt, sind simple Feststellungen zutreffender Tatsachen ohne Werturteil. Auch die Feststellung, dass es kaum eine Zeugen-Jehovas-Familie ohne ausgeschlossene Familienmitglieder gibt, ist an sich nicht ehrverletzend, denn ein Mensch ist nicht ehrbarer, wenn er eine Familie hat, aus der niemand ausgeschlossen wurde. Ähnliches gilt für die Aussage, dass viele Zeugen Jehovas „nur beschränkt Wissen um die Welt [haben], weil weltliche Freunde verboten sind und sie viele gesellschaftliche Erfahrungen nicht machen konnten“. Dies sind reine Tatsachenbeschreibungen.

Bösartige Absicht oder öffentliches Interesse?

Bei 6 weiteren Aussagen kam das Gericht hingegen zu dem Schluss, dass diese in der Tat die Ehre der Gemeinschaft beschädigen. Diese Wirkung war der Beschuldigten durchaus bewusst. Solche Aussagen können, selbst wenn sie wahr sind, strafbar sein, wenn sie ohne begründete Veranlassung vorwiegend in der Absicht gegeben werden, jemandem Übles vorzuwerfen. Das kann das Gericht hier aber nicht erkennen. In seiner Begründung kommt das Gericht zu einer beschreibenden Würdigung der Arbeit der Fachstelle infoSekta: „Die Aufgaben der Fachstelle infoSekta, die Rahmen ihrer Statuten Beratung für Betroffene anbietet und Aufklärung im Sinne des Konsumentenschutzes auf dem Weltanschauungsmarkt betreibt, belegen hinreichend, dass die Äußerungen in Wahrung öffentlicher Interessen erfolgt sind. … Außerdem klärt die Fachstelle InfoSekta nicht nur über die Zeugen Jehovas auf, sondern über verschiedene Organisationen und Glaubensgemeinschaften. Es handelt sich um eine sachlich vorgetragene und argumentative Kritik an Glaubensvorstellungen bzw. -praktiken, sowie an deren Auswirkungen auf Anhänger und deren Umfeld (welche zudem in Ausübung grundrechtlicher Freiheiten erfolgt sind …) … Sie stützt ihre Aussagen auf wissenschaftliche Publikationen, Originaldokumente der Zeugen Jehovas (Wachtturm und Erwachet!) sowie Fachliteratur zum Thema. Sie bezieht ihre Informationen also nicht nur aus Gesprächen mit Aussteigern, die die Gemeinschaft im Streit verlassen haben und bei denen die Gefahr besteht dass sie ein allzu negatives Bild zeichnen. … Es geht der Beschuldigten nicht darum, die Zeugen Jehovas schlecht zu reden, sondern um die Aufklärung über verschiedene Organisationen und Glaubensgemeinschaften.“ (S. 21, Art. 9.5)

Nach diesem weiten Anlauf kommt es nun zum Kern: Der gerichtlichen Prüfung, in wieweit die übrigen 6 ehrverletzenden Aussagen den Tatsachen entsprechen bzw. ernsthafte Gründe hatte, die Aussagen für wahr zu halten. Hier war das Ergebnis – so viel sei bereits vorweggenommen – für Jehovas Zeugen desaströs.

Praxis der Ächtung („Gemeinschaftsentzug“)

Der Begriff der Ächtung meint den Kontaktabbruch zu ausgeschlossenen Personen. Ausgeschlossen kann werden, wer aus Sicht der Religionsgemeinschaft von Jehovas Zeugen eine Sünde begeht wie z.B. das Annehmen einer Bluttransfusion, Sex vor der Ehe, politische Aktivität oder auch nicht all das zu glauben, was die Organisation lehrt. Dazu standen folgende Aussagen von infoSekta vor Gericht:

„Wir machen auf die menschenrechtswidrige Praxis der Ächtung aufmerksam.“ / „Ächtung ist eine Art von oben verordnetem Mobbing. Es verstösst gegen die Menschenrechte und Verfassung.“ / „Jeder Mensch hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit – ein Recht, das die Zeugen Jehovas für sich beanspruchen, ihren Mitgliedern aber nicht gewähren.“

Dazu hielt das Gericht fest, dass Jehovas Zeugen nicht bestreiten, dass sie die Praxis der Ächtung verwenden, sondern lediglich einfach behaupten, diese Praxis sei nicht menschenrechtswidrig. An dem Bestehen dieser intern als „Gemeinschaftsentzug“ bezeichneten Praxis gibt es keinen Zweifel. Sie ist auch schriftlich in diversen Publikationen dokumentiert. Dazu das Gericht: „Die Praxis ist für davon Betroffene sehr schwer zu ertragen und kann schwerwiegende Folgen haben (insbesondere für Opfer von sexuellem Missbrauch, die wählen müssen, ob sie in der Organisation bleiben und dem Täter stets begegnen wollen oder ihr gesamtes soziales Umfeld verlieren)… Es kann durchaus gesagt werden, dass die Organisation der Zeugen Jehovas durch die Anwendung der Praxis der Ächtung darüber entscheidet, wer keinen Kontakt mehr haben darf zu Familie und Freunden, wer isoliert werden soll. Die Organisation hat eine große Kontrolle über ihre Mitglieder. Ein solches Verhalten kann durchaus als „Mobbing“ verstanden werden. … Die Praxis der Ächtung erweist sich deshalb als eine Art von „Mobbing“, das zumindest im Ansatz menschenrechtsverletzend ist, als dass Mobbing eine Verletzung der persönlichen Integrität eines Menschen ist. Diese Art von Mobbing wird auch angewendet, wenn Mitglieder der Zeugen Jehovas nicht mehr glauben oder einen anderen Glauben entwickeln bzw. haben. In so einem Fall werden die entsprechenden Leute ausgeschlossen und geächtet, was sie dazu bewegen soll, wieder in die Gemeinschaft zurückzukehren. … Implizit wird ihnen also die Glaubens- und Gewissensfreiheit innerhalb der Gemeinschaft verwehrt …“. (S. 24, 9.9a)

Umgang mit Kindern

Zum Umgang mit Kindern wurde folgende ehrenrührige Aussage beanstandet: „Etwas Liebes zu sagen, nachfragen, wie der Tag war, oder das Kind in den Arm nehmen – das liegt nicht mehr drin. Kinder erleben eine permanente Angst.“

Auch hier wird von der Religionsgemeinschaft nicht bestritten, dass die Ächtung gelebt wird, sondern lediglich behauptet, Kinder würden dennoch liebevolle Zuwendung erhalten. Das Gericht hingegen fand die Hinweise in den Schriften, man solle das ausgestoßene Kind „unterstützen“ aber nicht sehr liebevoll, wenn es gleich dazu heißt, es aber dann „mit Gottes Wort unterweisen und in Zucht nehmen“ sowie ein „Bibelstudium durchführen“. „Unsere Liebe zu Jehova muss stärker sein als die Liebe zu Familienangehörigen, die ihm untreu werden.“ (Wachtturm, 15.7.2011)

Das Kind werde so „auf körperliche und spirituelle Bedürfnisse reduziert, wobei auf emotionale Bedürfnisse keine Rücksicht genommen wird. Dies wird durch eine Vielzahl von Berichten Angehöriger und Aussteiger belegt (…). Ein solcher Ausstoß führt zu großem Konflikt und kann psychische Schäden hinterlassen, gerade bei Kindern und Jugendlichen. Es ist eine Art emotionale Erpressung, um die abtrünnigen Personen dazu zu bewegen, zur Glaubensgemeinschaft zurückzukehren bzw. sie von einem Ausstieg abzuhalten.“(S. 25, 9.9b) Auch die zentrale Botschaft vom nahen Weltende in Harmagedon mit der blutigen Endschlacht und der Vernichtung aller Ungläubigen könne gerade bei Kindern für Angst sorgen.

Sexueller Missbrauch

Zur Kritik an der Begünstigung von sexuellem Missbrauch bestätigte das Gericht, dass die Zwei-Zeugen-Regel existiert: „Kann also außer dem Opfer selbst niemand den Missbrauch bezeugen und streitet der mutmaßliche Täter die Tat ab, so wird nichts unternommen.“ Es ist lediglich strittig, in welchem Kontext sie eingesetzt wird. Unter Verweis auf gerichtliche Untersuchungen in Australien (Royal Comission, Final Report) durfte den Schilderungen der Betroffenen hier geglaubt werden (Gutglaubensbeweis erbracht).

Psychische Gewalt an Kindern

Das Gericht stellt hierzu fest: „Die Analyse von Wachtturm-Materialien für Kinder verdeutlicht, dass diese auf die Verängstigung der Kinder abzielen: wer nicht gehorcht, wer nicht folgt, wer nicht glaubt, wer nicht genügt, muss mit dem Ausschluss aus der Gemeinschaft und daraufhin mit Vernichtung in Harmagedon rechnen. Das oben thematisierte Ächten kann als Form von psychischer Gewalt angesehen werden. Dies wird durch die Berichte von Aussteigern sowie die Materialen der Wachtturm-Gesellschaft selber deutlich gemacht.“ (S. 29, 9.9e) In der Linie der bisherigen Tatsachenfeststellungen des Gerichtes wurden auch die Einschätzung, dass die Zeugen Jehovas als „hochproblematische Gruppe“ die „körperliche psychische und soziale Integrität ihrer Mitglieder“ verletze und das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit ihren Mitgliedern verwehrt als im wesentlichen zutreffend bewertet. Dabei sind es in erster Linie die Folgen des „Gemeinschaftsentzuges“ als internes Druckmittel, die zu dieser Einschätzung führen.

Langsame Mühlen

Das Urteil hat eine längere Geschichte. Die angeklagten Äußerungen stammten vom Juli 2015. Um die Antragsberechtigung der Beschwerde gab es zunächst juristische Auseinandersetzungen, so dass die Anklage im November 2018 erhoben wurde. Das hier beschriebene Urteil erging am 9. Juli 2019 und wurde erst 2020 rechtskräftig, nachdem die Vereinigung Jehovas Zeugen in der Schweiz die Frist für eine zunächst angekündigte Revision ergebnislos hat verstreichen lassen.

Fazit

Wenn nun all diese vom Gericht als ehrverletzend angesehenen Aussagen sich auf einen wahren Tatsachenkern beziehen, dann ist die Ehre der Organisation der Zeugen Jehovas davon auch tatsächlich erheblich angeschlagen.

Das Gericht hat anhand von umfangreichem Beweismaterial die Aussagen zu den Kritikpunkten geprüft und festgestellt, dass die Kritik berechtigt war: Die Praxis der Vereinigung von Jehovas Zeugen verstößt gegen elementare Rechte der Mitglieder und ihrer Angehörigen. Das Urteil ist zugleich ein Lob für solide recherchierte Aufklärungsarbeit im Bereich des spirituellen Verbraucherschutzes. Es bleibt interessant, welche Folgen sich daraus für den Umgang in Deutschland ergeben.

Quelle: confessio | Dr. Harald Lamprecht

Jehovas Zeugen – The Voice of Germany: Madeline tritt aus der Wachtturm-Organisation aus und wird geächtet

In den 4. Blind Auditions von „The Voice of Germany“ 2019 tritt Rettungssanitäterin Madeline Henning auf. Nach ihrem Austritt bei den Zeugen Jehovas hat sie keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern und Schwestern. Aber sie fand eine neue Familie. Mit ihrem Auftritt begeistert sie die Coaches.

Madeline Henning ist die erste Sängerin, die in der 4. Folge mit einem Song die Coaches von ihrer Stimme überzeugen möchte. Wenn sie nicht singt, arbeitet sie als Rettungs- und Notfallsanitäterin in der Region Hannover. Seit knapp 5 Jahren ist sie zudem Ausbilderin.

Zu „The Voice of Germany“ kommt die 30-Jährige mit ihrer Ersatzfamilie, denn zu ihren Eltern und ihren beiden Schwestern hat die Rettungssanitäterin keinen Kontakt mehr.

Aussteigerin von den Zeugen Jehovas: Madeline fand eine neue Familie

Madeline ist im Glauben der Zeugen Jehovas aufgewachsen. Weihnachten, Geburtstage oder Ostern wurden in ihrer Kindheit nie gefeiert, erzählt die 30-Jährige. Aber sie hatte immer schon Kontakt zu „Weltmenschen“, wie Angehörige der Religionsgemeinschaft Menschen außerhalb der Organisation nennen. Dadurch habe sie „das richtige Leben“ kennengelernt, wie sie weiter berichtet.

Vor zehn Jahren ließ sich Madeline von den Zeugen Jehovas ausschließen – eine Zeit, die für die junge Frau nicht leicht war, denn seitdem habe sie keinen Kontakt mehr zu ihrer leiblichen Familie. Der Schritt ist Madeline schwer gefallen: Sie habe ihre Schwestern und Eltern dadurch sehr verletzt. Die Trennung zu ihrer Familie hat eine tiefe Wunde hinterlassen: „Ich habe mich alleine gefühlt.“

Ihr bester Freund Ricco war für sie da: Madeline hat eine neue Familie gefunden

In dieser schwierigen Zeit half ihr bester Freund Ricco ihr ganz besonders. Er war für sie da und hat sie in seine Familie aufgenommen. Dadurch hatte sie wieder ein Familienleben und einen Zufluchtsort. „Sie ist einfach ein sehr großer Teil dieser Familie geworden“, erklärt Ricco. Madeline ist sichtlich ergriffen und lächelt.

Ein besonderes Highlight für Riccos Oma Toni war, als Madeline für sie an ihrem Geburtstag gesungen hat. „Diese Stimme hat mich vom Hocker gehauen“, schwärmt sie. „Die war wahnsinnig schön. Die hat mich direkt erfrieren lassen. Da habe ich gesagt: ‚Das muss gehört werden!'“ Madeline ist gerührt. Sie kämpft mit den Tränen.

4er-Buzzer: Alle Coaches drehen sich für das Talent um

Madeline hat lange Zeit nur für sich selbst gesungen. Sie sei sehr schüchtern und die Teilnahme koste sie große Überwindung, erzählt sie. Aber mit dem Rückhalt ihrer neuen Familie traut sie sich auf die Bühne, um von Adele „One and Only“ zu singen und somit ihrer Ersatzfamilie zu danken. „Sie geben mir ganz, ganz viel Liebe“, sagt sie.

Ricco und die anderen begleiten sie zum Auftritt. Hinter der Bühne fiebern sie mit und sind fast genauso nervös wie die Sängerin. Als Madeline die ersten Töne anstimmt, greift sich ihr bester Freund ergriffen an die Brust. Alice Merton dreht sich als Erstes um und die Freude ist groß: Madeline ist weiter!

Auch Sido, Mark Forster und Rea Garvey drücken auf den Buzzer. Madeline strahlt und muss ein paar Tränchen wegwischen. Ihre Fans hinter der Bühne jubeln ihr zu.

Viel Lob für die Sängerin

Die Coaches sind begeistert von ihrem Auftritt. „Das war ein richtiger Soul-Diva-Auftritt“, meint Mark. Rea findet sogar, dass sie das Niveau deutlich angehoben hätte. Er bittet das Publikum noch einmal darum, ihr zu zeigen, wie großartig sie Madelines Auftritt fand. Die Zuschauer stehen auf, applaudieren und jubeln laut. Madelines Familie wischen sich ergriffen die Tränen fort und fallen sich freudig in die Arme.

Schließlich muss sich die Notfallsanitäterin entscheiden – alle vier Coaches möchten sie in ihrem Team haben. Sie entschließt sich dazu, zu Rea zu gehen, da ihr erstes Konzert von Reamonn war. Bei dem Iren ist die Freude groß – er hat ein starkes Talent für sein Team dazugewonnen.

Quelle: the-voice-of-germany.de

von |September 26th, 2019|2019|0 Kommentare

Jehovas Zeugen – Ausstieg vor laufender Kamera

Kein Sex vor der Ehe, keine Geburtstage, kein Weihnachten – Könntest du dir das vorstellen? So sieht die Lebensrealität der Zeugen Jehovas aus, einer umstrittenen christlichen Glaubensgemeinschaft, die in Deutschland nach eigenen Angaben etwa 165.000 Mitglieder hat – und von vielen als Sekte eingestuft wird. Besonders bekannt sind die Zeugen Jehovas für ihre extrem strengen Regeln. Bluttransfusionen sind zum Beispiel nicht erlaubt, selbst, wenn sie lebensnotwendig wären. Und wer sich dazu entscheidet, die Glaubensgemeinschaft zu verlassen, wird deshalb von Freunden und selbst Familienmitgliedern ausgestoßen.

Wie sich das anfühlt, erzählt der 26-jährige Jonathan in der neuen Folge “follow me.reports”. Jonathan wurde in die Zeugen Jehovas hineingeboren und war bis zu unserem Dreh offiziell auch noch Mitglied der Gemeinschaft. Seit längerer Zeit schon spielt er mit dem Gedanken, die Zeugen Jehovas zu verlassen – jetzt hat er sich dazu entschieden, diesen schwierigen Schritt zu gehen und damit auch die harten Konsequenzen in Kauf zu nehmen. Aminata begleitet ihn dabei und will herausfinden: Wie sieht der Alltag eines Zeugen Jehovas aus? Und was hat Jonathan letztlich dazu motiviert, sich von der Gruppe zu distanzieren? Auch eure Fragen hat Aminata natürlich wie immer mit dabei!

Zusammen mit Aminata schreibt Jonathan einen Brief an die Gemeinschaft in seiner Heimatstadt, in dem er die Gründe für seinen Austritt aufzählt. Er erzählt ihr dabei, wie er schon vor zwei Jahren anfing, die Glaubenssätze der Zeugen Jehovas in Frage zu stellen. Unterstützung oder Verständnis aus der Gemeinschaft bekam er damals nicht. Als er aufgrund von schweren Depressionen in eine psychologische Klinik eingewiesen wird, kommt ihn niemand von seinen angeblichen Freunden aus der Glaubensgemeinschaft besuchen. Durch ein Forum für Aussteiger, fasst er schließlich den Entschluss: Er will die Zeugen Jehovas verlassen! Ob sich Jonathan dazu überwinden kann, den Brief auch einzuwerfen und welche Pläne er für die Zeit nach seinem Austritt hat? Das findet ihr in der Folge heraus.

von |September 4th, 2019|2019|0 Kommentare

Jehovas Zeugen – Bei den Zeugen Jehovas aufgewachsen

Zeugen Jehovas: Oliver Wolschke ist mit den Jehovas Zeugen aufgewachsen und war überzeugt davon, dass der Untergang der Welt bevorsteht, dass vorehelicher Sex Sünde ist oder dass es richtig ist, Bluttransfusionen zu verweigern. Er war ein kleiner Junge, als seine Mutter der Religionsgemeinschaft beitrat – erst 20 Jahre später verlässt er als inzwischen junger Familienvater die häufig auch von manchen auch als Sekte bezeichnete Organisation, will sich, seine Frau und die gemeinsamen Kinder aus deren Fängen befreien.

Mit seiner Mutter musste er brechen, sie blieb den Zeugen Jehovas treu. In seinem Buch „Jehovas Gefängnis“ schildert der heute 33-Jährige, wie der einst vorbildliche Zeuge Jehovas langsam an den Lehren zu zweifeln begann und schließlich zum Abtrünnigen wurde. Alte Freunde und Familienmitglieder wandten sich umgehend ab, der Start in ein „normales“ Leben war radikal.

Jehovas Zeugen – „Meine Eltern hätten mich sterben lassen“

Viele Jahre war unsere Gastautorin Mitglied der Zeugen Jehovas. Für NEON berichtet sie vom Alltag in der Glaubensgemeinschaft und dem Moment, in dem sie entschied, den Austritt zu wagen.

Ein ziemlich braves Mädchen, so mit langem Rock und hochgeschlossener Bluse, was da an deine Tür klopft und mit dir über das Paradies reden möchte – die Kleine war ich. Denn ich wuchs bei den Zeugen Jehovas auf.

Eigentlich war ich ein normales Kind. Aber wer genauer hinsah, merkte, dass etwas nicht ganz stimmte. Kaum Freizeit mit Klassenkameraden, keine Kinobesuche, keine Rapper oder Rockbands. Stattdessen war ich anders gekleidet, zurückgezogen und unsicher.

Bibelverse konnte ich auswendig und wenn andere Geburtstag oder Weihnachten feierten, betete ich zu Gott und der Tag verlief wie jeder andere.

„Der liebe Gott ist stolz auf dich“

Wenn man klein ist, geht das noch. Ich kannte nichts anderes, bin so aufgewachsen und deshalb dachte ich lange Zeit, die anderen seien komisch und unnormal. Bis ich dann irgendwann gemerkt habe: Ich bin der Außenseiter. Und je älter man wird, umso klarer war der Unterschied.

Mobbing von Schulkameraden? Ist doch nicht schlimm, immerhin erträgt man es für Gott! „Der liebe Gott ist stolz auf dich und sieht das alles“, wurde mir gesagt. Na, danke.

Eine Zeit lang redete ich mir das erfolgreich ein, weinte nachts ins Kopfkissen und bat Gott, das Leid zu beenden. Nichts passierte. Ich hatte zwar „Freunde“ in der Versammlung, das waren aber auch die einzigen. Meine Freizeit war gefüllt mit Predigtdienst und Bibellesen. Wenn ich Zeit mit anderen Teenagern verbringen wollte, die nur leider nicht in der „Wahrheit“ (also Ungläubige) waren, hieß es, sie wären schlechter Umgang für mich. Und gleich danach ein Bibeltext:“Schlechter Umgang verdirbt nützliche Gewohnheiten.“

Sieht Gott wirklich alles?

Da waren sie wieder: Schuldgefühle. Gott will nicht, dass du dich mit Menschen triffst, die nicht an ihn glauben, hieß es immer. Aber ich wollte Freunde haben! Auch normal sein. Einmal eingeladen werden, ins Kino oder auf eine Party und „Ja“ sagen können! Aber das hatte sich bald erledigt: Mit der Zeit wurde ich kaum noch eingeladen und musste mir auch keine Ausreden mehr überlegen.

Dennoch meldete sich die Schuld weiter. Ich sollte dazu stehen, was ich glaubte und es nicht verleugnen. „Jehova wird so enttäuscht sein. Und er sieht ALLES!“ war ein typischer Satz meiner Mutter.

Der Gedanke, dass Gott alles sieht, machte mich wahnsinnig. Als würde er nur darauf warten, dass ich sündige und angekrochen komme, um ihn um Vergebung anzubetteln. Um zu sehen, ob ich einen Ballerfilm gucke, Bier trinke, einen zu kurzen Rock trage, rumknutsche, rauche, fluche, lüge, was auch immer: Er sieht mich!

Aber auch von der anderen Seite kam Druck, der genau so schlimm war: „Warum feierst du keinen Geburtstag? Wo gehst du Donnerstagabend immer hin? Warum darfst du nicht mit uns zu der Party? Was hast du schon wieder für komische Sachen an? Waaaas, du kennst nicht diese neue krasse Band?“

Meine Mitschüler wollten es natürlich genau wissen. Und als sie sich dann über die Zeugen informiert hatten, wurden die Fragen schwieriger: „Du darfst keine Bluttransfusion bekommen, wenn du einen Unfall hattest? Du darfst keinen Sex vor der Ehe haben? Warum hast du zu deinem Vater keinen Kontakt mehr?“

Zeugen Jehovas dürfen keinen Kontakt zu Ausgeschlossenen haben

Auf diese Fragen hatte ich leider selbst keine Antwort. Ich war unglücklich. Mir war klar, dass ich diese ganzen Lehren nicht glauben konnte und nicht danach leben wollte. Ich wusste, dass im Falle eines medizinischen Notfalls meine Eltern für mich entschieden hätten: Kein Blut, auch wenn es den Tod bedeutet. Sie hätten mich im Namen Gottes sterben lassen. Und das Schlimmste: Ich wurde jahrelang so manipuliert, dass ich dem Ganzen noch mit Freuden zugestimmt hätte.

Lange hat es in mir gebrodelt. Mit 17 habe ich mich dennoch taufen lassen. Von da an war mir der Kontakt zu meinem Vater strengstens verboten, denn er war ein Ausgeschlossener. Und Zeugen Jehovas dürfen keinen Kontakt zu Ausgeschlossenen haben, auch wenn es die eigene Familie ist. Das habe ich nicht verkraftet. Ich war hin- und hergerissen, wütend und tieftraurig. Ich konnte einfach nicht glauben, dass ein „Gott der Liebe“ Familien geschaffen hat – und sie dann auseinander reißt.

Ich habe mein Leben zurück

Ungefähr ein Jahr später habe ich mich gelöst und mir ein völlig neues Leben aufgebaut. Ich habe alles hinter mir gelassen, bin umgezogen und habe einen neuen Menschen kreiert: MICH. So wie ich sein will, wie ich glücklich bin.

Jetzt bin ich 23 und lebe so frei und zufrieden wie nie zuvor. Ich muss es niemandem mehr recht machen, gehe meinen eigenen Weg und habe so viele wertvolle Menschen kennengelernt, die mich lieben, ohne Bedingungen zu stellen und immer da sind.

Es war nicht immer leicht, durchzuhalten und mich in einer Welt zurechtzufinden, die mir so oft fremd vorkam. Aber wenn man das Risiko eingeht, etwas hinter sich zu lassen, was einem nicht gut tut, kann man das Wichtigste gewinnen: sein Leben.

Ihre Erfahrungen bei den Zeugen Jehovas teilt Sophie Jones auch auf ihrem Youtube-Kanal. Außerdem hilft sie gemeinsam mit dem Verein JW Opfer Hilfe e.V. Menschen, die den Ausstieg wagen wollen.

Quelle: Stern.de

von |September 12th, 2018|2018|0 Kommentare

Jehovas Zeugen – Ich war 16 Jahre bei den Zeugen Jehovas, jetzt habe ich eine Botschaft

Margit Ricarda Rolf war Mitglied bei den Zeugen Jehovas. In den 80er Jahren trat sie zusammen mit der Familie ein, 2001 gelang ihr der Ausstieg. Seit 2004 unterstützt sie Menschen, die ebenfalls bei der Sekte aussteigen wollen.

Was viele herunterspielen, wenn es um Sekten geht: Bei Gruppen wie den Zeugen Jehovas werden Kinderseelen zerstört. Das weiß ich nicht nur, weil ich mich um junge Aussteiger gekümmert habe, sondern auch, weil ich es selbst bei meinen eigenen Kindern erlebt habe.

Mit 34 Jahren habe ich mich auf Gespräche mit der Sekte eingelassen: Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie mich überzeugt hatten und wir – also mein Mann und ich wurden als Zeugen Jehovas getauft und nahmen unsere beiden Kindern mit in die Versammlung.

Wir haben während dieser Zeit noch zwei weitere Kinder bekommen. Wir dachten, dass es etwas Gutes sei, eine große Familie zu sein. Schließlich würden wir alle ins Paradies kommen, da wir auserwählt sind.

Erst der “Text des Tages”, dann die erste Mahlzeit

Nur für unsere Kinder war es kein Paradies. Es war schrecklich. Schon die Atmosphäre bei den Zeugen ist kinderfeindlich.

Ich erinnere mich an die schönen Sommertage, die meine Kinder drinnen verbracht haben. Sie mussten den Wachtturm vorstudieren, während andere Kinder draußen gespielt haben.

Auf den langwierigen Versammlungen mussten sie still sitzen und durften sich kaum bewegen. Kinder sollen vom Mutterleib an lernen, was in der Bibel steht.

Die Zeugen Jehovas haben unseren gesamten Alltag bestimmt.

Das hat schon nach dem Aufstehen begonnen. Meine Kinder mussten morgens als Erstes mit mir den Text des Tages besprechen, bevor sie überhaupt etwas essen durften.

Wegen der Zeugen Jehovas haben auch meine drei älteren Kinder kein Gymnasium besucht, Bildung ist nämlich bei der Sekte verpönt. Meine Kinder werfen mir das noch heute vor.

Aber es war für uns kaum möglich, sie frei zu erziehen:Glaubensschwestern oder Älteste haben sie während unseres Predigtdienstes ausgehorcht.

Sie wollten wissen, ob wir auch alle Vorschriften einhalten: “Spricht eure Mutter mit euch auch den Text des Tages durch?”; “Was unternehmt ihr so zusammen?”

Keine Sekunde länger wollte ich in dieser Sekte bleiben

Der erste Bruch kam, als meine älteste Tochter mit 17 Jahren ausgestiegen ist. Wir durften dann eigentlich keinen Kontakt mehr zu ihr haben, haben uns aber nicht daran gehalten.

Einige Zeit später bekam auch mein Sohn Probleme mit den Ältesten – das war für unsere Familie sehr belastend, wir wollten uns nicht gegen unsere Kinder entscheiden. Irgendwann hat es meinem Mann jedoch gereicht: Er hat beschlossen, nicht mehr zu den Versammlungen zu gehen.

Er war auch der Meinung, dass unsere jüngsten Kinder nicht mehr mitkommen müssen, wenn sie nicht wollen. Sie wollten nicht.

Ich war dann allein bei den Versammlungen und wurde ausgegrenzt. Ich wurde ignoriert, fallen gelassen. Das war sehr hart für mich. Denn es ist wirklich schwer, aus dieser Abhängigkeit, diesen Überzeugungen, die man hat, wieder herauszukommen.

Bis ich mich eines Tages bei einer Versammlung, in der uns in grellen Farben der Weltuntergang ausgemalt wurde, gefragt habe: Was mache ich hier noch? Das ist doch pure Angstmacherei!

Währenddessen hat mein Mann im Internet eine Seite von Aussteigern gefunden. Ich war sofort neugierig und habe Kontakt aufgenommen. Danach habe ich mich sehr kritisch mit den Zeugen Jehovas auseinandergesetzt.

Mir wurde klar, dass die Übersetzungen der Bibel bei den Zeugen oft falsch dargestellt wurden, um die Mitglieder klein zu halten und beispielsweise als Hausierer zu missbrauchen.

Keine Sekunde länger wollte ich fortan in dieser Sekte bleiben.

Die Zeugen Jehovas beschneiden das Recht auf körperliche Unversehrtheit und freie Entfaltung

Später habe ich mich dabei engagiert, Aussteigern zu helfen. Viele junge Menschen wollen raus, wenn sie in die Pubertät kommen.

Oft gibt es ein Elternteil, das nicht dazugehört und zu dem der Kontakt abgebrochen wurde. Was ich besonders schlimm finde: Schon da werden Kinder traumatisiert.

Bei den Zeugen Jehovas hören sie dann, dass der Vater oder die Mutter, die nicht Teil der Sekte sind, dem Satan gehören würden.

Wenn Kinder noch klein sind, glauben sie das – sie haben dann wahnsinnige Angst um ihre Eltern. Sie bekommen Panikattacken und nässen sich ein. So werden Seelen zerstört. Insbesondere die von Kindern.

Was ich durch meine Hilfe für Aussteiger und durch meine eigene Erfahrung mitbekommen habe: Kinder werden psychisch misshandelt, gegängelt und geprügelt.

Eine Sekte wie die Zeugen Jehovas beschneidet das Recht auf körperliche Unversehrtheit und freie Entfaltung.

Aber Kinder können sich nicht wehren. Deshalb brauchen sie eure Hilfe – wir müssen unbedingt die Kinderrechte stärken.

Wer aus einer Sekte aussteigen möchte und Hilfe braucht, kann sich gerne über meinen Blog an mich wenden.

Das Gespräch wurde von Lisa Mayerhofer aufgezeichnet.

Quelle: Focus | Margit Ricarda Rolf

Jehovas Zeugen – Vom Glauben abfallen: „Es war für mich tragisch, zu gehen“

Wer eine strikte religiöse Gemeinschaft, wie Jehovas Zeugen, verlässt, verliert oft nicht nur Familie und Freunde. Auch der Alltag, die Arbeit und das Weltbild ordnen sich neu. Zwei Aussteiger erzählen.

Das Recht auf den Ausstieg aus einer Religion ist mit dem Artikel 15 der Bundesverfassung garantiert. Denn Religionsfreiheit bedeutet auch die Freiheit zu haben, nicht zu glauben. Auch auszutreten, ist ein Grundrecht.

Das ist selten einfach – und noch nicht lange selbstverständlich.

Konservative Gläubige

2014 bezeichneten sich 23 Prozent der Bevölkerung der Schweiz als konfessionslos. Trotz dieser Säkularisierung sind nach wie vor viele Menschen gläubig – oder gar strenggläubig.

«Ungefähr 500’000 Personen in der Schweiz sind konservative Vertreter einer Weltreligion oder Mitglied einer Sekte», sagt der Religionswissenschaftler Georg Schmid, Leiter von «Relinfo», der evangelischen Informationsstelle «Kirchen – Sekten – Religionen» in Rüti ZH. Je autoritärer und geschlossener eine religiöse Bewegung ist, desto schwieriger sei es, diese zu verlassen.

Religionen in der Schweiz

Die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz gehören zu 37.9 Prozent der römisch-katholischen und zu 25.5 Prozent der evangelisch-reformierten Landeskirche an. 23 Prozent sind konfessionslos, zu anderen christlichen Gemeinschaften zählen 5.7 Prozent. 5.1 Prozent sind Muslime, 0.4 Prozent jüdisch.

Der Anteil der römisch-katholischen Landeskirche ist in den letzten 40 Jahren relativ stabil geblieben, jener der evangelisch-reformierten ist stark rückläufig.

Der Anteil muslimischer Glaubensgemeinschaften hat von 2000 bis 2016 leicht, um 1.6 Prozent, zugenommen, jener der Konfessionslosen deutlich, um 13.5 Prozent. Der Anteil jüdischer Glaubensgemeinschaften ist unverändert geblieben.

Quelle: Bundesamt für Statistik

Mit der Freikirche aufwachsen

Der 36-jährige David Bopp, selbstständiger Webentwickler im Raum Basel, wuchs im Umfeld einer Freikirche auf. Seine Eltern gehörten der Chrischona-Gemeinde an.

«Ich bin als Kind an jede Veranstaltung gegangen, später in die Jungschar und in den Teenager-Club.» Die Jungschar habe er schliesslich mitgeleitet. Drei bis vier Abende pro Woche verbrachte er in der Gemeinschaft, erinnert sich David Bopp. «Dann habe ich die Freikirche gewechselt. Viele Jahre war ich beim ICF. Auch dort habe ich eine Gruppe geleitet.»

«Alles oder nichts»

Mit etwa 24 Jahren habe er immer mehr an seinem Glauben gezweifelt, sagt Bopp. «Es hat sich viel verändert in meinem Kopf. Ich habe mich vom Glauben entfernt.»

Die Zweifel seien für ihn «ein Schock» gewesen, denn er habe zuvor «Gott erlebt», erzählt Bopp: «Als Teenager konnte ich beten und hatte oft das Gefühl, ich werde erhört. Dann erlebte ich ein, zwei Jahre nichts, das mich Gott spüren liess.» Das habe ihm die Augen geöffnet.

«Festzustellen, dass ich vielleicht gar nicht glaube – das empfand ich als schmerzhafte Herausforderung.» Er habe nicht begonnen, an «einer kleinen Ecke» zu zweifeln. Sondern er habe sich gleich die grosse Frage gestellt: «Gott – ja oder nein? Es ging um alles oder nichts.»

Freundschaften verlieren sich

Sich von der Glaubensgemeinschaft zu lösen, sei für ihn tragisch gewesen, sagt David Bopp. Er habe sich entwurzelt gefühlt. «Es war ein schmerzhafter Prozess, zu gehen. Viele meiner Freundschaften wurden gewissermassen aussortiert, weil sie an das gemeinsame Thema Glaube gebunden waren.»

Die Gemeinschaft ist nur solange da, wie man Teil davon ist: «Wie in einem Fussballclub, wenn man sich die Sehne kaputtmacht und nie mehr trainieren gehen kann. Das Gros der Leute, die man gern hatte, bleibt da – und man ist weg. Das tut weh, denn man verliert auch ein Stück Halt.»

Bopp bedurfte eines neuen Weltbilds, um sich zurechtzufinden. «Wenn man sich als Teenager aus einer religiösen Gemeinschaft löst, ist es einfacher, dann ist das Weltbild noch nicht so gefestigt. Ich war 24, hatte mich in meinem Weltbild eingerichtet – und plötzlich stellte ich alles in Frage. Das brauchte viel Energie.»

Diese Entwicklung sei bei ihm bis heute nicht abgeschlossen, fügt er an: «Für mich ist Spiritualität noch immer ein offenes Thema.» Heute bezeichnet Bopp sich als Agnostiker. Die Religion spielt für ihn keine Rolle mehr.

Hinterfragt wird nicht

Hat David Bopp die Freikirchen als geistig enge Räume erlebt? «Die Freiheit wäre da – aber es gibt niemanden, der einem den Weg dahin zeigt», erwidert er. Das philosophische Denken und das Hinterfragen würden fehlen, es werde einem nicht vorgelebt.

Das liege auch an der Geschichte der Freikirchen, glaubt Bopp: «Gegründet wurden sie von Menschen, die an Dinge glauben und diese nicht theologisch hinterfragen wollen. Will man etwas hinterfragen, muss man sich dafür einen anderen Ort suchen.»

Getauft als Zeuge Jehovas

Auch Rino Zumerle hat den schmerzhaften Abschied aus einer Glaubensgemeinschaft erlebt. Über 20 Jahre lang war der vor Kurzem pensionierte IT-Fachmann aus dem Raum Biel ein Zeuge Jehovas.

1983 hatten er und seine Frau erste Kontakte zu dieser Gemeinschaft, weil sie für die beiden Töchter eine Kinderbibel suchten. Dass die Bibel die Grundlage für den Glauben der Zeugen Jehovas war, beeindruckte die Zumerles. Nach drei Jahren liess sich das Ehepaar taufen.

«Über Jahre besuchten wir die Versammlungen und gingen in der Gemeinschaft auf», sagt Zumerle. 1992 erhielt er ein Amt, er wurde Dienstamtgehilfe. «Einige Jahre später wurde ich zum Ältesten berufen. Das ist eine Person, die in der Gemeinschaft stärker auf andere achtet, ihnen hilft, sie lehrt und ihnen ein Vorbild ist.»

Ein Dilemma löst Zweifel aus

Trotz Verantwortung: 2003 begann er zu zweifeln. «Ich durchlebte wohl eine Midlife-Crisis. Ich war ungefähr 50 und fragte mich, was bisher in meinem Leben passiert war und was noch kommen würde. In dieser Zeit fingen meine Töchter an, die Religion zu hinterfragen, was schliesslich zu ihrem Ausstieg führte.»

Auch er habe sich grundsätzliche Fragen gestellt. Um seine damaligen Zweifel zu verstehen, müsse man sich vergegenwärtigen, was die Lehre der Zeugen Jehovas bedeutet: «Wer weggeht, ist verloren. Die Zeugen Jehovas sprechen davon, dass Gott im Krieg von Armageddon alles Böse auf dieser Erde vernichten wird. Nur die Gott wohlgefälligen Menschen überleben und kommen ins Paradies, wo sie ewig leben können.»

Wenn man das glaube, bedeute das: Wenn die eigenen Kinder aussteigen, dann sind sie verloren. «Meine Töchter könnten demnach Armageddon nicht überleben. Das hat mich beschäftigt.»

Ebenfalls beschäftigt hat Rino Zumerle das Kontaktverbot zu Abtrünnigen, das die Gemeinschaft verlangt. Er wollte seine Töchter nicht verstossen – aber auch nicht vortäuschen, er befolge dieses Gebot.

Das Leben muss sich neu ordnen

Sieben Jahre zweifelte er, kämpfte innerlich. «Ich brauchte diese Zeit, denn da waren viele Ängste. So war ich etwa im Begriff, die langjährige Beziehung zu meiner Frau zu verlieren.» Vieles musste Zumerle neu ordnen, gedanklich, aber auch im Leben. «Es war eine schmerzhafte Zeit», sagt er.

Er habe in jenen Jahren kaum mehr an etwas anderes denken können, ihn habe nur noch ein Thema beschäftigt: seine Loslösung von der Gemeinschaft. Nach einem Burn-out suchte er professionelle Hilfe.

Denn im Alltag fand er keine Unterstützung. Seine Ehe ging in die Brüche – und einen Freund ausserhalb der Gemeinschaft, mit dem er seine Fragen hätte besprechen können, hatte er nicht.

«Ein Zeuge Jehovas lebt vor allem in der Gemeinschaft. Sie begrenzt sein soziales Umfeld. Natürlich hat jeder Arbeitskollegen und Nachbarn. Aber diese Kontakte basieren auf einer losen Beziehung. Man geht keine Freundschaften ausserhalb der Gemeinschaft ein.»

Unumkehrlicher Ausstieg

Offene Ohren fand er schliesslich bei seinen Schwestern, mit denen er zuvor nur wenig Kontakt pflegte. Und auch seiner Mutter näherte er sich wieder an, nachdem er signalisiert hatte, dass er die Zeugen Jehovas verlassen wollte.

Mehrere Zeugen hätten mit ihm etwas unternehmen und diskutieren wollen, um ihn auf den rechten Weg zurückzuführen. Als sie erkannten, dass seine Abkehr weit fortgeschritten war, liessen sie ihn ziehen. Nach sieben Jahren voller Zweifel trat Rino Zumerle offiziell aus.

Was hat er dadurch gewonnen? «Da kommt mir ein grosses Wort in den Sinn: Freiheit.», sagt Zumerle. «Freiheit bedeutet für mich, dass ich eine Wahl habe. Und in der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas hatte ich keine Wahl.» Es gebe dort nur Schwarz oder Weiss, keine Schattierungen.

«Freiheit ist unbequem. Freiheit macht Angst. Freiheit hat man nicht einfach, man muss für sie kämpfen und an ihr arbeiten.» Er denke, dass sich viele Menschen genau deshalb in engen Gemeinschaften wohlfühlen. «Sie sind dort eingeschränkt, aber fühlen sich mitgetragen. Man geht gemeinsam einen Weg – die Freiheit ist da vielen gar nicht so wichtig.»

Mitglieder haben zu folgen

Bei der Infostelle «Relinfo» berät der Religionswissenschaftler Georg Schmid ausstiegswillige Mitglieder von Religionsgemeinschaften oder deren Angehörige. Am häufigsten ist er mit Mitgliedern von Zeugen Jehovas und Scientology beschäftigt.

«Sekten haben eine gewisse Radikalität. Sie erwarten viel von den Mitgliedern und versuchen trotzdem, alle Interessierten aufzunehmen», sagt Schmid. Sekten seien autoritäre Organisationen. Die Leitung beanspruche Lehrhoheit, Zweifel seien unerwünscht, die Mitglieder hätten zu folgen.

Oft liessen sich Menschen von den Verheissungen einer Gemeinschaft blenden, erklärt Schmid. Zu Beginn sähen sie alles durch die rosarote Brille: «Später kommen ihnen auch die Ansprüche der Sekte in die Quere. Viele geraten unter Druck, weil die Gemeinschaft nicht das bietet, was sie suchen. Wenn jemand aussteigen will, beginnt ein unangenehmer Prozess.»

Der Austritt wird immer schwieriger

Je länger jemand dabei war, desto schwieriger wird es. Weil man beim Austritt seine sozialen Kontakte und seine ethischen Koordinaten verliert. Weil man vielleicht jahrelang für den Kult gearbeitet hat und taugliche Referenzen für Bewerbungen fehlen.

Weil man vielleicht der Sekte per Testament sein Vermögen überschrieben hat und das Dokument sicher verwahrt in der Zentrale der Gemeinschaft liegt. Weil man durch die autoritäre Lehre das selbstständige Denken verlernt hat.

Ausstiegswilligen die Hand reichen

Menschen, die Anschluss suchen, sind oft leichte Opfer für Sekten, weiss der Ausstiegsberater Schmid: «Alte, Einsame oder Menschen am Rand der Gesellschaft.» In Beratungen rät er Familienangehörigen, deren Tochter oder Sohn sich einer Sekte angeschlossen hat, klar zu machen, dass sie für sie oder für ihn da seien. Denn ohne einen Rückhalt von aussen sei ein Ausstieg kaum zu schaffen.

«Radikale Gemeinschaften versuchen, Zweifelnde zu halten. Etwa indem sie befreundete Leute aus der Sekte auffordern, mit ihnen zu sprechen, sie wieder zu überzeugen», so Schmid.

Aber wenn das nicht funktioniert, seien Sekten meist dafür, dass die Zweifler gehen: «Damit die kranken Äpfel nicht die gesunden anstecken.» Dass Religionsgemeinschaften Ausstiegswillige rabiat auf Kurs brächten oder zurückholten, sei eine Legende.

Eine Gemeinde, ein Weltbild

Bei Freikirchen sieht Schmid das Hauptproblem in deren gesellschaftspolitischer Ausrichtung. Da stelle sich für ihn die Frage, wie konservativ man die Gesellschaft gestalten wolle.

«Freikirchen sind – im Gegensatz zu den Landeskirchen – bewusst einheitlich, was die Weltanschauung betrifft. Wenn jemand dazukommt, erwartet man von ihm, dass er sich einfügt.» Freikirchen erwarteten zudem Engagement: Man soll die Gemeinde finanziell und zeitlich mittragen. «Wer dazu nicht bereit ist, kann Probleme kriegen und sozialen Druck spüren.»

Im Gegensatz zu Sekten sei in Freikirchen immerhin klar, dass der Gemeindeleiter ein Mensch sei, der irren könne. Manche Mitglieder würden, wenn sie mit der Lehre nicht einverstanden sind, zu einer anderen Gemeinschaft wechseln – und später vielleicht austreten.

von |Februar 11th, 2018|2018|0 Kommentare

Manipulation – Konditionierung und Instrumentalisierung

Manipulation – Konditionierung und Instrumentalisierung

Wer sich mit Jehovas Zeugen befasst, direkten Kontakt pflegt oder selbst ein Zeuge Jehovas ist, wird mit einem Wort unweigerlich in Berührung kommen: „Wahrheit“.

Sicherlich kann man davon sprechen, dass das Wort „Wahrheit“ gebraucht werden sollte, sofern es sich um ein Faktum handelt, das auch bewiesen werden kann. Insbesondere im Fundamentalismus treffen wir oft auf dieses Wort. Psychologisch betrachtet ist die „Wahrheit“ ein sogenanntes „Totschlagargument“, schließlich muss die „Wahrheit“ nicht hinterfragt werden, denn sie ist ja absolut wahr. Oder?

Sogenannte „Totschlagargumente“ dienen immer der Verhinderung von lösungsorientiertem Denken. Stattdessen soll der aktuelle Zustand aufrechterhalten werden, der Glaube, den man gelernt hat. Dieses Ziel wird aber nicht direkt benannt, sondern hinter der „Killerphrase“ versteckt. Killerphrasen werden umgangssprachlich oft als synonym für „Totschlagargumente“ benutzt. Im Gegensatz zum Totschlagargument fehlt der Killerphrase aber der argumentative Schein, der damit unmittelbar die Absicht ausdrückt, ein Gespräch, eine Diskussion oder einen kreativen Prozess beenden zu wollen.

Wer tatsächlich im Begriff der „reinen Wahrheit“ ist scheut sich natürlich nicht, dieses auch zu beweisen. Dies ist jedoch gerade im „Gebiet des Glaubens“ eine unmögliche Aufgabe. Wieso kann man dies behaupten? Ein vernunftbegabter Mensch weiß von Natur aus, dass der Glaube kein „echtes Wissen“ beinhaltet, ansonsten würden wir vom Wissen sprechen, und nicht vom Glauben!

Manipulation – der Weg der Konditionierung

Fundamentalisten sprechen gerne über ihren Glauben das Wort „Wahrheit“ aus. Doch damit ein Individuum wirklich glaubt zu wissen, dass sein Glaube „Wahrheit“ ist, bedarf es einer andauernden Konditionierung. Warum ist dies so? Kein Mensch der auf die Welt kommt, hat von Anfang an einen Glauben an Gott, oder den Glauben an eine einzig richtige „Glaubensvorstellung“. Diese muss antrainiert werden.

Was ist Konditionierung?

Man unterscheidet zwischen der klassischen und der operanten Konditionierung. Bei der klassischen Konditionierung wird ein neutraler Reiz (z.B. Namen rufen) mit einem natürlichen Reiz verbunden (z.B. Essen) und dies löst eine unkonditionierte Reaktion aus. (z.B. Speichelfluss). Bei mehrmaliger Anwendung muss das Kind nur das Essen riechen, damit sich der Speichelfluss bildet.

Bei der operanten Konditionierung wirkt nicht die Reaktion auf einen Reiz, sondern die mit der Reaktion verbundene Wirkung (z.B. Lob, Erfolg, Strafe, Misserfolg).

Ebenso findet eine Konditionierung in vielen Bereichen des Menschen statt. Es ist ein andauernder Zustand von Wahrnehmung und Reaktion. Auch Jehovas Zeugen, insbesondere die leitenden Körperschaft, weiß dies natürlich.

Damit demnach ein Mensch einen Glauben „erlernt“, und damit dieser es nach andauernder Konditionierung tatsächlich für die „Wahrheit“ hält, bedarf es einer Fremdeinwirkung auf den Geist des Menschen. Ein Glaube, der zu einer Religion wird, ist gewissen Sonderlehren und selbstgemachten Regeln unterworfen. Andernfalls wäre es nicht möglich, selbst ein Mitglied davon zu werden, oder sich von anderen Gruppierungen zu unterscheiden.

Jehovas Zeugen – fremdgesteuerte Konditionierung des Individuums

Wie findet die Konditionierung eines Individuums statt?

Es gibt eigentlich zwei Menschengruppen, die konditioniert werden. Die, die bereits Zeugen Jehovas sind, und diese Lehre auf ihre Kinder übertragen, und die Nicht-Zeugen Jehovas, die jedoch durch das Bekehren später zu welche werden.

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Jehovas Zeugen verbringen sehr viel Zeit damit, die Bibel so zu „studieren“, wie es die leitende Körperschaft, der selbsternannte „treue und verständige Sklave“, vorsieht. Die Predigttätigkeit, oder das Bekehren von Nicht-Zeugen Jehovas, nimmt ebenfalls viel Zeit in Anspruch und ist die Haupttätigkeit bzgl. sozialer Kontakte, die nicht Teil der Organisation sind.

Sowohl in den Publikationen als auch in den Zusammenkünften bekommt der einzelne Zeuge Jehovas immer wieder rhetorische Mittel geliefert, die dem aktuellen Zeitgeist entsprechen. Das Ziel dabei ist, mit einem Nicht-Zeugen Jehovas möglichst in Kontakt zu kommen, um ein sogenanntes „Heimbibelstudium“ zu führen.

Auch wenn der Name vermittelt, dass es sich um ein „echtes Studium der Bibel handeln würde“, so wie man es aus einer Universität kennt, ist es letztlich nur ein Betrachten einer Veröffentlichung voller Interpretationen der leitenden Körperschaft. Ihre Denkweise und Argumentationen sind in diesen Publikationen enthalten, um die Bibel „richtig“ erklären zu wollen.

Wie wird ein „Interessierter“ bereits am Anfang seiner Laufbahn „konditioniert“? Der „Studierende“ darf zu Beginn natürlich kritische Fragen stellen, und ein Zeuge Jehovas gibt sich immer bemüht, auch auf dieses mit bestem Gewissen einzugehen – schließlich versucht man alles, um neue Mitglieder zur „Wahrheit“ zu bringen – doch führt dieser das „Studium der Wahrheit“ darin fort, die Publikationen zu lesen, und mit vorgefertigten Fragen, die „richtige“ Antwort zu erhalten.

Der Studierende merkt nicht, dass in diesem „schleichenden Prozess“ er bereits nur die Gedanken aus dem Buch wiedergibt, dass Gedankengut der leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas. Durch das Wiederholen von vorgefertigten Fragen, mit den entsprechenden Antworten, wird bereits das Denken und die Wahrnehmung des Studierenden manipuliert und konditioniert. Ob dieser schließlich eines Tages ein getaufter Zeuge Jehovas wird, liegt letztlich daran, wie emotional und psychisch er befestigt ist, und inwieweit er sein „kritisches Denken“ nicht aufgibt. Nimmt die Konditionierung zu, wird er die Gedanken, die er erlernt, eines Tages, wie getaufte Zeugen Jehovas auch, als die „Wahrheit“ betrachten.

Bei dieser Form des „Studiums der Wahrheit“ werden letztlich auch nur die Gedanken zugelassen, die für diesen Glauben sprechen – alles andere wird gemieden, durch Floskeln wie: „Dies wirst du später verstehen, wenn du weiterhin in der Wahrheit wächst“, oder auch „dies sind die Gedanken von Abtrünnigen, diese erzählen Halbwahrheiten und Lügen“.

Der Studierende merkt oftmals nicht, dass er sich bereits in einer emotionalen „Sektenfalle“ befindet, in der versucht wird, dass Denken vollständig anderen zu überlassen. In diesem Fall einzig und allein dem „treuen und verständigen Sklaven“, der die „volle Wahrheit“ hat, weil dieser der „direkte Kanal Jehovas“ ist, und durch „heiligen Geist“ die „Wahrheit“ kennt – so die Denkweise von Zeugen Jehovas.

Bevor ein „Interessierter“ jedoch ein „vollwertiger Zeuge Jehovas“ sein kann, gibt es eine „Zwischenstufe“. Jehovas Zeugen nennen dies ein „ungetaufter Verkündiger“. Interessant ist hierbei, dass bereits ein Mensch, der sich noch nicht durch Hingabe und Taufe zur Religionsgemeinschaft bekannt hat, diesen Glauben selbst erst „befestigen“ muss. Da dieser bereits voll davon überzeugt ist, in „der Wahrheit zu leben“, muss dieser auch vor anderen Nicht-Zeugen seinen Glauben bekennen, und bestenfalls sogar selbst welche zur Organisation der Zeugen Jehovas führen durch die Predigttätigkeit.

Bevor dieser ein „getaufter Verkündiger“ wird, müssen zuvor „wichtige Kriterien“ erfüllt sein. Beispielsweise muss er davon überzeugt sein, dass diese Organisation wirklich „das Volk Gottes“ ist, er muss „weltliche Praktiken“ aufgegeben haben, und ebenfalls davon überzeugt sein, dass der „treue und verständige Sklave“ der „eingesetzte Kanal Gottes“ sei, und das Volk mit „geistiger Speise“, also „Wahrheit“, versorgt. In diesem Stadium ist der Mensch bereits voll konditioniert. Er glaubt nicht nur daran, dass sein Glaube richtig sei mit völligem Absolutheitsanspruch, nein, für diesen ist der Glaube, etwas was niemals faktisch ist, zu einem reinen Faktum geworden, dass man nicht zu hinterfragen hat. Das Unterbewusstsein wird die „Wahrheit“ nicht hinterfragen, weil es – wie das Wort vermittelt – wahr ist. Alle kritischen Mechanismen des gesunden Menschenverstandes werden dabei ausgeschaltet. Wie eine „Firewall“, der man sagt, sie habe keinerlei Verwendung mehr.

Jehovas Zeugen – fremdgesteuerte Konditionierung der Massen

Natürlich findet unter Zeugen Jehovas auch eine Konditionierung der Masse statt – schließlich kann eine Organisation nur funktionieren, wenn alle das selbe Denken, das selbe Äußern, und man „in der grauen Masse“ eins wird. Dafür wurde – wie in anderen Sekten auch – eine Palette an Mechanismen ins Leben gerufen, um dieses täglich bewerkstelligen zu können.

Jehovas Zeugen Marionetten Manipulation Konditionierung Instrumentalisierung Massen Manipulation Wahrheiten jetzt! Manipulation - Konditionierung und InstrumentalisierungBei den meisten fängt die Konditionierung damit an, dass täglich – am besten gleich morgens vor dem Frühstück noch – der sogenannte „Tagestext“ gelesen und „studiert“ wird. Der Tagestext ist letztlich ein kleiner Auszug zu einer Thematik, der bereits in ähnlicher Form durch andere Publikationen, wie „Der Wachtturm“ oder „Erwachet!“, studiert worden ist. Damit „die Wahrheit“ auch tatsächlich „wahr“ bleibt, ist es erforderlich sich täglich mit dem Gedankengut der leitenden Körperschaft zu beschäftigen, sowie ihre Auslegung zur Heiligen Schrift, und die Umsetzung im täglichen Leben eines Zeugen Jehovas, so wie es von den Führern gewünscht ist. Dies ist ein interessanter Gedanke. Beispielsweise muss man nicht täglich ein Mathematik-Buch studieren, um zu wissen, dass 2+2 auch wirklich 4 ergibt – Mathematik ist faktisch, und muss nicht täglich erneuert werden durch Konditionierung. Anders jedoch bei der „Wahrheit“. Damit die Masse wirklich weiterhin fest daran glaubt, zu wissen, dass sie die „Wahrheit“ haben, soll jeder Zeuge Jehovas täglich sich mit dem Gedankengut befassen. Andernfalls laufe dieser Gefahr, nicht mehr davon überzeugt zu sein.

Doch auch die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas sind ebenso aufgebaut, wenn sie sich im „Königreichssaal“ versammeln. Wie findet so eine „Versammlung“ statt?

Bestenfalls soll man 30 Minuten bevor die Zusammenkunft beginnt, bereits Vorort sein. Dies hat den psychologischen Effekt, dass man sich mit anderen Zeugen Jehovas austauschen kann. Das Unterbewusstsein wird demnach bereits in einer gewissen „Atmosphäre“ eingeleitet, indem man es direkt anspricht und sagt: „Hier fühle ich mich wohl, ich bin von Menschen umgeben, die genau so denken wie ich“. Dies fährt die „natürliche Firewall“, dass „kritische Hinterfragen“ eines Menschen, herunter.

Begonnen wird die Zusammenkunft mit einem gemeinsamen Lied. Auch dies trägt dazu bei, sich „noch wohler zu fühlen“. Diese Gemeindepsychologie begreift den Raum als Lebenswelt und versucht durch die Stärkung von „benachteiligten Bevölkerungsgruppen“, die nicht die „Wahrheit“ haben, eine Verbesserung ihrer Situation zu erzielen. In diesem Zusammenhang will sie Wohlbefinden und Gesundheit fördern, und gegen den „kritischen Geist“ des Menschen entgegenwirken.

Darauf folgt sofort das Gebet. Der psychologische Faktor, jetzt das „Vorrecht zu haben“, gemeinsam „ganz nahe beim Schöpfer“ zu sein, zerstört den letzten Funken an Kritik der Situation. Der Mensch kann von nun an das „Programm“ bestens aufnehmen, ohne dabei „Zweifel an der Wahrheit“ zu bekunden. Interessant an dieser Stelle ist, dass Jehovas Zeugen ihren „theokratischen Ablauf der Zusammenkunft“, tatsächlich als „Programm“ bezeichnen. Was genau ist ein Programm? Ein Programm dient dazu, vorgefertigte Informationen gezielt weiter zu geben. Beispielsweise kann man auch „Roboter“ so programmieren, dass sie bestimmte Handlungen begehen – ganz eben so, wie der Programmierer es vorsieht. Der „Programmierer“ der Massen ist in diesem Fall wieder der selbsternannte „treue und verständige Sklave“, die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas.

Wie ist der weitere Verlauf dieses „Programms“? Ebenso wie bei einem „Interessierten“, einem Nicht-Zeugen Jehovas, werden Publikationen von der leitenden Körperschaft betrachtet, mit Fragen und Antworten, die vorgefertigt wurden, sowie „Vorträgen“, die ebenfalls einzig und allein das Gedankengut der leitenden Körperschaft und ihre Auslegung der Bibel beinhaltet. Ebenfalls kann das „Programm“ auch „eigene Erfahrungen“ beinhalten, oder die Schulung, wie man mit Nicht-Zeugen Jehovas sprechen muss, um diese ebenfalls zu dieser Organisation zu führen, und sie richtig zu „programmieren“.

Bei den jährlichen Kongressen der Zeugen Jehovas findet ebenso diese Form der Instrumentalisierung statt, einzig und allein mit dem Zweck dahinter, das „Gemeinschaftsgefühl“ zu stärken. Was Jehovas Zeugen gerne als „erfrischendes und aufbauendes Programm für den Glauben“ nennen, ist letztlich nur eine verstärkte Quanten-Resonanz der Gruppe, um das einzelne „Individuum“ noch stärker zu manipulieren.

Zeugen Jehovas werden so die meiste Zeit in ihrem Leben fremdgesteuert und konditioniert. Es findet eine gezielte „Programmierung“ ihres Denkens, Fühlens und Wahrnehmens statt. Auf diesem Weg kann jede Lehre, wie paradox sie auch erscheinen mag, als „Wahrheit“ verkauft werden. Ist der natürliche, kritische Geist so stark beeinflusst, dass er nicht mehr in der Lage ist, seine natürliche Aufgabe wahrzunehmen, gilt nur noch die antrainierte und programmierte Lehre als „Wahrheit“. In diesem Stadium unterscheidet sich der Mensch nicht mehr von einer Marionette oder einem Roboter. Dies ist der Augenblick, wo der Mensch zu einer „Waffe“ wird, und nach Belieben sich instrumentalisieren lässt.

Instrumentalisierung – der Mensch als willenlose Waffe

Was ist Instrumentalisierung? Man darf es als eine gesteigerte Form der Konditionierung kennzeichnen. In dem Wort „Instrumentalisierung“ steckt das Wort „Instrument“. Jedes Instrument ist dafür gemacht, dem zu „dienen“, der es beherrscht und damit spielt. Ein Instrument ist kein Individuum, es ist ein „lebloser“ Gegenstand, der das tut, was der Instrumenten-Spieler tut – ohne eigenen Willen. Ein Instrument ist nicht im Stande, etwas zu hinterfragen, oder sich gegen den zu wehren, der es benutzt.

Die Gefahr, die von Sekten ausgeht, ist im Endeffekt immer das „Instrument“ eines Gurus zu sein, jemand der vollständig führt, und der aus der Ferne manipulieren und bewegen kann für eigene Zwecke. Selbst wenn das Gewissen einem in seiner Denk- und Handlungsweise recht geben mag, so ist auch das Gewissen einzig und allein auf die Prägung fixiert, die Prägung durch Konditionierung und Instrumentalisierung durch die moralische Vorstellung der „geistigen Führer“ Dritter. Auch Jehovas Zeugen können sich von diesem Gedanken nicht freisprechen – denn wer dies wirklich tut, und den selbsternannten „treuen und verständigen Sklaven“ hinterfragt oder ihn ablehnt, wird von der Gemeinde ausgeschlossen, mit allen unmenschlichen Konsequenzen. Geistig gesehen ist dies eine „Steinigung“ des Individuums. Es ist eine emotionelle Erpressung, da es bei einem Ausschluss auch zur völligen Isolation und den vollständigen Kontaktabbruch zu Familienangehörigen und Freunden kommt.

„Die Ausübung von Zwang in seelischen Bereichen ist das schlimmste Verbrechen, dessen sich Menschen schuldig machen können.“ – Erich Limpach

Obwohl das Abbrechen des Kontaktes zur eigenen Familie, oder zu seinen Freunden, zu den unmenschlichsten und grausamsten Dingen gehört, die sich Menschen gegenseitig antun können, findet dies jedoch täglich unter Zeugen Jehovas statt. Ein Individuum, mit „gesundem Menschenverstand“, der kein „Instrument“ von fremden Führern ist, würde so etwas natürlich niemals tun. Nur Menschen, die ihre eigene Individualität vollständig aufgegeben haben, und sich so stark instrumentalisieren lassen haben, dass sie willenlos ihren „Programmierern“ folgen, entschließen sich zu so einer Tat. Ist dies jedoch menschlich? Ist dies christlich? Kann Gott so etwas wirklich wollen? Ist eine an Bedingungen geknüpfte „Liebe“ in Wirklichkeit überhaupt noch Liebe? Oder ist sie Egoismus, und eine Form des Machtmissbrauchs auf emotionelle Ebene?

Die seelischen Konsequenzen eines Kontaktabbruchs zu seiner Familie hat immer ernste Folgen – für beide Seiten! Nicht nur, dass die Seele, der Geist und die Psyche leidet, und es zu psychosomatischen Krankheiten führen kann, auch physische Krankheiten können inbegriffen sein. Es ist nicht selten, dass Betroffene später an Krebs erkranken, oder anderen Autoimmunkrankheiten, die die eigenen Zellen angreifen. Andere werden überhaupt nicht damit fertig, und begehen Suizid. Natürlich weisen Jehovas Zeugen diese Blutschuld, die sie sich schon tausendfach aufgeladen haben, immer von sich. Wieso kann man dies behaupten?

Jehovas Zeugen setzen rhetorische Mittel ganz gezielt bei den eingeschlossenen Anhängern ein, sogenannte „Trigger“ sind Auslöser die einen „emotionalen Ekel“ hervorrufen sollen. Während die Führung selbst jede Blutschuld immer von sich abweißt, werden gezielt Begriffe wie „Wahrheit“, „Erkenntnis“, „Gottes Volk“, „Kanal Gottes“, „Theokratie (Gottes Herrschaft)“, „Licht“, „geistiges Paradies“, „Liebe“, „Engel“, „Hirte“, „wahrer Christ“ usw. verwendet. Die Palette an „Trigger-Worten“ ist vielseitig und lang, und da Jehovas Zeugen im Dualismus aufwachsen, ist automatisch jeder, der nicht mehr zu der Organisation zählt, das komplette Gegenteil davon: „Lügner“, „Verblender“, „Satans Helfer“, „Abtrünniger“, „Weltmensch“, „in Finsternis gefangen“, „gegen den heiligen Geist gesündigt“, „voller Hass“, „dämonisch“, „verdammt“ „abgefallen“ und „wird sterben“, ein „Gott-Verleugner“, da er zu einem „Anti-Christ“ geworden sei. Diese rhetorischen Mittel führen unweigerlich dazu, dass sich Jehovas Zeugen von ehemaligen „Glaubensbrüdern“, auch wenn es die eigenen Familienangehörigen sind, distanzieren. Schließlich will man ja selbst nicht sein eigenes „ewiges Leben“, und das „Verhältnis zu Jehova“ auf Spiel setzen – so die Instrumentalisierung. Damit wirkt einer der heftigsten Trigger, den es im Leben gibt: Wenn ein Familienmitglied oder ein guter Freund ausgeschlossen wird, oder die Gemeinschaft verlässt, ist es für einen Zeugen Jehovas schlimmer, als sei dieser Mensch gestorben. So wird dem einzelnen Zeugen Jehovas glaubhaft gemacht, diese Gefühle und Gedanken wären seine eigenen, und sie seien völlig natürlich in diesem Zusammenhang, dabei ist sie nur die instrumentalisierte Denkweise der Führer, und das fremdgeprägte Gewissen der leitenden Körperschaft.

Wenn ein Zeuge Jehovas seine Sinne schärft und versucht, sich diesen falschen Triggern zu stellen, so gehen nicht alle sofort weg. Man hat diese Jahrzehnte lang antrainiert bekommen, es wäre illusorisch diese wie einen „Rucksack“ in die Ecke stellen zu können. Jedoch, wenn man seinen „Rucksack“ genau kennt, dann kann man ihn tragen und immer wieder etwas davon auspacken und zu verarbeiten beginnen um wieder zu dem „natürlichen Menschen“ zu werden, der man war, bevor man konditioniert wurde.

Einen Schritt weiter – der „Gottesdienst“, der nichts mit der Anbetung Gottes zutun hat

Jehovas Zeugen sind stolz darauf, zu glauben, dass „wahre Volk Gottes“ zu sein. Sie sind ebenfalls stolz, für ihren Glauben und für die „Loyalität Jehovas“, was letztlich nur die Instrumentalisierung von Menschen ist, einzustehen. So wird der „antrainierte Glaube“, die „Programmierung“ von Fremden, wichtiger als die Liebe und der natürliche Menschenverstand.

Doch beten Jehovas Zeugen wirklich Gott überhaupt an? Ist es Gottes Schuld, dass diese Dinge passieren?

Die Zusammenkunft von Jehovas Zeugen ist letztlich aufgeteilt in zwei Kategorien: Soziale Kontakte, und die Schulung des Denkens. Ja, es werden zusammen sogar Gebete gesprochen, und es werden „Loblieder“ gesungen, doch wird auch wirklich dabei Gott angebetet?

Betrachten wir dazu ein Beispiel: Wir sind krank und suchen einen Arzt auf. Dieser diagnostiziert unsere Erkrankung, und durch das Einnehmen von Medikamenten und die Durchführung von gezielten Behandlungsmethoden können wir die Krankheit bekämpfen. Ein aufrichtiger Mensch mag sogar, obwohl der Arzt nur seinen Job nachgeht, womit er Geld verdient, ihn noch einmal aufsuchen, mit ihm sprechen und ihm ein Dank aussprechen. Würde man bei diesem Geschehen aber ernsthaft in Betracht ziehen, wir hätten dabei einen „Akt der Anbetung“ getan? Natürlich nicht! Mit einer anderen Person zu sprechen, Dank zu sagen, oder diesen aufzusuchen und ihm ein Geschenk zu überbringen, ist in keinster Form eine Anbetung.

Doch nehmen wir dieses Beispiel, und setzen es bei der Zusammenkunft der Zeugen Jehovas einmal an: Man kommt zusammen, man spricht, man singt und man versucht mit Gott durch das „Gebet“ in Kontakt zu kommen. Danach folgen konditionierte Schulungen und das „Einprogrammieren“ von fremden Gedankengut. Dieses wird immer wiederholt, in Form von „Fragen und Antworten“, bis es auch der letzte Zeuge Jehovas verstanden hat. Die Zusammenkunft endet mit erneutem Loblied und einem „Gebet“ zu Gott. Wo findet in diesem Zusammenhang nun die „Anbetung Gottes“ statt? Diente diese Zusammenkunft nun Gott, oder vielmehr einzig und allein Menschen, der gesamten Masse, sowie den Puppenspielern, die diese Masse bewegen will? Wann betet ein Zeuge Jehovas ansonsten den „wahren Gott“ an? Wenn er im Predigtdienst versucht, Menschen in die Organisation zu ziehen? Wenn er den „Tagestext“ betrachtet? Wenn er anhand von Erklärungen der leitenden Körperschaft in der Bibel ließt?

Religion, auch unter Zeugen Jehovas, hat nichts mit einer Form der „Anbetung Gottes“ zutun. Es beginnt mit Menschen, es geht um Menschen, und es hört bei dem Menschen auf. Diese Art des „gemeinsamen Glaubens“ ist eine reine Konditionierung, eine Instrumentalisierung. Es ist ein „Programmieren“ des Denkens, gesteuert von anderen Menschen, die ihren persönlichen Nutzen davon ziehen, in Form von Macht und Geld. Weder wird Gott dadurch angebetet, noch wird dies Gott irgendetwas zurückgeben können, was er uns durch das Leben bereits geschenkt hat. Es ist nicht einmal eine Form der „Liebe“, schließlich geht es nicht darum die Liebe zu Gott zum Ausdruck zu bringen, sondern einzig und allein durch Schulungen eine bestimmte Denk- und Handlungsweise durchzusetzen, in der Erwartungshaltung, dafür einen Lohn von Gott eines Tages zu bekommen – das ewige Leben. Dieser ganze Verlauf, der täglich und wöchentlich stattfindet bei Jehovas Zeugen, ist nichts weiter, als ein Anknüpfen an dem eigenen Egoismus in Form der „ersehnten Belohnung“, und das instrumentalisierende „Programmieren“ von Menschenmassen! Liebst du wirklich die Wahrheit, das beweisbare Faktum, willst aber zugleich als Marionette im Puppenspiel dienen? Eine Lüge wird nicht deshalb wahr, nur weil viele Menschen daran glauben, und weil der Mensch, als „natürliches Individuum“, in einer gesteuerten Masse sich befindet. Dies mag zwar emotionalen Halt geben, und mit Nachdruck geprägt sein, ändert jedoch nicht die Realität, die ein „wahrheitsliebender Mensch“ niemals leugnen kann.

„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“ – André Gide

Wie kann ich mich vor Fremdbeeinflussung schützen?

Die Menschen kommen mit den selben Voraussetzungen zur Welt – wir haben nach unserer Geburt, als Säugling, kein Wissen. Die Eltern werden versuchen, nach ihren Ansichten und Denkweisen uns so gut es geht zu einem „selbständigen“ Menschen zu erziehen. Doch „jedes Wissen“, dass wir von ihnen erhalten, ist ebenfalls eine Form von fremder Konditionierung. Alles was sie gelernt haben, haben sie von anderen gelernt, die es ebenfalls so von anderen mitbekommen haben.

Jehovas Zeugen Marionetten Manipulation Konditionierung Instrumentalisierung Massen Vogelfrei Manipulation Wahrheiten jetzt! Manipulation - Konditionierung und InstrumentalisierungAlles ist eine Form der Manipulation! Jedes Gespräch, jeder Gedanke, jeder Artikel. Alles was die Medien, die Religionen, die Politik und die anderen spirituellen „Wegweiser“ einem eintrichtern wollen, selbst dieser Artikel, den Du gerade ließt. Wir werden erzogen, lernen Vorurteile als „Erkenntnis“ kennen, bis wir eines Tages merken, dass wir in unserer eigenen Erziehung sehr viele Fehler gespürt haben, und es von nun an auch an uns selbst liegt, „eigene Erkenntnisse“ zu manifestieren. Doch woher nehmen wir diese? Von anderen Individuen, die den selben zerstörerischen Prozess durchlaufen sind. Jeder von uns wird am Ende seiner Tage aussagen können: „Ich weiß, dass ich weiß, dass ich nichts weiß!“

Was kann der Mensch jedoch dennoch dagegen tun?

Wichtig ist es, die richtigen Fragen zu stellen. Sind die Informationen, die ich erhalten habe, wirklich faktisch? Gibt es dafür Beweise? Gibt es gute Gründe, berechtigte Zweifel dafür zu haben? Wenn ja, warum will ich diesen nicht nachgehen? Habe ich Angst dass mein Denken nicht richtig ist, und ich mich selbst dabei ertappt fühle, bereits manipuliert worden zu sein?

Diese, aber auch ganz andere Fragen, sind wichtig für eine Selbstreflexion. Jedes Individuum muss selbst erkennen, wo es steht, und warum es die Dinge tut, die andere von einem erwarten. Es ist wichtig, leere Phrasen zu erkennen, indem jemand versucht, das Thema durch „Totschlagargumente“ zu umgehen, wie beispielsweise: „Es ist aber die Wahrheit“, „das ist doch allgemein bekannt“ oder auch „wir wissen doch alle, dass…“.

Der Mensch muss selbst prüfen, nicht einfach nur glauben und dabei wieder lernen, eigenständige Gedanken nachzugehen. Nur so kann er sich von einer Fremdbeeinflussung, einer „Programmierung“ Dritter, hüten.

Menschen, die einen religiösen Wahn erlegen sind, können diesen Wahn nicht selbst erkennen. Sie sind ein Teil davon – ihr Denken, ihr Bewusstsein, ihr Blick auf die Realität ist dabei inbegriffen. Dennoch können Selbstprüfungen, ehrliche Zweifel und Fragen bewirken, mit der Zeit sich selbst von der Konditionierung und der Instrumentalisierung zu befreien.

Jedoch magst du dir selbst sagen: „Ich habe immer selbständig gedacht, ich habe die Wahrheit und habe sie ebenso demütig geprüft“. Natürlich ist es immer leicht, mit seinem eigenen Wissen dies sagen zu können; schließlich kennen wir nur das, was wir selbst glauben zu wissen. Und in diesem „Wissen“ gibt es keine Erkenntnis darüber hinaus, die uns Gegenteiliges beweisen könnte. Frage dich selbst: Hätte ich diese Erkenntnis, wenn ich allein auf der Welt wäre? Hätte ich diese Erkenntnis, wenn es keinen anderen Menschen geben würde? Ertappst du dich dabei, diese Fragen mit einem klaren „Nein!“ zu beantworten, so ist letztlich auch dein Denken von Dritter beeinflusst. Und wenn das Denken von anderen beeinflusst ist, sogar von Menschen, die gezielt andere „programmieren“ wollen, kann dieses „Wissen“ dann wirklich die „Wahrheit“ sein?

„Die Religion gesteht ein, dass die Wesenmerkmale Gottes menschlich sind. Dies sagt jedoch nichts über Gott aus. Der Mensch kann sich unter Gott nur das vorstellen, was Gott ist. Deshalb ist das Gottesbild menschenähnlich, was nicht bedeutet, dass Gott so ist. Gott ist das Größte, was man sich vorstellen kann. Würde ein Vogel sich Gott vorstellen, so hätte sein Gott Flügel, denn für einen Vogel gibt es nichts Größeres als Flügel zu haben. Die Götter der Menschen entsprechen ihnen selbst. Einen Gott, der in einem Tempel wohnt, gibt es erst, seitdem der Mensch in Häusern wohnt. Für die alten Germanen war die Tugend des Krieges ihre höchste Tugend. Daher war ihr höchster Gott der Kriegsgott.“ – Ludwig Andreas Feuerbach

Die Religionen, die Führer des „Glaubens“, nutzen die „Programmierung“ des Verstandes, die Konditionierung und Instrumentalisierung, immer für ihren eigenen Zweck. Dabei hört der Mensch auf, seinem von Gott gegebenen „freien Willen“ zu gebrauchen, und wird zu einer Marionette, zu einem „programmierten Roboter“, dessen Geist genau so konfiguriert wurde. Diese Menschen, die selbst Teil fremder Konditionierung waren und sind, können nur manipulieren, weil sie selbst manipulativ zu diesem Denken erzogen worden sind. Dies ist der Grund, warum die Religionen den Zweifel als etwas Böses und Schlechtes verurteilen. Doch kein Zweifel ist jemals unberechtigt. Der Zweifel ist die natürliche Stimme deines Herzens, deines nicht manipulativen Kerns, dass aufschreit, wenn es merkt, dass der eigene Verstand fremdbestimmt wird! Sei frei, sei du selbst. Denn dies ist tatsächlich das Natürlichste, dass die Natur dem Menschen bietet, und dass der Schöpfer Dir gegeben hat.

Religion ist nichts weiter als ein Programm um den Verstand des Menschen zu verändern. Sie wurde ins Leben gerufen, um auf psychologischer Ebene die Art, wie du auf die Realität siehst, zu manipulieren!

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„Das ist deine letzte Chance. Danach gibt es kein zurück. Nimm die blaue Pille — die Geschichte endet, du wachst in deinem Bett auf und glaubst was du auch immer glauben willst. Nimm die rote Pille — du bleibst hier im Wunderland und ich werde dir zeigen wie tief das Kaninchenloch reicht.“ – Matrix, Original aus dem Englischen

von |Dezember 11th, 2017|Kommentare deaktiviert für Manipulation – Konditionierung und Instrumentalisierung

„Satan hilft dir“

Die Zeugen Jehovas sind eine Glaubens­gemeinschaft mit fanatischem Weltbild: Entweder du bist dabei oder du bist verloren. Ehemalige Mitglieder werden geächtet und sozial ins Abseits gestellt. Wie kann ein Ausstieg trotzdem gelingen – auch wenn man für die eigene Familie zum Feind wird? Zwei Aussteiger erzählen.

Simon Dahlmann (Name von der Redaktion geändert) sitzt gemütlich auf seiner Ledercouch in Berlin-Spandau und holt noch einmal tief Luft. Es wird der letzte Moment der Ruhe sein in den kommenden vier Stunden, denn ab jetzt wird gesprochen. Dahlmann hat viel zu erzählen, genau wie sein Freund Tobias Claus (Name von der Redaktion geändert). Der sitzt am anderen Ende der großen Couchgarnitur und ist ein bisschen aufgeregt.

Aus gutem Grund. In den nächsten Stunden werden die beiden Berliner ihr Inneres nach außen kehren, über ein Leben erzählen, das sie bis vor Kurzem noch gelebt haben. Ein Leben als Zeuge Jehovas. Ein Leben in einer Glaubensgemeinschaft, die vom Rest der Welt als fanatisch angesehen wird.

Dahlmann ist heute 39 Jahre alt und wurde in die Religionsgemeinschaft hineingeboren. Seine Eltern waren Zeugen Jehovas – die Wahrscheinlichkeit, dass er es auch wurde, war hoch. Eine typische Sekten-Biografie. Viele Mitglieder stammen aus Familien, die schon seit Generationen in den Gemeinschaften der Zeugen Jehovas leben. Neue Eintritte gibt es auch heute noch – aber vergleichsweise wenig.

Furcht vor Dämonen

Claus kam im Alter von sechs Jahren dazu, als sein Vater sich taufen ließ. Erinnerungen an die Zeit davor hat er kaum. Ob er vorher seinen Geburtstag gefeiert hat, kann er nicht sagen. Danach definitiv nicht mehr. Denn Zeugen Jehovas feiern keine Geburtstage. Nie. Auch die Kinder nicht. Er habe das gar nicht groß vermisst, sagt der 42-Jährige heute. In guter Erinnerung hat er die Gemeinschaft bei den Zeugen Jehovas, denn die war toll für ein Kind. So viele neue Freunde auf einmal.

Claus und Dahlmann sind sich einig. Das Faszinierende an den Zeugen Jehovas war die eine, die gemeinsame Wellenlänge. Alle Mitglieder denken gleich, alle haben das gleiche Weltbild. Daraus ergibt sich erst einmal eine starke Gemeinschaft. Man hilft sich gegenseitig, ist füreinander da – und das weltweit. Wenn man nicht von den Glaubensvorgaben abweiche, gehe es einem in der Regel gut. „Das ist wie ein gültiger Fahrschein – alle fahren in die gleiche Richtung“, erklärt Tobias Claus.

Für dieses Ticket müssen die Zeugen Jehovas einiges tun. Die Vorgaben sind strikt und werden noch strikter kontrolliert. Neben einem tugendhaften Leben auf Grundlage spezifischer Bibelinterpretationen existiert eine endlose Zahl von weiteren Regeln. „Es gibt mehr ungeschriebene Gesetze als geschriebene“, erläutert Claus. Jemandem nach dem Niesen nicht Gesundheit zu wünschen und als Mann keine langen Haare zu tragen – das sind Vorschriften der harmlosen Art.

Weniger harmlos sind andere Regeln: Homosexualität wird geächtet, sich an politischen Wahlen zu beteiligen ist verboten und sexuelle Gewalt gegen Kinder wird „in die Hände Jehovas gelegt“, wenn nicht mindestens zwei Zeugen des Verbrechens gefunden werden. Eine Vorschrift, die immer wieder für Schlagzeilen sorgt, ist das Verbot der Annahme von Bluttransfusionen, selbst in lebensbedrohlichen Situationen. Auch für Kinder.

Ein fantastischer Lohn winkt dem, der sich an die Vorschriften hält: Ein Platz im Himmelreich wird es sein, nicht mehr und nicht weniger. Das Versprechen galt allerdings nur bis 1935. Danach wurde es im Himmel ein wenig zu eng. Laut Lehre finden nur 144.000 Zeugen Jehovas Platz im himmlischen Paradies. Schon Mitte der 30er-Jahre wuchs die religiöse Gruppe aber über die kritische Mitgliedergröße hinaus. Seitdem bleibt, wer keinen Platz im Himmel findet, in einem Paradies auf Erden, wird von den 144.000 im Himmel und Jesus Christus tausend Jahre lang regiert und überlebt obendrein Harmagedon. Das ist, wie es bei den Zeugen Jehovas heißt, „die endzeitliche Entscheidungsschlacht, in der Gott durch seinen Sohn Jesus Christus in der Gestalt des Erzengels Michael zusammen mit dem Engelheer das Weltsystem Satans beseitigt und durch das tausendjährige Friedensreich“ ersetzt.

Den Sohn „An die Welt verloren“

Wer sich nicht an die Regeln hält, überlebt auch „Harmagedon“ nicht. Das gilt selbstverständlich auch für alle „Ungläubigen“ außerhalb der Zeugen Jehovas. Die Angst vor Satan, seinen Dämonen und Harmagedon ist bei den Zeugen Jehovas sehr lebendig. Sie ist unter anderem der Kitt, der die Gemeinschaft zusammenhält. Doch es gibt nicht nur die Furcht vor unsichtbaren Mächten und deren Wirken. Die Angst, von einem Glaubensbruder oder einer Glaubensschwester bei unerwünschten Handlungen beobachtet zu werden, kommt hinzu. Und diese Angst ist ganz real.

Denn die Lehre ist das eine – das andere deren tägliche Umsetzung. Für viele Mitglieder wird das Leben dadurch zur Bürde. „Die Anforderungen sind so hoch, dass es vielfach unmöglich ist, sie zu erfüllen. Das führt zu starken Schuldgefühlen“, erklärt Simon Dahlmann. Und zu einer verstärkten Fremdkontrolle. Die Mitglieder kontrollieren sich und ihr tugendhaftes Verhalten gegenseitig. Grobe Verstöße werden eifrig den sogenannten „Ältesten“ gemeldet – wenn der Betroffene nicht freiwillig gesteht. Schon das macht die Zeugen Jehovas vergleichbar mit einem Überwachungsstaat. Zusätzlich kontrolliert sich jeder „gute“ Zeuge Jehovas auch noch selbst. Eine mentale Technik dazu heißt „Gedanken-Stopp“. Mit ihr werden Gefühle wie Hass oder Begierde unterdrückt. Alles „Versuche Satans, uns zu verführen“, sind sich die Zeugen Jehovas sicher.

Die gedankliche Selbstkontrolle habe dauerhafte Nebenwirkungen, gibt Simon Dahlmann zu bedenken. Sie führe zu einer inneren Selbstzensur, das Selbstvertrauen schwinde. Kritische Hinweise, die von außen kämen, würden abgeblockt – aus Angst, irregeführt zu werden. Akzeptable Informationen stammen nur noch direkt aus der Bibel oder vom zentralen Leitungsgremium in New York, der „Leitenden Körperschaft“. Claus hat das alles erlebt und ist sich sicher: „Das ist eine effektive und lückenlose Abschirmung.“

Ständige Wiederholung gleicher biblischer Informationen ist eine weitere Technik, Inhalte in den Köpfen der Gemeindemitglieder zu zementieren. Dazu gehört auch, weltweit das gleiche Vokabular zu verwenden. „Das ist die perfekte Gleichschaltung – die kommt zu allem noch hinzu.“ Tobias Claus reibt sich die Augen, als wolle er seiner Verwunderung noch nachträglich Ausdruck verleihen.

„Ja, das ist doch eigentlich alles nicht möglich“, stimmt Dahlmann ihm kopfschüttelnd zu und rutscht auf seinem Sofa auf und ab. Er wirkt in diesem Moment nicht wie ein Aussteiger, der einfach nur froh ist, raus und weg zu sein. Er empfindet auch jetzt noch Mitgefühl mit seinen ehemaligen Glaubensbrüdern. Er fühlt sich in der Pflicht.

Das sei wie beim IS, dem sogenannten Islamischen Staat. „Es wird Informationskontrolle, emotionale Kontrolle, Gedankenkontrolle und Verhaltenskontrolle betrieben. Natürlich gibt es keine buchstäblichen Hinrichtungen, dafür aber soziale Exekutionen“, steigert Dahlmann noch einmal seinen Vergleich. Außerdem sei man als Zeuge Jehovas genau wie ein Anhänger des IS bereit, sein Leben oder das seines Kindes einer religiösen Überzeugung zu opfern. „Bedenklich ist die Mentalität, alles kritiklos auszuführen. Ändert sich die Ideologie, ändern sich die meisten Brüder in der Organisation auch – ohne Rückfragen oder Bedenken.“

Dahlmann und Claus sind sichtlich entsetzt. Über ihre eigenen Worte, über die eigenen Erfahrungen. Zur Aufmunterung erzählen sie, wie sie gemeinsam ihre Angst vor Dämonen besiegt haben. „Horrorfilme!“, prusten sie los wie alberne Kinder. Sie haben Horrorfilme geguckt und danach das Licht nicht mehr angemacht. Nach einiger Zeit konnten die, von den Zeugen Jehovas beschworenen Dämonen ihnen nichts mehr anhaben. „Für uns ist jetzt klar: Das ist alles nur Fiktion und Unterhaltung“, sagt Claus, „die Ängste vor Übernatürlichem sind vollständig irrational.“ Katharsis hat nie besser funktioniert.

Was brachte die beiden Freunde überhaupt zum Ausstieg? Bei Dahlmann waren es hauptsächlich die Widersprüche, die er in der Heilslehre seiner Glaubensgemeinschaft fand: „Bei mir ging es besonders um das nur vermeintlich wasserdichte Logikgebäude.“ Das stürzte immer weiter in sich zusammen. Ein Schlüsselerlebnis hatte Dahlmann während des sogenannten „Predigtdienst“. Dafür ziehen die Zeugen Jehovas von Tür zu Tür, versuchen Gespräche über ihren Gott und die Bibel zu führen. Eines Tages öffnete ein 19-Jähriger die Wohnungstür und sprach mit dem Zeugen Jehovas ausführlich über seine Sicht der Bibel. Dahlmann kamen Zweifel. Sprachen sie über dasselbe Buch, dieselbe Religion? Er hatte Probleme, den dogmatischen Ansatz der Zeugen Jehovas zu verteidigen und begann eigene Nachforschungen. In der Folge führte „kurioserweise der Wunsch der Wahrheit zu folgen, dazu die Wahrheit, wie sie die Zeugen verkünden, zu verlassen“, blickt Dahlmann heute zurück.

Auch Tobias Claus plagten schon länger inhaltliche Zweifel. Als er sich vor einigen Jahren beruflich neu orientierte, fand er schlichtweg weniger Zeit, die Zusammenkünfte seiner Gemeinde zu besuchen. Drängende Nachfragen und bohrende Ermahnungen waren die Folge. Claus entschied sich, 2015 endlich einen Schlussstrich zu ziehen. Er beendete schriftlich seine Mitgliedschaft, denn das ist möglich.

Emotional ist die Sache viel schwieriger. Als er seinem Vater die Neuigkeiten eröffnete, brach dieser vor seinen Augen zusammen – Claus musste ihn auffangen. Der Schock saß tief, obwohl er ihn vorgewarnt hatte. Es folgte eine halbjährige Eiszeit zwischen Claus und seinen Eltern, sein Vater ließ sich regelrecht verleugnen. Doch dabei blieb es nicht, zum Glück für Claus. Der entscheidende Faktor war seine Mutter. Die hatte bereits Jahre zuvor ihren anderen Sohn „an die Welt verloren“, wie sie seinen Ausstieg bei den Zeugen Jehovas beschrieb. Das sollte ihr nicht noch einmal passieren. Tobias Claus kann nur vermuten, wie sie seinen Vater unter Druck gesetzt hat. Das Ergebnis ist ein „relativ normales“ Verhältnis zu seinen Eltern, die er inzwischen fast wöchentlich sieht.

Claus hatte Glück im Unglück, sein Mut aus der Glaubensgemeinschaft auszutreten, endete nicht in der sozialen Isolation. Anderen Aussteigern geht es anders. Wenn ihre Gemeinde, schlimmer noch die ganze Familie, den Kontakt abbricht, stehen viele komplett allein da. Die Selbstmordrate unter Aussteigern sei nicht gering, weiß Tobias Claus zu berichten.

Simon Dahlmann wurde bislang noch nicht offiziell aus der Religionsgemeinschaft ausgeschlossen. Wenn er heute die Gelegenheit hat, mit einem aktiven Zeugen Jehovas zu sprechen und ihm von seinem beruflichen Erfolg erzählt, kennt er die Antwort: „Ja Simon, Satan hilft dir! Er möchte den Eindruck erwecken, dass die Entscheidung, sich von der Wahrheit abzuwenden richtig war.“ Dahlmann kann inzwischen darüber lächeln. Er weiß auch, was der gleiche Gesprächspartner sagen würde, wenn es ihm heute nicht so gut ginge: „Siehst du Simon, weil du die Wahrheit verlassen hast, hat Jehova dir seinen Segen entzogen!“

Dahlmann und Claus haben die verdrehte Logik der Zeugen Jehovas für sich entschlüsselt und ihren ganz eigenen Weg in die Freiheit gefunden. Sie sind leidenschaftlich engagiert, auch anderen Mitgliedern der Zeugen Jehovas wieder ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Vier Stunden sprechen waren da erst der Anfang.

Quelle: magazin-forum

von |Oktober 20th, 2017|2017|0 Kommentare

Kontaktverbot und Isolation – die Wahrheit des Gemeinschaftsentzuges und Ausschlusses

Kontaktverbot und Isolation – die Wahrheit des Gemeinschaftsentzuges und Ausschlusses

Jehovas Zeugen werben weltweit dafür, eine ehrliche und brüderliche Religionsgemeinschaft zu sein, in der christliche Lehren, das Wort Gottes, im Vordergrund des Glaubens steht. Es wird behauptet, dafür regelrecht geworben, die einzigen wahren Christen zu sein, die sich an das Musterbeispiel des Urchristentums orientieren würden, die sich besonders an der Liebe allein orientiert. Kann bei einer eingehenden Analyse dieser Thesen, das selbsternannte wahre Christsein der Wahrheit standhalten und entsprechen sie der Tatsache, d.h. der Realität? Wie verhält es sich bei Jehovas Zeugen gegenüber einem Anbeter YHWH’s und Nachfolger Christus, dem die Gemeinschaft entzogen wird, der die volle Härte eines Ausschlusses erfährt und damit die Konsequenz des völligen Entzugs von sozialen Umfeldern, Freundschaften und sogar der eigenen Familie?

Was Jesus über das Musterbeispiel von wahrer Liebe lehrte

Für einen Christen ist es maßgeblich was die Bibel über die Liebe lehrt und damit auch über den Umgang zu anderen Menschen, die den eigenen Glauben teilen oder auch Andersgläubige, die andere Sichtweisen, Moralvorstellungen und Glaubenselemente lehren. Gemäß der Urlehre Jesus ist der Mensch sein Nächster, mit dem er unmittelbar Umgang hat oder der unsere Hilfe benötigt. Sowohl aus den Lehren, als auch an Gottes Sohn eigenen Musterbeispiel und wie er die Menschen behandelte, finden wir echte Hinweise für die Grundlage eines wahren Christen zur Beantwortung der Fragen, wie die wahre Nächstenliebe in das soziale Umfeld eingreift, das christliche Verhalten prägt und den aktiv richtigen Umgang mit Menschen, die Teil unseres Lebens geworden sind, fördert.

Was bedeutet Liebe? Das Wort steht für die Bezeichnung der stärksten Zuneigung und Wertschätzung, die ein Mensch einem anderen entgegenzubringen in der Lage ist. Der Erwiderung bedarf sie nicht! Sie ist das starke Gefühl mit der Haltung inniger und tiefer Verbundenheit zu einem Menschen, die den Zweck oder Nutzwert einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt und sich in der Regel durch eine entgegenkommende tätige Zuwendung zum anderen ausdrückt. In dem Worte Gottes wird das Wort Liebe aufgeteilt in verschiedene Arten. Dabei kann es sich ausschließlich um eine dieser Arten handeln, jedoch auch eine Verknüpfung zur anderen sein. Éros bezeichnet die sinnlich-erotische Liebe, das Begehren des geliebten Objekts, den Wunsch nach geliebt-werden, die Leidenschaft; Philía bezeichnet die Freundesliebe, Liebe auf Gegenseitigkeit, die gegenseitige Anerkennung und das gegenseitige Verstehen und Agápe bezeichnet die selbstlose und fördernde Liebe, auch die Nächsten- und „Feindesliebe“, die das Wohl des Anderen im Blick behält. Betrachten wir die Lehren Jesus, so richtete sich sein Hauptmerkmal seiner Predigten der Liebe meistens um das Wort Agápe. So gab Christus ein Gebot, woran man seine wahre Nachfolger erkennen kann:

Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe, daß auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt.““ (Johannes 13:34, 35)

Christi Jünger würden die Liebe untereinander erweisen, wie sie auch Jesus ausgelebt hat – dies schließt sogar eine Liebe bis in den Tod für seinen Nächsten ein (Johannes 3:16; 10:17, 18). Christus starb für Menschen die er geliebt hat, damit sie einmal die Aussicht auf Versöhnung mit Gott haben, sowie ewiges Leben. Darüber hinaus lehrte er aber noch eine tiefgehendere Liebe und Form von Agápe. Dies schließt nicht nur ein, dass wir denen Nächstenliebe erweisen, die unsere Freunde sind, die unseren Glauben und Moralvorstellungen oder Weltansichten teilen, sondern auch unsere Feinde, Menschen die uns verspotten, verfluchen oder sogar uns töten wollen. Deutlich sind seine Worte wenn er sagte:

Ihr habt gehört, daß gesagt wurde: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.‘ Doch ich sage euch: Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen, damit ihr euch als Söhne eures Vaters erweist, der in den Himmeln ist, da er seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen läßt. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Steuereinnehmer dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr da Besonderes? Handeln nicht auch die Leute von den Nationen ebenso? Ihr sollt demnach vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.(Matthäus 5:43-48)

Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Fahrt fort, eure Feinde zu lieben, denen Gutes zu tun, die euch hassen, die zu segnen, die euch fluchen, für die zu beten, die euch beleidigen. Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halte auch die andere hin; und dem, der dir dein äußeres Kleid wegnimmt, enthalte auch nicht das untere Kleid vor. Gib jedem, der dich bittet, und von dem, der dir das Deine wegnimmt, fordere [es] nicht zurück.(Lukas 6:27-30)

Es ist ein Gebot und auch eine christliche Voraussetzung, dass wir unsere Feinde lieben, für sie beten und ihnen aktiv etwas Gutes tun, sie zu segnen. Nur so können wir die Liebe YHWH’s in unserem Leben widerspiegeln, der keinen Unterschied macht zwischen einem guten oder schlechten Menschen. Es wäre demnach nichts außergewöhnliches, wenn wir nur die Begrüßen, die wir zu unseren Brüdern zählen – dies tuen auch die Menschen von den Nationen, die keine wahren Christen sind – oder wenn wir nur für die Menschen Liebe übrig haben, die uns liebe erweisen. Viele Kirchen, christliche Religionsgemeinschaften, Spaltungen oder Sekten werben damit, dass sie die wahren Nachfolger Jesus seien, die Wahrheit hätten, weil sie gemäß Johannes 13:34, 35 untereinander die Nächstenliebe praktizieren würden, die Christus ihnen gebot, lassen dabei aber außer acht, dass die wahre, tiefgründige Liebe und Form von Agápe viel weiter geht! Können Jehovas Zeugen von sich behaupten das sie die tiefgehendere Liebe, die Feindesliebe, wirklich aktiv praktizieren? Wie gehen Jehovas Zeugen mit Menschen um, die aus freien Stücken die Gemeinschaft verlassen haben oder selbst durch ein Komitee gerichtet und ausgeschlossen worden sind? Welche Folgen hat dies für den Betroffenen und sein gesamtes Umfeld?

Jehovas Zeugen brechen den Kontakt zur Familie ab Kontaktverbot Wahrheiten jetzt! Kontaktverbot und Isolation - die Wahrheit des Gemeinschaftsentzuges und Ausschlusses

Brechen Sie den Kontakt zu ehemaligen Mitgliedern Ihrer Gemeinde ab?

Zeugen Jehovas, die nicht mehr aktiv sind oder nach und nach den Kontakt zur Gemeinschaft verlieren, werden nicht gemieden. Im Gegenteil: Wir gehen auf sie zu und tun alles, was in unserer Macht steht, damit sie ihre Freundschaft zu Gott wiederbeleben können. […] Wie sieht es aus, wenn jemand ausgeschlossen wird, seine Frau und seine Kinder aber nach wie vor Zeugen Jehovas sind? Das Band, das ihn im Dienst für Gott mit seiner Familie verbunden hat, ist zwar nicht mehr dasselbe. Doch er gehört weiter zur Familie. Die Bindung aneinander bleibt bestehen; das Eheleben und der normale Familienalltag gehen weiter.

Am Ende dieses kurzen Artikels wird noch der Zusatz geschrieben: „Wer inakzeptables Verhalten aufgibt und deutlich signalisiert, dass er wirklich wieder nach den Normen der Bibel leben möchte, dem steht die Tür immer offen“. Mit dieser Aussage wird indirekt und doch deutlich proklamiert, dass nur Jehovas Zeugen allein es sind, die sich nach den „Normen der Bibel“ ausrichten. Doch wie steht es mit einem Anbeter YHWH’s, der erkannt hat, dass Jehovas Zeugen, die Organisation, nicht allein die Lehren der Bibel vertritt und aus biblisch geschultem Gewissen, unter Gebet, durch heiligen Geist und Studium der heiligen Schrift erkannt hat, dass die Religionsgemeinschaft ein Teil von „Babylon der Großen“ ist und dem Gebot Jesus nachgekommen ist, aus ihr hinaus zu gehen? Christus lehrte deutlich: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt.  Denn ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht“ (Offenbarung 18:4, 5). Hat sich dieser Christ nicht ebenfalls an die Normen der Bibel gehalten und den Willen YHWH’s, durch Gottes Sohn, umgesetzt und das christlich richtige getan? Entspricht die Aussage, dass ein Zeuge Jehovas „nicht gemieden“ wird wirklich der Tatsache? Bleibt die Bindung nach einem Ausschluss zu der Familie wirklich bestehen und geht der normale Familienalltag weiter? Was sagen die Publikationen von Jehovas Zeugen, die nicht öffentlich gestellt worden sind, das bedeutet nur intern den einzelnen Mitgliedern zur Verfügung stehen?

Bei der Aufklärung, woran eine Sekte zu erkennen sei, schreibt der Wachtturm selbst:

Sektenmitglieder kapseln sich oft von Angehörigen, Freunden und sogar von der Gesellschaft im allgemeinen ab. Ist das bei Jehovas Zeugen der Fall? … sie leben weder in Kommunen, noch kapseln sie sich von Verwandten und anderen ab.“ (Wachtturm, 15.02.1994, Seite 6, „Sind Jehovas Zeugen eine Sekte?“)

Eine Sekte würde sich dadurch kennzeichnen, dass sie sich von der Gesellschaft im Allgemeinen, Angehörigen, Freunden oder auch der Familie abkapseln – Jehovas Zeugen würden dies nicht tun. Doch ist das nur eine Teilwahrheit, denn was sagen die Publikationen von Jehovas Zeugen noch?

Wir sollten uns auch vor vermehrtem Umgang mit Weltmenschen hüten. Dabei könnte es sich um Nachbarn, Schulfreunde, Arbeitskollegen oder Geschäftspartner handeln. (Wachtturm, 15.02.1994, Seite 24, „Wahre Abstand, wenn Gefahr droht!“)

„Zwar fühlen wir uns Menschen, die sich zu einem anderen Glauben bekennen, nicht überlegen, doch hüten wir uns davor, geselligen Umgang mit ihnen zu pflegen.“ (Wachtturm, 15.10.2002, Seite 27, „Fragen von Lesern“)

Das heißt, dass loyale Christen keine religiöse Gemeinschaft mit jemandem haben, der aus der Versammlung ausgeschlossen wurde. […] Die früheren geistigen Bande sind völlig aufgelöst worden. Das trifft selbst auf seine Angehörigen zu, auch auf die im engsten Familienkreis.“ (Unser Königreichsdienst, 8/02, Seite 3, Absatz 3-7, „Christliche Loyalität bekunden, wenn ein Verwandter ausgeschlossen ist“)

Wir reden mit Ausgeschlossenen nicht über unseren Glauben und haben keinen sozialen Kontakt mit ihnen. Im Wachtturm vom 15. Dezember 1981 hieß es auf Seite 24, dass „ein einfacher Gruß der erste Schritt zu einer Unterhaltung und vielleicht sogar zu einer Freundschaft sein kann. Möchten wir bei einem Ausgeschlossenen diesen ersten Schritt tun?“ Ist es wirklich nötig, den Kontakt völlig abzubrechen? Ja, aus mehreren Gründen […] In seltenen Fällen könnten es gewisse Familienangelegenheiten zwar erfordern, dass man mit dem Ausgeschlossenen begrenzt Kontakt hat, doch sollte dieser auf ein Minimum beschränkt werden […] Durch den Verlust lieb gewordener Kontakte zu Freunden und zur Familie kommt er womöglich „zur Besinnung“ […] Aus Herzenstreue gegenüber Jehova und seiner Organisation wird er die biblische Regelung des Gemeinschaftsentzugs nicht unterlaufen.“ (Bewahrt euch in Gottes Liebe, Seite 209, „Wie man sich gegenüber Ausgeschlossenen verhalten sollte“)

Wie passen jedoch diese Aussagen überein? Während das positive Image öffentlich auf der Homepage gegeben wird, dass Jehovas Zeugen sich nicht abkapseln, bzw. andere Menschen, auch Diener YHWH’s, nicht gemieden werden, wenn sie die Gemeinschaft nicht mehr aktiv unterstützen oder verlassen, so wird in der internen Publikation deutlich davor gewarnt Umgang mit diesen Menschen haben und keinen Kontakt zu pflegen, andernfalls würde es als „Herzensuntreue gegenüber Jehova und seiner Organisation“ eingestuft werden müssen – selbst ein einfacher Gruß darf nicht stattfinden! Ist dies wirklich ein wahrheitsgemäßer Umgang mit der biblischen Wahrheit, ist dies absolute Ehrlichkeit gegenüber seinen Nächsten und vermittelt die offizielle Seite von Jehovas Zeugen einem anderen Menschen das gesamte Spektrum der Wahrheit?

Dass ein Zeuge Jehovas nicht gemieden wird ist eine Halbwahrheit, wenn nicht sogar eine glatte Lüge. Warum kann man dies behaupten? Unzählige Erfahrungen bestätigen, dass diese Aussage nicht der Realität entspricht. Durch das Regelwerk, dass die leitende Körperschaft den Brüdern und Schwestern als Last auferlegt, wird deutlich gezeigt, wie – nach ihrer Aussage – ein treuer Anbeter YHWH’s zu sein hat. Es gibt viele Beispiele dazu, wann für Jehovas Zeugen ein Mensch gemäß 1. Korinther 15:33 als „schlechter Umgang“ angesehen wird und aufgrund dessen von der Allgemeinheit in der Versammlung gemieden wird. Hört ein Christ auf regelmäßig die Versammlung zu besuchen, wird dieser gemieden. Erfüllt ein Anbeter YHWH’s nicht den Durchschnitt von 10 Predigtdienststunden, wird dieser oft gemieden. Sind gewisse Gewohnheiten aus dem privaten Leben bekannt, die für die leitende Körperschaft als nicht vorbildlich eingestuft werden, wird dieser gemieden. Ist ein Diener YHWH’s als Suchender bekannt, der eine Lehre hinterfragt und mit der Hilfe der Bibel versucht eine Antwort dazu zu finden, wird dieser gemieden; dies führt sogar bis zu einem direkten Ausschluss, wenn dieser öffentlich zeigt, dass die Lehren der Führung von Jehovas Zeugen biblisch nicht vertretbar sind. Bekennt sich ein Christ zu Jesus Christus und nimmt beim Abendmahl von den Symbolen, wird auch dieser oftmals von vielen Zeugen Jehovas gemieden – nur weil er dem biblischen Gebot Jesus Christus nachgekommen ist. Dies sind nur einige Beispiel dafür, warum unter Zeugen Jehovas es zu Spaltungen kommt und wahre Christen gemieden werden. Dies alles kann sogar zu einer öffentlichen Ansprachen führen, wo der einzelne Zeuge Jehovas mit Namen zurechtgewiesen wird und gemäß 2. Thessalonicher 3:14 als sogenannter „Bezeichneter“ gilt, mit denen man den Umgang völlig meiden sollte!

Jehovas Zeugen zerstören Familien Kontaktverbot Wahrheiten jetzt! Kontaktverbot und Isolation - die Wahrheit des Gemeinschaftsentzuges und Ausschlusses

Zerstören Jehovas Zeugen Ehen und Familien?

Nein, im Gegenteil: Wir setzen alles daran, unsere Familien und auch die von anderen zu stärken. Weil wir Gott als den Gründer der Familie ansehen, versuchen wir, seine Leitlinien aus der Bibel zu befolgen (1. Mose 2:21-24; Epheser 3:14, 15). Das hat schon vielen auf der ganzen Welt geholfen, eine stabile und glückliche Ehe zu führen.

Was lehrt die interne Publikation von Jehovas Zeugen jedoch, die nur Mitgliedern zur Verfügung stehen?

„Es ist also ganz natürlich, dass man sehr traurig ist, wenn sich ein Familienmitglied von Jehova abwendet. […] Der nahe Angehörige muss jetzt schon erkennen, dass man entschlossen Jehova über alles stellt – auch über die Familienbande. […] Suchen wir nicht nach Ausreden, um mit ausgeschlossenen Familienmitgliedern in Kontakt zu treten, beispielsweise über E-Mail.(Der Wachtturm, 15.01.2013, Seite16) 

Was aber, wenn wir mit jemand, der ausgeschlossen werden musste, verwandt oder eng befreundet sind? Dann steht jetzt unsere Treue auf dem Prüfstand, und zwar nicht gegenüber dieser Person, sondern gegenüber unserem Gott. Jehova schaut nun darauf, ob wir uns an sein Gebot halten, keinen Kontakt mehr mit jemandem zu haben, der ausgeschlossen ist.(Wachtturm, 15.04.2012)

Wie verhält es sich aber, wenn der Ausgeschlossene ein guter Freund oder ein naher Verwandter ist? Nehmen wir einmal an, bei dem Betreffenden handelt es sich um unseren Vater, unsere Mutter, unseren Sohn oder unsere Tochter. Respektieren wir trotzdem die Maßnahmen der Ältesten [keinen Umgang mehr zu haben]? Das mag zugegebenermaßen nicht leicht sein. Welch ein Mißbrauch unserer Freiheit wäre es allerdings, die Entscheidung der Ältesten in Frage zu ziehen und weiterhin geistige Gemeinschaft mit einer Person zu pflegen […] “ (2. Johannes 10, 11). (Wachtturm, 1.6.1992, Seite 18-19 „Die christliche Freiheit weise gebrauchen“)

Solange jemand ausgeschlossen oder kein Teil der Versammlung ist, weil er die Gemeinschaft verlassen hat, sollten wir die Anweisung befolgen, „keinen Umgang mehr mit jemandem zu haben, der Bruder genannt wird, wenn er ein Hurer oder ein Habgieriger oder ein Götzendiener oder ein Schmäher oder ein Trunkenbold oder ein Erpresser ist, selbst nicht mit einem solchen zu essen“ (1. Korinther 5:11). […] Die Ältesten werden weiterhin Hirtenbesuche bei den christlichen Familienmitgliedern machen, und auch wir mögen sie besuchen können, ohne mit dem Ausgeschlossenen etwas zu tun zu haben. Wenn der Ausgeschlossene zufällig an die Tür kommt oder sich am Telefon meldet, können wir einfach nach dem christlichen Verwandten fragen, den wir sprechen möchten.(Wachtturm, 15.04.1991, Seite 24 „Heute Gottes Barmherzigkeit nachahmen“)

Von der Christenversammlung abgeschnitten zu werden bedeutet nicht den sofortigen Tod. Daher bleiben die Familienbande bestehen. Ein Mann, dem die Gemeinschaft entzogen worden ist oder der die Gemeinschaft verlassen hat, könnte somit immer noch bei seiner christlichen Frau und seinen treuen Kindern wohnen. Aus Achtung vor Gottes Urteilssprüchen und der Maßnahme der Versammlung werden die Frau und die Kinder anerkennen, daß er durch seine Handlungsweise die geistigen Bande, die früher bestanden, gelöst hat. Da aber durch seinen Gemeinschaftsentzug nicht die Blutsverwandtschaft oder die ehelichen Bande aufgehoben wurden, könnten der normale Umgang und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Familie weiterbestehen. Anders verhält es sich, wenn einem Verwandten, der außerhalb des engsten Familienkreises lebt, das heißt nicht in derselben Wohnung, die Gemeinschaft entzogen worden ist oder er die Gemeinschaft verlassen hat. Höchstwahrscheinlich ist es möglich, so gut wie gar keinen Kontakt mit diesem Verwandten zu haben. (Wachtturm, 15.04.1988, Seite 28 „Zucht, die eine friedsame Frucht eintragen kann“)

Viel Gutes kann auch durch christliche Gemeinschaft bewirkt werden. Manchmal kommt sich ein Christ, dessen Ehepartner ausgeschlossen worden ist, isoliert vor. Wie bereits erwähnt, hat der ausgeschlossene Ehepartner bewiesen, daß er kein wünschenswerter Umgang ist. Und wir müssen aufpassen, daß wir nicht in die Lage kommen, mit ihm Gemeinschaft zu haben, weil wir den christlichen Ehepartner besuchen oder ihm helfen wollen. Vielleicht kann man einen Besuch machen, wenn man weiß, daß der Ausgeschlossene nicht zu Hause ist.“ (Wachtturm, 01.04.1983, Seite 31 „Fragen von Lesern“)

Ja, die Bibel gebietet Christen, keinen Umgang oder keine Gemeinschaft mit einer Person zu pflegen, die aus der Versammlung ausgeschlossen worden ist. Jehovas Zeugen sprechen daher passenderweise von einem „Gemeinschaftsentzug“, wenn ein reueloser Missetäter ausgeschlossen und anschließend von ihnen gemieden wird. Daß sie mit einem Ausgeschlossenen weder auf geistiger noch auf gesellschaftlicher Ebene Gemeinschaft haben wollen, verrät Loyalität gegenüber den Maßstäben Gottes und Gehorsam gegenüber seinem in 1. Korinther 5:11, 13 aufgezeichneten Gebot. […] Der Apostel, der diese weisen und warnenden Worte äußerte, war mit Jesus eng verbunden und wußte, was Christus über das Grüßen gesagt hatte. Er kannte auch den damals üblichen Gruß „Friede“. Einem Ausgeschlossenen, der versucht, für seine abtrünnigen Gedanken zu werben oder sie zu rechtfertigen, oder der seinen gottlosen Lebenswandel fortsetzt, wünschen wir im Unterschied zu einem persönlichen „Feind“ oder einer weltlichen Autoritätsperson, die zu Christen gegnerisch eingestellt ist, bestimmt keinen „Frieden“ (1. Tim. 2:1, 2). Und wir wissen im Laufe der Zeit aus eigener Erfahrung, daß ein einfacher Gruß der erste Schritt zu einer Unterhaltung und vielleicht sogar zu einer Freundschaft sein kann. Möchten wir bei einem Ausgeschlossenen diesen ersten Schritt tun?“ (Wachtturm, 15.12.1981, Seite 24 „Die rechte Ansicht über den Gemeinschaftsentzug“)

Wir haben also nun aus der Bibel selbst gesehen, wie sich ein treuer Christ einem Ausgeschlossenen gegenüber grundsätzlich verhalten sollte: Er sollte keinen Umgang mit ihm haben, ja nicht einmal mit ihm sprechen. Was aber, wenn der Ausgeschlossene ein Verwandter ist. […] Wir müssen die Tatsache deutlich herausstellen, daß der Ausgeschlossene selbst schuld ist, wenn er die Gesellschaft seiner christlichen Verwandten nicht mehr genießen kann und sie ihn scheinbar schlecht behandeln. Sie halten sich dabei an Grundsätze, und zwar an hohe Grundsätze: an Gottes Grundsätze. Der Ausgeschlossene ist an seiner Lage selbst schuld, er hat sich selbst darein gebracht. Nun muß er die Konsequenzen auch tragen.“ (Wachtturm, 01.05.1971, Seite 287 „Fragen von Lesern)

Der Ausgeschlossene mag ein Verwandter oder ein guter Freund sein. Vielleicht hat er auch, seitdem er ausgeschlossen ist, gewisse Anzeichen von Reue gezeigt. Wäre es in diesem Falle richtig, für ihn zu beten? Ein Christ, der Jehova und seinen Vorkehrungen gegenüber loyal ist, würde es nicht tun. Er könnte indes aus den Worten Jehovas Trost schöpfen: „Ich habe kein Gefallen am Tode des Gesetzlosen, sondern daß der Gesetzlose von seinem Wege umkehre und lebe!“ — Hes. 33:11.“ (Wachtturm, 15.09.1971, Seite 576 „Fragen von Lesern“)

Wie passen die Aussagen von Jehovas Zeugen zusammen, wenn sie öffentlich dafür stehen, dass sie durch die Anwendung der Bibel keine Familien zerstören, jedoch der Umgang, ja sogar der Gruß zu Freunden, Verwandten und auch die engsten Familienangehörigen untersagt ist – man sogar nicht einmal für diese beten darf, obwohl diese schon – nach Ansicht der Glaubensgemeinschaft –  Anzeichen von Reue gezeigt haben? Wie passt dies mit der Liebe in der Form von Agápe zusammen sowie der reinen Lehre Jesus Christus, des Sohnes Gottes, der gemäß Matthäus 5:43-48 lehrte, sogar für seine Feinde zu beten und so wie der himmlische Vater, keinen Unterschied zwischen Gerechten und Ungerechten zu machen? Wie hat sich Jesus Christus, gegenüber den damaligen Abtrünnigen des Volkes YHWH’s, den Pharisäern, die direkt gegen Gottes Vorsatz und seinen Sohn gearbeitet haben, verhalten? Er betete öffentlich für seine Feinde, die, die ihn umgebracht haben, mit den Worten: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lukas 23:34). Jesus lehrte nicht nur die wahre Form von Agápe sondern er setzte seine Lehren auch in die Tat um. Kann man dies auch von Jehovas Zeugen behaupten, die jeglichen Kontakt konsequent abbrechen und sogar verbieten für die Seinigen, die Reue gezeigt haben und Anbeter YHWH’s sind, beten zu dürfen? Sicherlich nicht!

Probleme wird ein Partner Zeuge Jehovas wird Kontaktverbot Wahrheiten jetzt! Kontaktverbot und Isolation - die Wahrheit des Gemeinschaftsentzuges und Ausschlusses

Kommt es zu Problemen, wenn ein Partner Zeuge Jehovas wird?

Zugegeben: Manchmal schon. Gemäß einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Sofres von 1998 gab es in einer von zwanzig Ehen, bei denen einer der Partner Zeuge Jehovas wurde, deswegen ernste Eheprobleme. […] Die Frage, ob Jehovas Zeugen Familien zerstören, wurde sogar vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verhandelt. In dem Urteil hieß es, dass Konflikte oft entstehen, weil sich Familienmitglieder, die keine Zeugen Jehovas sind, weigern, „die Freiheit ihres religiösen Verwandten zu akzeptieren und zu respektieren, sich zu seiner Religion zu bekennen und sie auszuüben“. Das Gericht merkte an: „Diese Problematik findet man bei interreligiösen Ehen oft; Zeugen Jehovas sind davon nicht ausgenommen.“ Aber selbst wenn Zeugen Jehovas mit religiöser Intoleranz konfrontiert werden, folgen sie dem biblischen Rat: „Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. … Wenn möglich, haltet, soweit es von euch abhängt, mit allen Menschen Frieden“ (Römer 12:17, 18).

Zeugen Jehovas verlangen öffentlich auf ihrer offiziellen Seite religiöse Toleranz, ebenfalls sagen sie von sich aus mit allen Menschen Frieden zu halten. So verzerren sie die Realität, denn oftmals sind es nicht Menschen, die nicht den gleichen Glauben teilen und intolerant gegenüber ihnen sind, sondern es sind vielmehr die falsch angewandten Lehren aus der Bibel, der völlige Entzug des sozialen Kontaktes von Jehovas Zeugen, der absolut Intolerant die Menschen behandelt. Auch wenn sich ein Diener YHWH’s, ein Nachfolger Jesus Christus, sich aus biblischen Gründen von der Religionsgemeinschaft distanziert, hat dieser nicht mehr – nach eigenen Zitaten aus den Publikationen – mit Toleranz und Liebe seitens Jehovas Zeugen zu rechnen. Selbst die eigenen Familienangehörige dürfen mit so einem Menschen nicht in Kontakt treten; andernfalls würden diese die Loyalität gegenüber der Organisation mit Füßen treten und müssten mit Konsequenzen seitens einer eventuellen Exkommunikation, d.h. einen Komitee und ggf. Ausschluss, rechnen. Dabei geht es jedoch nicht um die Berücksichtigung des biblischen Sachverhalts aus 1. Korinther 5:11, sondern richtet sich an alle Diener YHWH’s, die mit einer Lehre der Religionsgemeinschaft nicht konform gehen – dabei ist es gleich, ob diese falsche Lehre die die Glaubensgemeinschaft vertritt durch „Wahrheitssucher“ und der Bibel offen dargelegt und richtig gestellt werden kann. Diener YHWH’s, die aus biblisch geschultem Gewissen richtig gehandelt haben, und der Aufforderung Jesus nachgekommen sind, kein Teil von Babylon mehr zu sein, werden vollständig von der Familie sozial isoliert. Doch Angesichts der Tatsachen und des falsch angewandten, biblischen Sachverhalts, und entgegen gesetzt den Lehren Jesus Christus, sehen sich Jehovas Zeugen immer noch als die wahren Nachfolger an. Wie kann das möglich sein? Könnte man sich denn vorstellen, dass auch Jesus so gehandelt hätte?

Wie können wir als wahre Christen nun die Halbwahrheiten oder gar Lügen betrachten, die Jehovas Zeugen deutlich auf ihrer Homepage vertreten? Die eigenen Publikationen von Jehovas Zeugen sagen selbst dazu:

Wer ein Doppelleben führt, ist eigentlich ein Falschspieler, ein Betrüger, ein Heuchler (Psalm 12:2; 2. Timotheus 3:13). Er gleicht Satan, der „immer wieder die Gestalt eines Engels des Lichts annimmt“ (2. Korinther 11:14, 15). Auch gleicht er den religiösen Führern, zu denen Jesus sagte: „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr getünchten Gräbern gleicht, die zwar von außen schön scheinen, innen aber voll von Totengebeinen und jeder Art Unreinheit sind. So erscheint auch ihr von außen zwar vor Menschen gerecht, im Innern aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit“ (Matthäus 23:27,28). Ein Doppelleben zu führen ist zweifellos ein schwerwiegendes Vergehen gegen Gott. Eine weitere ernst zu nehmende Tatsache ist folgende: Ein heuchlerisches Verhalten kann nicht für immer verborgen bleiben. „Schon durch seine Handlungen gibt sich ein Knabe zu erkennen, ob sein Tun lauter und gerade ist“, heißt es in der Bibel (Sprüche 20:11; Lukas 12:1-3). Ja, dein Tun, ob gut oder böse, wird schließlich bekannt werden. Und wie die Bibel zeigt, wird Gott Heuchler streng bestrafen (Matthäus 24:51). Gewiß solltest du bestrebt sein, kein Doppelleben zu führen.” (Wachtturm, 1. August 1988, Seite 19)

Wie Jehova, so sind auch seine treuen Zeugen wahrhaftig. Jesus Christus, der hervorragendste Zeuge Jehovas, bekräftigte die Wahrheit durch seine Lehren sowie dadurch, wie er lebte und starb. Er bestätigte das als wahr, was Jehova gesagt und versprochen hat. Folglich war Jesus die Verkörperung der Wahrheit, wie er selbst erklärte (Johannes 14:6; Offenbarung 3:14; 19:10).  Jesus war „voll unverdienter Güte und Wahrheit“, und es war „kein Trug in seinem Mund“ (Johannes 1:14; Jesaja 53:9). Wahre Christen sind wie Jesus, ihr Vorbild, anderen gegenüber ehrlich. Paulus riet Mitchristen: „Jeder von euch [rede] mit seinem Nächsten Wahrheit; denn wir sind Glieder, die zueinander gehören“ (Epheser 4:25). Lange vor ihm hatte der Prophet Sacharja geschrieben: „Redet die Wahrheit miteinander“ (Sacharja 8:16). Christen sind ehrlich oder wahrhaftig, weil sie Gott gefallen möchten. Jehova ist wahrhaftig und weiß, welchen Schaden Lügen anrichten können. Daher erwartet er von seinen Dienern zu Recht, dass sie die Wahrheit sagen.  Für viele scheint das Lügen ein geeignetes Mittel zu sein, um sich bestimmte Vorteile zu sichern. Menschen lügen, um einer Strafe zu entgehen, aus Nützlichkeitserwägungen heraus oder um vor anderen besser dazustehen. Gewohnheitsmäßiges Lügen ist jedoch ein Laster. Außerdem kann kein Lügner Gottes Wohlgefallen erlangen (Offenbarung 21:8, 27; 22:15). Sind wir dagegen für unsere Wahrhaftigkeit bekannt, glauben andere, was wir sagen; sie vertrauen uns. Doch überführte man uns einer einzigen Lüge, würde künftig womöglich die Wahrhaftigkeit aller unserer Aussagen angezweifelt werden.“ (Wachtturm 01.08.2003, Seite 16, „Den Gott der Wahrheit nachahmen“)

Gemäß der eigenen Aussage legt die leitende Körperschaft ein heuchlerisches Verhalten an den Tag, sie gleichen Satan dem Teufel, der ebenfalls auch die Gestalt eines Engels des Lichts annimmt. Außerdem gleichen sie dadurch den Pharisäern, den damaligen Führern des Volkes YHWH’s, in gleicherweise, weil sie nach außen zwar vor den Menschen als gerecht erscheinen wollen, sie sind jedoch aber voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit! Ein wahrer Christ tut also gut daran, solch ein Fehlverhalten aufzudecken, den Menschen die Wahrheit darüber aufzuzeigen, und Abstand von diesen anti-christlichen Handlungen zu nehmen! Die Schmerzen, die durch einen Gemeinschaftsentzug entstehen durch völlige Isolierung seiner Liebsten ist das Werk Satans, des Teufels, der Leid und Qualen über Nachfolger Christi dadurch im Stande ist zu bringen, aber niemals ist es die vollkommene Liebe YHWH’s, die diese Missstände hervorgebracht hat! Ist durch die kommende Gesetzgebung der leitenden Körperschaft wirklich YHWH’s Wille auf der Erde allein geschehen, oder nicht vielmehr der Wille des Teufels, dem Widersacher Gottes?

Das Gleichnis des barmherzigen Samariters

Um zu symbolisieren, dass wahrer Liebe keine Grenzen beinhaltet, führte Jesus das Gleichnis des barmherzigen Samariters ein und zeigte damit deutlich, wie sich auch wahre Christen zu verhalten haben, die die vollkommene Liebe YHWH’s in ihrem Leben widerspiegeln wollen:

Da aber der Mann beweisen wollte, daß er gerecht sei, sagte er zu Jesus: „Wer ist in Wirklichkeit mein Nächster?“ In Erwiderung sagte Jesus:Ein gewisser Mensch ging von Jerusalem nach Jẹricho hinab und fiel unter Räuber, die ihn auszogen und ihm auch Schläge versetzten und weggingen und ihn halb tot zurückließen. Nun traf es sich, daß ein gewisser Priester jenen Weg hinabging, doch als er ihn sah, ging er auf der entgegengesetzten Seite vorüber. Ebenso ging auch ein Levịt, als er an die Stelle hinabkam und ihn sah, auf der entgegengesetzten Seite vorüber. Aber ein gewisser Samarịter, der des Weges zog, kam zu ihm, und als er ihn sah, wurde er von Mitleid bewegt. Und er trat an ihn heran und verband ihm seine Wunden, wobei er Öl und Wein auf sie goß. Dann hob er ihn auf sein eigenes Tier und brachte ihn in eine Herberge und sorgte für ihn. Und am nächsten Tag zog er zwei Denạre heraus, gab sie dem Herbergswirt und sprach: ‚Sorge für ihn, und was immer du darüber ausgibst, will ich dir zurückzahlen, wenn ich hierher zurückkomme.‘ Wer von diesen dreien hat sich, wie es dir scheint, als Nächster des Mannes erwiesen, der unter die Räuber fiel?“ Er sagte: „Derjenige, der ihm gegenüber barmherzig handelte.“ Darauf sprach Jesus zu ihm: „Geh hin, und handle selbst ebenso.““ (Lukas 10:29-37)

Dass Jesus die Straße „von Jerusalem nach Jericho“ anführte, ist bemerkenswert, denn gemäß der Erzählung kam zuerst ein Priester und dann ein Levit auf dieser Straße vorbei – keiner von beiden blieb stehen, um dem Opfer zu helfen (Lukas 10:31, 32). Die Priester dienten im Tempel in Jerusalem, und die Leviten unterstützten sie dabei. Viele Priester und Leviten wohnten in Jericho, wenn sie nicht im Tempel tätig waren, denn Jericho war nur 23 Kilometer von Jerusalem entfernt. Es kam also zweifellos vor, dass sie auf dieser Straße unterwegs waren. Beachten wir auch, dass der Priester und der Levit „von Jerusalem“, also vom Tempel, kamen und somit auf dem Heimweg waren. Folglich konnte niemand die Gleichgültigkeit der beiden Männer mit dem Argument rechtfertigen, sie wollten mit dem Verletzten deshalb nichts zu tun haben, weil sie ihn für tot hielten und sie durch die Berührung einer Leiche vorübergehend für den Tempeldienst untauglich geworden wären (3. Mose 21:1; 4. Mose 19:11, 16). Sowohl YHWH’s Gerechtigkeit als auch seine Barmherzigkeit und Liebe werden durch Jesu Gleichnis vom barmherzigen Samariter veranschaulicht. Dadurch, dass der Samariter selbstlos einem verletzten Mann half, den er nicht einmal kannte, sogar offensichtlich ein Jude war – Juden und Samariter waren verfeindet – tat er etwas, was richtig, gerecht, barmherzig und voller Nächstenliebe war.

In Anbetracht dieses Gleichnisses könnten die Fragen entstehen: Haben sich Jehovas Zeugen wie der barmherzige Samariter verhalten, wenn sie Menschen – die ihre Hilfe brauchen – durch einen Ausschluss alle sozialen Kontakte wegnehmen, sie von der Gemeinschaft völlig isolieren und sie nicht weiter beachten; weder sie grüßen, nicht einmal für sie beten? Verhalten sich Jehovas Zeugen wie der barmherzige Samariter, erfüllen die wahre Nächstenliebe, selbst zu ihren Feinden, wenn sie treue Diener YHWH’s geistig steinigen, den völligen Umgang zur Familie und Freunden verbieten, sodass viele psychisch krank geworden sind und in einigen Fällen sogar Suizid begangen haben? Nein, sicherlich nicht! Und doch haben es treue Nachfolger Christi geschafft, über den Schmerz seitens der Religionsgemeinschaft und ihren Folgen hinwegsehen zu können, indem sie sich auch daran erinnern, was Jesus sie lehrte: „Glücklich seid ihr, wann immer die Menschen euch hassen und wann immer sie euch ausschließen und euch schmähen und euren Namen als böse verwerfen um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem Tag, und hüpft; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel, denn ebenso pflegten ihre Vorväter den Propheten zu tun.“ (Lukas 6:22, 23)

Ein falsch angewandtes Beispiel von christlicher Reue

Um die Wirksamkeit von soziale Isolierung und das völlige Verbot, Umgang mit Ausgeschlossen zu haben, seien es beste Freunde, Verwandte, oder der engste Familienkreis, zu demonstrieren, können wir im Wachtturm von 15. April 2012 auf Seite 12 folgendes Lebensereignis nachlesen:

Was aber, wenn wir mit jemand, der ausgeschlossen werden musste, verwandt oder eng befreundet sind? Dann steht jetzt unsere Treue auf dem Prüfstand, und zwar nicht gegenüber dieser Person, sondern gegenüber unserem Gott. Jehova schaut nun darauf, ob wir uns an sein Gebot halten, keinen Kontakt mehr mit jemandem zu haben, der ausgeschlossen ist. (Lies 1. Korinther 5:11-13.) Hält sich eine Familie treu an Jehovas Anweisung, nicht mit ausgeschlossenen Verwandten zu verkehren, kann das viel Gutes bewirken, wie folgendes Beispiel zeigt. Ein junger Mann war über 10 Jahre lang ausgeschlossen. In dieser Zeit hatten sein Vater, seine Mutter und seine vier Brüder „keinen Umgang mehr“ mit ihm. Manchmal versuchte er, sich ihnen anzuschließen, wenn sie etwas unternahmen, aber jeder in der Familie vermied lobenswerterweise konsequent jeden Kontakt mit ihm. Nach seiner Wiederaufnahme erklärte er, er habe die Gemeinschaft mit seiner Familie sehr vermisst, vor allem wenn er abends allein in seiner Wohnung gewesen sei. Aber, so räumte er ein, hätten seine Angehörigen auch nur hin und wieder Umgang mit ihm gehabt, hätte ihm das genügt. Da jedoch keiner aus seiner Familie auf ihn zuging, um sich mit ihm auszutauschen, war der starke Wunsch, wieder mit ihnen zusammen zu sein, eines der Motive dafür, seine Freundschaft mit Jehova zu reparieren. Gibt einem das nicht zu denken, falls man je versucht sein sollte, sich über Jehovas Gebot hinwegzusetzen und mit ausgeschlossenen Angehörigen Umgang zu haben?(Wachtturm, 15.04.2012, Seite 12 „Verrat — Ein bedrohliches Zeichen der Zeit“)

Betrachten wir einmal das Motiv dieses jungen Mannes, warum er, nachdem er 10 Jahre lang völlig von der Familie isoliert leben musste, weil die eigene Familie keinen Kontakt zu ihm wollte und haben durfte, wieder in die Gemeinschaft von Jehovas Zeugen aufgenommen werden wollte. War es wirklich die Reue, weil er ein biblisches Gebot nicht eingehalten hatte, das ihn bewegte wieder Kontakt zur Versammlung aufzunehmen, oder nicht einfach der menschliche Wunsch, wieder mit seinen Angehörigen, Freunden, seiner engsten Familie reden zu dürfen und sozialen Umgang zu pflegen? Diesem Menschen wurde dadurch keineswegs geholfen eine enge Verbindung zu seinem Schöpfer aufzubauen, es wurden ihm lediglich geistige Schmerzen aufgrund von Isolierung über Jahre hinzugefügt, eine unchristliche Verhaltensweise gegenüber dieses Menschen ausgeübt, indem man ihm die Menschen, die er liebte, wegnahm, auf das er diesem Druck im Laufe der Jahre erlag und wieder die religiöse Gemeinschaft angefangen hat zu pflegen, von der er sich offensichtlich viele Jahre über distanzieren konnte! Ist dies jedoch die richtige Verhaltensweise eines echten Christen gewesen, die die Familie ausgeübt hat, die in der Pflicht stehen, ihre Feinde zu lieben, und denen Gutes zu tun, die einen hassen? Wurde in diesem Beispiel wirklich den Lehren Jesus nachgefolgt und die seltene Form von Liebe Namens Agápe angewandt, die nur wahre Christen an den Tag legen können, weil sie sich durch den Geist YHWH’s leiten lassen? Nein, niemals! Ein Wort passt am besten auf das Verhalten einer Familie, die von der leitenden Körperschaft dazu angestiftet worden sind, jeden Kontakt mit ausgeschlossenen Angehörigen zu meiden: Erpressung! Jehovas Zeugen wurde glaubhaft gemacht, ein Mensch fühle sich, im Laufe von vielen Jahren, wieder zu der Organisation hingezogen, wenn er völlig von seinem sozialen Umfeld isoliert wurde – doch das ist ein gewaltiger Logikfehler. Kein Mensch geht freiwillig oder gerne zu einer Gemeinschaft zurück, in der er unchristlich und lieblos behandelt wurde. Viele berichten sinngemäß: „Würde mich die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas nach meinem Ausschluss wie einen Menschen behandeln, christlich, so wie Jesus es gebot, dann wäre ich bereits wieder ein Teil der Gemeinschaft. Da sie aber ein anti-christliches Verhalten an den Tag legen, mich regelrecht schlimmer als den Teufel behandeln, gibt es für mich keinen Grund wieder zurück zu kehren“. Die Wenigen jedoch, die dieses starke und christlich geschulte Gewissen und die psychische Stärke nicht besitzen, werden mit den Jahren von ihrem völlig normalen Wunsch heimgesucht, wieder Kontakt mit der Familie haben zu dürfen. Wenn dieser dann sich entschließt zu einer Gemeinschaft gehören zu wollen, die er eigentlich aufgrund ihres Verhaltens zu hassen gelernt hat, dann nicht, weil er YHWH wieder zu lieben gelernt hat, oder Reue zeigt und einen Fehler einsieht, den er mal begangen haben möge, sondern vielmehr aus den durch unchristliches Verhalten resultierenden Schmerzen, die die Wachtturm-Organisation ihm und seiner Familie angetan hat, sie geistig vergewaltigte über viele Jahre hinweg!

Kann man das Joch, das die Wachtturm-Organisation dem jungen Mann und seiner Familie auferlegt hat, wirklich als eine Erquickung betrachten? War diese falsche Umsetzung der biblischen Wahrheit das sanfte Joch wovon Jesus sprach? Nein, das war es mit Sicherheit nicht, denn Christus lehrte deutlich „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Matthäus 11:29, 30).

Die soziale und emotionelle Bindung zur Familie ist ein natürliches Menschenrecht, das durch das Kontaktverbot durch Jehovas Zeugen absolut gespalten wird. Täglich werben Jehovas Zeugen in ihren öffentlichen Publikationen für Familien- und Kinderfreundlichkeit, und dass ein intaktes Familienleben wichtig und förderlich für das seelische und körperliche Gleichgewicht sei; doch dieses Interesse besteht nur solange an der Familie, solange diese mit den Lehren der Organisation, der leitenden Körperschaft, mithält – andernfalls sind diese schnell vergessen! Sie schreiben über die Liebe innerhalb der Familie:

Liebe“, so die Bibel, „ist ein vollkommenes Band der Einheit“ (Kolosser 3:14). Die Liebe, wie die Bibel sie beschreibt, ist mehr als nur ein Gefühl. Liebe definiert sich aus dem Verhalten: wozu sie motiviert und was sie ausschließt (1. Korinther 13:4-8). In der Familie erfordert Liebe, dass jeder jeden würdevoll, respektvoll und freundlich behandelt. Sie erfordert, dass man Gottes Ansicht über jedes Familienmitglied teilt und sich entsprechend verhält. Er hat jedem eine ehrbare und wichtige Rolle zugedacht.“ (Erwachet! 10.2007, Seite 11, „Macht eure Familie zu einem Hort der Sicherheit“)

Ist jedoch diese Liebe, die ein vollkommenes Band der Einheit ist, wirklich gewährleistet, die „Familie ein Hort der Sicherheit, wenn die eigene Familie keine sozialen Kontakte mit Ausgeschlossenen, oder Dienern YHWH’s, die die Organisation verlassen haben, haben darf, diesen verboten wird mit einem solchen zu reden, zu grüßen, nicht einmal für diesen zu beten? Es ist zeitgleich eine Halbwahrheit, ja sogar eine direkte Lüge und Gotteslästerung, wenn die Publikation von Jehovas Zeugen zwei völlig verschiedene Lehrmeinungen aufbaut:

Die Bibel macht einen deutlichen Unterschied zwischen wahren und unwahren Glaubenslehren. Dennoch lässt Gott jedem Menschen Entscheidungsfreiheit (5. Mose 30:19, 20). Niemand sollte zu religiösen Handlungen gezwungen werden, die er für unvertretbar hält. Und niemand sollte gezwungen werden, sich zwischen seiner Familie und seinem Glauben zu entscheiden. Die Bibel bringt Familien keineswegs auseinander. Sie rät Ehepaaren unterschiedlicher Konfessionen sogar ausdrücklich zusammenzubleiben (1. Korinther 7:12, 13). (Erwachet!, 07.2009, Seite, 28 „Ist es verkehrt, wenn man den Glauben wechselt?“)

Wie sollten wir uns gegenüber einem Ausgeschlossenen verhalten? […] Wir reden mit Ausgeschlossenen nicht über unseren Glauben und haben keinen sozialen Kontakt mit ihnen. Im Wachtturm vom 15. Dezember 1981 hieß es auf Seite 24, dass „ein einfacher Gruß der erste Schritt zu einer Unterhaltung und vielleicht sogar zu einer Freundschaft sein kann. Möchten wir bei einem Ausgeschlossenen diesen ersten Schritt tun?“ Ist es wirklich nötig, den Kontakt völlig abzubrechen? Ja, aus mehreren Gründen. […] Durch den Verlust lieb gewordener Kontakte zu Freunden und zur Familie kommt er womöglich „zur Besinnung“, sieht den Ernst seines Fehlers ein und kehrt zu Jehova zurück (Lukas 15:17).(Bewahrt euch in Gottes Liebe, Seite 207 „Wie man sich gegenüber Ausgeschlossenen verhalten sollte“)

Durch die von der Führung der Zeugen Jehovas angewandte Familienächtung, werden grundlegende Menschenbedürfnisse vollständig bedroht. Diese Religionsführer, die mit solchen menschenverachtenden Lehren die Verordnungen ihrer Macht und Kontrolle demonstrieren sowie ausüben sollten sich dafür hüten, dies im Namen YHWH’s zutun! Die leitende Körperschaft und alle Jehovas Zeugen die ihnen nachfolgen sind nicht durch diese menschenfeindliche Lehren dem Gebot Jesus nachgekommen, wenn er selbst lehrte:

Seid niemandem irgend etwas schuldig, außer daß ihr einander liebt; denn wer seinen Mitmenschen liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn das geschriebene Recht: „Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht morden, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren“ und was immer für ein Gebot es sonst noch gibt, ist in diesem Wort zusammengefaßt, nämlich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Die Liebe fügt dem Nächsten nichts Böses zu; daher ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.“ (Römer 13:8-10)

Und wie ihr wollt, daß euch die Menschen tun, so tut auch ihnen.“ (Lukas 6:31)

Wenn die Liebe dem Nächsten nichts Böses hinzufügt, wie ist es dann zu erklären, dass Dienern YHWH’s, die die Gemeinschaft verlassen haben oder die ausgeschlossen wurden, jegliche Liebe untersagt wird bzw. kein aktiver Zeuge Jehovas diese Liebe mehr an diesem Menschen praktizieren darf? Ist es wirklich Liebe und die Erfüllung des Gesetzes, die Grundbedürfnisse von sozialen Kontakten seitens Freunden, Verwandten, und engstem Familienkreis wegzunehmen, sodass viele durch die Isolierung psychisch krank geworden sind, im schlimmsten Fall sogar Suizid begangen haben? Trägt die leitende Körperschaft, die diese menschenverachtenden Gesetze und Falschinterpretationen aus Gottes Wort ins Leben gerufen haben, die völlige Konsequenz und die gesamte Blutschuld der Opfer? Wie wollen sie dies mit einem reinen Gewissen noch vor Jesus, seinen Lehren, sowie ihrem Schöpfer, YHWH, vereinbaren können?

Die Religionsdiktatur von Jehovas Zeugen ist ein blutiger Pfad, der menschenverachtend im Namen Gottes durchgeführt wird. Unzählige Christen sind Opfer davon, vielen hat es das Leben gekostet. Jedes Jahr werden Aussteiger und Ausgeschlossene durch soziale Isolation bestraft und in den Selbstmord geführt. Wann werden diese organisationsversklavten Menschen erwachen, den Weg Babylons verlassen, bevor Christus die richten wird, die selbst die Nachfolger Jesu zum Tode verurteilt haben?

Halten wir als wahre Diener YHWH’s, als wahre Nachfolger Jesus, einmal persönlich inne, und denken wir über die Worte nach, die uns die Heilige Schrift vermittelt, wenn sie sagt:

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.“ (1. Korinther 13:13)

Angesichts des biblisches Sachverhalts stellt man sich die Frage: Wieso hat bei Jehovas Zeugen der Glaube und die Hoffnung eine gewichtigere Bedeutung als die Liebe, wenn doch die Liebe die größte Eigenschaft ist? Interessant dazu ist auch der Gedanke, den die Bibel warnend an alle Christen weitergibt, wenn sie eindringlich lehrt:

Bestimmt hat jemand, der für die Seinigen und besonders für seine Hausgenossen nicht sorgt, den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger.“ (1. Timotheus 5:8)

Ehre deinen Vater und deine Mutter, welches das erste Gebot mit einer Verheißung ist. “ (Epheser 6:2)

Denn Gott hat gesagt: „Du sollst Vater und Mutter ehren“, und: „Wer Vater oder Mutter schmäht, der soll des Todes sterben.“ Ihr aber lehrt: Wer zu Vater oder Mutter sagt: „Eine Opfergabe soll sein, was dir von mir zusteht“, der braucht seinen Vater nicht zu ehren. Damit habt ihr Gottes Wort aufgehoben um eurer Überlieferung willen. Ihr Heuchler, richtig hat Jesaja von euch geweissagt und gesprochen: „Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir; vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind.“ (Matthäus 15:4-9)

Ihr aber behauptet, dass man seinen hilfsbedürftigen Eltern die Unterstützung verweigern darf, wenn man das Geld stattdessen für ›Korban‹ erklärt, das heißt, es Gott gibt. Dann hätte man nicht gegen Gottes Gebot verstoßen. In Wirklichkeit habt ihr damit aber nur erreicht, dass derjenige seinem Vater oder seiner Mutter nicht mehr helfen kann. Ihr setzt also durch eure Vorschriften das Wort Gottes außer Kraft. Und das ist nur ein Beispiel für viele.“ (Markus 15:11-13)

Dadurch, dass Jehovas Zeugen eine Führerschaft über sich erwählt haben, und ihren Menschengeboten folgen, sie keinen Umgang mehr haben mit den ihrigen, die die Gemeinschaft verlassen mussten, weil die Lehren der leitenden Köperschaft nicht mit der Bibel übereinstimmen, haben sie durch die völlige Isolation tatsächlich ihren gesamten christlichen Glauben verleugnet und sind in Gottes Augen schlimmer als ungläubige Menschen! Wie passend doch die Aussagen aus Moses und Jesaja sind, wenn sie sagen: „Sie haben ihrerseits verderblich gehandelt; Sie sind nicht seine [YHWH’s] Kinder, ihre eigene Fehlerhaftigkeit ist es, eine verkehrte und verdrehte Generation; Wehe der sündigen Nation, dem mit Vergehung schwerbeladenen Volk, einer Saat von Übeltätern, verderblich handelnden Söhnen! Sie haben YHWH verlassen, sie haben den Heiligen Israels respektlos behandelt, sie haben sich rückwärts gewandt.“ (5. Mose 32:5; Jesaja 1:4)

Neuzeitlich religiös begründetes Mobbing – ein leuchtendes Beispiel

Neuzeitlich religiös begründetes Mobbing Kontaktverbot Wahrheiten jetzt! Kontaktverbot und Isolation - die Wahrheit des Gemeinschaftsentzuges und Ausschlusses

Bei einem Kreiskongress der Zeugen Jehovas berichtet ein Ehepaar, wie es jeden Kontakt zu einem seiner Kinder abgebrochen hat, weil dieses vom Glauben der Zeugen Jehovas abgefallen war. Dieser „Gemeinschaftsentzug“ ist eine verordnete Form von Mobbing, die gegen die Menschenrechte verstößt und viele gerade junge Menschen in den Suizid treibt.

Gemeinschaftsentzug ein Ausdruck der Liebe“, ist ein Artikel der Wachtturm-Studienausgabe vom 15. April 2015 übertitelt. Die Gläubigen werden – wieder einmal – angehalten, sich an das Kontaktverbot zu halten.

„Alle in der Versammlung können grundsatztreue Liebe zum Ausdruck bringen, indem sie sich weder mit dem Ausgeschlossenen unterhalten noch mit ihm Umgang haben (1. Kor. 5:11; 2. Joh. 10, 11). Dadurch unterstützen sie die Zuchtmassnahme, die eigentlich von Jehova kommt.

Was in einer Firma einen Ombudsmann auf den Plan ruft, auf dem Schulhof eine Intervention durch eine Präventionsfachfrau zur Folge hätte und in der Verwaltung zu einem handfesten politischen Skandal führte – bei den Zeugen Jehovas gehört das zum gottgefälligen Leben. Das systematische, von oben verordnete Mobben von Mitgliedern: Von Menschen, die sich taufen ließen, meist als Kinder oder Jugendliche, und jetzt YHWH’s Werten gemäß der fälschlichen Interpretation des selbsternannten „treuen und verständigen Sklaven“ nicht mehr entsprechen. Weil sie Sex haben ohne verheiratet zu sein, weil sie rauchen oder ganz einfach nicht mehr an die Lehren der Wachtturm-Organisation glauben. Dann werden Betroffene zwar nicht ausgeschlossen, das wäre in manchen Ländern ungesetzlich, aber sie gelten als freiwillig ausgetreten und werden aus diesem Grund ausgeschlossen.

Immer wieder sind die Geächteten Menschen, die sich dagegen wehren, dass sexuelle Gewalt an Kindern vertuscht, häusliche Gewalt stillgeschwiegen oder Korruption innerhalb der Organisation gedeckt wird. Mit Ausgeschlossenen darf niemand, auch nicht nächste Angehörige oder Freunde sprechen, sie nicht einmal mehr grüssen, oder für sie beten. Manchmal sind die Ausgeschlossenen auch solche, die sich geweigert haben, den Kontakt zu ihren Kindern oder den gebrechlichen Eltern abzubrechen. Menschen, die sich weiterhin mit ihren geächteten Liebsten trafen und dabei nicht heimlich genug vorgingen.

Ausschluss als emotionale Erpressung

Ganz im Sinne der Lehre der Wachtturm-Gesellschaft argumentiert das Ehepaar Sutton in einem kurzen Auftritt bei einem Kreiskongress: Das Kontaktverbot mit dem Kind, das YHWH nicht mehr treu ist, verstehen sie als direkt von YHWH kommend. Vater Robert war bei allen Zweifeln an seiner geistlichen Unterweisung und Kummer um das ausgeschlossene Kind immer klar, dass es YHWH selbst ist, er diese Form von Zucht übt – auch wenn es dann die Eltern und Geschwister waren, die jeden Kontakt abgebrochen haben.

Und im Falle der Suttons hat die Zuchtmaßnahme YHWH’s gewirkt, erfahren die Zuhörer: Das Kind, das durch schlechten Umgang in der „Welt“ vorübergehend vom Glauben abgefallen war, ist wieder zurück im Schoss der Gemeinschaft. Anders als die vielen anderen Kinder, Väter, Mütter und Geschwister der Zuhörer, mit denen diese seit Jahren keinen Kontakt mehr haben oder nur heimlich.

Das Kind der Suttons kam schließlich zurück, weil ihm die Familie fehlte, wie die Mutter rundheraus zugibt. Sie nennt nicht etwa Einsicht oder Umkehr als Motiv oder die Liebe zu YHWH und seinen Grundsätzen, sondern das Leiden am fehlenden Kontakt. Ob ihr Kind dafür seine große Liebe geopfert hat, seine Zweifel künftig einfach für sich behält – zu all dem äußern sich die Eltern nicht. Sie sagen vielmehr, wie es war: Das Kind wurde so lange von der eigenen Familie geächtet und emotional erpresst, bis es das nicht mehr ausgehalten hat. (Video)

 

Die wahre Bedeutung von Abtrünnigkeit

Das Bild, welches das Wort Gottes vermittelt, bezeichnet einen Abtrünnigen als einen Menschen, der sich nach der Taufe und Hingabe zu Gott, von dem christlichen Lebensweg distanziert hat und gegen Gott und seinen Sohn arbeitet. Das griechische Urwort „apostasía“, das für „Abtrünnigkeit“ bzw. „Abfall“ steht, stammt von dem Verb „aphístēmi“, das wörtlich „von etwas abstehen“ bedeutet. Das Substantiv heißt ebenfalls auch „Abtrünnigkeit“,  bzw. „Abtreten“, „Aufstand“ oder „Rebellion“ (Apostelgeschichte 21:21). Im klassischen Griechisch bezeichnete dieses Wort den politischen Abfall, und in diesem Sinne wurde das Verb in Apostelgeschichte 5:37 dafür verwandt, dass man Jesus Nachfolger „hinter sich herzog“ um auf einem unchristlichen Lebensweg zu wandeln, d.h. apéstēse, und ist eine Form von aphístēmi, das mit dem Wort chanéph verwandt ist, „dem rechten Verhältnis zu Gott entfremdet sein“ oder „entweihen“, „zum Abfall bringen“. In der Septuaginta ist der Ausdruck auf Rebellion angewandt, d. h. einen Menschen von dem wahren Gott, YHWH bzw. auch Christus Jesus, wegzuziehen. In den Christlichen Griechischen Schriften bedeutet dieses Wort hauptsächlich den religiösen Abfall, das völlige Distanzieren von der wahrheitsgemäßen Sache Gottes, von seiner Anbetung, und das völlige Abtreten als Diener Gottes, also eine Abkehr von dem, wozu man sich vorher bekannt hat, und das vollständige Aufgeben von Grundsätzen oder Glaubensansichten, den Lehren Gottes, sowie seinem heiligen Wort.

Das Wort der Abtrünnigkeit wird seitens der Wachtturm-Gesellschaft dahingehend buchstäblich vergewaltigt! Aus ihrer Sicht ist jeder Mensch ein Abtrünniger, der aus eigener Überzeugung die Organisation verlässt weil er erkannt hat, dass die Lehren der leitenden Körperschaft im Widerspruch zu den Lehren Jesus Christus, dem Worte Gottes stehen. Sie machen keinen Unterschied dabei, ob dieser noch ein Leben – außerhalb von Jehovas Zeugen – in Gottergebenheit an der Seite Christi führt oder nicht. Sie machen keinen Unterschied dabei, ob dieser Christ wirklich noch ein inniges Verhältnis zu seinem Schöpfer täglich aufrecht erhält und nach den Lehren Jesus Christus lebt oder nicht. Eine geistige Gemeinschaft, die aus falschen Lehren besteht, da sie sich selbst dadurch zum geistigen Babylon gemacht hat, zu verlassen, ist weder abtrünnig noch hat dies etwas mit christlichen Abfall zu tun; dies ist keine Abwendung des wahren Glaubens. Dieser Christ und Nachfolger Jesus wird sogar dazu ermuntert die Lehren seitens einer Religionsgemeinschaft zu prüfen und nach eingehender Prüfung die christlich richtigen Schritte zu gehen – dies bedeutet Abstand von falschen Religionen zu nehmen und aus ihr hinaus zu gehen (1. Johannes 4:1; Apostelgeschichte 17:11; Offenbarung 18:4,5). Die Worte, die auch Jehovas Zeugen gerne immer wieder gebrauchen, beschreiben 1. Johannes 2:18, 19 nicht einen Menschen, der eine Organisation und seine falschen Lehren verlässt, sondern er beschreibt die völlige Abwendung vom wahren Christentum, wodurch sich dieser selbst zu einem Anti-Christ machen würde. Können wir 1. Johannes 2:18, 19 auf alle Anbeter YHWH’s anwenden, die aus freien Stücken eine menschliche Organisation verlassen haben, weil sie durch den heiligen Geist erkannt haben, dass die Lehren im Widerspruch mit den Lehren Gottes stehen? Nein, natürlich nicht!

Die Wachtturm-Gesellschaft und ihr Hass zu sogenannten „Abtrünnigen“

Immer wieder findet auf Kongressen, in Vorträgen und Publikation eine regelrechte Hasspredigt gegen Diener YHWH’s und Nachfolgern Christus Jesus statt, die nach biblisch geschultem Gewissen, christlich gesehen richtig gehandelt haben und Abstand von den unchristlichen Lehren der leitenden Körperschaft vornahmen. Diese Diffamierung Andersdenkender kann man in unzähligen Veröffentlichungen der Wachtturm-Gesellschaft finden. In ihrem Denken ist ein Abtrünniger eigentlich des Todes würdig. Das zeigt folgendes Zitat aus dem Wachtturm vom 15.01.1953:

Wachtturm vom 15.01.1953 Abtrünnige töten Kontaktverbot Wahrheiten jetzt! Kontaktverbot und Isolation - die Wahrheit des Gemeinschaftsentzuges und Ausschlusses

„Das Gesetz des Landes und das durch Christus kommende Gesetz Gottes verbieten es uns, Abtrünnige zu töten, selbst wenn es eigene Familienangehörige nach dem Fleische wären. Indes verlangt Gottes Gesetz von uns, dass wir die Tatsache, dass ihnen die Gemeinschaft seiner Versammlung entzogen wurde, anerkennen. Dies sollte geschehen ungeachtet des Umstandes, dass das Gesetz des Landes, in dem wir leben, von uns fordert, zufolge einer gewissen natürlichen Verpflichtung mit solch Abtrünnigen unter demselben Dache zu wohnen und Umgang mit ihnen zu haben. […] Der Irrende wird zwar nicht getötet, doch sein Gemeinschaftsentzug wird von allen in der Versammlung respektiert.(Wachtturm, 15. Januar 1953, Seite 63; siehe 1963)

Die Wachtturm-Gesellschaft geht soweit offen zum Hass aufzurufen:

Zu Abtrünnigen sollten wir so eingestellt sein wie David, der erklärte: „Hasse ich nicht die, die dich, o Jehova, aufs tiefste hassen, und empfinde ich nicht Ekel vor denen, die sich gegen dich auflehnen? Mit vollendetem Haß hasse ich sie gewiß. Sie sind mir zu wirklichen Feinden geworden“ (Psalm 139:21, 22). Abtrünnige machen heute gemeinsame Sache mit dem „Menschen der Gesetzlosigkeit“, der Geistlichkeit der Christenheit (2. Thessalonicher 2:3). Als loyale Zeugen Jehovas haben wir daher absolut nichts mit ihnen gemein.(Der Wachtturm, 17.07.1992)

Um zu hassen, was böse ist, muss ein Christ [den Ausgeschlossenen] hassen.(The Watchtower, 15. Juli 1961, Seite 420)

Weißt du aber auch, wie man haßt? Diese harten Worte bringen den gottgefälligen Haß zum Ausdruck, den auch du empfinden mußt, wenn du Gott gefallen möchtest. Haß ruft in uns Abscheu hervor. Etwas, was man haßt, ist einem zuwider, man ekelt sich davor, man kann es nicht ausstehen. [Folgender Satz ist nur in der englischen Watchtower-Ausgabe enthalten:] […] Man hasst ausgeschlossene Zeugen Jehovas in dem Sinne, wie man Gift oder einer giftigen Schlange aus dem Weg geht. (Wachtturm, 15.01.1975, Seite 442)

Was wollen sie bewirken?… Sie sind wie „raubgierige Wölfe“ — darauf aus, die zutraulichen „Schafe“ in der Versammlung zu verschlingen, ihren Glauben zu zerstören und sie von der Wahrheit wegzulocken. […] Wie gehen falsche Lehrer vor? Auf sehr hinterlistige Weise. Abtrünnige schleusen „unauffällig“ schädliches Gedankengut ein, „schmuggeln“ ihre verkehrten Ansichten also heimlich, still und leise in die Versammlung. Und wie Betrüger, die mit geschickt gefälschten Dokumenten arbeiten, so versuchen Abtrünnige, anderen „verfälschte Worte“, also irreführende Argumente, unterzuschieben, um ihnen ihre verkehrten Ansichten als „echt“ zu verkaufen. Sie verbreiten „trügerische Lehren“ und „verdrehen“ die Schriften zu ihren Gunsten. Abtrünnige haben nicht das geringste Interesse daran, dass es uns gut geht. Ihnen zu folgen würde uns nur vom Weg zum ewigen Leben abbringen. […] Über Abtrünnige sagt die Bibel, dass sie „geistig krank“ sind und andere mit ihrem treulosen Gedankengut infizieren wollen.(Wachtturm vom 15.07.2011, „Wirst du auf Jehovas deutliche Warnungen hören?“

Dass die leitende Körperschaft, das neuzeitliche Pharisäertum, alle Diener YHWH’s hasst, die ihre menschliche Organisation verlassen haben, wird deutlich mit den Worten, da sie dazu auffordern dass alle Zeugen Jehovas diese Menschen ebenfalls zu hassen haben. Diese würden, wenn es denn das Gesetz des Landes zuließe, Tausende von treuen Nachfolgern Jesus steinigen bzw. umbringen, töten lassen. Der fast schon bedauernde Zusatz, dass das Verbot auch bei Blutsverwandtschaft gilt zeigt ein öffentliches Schüren von Mordlust an. Der wörtliche Satz „Der Irrende wird zwar nicht getötet, doch sein Gemeinschaftsentzug wird von allen in der Versammlung respektiert“ spricht Bände! Dies erinnert stark an das damalige Pharisäertum in Jesus Tagen, die ebenfalls dazu aufforderten Juden aus dem Volk YHWH’s zu töten:

Jesus aber ging an den Ölberg. Bei Tagesanbruch jedoch fand er sich wieder im Tempel ein, und das ganze Volk begann zu ihm zu kommen, und er setzte sich nieder und begann sie zu lehren. Nun brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau herbei, die beim Ehebruch ertappt worden war, und sie stellten sie in ihre Mitte, und sie sagten zu ihm: „Lehrer, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt worden. Im GESETZ schrieb uns Moses vor, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du nun dazu?“ Natürlich sagten sie das, um ihn auf die Probe zu stellen, damit sie einen Grund zur Anklage gegen ihn hätten. Jesus aber beugte sich nieder und begann mit seinem Finger auf die Erde zu schreiben. Als sie aber dabei beharrten, ihn zu befragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie.“ Und sich wieder vornüberbeugend, schrieb er weiter auf die Erde. Diejenigen aber, die das hörten, begannen hinauszugehen, einer nach dem anderen, angefangen bei den älteren Männern, und er wurde allein zurückgelassen mit der Frau, die in ihrer Mitte war. Sich aufrichtend, sagte Jesus zu ihr: „Frau, wo sind sie? Hat dich keiner verurteilt?“ Sie sagte: „Keiner, Herr.“ Jesus sprach: „Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin; treibe von nun an nicht mehr Sünde.““ (Johannes 8:1-11)

Da durch die Gesetzeslage des Landes der leitenden Körperschaft die Hände gebunden sind, diese Menschen, aufgrund ihres Hasses, zu töten, veränderten sie die Lehren der Bibel so, dass daraus eine falsche Sichtweise aus Gottes Wort entsteht. Durch die völlige Isolation gleicht ein Gemeinschaftsentzug als geistiger Tod. Dieser hat keinen Anteil mehr an seinem Umfeld, Freunden oder der Familie. Da er kein Teil der Gemeinschaft ist, und die Versammlung als rettende Arche gesehen wird, ist diesem Anbeter YHWH’s fälschlicher Weise indoktriniert, sowie seinem damaligen Umfeld, dass er von Gott vollständig verworfen wurde und damit die Aussicht auf ewiges Leben verloren hätte. Er wird durch einen Ausschluss und die öffentliche Bekanntgabe geistig gesteinigt; die psychischen Folgen sind unermesslich und wesentlich quälender als eine buchstäbliche Steinigung! Jeden wahren Anbeter YHWH’s , der ausgeschlossen wird, schmerzt es, wenn sein gesamtes, ehemaliges Umfeld ihn als jemanden betrachtet, der ein reueloser Sünder ist und YHWH, Jesus Christus, die biblischen Gebote, ja die gesamte Wahrheit vollständig verlassen hätte. Diesem Diener YHWH’s, der nicht reuelos war, wird es vollständig verwehrt, nach öffentlicher Bekanntgabe über den Gemeinschaftsentzug in der Versammlung, das Fehlverhalten, dass in dem Rechtskomitee stattgefunden hat, aufzuklären und richtig zu stellen, da durch die völlige Isolierung diesem verhindert wird, mit Glaubensgeschwistern über die wahren Geschehnisse zu sprechen. Diese Lügen und der widerliche Rufmord haben bei vielen treuen Dienern YHWH’s sogar bis in den Tod geführt, indem sie Suizid als letzten Ausweg sahen! Die menschenverachtende Behandlung hat nichts mit der wahren Liebe zu tun, die Jesus seinen Jüngern lehrte und auch ebenfalls in seinem eigenen Leben ausgelebt hatte, die Aussagen der Wachtturm-Organisation sind der wahre Abfall, es ist durchgehend eine anti-christliche Lehre! Es ist eine wichtige Aussage, und auch ein Haupterkennungsmerkmal eines wahren Diener YHWH’s, dass wir gewalttätige Dinge, egal welche Form diese annehmen, niemals lieben sollten. Warnend sind die Worte aus Psalm 11:5 wenn sie unmissverständlich lehren: „YHWH selbst prüft den Gerechten wie auch den Bösen, und jeden, der Gewalttat liebt, haßt SEINE [YHWH’s] Seele gewiß.“ (Psalm 11:5)

Das die leitende Körperschaft Angst hat, dass sogenannte „Abtrünnige“ Kontakte mit aktiven Zeugen Jehovas innerhalb der Organisation knüpfen könnten, diese zum Erwachen verhelfen würden, zeigen deutlich folgende Zitate aus den Publikationen:

Halten wir uns daher von Abtrünnigen fern und von jedem, der sich als ein Bruder ausgibt, aber Gott entehrt. Darauf müssen wir selbst bei Familienangehörigen achten (1. Kor. 5:11). Es bringt nichts, die Argumente von Abgefallenen oder anderen, die Jehovas Organisation kritisieren, widerlegen zu wollen. Es wäre falsch, ja gefährlich, etwas von ihnen zu lesen, sei es auf Papier oder im Internet. (Lies Jesaja 5:20; Matthäus 7:6.)(Wachtturm, 15.05.2012, Seite 26 „Strahlen wir die Herrlichkeit Jehovas wider?“)

Was wollen sie [die Abtrünnigen] bewirken? Die Organisation, die sie vielleicht einmal liebten, zu verlassen, reicht ihnen nicht. Ihr Ziel ist, wie Paulus erklärte, “die Jünger hinter sich her wegzuziehen”. Achten wir hier auf den bestimmten Artikel: “die Jünger”. Sie ziehen nicht los und machen eigene Jünger; nein, sie wollen die Jünger Christi mitnehmen. Sie sind wie “raubgierige Wölfe” — darauf aus, die zutraulichen “Schafe” in der Versammlung zu verschlingen, ihren Glauben zu zerstören und sie von der Wahrheit wegzulocken. (Mat. 7:15; 2. Tim. 2:18). […]  Wie gehen falsche Lehrer vor? Auf sehr hinterlistige Weise. Abtrünnige schleusen “unauffällig” schädliches Gedankengut ein, “schmuggeln” ihre verkehrten Ansichten also heimlich, still und leise in die Versammlung. Und wie Betrüger, die mit geschickt gefälschten Dokumenten arbeiten, so versuchen Abtrünnige, anderen “verfälschte Worte”, also irreführende Argumente, unterzuschieben, um ihnen ihre verkehrten Ansichten als “echt” zu verkaufen. Sie verbreiten “trügerische Lehren” und “verdrehen” die Schriften zu ihren Gunsten (2. Pet. 2:1, 3, 13; 3:16). Abtrünnige haben nicht das geringste Interesse daran, dass es uns gut geht. Ihnen zu folgen, würde uns nur vom Weg zum ewigen Leben abbringen. […] Was ist denn genau damit gemeint, falsche Lehrer zu “meiden”? Wir würden sie weder in unser Haus aufnehmen noch grüßen. Genauso wenig würden wir ihre Schriften lesen, uns Fernsehsendungen anschauen, in denen sie auftreten, ihre Internetseiten lesen oder Kommentare dazu in ihre Blogs schreiben. […] Egal was falsche Lehrer von sich geben – wir folgen ihnen nicht! Es gibt nicht den geringsten Grund, solche ausgetrockneten Brunnen aufzusuchen, wo man nichts als betrogen und enttäuscht wird.  (Wachtturm, 15.07.2011, „Wirst du auf Jehovas deutliche Warnungen hören?“)

Natürlich ist diese Argumentation völlig unchristlich, und der wahre Grund, warum organisationsversklavte Zeugen Jehovas sich vor sogenannten „Abgefallenen“ bzw. „Abtrünnigen“ hüten sollen, besteht einzig und allein in der Schande seitens der Wachtturm-Organisation, dass Widersprüche, Lügen und unchristliche Taten aufgedeckt werden könnten. Wenn jemand im Besitz der Wahrheit ist, so ist es ihm natürlich ein leichtes die Lügen von Menschen richtig zu stellen, weil die Wahrheit immer gegen die Lüge siegt! So können wir auch in der Bibel nachlesen:

Denn obwohl wir im Fleische wandeln, erfolgt unsere Kriegführung nicht gemäß [dem, was wir im] Fleische [sind]. Denn die Waffen unserer Kriegführung sind nicht fleischlich, sondern machtvoll durch Gott, um starke Verschanzungen umzustoßen. Denn wir stoßen Vernunftschlüsse und jede Höhe um, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt; und wir nehmen jeden Gedanken gefangen, um ihn dem Christus gehorsam zu machen; und wir halten uns bereit, jeden Ungehorsam zu bestrafen, sobald euer eigener Gehorsam völlig in die Tat umgesetzt sein wird.“ (2. Korinther 10:3-6)

Wie können Jehovas Zeugen die „geistige Kriegführung“ anwenden, wenn sie vor allen Argumentationen und Beweislagen davonlaufen, entgegengesetzt der christlichen Lehre, dass sie „jeden Gedanken gefangen“ nehmen können und sollen, um ihn „dem Christus gehorsam“ zu machen? An dieser Stelle wird deutlich: Der leitenden Körperschaft von Jehovas Zeugen geht es nicht um die biblische Wahrheit, ja sie fürchten sie sogar so sehr, das sie panische Angst haben, dass andere anhand der biblischen Wahrheit ihre geistige Finsternis, den Zustand in dem sie sich befinden, anderen beweisen könnten, sie ebenfalls die menschliche Organisation verlassen, und die Wachtturm-Organisation Kontrolle- und Machteinbußen ertragen müsste. Auch Jesus hatte keine Angst, hat sich nicht einmal vor Satan, dem Teufel, gefürchtet oder floh vor seiner falschen Argumentationsweise aus der Bibel, wenn Christus alle Lehren aus dem Worte Gottes direkt vor dem Teufel verteidigte und richtig stellte (Lies Matthäus 4:1-11).

Das Richten von Anbetern YHWH’s

Während die leitende Körperschaft von Jehovas Zeugen dazu auffordert in ihren menschlichen Komitees Diener YHWH’s zu richten, eine Lehre die im Widerspruch zu Jesus Geboten steht, warnt uns die Bibel eindringlich, wenn sie sagt:

Hört überdies auf zu richten, und ihr werdet bestimmt nicht gerichtet werden; und hört auf zu verurteilen, und ihr werdet bestimmt nicht verurteilt werden. Fahrt fort freizulassen, und ihr werdet freigelassen werden.“ (Lukas 6:37)

Hört auf zu richten, damit ihr nicht gerichtet werdet; denn mit dem Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird man euch messen. Warum schaust du also auf den Strohhalm im Auge deines Bruders, beachtest aber nicht den Balken in deinem eigenen Auge? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ‚Erlaube mir, den Strohhalm aus deinem Auge zu ziehen‘, wenn, siehe, ein Balken in deinem eigenen Auge ist? Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge, und dann wirst du klar sehen, wie du den Strohhalm aus deines Bruders Auge ziehen kannst.“ (Matthäus 7:1-5)

Warum aber richtest du deinen Bruder? Oder warum blickst du auch auf deinen Bruder hinab? Denn wir werden alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen; denn es steht geschrieben: „ ,So wahr ich lebe‘, spricht YHWH, ‚vor mir wird sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott offen anerkennen.‘ “ So wird denn jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft ablegen müssen.“ (Römer 14:10-12)

Du sollst nicht Rache nehmen an den Söhnen deines Volkes noch Groll gegen [sie] hegen; und du sollst deinen Mitmenschen lieben wie dich selbst. Ich bin YHWH.“ (3. Mose 19:18)

Das Richten steht niemanden zu, außer einem, Gott, YHWH, durch Jesus Christus allein! Die Lehre des Christus sagt eindeutig, dass das Richten von Dienern YHWH’s, sei es durch einen Ausschluss oder dadurch, dass man sie als Abtrünnige beschimpft und ihren Namen in Verruf bringt, falsch ist. Jeder Mensch muss selbst vor Gott Rechenschaft ablegen; dies kann kein anderer für ihn tun, und ein menschliches Gericht in Form eines Komitees kann es ebenfalls nicht! Die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas setzt sich aber über die warnenden Worte des Herrn hinweg und hat ein unmenschliches Regelwerk ins Leben gerufen, sagt öffentlich in den Publikationen, die Ältesten zur Verfügung steht, anhand welche Taten ein Christ zu richten sei und warum ein Ausschluss – eine geistige Steinigung – notwendig ist. Dies ist anti-christlich und zeigt deutlich, welches geistige Kinder sie sind und wem sie sich zum Vater erwählt haben; Menschen und ihre Menschengebote, aber niemals YHWH, durch seinen Sohn, der Liebe ist und keinen Unterschied zwischen gerechten und ungerechten Menschen macht. Jehovas Zeugen handeln widerrechtlich gegen die Heilige Schrift, wenn sie deutlich lehrt: „Daher gibt es für die, welche mit Christus Jesus in Gemeinschaft sind, keine Verurteilung. Denn das Gesetz des Geistes, der in Gemeinschaft mit Christus Jesus Leben gibt, hat dich von dem Gesetz der Sünde und des Todes frei gemacht. “ (Römer 8:1, 2)

Viele Jehovas Zeugen verstehen bis heute nicht, dass die Organisation ein bemerkenswertes System aufgebaut hat. Einerseits wird ein gigantisches Predigtwerk forciert, indem Menschen „eingesammelt” werden, zurzeit vermehrt in Osteuropa, Afrika und Asien, so wie bei den anderen nominellen Kirchen auch. Doch gibt es ebenfalls ein gigantisches System der Auslese, um nicht zu sagen der Entsorgung von Anbetern YHWH’s aus der Organisation. Diese Schlachtung und geistige Steinigung der Schafe Christi findet meistens in den Räumen der Königreichssäle in geheime Abstimmungssitzungen des Rechtskomitees statt und wird in den Akten der Wachtturm-Organisation aufbewahrt. Was bleibt ist eine „Elite von Jehovas Zeugen”, die absolut organisationstreu sind, sowie der leitenden Körperschaft völlig versklavt. In den Augen der Wachtturm-Gesellschaft besitzt man mit diesen Personen die beste Schlagkraft, alle anderen wirken nur wie eine geistige Bremse, da sie „die Kirchenorganisation” durch fehlende organisationstreue beschmutzen würden. Deshalb werden die meisten treuen Anbeter YHWH’s nicht wegen mangelnder Reue ausgeschlossen, sondern weil man auf den äußeren Ruf und auf das positive Image allein bedacht ist, denn diese haben erkannt, dass die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas nicht der eingesetzte Kanal Gottes ist und widerrechtlich im Namen YHWH’s gegen die Heilige Schrift Sünde treibt! Es ist eines der größten Lügen, dass nur Menschen, die nicht bereuen, ausgeschlossen werden würden – ein reueloser Mensch würde erst gar nicht zu einem menschlichen Rechtskomitee erscheinen! In Wahrheit sind die reuelosen Menschen nur eine geringe Minderheit. Viele Diener Gottes, die nie reuelos waren, sind nach ihrem Ausschluss, oder nach dem freiwilligen Weggang aus der Organisation, treuere Anbeter YHWH’s und Nachfolger Christi als jemals zuvor. Ihr Gebets- und Studiumleben, ihre Liebe zu YHWH, das Vertrauen auf den Geist Gottes, das Verständnis der Lehren Jesu und wie diese richtig im Leben eines Christen anzuwenden sind, nehmen täglich bei diesen zu! Der Schöpfer zeigt eindeutig bei diesen, dass sie, weil sie das geistige Babylon verlassen haben, vermehrt in einem noch nie zuvor gesehenen Ausmaß den Segen Gottes spüren, der sie täglich leitet, lenkt und führt. All diese haben den Segen und den Geist durch die Liebe Gottes bekommen, weil sie sich an die Aussagen der Heiligen Schrift gehalten haben, welche deutlich lehren:

Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apostelgeschichte 5:29)

Denn wer als Sklave in die Gemeinschaft des Herrn gerufen wurde, ist ein Freigelassener des Herrn, und wer als Freier berufen wurde, ist ein Sklave von Christus. Gott hat einen hohen Preis für euch bezahlt. Macht euch also nicht zu Sklaven von Menschen!“ (1. Korinther 7:22, 23)

Das müsst ihr über diese Leute wissen, die euch vom richtigen Weg abbringen wollen. Doch der Heilige Geist, den euch Christus gegeben hat, er bleibt in euch. Deshalb braucht ihr keine Menschen als Lehrer, der Heilige Geist selbst ist euer Lehrer. Was er euch sagt, ist wahr und ohne Lüge. Haltet also an dem fest, was euch der Geist lehrt, und bleibt bei Christus; uns hat Gott durch seinen Geist sein Geheimnis enthüllt. Denn der Geist Gottes weiß alles, er kennt auch Gottes tiefste Gedanken.“ (1. Johannes 2:26, 27; 1. Korinther 2:10)

Verflucht ist der kräftige Mann, der sein Vertrauen auf den Erdenmenschen setzt; Es ist besser, Zuflucht zu YHWH zu nehmen, als auf Menschen zu vertrauen; Setzt euer Vertrauen nicht auf Edle noch auf den Sohn des Erdenmenschen, bei dem es keine Rettung gibt; Vertraut auf YHWH zu allen Zeiten. Vor ihm schüttet euer Herz aus. Gott ist uns eine Zuflucht. Ja, die Söhne des Erdenmenschen sind ein Dunst, die Menschensöhne sind eine Lüge. Wenn auf die Waage gelegt, sind sie alle zusammen leichter als ein Dunst.“ (Jeremia 17:5; Psalm 118:8; 146:3; 62:8, 9)

Für mich nun ist es etwas sehr Geringfügiges, daß ich von euch oder von einem menschlichen Gerichtshof beurteilt werde. Ja, ich beurteile mich auch selbst nicht. Denn mir ist nichts bewußt, was gegen mich spräche. Doch dadurch werde ich nicht als gerecht befunden, der mich aber beurteilt, ist YHWH; Denn wenn wir leben, leben wir für YHWH, und auch wenn wir sterben, sterben wir für YHWH. Darum, wenn wir leben und auch wenn wir sterben, gehören wir YHWH.“ (1. Korinther 4:3, 4; Römer 14:8)


Der Logikfehler, dem auch Jehovas Zeugen folgen

Oftmals beruft sich die leitende Körperschaft auf eine Bibelstelle, und aufgrund dieser Aussage, meinen sie, dass es richtig sei, Menschen zu isolieren und sie von der Gemeinschaft ausschließen zu dürfen. In 2. Johannes 10, 11 können wir nachlesen:

„Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn niemals in euer Haus auf, noch entbietet ihm einen Gruß.  Denn wer ihm einen Gruß entbietet, hat an seinen bösen Werken teil.“ (2. Johannes 10, 11)

Sie beziehen die Aussage diese Lehre auf ihre eigene Bibelauslegung. Sollte dieser Auslegung nicht gefolgt werden, so hätte er diese Lehre nicht erbracht und aufgrund dessen wäre es gerechtfertigt, ihn so zu behandeln. Dies ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Warum kann man dies behaupten? Lesen wir wenige Verse zuvor, was mit dieser Lehre gemeint ist, dann verstehen wir auch diese Aussage, die so gesehen erst einmal unmenschlich klingen mag:

Jeder, der vorausdrängt und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht.“ (2. Johannes 9)

Diese Aussage zeigt deutlich, dass es sich ausschließlich um die Lehre des Christus handelt. Wer diese nicht bringt, hätte auch Gott nicht. Der richtige Sachverhalt zeigt deutlich auf, dass man diese Menschen keinen Grund von Freundschaft erwidern darf, die die Lehre Jesus Christus sowie Gott völlig verleugnet hätten! Dies ist ein gewaltiger Unterschied. Ein Anbeter YHWH’s und Nachfolger Jesus, der erkannt hat, dass die Lehren der leitenden Körperschaft nicht biblisch sind, da sie durch ihr Fehlverhalten sich selbst zu Babylon gemacht hat, hat durch einen Austritt aus der Religionsgemeinschaft nicht Jesus Lehren oder YHWH verlassen – ganz im Gegenteil! In den meisten Fällen, wo ein Diener YHWH’s ausgeschlossen wird, trifft dieser Bibeltext nicht zu. Betrachten wir den Paralleltext zu 2. Johannes 9 dann können wir die Worte, und warum wir so gemäß eines ehemaligen Christen handeln sollten, besser verstehen:

Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, daß Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, derjenige, der den Vater und den Sohn leugnet. Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht. Wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater. Was euch betrifft, so möge das, was ihr von Anfang an gehört habt, in euch bleiben. Wenn das, was ihr von Anfang an gehört habt, in euch bleibt, werdet ihr auch in Gemeinschaft mit dem Sohn und in Gemeinschaft mit dem Vater bleiben. Und dies ist das Verheißene, das er selbst uns verheißen hat, das ewige Leben.“ (1. Johannes 2:22-25)

Es handelt sich um Anti-Christen, Menschen, die die Lehre Jesus und den Wahrheitsweg völlig verlassen haben und nicht mehr an Gott glauben wollen. Kann man dies von den vielen Tausenden von ausgeschlossenen Jehovas Zeugen behaupten, die auch nach ihrem Ausschluss noch ein inniges Verhältnis zu YHWH pflegen, den Geboten Jesus nachkommen und nach der biblischen Wahrheit leben? Nein, natürlich nicht!

Doch gehen wir einmal, auch wenn Jehovas Zeugen oftmals diesen Bibeltext falsch in ihren Lehren anwenden, auf die Bedeutung der Worte ein: „ […] [denn er] hat an seinen bösen Werken teil“. Man könnte dazu auch sagen, dass ein Mensch, der mit einem Sünder Gemeinschaft pflegt, Grundschuld an den schlechten Werken hat, die jemand verübt. Gemäß Römer 23:3 haben „alle gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes“ (Römer 3:23). Als Wahrheitssucher stellt sich unmittelbar der Gedanke auf: Wenn ein Mensch, ein Zeuge Jehovas jeden Tag sündigt, so wie es auch ein Mensch tut, der nicht an Christus mehr glaubt, ihn verleugnet hat, dann sind beide Menschen dennoch in Gottes Augen Sünder. Jeder weitere Sünder also – denn alle Menschen haben gesündigt – der sich zu einer Gemeinschaft dazu gehörig fühlt, würde durch seinen Umgang an den bösen Werken des anderen Sünders teilhaben. Wie kann es einen Unterschied ergeben, ob ein Mensch an den bösen Werken eines Zeugen Jehovas teil hat, oder an den bösen Werken eines Ungläubigen, oder gar Anti-Christen? Würden wir in beiden Fällen nicht immer Teilhaber an seinen bösen Werken sein? Eine geistige Trennung zu machen, zwischen einem sündigen Zeugen Jehovas, und einem sündigen Nicht-Zeugen Jehovas würde demnach keinen Unterschied erfüllen! Wie treffend ist doch in diesem Fall die Liebe YHWH’s, wenn von ihr geschrieben steht: „Doch ich sage euch: Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen, damit ihr euch als Söhne eures Vaters erweist, der in den Himmeln ist, da er seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen läßt. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Steuereinnehmer dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr da Besonderes? Handeln nicht auch die Leute von den Nationen ebenso? Ihr sollt demnach vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“ (Matthäus 5:44-48)


Ein falsch angewandter Bibeltext von vielen, und wie er aus dem Kontext gerissen wird

Oftmals finden wir seitens der leitenden Körperschaft als Begründung, warum es zur Spaltungen von Familien durch die Lehren der Organisation kommt, den Bibelvers als Erklärung wieder, was Jesus zu seinen Nachfolgern sagte:

Denkt nicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um zu entzweien: einen Menschen mit seinem Vater und eine Tochter mit ihrer Mutter und eine junge Ehefrau mit ihrer Schwiegermutter. In der Tat, eines Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer zum Vater oder zur Mutter größere Zuneigung hat als zu mir, ist meiner nicht würdig; und wer zum Sohn oder zur Tochter größere Zuneigung hat als zu mir, ist meiner nicht würdig.“ (Matthäus 10:34-37)

Können wir diese Worte des Herrn jedoch in diesem Zusammenhang so stehen lassen, ergeben sie so den richtigen Sinn? Ist es richtig der Organisation und ihren Lehren treu zu sein und sich von der Familie aufgrund der Worte Jesus zu isolieren? Nein! Als Christus von diesen Worten sprach, sagte er sie, weil Aufgrund der Tatsache, dass einige ihm nachfolgen werden, es durch seinen Namen von außerhalb zu Verfolgungen kommen wird seitens der Welt, die keine Christen sind. So heißt es geschrieben:

Diese Dinge gebiete ich euch, daß ihr einander liebt. Wenn die Welt euch haßt, wißt ihr, daß sie mich gehaßt hat, bevor sie euch haßte. Wenn ihr ein Teil der Welt wärt, so wäre der Welt das Ihrige lieb. Weil ihr nun kein Teil der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen haßt euch die Welt.  Behaltet das Wort im Sinn, das ich euch gesagt habe: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten.  Alle diese Dinge aber werden sie euch um meines Namens willen antun, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat.“ (Johannes 15:17-21)

Wenn ein Mensch sich dazu entschließt Christus nachzufolgen, kann es passieren, dass Verwandte, die diesen Glauben nicht teilen, sich von einem Nachfolger Jesus abspalten, sie in Jesu Namen gehasst von ihnen werden. Die Welt hat nicht den Geist der Wahrheit empfangen, worauf sie auch nicht verstehen können, was es bedeutet, ein Teil der biblischen Wahrheit zu sein! Der Hass geht also von einem Menschen aus, der Jesus nicht nachfolgt, und die Menschen ablehnt, die wiederum Christus nachfolgen. Die Wachtturm-Gesellschaft dreht jedoch diese Verse in das völlige Gegenteil um. Sie sagen, dass wir die hassen sollen, die die Organisation verlassen haben, weil sie – aus ihrer falschen Denkweise heraus – keine Christen mehr wären. Jesus hat jedoch niemals dazu aufgefordert andere Menschen zu hassen, schon gar keine Anbeter YHWH’s und Nachfolger Christus, sondern lehrte, dass nur die Welt Christen hasst Aufgrund der Tatsache heraus dass sie den wahren Glauben ausüben; dies führe dann auch zu Spaltungen selbst in der eigenen Familie und fernen Verwandten oder Freundschaften. Erinnern wir uns immer an die Worte des Sohnes Gottes, wenn er von der wahren Liebe sprach:

Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, zu welchem Verdienst gereicht euch dies? Denn selbst die Sünder lieben die, die sie lieben. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, zu welchem Verdienst gereicht euch dies in Wirklichkeit? Selbst die Sünder tun dasselbe. Und wenn ihr ohne Zins denen leiht, von denen ihr zu empfangen hofft, zu welchem Verdienst gereicht euch dies? Auch Sünder leihen ohne Zins Sündern, damit sie ebensoviel zurückerhalten. Dagegen fahrt fort, eure Feinde zu lieben und Gutes zu tun und ohne Zins zu leihen, ohne etwas zurückzuerhoffen; und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Fahrt fort, barmherzig zu werden, wie euer Vater barmherzig ist.“ (Lukas 6:32-36)

Denken wir auch an die Worte, die in Römer aufgeschrieben sind, wenn sie deutlich sagen:

Wenn dein Feind hungrig ist, speise ihn; wenn er durstig ist, gib ihm etwas zu trinken; denn wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt häufen. Lasse dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse stets mit dem Guten.“ (Römer 12:20, 21)

Ein Nachfolger Jesus oder des Apostels Paulus? Beispiele der konträren Lehren

Oftmals kommt es zu unterschiedlichen Lehrgebäuden, weil die Bibelverse, ihre Art der Auslegung und welche Gewichtung wir diesen zuschreiben, maßgeblich dafür sind, wie wir uns richtig zu verhalten haben. Betrachten wir nur wenige Aussagen der Lehren Jesus Christus, und wie Paulus diese Lehren im Laufe seines Lebens verändert hat – jeder aufrichtige Wahrheitssucher wird diese konträren Lehren erkennen.

Was Jesus Christus lehrte

„Ihr aber, laßt euch nicht Lehrer nennen, denn e i n e r ist euer Lehrer, während ihr alle Brüder seid. Des weiteren nennt niemand auf der Erde euren Vater, denn e i n e r ist euer Vater, der himmlische. Auch laßt euch nicht ‚Führer‘ nennen, denn e i n e r ist euer Führer, der Christus. “ (Matthäus 23:8-10)

Was Paulus lehrte

Für dieses Zeugnis wurde ich zum Prediger und Apostel eingesetzt — ich rede die Wahrheit, ich lüge nicht —,